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Herzlich Willkommen auf unserer Website

Erstellt von webmaster am Montag 29. Dezember 2008

Die Ziele der Bruderschaft

  • Vermehrung des Wissens um den Wein
  • Pflege und Förderung der Weinkultur
  • Eintreten für die Ehrlichkeit und Sauberkeit des Weins
  • Mittler zwischen Produzent und Konsument
  • Einsatz für den deutschen Wein in den angrenzenden Ländern
  • Pflege der freundschaftlichen Beziehungen zu anderen Weinbruderschaften

Schnupperangebot für Weinfreunde

Sollten Sie mehr über uns wissen wollen, dann haben Sie die Möglichkeit, bei einer unserer nächsten Veranstaltungen einen der „3 Schnupperplätze für Nichtmitglieder“ (Kostenbeitrag: 24 Euro) zu belegen. Unser Angebot richtet sich an alle Damen und Herren über 18 Jahre. Anmeldungen bitte über unser Kontaktformular auf der Seite „Kontakt„. Bitte nennen Sie uns Ihren Namen, wie wir Sie erreichen können und die Veranstaltung (ausgenommen Sonderveranstaltungen) an der Sie teilnehmen wollen. Wir freuen uns auf Sie.

Unsere Website

Unsere neue Website ist intuitiver und interaktiver. Sie können sich zukünftig wieder in unser Gästebuch eintragen und darüberhinaus jeden Probenbericht kommentieren.  Hierfür finden Sie unter jedem Artikel ein Formular.

Auf der rechten Seite finden Sie unseren Terminkalender mit allen anstehenden Veranstaltungen der Weinbruderschaft. Klicken Sie auf einen Termin, erhalten Sie mehr Informationen. Über die linken Seite finden Sie Zugriff auf alle aktuellen und älteren Probenberichte, aktuelle Kommentierungen sowie eine Suchfunktion.

Daneben erfahren Sie auf den unterschiedlichen Seiten mehr über uns, die Aktivitäten der letzten Jahre und das Thema Wein im Internet. Natürlich steht der Mitgliederbereich nur den Mitgliedern unseres Freundeskreis zur Verfügung.

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Weinprobe mit der Winzerinitiative „Gipfelstümer“ am Mittelrhein am 07.04.2016

Erstellt von Dieter am Freitag 17. Juni 2016

Der Mittelrhein ist ein Weinbaugebiet geprägt von Steillagen (60 % mit mehr als 30 % Neigung), Schieferböden und Riesling (75 %).
Die Bewirtschaftung ist sehr arbeitsaufwendig, was sich aber im Preis nicht widerspiegelt.
Logische Konsequenz war, dass sich die Rebfläche von ca. 2.000 ha vor 100 Jahren enorm verkleinert hat. Hier einige Zahlen aus der Literatur:
1979  ca. 900 ha
1994  ca. 700 ha
2001        572 ha
2014       462 ha.
Kleiner ist nur noch die Hessische Bergstraße.

Die Nebenerwerbswinzer verschwinden immer mehr. Deren brachgefallene Rebflächen bedrohen u.a. die zum Weltkulturerbe erhobene Kulturlandschaft, die zu verbuschen droht.
Die verbliebenen Vollerwerbswinzer bewirtschaften im Schnitt um 10 ha.
Der meiste Wein wird am Mittelrhein selbst getrunken vorwiegend auch in den zahlreichen Ausflugsorten

Jetzt soll es wieder aufwärts gehen, der Mittelrhein soll langsam aus seinem Dornröschenschlaf herauskommen. Dafür engagiert sich eine neue, junge und bestens ausgebildete Winzergeneration (Geisenheim-Studium oder Weinbautechniker)
Hierfür stehen beispielhaft die „Gipfelstürmer“, die sich im Untertitel „Winzerinitiative Mittelrhein“, bestehend aus:
–   Felix Pieper vom Weingut Pieper, Königswinter (NRW),
–   Thomas und Martin Philipps vom Weingut Philipps-Mühle, St.Goar,
–   Sebastian Schneider, „Schneider – Das Weingut“, Bad Hönningen,
–   Christina Wagner, Weingut Wagner, Koblenz (inzwischen nach Österreich verzogen und damit ausgeschieden).

Die Winzerinitiative hat sich am 21.9.2009 bei Fischers in Köln gegründet.
Die Schlagworte sind:
–   Der Mittelrhein ist bedroht  (Mittelrhein heißt Steilhang – Steilhang heißt aufwändige Bearbeitung –   Aufwändige Bearbeitung heißt Abbau von Rebfläche (40% in den letzten 30 Jahren)
–   Rettet den Steilhang  (Rekultivierung alter Lagen – Höchste Qualität – Keine Kompromisse)
–   Echte Mittelrhein-Weine (Tiefgründige Mineralität – Vielschichtiges Bukett – Konzentriert Geschmackstoffe)
Wir waren gespannt, ob die Probe dieses selbstgesetzte Programm widerspiegelt und bestätigen kann.

Als Vertreter der Gipfelstürmer präsentierte uns Thomas Philipps seine und die Weine seiner Kollegen.

Wein No. 1   2014er Riesling Sekt brut  vom Weingut Philippsmühle, Qualitätssekt brut.
Der Sekt präsentierte sich sauber und relativ neutral. Er stammt aus einer Extra-„Sektlage“, d.h. einer Kabinett-Lage, die auch bei physiologischer Reife ein gutes Säurespiel bei wenig Alkohol aufweist.
Es wurde Ganztraubenpressung und Ausbau im Edelstahl durchgeführt.
Die Wertungen schwankten zwischen 13,0 und 15,5 und ergaben einen Mittelwert von 14,3 Punkten.
2011 und 2012 wurde noch nur ein Sekt von allen 3 beteiligten Weingütern erzeugt.

Wein No. 2  2014er Loreley Spätburgunder Blanc de Noir, Qualitätswein trocken vom Weingut Philippsmühle.
Die Trauben stammen aus Oberheimbach und St.Goar. Er präsentierte sich als frischer, unkomplizierter Sommerwein. Einige Weinbrüder konnten mit dem Wein wenig anfangen und werteten mit 12,0 Punkten, andere gaben ihm aber auch 15,0 Punkte, so dass eine Durchschnittswertung von 13,9 Punkten herauskam.
Bei den nächsten beiden Weinen wandten wir uns den weißen Burgundersorten, die inzwischen auch vermehrt angepflanzt werden, zu.

Wein No. 3  2015er Weissburgunder Qualitätswein trocken vom Weingut Sebastian Schneider.
Eine saubere, typische Nase mit Birne als Primärfrucht kennzeichnete diesen typisch 2015er Wein.
Die Trauben stammen aus Oberheimbach. Er wurde mit Reinzuchthefe im großen Holzfass ausgebaut. Bei einer Schwankungsbreite zwischen 13 und 15 Punkte ergab der Mittelwert 14,2 Punkte.

Wein No. 4  2014 Hönninger Am Münchberg Grauburgunder „S“,  Qualitätswein trocken vom Weingut Sebastian Schneider.
Der Wein wurde spontan vergoren, was sich in der Nase und auch im Mund bemerkbar machte und einigen nicht so richtig gefiel, andere empfanden ihn als fein und elegant mit allenfalls etwas kurzem Abgang. Daher schwankten die Wertungen zwischen 12 und 15/15,5 Punkten bei einem Mittelwert von 13,8 Punkten.

Wein No. 5  2015er Gewürztraminer & Riesling Königswinterer Drachenfels Qualitätswein trocken vom Weingut Pieper.
Obwohl die übliche Cuvée aus 60% Gewürztraminer und 40% Riesling besteht, fiel bei diesem Wein eine kräftige Rieslingsäure im Vordergrund verbunden mit verhaltenen Traminernoten mehr im Hintergrund auf. Die Wertungsnoten bewegten sich zwischen 12,5 und 15 bei einem Schnitt von ebenfalls 13,8 Punkten.

Wein No. 6  2014er Riesling „Alte Reben“ Qualitätswein trocken vom Weingut Sebastian Schneider.
Bei neutraler, sauberer Rieslingsnase war eine schöne Mineralik zu schmecken.
Die Trauben stammen aus einem 40-59 Jahre alten Weinberg aus Oberheimbach.
Die Wertungen lagen relativ dicht zusammen zwischen 13,5 und 15,5 Punkten, was rechnerisch einen Durchschnitt von 14,3 Punkten ergab.

Wein No. 7   2013er St.Goarer Frohwingert Riesling Qualitätswein trocken vom Weingut Philippsmühle.
Der Wein präsentierte sich sehr reif mit leichten Petrolnoten, was zu einer kontroversen Diskussion führte. Er hatte Frucht und Kraft.
Der Frohwingert ist die beste lokale Einzellage und ist teilweise mit 40-50 Jahre alten Reben, teilweise mit 2005 angepflanzten Reben bestockt. Wer den Petrolton nicht mochte, wertete ihn um die 13,0 Punkte, die Freunde dieses typischen Tons für reife Rieslinge gingen bis 16,0 oder sogar 16,5 Punkte. Der Durchschnitt pendelte sich bei 14,8 Punkten ein.

Wein No. 8  2015er Riesling Königswinterer Drachenfels „Rüdenet“ Qualitätswein trocken vom Weingut Pieper.
Obwohl spontan vergoren gefiel dieser junge Wein doch allgemein. Er spiegelte die Minera-lik des Drachenfels-Trachyts wieder. Rüdenet ist eine alte Gewannbezeichnung, die wieder auflebt. Es ergab sich eine recht harmonische Bewertung zwischen 14,5 und 16,0 Punkten, was mit 15,1 Punkten zur besten Durchschittswertung des Abends führte.

Wein No. 9  2014er St.Goarer Burg Rheinfels Riesling Qualitätswein halbtrocken vom Weingut Philippsmühle.
Der Restzucker von 16,4 gr/L führte zu einer fruchtigen Rieslingnase mit Honignoten.
Die Reben wachsen auf 100% Schiefer. Hier schieden sich die Freunde des etwas lieblicheren Weines, die bis 15,5 Punkte vergaben, von den Trockenliebhabern, die nur mit 13,0 Punkten werteten. Der Durchschnitt ergab 14,4 Punkte.

Wein No. 10  2014er Hönninger Am Münchberg Riesling „S“,  Qualitätswein feinherb vom Weingut Sebastian Schneider.
Feinherb hieß bei diesem Wein 26 gr/L Restzucker. Auch hier gingen die Trockenfans bis auf 12,5 Punkte herunter, wogegen die Liebhaber des auch mal etwas süßeren Tropfens bis 15,0 Punkte vergaben. Im Schnitt kamen 14,2 Punkte heraus.

Wein No. 11  2015er Königswinterer Drachenfels Riesling Qualitätswein Spätlese vom Weingut Pieper.
Ein spontan vergorener Wein mit deutlichen Honignoten, dessen 80,7 gr/L Restzucker deutlich schmeckbar waren. Ein typischer Digesthiev-Wein, von dem man nicht allzu viel trinkt. Die Wertungen zwischen 13,0 und 15,5 Punkten zeigten wieder die Präferenzen auf, wobei eine bemerkenswerte Zahl der Koster mit glatten 15,0 Punkten sehr einheitlich wertete. Der Durchschnitt lag bei 14,6 Punkten.

Zum guten Schluss ein gereifter Rotwein, aber kein „Drachenblut“:
Wein No. 12  2012er Rhöndorfer Drachenfels Qualitätswein Spätburgunder trocken vom Weingut Pieper.
Etwas schwierig nach dem süßen Vorgänger war die Spätburgunder zu verkosten, aber Ehre, wem Ehre gebührt: Dieser 12 Monate im Barrique gereifte Spätburgunder fand seine Würdigung. Mit 15,0 Punkten im Schnitt erzielte er die zweitbeste Wertung des Abends, wobei das Gros der Wertungen zwischen 14,0 und 16,0 Punkten lag.

Als Fazit kann man festhalten, dass alle Weine den selbst gesetzten Anspruch erfüllten. Es ist schön, dass es außer der knappen Handvoll bekannter „Spitzenwinzern“ am Mittelrhein jetzt Nachwuchswinzer gibt, die eine solch hohe Qualität erzeugen und das zu verbraucherfreundlichen Preisen.

Zu den 3 beteiligten Weingütern:

Philipps-Mühle, St.Goar
Das heutige Weingut war ursprünglich eine Mühle, die erst kürzlich nach langen 781 Jahren Betrieb geschlossen werden musste, da mittlerweile keinen der Abnehmerkreis für handwerklich vermahlenes Mehl zu klein geworden ist. Der Vater der Brüder Thomas und Martin Philipps war noch hauptsächlich Müller.
Von ursprünglich nur 0,2 ha für den Eigenbedarf ist das Weingut mittlerweile auf ca. 5 ha Rebfläche in St.Goar und Oberheimbach angewachsen, größtenteils auf Devonschieferböden im Steilhang. Sie sind mit 90% Riesling und 10% Müller-Thurgau bestockt.
Gegen den Trend werden in den kommenden Jahren weiter Weinbergsbrachen rekultiviert, um die jahrtausendealte Weinbautradition der Region zu bewahren.
Im Weingut wird eine Winzerschenke und an der Loreley eine Vinothek betrieben.

Weingut  Sebastian Schneider – Schneider das Weingut, Bad Hönningen
Das Weingut ist eine Neugründung aus 2006. Der elterliche Betrieb, das Stadtweingut Bad Hönningen (8,5 ha) musste aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben werden.
Nach der Lehre im elterlichen Betrieb erweiterte er seine Erfahrungen bei Dönnhoff und arbeitete  u.a. bei Markus Molitor, wo er auch in die Geheimnisse der Spontangärung eindrang. Er machte seinen Abschluss als Weinbautechniker in Bad Kreuznach. Heute arbeitet er als Betriebsleiter in der WG Meddersheim / Nahe.
Ausgehend von 1 ha in Hönningen bewirtschaftet er bzw. lässt inzwischen ein Panoptikum von Flächen in Ober- und Niederheimbach und Boppard bewirtschaften, insgesamt 2,5 ha mit steigender Tendenz. Das Rebsortenspektrum umfasst neben Riesling   Grau- und Weissburgunder sowie Müller-Thurgau (Rivaner) und etwas Spätburgunder. Diese weite Streuung der Lagen zwischen Mäuseturm und Siebengebirge stellen eine logistische Herausforderung dar.

Weingut Pieper, Königswinter („Ihr Siebengebirgswinzer“)
Das Weingut Pieper ist einer von 3 Vollerwerbswinzern in Nordrhein-Westfalen. Von den 24 ha im Siebengebirge in NRW bewirtschaftet das Weingut allein über 9 ha. Bekannt ist die Gutsschänke „Jesuiter-Hof“ mitten in Königwinter, einem Tourismus-Hotspot am unteren Mittelrhein. Dazu gehören zur erweiterten Familie u.a.  das wunderschöne Haus „Drachenloch“ und das „Weinhaus am Domstein“ in Rhöndorf. Bekannt sind der Rotwein „Drachenblut“ und das Cuvee „Guerilla“. Die Weine gedeihen rund um den Drachenfels auf Trachytböden, der Stein, aus dem u.a. die mittelalterlichen Teile des Kölner Doms gebaut sind.
Wer die NRW-Weine verfolgt hat, konnte feststellen, dass speziell das Weingut Pieper einen Qualitätssprung gemacht hat, seit Felix Pieper nach Absolvierung der FH Geisenheim für die Weine verantwortlich ist.
Das Rebsortenspektrum ist recht breit. Neben Riesling werden Burgundersorten und Chardonnay, Sauvignon Blanc, gelber Muskateller, Kerner, Gewürztraminer, Ehrenfelser, Scheurebe und Portugieser angebaut. Chardonnay und Spätburgunder werden auch im Barrique ausgebaut. Auch Sekte werden angeboten.
Die meisten Weine werden in nahen Umkreis von Königswinter vertrieben.

Verfasser: Wilfried

2016_04_Gipfelstürmer Probenergebnis

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Weinprobe mit dem Weingut Peter Kriechel am 17.03.2016

Erstellt von Dieter am Freitag 17. Juni 2016

Als Deutsches Jahresthemas haben wir für 2016 die Anbaugebiete Ahr und Mittelrhein vorgesehen. Daher freuten wir uns, mit dem Weingut Peter Kriechel den zweiten Winzer von der Ahr begrüßen zu dürfen.

Das Weingut ist inzwischen mit 27,5 ha Weinbergsfläche das größte Weingut an der Ahr. Der Gründer Peter Kriechel war bis 1952 Nebenerwerbswinzer mit 1,5 ha Weinbergsfläche. Dann beschloss er nicht mehr nur die Trauben zu produzieren sondern auch die Weine selbst auszubauen und zu vermarkten. Das Weingut wuchs danach auf ca. 3 ha. 1969 übergab er es an seine beiden Söhne Hermann und Ernst, die mit der Ausbildung zum Winzermeister beziehungsweise Weinbautechniker die nötige berufliche Fachvoraussetzung zur Führung des Weinguts hatten. Die Fläche wurde auch danach stetig erweitert. In den 70er Jahren war man soweit gewachsen, dass der Platz zum Ausbau der Weine in Marienthal nicht mehr reichte und so zog man nach Ahrweiler um.
Im Jahre 2002 konnte das Weingut sein 50-jähriges Jubiläum feiern.
Im November 2003 wurde die Verantwortung für das nun das inzwischen auf 20 ha angewachsene Weingut an die nächste Winzer-Generation übergeben. Markus, Michael und Gerd Kriechel teilen sich mit dem Senior Ernst Kriechel seitdem die Aufgaben. Zusammen mit ihrem Kellermeister Michael Hewel zeigten Sie in den letzten Jahren eindrucksvoll die gestiegene Weinqualität.
So konnte das Weingut mit dem 2011 Portugieser Pfaffenberg den Rotweinpreis 2013 in der Rubrik „Unterschätzte Sorten“ gewinnen.

Die Rebfläche beträgt aktuell 27,5 Hektar, die Jahresproduktion ca. 360.000 Flaschen
Die besten Lagen sind Neuenahrer Sonnenberg, Walporzheimer Kräuterberg, Ahrweiler Rosenthal und Marienthaler Rosenberg (Frühburgunder)
Die Rebsorten sind zu 60% Spätburgunder, 20% Frühburgunder, 10% Grau- und Weißburgunder und 10% übrige Sorten wie Müller-Thurgau, Riesling, Optima, Kerner, Würzer, Bacchus.
Der Durchschnittsertrag liegt über alle Weine bei 60 hl/ha.
Für die einfachen Liter-Weine, die als Landweine auf den Markt kommen, werden die Trauben zugekauft (für rot aus der Pfalz, für weiß von der Mosel)

Mit über 4 Hektar Frühburgunder (Pinot Madeleine) ist das Weingut der größte private Erzeuger dieser Ahrspezialität. Man hat einen eigenen Klon selektiert, der deutlich früher reift. Für die Ahr ist diese Reifeverhalten eher ungünstig, da man inzwischen die höheren, kühleren Lagen mit Frühburgunder bepflanzt, um so die Traubenreife zu verzögern, damit die Ernte später im Jahr bei kühlerem Wetter erfolgen und damit die Fäulnisbildung verringert werden kann. Aber für nördlichere Gebiete wie z.B. Norddeutschland oder Skandinavien kann die frühe Reife ein Vorteil sein, da dort im Zusammenspiel mit der Klimaerwärmung ein Weinbau erst ermöglicht wird. So ist zum Beispiel an der Ostsee ein Versuchsweingarten im Entstehen.
Bei den Arbeiten im Weinberg wird größter Wert auf eine naturnahe Bewirtschaftung gelegt. Es wird ausschließlich organisch gedüngt und auf Insektizide und Botrytizide verzichtet. Die Weinberge sind begrünt (z.B. mit Leguminosen), um die Humusbildung zu fördern und Erosion zu vermeiden.
Bei einem Teil der Weinbergsparzellen werden die Trauben halbiert, um so eine lockere Traubenstruktur zu bekommen und damit die Fäulnisbildung zu vermindern und die Qualität zu steigern.
Aus Verbundenheit mit der Region, lässt das Weingut seit einigen Jahren, Fässer aus heimischer Ahr-Eiche herstellen.

Nun zu unseren verkosteten Weinen:

Zum Start gab es einen Frühburgunder-Sekt, hier mit dem französischen Namen der Rebsorte benannt, den Pinot Madeleine Blanc de Noir-Sekt brut nature. Er war 12 Monate auf der Hefe gereift und präsentierte sich Frühburgunder-typisch, etwas breiter, pflaumiger mit einer weichen Säure.
Das 2014’er Cuvee Jubilus blanc war der nächste Wein in der Probe. Wir konnten einen recht würzigem etwas herberen Wein aus einem sehr exotischen Rebsorten-Verschnitt verkosten: Würzer, Optima, Ortega, Solaris, Riesling, Müller Thurgau und andere waren im Cuvee verschnitten worden. Als Folge des problematischen Jahrgangs 2014 stach aber die Säure etwas unharmonisch spitz hervor.
Ein 2015‘er Spätburgunder Blanc de Noir folgte. Frisch und fruchtig, ebenfalls mit kräftiger Säure, die aber besser integriert war als beim „Cuvee Jubilis“. Hier zeigte sich die weichere, harmonischere Säure des Jahrgangs 2015.
Ein 2015’er Weissburgunder schloss sich an. Er war kaltvergoren und im Edelstahl ausgebaut worden. So schmeckte er recht fruchtig und mit einer deutlichen, aber weicheren Säure des 2015’er Jahrgangs.

Dann wechselten wir zu den Rotweinen.

Der 2014’er Domina Rotwein ist einer der meistverkauften Weine des Weinguts, aber er wusste bei uns nicht so recht zu gefallen. Durch das problematische Jahr 2014 zeigte er viel Säure, ein adstringierendes, grünes Tannin und war zum Abmildern von Säure und Tannin mit einer deutlichen, dienlichen Süße ausgestattet worden. Insgesamt wirkte er deshalb unharmonisch.
Der 2014‘er Spätburgunder stammte ebenfalls aus dem Segment der Einstiegs­weine. Auch hier zeigten sich die Probleme des 2014’er Jahrgangs: eine sehr leichte Struktur, viel Säure und ein adstringierendes, grünes Tannin. Daher wurde er nur unwesentlich besser beurteilt als der Domina-Wein.
Besser gewertet wurde dann der 2014’er Frühburgunder „Jubilus“. Er war trotz des starken Fäulnisbefalls bei dieser frühreifenden Rebsorte deutlich besser geraten, Kein großer Wein, nicht so füllig und pflaumig, aber recht klar und fruchtig.
Dann wechselten wir den Jahrgang und setzen die Probe mit dem 2013’er Spätburgunder „B“ fort. Dieser Jahrgang war deutlich besser und der Wein stammte auch aus einer höheren Qualitätsstufe. Die klare Frucht, die dichte Struktur und die kräftige, aber gut eingebundene Säure wussten zu gefallen und so wurde der Wein auch deutlich höher gewertet.
Auch sein Frühburgunder-Gegenpart, der 2013’er Frühburgunder „B“ zeigte die Auswirkungen des besseren Jahres und der höheren Qualitäts-Stufe. Ein weicher, runder, fruchtiger und voller Frühburgunder. Daher wurde er sogar noch etwas besser als der Spätburgunder bewertet.
Es folgte eine weitere Steigerung mit dem 2012’er Portugieser Walporzheimer Pfaffenberg „Goldkapsel“. Der 2011’er Vorgänger hatte 2013 den Rotwein-Preis gewonnen. Und diese Qualität besaß auch der 2012’er. Ein dichter, aber auch eleganter und vielschichtiger Wein. Aufgrund des kühleren Jahrgangs war das Tannin noch etwas eckiger, aber das Potential war unverkennbar. Dieser Wein zeigte, dass eine als Massenträger belächelte Rebsorte bei entsprechender Pflege durchaus zu Höchstleistungen im Stande ist. Ein toller Portugieser.
Und auf diesem sehr hohen Niveau ging es weiter mit dem 2012’er Spätburgunder Walporzheimer Kräuterberg. Dicht, mit angenehmer Fülle und zartem Holz. Trotzdem wurde er nur der zweitbeste Wein des Abends, denn es folgte zum Abschluss ein noch größerer Wein.
Der zweite Lagenwein, der 2012’er Spätburgunder Ahrweiler Rosenthal blieb ebenfalls auf diesem hohen Niveau. Auch er zeigte diese dichte Struktur, war aber gleichzeitig etwas eleganter und filigraner. Da sein Tannin aber noch etwas eckig und kantig war, wurde er etwas geringer als der Spätburgunder aus dem Kräuterberg gewertet. Aber das ist sicher nur eine Frage der Reifezeit, denn das nötige Potential hat der Wein.
Und dann folgte der 2011’er Frühburgunder Marienthaler Rosenberg. Das war eindeutig der krönende Abschluss des Abends. Klare, brillante Frucht, dichte Struktur und ein zarter Anklang nach Holz und Vanille. Ein toller Frühburgunder aus einem sehr guten Jahr.
Hier zeigte sich, dass das Weingut als größter Frühburgunder-Produzent die Möglichkeit genutzt hatte, das beste Traubenmaterial aus den Rebflächen für diesen Wein zu selektieren und ihn auch entsprechend auszubauen.

Damit waren wir am Ende der Probe angekommen. Waren die ersten Weine noch durch den problematischen Jahrgang 2014 gezeichnet, so ging es danach mit den Weinqualitäten steil aufwärts und bei den vier Lagenweinen hatten wir das Top-Niveau erreicht. Daher möchten wir uns bei Peter Kriechel für diese hervorragende Präsentation des Weingutes herzlich bedanken.

Leider konnte dieser Bericht erst so spät eingestellt werden, da die vorgesehene Protokollantin trotz mehrfacher Mahnung den Bericht nicht erstellt hat und so ein neuer Protokollant gefunden werden musste.

Verfasser:  Dieter

2016_03_Weingut Kriechel Probenergebnis

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Externe Termine Mai bis Dezember 2016

Erstellt von Markus von Elstermann am Dienstag 24. Mai 2016

Stand: 25. Mai 2016

18.05 – 29.05.2016 Kölner Weinwoche auf dem Heumarkt  (11:00 – 22:00 Uhr)
www.koelner-weinwoche.de/ .
.
26. – 30.05.2016 Weintage der Südlichen Weinstraße, Landau
www.suedlicheweinstrasse.de/
.
05.06.2016 Jahrgangspräsentation VDP Franken, Nürnberg
www.vdp.de/
.
07.06.2016 Jahrgangspräsentation Bernkasteler Ring, Kloster Machern
www.bernkasteler-ring.de/
.
11. – 12.06.2016 Mythos Mosel  Mehr als 100 Weingüter der Spitzenklasse von Ürzig bis Pünderich
http://www.mythos-mosel.de/
.
11. – 12.06.2016 Weinpräsentation am Roten Hang, Nierstein
www.roter-hang.de/
.
26.06.2016 Jahrgangspräsentation der VDP Betriebe Ahr, Nahe und Rhein­-hessen, Mainz (Rheingoldhalle, 12 – 16 Uhr)
www.vdp.de/
.
11.07.2016 Jahrgangspräsentation VDP Baden, Baden Baden
www.vdp.de/
.
12. – 21.08.2016 Rheingauer Weinwoche in Wiesbaden
www.wiesbaden.de/weinwoche/
.
25. -28.08.2016 WeinSommer in Aachen (Katschhof)
www.weinsommer.de/aachen/
.
26. – 28. 2016 SaarRiesling Sommer
www.saar-riesling-sommer.de/
31.08.2016 Lagenweine Rheinhessen, Mainz
www.rheinhessen.de/
.
01.09 2016 Jahrgangspräsentation Selection Rheinhessen, Mainz
(Handwerkskammer Rheinhessen; 17 – 20 Uhr)
www.rheinhessenwein.de/
.
04.09.2016 South Africa Wine Show, Westhafenpier Frankfurt
.
05.09.2016 Jahrgangspräsentation Württemberg,  Stuttgart
www.vdp.de/
.
12.09 2016 Präsentation Grosses Gewächs, Berlin
www.vdp.de/
.
15.09.2016 Meisterwerke der Mosel Weinpräsentation, Trier
www.vdp.de/
.
16.09.2016 Versteigerung Großer Ring, Trier,
www.vdp.de/
.
?.09.2016 Verkostung Große Gewächse Pfalz, Ludwigshafen,
www.vdp.de/
.
?.09.2016 Versteigerung VDP Rheingau, Kloster Eberbach,
www.vdp.de/
.
?.09.2016 Versteigerung VDP Nahe – Ahr, Bad Kreuznach, Römerhalle,
www.vdp.de/
.
15.09.2016 Versteigerung Bernkasteler Ring,Trier
www.bernkasteler-ring.de/auktionen/
.
25.09.2016 Riesling – was sonst ? Jahrgangspräsentation der Spitzengüter der Terassenmosel, Kobern Gondorf, Schloß Liebieg (14 -18 Uhr)
www.koeche-und-winzer.de/
.
26.09. 2016 11.Tafelrunde Klitzekleiner Ring, Traben Trarbach,
www.klitzekleinerring.de/
.
21. – 23.10.2016 Weinforum Rheinhessen, Mainz (Rheingoldhgalle;
Fr 15  – 21, Sa 14  – 21, So 11  – 18)
www.weinforum-rheinhessen.de/
.
05.-06.11.2016 WeinDüsseldorf, Düsseldorf, Hotel Interconti (Sa 11 -19 Uhr, So 12-18 Uhr)
http://www.weinduesseldorf.de/
.
8.11.2016 Grandi Marchi, Präsentation der Spitzen-Produzenten Italiens
Köln
.
13.11.2016 Stadt Land Wein,  Bio-Weingüter präsentieren ihre Weine
Köln, Rheinloft Frankenwerft 35
http://www.ecovin.de/termine/2016/stadt-land-wein-köln
 .
19.11.2016 2.Ahrweinmesse. Bad Neuenahr, (14 – 19 Uhr)
www.ahrwein-messe.de/
 .

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Weinprobe mit dem Weingut Gebrüder Bertram am 22.01.2016

Erstellt von Dieter am Dienstag 1. März 2016

Produkte aus der Region sind angesagt ! Da konnten wir uns natürlich nicht ausschließen und haben für 2016 als deutsches Jahresthema die Anbaugebiete Ahr und Mittelrhein gewählt. (allerdings wäre diese Entscheidung auch sonst so gefallen denn beide Gebiete waren schon länger nicht mehr unser Jahresthema.)

So starteten wir die erste Probe des Jahres fast vor unserer Haustür mit der Ahr, und dem Weingut Gebrüder Bertram. Es ist 4.8 ha groß, von denen 3,1 ha im Ertrag stehen. Damit gehört es zu den kleineren Newcomer-Weingütern.
2005 wurde das Weingut vom Vater Reinhold auf die beiden Söhne Markus und Christian übertragen.
Danach wurde das Weingut kräftig umstrukturiert. Statt von jeder Lage alle Qualitätsstufen in allen Süßegraden etc. zu offerieren, wurde das Sortiment auf 13 Weine reduziert. Das war etwas zu viel, inzwischen ist die Anzahl wieder auf 17 Weine gestiegen. Das Sortiment besteht aus der Basis-Linie, der Premium-Linie und den Lagenweinen.
Auch an der Ahr hat sich die Nachfrage verändert. Wurde früher fast nur Rotwein gekauft, so wird jetzt in den warmen Monaten verstärkt nach Weißweinen und Roséweinen gefragt. Daher hat das Weingut seinen Rebsorten-Spiegel angepasst. Z.Z. werden 65% Rotweine und 35% Weiß- und Roseweine erzeugt. Bereits 2011 kam der Grauburgunder  als erster Weißwein in den Ertrag, inzwischen sind auch Riesling und Weißburgunder  dazugekommen.
Trotz der knappen Rebflächen an der Ahr konnte das Weingut seine Weinberge erweitern, da der Regierungsbunker stillgelegt worden ist und so Flächen, die z.B. Lüftungseinrichtungen gebraucht worden waren, an Winzer verkauft werden konnten. 2003/4 hat das Weingut dort Gelände erworben. Da aber ersatzweise Ausgleichsflächen für die nun andere Nutzung geschaffen werden mussten, 1,6 ha Wald gerodet und als Weinbergsfläche neu gestaltet werden musste, konnten erst ab 2013 Reben neu gepflanzt werden.

Unser erster Wein war ein 2013’er Riesling aus der Basis-Linie, der mit Rein­zuchthefe im Edelstahl vergoren und dann im Januar des Folgejahres abgefüllt worden war. Er präsentierte sich mit gemäßigtem Alkohol (11%) und war inter­national trocken, hatte aber eine breite Frucht und eine deutliche Säure.

Unser zweiter Wein war ein 2013’er Weissburgunder. Der Ausbau erfolgte hier in Edelstahl und in Holz, wodurch der Wein etwas runder und cremiger wurde. Jahrgangsbedingt besaß er eine leichte Hefe-Note.

Mit zwei Roséweinen setzen wir die Probe fort. Der 2014’er Spätburgunder Blanc de Noir wurde durch ca. 15%igen Saftabzug bei den Rotweinen und bei der ersten Pressung bei den Rosé-Weinen gewonnen. (Die 2. und 3. Pressung geht dann in die Rosé-Weine.)
Der Ausbau erfolgte wieder im Edelstahl ohne Säureabbau. So zeigte er sich fruchtig mit einer kräftigen Säure.
Der vierte Wein, ein 2014’er Spätburgunder Weißherbst, halbtrocken aus der 2. und 3. Pressung war ebenfalls recht frisch und fruchtig, aber vielen missfiel die höhere Restsüße und deshalb wurde Wein schwächer als sein Vorgänger bewertet.

Von nun an probierten wir nur noch Rotweine. Den Anfang machte der 2014’er Spätburgunder halbtrocken aus der Basis-Serie, der nach traditioneller Weise eine Maischegärung bei 14 – 21° und dann 9 Monate Ausbau im Fuderfass (1000 l) erfuhr. Dabei ist ein ordentlicher, etwas kantiger Spätburgunder mit mehr Restsüße herausgekommen. Auch hier störten sich die Verkoster an der etwas dienlichen Süße.

Der 2012’er Pinot Noir stellte dagegen den eher internationalen Ausbau dar. Nach der Maischegärung kamen etwa 10% in 2 bis 3-jährige Barriques. Vor der Füllung hatte der Wein noch eine kleine Dosage an Süßreserve erhalten, um Kanten und Ecken ein wenig zu glätten. Da diese Dosage sehr dezent war und nicht als schmeckbare Restsüße auffiel, wurde er deutlich besser gewertet: ein sauberer, fruchtiger und klarer Spätburgunder mit einem guten Trinkfluss. Sicher haben auch die zwei Jahre mehr Reife zu seiner besseren Bewertung  geholfen.

Aber es ging noch besser. Der 2014’er Spätburgunder „Nova“ hatte eine Maischegärung mit Zugabe von Trockeneis erfahren, was zu einer leichten Mazeration Carbonique und damit zu einem fruchtigeren Wein geführt hat. Neun Monate Ausbau im 3-jährigen Barriques folgten. So bekamen wir einen Wein mit festerem, reifen Tannin, dezentem Holzton und leichter Cassis-Frucht. Das war den Anwesenden fast einen Punkt mehr in der Punktung als bei den Vorgängern wert.

Neben den reinsortigen Spätburgunder-Weinen hat das Weingut auch ein Cuvee im Programm, das 2012’er Cuvee „Fü Pläsir“ (für nicht Rheinländer heißt das „Für Spaß“) Es besteht zu 85% aus Spätburgunder, 10% Regent und 5% Dacapo (eine Neuzüchtung aus Deckrot x Portugieser). Der Anteil an Dacapo gibt dem Wein eine frischere Säure. Nach dem Verschneiden der drei Komponenten lag der Wein noch 17 Monate im Fass. Herausgekommen ist ein fruchtiger, trinkfreudiger Wein, der die Wertung seines Vorgängers nur knapp verfehlte.

Ein Frühburgunder durfte für ein Ahr-Weingut natürlich nicht fehlen. 25 a sind im Anbau. Der 2014’er Dernauer Pfarrberg war nach 14-tägiger Maischegärung in neuen und gebrauchten Barriques ausgebaut worden. Leider hat das Wetter in 2014 den Frühburgunder dann doch negativ beeinflusst. Viel Regen während der Reifezeit mit entsprechender Fäulnis und dazu Schäden durch die Kirschessigfliege, Wespen und Vögel. So blieb für den Winzer nur die Wahl zwischen Skylla und Charybdis, entweder Ertrag einfahren mit grünen, unreifen Trauben, aus den nie mehr ein guter Wein entsteht oder unter deutlichen Ertagseinbußen halbwegs reife und gesunde Trauben zu ernten, um daraus noch einen ordentlichen Wein zu erzeugen. So zeigte der Wein doch noch mehr Holz und ein herbes Tannin und deshalb konnte er nicht an die beiden Vorgänger herankommen.

Mit dem zehnten Wein stiegen wir in das Segment der Topweine ein. Der 2011’er  Spätburgunder „Nova R“ war mit 113 – 117°Oechsle in Beerenauslese-Qualität geerntet worden. Nach der Maischgärung erfolgte ein 17 monatiger Ausbau in 2- und 3-jährigen Barriques. Es wurde dafür Allier-Eiche gewählt, um dem Wein nicht zu harte Holznoten mitzugeben. Der hohe Alkoholgehalt von 15% war recht gut eingebunden und eine frische Säure hielt den Wein schlank. Durch die längere Reife war auch das Tannin weicher geworden, sodass er sich uns als ein toller Wein präsentierte. Die nächsten beiden Weine waren ein Duell der Top-Lagen. Bei einer Flubereinigung war der untere Teil des Dernauer Hardtbergs in Pfarrwingert umbenannt worden. Die beiden Lagen liegen direkt nebeneinander mit Schiefer und Grauwacke als Boden und auch die Bearbeitung der Weinberge ist vergleichbar. Bei etwas höherem Anschnitt werden nach der Blüte die Trauben halbiert und eine eventuell vorhandene Schulter mit entfernt. Dadurch entstehen deutlich lockerbeerigere Trauben, die länger reifen können, da sie nicht so fäulnisempfindlich sind. Nun zu den beiden Weinen:

Der 2012’er Dernauer Hardtberg präsentierte sich als dichter, fruchtiger, viel­schichtiger Spätburgunder mit reifem, festem Tannin. Das gefiel und er wurde noch etwas besser als der „Nova R“ bewertet.

Mit dem 2012’er Dernauer Pfarrwingert ging es dann noch höher in der Qualität, noch dichter und komplexer. Auch wenn sich der Wein noch etwas kantig zeigte, war das der krönende Abschluss des Abends.

Markus Bertram hat uns einen repräsentativen Querschnitt über die Weine des Weinguts gegeben, vom Basis-Brot & Butter-Wein bis zu den Toppweinen aus den beiden Dernauer Spitzenlagen. Dafür möchten wir uns bei ihm herzlich bedanken.

Verfasser: Dieter

2016_01_Gebrüder Bertram Probenergebnis

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Weinprobe Rote Cuvees aus Südafrika am 17.12.2015

Erstellt von Dieter am Dienstag 1. März 2016

Eine Verkostung mit Rotwein-Cuvees aus Südafrika beendete unser diesjähriges Probenprogramm. Diesmal wurde es schwierig, eine nachvollziehbare Reihenfolge für die Weine zu finden, da die Südafrikaner sich bei den Cuvees recht kreativ zeigten und auch an keine Vorgaben der Zusammensetzung gebunden sind, wie z.B. bei französischen oder italienischen Appellationen. Nach einigen Überlegungen ergab sich dann eine Probenfolge die mit Bordeaux-Cuvees (aus Cabernet Sauvignon, Merlot und anderen Bordeaux-Rebsorten begann und sich dann mit den Rhone-Cuvees aus Grenache, Syrah, Mourvedre und anderen Mittelmeer-Rebsorten fortsetzte.

Den Anfang machte das 2009’er Cabernet Sauvignon-Merlot Cuvee vom Weingut Dornier aus Stellenbosch. Es war ein ordentlicher, sauberer Wein, der eine weiche, aber auch etwas breitere Frucht hatte und bereits eine leichte Reife zeigte.

Mit dem 2012  Warwick Estate, „First Lady“ folgte eine ungewöhnliche Rebsorten-Kombination aus Cabernet Sauvignon und Petit Verdot. Der Wein hatte eine kühlere Frucht und war aufgrund seiner Jugend noch sehr hart im Tannin. An der Luft wurde er dann weicher, aber das reichte nicht, ihm eine bessere Bewertung zu verschaffen. So wurde er das „Kellerkind“ der Probe.

Die Nummer 3, der 2009’er Klein Constantia „Marlbrock“ war dann von der Zusammensetzung mit Cabernet Sauvignon, Malbec, Merlot und Petit Verdot schon eher ein Bordeaux-Cuvee  Der Wein präsentierte sich recht dichte, mit festem Tannin und leichter Reife.

Auch der 2009’er Stony Brook „The Max“ war ein gewohntes Bordeaux-Cuvee aus Cabernet Sauvignon und Merlot mit kleinen Anteilen von Petit Verdot und Malbec. Insgesamt zeichnete sich dieser Wein durch eine festere, straffere Struktur aus und wurde deshalb einen halben Punkt höher bewertet.

Der 2005’er Grangehurst Cabernet Sauvignon-Merlot lag auf einem leicht höheren Niveau, der Wein war aber trotz 4 Jahren mehr Reife noch immer etwas kantig. Zusätzlich hatte er eine leichte Bretanomyces-Note (Geruch nach Pferdeschweiß oder Pferdesattel)

In fast gleicher Güte zeigte sich der 2012’er Nitida, „Caligraphy“, ein Merlot-geprägter Wein mit Anteilen an Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Petit Verdot. Aufgrund seiner Jugend war er noch kantig, aber der hohe Merlot-Anteil hatte ihn auch schon etwas weicher und umgänglicher gemacht.

Der letzte Wein der Bordeaux-Cuvees war dann der 2011’er Beau Constantia „Aidan“, ein Cuvee aus Malbec, Merlot, Petit Verdot und Cabernet Sauvignon, der sich dicht und mit fester Struktur präsentierte. Für einen 2011’er Wein war er schon recht reif und zugänglich Das bescherte ihm die beste Bewertung der Bordeaux-Cuvees.

Der 2013’er Van Loveren Cabernet-Shiraz „Blackberry“ brachte dann den Übergang zu den Rhone-Cuvees. Leider hatten wir hier einen Wein vor uns mit grünem, adstringierendem Tannin und Holznoten, die von einer Aromatisierung im Stahltank mit Holzlatten (Stave-Verfahren) stammten. Es war mehr oder weniger nur ein  einfacher „Reparatur- oder Übergangswein“

Das erste echte Rhone-Cuvee, der 2011’er Shiraz-Mourvedre-Viognier aus der Serie „Vineyard Selection“ vom Weingut Kleine Zalze wusste dann deutlich besser zu gefallen.

Es folgte der 2013’er Eikendal „Charisma“, ein recht exotisches Cuvee aus Syrah, Petit Verdot und Sangiovese. Durch seine Jugend war der Wein noch sehr herb und adstringierend und strahlte trotz seines Namens nicht viel Charisma aus.

Mit dem 2010’er Guardian Peak „SGM“ hatten wir wieder ein typisches Rhone-Cuvee vor uns. Wie der Name SGM schon andeutet, besteht das Cuvee aus Syrah, Grenache und Mourvedre. Es wirkte noch etwas kantig, besaß aber eine dichtere Struktur und war in sich sehr stimmig. Wenn nicht noch ein letzter Wein in der Probe gefolgt wäre, hätten wir den bestbewerteten Wein des Abends gehabt.

So musste dieser Wein sich knapp dem 2011’er Radford Dale „Black Rock“ geschlagen geben, der ebenfalls ein typisches Südfrankreich-Cuvee war, diesmal aus Carignan, Cinsault, Mourvedre und Syrah. Er war recht weich und rund, aber auch etwas gefällig und „weichgespült“. Im Hintergrund war eine Spur Bretanomyces zu erkennen, was für viele Weingüter in Südafrika noch immer charakteristisch ist. So wurde der Wein mit seiner weichen, süßen Art zum besten Wein des Abends gekürt. Dass die Einzelwertungen stärker voneinander abwichen als beim Vorgänger, zeigte allerdings dass er nicht für alle der beste Wein war. .

Im Verlauf dieser Probe hatten wir nur eine kleine Auswahl an Rotwein-Cuvees verkosten können, die uns nach den Weißweinen und den reinsortigen Rotweinen hoffentlich einen kleinen Einblick in die Vielfalt der südafrikanischen Weine gegeben haben.

Verfasser : Dieter

 

Angaben zu den Weingütern:
(die Angaben zur Weingutsgröße und –Produktion sind bereits etwas älter und können daher schon überholt sein)

1.         Dornier Wines aus dem Anbaugebiet Stellenbosch wurde 2002 gegründet von Christoph Dornier (als Maler ein musisch veranlagter Abkömmling aus der eher technisch geprägten Flugzeugbauer-Dynastie Dornier). Die Produktion beträgt ca. 120.000 Flaschen, 85% Rotweine, 15% Weißweine. Die Reben stehen auf stark verwittertem den roten und gelben Granit, Tukulu (gelb) und Oakleaf (rot) Böden. in einer Höhe von 100 bis 200 Meter über dem Meeresspiegel.

2.         Warwick Estate, 1964 gegründet. Besitzer ist die Fam. Ratcliff. Das Gut verfügt über eine Anbaufläche von 56 Hektar und produziert ca. 145.000 Flaschen, 85% Rotweine, 15% Weißweine

3.         Klein Constantia, aus dem Anbaugebiet Constantia wurde 1823 gegründet. Eigentümer sind seit 1980 Fuggie & Lowell Jooste. Auf ca. 150 ha werden etwa  480.000  produziert. Klein Constantia liegt auf einer schmalen Halbinsel, die in den südatlantischen Ozean hineinragt, lediglich ca. 20 km von Kapstadt entfernt. Die Reben stehen auf Granitverwitterungsgestein

4.         Stony Brook aus dem Anbaugebiet Franchhoek wurde 1995 gegründet. Die Besitzer sind Nigel und Joy McNaught. Es werden ca. 66.000 Flaschen, 60% Rotweine, 40% Weißweine produziert

5.         Das Weingut Grangehurst aus dem Anbaugebiet Stellenbosch wurde 1992 gegründet. Der Eigentümer ist Jeremy Walker Es werden auf 13 ha ca. 42.000 Flaschen, zu 100% Rotweine produziert

6.         Das Weingut Nitida aus dem Anbaugebiet Durbanville wurde 1992 von der Familie Veller gegründet- Auf 15 ha werden etwas 80.0000 Flaschen,  45% Rotweine 55% Weißweine produziert.

7.         Das Weingut Beau Constantia aus dem Anbaugebiet Constantia wurde 2002 gegründet. Das Gut ist 22 ha groß, von denen 11,5 ha mit Reben bepflanzt sind. Höhe etwas 350 m über dem Meeresspiegel. Besitzer sind Pierre und Cecily Du Preez

8.         Van Loveren, Das Weingut aus dem Anbaugebiet Robertson im Breedetal wurde 1937 als Teil einer größeren Farm gegründet. 1963 wurde ein neuer Keller gebaut, bis 1980 wurde der Wein komplett lose verkauft. Auf 220 ha wird Wein angebaut. Alter der Reben: 10 Jahre , Böden: Sandstein; Karoo, Erziehungssystem: Drahtrahmen, Tröpfchenbewässerung

9.         Weingut Kleine Zalze aus dem Anbaugebiet Stellenbosch. Das Gut wurde schon 1695 gegründet, aber erst seit 1997 wird auf ca. 100 ha Wein produziert. Zusätzlich zum Weingut wird auch noch ein Ferien-Ressort mit Hotel, Ferienwohnungen und Golfplatz betrieben.

10.      Weingut Eikendal aus dem Anbaugebiet Stellenbosch  Das Gut wurde 1981 gegründet und produziert auf 65 ha ca. 420.000 Flaschen, 65% Rotweine 35% Weißweine
Die Weinberge liegen ca. 170m über dem Meeresspiegel. Die Böden bestehen aus „Koffieklip“ Boden mit einer 1 m dicken Tonschicht. Die Reben sind zwischen 10 -12 Jahre alt und werden bewässert

11.      Weingut Guardian Peak aus dem Anbaugebiet Stellenbosch. Das Gut wurde 1998 gegründet und produziert ca. 420.000 Flaschen  zu 100% Rotwein.
Guardian Peak ist eine 1998 vom Weingut Rust en Vrede geschaffene Weinlinie

12.      Winery of Good Hope mit der Produktlinie Radford Dale aus dem Anbaugebiet Swartland wurde 1998 gegründet Die Trauben stammen von alten „bushvine“-Weinbergen auf Granitformationen verstreut in Swartland. Hier wachsen die Reben ohne Stützen o.ä. über den Boden. Die Cinsault und Carignan Reben sind ca. 40 Jahre alt, die Syrah Reben durchschnittlich etwa 20 Jahre.

2015_12_Probenergebnis_Rotweincuvees aus Südafrika

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Weinprobe „Natural Wines“ mit Surk-ki Schrade am 19.11.2015

Erstellt von Dieter am Dienstag 1. März 2016

In der Weinwelt tauschen stets neue Trends auf, so z.B. das Thema „Natural Wines“ (Natur Weine, Vin Nature).
Da in vielen Spitzenrestaurants einige dieser Weine auf der Karte stehen, müssen sie auch eine entsprechende Qualität haben, um dort gelistet zu werden.
Wie bei vielen neuen Trends ist die Bezeichnung „Natural Wines nicht allgemein definiert. Im eigentlichen Sinne sind es Weine die ohne Zusatz von erlaubten  Hilfsstoffen wie Schönungsmitteln, Reinzuchthefen, Schwefel-(dioxid)-Zusatz etc. hergestellt werden. Schwefel-(dioxid)-freie Weine haben natürlich für Menschen mit einer Schwefeldioxid-Unverträglichkeit den Vorteil, dass sie wieder Wein trinken können.
Für die Herstellung wird normalerweise keine hochtechnisierte Kellerausrüstung verwendet, da die Winzer der Meinung sind, dass die Weine ohne äußere Eingriffe ihren Weg finden.

Schon länger gibt es Weine, die unter deutlichen Einschränkungen hergestellt werden, wie z.B. koschere Weine, aber Bio-Weine nach den Demeter-Vorgaben. Andere damit verknüpfte Trends sind Orange-Weine, bei denen Weißweine längere Zeit beispielsweise in Amphoren auf der Maische vergoren werden und dadurch eine dunkelgelbe bis bräunliche Farbe annehmen. Eine weiterer Trend sind vegane Weine, die nur rein pflanzliche Bestandteile haben dürfen, einschließlich des vegan verklebten Etiketts. Das hat dann aber nichts mehr mit dem Wein zu tun hat sondern ist nur noch ideologisch bedingt.

Um für uns etwas Licht in das Dunkel zu bringen, haben wir uns eine Probe zum Thema „Natural Wines“ vorgenommen.
Dazu konnten wir Surk-ki Schrade als Referentin gewinnen, die sich schon länger mit diesem Thema befasst hat und in Köln auch einen kleinen Laden mit „Vins nature“, vor allem aus Frankreich, betreibt.
Und so lag unser Focus auf französischen „Natural Wines“. Die meisten dieser Weine haben ein deutlich anderes Geschmacksbild und bestehen oft nicht aus den vorgeschriebenen Rebsorten der Appellationen. Deshalb werden sie nur als „Landweine“, (Vin de France) vertrieben.

Den Anfang der Verkostung machten zwei reinsortige Weißweine.

Der 2014’er Sauvignon blanc „Chasse aux Pappilons“ vom Weingut Jerome Jouret besaß für einen Sauvignon blanc eine etwas adstringierender Herbe und recht verhaltene Frucht, war aber für diese Weinart noch relativ fruchtig. Die Einzelwertungen streuten von 10 bis zu 15 Punkten. Das Weingut liegt an der oberen Ardeche in der Höhe von Montelimar

Der 2014’er Viognier „Les Fleurs Sauvages“ vom gleichen Weingut war ebenfalls recht verhalten und wenig fruchtig, was aber für einen Viognier normal ist. Neben der leicht adstringierenden Herbe zeichneten diesen Wein ein Hauch Holz und leicht oxidierte Noten aus. Insgesamt wurde er besser als der Sauvignon blanc bewertet.

Der dritte Weißwein, der 2014’er „Vin nu blanc“ vom Weingut Les deux Terres, ebenfalls im Ardeche-Gebiet gelegen, war ein Cuvee aus Ugni blanc und Chardonnay und hatte eine stärkerer Maischegärung durchlaufen. Demtsprechend zeigte der Wein mehr Herbe und war wenig fruchtig. Die Wertung lag deutlich unter den beiden vorherigen Weinen.

Unser vierter Wein, ein 2014’er Aramon, „La Prairie“ vom Weingut La Banjouliere, kam aus dem Languedoc. Hier hatten wir einen extremeren Naturwein. Für einen Rotwein war sehr hell in der Farbe – eher wie ein heller Rose – und da er nicht filtriert worden war recht trüb. Im Geschmack war er herb adstringierend und etwas säuerlich. Lag das an der Machart oder auch an der Rebsorte Aramon, die als minderwertig verschrien ist ? Kaum einer konnte mit diesem Wein etwas anfangen und so wurde es der Wein mit der niedrigsten Bewertung des Abends. Die Einzelwertungen reichten von fehlerhaft mit 7 Punkten bis zu befriedigend mit 14 Punkten.

Dann aber ging es aber für die Verkoster wieder aufwärts, denn wir kamen zu den Rotweinen. Hier sind Tannine von einer Maischegärung normal und das Geschmacksbild entsprach eher den gewohnten Weinen

Wir setzen die Probe mit dem 2013’er „Cacous“, einem Cuvee aus 70% Grenache und 30% Syrah vom Weingut Mouressipe aus dem nördlichen Languedoc fort. „. Herbes Tannin und eine breitere Frucht zeichneten ihn aus, aber an der Luft konnte sich der Wein positiv entwickeln und wurde weicher und runder. Das schlug sich auch in einer besseren Bewertung nieder und die Einzelwertungen differierten nicht mehr so deutlich

Es folgte der 2011 Grenache, „Cuvee Briande“ der Domaine Le Mazel aus dem Ardeche-Gebiet. Für einen ewtas älteren Grenache war der Wein noch recht kantig und zeigte neben herbem Tannin auch mehr Säure. Die gewohnten pflaumigen Noten waren sehr schwach ausgeprägt. In der Wertung konnte dieser Wein seinen Vorgänger nicht ganz erreichen.
Es ging zurück in das Languedoc mit dem 2013’er „Sauve de la Citerne“ von der der Domaine Mas Coutelou, einem Cuvee aus 70% Mourvedre und 30% Syrah, Durch den hohen Anteil an Mourvedre und aufgrund seiner Jugend präsentierte sich dieser Wein noch recht herb und kantig, entsprach aber eher den Vorstellungen der Verkoster und wurde daher besser bewertet als seine Vorgänger.

Dann folgte wieder ein Sprung in das Ardeche-Gebiet mit dem 2012’er Cabernet Sauvignon, „Vent d’Ouest“ von Les Vigneaux. Durch die Mazeration Carbonique war der Wein sehr kirsch-fruchtig, aber immer noch etwas krautig und sehr kantig durch sein herb adstringierendes Tannin. Dennoch wurde er nur wenig schlechter als sein Vorgänger bewertet.

Zu einer Probe mit Weinen aus dem Languedoc gehören natürlich auch Weine aus der Carignan-Traube. In den Vorgaben für die Cuvees der Appelationen ist der Carignan als früherer Massenträger stark reduziert und durch „Qualitätsrebsorten wie Syrah, Grenache und Mourvedre ersetzt worden, aber bei Ertragsbegrenzung und vor allem wenn er von alten Reben kommt zeigt er Struktur und Charakter.

So probierten wir zuerst den 2013’er Carignan „Avanti Popolo“ vom Weingut

Le Temps de Cerises. Er war zwar recht kirschfruchtig, wusste aber doch nicht so recht zu gefallen, da ihm etwas Länge und Dichte fehlten und leicht krautige Noten störten. Der 2013’er Carignan, „La pointe“, vom Weingut La Banjouliere dagegen gefiel deutlich besser. Er hatte keine Ähnlichkeit mit dem am Anfang verkosteten Aramon von gleichen Weingut, denn er besaß eine gute, klare Frucht und deutlich mehr Struktur als der Carignan davor.

Zum Abschluss der Probe wurden die Weine deutlich konventioneller und entsprachen mehr dem gewohnten Geschmacksbild.

Der 2013’er Merlot „Silene“ vom Weingut Les deux Terres besaß eine recht dichte, klare Frucht und gute Struktur. Auch er kam aus dem Gebiet der Ardeche, war aber deutlich gefälliger als die anderen Weine. Damit wurde er zum zweitbeste Wein des Abends gekürt.

Den Abschluss unserer Probe macht der 2011’er Clos Fantin „Tradition“ vom gleichnamigen Weingut. Es war ein Cuvee aus Mourvedre, Carignan und Grenache und der einzige Wein, der die Einstufung als AOP-Wein hatte. Er zeigte noch ein festes, härteres Tannin, hatte aber eine dichte, weiche Frucht. Insgesamt präsentierte er sich deutlich konventioneller und wurde daher nicht unerwartet mit Abstand der beste Wein des Abends.

Damit endete eine Verkostung mit Weinen, die fast alle ein ganz anderes, ungewohntes Geschmacksbild hatten. Die Weine aus dem Gebiet der Ardeche waren insgesamt etwas extremer, kantiger und ruppiger als die aus dem Languedoc, was sicher dem etwas raueren, kühleren Klima geschuldet ist.
Im Laufe des Abends stiegen die Bewertungen für die Weine. Hier stellt sich die Frage, lag das daran, dass sich alle in den ungewohnten Weinstil eingetrunken hatten oder waren die letzten Weine deutlich konventioneller und daher gewohnter im Geschmack ?

Egal, was der Grund dafür ist, es war ein interessanter Abend, der unseren Horizont erweitert und uns in eine andere Weinwelt geführt hat. Es hat (fast) nicht wehgetan.

Dafür möchten wir unserer Referentin Surk-ki Schrade danken, die das Sortiment für uns zusammengestellt und die Probe sehr eloquent moderiert hat.

Verfasser: Dieter

2015_11_Probenergebnis_Natural Wines

 

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Chronik 2015

Erstellt von Dieter am Freitag 1. Januar 2016

Schwerpunktthema: Rheingau und Südafrika
Es ist wieder Zeit für den jährlichen Blick zurück…….

15. Januar

Mit einem Riesenschritt über den Äquator nach Südafrika begannen wir das Jahr 2015.
Dem dort wärmeren Wetter geschuldet, starteten wir unser Südafrika-Programm mit Weißweinen.
Von den Neue-Welt-Weinen sind die südafrikanischen Weine den europäischen am ähnlichsten. Chardonnay, Chenin Blanc und Sauvignon Blanc waren unsere Rebsorten. Dabei überraschen uns vor allem Chenin Blanc und Sauvignon Blanc. Wenn sie aus kühlen, hoch gelegenen Gebieten wie Elgin und Walkersbay kamen, waren sie sehr schlank und mineralisch, ja sie waren so mineralisch dass ein Wein von der Hälfte der Verkoster die besten Bewertungen bekam, während die andere Hälfte mit der Mineralik nichts anfangen konnte und sie sehr niedrig wertete. Bei keiner Probe haben wir so intensiv darüber diskutiert.

19. Februar

Und weiter ging es mit südafrikanischen Weinen, diesmal mit den reinsortigen Rotweinen Cabernet Sauvignon, Syrah, Pinotage und Spätburgunder. Auch wenn Pinotage die autochthone Rebsorte Südafrikas ist, konnten sich die Verkoster nicht so recht dafür erwärmen, die beiden Pinot Noirs gehörten ebenfalls nicht zu den Favoriten und führten zu längeren Diskussionen. Cabernet Sauvignon und Syrah dagegen wussten zu gefallen.

12. März

Business not as usual – Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung standen Neuwahlen an. Drei Vorstandsmitglieder wollten aufhören, und drei neue haben wir als vollwertigen Ersatz gefunden. Unser Kellermeister hatte eine interessante Auswahl an Weinen aus dem Rheingau ausgewählt, die uns einen guten Vorgeschmack auf das diesjährige Thema Rheingau gab.

16. April

Wir hatten Trollinger aus Württemberg und Vernatsch aus Südtirol gegeneinander gestellt. Beides sind verschiedene Namen für die gleiche Rebsorte und beide gelten als Brot- und Butterweine, die eher für die Brettl-Jause geeignet sind. Für die Anwesenden war es schwer die Herkunft – Südtirol oder Württemberg – zu erkennen, es fehlte einfach die Erfahrung mit diesen Trollinger- und Vernatsch-Weinen.
Viele waren einfachere, aber sauberer Weine, die keine große Struktur besaßen, aber zu Speisen sehr gut passen können. Und sie gehören in die jeweilige Landschaft.

21.Mai

Mit dem ersten Weingut aus dem Rheingau ging es weiter. Das Weingut Flick war für uns unbekannt, denn es kommt aus dem äußersten Osten des Rheingaus. Was uns Rainer Flick dann aber präsentierte, war von allerbester Qualität ! Neben dem Wickerer Nonnberg gehört inzwischen auch der Hochheimer Königin Victoriaberg zu den Toplagen des Weinguts. Es war ein Fehler dieses Weingut bisher nicht beachtet zu haben, aber das haben wir ja nun glücklich geändert

04.-7. Juni

Unsere diesjährige Weinreise ging passend zu unserem deutschen Leitthema in den Rheingau. Dank des warmen Sommerwetters konnten wir am ersten Abend im Garten des Weinguts Kögler in Eltville sitzen und zu einem guten Essen dessen Weine probieren. Am nächsten Morgen ging es nach Rüdesheim zum Weingut Leitz. Nach einem Spaziergang bei strahlendem Sonnenschein zu den Rüdesheimer Lagen konnten wir im Weingut eine tolle Auswahl an Weinen probieren. Von da aus fuhren wir zum Bio-Weingut Jakob Peter Kühn in Oestrich. Hier wird seit 2002 die Demeter-Philosophie gepflegt, so gut, dass das Weingut im Weinführer Gault Millau 2016 zum Weingut des Jahres gewählt und mit 5 Trauben auf eine Ebene mit dem Weingut Weil gehoben wurde. Die Weine hatten einen anderen, sehr charaktervollen, eigenwilligen Stil und waren von höchster Qualität. Den Abend verbrachten wir im Weingut Dieffenhart. Nach der Kellerbesichtigung und einer kleinen Weinprobe gab es im angeschlossen Restaurant das Abendessen.
Am Samstag führte unser erster Besuch zum Weingut von Fritz Allendorf. Trotz des Tages der offenen Keller ließ Fritz Allendorf es sich nicht nehmen, uns durch den Keller zu führen und uns auch seinen „Lichtraum“ vorzuführen. Es war überraschend, wie sich die Geschmackswahrnehmung des verkosteten Weines in Abhängigkeit von der Lichtfarbe änderte. Für den Nachmittag ging es zum Weingut Schloss Reinhardshausen. Herr Lergenmüller als neuer Besitzer setzte mit uns zur Insel Mariannenaue, seiner Monopollage, zu einem kleinen Rundgang über. Unseren Abend verbrachten wir im Kloster Eberbach bei der feierlichen Großen Konventsprobe des Rheingauer Weinkonvents.
Am Sonntag gab es für Interessierte noch eine Stadtführung durch Eltville.
Damit endete ein tolle Weinreise, die unser Weinbruder Wilfried perfekt organisiert hatte. Sogar das Wetter hatte mitgespielt.

26.Juni

Mit dem Winzer Heinrich Vollmer wagten wir den Spagat zwischen der Pfalz und Argentinien. Die Lebensgeschichte von Heinrich Vollmer hätte für mehrere Proben gereicht. Er sollte das Weingut seiner Eltern in Durbach übernehmen und studierte deshalb Weinbau in Frankreich und absolvierte ein Volontariat bei Bouchard. Dann aber überwarf er sich mit seinen Eltern und übernahm fast ohne eigenes Geld ein Weingut in Ellersheim. Er konnte Lieferant für die Lufthansa werden und damit wuchs das Weingut auf über 100 ha. Sein Hobby Bergsteigen hätte ihm dann fast das Genick gebrochen, denn er wurde am Annaconagua von einer Eislawine verschüttet und schwer verletzt. Nach aufopfernder Pflege durch Indios schaffte er es dann auf abenteuerlichem Weg zurück nach Deutschland. Als Dank für die Rettung gründete er in Argentinien ein Weingut, um den dortigen Indios Arbeit und Bildung zu geben. In Deutschland pflanze er dann als erster Cabernet Sauvignon, was damals illegal war. Nach einer Polizeiaktion und Entfernung der Rebstöcke drohte ihm 72 Tage Haft als Strafe, die in der Revision auf eine symbolische Geldstrafe reduziert wurde. Kurz danach erhielt er dann auch eine Pflanzerlaubnis für Cabernet Sauvignon. So wurde er der erste Winzer mit Cabernet Sauvignon in Deutschland. Nach der Probe stellte sich die Frage, was war nun interessanter, die Weine seiner beiden Weingüter oder seine Lebensgeschichte?  Es war für uns ein interessanter Abend, der sich in dieser Form nicht so schnell wiederholen wird.

30. Juli

Das Weingut Spreitzer gehört zu den ältesten Weingütern in Oestrich und kann auf eine Weintradition zurückblicken, die 1641begann. Seit 1997 wird das Weingut von den Brüder Andreas und Bernd geführt und Bernd präsentierte uns auch die Weine. Das Weingut verteidigte seinen guten Ruf mit einer untadligen Kollektion an trockenen und restsüßen Weinen. Dichte und Eleganz waren harmonisch gepaart.

20. August

Bei einer Präsentation der Weine aus dem Rheingau darf das Weingut Schloss Johannisberg nicht fehlen. Schon Goethe schwärmte von den Weinen und auch heute noch ist das Weingut eine rheingauer  Institution. Das Weingut gehört zur Oetker-Gruppe, genauso wie das Weingut G.H. von Mumm.
So probierten wir beide Weinlinien gegeneinander. Während von Mumm etwas mehr für die Konsum-Weine steht, ist Schloss Johannisberg eines der Rheingauer Flaggschiffe, war uns Herr Doktor mit seiner packenden Präsentation deutlich zeigte.

17. September

Das Weingut „Prinz von Hessen“ wurde 1957 vom alten Hessischen Adelsgeschlecht der Prinzen und Landgrafen von Hessen erworben und auf 34 ha ausgebaut. Seit 2005 leitet Dr. Clemens Kiefer die Geschicke des Weinguts, der uns auch die Weine präsentierte. Seit nicht mehr Scheurebe im Anbau ist, die in die Riesling-Weine verschnitten wird, sind die Weine vom Gutswein bis zum Ersten Gewächs gradliniger und klarer geworden. Auch die restsüßen Wein vom Qualitätswein bis zur Beerenauslese machten da keine Ausnahme. Sie alle zeigten, worin der Ruf der Rheingauer Rieslinge liegt. Eine Besonderheit war die Beerenauslese, die im kleinen Holzfass ausgebaut worden war und daher eher wie ein fruchtiger Sauternes schmeckte.

22.Oktober

Über das Weingut Robert Weil zu reden, wäre Eulen nach Athen zu tragen. Es war bis jetzt das einzige Weingut im Rheingau, das vom Gault Millau mit 5 Trauben ausgezeichnet ist.  Unser Weinbruder Uwe Lommertin hat uns einen repräsentativen Querschnitt präsentiert. Vom Gutswein in der 1-l Flasche bis zum Großen Gewächs aus dem Gräfenberg waren alle Wein kristallklar, ohne Fehl und Tadel. Dann kamen die restsüßen Wein, die noch einmal das Potential dieser Weine bewiesen. Vielen Dank an das Weingut, das für uns seine Schatzkammer geöffnet hat und uns drei Auslesen von 2006 bis 2004 zu Verfügung gestellt hatte. Das war ein Erlebnis und Beweis für uns, warum diese Weine international so hoch bewertet werden. Dem Weingut noch einmal herzlichen Dank !

19. November

In der Weinwelt tauchen stets neue Trends auf, so z.B. das Thema „Natural Wines“ (Natur Weine, Vin Nature), die in vielen Spitzenrestaurants auf der Weinkarte stehen. Die Bezeichnung „Natural Wines“ ist nicht allgemein definiert. Im eigentlichen Sinne sind es Weine die ohne Zusatz von erlaubten Hilfsstoffen wie Schönungsmitteln, Reinzuchthefen, Schwefel-(dioxid)-Zusatz etc. hergestellt werden und dadurch andere, nicht so fruchtige und manchmal auch leicht oxidierte Noten haben. Für dieses Thema konnten wir Sur-ki Schrade als Referentin gewinnen, die sich schon länger mit diesem Thema befasst und in Köln auch einen kleinen Laden mit Natural Wines, vor allem aus Frankreich, betreibt. Aufgrund des andersartigen, oft eigenwilligen Geschmacks werden die Weine meist nur als Tafelweine angestellt. So wurde auch unser Geschmack auf die Probe gestellt, vor allem ein Aramon-Wein aus dem Languedoc war sehr eigenwillig, Trüb, nur zart Rosé, herb adstringierend und mit deutlicher Säure. Danach hatten wir uns eingetrunken – oder wurden die Weine wieder gemäßigter? Wir erlebten einen diskussionsreichen Abend, der uns eine andere Weinwelt zeigte.

28. November

Das Weihnachtsessen der Weinbruderschaft fand dieses Jahr im Restaurant „maiBeck“, Am Frankenturm statt. Ein junges, aber sehr erfahrenes Team, in der Küche ebenso wie im
Service, überraschte uns mit einem sehr kreativen Überraschungsmenu ohne unnötige Schnörkel Dazu gab es eine perfekt abgestimmte Weinbegleitung. Mit Jan Cornelius Maier und Tobis Becker sowie Sascha Bauer im Service agierte ein hochmotiviertes Team, dass sich nicht ohne Grund einen Michelin-Stern erkocht hat.

17. Dezember

Nachdem wir das Jahr mit Südafrika begonnen hatten, beendeten wir es auch mit Weinen von dort: diesmal mit roten Cuvees. Die Probenfolge zu finden war schwierig, da fast alle Rebsorten miteinander verschnitten werden. So gab es als große Linie zuerst die Bordeaux-Cuvees, dann die Rhone-Cuvees. Von großen Erzeugern mit 220 ha bis zu kleinen Boutique-Weingütern war ein breiter Querschnitt an Weinen vorhanden. Die Bordeaux-Cuvees zeichneten sich durch festeres Tannin und mehr Holz aus, die Rhonecuvees durch mehr Frucht und leichte Gewürztöne. Die jüngeren Weine waren noch recht hart und kantig, die älteren zeigten, dass mehr Reife ihnen gut tat.

Chronist: Dieter Ockelmann

Wie jedes Jahr danken wir an dieser Stelle allen hilfreichen Händen vor und hinter den Kulissen, die für einen reibungslosen Ablauf unserer Proben und sonstigen Veranstaltungen gesorgt haben. Auch gilt unser Dank unseren zahlreichen Gönnern und Probenausrichtern für ihre Mühe und Unterstützung: wir hoffen, weiterhin auf Sie / auf Euch zählen zu dürfen!

Allen Mitgliedern, Weinfreundinnen und Weinfreunden unserer Weinbruderschaft wünschen wir frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2016, verbunden mit den besten Wünschen für Ihre Familien.

Weinbruderschaft zu Köln e.V.

Der Vorstand

Im Dezember 2015

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Jahresprogramm 2016

Erstellt von Dieter am Freitag 18. Dezember 2015

Schwerpunkt  2016: Ahr und Mittelrhein; Italien

Stand: 17.05.2016

N=Normalveranstaltung, S=Sonderveranstaltung (Kostenbeitrag)

Datum    Thema
21.01.2016 N Weingut Bertram
Die Brüder Christian und Markus Bertram haben das Weingut 2005 über­nommen und den Betrieb auf inzwischen etwas über vier Hektar ver­größert. Der Gault Millau honoriert die Qualität mit einer Traube. Markus Bertram wird uns das Weingut vorstellen.
25.02.2016 N Mitgliederversammlung ohne Wahlen
Nur für Mitglieder
Damit es nicht zu trocken wird, mit Weinen von der Ahr und vom Mittelrhein
17.03.2016 N Weingut Kriechel
Das Weingut ist das flächenmäßig größte mit 24,5 ha und einer Produktion von ca. 350.000 Flaschen. Trotz dieser Menge bemüht man sich um hohe Qualität. So wurde Peter Kriechel zum besten Jungwinzer der Ahr gewählt. Der Gault Millau vergibt 2 Trauben an das Weingut.
07.04.2016 N Die Gipfelstürmer vom Mittelrhein
4 Junge Winzer zwischen dem Mäuseturm und dem Siebengebirge haben sich zusammen gefunden, um die Vielfalt der malerischen Landschaft, des Bodens, der Weine und der Persönlichkeiten, die dahinter stehen, zu repräsentieren und gemeinsam etwas zu bewegen. Thomas Phillips wird uns die Winzer und ihre Weine vorstellen.
19.05.2016 N Weingut Matthias Müller
Der einzige Winzer am Mittelrhein, dem der Gault Millau 4 Trauben zubilligt, wird uns persönlich besuchen und seine Weine vorstellen.
11.06.2016 S Weinreise an die Ahr               Terminänderung !
Die Tagesreise an die Ahr wird voraussichtlich auf den 22.10.2016 verschoben. Vorgesehen sind der Besuch beim Weingut Burggarten, dem Weingut H.J.Kreuzbergund eine Führung durch den ehemaligen Regierungsbunker.
02.06.2016 N Mittelrhein-Riesling-Charta
Mit dieser Charta verpflichten sich die Winzer zu einheitlichen Qualitätsrichtlinien. Sieben Kriterien beschreiben, was einen echten Riesling vom Mittelrhein ausmacht. Heinz Uwe Fetz und Toni Lorenz werden uns die Prinzipien anhand der Weine erläutern.
07.07.2016 N Weine aus dem  Aosta-Tal
Das Aosta-Tal ist mit ca. 500 ha das kleinste italienische Weinbaugebiet, wo unter teilweise extremen Bedingungen Weinbau betrieben wird. Hier werden noch viele autochthone Rebsorten angepflanzt und der Weinbau geht bis etwa 1150 m Höhe.

 

 


Datum 
  Thema
18.08.2016 N Technik-Probe Ökologischer Weinbau
Mit Randolf Kauer haben wir einen Fachmann für dieses Thema, der sich sowohl theoretisch wie praktisch damit auskennt, denn er ist Dozent für ökologischen Weinbau an der Universität Geisenheim und praktizierender Winzer am Mittelrhein.
15.09.2016 N Süditalien mit Apulien und Basilikata
Die beiden Gebiet liegen im äußersten Südosten Italiens, aber während Apulien über 100.000 ha hat und viel Massenweine produziert, ist die Basilikata nur 10.000 ha groß und produziert mit dem Aglianico di Vulture schon länger sehr gute Weine. Wir wollen beide Gebiete vergleichen und auch untersuchen, wieweit die Weine Apuliens an Qualität gewonnen haben.
27.10.2016 N Süditalien mit Kalabrien und Kampanien
Noch vor 100 Jahren lieferte Kalabrien gute Verschnittweine und der Cirò war einer der bekanntesten Weine der Region. Misswirtschaft, Korruption und Armut führten zum Niedergang, aber inzwischen scheint es wieder bergauf zu gehen. Wir wollen uns einen Überblick über die neue  Weinqualität verschaffen.
17.11.2016 N Weingut Maibachfarm
1998 wurde das Weingut gegründet und ist bis heute eines der wenigen Bio-Weingüter an der Ahr. Nach heftigen Turbulenzen und gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem ehemaligen Verwalter scheint jetzt wieder Ruhe eingekehrt zu sein. Alexander Weber als neuer Betriebsleiter hat wieder eine sehr gute Kollektion 2014 vorgestellt und wird uns daraus Weine präsentieren.
? 11.2016 S Weihnachtsessen
Termin und Ort wird noch von einem Orgateam festgelegt.
15.12.2016 N Süditalien mit Sizilien
Sizilien ist zwar Italiens größtes Weinbaugebiet, aber bis ca. 1990 war Sizilien international nur für den Süßwein Marsalla bekannt. Ein Großteil der Produktion wurde nur im Fass oder im Tankcontainer zu Verschnittzwecken außerhalb von Sizilien verkauft. Durch engagierte Winzer hat sich das geändert und wir wollen selbst erleben, wie groß die Fortschritte sind.

 

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Weinprobe mit dem Weingut Robert Weil am 22.10.2015

Erstellt von Dieter am Sonntag 8. November 2015

Das Weingut wurde von Dr. Robert Weil 1875 gegründet, der die ersten Weinberge im Kiedricher Berg schon 1867 erworben hatte. Eine Riesling Auslese vom Gräfenberg aus dem Jahrgang 1893 machte dann das Weingut in der Weinwelt bekannt. Und bis heute ist es dem Weingut gelungen, jedes Jahr eine edelsüße Trockenbeerenauslese zu erzeugen. 1907 wurde das Weingut eines der ersten Mitglieder im VDP.
Heute wird es von Wilhelm Weil in der vierten Generation geleitet, der das Weingut 1987 nach der Erkrankung seines Vaters übernahm. 1988 wurde eine strategische Partnerschaft mit dem japanischen Bier- und Whiskyriesen Suntory eingegangen, die es ermöglichte, notwendige Investitionen im Weingut zu tätigen. Von 18.5 ha Rebfläche ist das Weingut auf 90 ha gewachsen und produziert heute ca. 650.000 Flaschen, von denen ca. 50% auf die Gutsweine entfallen. Diese Basisweine werden im Edelstahl ausgebaut, die höheren Qualitäten im Holz und mit Spontan-Vergärung.
Die besten Lagen sind Kiedricher Gräfenberg (9,2 ha von 10,4 ha), Kiedricher Turmberg (3.8 ha im Alleinbesitz) und Kiedricher Klosterberg (2,5 ha von 9 ha). Die mittel- bis tiefgründigen, steinig-grusigen Böden der Südwestlage weisen Bunte Schiefer, Phyllite und Seritzgneis sowie kiesige Lösse auf.
Für ein Weißweingut recht ungewöhnlich startete unsere Probe mit einem 2011‘er Spätburgunder, einem jetzt „historischen“ Wein. 2011 war der letzte Jahrgang, in dem das Weingut einen Rotwein produziert hat. Nur 2% der Fläche war mit Spätburgunder bestockt gewesen und die Ernte der roten Trauben sowie die Maischegärung fielen immer in die Zeit, in der auch der Hauptteil der Riesling-Trauben für die Gutsweine gelesen wurde. Das störte den Betriebsablauf sehr stark und daher hat man sich auf die Kernkompetenz Riesling besonnen und die Erzeugung von Spätburgunder-Weinen eingestellt.
Dem 2011’er Jahrgang geschuldet war der Wein etwas fülliger, aber auch noch ruppiger mit einem noch immer stumpfem Tannin
Nun folgten die Gutsweine. Die Trauben dafür kommen aus eher flachen Lagen im Umkreis von 3 km um Kiedrich, ihr Ausbau erfolgt in Edelstahl.
Der 2014’er Robert Weil Riesling in der Liter-Flasche war ein leichter, aber sehr fruchtiger Wein und zeigte dem Jahrgang entsprechend eine kräftigere Säure.
Sein Pendant, der 2014‘er Robert Weil Riesling in der 0,75 l-Flasche  stammte nicht aus demselben Lesegut, sondern war eine eigene Abfüllung und so er zeigte sich auch etwas voller als der Literwein.
Gemäß der der VDP-Qualitätspyramide folgte ein Ortswein, der 2014’er Kiedricher Riesling, der deutlich mehr Finesse als die Gutswein zeigte.
Eine Stufe höher ging es dann mit den Lagenweinen. Der 2014’er Kiedricher Klosterberg, 1.Lage nach VDP, war dichter als der Ortswein und besaß eine feine, weichere Säure. Von den probierten Lagenweinen war er der z.Z. gefälligste und zugänglichste Riesling, was nicht unbedingt verwundert, da der Klosterberg die wärmste der drei Lagen ist.
Der 2014’er Kiedricher Turmberg, 1.Lage nach VDP, – die Lage schließt direkt an die Lage Gräfenberg an,- war deutlich mineralischer, gradliniger, präziser und dichter, fast wie ein Riesling aus dem Gräfenberg.
Als Krönung der trockenen Weine folgte der 2013’er Kiedricher Gräfenberg, Großes Gewächs nach VDP. Er zeigte noch mehr Fülle, Struktur und eine weichere,  sehr gut integrierte Säure. Trotzdem wirkte er aufgrund seiner Jugend noch recht verschlossen.
Der 2012’er Kiedricher Gräfenberg, Großes Gewächs nach VDP konnte von einem Jahr mehr Reife profitieren. Er war inzwischen weniger fruchtbetont, aber schon viel harmonischer und vielschichtiger.
Danach wechselten wir zu den fruchtsüßen Weinen.
Zum Eingewöhnen begannen wir mit dem 2014’er Gutriesling Kabinett, der einen „Leichtwein“ darstellt. Vom Alkohol ist das auch so, von der Frucht aber ist er kein Leichtgewicht mit einem feinen Säure-Süße-Spiel und zarter Citrus-Noten.
So vorbereitet konnten wir uns an die süßen Spezialitäten aus dem Gräfenberg wagen.
Für die Spätlesen wird versucht, reife und gesunde Trauben ohne Botrytis zu ernten. Das Ergebnis schmeckte man dann auch bei der 2012’er Gräfenberg Riesling Spätlese, die sich als elegante, frische, typische Spätlese präsentierte.
Die 2006’er Gräfenberg Riesling Spätlese zeigte dagegen ein etwas anderes Bild. Diese Spätlese stammte aus dem Problemjahr 2006 und hatte trotz aller Bemühungen schmeckbare Botrytis-Noten und viel Süße. Dazu hatte sie altersgemäß auch schon mehr Reife und  wirkte eher wie eine Auslese. Für das Jahr 2006 war sie aber dennoch sehr gut gelungen und hatte eine angenehme Reife.
Eine echte Auslese folgte mit der 2006’er Gräfenberg Riesling Auslese. Noch mehr Botrytis und Süße, aber trotzdem Eleganz und eine feine Fruchtsäure.
Die nächste Steigerung war die 2005’er Gräfenberg Riesling Auslese. Sie war noch etwas voller und dichter als die 2006‘ Auslese und hatte vielleicht etwas weniger Botrytis. (Allerdings hatte eine der beiden Flaschen einen recht weichen Korken, durch den sie wahrscheinlich mehr Luft bekommen hatte, denn ihre Säure war weniger präsent und ihre Frucht schon leichter. Aber das ist leider das Problem bei 10 Jahre alten Flaschen, dass die Reife von Flasche zu Flasche deutlich unterschiedlich sein kann.)
Als krönenden Abschluss gingen wir noch ein Jahr zurück und verkosteten die 2004’er Gräfenberg Riesling Auslese. Hier stimmte alles, sie war perfekt gereift: vielschichtig, vollreif, aber auch elegant und sie zeichnete ein feines Süße-Säure-Spiel aus. Das war eine edelsüße Auslese wie sie sein soll!
Damit war leider diese tolle Probe am Ende, Sie hatte uns einen Überblick über die Weine des Weinguts gegeben und gezeigt, warum das Weingut international  so hoch eingestuft ist. Von den blitzblanken, klaren Basisweinen über die Großen Gewächse bis zu den höchsten edelsüßen Spitzen sind alle Weine von untadeliger Qualität.
Obwohl der Jahrgang 2006 damals nach der Ernte sehr skeptisch gesehen wurde, muss man anerkennen, dass sich die Weine hervorragend entwickelt haben.
Dafür, dass wir nicht nur die Spitzenweine sondern auch ältere Wein aus der Schatzkammer verkosten durften, möchten wir uns ganz herzlich bei Wilhelm und  Matina Weil  bedanken. Wann hat man schon diese Gelegenheit ?
Unserem Weinbruder Uwe Lommertin, der das Weingut schon seit den 80’er Jahren kennt, möchten wir für die gelungene und kenntnisreiche Präsentation danken.

Verfasser: Dieter

2015_09_Probenergebnis_Weingut Robert Weil

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Weinprobe mit dem Weingut Prinz von Hessen am 17.09.2015

Erstellt von Dieter am Sonntag 8. November 2015

Das Weingut gehört dem Hessischen Adelsgeschlecht der Prinzen und Landgrafen von Hessen. 1957 wurde das Weingut von Phillip Landgraf von Hessen für die Familienholding „Hessische Hausstiftung“ erworben. Am Rande von Johannisberg gelegen, hatte dieses Weingut anfangs nur 7 ha Weinbergsfläche, wurde dann aber nach und nach bis auf 45 ha erweitert. Im Rahmen von Umstrukturierungen wurde die Fläche dann aber wieder auf ca. 34 ha verkleinert und einfachere oder ungünstig gelegene Flächen abgegeben. Auch das Rebsortiment wurde auf Riesling und etwas Weissburgunder und Spätburgunder konzentiert. Die früher allgegenwärtige Scheurebe ist als Verschnittpartner nicht mehr vorhanden, was den Riesling-Weinen sehr gut bekommen ist.
Der Ausbau der Riesling-Weine erfolgt in Edelstahl, für die gehobenen Qualitäten werden auch große Holzfässer wie 1200 l Stückfässer verwendet, um die Weine abzurunden und zu reifen. Basisweine und Lagenweine werden seit 2011 alle mit Schraubverschluss, die Premiumweine und die edelsüßen Weine weiterhin mit Kork verschlossen.
Die Produktion beträgt etwa 200.000 bis 250.000 Flaschen, von denen ca. 20 % in die USA exportiert werden. Seit 2005 ist Dr. Clemens Kiefer für das Weingut verantwortlich und er ließ es sich auch nicht nehmen, uns die Weine persönlich zu präsentieren.
In gewohnter Manier starteten wir mit einem trockenen Gutswein, dem 2014’er Riesling Prinz von Hessen. Ein sauberer, klarer und fruchtiger Riesling mit zarter Herbe, der –  Jahrgang geschuldet – mehr Säure zeigte.
Ein halbtrockener Wein, der 2014’er Riesling Classic folgte. Für den Chronisten hatte der Wein eine etwas spitze Säure, die durch eine etwas dienliche Süße überdeckt wurde – aber den meisten der Verkoster gefiel dieser Riesling etwas besser als der trockene Riesling. Erstaunlich war die Tatsache, dass sich im Sortiment immer noch ein Classic-Wein befindet, denn bei den meisten VDP-Weingütern ist sind Classic- und Selektions-Weine als Qualitätseinstufung verschwunden.
Im nächsten Flight  bekamen wir zwei Ortsweine:
Der 2013’er Johannisberger Riesling besitzt eine sehr exotische Frucht, feine Säure, aber auch eine zarte, dezente Herbe im Hintergrund. Die Bewertung war deutlich höher als bei den Gutsweinen.
Wie bei dem Pärchen davor folgte ein feinherber Wein, der 2013’er Winkler Riesling. Die Restsüße lag über der offiziellen Einstufung für einen halbtrockenen Riesling, daher seine Einstufung als feinherb. Er wirkte etwas fülliger und zeigte erwartungsgemäß deutlich mehr Süße, aber auch viel frische Säure. Es verwundert nicht, dass dieser Typ sehr stark nach Japan verkauft wird, denn er passt recht gut zu asiatischem Essen. Da wir ihn aber solo getrunken hatten, wurde er von uns etwas schwächer als der trockene Ortswein eingestuft.
Mit dem 2013’er Riesling Dachsfilet konnten wir dann eine kleines „Großes Gewächs“ verkosten. Der Wein stammt von alten Reben aus dem ca.3 ha großen Filetstück der Lage Dachsberg und da die Lage nicht als Großes Gewächs eingestuft ist, wird er unter diesem Phantasienamen verkauft. Der Ausbau erfolgte mit Spontanvergärung und Maischestandzeit. Sein Etikett sorgte vor der Erstvermarktung für größere Diskussionen im Hause Hessen, da ein Dachs das fürstliche Wappen im Maul trägt. Ein Sakrileg ! Der Erfolg des Weines hat dann aber weitere Diskussionen beendet.
Die Verkostung wurde dann mit dem 2013’er Johannisberger Klaus als echtem „Großen Gewächs“ fortgesetzt. Trotz seines jungen Alters war der Wein schon recht weich, rund und harmonisch. Insgesamt ein würdiger Vertreter für ein „Großes Gewächs“.
Das i-Tüpfelchen für die trockenen bis feinherben Weine war dann der 2002’er Winkler Hasensprung „Erstes Gewächs“ Er zeigte uns, wie gut diese Weine reifen können. Zarte Herbe mit feiner Säure und sehr dezenter Reife – aber noch ohne Firne. Es war erstaunlich, wie frisch dieser Wein trotz 12 Jahren Reife war.
Für die Liebhaber junger, frischer, fruchtiger Weine, konnte dieser Riesling allerdings das Große Gewächs nicht übertrumpfen.
Dann wurde die Probe mit fruchtsüßen Weinen fortgesetzt. Der 2013’er Riesling „Steckenpferd“ machte den Anfang. Ein eleganter, recht filigraner Riesling mit dezenter, nicht aufdringlicher Süße.
Eine Steigerung stellte der 2011’er Winkler Hasensprung dar, der eine zur Spätlese abgewertete Auslese war. Er hatte deutlich mehr Süße, die aber durch eine zarte Herbe und frische Säure gut eingebunden war und somit nicht aufdringlich wirkte.
Mit dem 2004’er Johannisberger Klaus bekamen wir dann eine echte Auslese. Sie zeigte uns, wie gut derartige restsüße Weine reifen können: Er hatte immer noch eine elegante Frucht mit feiner Säure und daneben einen Hauch Karamellton.
Dennoch gab es eine weitere Steigerung mit dem etwas jüngeren 2009’er  Johannisberg Klaus. Diese elegante Auslese, mit feiner Süße, Säure und zarter Botrytis wäre vor 60 Jahren noch als „feine Auslese“ bezeichnet worden.
Und als allerletzte Steigerung konnten wir die 2011’er Riesling Beerenauslese „Goldstück“ verkosten, die ihrem Namen alle Ehre machte. Diese Beerenauslese verkörperte einen ganz anderen Stil: Sie war weniger die bekannte fruchtbetonte Riesling-Beerenauslese dafür mehr der volle, aber filigrane Sauternes. Der Wein war – welch Sakrileg –2 Jahre im neuen Barrique ausgebaut worden und hat wie ein Sauternes etwas mehr Alkohol. Aber es passte alles zusammen und er schmeckte so gut, dass er unangefochten die höchste Bewertung des Abends bekam.
Damit endete eine vielschichtige Probe, die neben jungen Weinen auch gereifte Wein präsentierte und uns so zeigte, welches Potential in diesen Weinen stecken kann.
Dr.Clemens Kiefer möchten wir für die hervorragende Auswahl der Weine und seine kompetente Präsentation danken.

Verfasser: Dieter

2015_09_Probenergebnis_Weingut Prinz von Hessen

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