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Herzlich Willkommen auf unserer Website

Erstellt von webmaster am Montag 29. Dezember 2008

Die Ziele der Bruderschaft

  • Vermehrung des Wissens um den Wein
  • Pflege und Förderung der Weinkultur
  • Eintreten für die Ehrlichkeit und Sauberkeit des Weins
  • Mittler zwischen Produzent und Konsument
  • Einsatz für den deutschen Wein in den angrenzenden Ländern
  • Pflege der freundschaftlichen Beziehungen zu anderen Weinbruderschaften

Schnupperangebot für Weinfreunde

Sollten Sie mehr über uns wissen wollen, dann haben Sie die Möglichkeit, bei einer unserer nächsten Veranstaltungen einen der “3 Schnupperplätze für Nichtmitglieder” (Kostenbeitrag: 21 Euro) zu belegen. Unser Angebot richtet sich an alle Damen und Herren über 18 Jahre. Anmeldungen bitte über unser Kontaktformular auf der Seite “Kontakt“. Bitte nennen Sie uns Ihren Namen, wie wir Sie erreichen können und die Veranstaltung (ausgenommen Sonderveranstaltungen) an der Sie teilnehmen wollen. Wir freuen uns auf Sie.

Unsere Website

Unsere neue Website ist intuitiver und interaktiver. Sie können sich zukünftig wieder in unser Gästebuch eintragen und darüberhinaus jeden Probenbericht kommentieren.  Hierfür finden Sie unter jedem Artikel ein Formular.

Auf der rechten Seite finden Sie unseren Terminkalender mit allen anstehenden Veranstaltungen der Weinbruderschaft. Klicken Sie auf einen Termin, erhalten Sie mehr Informationen. Über die linken Seite finden Sie Zugriff auf alle aktuellen und älteren Probenberichte, aktuelle Kommentierungen sowie eine Suchfunktion.

Daneben erfahren Sie auf den unterschiedlichen Seiten mehr über uns, die Aktivitäten der letzten Jahre und das Thema Wein im Internet. Natürlich steht der Mitgliederbereich nur den Mitgliedern unseres Freundeskreis zur Verfügung.

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08. – 11.05.2014 Weinkulturreise an die Nahe

Erstellt von Dieter am Dienstag 1. Juli 2014

Unsere diesjährige Weinkulturreise führte uns an die Nahe in das Gebiete zwischen Bad Kreuznach und Meddersheim.

Obwohl das diesjähriges deutsches Wein-Thema „Württemberg“ ist, sind wir nicht dorthin gefahren, da wir vor  einiger Zeit schon dort waren. So haben wir uns für die Jahr die Nahe entschieden.

Wie immer bestand die Möglichkeit, flexibel an den Proben teilzunehmen, da die Anreise individuell erfolgte.

Wir begannen am Donnerstag Nachmittag beim Weingut Jakob Schneider in Niederhausen. Unserer Gruppe passte so gerade hauteng in die Probierstube. Gott sei Dank hatte niemand Knoblauch gegessen.

Das Weingut ist noch weniger bekannt als seine großen Nachbarn und auch nicht im VDP, aber das hatte keinen negativen Einfluss auf die Qualität und war positiv für die günstigen Preise. Uns machte die Probe Spaß und so dauerte sie dann auch länger als geplant, worüber aber niemand traurig war.

Hier stichwortartig die Weine:

1.         2013 Weißburgunder, QW trocken: Ein fruchtiger Weißburgunder mit jahrgangsbedingt deutlicher Säure.

2.         2013 Spätburgunder Blanc de Noir, QW, trocken: Ein klarer, fruchtiger Blanc de Noir mit jahrgangsbedingt deutlicher Säure.

3.         2013 Riesling, “Grauschiefer, QW trocken: Ein klarer, leichterer Riesling mit deutlicher Säure, und leichten Citrus-Noten.

4.         2013 Riesling, “Melaphyr”, QW, trocken:  Ein klarer  Riesling mit etwas fülligerer Frucht als der „Grauschiefer“  Er wirkte noch etwas verschlossen.

5.         2013 Riesling „Niederhäuser Rosenheck“, QW trocken: Ein dichter, recht nachhaltiger Riesling, der mehr Nuancen zeigt als die Gutsweine.

6.         2013 Riesling Niederhäuser Felsensteyer, QW trocken: Ein dichter, gut strukturierter Riesling mit reiferer, weicherer Säure, und leicht reduktiven Noten von der Spontanvergärung.

7.         2013  Riesling Niederhäuser Hermannshöhle, QW trocken: Ein sauberer, dichter, gradliniger Riesling mit jahrgangsbedingt deutlicher Säure.

8.         2012  Riesling Niederhäuser Hermannshöhle, QW trocken: Das Gegenstück zum 2013’er Riesling, sehr dicht, aber etwas rauchig mit weicherer Säure und zarter Reife.

9.         2012 Riesling Norheimer Dellchen, QW trocken:  Ein klarer, eleganter und filigraner, mineralischer Riesling, aber trotzdem nicht dünn.

10.       2007 Riesling Niederhäuser Hermannshöhle, QW trocken: Dieser Wein wirkte schon etwas, breiter, reifer und hatte an Dichte und Klarheit verloren, war der Grund dafür ein leichter Kork ?

11.       2008 Riesling Niederhäuser Felsensteyer, QW, trocken: Ein dichter, klarer  Riesling mit zarter Reife und frischer Säure, er hatte deutlich mehr Biss als der 2007′er.

12.       2011 Riesling Niedernhäuser Hermannshöhle, “Magnus”, QW trocken:  Ein klarer, gradliniger, dichter, aber auch schlanker Riesling mit gut integrierter Säure. Das war die Spitzen-Selektion !

13.       2013 Niederhäuser Klamm, Kabinett, fruchtsüß: Ein klarer, recht eleganter, fruchtiger und runder Riesling mit einer zarten Süße.

14.       2013 Niederhäuser Hermannshöhle, “Edition Elisabeth”, Spätlese fruchtsüß: Ein fruchtiger, frischer Riesling mit  einem feinen Säure- / Süße-Spiel.

15.       2012  Riesling Niedernhäuser Hermannshöhle, “Junior”, Auslese süß:  Ein recht dichter, aber auch eleganter Riesling mit zarter Botrytis und frischer Säure.

16.       2012  Niedernhäuser Hermannshöhle, “Mitternacht”, Eiswein edelsüß:  Ein dichter, Spur fülliger, Spur öliger Riesling mit dezenter Süße und leichter       Botrytis. Nach Mitternacht  gelesen, daher der Name.

2014_05_Weine Weingut Jakob Schäfer

Den nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück zu Fuß vom Niederthäler Hof zum Weingut Dönnhoff. Nach dem nächtlichen Regen war der Pfad an der Nahe entlang nach Oberhausen etwas nass und matschig. Das brachte einen Teil der Gruppe dazu, statt der 2 km an der Nahe den Umweg von 2 km über die Straße zu nehmen. Die anderen waren daher deutlich eher am Weingut, mussten dafür aber anschließend Schuhe putzen. Dort erwartete uns die „Schwiegertochter“. Durch längeren Aufenthalt im Rheinischen, kam sie problemlos mit der Kölner Mentalität klar (auch wenn die meisten Weinbrüder und –Schwestern keine echten Kölner sind)

Und wieder saßen wir recht hautnah zusammen, aber wir passten gerade so in die Probierstube.

Auch hier waren die Weine jahrgangsbedingt von der Säure geprägt aber trotz der schwierigen Witterung während der Erne zeigten sie eine kristallklare Frucht.

1.         2013 Riesling „Tonschiefer“, QW trocken:  Ein typischer Dönnhof-Riesling, zart mineralisch, elegant mit jahrgangsbedingt deutlicher Säure. Als Einstiegswein hatte er natürlich nur eine leichtere Struktur.

2.         2013 Riesling  Kreuznacher Kahlenberg, QW trocken:   Ein sauberer, runder, deutlich weicherer Riesling mit zarter Süße und recht saftiger Frucht

3.         2013 Riesling  Roxheimer Höllenpfad, QW trocken: Ein klarer, recht eleganter, filigraner, noch etwas glatter Riesling,

4.         2013 Riesling  Norheimer Dellchen, “Großes Gewächs”, QW trocken:     Wieder ein klarer, eleganter, filigraner Riesling, deutlich mehr Dichte, aber noch nicht fertig  (Fassprobe)

5.         2013  Gutsriesling, QW fruchtsüß:  Wieder ein typischer Dönnhof-Riesling mit klarer, recht eleganter, filigraner Frucht und dezenter Süße.

6.         2013 Riesling Oberhäuser Leistenberg, Kabinett fruchtsüß:  Ebenfalls ein klarer, eleganter Riesling mit sehr gutem Süße- / Säurespiel

7.         2013 Riesling  Niederhäuser Hermannshöhle, Spätlese fruchtsüß:   Wieder ein klarer, eleganter, filigraner und doch dichter Riesling mit dezenter Süße, die nicht pappig wirkt

8.         2013 Riesling Oberhäuser Brücke, Auslese fruchtsüß:  Ein Auslese wie sie sein soll, klar, elegant und vielschichtig mit sehr feinem Süße- / Säurespiel  (Fassprobe)

2014_05_Weine Weingut Dönnhoff

Nach der Probe ging es zu Fuß  über die Brücke zurück zum Restaurant Hermannshöhle , wo uns unser Mittagessen erwartete.

Und da man mit vollem Bauch nicht so gut laufen kann und das Weingut Emrich Schönleber als nächstes Ziel doch etwas weiter weg lag, gab es einen Mini-Bus-Transfer nach Monzingen.

Dort erwartete uns schon Werner Schönleber in seinem neuen Probenraum. Hier hatten wir etwas mehr Platz für unsere Gruppe.

Auch hier waren die Weine jahrgangsbedingt mehr säuregeprägt, aber ebenfalls kristallklar, aber nicht ganz so filigran wie die vom Weingut Dönnhof, dafür etwas dichter und maskuliner.

Mit den Weinen pendelten wir zwischen den beiden Lagen Frühlingsplätzchen und Halenberg.

1.         2013 Weißburgunder, QW trocken:  Ein klarer Weißburgunder mit leicht exotischen Frucht-Noten.

2.         2012 Gutsriesling, QW trocken:   Ein klarer, gradliniger, eleganter Riesling mit jahrgangsbedingt deutlicher Säure.

3.         2013 Riesling  „Lenz“, QW trocken: Ein klarer, recht dichter, saftiger Riesling, der von jüngeren Reben und einfacheren Parzellen aus der Lage Frühlingsplätzchen stammt.

4.         2013 Riesling „Mineral“, QW trocken:  Ein, eleganter, mineralischer Riesling mit deutlicher, aber gut integrierter Säure, der von jüngeren Reben und einfacheren Parzellen aus der Lage vom Halenberg stammt. Er zeigt etwas mehr Dichte und Fülle als der „Lenz“.

5.         2013 Riesling Monzinger Frühlingsplätzchen, QW trocken:  Ein eleganter, minera­lischer Riesling mit mehr Dichte als „Lenz“ und „Mineral“, aber noch etwas verhalten.

6.         2012 Riesling Monzinger Halenberg, “Großes Gewächs”  QW trocken:  Das ist ein echtes „Großes Gewächs, dicht, elegant, nachhaltig und vielschichtig. Noch zeigte etwas verhaltene Frucht.

7.         2013 Riesling Monzingen, Kabinett fruchtsüß:  Ein sauberer, klarer Riesling mit dezenter, nicht aufdringlicher Süße

8.         2012 Riesling Monzinger Frühlingsplätzchen, Spätlese fruchtsüß: Das ist eine typische Spätlese mit dichter, eleganter, finessenreicher Frucht und dezenter Süße.

9.         2012 Riesling Monzinger Frühlingsplätzchen, Auslese  fruchtsüß: Klarer, eleganter Riesling mit Finessen, dezenter Süße, aber Hauch buttrig

2014_05_Weine Weingut Emrich Schönleber

Nach dem Abendessen verkosteten wir dann eine Serie von Weinen aus dem Weingut Schäfer Fröhlich. Da Tim Fröhlich dringend seine Weine füllen musste, könnten wir die Weine nicht bei ihm verkosten und mussten das in unserem Hotel tun.

Die deutlich reduktiven Töne der Spontanvergärung führten bei einigen der Gruppe doch zu starken Irritationen – andere Verkosten verdrehen dabei ihre Augen vor Wonne. Allerdings muss zur Ehrenrettung gesagt werden, dass die Weine noch sehr jung waren und teilweise nur als Vorabfüllung zur Verfügung standen und somit noch nicht ihr volles Potential zeigen konnten.

1.         2013 Spätburgunder, “Blanc de Noir”, QW trocken:  Ein sauberer Blanc de Noir der jahrgangsbedingt sehr viel Säure und Citrus-Noten zeigte.

2.         2013 Weißer Burgunder, QW trocken:  Auch hier ein sauberer, aber Spur breiter Weißburgunder.

3.         2013 Gutriesling, QW trocken: Ein recht klarer Riesling mit jahrgangsbedingt deutlicher Säure und mehr Citrus- und Rhabarber-Noten.

4.         2013  Riesling „Fröhlich trocken“, QW trocken: Wie der Gutsriesling, aber etwas mehr Dichte.

5.         2013  Riesling Bockenau “Felsengestein“, QW trocken:  Ein weicherer, etwas breiter Riesling, etwas mehr Süße und die leichten weingutstypischen Spontan- Noten zeigte.

6.         2012 Riesling Schlossböckelheimer Kupfergrube, “Großes Gewächs”, QW  trocken:    Als Großes Gewächs war dieser Wein deutlich dichter, mit fester Struktur und den weingutstypischen Spontan-Noten, allerdings fehlte ihm etwas die Klarheit. Die 2.Flasche präsentierte sich dann besser .

7.         2012  Riesling Schlossböckelheimer Felsenberg, “Schiefergestein”  Spätlese fruchtsüß:  Die typische Nahe-Spätlese, dicht und voll, mit frischer Säure und dezenter Süße. Auch hier waren die weingutstypischen Spontan-Noten zu erkennen.

2014_05_Weine Weingut Schäfer Fröhlich

Samstag morgen war dann wieder eine Wanderung angesagt, diesmal vom Niederthälerhof zum Gut Hermannsberg.

Nach Google Earth sollte ein Weg auf halber Hanghöhe bis zum Gut Hermannsberg führen. Leider erwiesen sich die weißen Streifen auf der Karte auf der Mitte der Wanderung nicht als Weg sondern als steil aufragende Weinbergsmauern. Ohne Steigeisen nicht zu bezwingen.

Daraufhin kletterte ein Teil der Gruppe durch den Weinberg nach oben zu einem Wirtschaftsweg und ein anderer Teil nach unten zur Straße. Im Gut Hermannsberg gab es dann die Wiedervereinigung.

Im Probierraum war diesmal ausreichend Platz – auch wenn er nur für kleinere Gruppen vorgesehen war, aber mit zwei zusätzlich angestellten Tischen gab es hier für alle fürstlich Platz. Seit das Weingut einen neune Besitzer hat, der das Ziel hat wieder Spitzenweine aus den berühmten Lagen zu produzieren, geht es wieder steil aufwärts mit dem Wiengut.

1.         Riesling-Sekt brut:  Ein Sekt mit klarer Frucht und kräftiger Säure, der 11 Monate auf der Hefe gelegen hat.

2.         2012 Weißburgunder, QW trocken:  Ein zart herb fruchtiger Weißburgunder.

3.         2013 Weißburgunder, QW trocken:  Ein klarer Weißburgunder, der für da Jahr 2013 eine relativ weiche Säure hat ( entsäuert ?),  mit exotischen Frucht-Noten  und da er noch sehr jung ist, mit  deutlichem Parfüm nach Eisbonbon.

4.         2013 Riesling, „Just Riesling“, QW trocken:   Ein sauberer, klarer, etwas verhaltener Riesling mit weicherer Säure: im Hintergrund sind noch reduktive Töne zu erkennen.

5.         2012 Riesling „Jubiläumswein“, QW trocken:   Diesem Riesling hat das Jahr Reife gut getan, er hat sich schon gut abgerundet und zeigt mehr Struktur als der „Just Riesling“.

6.         2013 Riesling Niederhausen, QW trocken:   Ein, dichter, weicher Riesling  von Tonschiefer-Böden der Lage vom Hermannsberg; im Hintergrund sind noch reduktive Töne zu erkennen.

7.         2013 Riesling Schloßböckelheim, QW trocken:   Ebenfalls ein dichter, klarer Riesling  von Melaphyr-Böden aus der Lage Kupfergrube, auch sind im Hintergrund noch reduktive Töne zu erkennen.

8.         2013 Riesling „Von den Steinterrassen, QW trocken:   Ein klarer, mineralischer und gut strukturierter Riesling mit einer deutlichen, aber gut integrierten Säure.

9.         2013 Riesling, Kabinett fruchtsüß:   Ein sauberer, klarer Riesling aus der Kabinett-Klasse mit einem schönen Süße – / Säurespiel.

10.       2012 Riesling, „Rothenberg“ Spätlese fruchtsüß:   Ein klarer, zarter, eleganter Riesling, mit frischer Säure, etwas mehr Süße, was einer Spätlese auch  angemessen ist.

2014_05_Weine Gut Hermannsberg

Per Minibus ging es dann zum Mittagessen wieder Nahe-aufwärts nach Monzingen in das Restaurant „Zur Traube“. Nach dem Abschluss-Kaffee kam dann die „weite“ Wanderung zum Weingut Hexamer  auf die andere Seite der Straße.

Nach den klassischen Weißweingütern war die Rebssortenpalette hier etwas breiter aufgestellt. Neben Riesling und Burgundersorten gibt es auch Sauvignon blanc sowie die Rotweinsorten Spätburgunder und Frühburgunder.

Leider stießen wir auch hier an die Kapazitätsgrenzen des Probierraumes. Die Plätze reichten zwar aus, aber es waren zwei voneinander entferne Tische, an denen auch noch andere, nicht angemeldete Gäste saßen. Dadurch wurden die Erläuterungen für die Winzerin sehr mühsam, sie an den zwei Tischen separat erzählen und auch noch eine dritte Gruppe bedienen.

1.         2013 Weißburgunder, QW trocken:  Ein fruchtiger, zarterer Riesling mit frischer Säure.

2.         2012 Riesling „Eisendelle“, QW trocken:  Ein zart herb fruchtiger Weißburgunder.

3.         2012 Riesling Schloßböckelheim, QW trocken:  Dieser Riesling war deutlich runder und besser strukturiert als der Wein davor. Die Säure war deutlich, aber    gut eingebunden.

4.         2012 Riesling Schloßböckelheimer Königsfels, QW trocken:  Ebenfalls ein dichter klarer Riesling mit sehr zarter Süße.

5.         2012 Riesling Schloßböckelheimer in den Felsen „No 1“, QW trocken:  Als No. 1 war dieser Riesling deutlich wuchtiger und weniger filigran. Die Säure war deutlich weicher als bei den anderen Rieslingen.

6.         2012 Sauvignon blanc, QW trocken:  Ein weicher, runder Sauvignon blanc mit zart grünen Noten und etwas mehr Süße.

7.         2011 Spätburgunder, QW trocken: Ein dichter, klarer Spätburgunder, wirkt noch etwas kantig (Fassprobe).

8.         2009 Frühburgunder, QW trocken: Ein dichter, etwas breiterer, fülliger und nicht so klarer Frühburgunder, die 2.Flasche war klarer, dichter.

9.         2009 Spätburgunder „No 1“, QW trocken: Das war die Steigerung von normalen Spätburgunder mit mehr Dichte, mehr Holz und einem weicheren, Spur schokoladigem Tannin.

10.       2013 Riesling, „Quarzit“, Hochgewächs fruchtsüß: eines der seltenen Hochgewächs an der Nahe, fruchtig aber mit etwas dienliche Süße und mehr traubige Aromen.

2014_05_Weine Weingut Hexamer

Damit waren die Besuche bei den Weingütern beendet und es folgt nur noch die Fahrt zurück zum Niederthälerhof zum Abendsessen.

Den kulturellen Abschluss der Nahetour machte am Sonntag morgen dann unsere geführte Besichtigung vom Bäderhaus bis zum Gradierwerk in Bad Kreuznach. Das Mittagessen gab es im Brauhaus neben dem Gradierwerk..

Damit war unsere Nahetour endgültig zu Ende.

Für die gelungene Weinreise möchten wir uns bei unserem Weinbruder Wilfried Schmitz bedanken, der sehr viel Zeit und Aufwand getrieben hat, bis er die Tour so zusammen gestellt hatte, dass alles reibungslos klappte.

PS.   Dass sich dann der größte Teil der Gruppe auf der Jahrgangspräsentation von Weingut Matthias Müller in Spay wieder traf, war nicht geplant, lag aber  daran, dass es über Spay nur ein kleiner Umweg auf der Rückfahrt nach Köln ist.

 

Verfasser Dieter

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Unsere Weinproben 2014

Erstellt von Dieter am Dienstag 27. Mai 2014

Da nach einem Software-Update unser alter Veranstaltungskalender leider nicht mehr funktioniert folgt hier eine Übersicht über unsere Weinproben 2014

Probenschwerpunkte: Württemberg, Südamerika                               Stand: 01.06.2014

N = Normalveranstaltung, S = Sonderveranstaltung (Kostenbeitrag)

Datum   Thema
 .
21.08.2014        S Weine aus Mexico
Wir werden eine kleine Anzahl an Weinen aus Mexico verkosten, die bisher noch nicht auf dem deutschen Markt erhältlich sind.

Da uns jeweils nur eine Probeflasche zur Verfügung steht, wird diese Probe als Sonderprobe mit max. 12 Teilnehmern durchgeführt.- Diese Probe ist bereits ausgebucht -
18.09.2014        N Libanon
Weine aus dem Libanon gelten bei uns als Exoten, aber schon die Phönizier haben hier Wein angebaut. In den letzten 10 Jahren gab es einen deutlichen Aufschwung. Inzwischen produzieren ca. 40 Weingüter.
23.10.2014 N Südamerika
Nicht nur in Argentinien und Chile wird Wein angebaut. Auch in Brasilien, Uruguay und anderen Ländern wird Wein produziert. Wir wollen einen kleinen Überblick zu geben.
06.11.2014  S Weihnachtsessen
Das diesjährige Weihnachtsessen findet im Restaurant OX & KLEE am Samstag um 18.30 Uhr statt. Wir haben etwa 25 Plätze zur Verfügung. Anmeldung über info@weinbruderschaft-koeln.de
20.11.2014        N Technikprobe Geilweilerhof mit Neuzüchtungen
Pilzwiderstandsfähige Rebsorten – wie ist der Stand der Dinge? Wie haben sich die bisherigen Ergebnisse entwickelt ? (Stichwort: „Der stille Fort­schritt“) Rück- und Ausblick aus erster Hand von Dr. Rudolf Eibach vom Institut für Rebenzüchtung am Geilweilerhof, Siebeldingen
11.12.2014  N Vergleichsprobe Blaufränkisch gegen Lemberger
Blaufränkisch und Lemberger sind die gleiche Rebsorte, aber bisher haben die württemberger Lemberger meist ein schwaches Bild abgegeben.  Hat sich das bei den engagierten, neuen Winzern geändert? Wir werden den Vergleich ziehen.

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24.04.2014 Blindprobe „Discounter Weine gegen Winzer Weine“

Erstellt von Dieter am Dienstag 27. Mai 2014

Discounter in Konkurrenz zum Winzer ?

Nein, das war nicht der Gedanke, der hinter dieser Probe stand. Weder sollte der eine Wein Richtung Himmel gehoben, noch der andere Wein Richtung Hades (griechisch Unterwelt, nicht zu verwechseln mit den hervorragenden württem¬bergischen Weinen aus kleinen Fässern) versenkt werden. Vielmehr waren die regelmäßigen Veröffentlichungen des Deutschen Wein Instituts (DWI) der Auslöser dieses Projekts. Fanden danach doch fast 80 % des Weins in Deutschland über Discounter und Supermärkte den Weg zum Weinfreund. Und wenn dann noch der Preis für 1 Liter Wein im Discounter mit durchschnittlich 2,60€ und im Supermarkt mit 3,80€ benannt werden, dann stellt sich mir die Frage: wo stehen wir als Wein¬bruder¬schaft mit unserem Weingenuss, ist das Kulturgut Wein bei uns so exklusiv, wie wir es im Rahmen unseren Proben verorten? Haben wir uns von dem Großteil der Wein¬freude verabschiedet, oder geht es bei uns ebenso zu wie bei bestimmten Zeitungen, die keiner liest, aber doch jeder weiß, was darin geschrieben steht? Kurz und gut, können wir anhand unserer Weinerfahrungen feststellen, welcher Wein eine Winzer¬handschrift trägt und welcher Wein einem vermeintlich allgemeinen Geschmack Rechnung trägt? Sieben Durchgänge mit 14 Weinen sollen uns auf die Probe stellen und zeigen, wie es um unsere Gewissheit bestellt ist.

 

Das Schöne an Blindproben in der Weinbruderschaft ist, dass sie mehr als sonst zu einem lebhaften Austausch der Eindrücke führen, also besonders kommunikativ sind.

Zur Beurteilungen sind lediglich die Rebsorte, das Anbaugebiet und der Jahrgang bekannt, der Rest liegt im Dunkel der Flaschen.

 

Die ersten vier Weine sind Rieslinge aus dem Rheingau, die Weine No.1 & No.2 aus dem Jahr 2012, die Weine No.3 & No. 4 aus dem Jahr 2013.

Der Wein No.1 zeigt eine knackige Säure, klare Frucht mit einem mittellangem Abgang,, insgesamt sehr typisch für seine Herkunft, der Wein No.2 ist weicher, dichter, lässt aber die rheingautypische Frische vermissen.

Um so größer war die Überraschung, dass es sich bei unserem ersten Wein um die „Jungen Rheingauer“ vom Lidl und bei dem zweiten Wein um den „Terra Montosa“ vom Weingut Georg Breuer handelt.

Grund für diese Paarung ist der Umstand, dass es sich bei den „Jungen Rheingauern“ sich nicht um ein Marketingprodukt handelt, sondern dass sich 50 junge Betriebsinhaber innerhalb des Rheingauer Weinbauverbands fanden, die mit verschiedenen Projekten dem Wein ein zeitgemäßes Image verschaffen wollen und im Jahr 2012 ein erfolgreiches Projekt mit der Firma Lidl mit 120.000 Flaschen starteten. Mitglied dieser Gruppe ist auch Theresa Breuer. Was lag also näher, diese beiden Weine in all ihrer Unterschiedlichkeit trotzdem zu vergleichen, gilt es doch den Winzerwein vom Discounterwein zu unterscheiden. Und genau das gelang nicht, denn beide Weine waren Winzerweine, nur ihre Vertriebswege waren unterschiedlich. Diese Erkenntnis sollte uns im Laufe des Abends noch verschiedene Male begegnen.

Die Weine No.3 & No.4 sind gewisser Massen eine Provokation, die aber ins Thema passt. Entpuppen sich die Weine doch als ein Wein vom Weingut „Hans Lang“, vertrieben bei „Aldi Süd“ und den Östricher Ortswein „Alte Reben“ vom Weingut F.B. Schönleber. Schnitt dieser Wein auch mit 0,5 Punkte besser ab als der Wein vom Weingut „Hans Lang“, so mag es den alten Reben zu verdanken sein. Grund für diese Auswahl war der Umstand, dass ich den bei Aldi angebotenen Wein nicht im Sortiment des Weinguts „Hans Lang“ wiederfand. Handelt es hierbei um eine Sondercuvée für den Vertrieb über den Discouter? Beide Weine sind ohne Tadel, die „Alten Reben“ zeigt mehr Tiefe und Mineralität, eilt aber in der Gesamtbetrachtung nicht davon.

Die nächsten vier Weine stammen aus Baden.

Der Weißburgunder 2011 von der Vitis Projekt GmbH (Edition Fritz Keller, Aldi Süd) begegnet dem 2011 er Weißer Burgunder vom Weingut Huber und belegt mit einem Abstand von einem halben Punkt Unterschied einen ehrenvollen zweiten Platz. Beide Weine sind tadellos, frisch und sortentypisch, der Wein des Weingut Hubers zeigt einen deutlichen Holzeinsatz, und wirkt etwas breiter. Nun, da entscheidet letztlich der persönliche Geschmack.

Bei den nächsten Weinen, zwei Grauburgunder, kommt es zu der besonderen Begegnung, treffen doch der Graue Burgunder 2012 der Edition Fritz Keller auf die Oberbergener Bassgeige Grauburgunder des Weinguts Schwarzer Adler Franz Keller. Auch hier ist es interessant zu überprüfen, inwieweit sich die Handschrift von Fritz Keller in beiden Weinen wiederfinden lässt. Auch hier zeigen sich beide Weine sauber und fehlerfrei, während die Oberbergener Bassgeige eine spitze Säure und mehr Kanten bietet. Dennoch wurde der Wein aus der Herzkammer nordrheinwestfälischer Weinmacherei (Essen = Sitz der Vitis Projekt GmbH) etwas besser bewertet.

Es folgt der Wechsel von Baden nach Württemberg und von weiß zu rot . Zwei mal Trollinger, beide Weine von erkennbaren Winzern bzw. Winzergenossenschaften.

Den Trollinger der Felsengartenkeller Besigheim fand ich im Rahmen der Vorbereitungen zu dieser Probe im Abverkauf beim Discouter Penny für erschreckende 1,99 € (Kassenbon liegt beim Schatzmeister, gegebenenfalls zur Einsicht). Damit hatte ich den Wein gefunden, der allein schon vom Preis schockiert. Sein Gegenüber, ein Trollinger vom Weingut Bernhard Ellwanger aus Großheppach, in Weinfachhandel für 4,50€. Beide Weine haben den Anspruch, mit einer merklichen Restsüße im halbtrockenen Bereich unkompliziert Freude zu bereiten, keine Philosophenweine, oder je nach genossener Menge vielleicht doch? Dass zwischen den Weinen ein Bewertungsunterschied von 0,2 Punkten lag, darf man gerne bei einem weiteren Glas vergessen.

Zwei 2012 Dornfelder aus der Pfalz folgen. Ein bewusst Barrique-betonter Wein von der Weinkellerei Peter Mertes trifft auf einen fruchtbetonten, mit klarer Kirsche ausgestatteten Dornfelder der Wachtenburg Winzer e.G. Auch hier verteilten sich die Vorlieben gleichmäßig, ebenso wie die Einschätzung, welcher dieser Weine über Discounter bzw. Fachhandel oder Direktvertrieb erworben wurde. Ob in diesem Fall der Holzton dem Wein wirklich dienlich war oder ihn ehr erschlug?

Das Finale bestreiten zwei 2011 Spätburgunder aus Baden, Lidl vs. Salwey. Lidl mit einem Wein aus seiner Linie „Viajero Junge Winzer“, auf der Flasche begegnet uns ein freundliches, junges Gesicht Also eine persönliche Ansprache durch die Ausstattung der Flasche? Liest man die Beschreibung der Line Viajero, dann entstehen diese Weine in enger Zusammenarbeit durch die beteiligten Winzer mit Lidl. Lidl begleitet den Wein von der Beere bis zum Weinregal. Vielleicht handelt es hier um „den echten Discounterwein“, da nicht ein fertiges Produkt dem Handel zum Verkauf angeboten und durch den Discounter vertrieben wird, sondern dieser bereits die gesamte Produktion in seinem Sinne begleitet? Das Ergebnis ist jedenfalls ein Wein, bei dem ich die typischen Spätburgundereigenschaften schwach ausgeprägt vorfand. Die Nase war kurz, wo waren die Veilchenpastillen und Schwarzkirschen? War er einmal getrunken, so hinterließ er auch keinen bleibenden Eindruck. Gut, er war sauber gemacht, zeigte aber keine Individualität, es sei denn, dass die Abwesenheit gewünschter Eigenschaften Ausdruck von Individualität darstellt. Anders hingegen zeigte sich der durchgegorene und unfiltrierte Spätburgunder vom Weingut Salwey aus Oberrotweil. Er ist nicht „Everybody`s Darling“, was die Gesamtbewertung gut widerspiegelt. Dennoch zeigt er mit verantwortungsvoll eingesetztem Holz das typische Aromenspektrum, was von einem badischen Spätburgunder erwartet werden darf.

 

Fazit dieser Probe:

Sie war einfach wieder schön, da es ausreichend Gelegenheit gab, sich und seine Weinschwestern und -brüder zu prüfen, zu diskutieren und schließlich in Erstaunen und „Hab ich`s mir doch gleich gedacht“ einzumünden. Blindproben haben ihre Unberechenbarkeit, und gerade darin liegt ihr Reiz. Sie helfen uns, vermeintliche Sicherheiten zu hinterfragen. So haben sich alle Weine in der Probe gut behauptet. Alle waren fehlerfrei, Discounterweine (immer unter dem Gesichtspunkt ihres Vertriebswegs) konnten, wie am Beispiel der „Jungen Rheingauer“, Charakterköpfe sein, waren durchweg in der Bewertung mit ihren Probengegenüber mal mehr, mal weniger gleichauf. Mancher mag nach der heutigen Probe sein Koordinatensystem nachjustieren oder vielleicht sich sogar outen: ja, auch ich habe schon einmal Weine im Discounter gekauft“.

 

Verfasser. Jörg Kleimeier

2014_04_Probenergebnis_Discounter gegen Winzer

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13.03.2014 Hauptversammlung

Erstellt von Dieter am Dienstag 27. Mai 2014

Für die diesjährige Mitgliederversammlung standen keine Neuwahlen an und so konnten ausgiebig diverse Themen diskutiert werden, die in der letzten Zeit aktuell geworden waren.

Das Protokoll der Versammlung steht wie immer im Mitgliederbereich.

 

Damit die Diskussionen nicht zu trocken blieben gab es eine Auswahl an Württemberger Weinen von Weingütern, die sich dieses Jahr nicht mit eigenen Weinproben vorstellen können.

Es waren

- das Weingut Jürgen Ellwanger, Winterbach,

- das Weingut Kistenmacher-Hengerer, Heilbronn und

- das Weingut Wachtstetter, Pfaffenhofen.

Im Gegensatz zu den normalen Weinproben wurde nicht gewertet, um die Diskussionen nicht zu unterbrechen. Daher steht im Anhang nur die Liste der verkosteten Weine.

2014_03_Probenergebnis_Württemberg HV

 

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13.02.2014 Weinprobe Chile

Erstellt von Dieter am Dienstag 27. Mai 2014

Nachdem wir mit unserer ersten Probe im neuen Jahr in Argentinien gestartet waren, sind nun auf der anderen Seite der Anden in Chile angekommen.

Auch hier wird seit den achtziger Jahren in großem Rahmen Qualitätsweinbau betrieben Die Familie Wattler hat damals schon  mit ihrer Firma “Chile Wein Import“ begonnen, chilenischen Wein zu importieren.

Somit hatten wir mit Johannes Wattler einen kompetenten Referenten, um einen kleinen Überblick über die Vielfalt der Weine Chiles zu bekommen.

Wie gewohnt starteten wir mit den Weißweinen, mit zwei Sauvignon blanc und einem Chardonnay.

Der 2013’er Sauvignon blanc „Selection Mirador“ vom Weingut William Cole, einem Kalifornier, der nach Chile gekommen ist und sich dort ein Weingut aufgebaut hat, schmeckte für einen Neue Welt Sauvignon blanc etwas ungewohnt: keine vollreifen Kiwi- und Stachelbeer-Noten wie in Neuseeland, sondern eher grüne Holunder- und   Brennnessel-Töne und eine kräftige, frische Säure, wie man es bei den Weinen von der Loire gewohnt ist.

Der zweite Wein, der 2012’er Sauvignon blanc „Gran Reserva“ der Bodegas Tarapaca tendierte mit seinen leicht vollreifen Noten und gelben Früchten wieder mehr zu den gewohnten „Neue Welt Sauvignons“. Auch ein sehr zarter Holzton war zu erschmecken, obwohl dieser Wein nicht im Barrique ausgebaut sein soll. (Aber ein neues großes Holzfass kann auch zu leichten Holzaromen führen)

Neben Sauvignon blanc gehört in Chile natürlich auch Chardonnay zum Rebsorten-Repertoire. Wir konnten den 2011’er Chardonnay „Gran Reserva“ der Bodegas Tarapaca verkosten. Ein voller, aber nicht fetter, Hauch buttriger Wein mit sehr dezenten Holznoten. Er wird noch weitere Reifezeit benötigen und  gefiel deshalb nicht allen Verkostern.

Rosé-Weine sind in Chile zwar noch selten, aber die Roséwelle ist inzwischen auch über die Anden geschwappt. Der 2013’er Rosé „Terra Alta“  der Bodegas Santa Camilla aus dem Maule Valley ist ein ungewöhnliches Cuvee aus Syrah und Spätburgunder. Kein lieblicher und gefälliger sondern ein klarer, straffer und herber Rosé mit zarten Erdbeer-Noten und guter Struktur. Er wird sicher auch länger als nur einen Sommer halten und Spaß beim Trinken bereiten.

Nach den Weiß- und Rosé-Weinen folgten die Rotweine.

Der „Traditions-Wein“, der 2011  Merlot „Las Garzas“, von der Bodegas Geo-Wines aus dem Colchagua Valley machte den Anfang. (Er gehörte zu den ersten Weinen die vom “Chile Wein Import“ importiert wurden)  Ein ordentlicher, etwas gröberer und kantiger Merlot, aber insgesamt eine gute Basis-Qualität mit einem günstigen Preis.

Dann kam eine dick verklebte, unbekannte Flasche als Pirat. Ein eleganter, fruchtiger Wein mit guter Säure, zartem Holz und dezenten Kräuter- und Vanille-Noten.  Was konnte das sein? Auch die hilflosen Blicke der Verkoster zum Referenten konnten das Rätsel noch nicht lösen.  Zaghaft wurde ein Vorschlag geäußert: ein Pinot Noir ?, und dann noch aus Chile ?

Nein, dieser Pirat war ebenfalls ein Merlot und kam zur großen Überraschung aller aus der Schweiz vom Genfer See. Und was war die Verbindung zu Chile ? Der Kellermeister der Cooperative Uvavins ist ein Chilene. Dieser Wein, der 2011’er Merlot, “Bernard Ravet Premium” war für eine spezielle, gehobene Gastro-Linie produziert worden, die nach dem Schweizer Spitzenkoch Bernard Ravet benannt ist.  Der Wein zeigte, dass in der Schweiz nicht nur durchschnittliche Merlots sondern auch elegante, finessenreiche Top-Weine produziert werden können, wenn auch zum entsprechenden Preis.

Unsere Verkostung wurde mit einer weiteren exotischen Rebsorte fortgesetzt, die jetzt natürlich wieder aus Chile kam.

Der 2009’er Petit Verdot „Laura Hartwig Reserva“ vom Weingut Santa Laura aus dem Colchagua Valley. Ein dichter Petit Verdot mit festem Tannin. Im Gegensatz zum Petit Verdot aus Argentinien aus unserer Januar-Probe, wirkte er noch deutlich kantiger und härter und wird noch etwas Zeit benötigen, bis er weicher und runder wird. Das Weingut selektiert die Trauben für die eigenen Weine extrem streng, dass nur 25% der Trauben dafür verwendet werden, der Rest wird an andere Produzenten verkauft.

Nach den reinsortigen Weinen folgte ein erstes Cuvee, der 2010 Biowein „+ Plus“ von der Bodegas Vina Tarapaca.

Dieser Jahrgang besteht zum ersten Mal aus sechs Rebsorten: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Syrah, Carmenere und Petit Verdot. Neun Monate wurde er in Barriques aus französischer und amerikanischer Eiche ausgebaut.

Ein dichter, recht vielschichtiger Wein mit zarten Gewürz- und Kräuter-Noten und einem festem, reifem, leicht schokoladigem Tannin. Das ist viel Wein fürs Geld.

Chiles autochthone Parade-Rebsorte, die Carmenere durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Der 2011’er Carmenere „Gran Reserva“, kam ebenfalls von der Bodegas Vinas Tarapaca.

Ein dichter, würziger Wein mit schöner Frucht, frischer Säure und festem Tannin. Er wirkte noch recht jung und kantig und war auch noch etwas Holz-geprägt.

Ein weiteres Cuvee wurde uns präsentiert. Der  2011’er „Calicanto“ der Bodegas Vina El Principal ist ein Cuvee aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Petit Verdot und ist der „einfachste“ von den drei Top-Weinen der Bodega. Auch dieser Wein glänzte mit voller, dichter Frucht,  zarten Kräuternoten und festem, reifem Tannin.

Damit hatten wir bereits ein sehr hohes Qualitätsniveau erreicht.

Wir wechselten wieder zu einem reinsortigen Wein, dem 2009’er Syrah „Polkura“ von der Agricola La Vina von Jens Bruchfeld. Die Trauben stammen von einem Weinberg mit gelbem Granit-Gestein aus der Umgebung von Marigue.

Dieser Wein besaß eine dichte, vollreife Frucht und war 2 Jahre älter als der „Calicanto“, wirkte aber im Vergleich dazu aber  immer noch etwas kantig und eckig. Dafür zeigte er aber in der Frucht Brombeer-Noten, einen Hauch Menthol und zarte Vanille-Töne.

Dann kam wieder ein Cuvee aus der etwas ungewöhnlichen Mischung von Syrah, Cabernet Sauvignon und Tempranillo, der 2011’er „Flaherty“ vom kleinen Privatweingut von Ed Flaherty. (Er ist hauptberuflich Kellermeister bei der Bodegas Tarapaca.) Hier wurde demonstriert, dass man im Anancagua Valley einen dichten, aber auch gleichzeitig eleganten Wein mit sehr zartem Holzton und dezenter Frucht-Süße herstellen kann. Diese Qualität hat allerdings auch ihren Preis. 2004 wurde der erste Flaherty mit eine Gesamtmenge von 1200 Flaschen produziert. Und viel mehr ist es in der Zwischenzeit nicht geworden.

Für uns war das der zweitbeste Wein des Abends, der sich nur dem letzten Wein geschlagen geben musste.

Dieser letzte Wein war der 2008’er “Memorias” von der Bodegas Vina El Principal. Er ist die Nummer 2 der drei Top Weine dieses Weinguts. Ein Cuvee aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Carmenere, das sich noch etwas finessenreicher als das Cuvee „Flaherty“ präsentierte mit einem seidigen, Spur schokoladigem Tannin und zarter Holznote. Das war der krönende Abschluss des Abends.

Nach diesem kleinen Rundgang durch die Weinwelt Chiles – die leider nur ein kleiner Ausschnitt sein konnte – möchten wir uns bei unserem Referenten ganz herzlich für die Präsentation bedanken.

Im Anschluss an den Probenbericht noch eine kleine Übersicht über den Weinbau in Chile:

Chile erstreckt sich in Nord-Südrichtung über 4000 km und ist nur 200 km breit. Es verfügt daher über unterschiedliche Klimazonen. Der Weinbau erfolgt in einem ca. 1000 km langen Bereich, der sich in vier Weinbauregionen und deren Sub-Regionen aufteilt, die zwischen dem 30. und dem 38. Breitengrad liegen.

  1. 1.    Region Coquimbo
  • Valle del Elqui:   nördlichste Region, teilweise sehr hoch gelegene Weinberge
  • Valle de Limari:   Küstennähe, dadurch recht kühl
  • Valle de Choapa:   kühl und trocken
  1. 2.    Region Aconcagua
  • Valle del Aconcagua:   vorwiegend warm, in Küstennähe kühl
  • Valle de Casablanca:   je nach Nähe zum Meer mehr oder weniger kühl
  • Valle de San Antonio:  kühl bis sehr kühl, trocken
  1. 3.    Region Valle Central
  • Valle del Maipo:  warm in Küstennähe kühl, trocken
  • Valle de Rapel:  warm, trocken
  • Valle de Curicó:  warm, trocken
  • Valle del Maule: Warm bis gemäßigt warm, trocken
  1. 4.    Region Valle Sur
  • Valle del Itata:   Gemäßigt warm, ausreichend Regen
  • Valle del Bío-Bío:  Kühl, regelmäßiger Regen
  • Valle del Malleco:  Kühl, regenreich

Maipo, ca. 40 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile gilt als bestes Anbaugebiet. Aus dem südlich anschließenden Rapel-Tal kommen ebenfalls sehr gute Rotweine.  Die besten Weißweine aus Chardonnay und Sauvignon werden im Bereich Casablanca nahe der pazifischen Küste hergestellt.

Weinbaufläche: ca. 115.000 ha

Klima: Mediterran bis kühl mit höherer Luftfeuchtigkeit

Wichtigste Rebsorten: Cabernet Sauvignon (41.500 ha), Merlot (13.000 ha), Carménère (7.500 ha), Chardonnay (9.000 ha), Sauvignon Blanc (8.500 ha)

Verfasser: Dieter Ockelmann

2014_02_Probenergebnis_Chile

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19.01.2014 Sonderweinprobe mit dem Weingut Dautel aus Bönnigheim

Erstellt von Dieter am Mittwoch 5. Februar 2014

Unser diesjähriges deutsches Leitthema ist Württemberg und dazu wollten wir auch das Weingut Dautel einladen. Leider konnten wir keinen regulären Probentermin finden, an dem es auch für das Weingut passte. Dann aber bot sich die Möglichkeit, einen Tag vor VDP Präsentation „Großes Gewächs” in Köln eine Sonderprobe zu veranstalten. Da unsere regulärer Versammlungsort nicht zur Verfügung stand, hatte sich unsere Weinbruder Wilfried Schmitz bereit erklärt, die Veranstaltung bei sich zuhause durchzuführen.

Das Weingut liegt in Bönnighausen, einem Ort zwischen Heilbronn und Stuttgart. Es besitzt 11 ha Weinberge an den Ausläufern des Stromberges. Die Flächen sind zu 60% mit Rotweintrauben und zu 40% mit Weißweintrauben bestockt. Riesling und Lemberger sind die Leitsorten.

Die wichtigsten Einzellagen sind der Bönnigheimer Sonnenberg auf schweren, nährstoffreichen Keuperböden (bunter Mergel, Schilsandstein und Gipskeuper) und der Besigheimer Wurmberg mit Muschelkalk-Terrassen am Südhang des Wurmbergs.

Die Weinqualität folgt der dreistufigen Qualitätspyramide des VDP.

Die Gutsweine (mit weißer Kapsel) sind die Grundweine für jeden Tag. Klar und feinfruchtig die Weißweine, rund und vollmundig die Rotweine.

Die Ortsweine (mit schwarzer Kapsel) folgen als höhere Qualität  und werden aus den traditionellen Rebsorten Lemberger, Spätburgunder, Riesling und Weißburgunder gekeltert.

Die Lagen- und Selektionsweine (mit goldenem Etikett) stehen an der Spitze der Qualitätspyramide. Durch intensive Handarbeit und spezielle Behandlung im Weinberg entstehen individuelle Weine mit großen Lagenpotential. Die Trauben der „Großen Gewächse” stammen aus den ältesten Parzellen im Bönnigheimer Sonnenberg.

Die Zusatzbezeichnung mit Sternen soll nur noch für eine Übergangszeit genutzt werden, um alte Kunden mit dem neuen Schema vertraut zu machen.

Mit den vierzehn nachfolgenden Weinen konnten wir uns dann einen kleinen Überblick über das Sortiment des Weinguts machen.

1.         2012 Bönnigheimer Riesling „Gipskeuper” **

Als Ortswein wurde er mit Reinzuchthefen vergoren. Das war ein dichter, fruchtiger, fast etwas üppiger Riesling mit deutlichen exotischen Noten. Ein sehr guter Alltagswein, der viel Trinkspaß bringt.

2.         2012 Besigheimer Wurmberg ***

Dieser Riesling stammt von alten Reben, die auf Muschelkalk stehen und wurde zu 30% spontan vergoren. Dadurch präsentierte er sich dicht, aber gleichzeitig auch elegant mit einer feinen Mineralität.

3.         2012 Grübenstein Riesling „Großes Gewächs VDP”

Als letzten Riesling konnten wir dieses „Großes Gewächs” aus einer Lage auf Schilfsandstein verkosten. Der Most wurde zu 50% spontan vergoren. Hier hatten wir ein typisches Großes Gewächs mit fester Struktur und feiner Mineralik, allerdings wirkte er noch etwas verschlossen und konnte noch nicht mit einem Trinkgenuss wie der Besigheimer Wurmberg aufwarten. Aber das dürfte nur noch die Frage der Zeit sein.

4.         2012 Kreation weiß

Dieser Wein ist ein Cuvee aus Riesling, Kerner und Weißburgunder. Der Kerner soll etwas Würze bringen, der im Barrique ausbaute Weißburgunder die Fülle, Cremigkeit und weichere Säure. Und so zeigte sich dann dieser Wein auch auf der Zunge. Sicher ein guter Essensbegleiter!

Dann wechselten wir zum Weißburgunder als der zweiten wichtigen Rebsorte des Weingutes.

5.         2012 Bönnigheimer Weißburgunder „Gipskeuper” ***

Wie der Name schon sagt, stehen die Reben auf Gipskeuper. Zu etwas 20% wurde der Most spontan vergoren. Ähnlich wie der Bönnigheimer Riesling kam dieser Weißburgunder  als fruchtiger, runder Wein mit guter Struktur daher. Er wirkte anfangs noch etwas verschlossen, konnte dann aber an der Luft gewinnen.

6.         2012 Weißburgunder „S

Als Selektionswein wurde er vollständig spontan vergoren und im 300-l Eichenholzfass ausgebaut. Erst im September nach der Ernte wurde er von der Hefe abgezogen. Da gab im Fülle und Cremigkeit, dazu kam ein zarter Holzton. Ein gelungener Weißburgunder , der mit weiterer Reife noch gewinnen dürfte.

Nach den Weißweinen wechselten wir zu den Rotweinen. Und da durfte ein Trollinger nicht fehlen, das Württemberger Nationalgetränk.

7.         2012 Trollinger „Terrassenlagen”

Dieser Trollinger stammte von alten Reben aus der Lage Wurmberg und wurde im großen Holzfass ausgebaut. Die Verkoster staunten nicht schlecht, als sie nicht den üblichen, etwas dünnen, blassen Trollinger vorgesetzt bekamen, sondern einen kräftigen, eigenständigen und charaktervollen Wein, der die positiven Eigenschaften des Trollingers sehr gut herausstellte.

Nach diesem roten Einstiegswein wechselten wir zu den Spätburgundern.

8.         2012 Cleebronner Spätburgunder „Schilfsandstein” ***

Die Trauben für diesen Wein stammten oben vom Plateau des Weinbergs, wurden teilweise spontan vergoren und dann im großen Holzfass und in gebrauchten kleinen Fässern ausgebaut. Das Ergebnis war ein klarer, leicht herbfruchtiger Spätburgunder ohne krautige oder breite, pflaumige Noten. Ein empfehlenswerter Ortswein.

9.         2010 Bönnigheimer Sonnenberg Spätburgunder  ****

Die Trauben wurden spontan vergoren und dann ein Jahr in neuen und gebrauchten Barriques ausgebaut. Zwei Jahre mehr Reifezeit haben dem Wein gut getan, es war ein weicher, dichter Spätburgunder mit frischer Säure, der aber auch Eleganz und Finesse besaß. Sicher ein Wein mit gutem Lagerpotential, denn das bestätigte der nächste Wein.

Im Keller von unserem Gastgeber Wilfried Schmitz hatte sich unerwartet noch eine alte Flasche Spätburgunder gefunden.

10.      1998 Spätburgunder ****

Dieser Wein war trotz seines Alters noch nicht müde. Er zeigte eine dezente Reife, eine weiche Säure und leicht süße Noten. Wenn sich der 2010′er Sonnenberg Spätburgunder ähnlich entwickelt, kann man noch einiges erwarten.

Aber das Weingut baut nicht nur Spätburgunder an sondern auch die zweite wichtige Rotweinsorte Württembergs, den Lemberger.

11.      2012 Bönnigheimer Lemberger „Gipskeuper” ***

Wie der Name schon sagt, stammen die Trauben vom Gipskeuper und der Wein wurde im großen Holz und in gebrauchten Barriques ausgebaut. Noch fehlt ihm als 2012′er Wein etwas Reife, aber er zeigt schon sein Potential mit klarer Frucht und recht dichter Struktur.

Aber es ging noch besser.

12.      2010 St.Michaelsfelder Lemberger „Großes Gewächs VDP”

Die Trauben wurden von alten Reben, die auf buntem Keuper stehen,  geerntet, er wurde spontan vergoren und dann ein Jahr im Barrique und danach 1 Jahr im großen Holzfass ausgebaut. Hier zeigte der Lemberger was in ihm stecken kann, kräftig und dicht dabei aber auch elegant und vielschichtig. Wenn es doch mehr von dieser Art der württemberger Lemberger gäbe ! Dann brauchte man auch nicht mehr zweifeln, ob der Lemberger und der österreicher Blaufränkisch die gleiche Rebsorte sind. Dem Chronisten gefiel trotz seiner Vorliebe für Spätburgunder dieser Wein noch besser als der Spätburgunder vom Bönnigheimer Sonnenberg.

Auch bei den Rotweinen gehört ein Cuvee zum Spitzensegment:

13.      2010 Kreation Rot „S”

Dieser Selektionswein ist ein Cuvee aus 60% Lemberger, 30% Merlot und 10% Cabernet Sauvignon. Die Trauben dafür sind auf drei verschieden Lagen gewachsen. Nach langer Maischegärung wurde der Wein 2 Jahre im Barrique ausgebaut. Dabei ist ein interessanter Wein herausgekommen. Der Merlot hat im Fülle und Weichheit gebracht, ohne ihn belanglos weich und glatt zu machen und der Cabernet Sauvignon hat ihm noch etwas Struktur gegeben, ohne den Wein zu dominieren. Alles in allem ein hervorragendes Cuvee.

Wie bei einem guten Essen gehörte natürlich auch noch ein süßer Abschluss zur Probe.

14.      Bönnigheimer Sonnenberg Gewürztraminer Auslese

Das war die süße Ausnahme im Reigen der trockenen Weine des Weinguts. Nach einer schonenden Ganztraubenpressung wurde der Wein direkt bis auf ca. 53 g/l Restzucker vergoren. Das ergab einen klaren, fruchtigen Gewürztraminer mit einer zarten, nicht aufdringlichen Säure und einer ungewöhnlich frischen Säure (was für Gewürztraminer nicht selbstverständlich ist).

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass das Weingut die gesamte Palette der Weine von weiß über rot bis zu süß hervorragend beherrscht. Bei unserem Referenten möchten wir uns noch bedanken, für die umfassende Weinprobe und bei Gastgeber Wilfried Schmitz, für die Arbeit die er sich mit seiner Frau gemacht hat, um uns so gut zu bewirten.  Es war ein gelungener Abend.

Chronist: Dieter Ockelmann

Probenergebnis der Weinprobe mit dem Weingut Dautel am 19.01.2014 (als pdf-Datei)

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16.01.2014 Weinprobe “Argentinien der ewige Zweite ?”

Erstellt von Dieter am Mittwoch 5. Februar 2014

In Südamerika besteht schon lange eine Rivalität zwischen den beiden Nachbarn Argentinien und Chile. Das gilt auch für den Weinbau. So hat Argentinien das südlichste Weinbaugebiet (Patagonien) und auch das höchste (Salta), inzwischen sogar die weltgrößte Weinbaufläche, aber im Export war Chile immer bedeutender.

Bis Anfang der 80′er Jahre wurden fast nur einfachste Tischweine (Vino de Mesa) produziert. In den letzen Jahren hat Argentinien sich bemüht, das zu ändern. Viele neue Investoren und engagierte Winzer haben inzwischen die Qualität verbessert und mit ihren Weinen internationales Niveau erreicht. Leider hatten die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Argentiniens auch ihre negativen Auswirkungen auf den Weinbau. Da Importe nur gegen Kompensationslieferungen möglich sind, wurden auch landwirtschaftliche Produkte wie Wein dazu verwendet. Die Lieferanten der Industriegüter hatten wenig Interesse an Wein und brachten auch nicht das nötige Wissen mit und so haben sie den Wein meist über Broker wieder abgestoßen. Diese Kompensationslieferungen sind oft verramscht worden und haben den Markt der etablierten Importeure in Deutschland massiv beeinflusst.

Aber nun wollen wir uns unserem eigentlichen Thema, dem Wein zuwenden.

Argentiniens Weinregionen

Die Weinberge verteilen sich über 2200 km von Norden nach Süden. Die wichtigsten Weinbaugebiete liegen im Westen entlang der Anden – von Salta im Norden (25° südl. Breite) bis nach Río Negro in Patagonien (39° südl. Breite). Die Höhenlage variiert von 450 m (Patagonien) bis auf über 2000 m, ja sogar fast 3000m Höhe (Salta). Etwa 230.000 ha sind mit Reben bepflanzt.

Die wichtigsten Weinbauregionen sind:

1.         die Nordregion bei Salta (2% der Fläche) mit  El Arenal, Cafayate, Molinos       und Flambala,

2.         die Zentralregion mit La Rioja – Catamarca (7,5 %), San Juan (17,1 %)   Mendoza (71,9 %), San Raphael,

3.         die Südregion in Patagonien mit Río Negro – Neuquén (1,6 %)

Alle Anbauregionen liegen in den sehr trockenen Regionen am Fuße der Anden. Hier herrscht warmes Klima mit kühlen Nächten und kalten Wintern. Da die Anden die Wolken abhalten, gibt es reichlich Sonneneinstrahlung. Es werden Temperatur­schwankungen von bis zu 15 °C zwischen Tag und Nacht erreicht.

Die jährliche Niederschlagsmenge liegt zwischen 150 mm und 400 mm wobei das meiste davon im Frühling und im Sommer fällt. Daher kann man den Weinbau nur mit künstlicher Bewässerung betreiben. Das Wasser dafür stammt aus den Flüssen der Anden und wird über ein Kanalsystem zugeführt oder es wird aus Tiefbrunnen heraufgepumpt.

Die Rebsorten:

Rotweine werden auf ca. 40% der Fläche, Weißweine auf etwas 25% der Fläche angebaut. Daneben ist noch immer fast ein Drittel der Fläche mit den Massenträgern Criolla Grande, Criolla Chica und Cereza bestockt, aus denen einfachste Wein für den nationalen Verbrauch hergestellt werden.

Neben den internationalen Rebsorten wie z.B. Chardonnay, Sauvignon blanc für Weißweine und Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Syrah für Rotweine haben die Argentinier nach zwei eigenen Spezialitäten:

Für Weißweine den Torrontes (eine Kreuzung aus Muscat de Alexandria und Listan Prieto. Noch ist ungeklärt, ob diese Rebsorte mit der spanischen Torrontes aus Galizien verwand ist ) und für Rotweine den Malbec. Mit über 23.000 ha besitzt Argentinien die weltweit größte Anbaufläche für Malbec.

Die Weingüter

Mit 3000 ha ist die Peneflor-Gruppe der größte Produzent. Zu dieser Gruppe gehört auch das Traditionsweingut Trapiche.

Die Bodega Chandon (Moet & Chandon) besitzt etwa 1.350 ha, Bodegas y Vinedos Lopez ca. 1.100 ha, Concha y Tores aus Chile etwas 1.000 ha und Bodega Norton 680 ha.

Daneben existieren natürlich auch viele kleinere Weingüter wie z.B. Bodegas Chakana in Mendoza mit 180 ha auf 1000m Höhe, Bodegas Tukma in Salta mit 15 ha auf 1700 bis 2700 h Höhe, Bodegas Puestero in Patagonien mit 110 ha auf etwas 450 m Höhe und Bodegas Domino del Plata in Mendoza. Dieses Weingut hat 1993 mit 23 ha angefangen und füllt jetzt 6 Mio. Flaschen pro Jahr.

Unsere Probe begann mit drei Weißweinen:

1.         2012 Sauvignon blanc der Bodegas Chakana aus Mendoza.

Ein dichter, etwas fülliger und vollreifer Wein. Was viele störte war eine spitze, aufgesetzte Säure, die den Verdacht nährte, dass der Wein nachgesäuert wurde.

Er folgten zwei Torrontes-Weine

2.         2012 Torrontes „Broquel” der Bodegas Trapiche aus Mendoza

Ein etwas breiterer Wein mit stärkerer Überreife, der auch schon leichte Altersnoten nach gekochtem Honig zeigte.

3.         2012 Torrontes der Bodegas Tukma aus Salta

Trotz der höheren, kühleren Lagen in Salta zeigte der Wein weniger Säure und wirkte auch breiter als der Wein aus Mendoza.

Dann wechselten wir zu den Rotweinen und starteten mit einem Exoten:

4.         2009 Petit Verdot „Broquel” der Bodegas Trapiche aus Mendoza.

In Bordeaux wird Petit Verdot nur in Kleinmengen eingesetzt, weil die Traube zwar eine schöne Würze in den Wein bringt, aber im atlantischen Klima Probleme mit der Reife hat. In Argentinien dagegen kann sie gut ausreifen.

Wir erlebten einen dichten, kräuterwürzigen Wein mit reifem, zart schokoladigem Tannin. Ein interessanter Wein, der zur Zeit noch kantig ist, sich aber in der Zukunft sehr positiv entwickeln wird. Allerdings waren nicht alle dieser Meinung: da die Trauben im Gegensatz zu Bordeaux ausreifen konnten, war ihnen der Wein zu marmeladig.

Als weiterer internationaler Wein folgte der

5.         2007 Merlot der Bodegas Puestero aus Patagoninen.

Patagoninen ist das südliche Gebiet, das schon stark vom kühlen, antarktischen Klima geprägt ist. Deshalb wird hier in letzter Zeit viel Spätburgunder angepflanzt. Unser Merlot war aber ein einfacher, breiter Wein mit überreifen, süßlichen Noten, der schon eindeutig seinen Zenit überschritten hatte.

Drei Weine aus der argentinischen Parade-Rebsorte Malbec folgten:

6.         2011 Malbec „Broquel der Bodegas Trapiche aus Mendoza

Dieser Wein zeigte sich als recht typischer Malbec, noch etwas kantig, mit festem, etwas adstringierendem Tannin aber einer guten Struktur.

7.         2009 Malbec der Bodegas Tukma aus Salta

Die zwei Jahre mehr Reife, haben diesen Malbec gut getan. Er war schon deutlich runder und weicher als sein Vorgänger.

8.         2011 Malbec „Estate Selection” der Bodegas Chakana aus Mendoza

Dieser  Wein aus speziell selektionierten Trauben hatte eine dichte, vollreife Frucht und ein festes, zart schokoladiges Tannin. Es war ein dichter, voller Malbec, aber leider auch der teuerste Malbec in der Reihe.

Cabernet Sauvignon als internationale Rebsorte ist natürlich auch in Argentinien vertreten und durfte in unserer Probe nicht fehlen.

9.         2011 Cabernet Sauvignon „Broquel” der Bodegas Trapiche aus Mendoza

Hier hatten wir einen typischen, fruchtigen Cabernet Sauvignon mit guter Säure und festem Tannin vor uns, der aufgrund der Rebsorte etwas kantiger als die Malbec davor war.

10.      2012 Cabernet Sauvignon „Reserve” der Bodegas Tukma aus Salta.

Hier wurde uns ein Cabernet Sauvignon als Reserve-Wein präsentiert, aus stärker selektionierten Trauben, der aber noch ein Jahr junger war und aus höheren, kühleren Lagen stammte. So wirkte er etwas härter und etwas unreif im Vergleich zum Cabernet Sauvignon von Trapiche.

11.      2009 Cabernet Sauvignon „Medalla” der Bodegas Trapiche aus Salta

Als letzten reinsortigen Cabernet Sauvignon probierten wir den „Medalla”, eine spezielle Selektion der Bodega, die sich durch die längere Reife schon sehr harmonisch mit einer festen Struktur präsentierte. Dieser Top-Cabernet Sauvignon von Trapiche setzte sich deutlich von den anderen Cabernet Sauvignons ab und wurde deshalb auch als zweitbester Wein des Abends bewertet.

12.      2005 „Susana Balbo Briose” von der Bodegas Domino del Plata,       Mendoza

Zum krönenden Abschluss der Probe bekamen wir ein Bordeaux-Cuvee aus Cabernet Sauvignon, Malbec, Cabernet Franc und Merlot. Ein dichter, voller gut strukturierter Wein, der trotz seines höheren Alters immer noch etwas kantig war, der aber an der Luft deutlich gewinnen konnte. Das war der bestbewertete Wein dieses Abends.

Unserem Referenten Ernesto Dohnalek möchten wir noch vielmals für diese Probe danken. Er hat uns einen guten, ersten Einblick in die Weinwelt Argentiniens gegeben.

Chronist: Dieter Ockelmann 

Bildnachweis:Die Grafik wurde erstellt von: Lewison, CC0 (unter public domain)

Probeergebnis der Weinprobe Argentinien vom 16.01.2014 (als pdf-Datei)

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19.12.2013 Weinprobe Blaufränkisch aus dem Burgenland

Erstellt von Dieter am Sonntag 19. Januar 2014

Blaufränkischprobe mit Weinen aus dem Burgenland –

und einem „blinden” Piraten

Die Teilweinanbaugebiete des Burgenlandes

Burgenland                                                             13.840 ha

Neusiedlersee                                                          7.649 ha

Neusiedlersee Hügelland / Leithaberg               3.576 ha

Mittelburgenland                                                      2.117 ha

Südburgenland / Eisenberg                                    498 ha

Charakteristika eines Blaufränkisch: Kirsche, Brombeere, Fruchtfülle, gutes Tannin, Kräuterwürze, Suppenkräuter, Gemüsebrühe, teilweise Pfeffer, Erdigkeit, gutes Tannin.

1. Weingut Gernot Heinrich,     Gols ***** / ****

99% rot,   1% weiß    60 ha / 105 ha

Bio, bekannt für Gabarinza, Salzberg

Gruppe Pannobile

Gernot Heinrich zählt zu den besten Rotweinwinzern. Es ist toll, was der Golser Jahr für Jahr sowohl in der Tiefe als auch in der Breite herausbringt. Genau das zeichnet den Pannobile-Winzer aus und das lässt einen bei Heinrich-Weinen gut aufgehoben wissen. Bei den klassischen Geschichten wie Zweigelt und St. Laurent ist es der frucht­betonte Trinkspaß, der in jedem Schluck steckt. An der Spitze wiederum zeigt Heinrich mit seinen Top-Cuvées Gabarinza und Salzberg, welches Potenzial Gols zu bieten hat. Seit einiger Zeit macht Heinrich auch ausgedehnte Wanderungen am be­nachbarten Leithaberg mit vielversprechenden Ergebnissen, vor allem im weißen Burgunderbereich schwappt viel Spannendes vom Leithaberg ins Heinrich-Sortiment.

Getrunken: 2009er Blaufränkisch (Basiswein); straff, grün, hart und kurz; gebrauchtes Barrique?;

2. Weingut Leo Hillinger,    Jois *** / **

60% rot, 40% weis  50 ha / 100 ha

In Umstellung auf Bio

Die Optimierung beim Weingartenmanagement und im Keller trägt bei Hillinger schmeck­bar Früchte. Verantwortlich für den merkbaren Qualitätsanstieg ist ein ein-gespieltes und hoch motiviertes Team. „2012 war durchaus eine Herausforderung, nicht unbedingt wegen der Trockenheit, sondern weil sich die übliche Lese­reihen­folge bei den Sorten verschoben hat”, so Kellermeister Edgar Brutler. Im umfang­reichen Sortiment überrascht schon der „normale” Veltliner heuer mit ungewohnter Vitalität, mit der exotischen Cuvée Hill 2 aus den Sorten Chardonnay und Sauvignon betritt man hochwertige, frankophile Gefilde. Qualitative Steigerungen sind beim „Hillside” zu bemerken, das liegt wohl auch daran, dass die Merlotpartien nun deut­lich besser zur Geltung kommen; überhaupt ist bei den Roten ein gewisses Fein­tuning bemerkbar, so zum Beispiel dank geringerer Maischebewegung. Bester Rot­wein im Sortiment ist derzeit der Cabernet Sauvignon, ein ungemein saftiges, tannin­betontes Exemplar mit beachtlichem Potenzial. Wenn es der Jahrgang zulässt, keltert das Weingut auch Süßweine: der mit gut 33 °KMW gelesene Traminer-Eiswein steht besonders prächtig da. Hillinger Weine gibt es im Handel und natürlich in den Flagship-Stores, es empfiehlt sich aber durchaus ein Ab-Hof-Einkauf im Stamm­haus in Jois, denn der in den Hang versenkte architektonisch ansprechende Gebäudekomplex mit prächtigen Blickachsen ist immer einen Besuch wert.

Getrunken: 2010er Blaufränkisch; bei seinem Spagat zwischen Top-Cuvées und Kaufhausweinen hatten wir hier wohl die zweite Kategorie im Glas; glatt, beliebig, gefällig, etwas süß

3. Weingut Hans & Anita Nittnaus,     Gols **** / ****

90% rot,  10% weiss  44 ha / 36 ha

Bio, Mitbegründer Gruppe Pannobile, Leithaberg

Hans Nittnaus gilt als der Sir in der burgenländischen Winzerelite. Der ruhige und stets hilfsbereite Golser Winzer ist nicht nur Pannobile-Namensspender und nach wie vor tatkräftiges Mitglied der erfolgreichen Golser Winzergruppe, sondern er setzt seit ein paar Jahren seine Fußspuren zunehmend gekonnt auch auf den benachbarten Leithaberg – und wie! Sein Blaufränkisch 2011 von dort ist heuer bei der Top-Wein-Verkostung mit fünf Sternen geadelt worden – der Wein zeigt sich bereits jetzt gut antrinkbar, hat aber enorme Kraft für ein langes Leben. Überhaupt steht bei Nittnaus’ Weinen immer Eleganz vor übertriebener Mächtigkeit – was man vor allem bei seinem Pannobile schön schmecken kann. Die bekannte Rotweincuvée vereint übrigens die zwei wichtigsten Rotweinsorten im Weingut und in der Region: Zweigelt und Blaufränkisch. Nittnaus’ ganz großes Aushängeschild ist der Comondor: Von der Top-Rotwein-Cuvée, die wie der Pannobile den Winzer seit mehr als 20 Jahren be­gleitet, ist aktuell der Jahrgang 2009 am Markt.

Getrunken: 2009er Blaufränkisch „Kalk und Schiefer”; auf diesem Boden ist ein interessanter, mineralisch kühler Wein gewachsen, insgesamt elegant.

4. Weingut Marcus Altenburger,     Jois, ***  / ***

80% rot, 15% weiss, 5% edelsüß     / 75% rot, 25% weiss      11 ha

Markus Altenburger präsentiert die bis jetzt beste Serie, die er je gemacht hat. Vor­gezeichnet war der Weg zum Winzer freilich nicht, denn wenn man aus einer altein­gesessenen Winzerfamilie stammt, dann zieht es einen nicht automatisch in die Wein­branche. So hat er auch zuerst einmal internationale Wirtschaftsbeziehungen studiert. Dann folgten aber schon das Schloss Halbturn, damals noch unter Carlo Wolf, und der Entschluss, selber Weine zu keltern. Altenburger verfolgt einen sehr traditionellen Ansatz der Weinbereitung, einmaischen in offenen Bottichen, Spontan­gärung und möglichst lange Hefelagerung sind Eckpunkte der Vinifikation. Auffällig ist die gewonnene Stilsicherheit bei den Weißweinen, vor allem der Jungenberg ist in seiner bodengeprägten, eleganten Art ein echtes Aushängeschild. Hervorragend und noch dazu preiswert: der Neuburger, den Markus Altenburger dieses Jahr wieder als Reserve abfüllt. Blaufränkisch ist das Herzblut des Winzers, schon preiswerte Weine, wie der Ried Satz, überzeugen mit Eigenständigkeit und Trinkvergnügen, von den sechs verkosteten Varianten bestechen Gritschenberg und Jungenberg ganz beson­ders.

Getrunken: 2009er Blaufränkisch; riecht oxydativ, reif etwas kompottig;

5. Weingut Josef Leberl,     Großhöflein, *** / ***

90.000 Fl. 74% rot, 25% weiss, 1% edelsüß      17 + 5 ha

Nach dem Tod von Gerald Leberl im Vorjahr hat Bruder Alexander den Keller über­nommen. Leberl-Weine zeichnen sich durch die ruhige Handschrift und ein gutes Alterungspotenzial aus; Grundstein für die Struktur und Finesse der Weine sind natürlich die Spitzenlagen am Leithaberg und seinen Ausläufern, aber auch der elegante Holzeinsatz, den Familie Leberl mittlerweile perfektioniert, trägt dazu bei. Schon der Chardonnay Reisbühel ist sehr gelungen, einer der individuellsten Weiß­weine bisher. Bei den Rotweinen gibt es kleine stilistische Optimierungen, so wird die Maischestandzeit – zum Beispiel beim Zweigelt – etwas zurückgefahren. Das Blau­fränkischsortiment wird heuer wieder von einem lagenreinen Satz ergänzt, ein ver­gleichsweise zugängiger Wein, der ungemein saftige Kollege vom Fölligberg ist wieder ein echter Preisknüller. Stilistisch markant herausgearbeitet wirkt der kühl­rauchige Blaufränkisch Reisbühel, der gewohnt pikantmineralische Glorienstein be­schließt das Quartett dann auf tollem Niveau, das Potenzial des 2009ers sollte er locker erreichen. Bester Wein des Betriebs ist heuer der Peccatum, der 2011er wird sich in die Riege der besten Jahrgänge dieser Cuvée stellen. Beachtlich ist auch der schlicht als Cabernet Sauvignon Merlot betitelte Blend. Der qualitativen Kontinuität des Weinguts setzen wir heuer die dritte Krone auf.

Getrunken: 2008er Blaufränkisch „Reisbühel”; Note von Cabernet Sauvignon, runder Wein mit wahrnehmbarer hoher Säure, etwas unharmonisch; Entwicklung abwarten.

6. Weingut Feiler Artinger,    Rust ***** / ****

150.000 Fl, 55% rot, 30% weiß, 15% edelsüß  29 ha

bekannt für edelsüße Weine

Die harmonische wie unaufgeregte Art, mit der Familie Feiler Lese und Bereitung der Jungweine abwickelt, hat in einer ebenso ausgewogenen Weinserie ihren verdienten Niederschlag gefunden. Das gilt bereits für die Weißweine, die 2012 etwas pointierter und kerniger ausgefallen sind als ihre unmittelbaren Vorgänger aus 2011; dies trifft insbesondere auf den mit nussiger Würze und zarter Orangenfrucht glänzenden Neu­burger zu. Aus dem Jahr 2011 gefällt der saftige, vom Holz bloß dezent unter­stützte Gustav. Einen erfreulichen Ausblick auf 2012 hat der pfeffrige und nervige Zweigelt aus diesem Jahr bereits freigegeben. Im großen Rotweinjahr 2011 beweisen bei­spielsweise der Blaufränkische von der Riede Umriss und der Zweigelt & more die Vorzüge ihrer jeweiligen Rebsorte und Herkunft und verstehen beide, dunkelbeerigen Fruchtreichtum mit dichtem Körperbau zu verbinden. In besonderem Maße trifft dies auch auf den Pinot Noir vom Gertberg zu, der so rauchig und pikant wie selten zuvor ausgefallen ist und auch Substanz sowie Länge für die prononcierte Reifung besitzen sollte. An der Spitze steht unverändert der balancierte Bordeaux-Blend, der nunmehr als Cabernet Sauvignon Merlot tituliert wurde, weil sich die mit 999 beginnende „Jahres­bezeichnung” auf Dauer als zu irreführend herausgestellt hat. Als Primus inter Pares kann wieder der extraktsüße und vor rotbeeriger Frucht nur so strotzende Solitaire gelten, der auch für einen stark Blaufränkischbetonten Blend beispielhaften Fruchtcharme und frühe Balance in die Waagschale legt.

Getrunken: 2009er Blaufränkisch „Ried Umriss”; stimmiger Wein, der alle Eigenschaften der Vorgängerweine in sich vereinte.

7. Weinbau Ernst Triebaumer,     Rust **** / ****

100.000 Fl. 75% rot, 20% weiß, 5% edelsüß              20 ha

bekannt für Blaufränkisch Marienthal

Die Rolle des sommerlichen Aperitifs wird im weitläufigen Sortiment der Familie Triebaumer wieder einmal dem schneidigen Rosé sowie dem traubigen und schlan­ken Muskateller zugewiesen; schon etwas darüber hinaus gehen der vitale Sau­vignon von der Ried Vogelsang, aber auch die etwas reduktive Ruster Variante des Veltliners. Bei den Chardonnays stehen einander wieder das klassische, im Stahltank ausgebaute Format sowie die unter der Riedbezeichnung Pandkräften laufende Barrique-Variante gegenüber, die beide recht muskulös und druckvoll ausgefallen sind. Für einen erfreulichen roten Ausblick auf den Jahrgang 2012 sorgt der fokus­sierte und engmaschige Blaufränkische Gmärk, für einen ebenso angenehmen Rückblick auf den – ja nicht unproblematischen – Jahrgang 2010 der straffe und Himbeerfruchtige Pinot Noir. Aus dem großen Rotweinjahr 2011 ist dem Quartett der Premium­-Roten schon in ihrer Jugend hohe Klasse zu attestieren. Diese realisiert bereits der Blaufränkische vom Oberen Wald, dessen Aromenbogen weit aus­schwingt, aber auch der Maulwurf, der ja bekanntlich die jüngeren, sozusagen zweit­besten Anteile der Ried Mariental enthält, gleitet höchst geschmeidig und ausdrucks­voll über den Gaumen. So gut wie selten zuvor ist diesmal der Bordeaux-Blend aus­gefallen, dessen suggestives Duftspiel vom dichten Körperbau bestens ergänzt wird, während der schon legendäre Blaufränkische aus der Lage Mariental bei aller Sub­stanz wieder primär durch feine Linienführung und Eleganz überzeugt und zu einem der größten Exponenten der letzten Jahre heranreifen sollte.

Getrunken: 2009er Blaufränkisch „Ried Oberer Wald”; Salonsiegerwein, dunkle Früchte, auch Schattenmorellen, wärmeres und weicheres Tannin als bisher; etwas vanillig. Gegenpol: „…aus dem Gleichgewicht …”

8. Weingut Josef & Anna Hufnagel,     Neckenmarkt

82% rot, 18% weiß,   8 ha

Kleines Weingut, das vor 2 Jahren den Landessieger Blaufränkisch stellte;

Getrunken: 2009er Neckenmarkter Blaufränkisch „Nyek”; ausgewogen und nicht vom Holz erschlagen. Gegenmeinungen: stumpf in der Nase, Fruchtaromaansätze, die aber vom Tannin überdeckt werden; wieder einmal Cab.-Sauvignonanklänge, reife Tannine und kurzer Nachhall.

9) Weingut Juliana & Georg Wieder,     Neckenmarkt ** / **

52.000 Fl., 95% rot, 5% weiß    30 ha    Vereinigung Vitikult

Georg Wieder ist ein naturverbundener Winzer. Er praktiziert naturnahen Weinbau, verzichtet aber bewusst auf eine Zertifizierung als Bio-Betrieb. Bei kritischen Wit­terungsbedingungen habe man so größere Freiheiten, um die gewohnt hohe Qualität zu halten, meint er pragmatisch. Mit dem Zweigelt Selektion hat er einen neuen Wein im Programm. Nicht dass sein Sortiment zu klein wäre, ganz im Gegenteil. Aber die Traubenselektion aus den ältesten Anlagen sei so vielversprechend gewesen, dass sie förmlich nach getrennter Vinifikation verlangt habe. Es kam ein offener Holzgär-ständer zum Einsatz. Ausschließlich in guten Jahren soll es diesen Wein geben. Das Weingut verfügt über ausgezeichnete Lagen in Neckenmarkt. Den Schwerpunkt bil­det ganz klar der Blaufränkisch. In den V-MAX kommt die Auslese der besten Trau­ben. Dieser Blaufränkisch wird nur in Top-Jahren vinifiziert.

Getrunken: 2009er Blaufränkisch „Ried Kohlenberg”; tolle Nase, fleischig am Gaumen, schokoladiges Tannin, allerdings nicht so dicht wie Nr.: 5.

10. Weingut Franz Weninger,    Horitschon

28ha + 22 ha in Ungarn (Balf) – Bio

Ein Meilenstein in der Betriebsgeschichte war im Jahr 1996 der Erwerb einer rund einen Hektar umfassenden Rebfläche in der Riede Dürrau. Binnen Kurzem verhalf Weninger dieser Lage zu einem Renommee, wie man es bis dahin im Ort nicht für möglich gehalten hatte. Längst gilt Weningers Blaufränkisch Dürrau als einer der besten Weine Österreichs. Heute ist das Weingut Weninger einer der wirtschafts­mächtigsten Weinbaubetriebe des Mittelburgenlandes. Sowohl dem Weingut in Horitschon als auch jenem im ungarischen Ort Balf bei Sopron steht seit Kurzem Juniorchef Franz Reinhard Weninger als Betriebsleiter vor; Franz Weninger steht ihm als Seniorpartner zur Seite. Dem Blaufränkisch Dürrau wird nun noch mehr Lagerzeit gegönnt als ehedem, weshalb der 2011er Dürrau erst im nächstjährigen Vinaria-Guide aufscheinen wird. Einer der bisherigen Zweitweine, namentlich der Blau­frän­kisch „Alte Reben”, ist ab sofort nicht mehr im Sortiment. Der Großteil der Trauben für diesen Wein stammte aus der Riede Kirchholz.

Getrunken: 2009er Hotitschoner Blaufränkisch „Ried Hochäcker”; ebenfalls fleischig, dicht, konzentriert mit hohem Extrakt – aber nicht fett!

11. Weingut Haus Iby     Horitschon, *** / ***

100% rot,   35 ha / 30 ha  – Bio

Im Jahr 2006 hat die Familie Iby ihren Betrieb auf naturnahe Bewirtschaftung umge­stellt. Mittlerweile hat sich dieser Schritt als absolut richtig erwiesen. Die Reben ha­ben eine beachtliche Vitalität entwickelt, und die Weine sind harmonischer als früher. „Wenn man biologisch unterwegs ist, sind das Bodenmanagement und das Blatt-Frucht-Verhältnis besonders wichtig”, erklärt Anton Iby. Man könne aber die Reb­stöcke nicht sich selbst überlassen. „Bio soll keine Religion sein, im Bioanbau gibt es kein love & peace.” Das heißt, der Winzer führt einen ständigen Kampf mit den Ele­menten. Durch penibles Beobachten der Natur kann man die Eingriffe des Menschen jedoch auf einem vernünftigen Niveau halten. Die Ibys nennen diese Strategie „mini­male Intervention”. Im Interesse einer sicheren Gärung wird ein eigener Hefeansatz verwendet, was sich auch auf den Herkunftscharakter der Weine positiv auswirkt.

Getrunken: Horitschoner Blaufränkisch”Chevalier” Reserve; kurz und bündig formuliert: der Schönste an diesem Abend, was sich auch in der Punktung nieder­schlug. Von da an ging es wieder bergab….

12. Weingut Mathias Jalits,     Badersdorf

10,5 ha  80% rot, 20% weiss

Nach Hotelfachausbildung Ausbildung an der Weinfachschule in Eisenstadt.

Die­ses inzwischen wohletablierte Badersdorfer Familienweingut mit ange­schlos­senem Gasthaus wird von Mathias Jalits geleitet, der – unterstützt von seinen Eltern Anna und Alfred Jalits – mittlerweile gut elf Hektar Weingärten bewirtschaftet; be­merkenswert, bedenkt man, dass der „Doch-nicht-Gastronom” 2001, als er begann, gerade ein Hektar zur Verfügung hatte. Nach seinem Schwenk von der Koch- und Kellnerlehre zum Weinbau, seiner Absolvierung von Weinbauschule und einer Praxis bei Paul Kerschbaum, widmete sich der überaus engagierte und dynamische Baders­dorfer ganz dem Wein. Eben diese Eigenschaften führten zweifellos auch dazu, dass Mathias Jalits im vergangenen Jahr zum neuen Obmann des Vereins Eisenberg DAC gewählt wurde. Die Jalits’schen Rebflächen befinden sich mehrheitlich am Eisen­berg, vor allem in der Ried Szapary, zu einem kleinen Teil aber auch am Csaterberg sowie seit heuer auch rund ein Hektar am nahe gelegenen Hannersberg. Zwar domi­niert mit ca. 70 Prozent Anteil der gebietstypische Blaufränkisch, jedoch gibt es eine Reihe weiterer Rotweine wie Zweigelt und Pinot Noir, in guten Jahrgängen teils auch Cabernet und Merlot, als Cuvée auch noch den Steinberg; daneben natürlich noch den obligaten Welschriesling sowie einen Uhudler-Frizzante. Mathias Jalits fabriziert kräftige, gerbstoffbetonte Rotweine mit frischem, klarem Fruchtausdruck, denen Luft guttut. Als archetypischer Gebietsvertreter tut sich immer der Blaufränkisch Szapary hervor, als Topwein gilt der mächtige Diabas.

Getrunken: 2009er Blaufränkisch „Szapary” Reserva; ganz typischer Blau­frän­kisch mit fast allen oben erwähnten Charakteristika: kraitig, Gemüsebrühe, grün, pfeffrig, mal keine Röstaromen vom Holz, mehr Mineralität und schlanker als die Vorgängerweine; Gegenmeinung: Kirsche, aber stumpf am Gaumen und „indifferente Gemüsebrühe.

13. Weingut Uwe Schiefer     Welgersdorf *** / ****

48.000 Fl.  95% rot, 5%    13 ha

Uwe Schiefer hatte sich einst vor allem mit dem Blaufränkisch Reihburg, der bei Vinaria-Bewerben Kontinuität auf Top-Niveau bewies, einen Namen gemacht. Im aktuellen Sortiment wird man diesen Wein indes vergebens suchen, weil ihm Schie­fer nun noch mehr Reifezeit gönnen will als ehedem. In den vergangenen Jahren er­schien der Blaufränkisch Szapary mitunter dem Reihburg sogar ebenbürtig. Beide Weine kommen vom Eisenberg, der Szapary ist immer geradliniger, aber dennoch hochelegant. Im aktuellen 2011er-Jahrgang präsentiert sich der Szapary um eine Spur warmfruchtiger, als man es von ihm gewohnt ist; er bringt – bei beachtlichem Tiefgang – reichlich Würze zur Geltung. Immer noch ein Geheimtipp im gehobenen Segment ist der vergleichsweise preisgünstige Blaufränkisch Pala, ein finessen­reicher und zugleich druckvoller Wein mit mineralischer Prägung und bestechendem Trinkfluss. Ein traumhafter Klassik-Wein, der seine ohnedies hochstehenden Vor­gänger noch um einiges übertrifft, ist der 2012er-Blaufränkisch Südburgenland, er kratzt schon verdächtig an der 4-Sterne-Marke.

Getrunken: 2010er Blaufränkisch „Eisenberg”; nur das Stichwort „Mineralität” ist hängen geblieben; andere Verkostungsanmerkungen der Probenteilnehmer sind untergegangen wegen heißer Debatte über Verkostungskriterien im Allgemeinen

14. Weingut St.Antony     Nierstein,      ***

26 ha

1758 wird die erste Eisenhütte des Ruhrgebietes angeblasen. Heute auch als „Wiege der Ruhrindustrie” bekannt. Als zu Zeiten des 1. Weltkriegs große Mengen Kalk für die Eisenproduktion benötigt werden, kauft die neue Besitzerin der Eisenhütte – die Gute-Hoffnungs-Hütte (GHH) – eine Kalksteingrube im Süden Niersteins, samt um­liegenden Weingärten - das heutige Weingut.

Nach dem Krieg wird Kalk uninteressant und die Basis für die neue Zukunft wird ge­legt. Erst jetzt wird der „Rotliegende” interessant, da sein Boden aus Ton und Verwit­terungssandstein für Wein höchst wertvoll ist. Das Ergebnis ist von so erstaunlicher Qualität, dass die Firma sich zur Selbstbewirtschaftung entschließt. 1920 wird der erste offizielle Wein abgefüllt und schnell von den Mitarbeitern schätzen ge­lernt. 1955 wird die Kalksteingrube verkauft und der Erlös in das Weingut investiert. Modernisierungen und Zukauf von Spitzenlagen steigern die Qualität der Weine, die mehr und mehr Freunde finden. 1982 kommen weitere Toplagen hinzu. Im Jahr 1986 bekommt das Weingut seinen traditionsreichen Namen “St. Antony” und eine neue Eigentümerin: die MAN. Viel wird in Qualität und Lagen investiert. Das Weingut erarbeitet sich einen Stammplatz unter den besten 100 Weingütern Deutschlands und wird Mitglied des Vereins der Prädikatsweingüter VDP.

Im November 2005 verkauft die MAN das Weingut. Familie Meyer, die neuen  Besitzer, setzen vermehrt auf die absoluten Spitzen des Roten Hangs: die Steillagen der berühmten Weinlagen Pettenthal, Ölberg , Hipping und Orbel. Ertragsreiche Plateaulagen wurden gegen arbeitsaufwendige Steillagen getauscht. Ab dem Jahr 2006 übernimmt Felix Peters die Geschäftsführung von St. Antony. Er arbeitet ehrgeizig an dem Ziel, die Weine von St. Antony an die Spitze zu bringen. Die jüngsten Weine belegen dies eindrucksvoll. Die Leidenschaft für Spitzenweine auf St. Antony ist für jedermann spürbar. Daher darf man äußerst gespannt sein, was uns das Weingut in Zukunft noch präsentieren wird.

Getrunken: 2011er Blaufränkisch; vom Rotliegenden, vorhandene Riesling-Reben wurden umge­pfropft auf Blaufränkisch, da die Lage für Riesling zu warm ist. Ein tolles Ergebnis, das sich nicht zu verstecken braucht. Zitat: der Wein atmet Kühle (!)!…und steckt viele Lemberger aus Württemberg weg. Dieser Pirat wurde nicht erkannt! Und das Weingut hat ihn als Blaufränkisch bezeichnet, um den Unterschied zu den meisten Lembergern heraus zu stellen.

Anmerkung: Die Texte zu den Weingütern, seien sie vollständig oder in Auszügen,) sind ausnahmslos Zitate aus dem Vinaria Weinguide2013/2014; LW Werbe und Verlags GmbH, Krems. Ausgenommen ist hiervon der Text zum Weingut St. Antony/Rheinhessen. Alle Angaben zu den Weingütern ohne Gewähr. Die Bewertung der Weingüter nach Falstaff bzw. Vinaria.

Chronist: Wolfgang Klug

probenergebnis-der-weinprobe-blaufrankisch-aus-dem-burgenland-vom-19122013-als-pdf

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Externe Termine 2014

Erstellt von Dieter am Mittwoch 25. Dezember 2013

Stand: 25. Dezember 2013

17. – 19.01.2014 20. Weinforum Mosel, Trier
www.weinforum-trier.de
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20.01.2014 VdP Große Gewächs-Tour in Köln / Baden, Franken, Rheingau und Württemberg   (13:30 – 17:30 Uhr)
www.vdp.de
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02.02.2014 VdP Große Gewächs-Tour in Köln / Pfalz-Rheinhessen-Mosel-Nahe
(13:30 – 17:30 Uhr)
www.vdp.de
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04.02. – 19.02.2014 Rheingau Gourmet & Wein Festival
www.rheingau-gourmet-festival.de
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07.02.2014 Die Vintage Ports des Jahrgangs 2011  im Bayerkasino Leverkusen (16:00 – 19:00 Uhr)
www.worldofport.de
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08. – 09.03.2014 2. Internationales Spätburgunder-Forum, Bad Neuenahr
www.spaetburgunder-symposium.de
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03.03.2014 Jahrgangspräsentation VDP Rheingau, Kloster Eberbach
www.vdp.de
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12. – 16.03.2014 Bozner Weinkost, Schloß Maretsch
www.weinkost.it
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15. – 16.03.2014 Weinfrühling Düsseldorf
www.weinfruehlingduesseldorf.de/
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16.03.2014 Präsentation Ahrwein, Aachen
http://www.ahrwein.de/
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23. – 25.03.2014 ProWein, Düsseldorf
www.prowein.de
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27.03. – 10.04.2014 Wachau Gourmetfestival
www.wachau-gourmet-festival.at
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04. – 05.04.2014 Weingenuss Krems
www.weingenusskrems.at
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05. – 06.04.2014 KölnWein, Köln (Sa 12 -20 Uhr, So 12 – 18 Uhr)
www.koelnwein.com
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05. – 06.04.2014 Wein am Dom – das Weinforum der Pfalz, Speyer
http://www.pfalz.de/wein-am-dom
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06. – 09.04.2014 VinItaly, Verona
www.vinitaly.com
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12.04.2014 Große Weinprobe der WeinSteigWinzer, Leutesdorf
www.leutesdorf-rhein.de
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12.04.2014 Tag der offenen Weinkeller an der Ahr   (11 – 18 Uhr)
http://www.ahrtal.de/
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26. – 27.04.2014 Baden-Württemberg Classics im Landschaftspark Duisburg
www.bwclassics.de
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27. – 28.04.2014 Mainzer Weinbörse
www.vdp.de/
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27.04. – 04.05.2014 Rheingauer Schlemmerwochen
www.rheingau.de/veranstaltungen/feste/schlemmerwochen
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04.05.2014 Wein im Schloss, Koblenz  (11-17 Uhr, Fachbesucher ab 9 Uhr)
www.wein-im-schloss.de
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10. – 11.05.2014 Badische Weinmesse, Offenburg
www.badische-weinmesse.de
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10. – 12.05.2014 Südtiroler Blauburgundertage in Neumarkt
www.blauburgunder.it/
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11.05.2014 Kulinarisches Weinerlebnis mit Wanderung, Leutesdorf
www.leutesdorf-rhein.de
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11.05.2014 Jahrgangspräsentation VDP Franken, Würzburg
www.vdp.de
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17.05.2014 Hausmesse Kölner Weinkeller (11 – 16 Uhr)
www.koelner-weinkeller.de
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18.05.2014 Jahrgangspräsentation VDP Franken, Nürnberg
www.vdp.de
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18.05.2014 VDP Weinkost im Schloss, Mannheim
www.vdp-pfalz.de
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16. -18.05.2014 22.Treffen der Gemeinschaft Deutschspachiger Weinbruderschaften in Siegen
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21.05 – 01.06.2014 Kölner Weinwoche auf dem Heumarkt  (11:00 – 22:00 Uhr)
www.koelner-weinwoche.de
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24.05.2014 Mittelrheinische Weinmesse, Bacharach (12:00 – 18:00 Uhr)
www.vdp.de
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29.05.2014 VDP Jahrgangsparty, Deidesheim
www.vdp-pfalz.de
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06. – 09.06.2014 Weinmarkt der Ahr, Ahrweiler (Sa ab 14 Uhr, So,  Mo ab 11 Uhr)
www.ahrwein.de/
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20.06 – 23.06.2014 Weintage der Südlichen Weinstraße, Landau
www.suedlicheweinstrasse.de
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14. – 15.06.2014 Weinpräsentation am Roten Hang, Nierstein
www.roter-hang.de
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14 – 16.06.2014 Vievinum, Wien
www.vievinum.at
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22.06.2014 Jahrgangspräsentation der VDP Betriebe Ahr, Nahe und Rhein­-hessen, Mainz (Rheingoldhalle, 12 – 16 Uhr)
www.vdp.de
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07.07.2014 Jahrgangspräsentation VDP Baden, Baden Baden
www.vdp.de
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08. – 17.09.2014 Rheingauer Weinwoche in Wiesbaden
www.wiesbaden.de/weinwoche
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21. -24.08.2014 WeinSommer in Aachen (Katschhof)
www.weinsommer.de/aachen
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27.08.2014 Lagenweine Rheinhessen, Mainz
www.vdp.de
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August 2014 Jahrgangspräsentation Selection Rheinhessen, Mainz
(Handwerkskammer Rheinhessen; 17 – 20 Uhr)
www.rheinhessenwein.de
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01.09 2014 Präsentation Grosses Gewächs, Berlin
www.vdp.de
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15.09.2014 Jahrgangspräsentation Württemberg,  Stuttgart
www.vdp.de
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18.09.2014 Meisterwerke der Mosel Weinpräsentation, Trier
www.vdp.de
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19.09.2014 Versteigerung Großer Ring, Trier,
www.vdp.de
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19.09.2014 Verkostung Große Gwächse Pfalz, Ludwigshafen,
www.vdp.de
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20.09.2014 Versteigerung VDP Rheingau, Kloster Eberbach,
www.vdp.de
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21.09.2014 Versteigerung VDP Nahe – Ahr, Bad Kreuznach, Römerhalle,
www.vdp.de
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September 2014 Versteigerung Bernkasteler Ring,Trier
www.bernkasteler-ring.de/auktionen
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20.09. 2014 10.Tafelrunde Klitzekleiner Ring, Traben Trarbach,
www.klitzekleinerring.de/
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24. – 26.10.2014 Weinforum Rheinhessen, Mainz (Museum für Antike Schifffahrt;
Fr 15  – 21, Sa 14  – 21, So 11  – 18)
www.weinforum-rheinhessen.de
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01. – 09.11.2014 Jahrgangspräsentation Rheingau Open, Schloss Johannisberg
www.vdp.de
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November 2014 WeinDüsseldorf
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18.11.2014 Spätlese Renaissance, Köln
www.vdp.de.

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Chronik 2013

Erstellt von Dieter am Mittwoch 25. Dezember 2013

Schwerpunktthemen: die Pfalz und Österreich
Es ist wieder Zeit für den jährlichen Rückblick…….

24. Januar

Mit Weinen der Weingüter Dr. Heger, Fischer und des Weinhauses Heger starteten wir in das neue Jahr 2013 – und die Messlatte wurde gleich sehr hoch gesteckt! „Das fängt ja gut an!”, hier  im wahrsten Sinne. Eine Probe als Fortsetzung der an gleicher Stelle von Joachim Heger präsentierten Probe mit badischen Silvanern. Einziger Reibungspunkt dieser Probe: der 2011er Fischer Sauvignon Blanc trocken Barrique. Zwei Fraktionen -Holz und Stahl- trafen aufeinander – und vertrugen sich – dank eines gut aufgelegten und kompetenten Kellermeisters Markus Mleineck.
21. Februar

Jahreshauptversammlung 2013 mit Nachtragswahl. Das Ausscheiden von Carla Beyer aus dem engeren Vorstand machte die Wahl eines/einer neuen zweiten Stellvertreters/Vertreterin des Vorsitzenden erforderlich. Die Wahl fiel auf Werner C. Barth, der sich bis dahin schon als Vorstandsbeirat zum Thema Satzungsänderung stark eingebracht hatte, so dass das Wahlergebnis nicht weiter überraschte. Ansonsten: „business as usual”
14. März

Ein weiterer Höhepunkt des Jahresprogramms ereilte uns mit dem Besuch des Betriebsleiters vom Weingut von Winning, Stephan Attmann. Der ist ja einfach nicht zu bremsen, nicht nur was sein Engagement im Betrieb betrifft, sondern auch beim Vortrag. Mit Leidenschaft vermittelte er uns sein Bild der Weinwelt, wie sie ihm vor Augen schwebt. Das begeisterte und wurde durch die herausragenden Weine auch noch untermauert. Eine Super-Probe!
11. April

Technikprobe: „Hefe ist nicht gleich Hefe”. Anstrengend, aber lehrreich und gut rübergebracht durch Projektleiter Achim Rosch vom Steillagenzentrum in Bernkastel-Kues. Andächtiges Schweigen beim konzentrierten Zuhören mit vielen daran anschließenden Überraschungen beim Verkostung der Weine aus unterschiedlichen Hefeanwendungen bescherten uns eine ganz besonders interessante Probe.
16. Mai

Im Mai besuchte uns eine -zumindest für viele von uns- Neuentdeckung: das Weingut Karlheinz Becker aus Heuchelheim-Klingen. Herr Becker überraschte uns mit außerordentlichen Weißweinen, vor allem mit herrlichem Silvaner, den Burgundersorten und seinen von unterschiedlichen Böden und Jahrgängen geprägten Rieslingen. Ein hoch interessanter Querschnitt durch seine Angebotspalette – zu animierenden Preisen! Diesen Namen wird man sich merken müssen.
13. Juni

Weingut Wageck-Pfaffmann aus Bissersheim, vertreten durch Thomas Pfaffmann, hatte ebenfalls eine Überraschung im Gepäck: neben den hervorragenden Weißweinen seines Hauses bescherte er uns einen Portugieser HW 31 aus einer anderen Welt! So kann Portugieser auch schmecken, man muß sich nur kümmern! Nicht nur mit diesem Wein hat das Weingut einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.
27.-30. Juni

Unsere diesjährige Weintour nach Deidesheim und Forst war -vor allem wegen der Auswahl der besuchten Weingüter- ein besonderes Highlight: Bürklin-Wolf, Bassermann Jordan, Weingut von Winning, Mosbacher, Acham-Magin und Spindler. Wer damit nicht zufrieden war, ist selbst Schuld.  und wer meint, dass wir noch mehr hätten herausholen können, dem erwidern wir: in der Beschränkung zeigt sich der Meister! Nochmals herzlichen Dank an Weinbruder Wilfried Schmitz für die Organisation dieser tollen Tour unter bester Stimmung in der Truppe!
11. Juli

Der nächste Vertreter der Pfalz kam aus Freinsheim, das Weingut Rings. Unter schlechtem Vorzeichen -Andreas Rings war erkrankt, Steffen Rings ausgebucht- verpasste uns Antonia Platz eine Probe, die sich gewaschen hatte. Von einem Höhepunkt (2009er Sekt Pinot Brut) über den nächsten (2012er Riesling Ungsteiner Nussriegel) bis hin zum letzten Höhepunkt (2011er „Das kleine Kreuz” mit Bordeauxtypizität) war alles vom Feinsten. Aber auch die Weine zwischen den Höhepunkten brauchten sich nicht zu verstecken. Beachtlich!
13. August

Übersichtsprobe der „Südpfalz-Connexion” mit Volker Gies (Weingut Gies-Düppel) und Klaus Scheu (Weinhof Scheu). Sie präsentierten exemplarisch nicht nur ihre eigenen Weine, sondern auch diejenigen der übrigen Mitglieder dieser Vereinigung, die Weingüter Siener, Leiner und Kranz. Am Ende stand das beeindruckende Ergebnis aus dem gemeinsamen Projekt dieser Vereinigung, nämlich ein 2009er Gräfenhauser,Spätburgunder, die Wiederbelebung einer alten Legende. Es lohnt sich, die Details im entsprechenden Probenbericht auf unserer Homepage nachzulesen!.
12. September

Auweia….Sauvignon-Blanc-Blindprobe international, wieder einmal das Thema: „Artisten in der Zirkuskuppel, ratlos”! Aber Spaß macht es immer wieder und das nicht zu knapp. Wir lassen uns nicht entmutigen und werden an unseren Erfahrungen und Sinnesspeicherungen arbeiten bis zum Perfektionismus…glaub ich! (PS: Mal ehrlich: der 2007er „Tafelwein” der Domaine des Maisons Brûlées war in Wirklichkeit gar kein Wein, oder……??  ;-) )
10. Oktober

Unter Berücksichtigung unseres zweiten Schwerpunktthemas in 2013, nämlich Österreich, widmeten wir uns, geführt von unserem Bruderschaftsmeister Dr. Dieter Ockelmann, den Grünen Veltlinern aus der Donauregion. Die Reise begann im Weinviertel und ging über den Wagram, das Traisental, Kamptal, Kremstal hinunter in die Wachau mit ihrer dreistufigen Klassifikation, Steinfeder, Federspiel und Smaragd. Insgesamt belegte diese Probe durch die Vielfältigkeit der verkosteten Weine, warum der Grüne Veltliner als die weiße Rebsorte Österreichs gilt.
14. November

Die steirische Weißweinszene folgte im November, ebenfalls präsentiert von unserem Bruderschaftsmeister. Es wurde unseren Geschmacksnerven ganz schön viel abverlangt, denn letztendlich mussten von uns West-, Süd- und Süd-Oststeiermark durchstreift werden – und es gab schließlich nicht nur Sauvignon Blanc zu verkosten. Aber auch die vielen Informationen von Dieter über die kulinarischen Möglichkeiten in diesem Landstrich gaben viel Lehrstoff ab. Gut für eine Urlaubsplanung!
16. November

Unser früheres „Weihnachtsessen” hat sich inzwischen in ein herbstlich kulinarisches Treffen gewandelt, das in diesem Jahr in den Privaträumen von Käthe und Dieter Ockelmann stattfand, so dass bei der Speisenfolge des Menüs vom Orgateam selbst Hand angelegt wurde. Im Mittelpunkt stand ein unter „sous vide” gegartes Rumpsteak am Stück mit einer „sauce bernaise” – und alle Gänge wurden begleitet von Weinen aus dem Hausschatz des Organisationsteam.
14. Dezember In der Abschlussveranstaltung für 2013 verkosteten wir Blaufränkisch aus dem Burgenland. Einmal rund um den Neusiedlersee, so hieß die von Dr. Dieter Ockelmann ausgegebene Parole, der wir gerne folgten und damit in den Genuss eines bunten Straußes an Blaufränkischweinen kamen. Die Eindrücke sind zum Zeitpunkt dieser Niederschrift noch sehr frisch und müssen sich erst noch setzen und aufgearbeitet werden. Aber wir sind fast schon bei der Unterscheidung von Brauchtum und Tradition angekommen, was die Verkostung von Rotweinen in unserer letzten Jahresveranstaltung anbetrifft. Ein Termin, bei dem wir immer in Rotwein schwelgen können!.

Chronist: Wolfgang Klug

Wie jedes Jahr danken wir an dieser Stelle allen hilfreichen Händen vor und hinter den Kulissen, die für einen reibungslosen Ablauf unserer Proben und sonstigen Veranstaltungen gesorgt haben. Auch gilt unser Dank unseren zahlreichen Gönnern und Probenausrichtern für ihre Mühe und Unterstützung: wir hoffen, weiterhin auf Sie/auf Euch zählen zu können!

Allen Mitgliedern, Weinfreundinnen und Weinfreunden unserer Weinbruderschaft wünschen wir frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2014, verbunden mit den besten Wünschen für Ihre Familien.

Weinbruderschaft zu Köln e.V.

Der Vorstand

Im Dezember 2013

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