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Herzlich Willkommen auf unserer Website

Erstellt von webmaster am Montag 29. Dezember 2008

Die Ziele der Bruderschaft

  • Vermehrung des Wissens um den Wein
  • Pflege und Förderung der Weinkultur
  • Eintreten für die Ehrlichkeit und Sauberkeit des Weins
  • Mittler zwischen Produzent und Konsument
  • Einsatz für den deutschen Wein in den angrenzenden Ländern
  • Pflege der freundschaftlichen Beziehungen zu anderen Weinbruderschaften

Schnupperangebot für Weinfreunde

Sollten Sie mehr über uns wissen wollen, dann haben Sie die Möglichkeit, bei einer unserer nächsten Veranstaltungen einen der “3 Schnupperplätze für Nichtmitglieder” (Kostenbeitrag: 21 Euro) zu belegen. Unser Angebot richtet sich an alle Damen und Herren über 18 Jahre. Anmeldungen bitte über unser Kontaktformular auf der Seite “Kontakt“. Bitte nennen Sie uns Ihren Namen, wie wir Sie erreichen können und die Veranstaltung (ausgenommen Sonderveranstaltungen) an der Sie teilnehmen wollen. Wir freuen uns auf Sie.

Unsere Website

Unsere neue Website ist intuitiver und interaktiver. Sie können sich zukünftig wieder in unser Gästebuch eintragen und darüberhinaus jeden Probenbericht kommentieren.  Hierfür finden Sie unter jedem Artikel ein Formular.

Auf der rechten Seite finden Sie unseren Terminkalender mit allen anstehenden Veranstaltungen der Weinbruderschaft. Klicken Sie auf einen Termin, erhalten Sie mehr Informationen. Über die linken Seite finden Sie Zugriff auf alle aktuellen und älteren Probenberichte, aktuelle Kommentierungen sowie eine Suchfunktion.

Daneben erfahren Sie auf den unterschiedlichen Seiten mehr über uns, die Aktivitäten der letzten Jahre und das Thema Wein im Internet. Natürlich steht der Mitgliederbereich nur den Mitgliedern unseres Freundeskreis zur Verfügung.

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Unsere Weinproben 2014

Erstellt von Dieter am Freitag 5. September 2014

Da nach einem Software-Update unser alter Veranstaltungskalender leider nicht mehr funktioniert folgt hier eine Übersicht über unsere Weinproben 2014

Probenschwerpunkte: Württemberg, Südamerika                               Stand: 01.06.2014

N = Normalveranstaltung, S = Sonderveranstaltung (Kostenbeitrag)

Datum   Thema
 .
18.09.2014        N Libanon
Weine aus dem Libanon gelten bei uns als Exoten, aber schon die Phönizier haben hier Wein angebaut. In den letzten 10 Jahren gab es einen deutlichen Aufschwung. Inzwischen produzieren ca. 40 Weingüter.
23.10.2014 N Südamerika
Nicht nur in Argentinien und Chile wird Wein angebaut. Auch in Brasilien, Uruguay und anderen Ländern wird Wein produziert. Wir wollen einen kleinen Überblick zu geben.
06.11.2014  S Weihnachtsessen
Das diesjährige Weihnachtsessen findet im Restaurant OX & KLEE am Samstag um 18.30 Uhr statt. Wir haben etwa 25 Plätze zur Verfügung. Anmeldung über info@weinbruderschaft-koeln.de
20.11.2014        N Technikprobe Geilweilerhof mit Neuzüchtungen
Pilzwiderstandsfähige Rebsorten – wie ist der Stand der Dinge? Wie haben sich die bisherigen Ergebnisse entwickelt ? (Stichwort: „Der stille Fort­schritt“) Rück- und Ausblick aus erster Hand von Dr. Rudolf Eibach vom Institut für Rebenzüchtung am Geilweilerhof, Siebeldingen
11.12.2014  N Vergleichsprobe Blaufränkisch gegen Lemberger
Blaufränkisch und Lemberger sind die gleiche Rebsorte, aber bisher haben die württemberger Lemberger meist ein schwaches Bild abgegeben.  Hat sich das bei den engagierten, neuen Winzern geändert? Wir werden den Vergleich ziehen.

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2014.08.04 Sonderprobe Mexico

Erstellt von Dieter am Freitag 5. September 2014

Im Juni bekamen wir das Angebot eines Importeurs uns mehrere mexikanische Weine aus Baja California, die noch nicht auf dem europäischen Markt vertreten sind, uns vorzustellen.
Da bei neun verschiedenen Weinen jeweils nur eine Flasche zur Verfügung stand, mussten wir die Präsentation als Sonderprobe mit max. 12 Teilnehmern durchführen. Unser Kellermeister hat dann die Probe noch um 4 Weine vom Weingut L.A.Cetto, ebenfalls aus Baja California aufgestockt.

So fand dann nach den Sommerferien am 15.August unsere Probe statt.

Es gibt drei große Weinbaugebiete in Mexiko. Baja California an der Pazifikküste ist das größte. Hier werden 80 % des mexikanischen Weins hergestellt. Daneben existiert noch inmitten Mexikos die Region Coahuila auf einer Höhe von 1500m als ältestes Anbaugebiet und die Region Aguascalientes.

Das Weingut L.A. Cetto wurde 1924 gegründet, hat ca. 1000 ha und exportiert in 27 Länder. Bei den anderen Weingütern, die noch nicht in Europa vertreten sind und die wir erstmalig verkosten konnten, spielt der Önologe, Hugo D’Acosta auf verschiedene Art und Weise eine wichtige Rolle. Casa de Piedra ist sein eigenes Weingut, während er bei Paralelo und Firmamento nur einer von mehreren Partnern ist und sich seine Rolle in der Produktion eher auf die Beratung beschränkt. Bei Aborigen überwacht Hugo D’Acosta die Produktion und Estacion de Porvenir, einer gemeinnützige Organisation zur Winzer-Ausbildung (non-profit) spielt er eine mehr oder weniger amtliche Rolle.

Alle Weine –bis auf einen – stammten aus Baja California aus dem Untergebiet „Valle de Guadelupe“.

Wie bei den meisten Proben starteten wir mit den Weißweinen, heute mit zwei Sauvignon blanc.

Der 2013’er Sauvignon blanc „Emblema“ vom Weingut Paraleo, war sehr leicht und im Abgang schnell weg. Eine spitze Säure störte. War der Wein grün geerntet (nur 11.8% Alkohol) oder war er nachgesäuert ?

Auch der zweite Wein, der 2013 Sauvignon blanc Estación Porvenir Blanco vom gleichnamigen Weingut zeigte ein vergleichbares Geschmacksbild – nur wirkte er noch etwas parfümiert.

Zwei Chardonnays folgten. Der 2013’er Chardonnay „Piedra de Sol“ vom Weingut Casa de Piedra wirkte etwas breit und süßlich mit erneut viel spitzer Säure (ebenfalls grün geerntet, da auch er nur 11,8% Alkohol hatte ?). In der Nase hatte er anfangs einen „Stinker“, der aber an der Luft dann verflog.

Daraufhin folgte als weiterer Wein, den der Kellermeister besorgt hatte, der 2012’er Chardonnay vom Weingut L.A. Cetto . Er war ebenfalls breiter und einfacher strukturiert, hatte aber im Vergleich zu den vorangegangenen Wein (zu) wenig Säure und einen eigenartigen Beiton.

Wahrscheinlich waren wir durch die deutschen „Cool Climate“-Weine doch zu verwöhnt und haben deshalb diese Wein sehr niedrig eingestuft.  Vom Preis her waren sie nämlich nicht so klein.

Danach folgten neun Rotweine.

Zuerst das 2010’er Cuvee „Ensamble Arenal“ vom Weingut Paralelo, ein Cuvee aus Merlot (45%), Cabernet Sauvignon (45%), Zinfandel (4%), Petite Syrah (3%), Barbera (3%). An diesem Rotwein hatten wir mehr Spaß, gute Frucht, ein festeres Tannin und leichte Gewürznoten. Kein eleganter Wein aber sauber und gut gemacht. Auch der nächste Rotwein, der 2010’er „5 Estrella“ vom Weingut Firmaneto war ein Cuvee: Tempranillo (35%), Cabernet Sauvignon (30%), Merlot (20%), Cinsault (5%), Grenache (10%) Auch hier eine dichte, volle Frucht, ein festes, zart adstringierendes Tannin. Er wirkte noch etwas kantig, aber zeigte auch Charakter.

Wieder wurde die Probe vom Kellermeister ergänzt, durch den 2011’er Petit Syrah vom Weingut L.A. Cetto. Ein sauberer, aber etwas krautiger und marmeladiger Wein, wobei bei man bei seinem Preis von knapp 9 Euro auch nicht mehr erwarten konnte. (Der wuchsstarke, rustikale Petit Syrah oder auch Durif stammt aus Frankreich und ist wahrscheinlich eine spontane Kreuzung aus Peloursin und Syrah. In Frankreich ist die Rebsorte kaum noch, im US Californien aber noch stärker vertreten)

Der 2011’er „Vino de Piedra“ vom Weingut Casa de Piedra ist wieder ein Cuvee, diesmal aus Tempranillo (50%), Cabernet Sauvignon (50%). Der Wein unterschied sich von den anderen, da er von Granitböden der Unterregion San Antonio de las Minas stammt und von den hier vorgestellen Weinen in Mexico der teuerste ist. Er zeigte sich recht dicht und fruchtig mit stärkeren Holz- und Gewürznoten. Trotz seines hohen Renommees in Mexico war er für uns aber nicht der beste Wein.

Vom Kellermeister beigestellt wurde noch ein 2010‘er Zinfandel, wieder vom Weingut L.A. Cetto. Es war kein großer Wein, aber recht füllig und typisch für einen Zinfandel, mit einem Hauch Himbeere, wie man ihn aus US-Californien kennt.

Weiter ging es mit dem 2010’er Estación Porvenir Tinto vom gleichnamigen Weingut, ein Cuvee aus Petite Syrah (40%), Cabernet Sauvignon  (20%) , Zinfandel (20%), Barbera (20%). So sehr gefiel er uns nicht, er war etwas breit und kantig, mit mehr Bitterton und schmeckbarem Bretanomyces.

Dafür gefiel uns der nächste Wein, der 2010’er “Portada” vom Weingut Aborigen, ein Cuvee aus Grenache (50%), Carignan (44%) und Petit Syrah (6%).  Ein dichter, recht voller Wein mit leichten Zimtnoten und einem festem, zart schokoldigem Tannin.

Noch eine weitere Steigerung kam mit dem 2012’er „Clandestino”, ebenfalls vom Weingut Aborigen, aber diesesmal war es kein Cuvee sondern ein reinsortiger Grenache.

Dicht und gut strukturiert mit guter Säure und festem, reifem Tannin  – kurz gesagt sehr stimmig. Das war für uns der beste Wein des Abends.

 

Unser Kellermeister wollte sich auch nicht lumpen lassen und holte noch einen 2007’er Cabernet Sauvignon – Malbec, “Santa Cecilia” vom Weingut L.A. Cetto.

Etwas fruchtig, leicht marmeladig und trotz der Alters noch immer etwas kantig. Ein ordentlicher Wein, aber mit den drei vorherigen Weinen konnte er nicht mithalten.

Für uns war es eine sehr interessante Probe. Sie hat uns einen kleinen Einblick in die Wein Welt Mexicos, speziell Baja Californias gebrach. Während die Weißweine bei uns weniger Anklang fanden, haben sich die Rotweine wacker geschlagen. Für einen eventuellen Verkaufserfolg in Deutschlang dürfte allerdings der Preis eine große Rolle spielen. Sollten die Endverbraucherpreise deutlich über 10 Euro liegen,  werden die Weine sicher Exoten bleiben.

Für uns bleibt nur noch der Dank an den Referenten, der die Weine mitgebracht und seine Zeit für uns geopfert hat und natürlich an unsere Weinschwester Sigrid, die den Raum für die Sonderprobe zur Verfügung gestellt hat und uns mit einem kleinen, feinen Imbiss verwöhnt hat.

Verfasser: Dieter

2014_08_21 Probenergebnis_Sonderprobe Mexico

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14.08.2014 Felsengartenkellerei Besigheim e.G.

Erstellt von Dieter am Freitag 5. September 2014

Die Abschlussveranstaltung zum Schwerpunktthema Württemberg in 2014 -sieht man einmal von der noch für Dezember ausstehenden Vergleichsprobe Lemberger-Blaufränkisch ab- wurde ausschließlich mit Weinen der Felsengartenkellerei Besigheim e.G. mit Sitz in Hessigheim bestritten, was bei einer Auswahl von 12 Weinen für unsere Verkostung kein Problem darstellte, denn die Angebotspalette ist wirklich groß.

 

Dass der insgesamt gute Eindruck der Probe stark beeinflusst wurde durch die unter der Bezeichnung bzw. unter der Edition „Schwarzer Rappe“ vermarkteten Weine der ehemals selbständigen „Weingärtner Ilsfeld“, einem Zusammenschluss der Weinerzeuger aus Ilsfeld, Abstatt, Auenstein, Helfenberg und Schozach, die sich im April 2010 der Felsengartenkellerei Besigheim angeschlossen haben, darf nicht unerwähnt bleiben.

 

Der Pleonasmus „Schwarzer Rappe“ als doppelte Hervorhebung des Qualitätsniveaus der hierunter fallenden Weine leitet sich ab von der außerordentlich guten Lage „Ilsfelder Rappen“ und verweist damit im Rahmen des Gesamtsortiments der Felsengartenkellerei auf seine besondere Herkunft und deren hohen Qualitätsstandart, auch wenn die Weine inzwischen von den Besigheimer Kellermeistern vinifiziert werden.

 

Umso mehr verwundert es den Weininteressenten, dass die Vermarktung der unter der Edition „Schwarzer Rappe“ produzierten Weine über eine gesonderte Angebotsliste geschieht und ein Hinweis in den jeweiligen Listen auf die jeweils anderen Weine nicht erfolgt. In den Vinotheken jedoch stehen beide Produktpaletten einträchtig nebeneinander, woran sich der Chronist aus eigener Anschauung in Besigheim erinnern kann.

 

Überhaupt lohnt sich ein Besuch der Stadt Besigheim nicht nur der Weine wegen: sie wurde schon vor Jahren als schönster Weinort Deutschlands gekürt. Ihre Lage am Zusammenfluss von Enz und Neckar, an deren Steilhänge hier der Weinbau in exponierten und gut ausgerichteten Lagen betrieben wird, beeindruckt durch ein historisch-romantisches Stadtbild, das den Betrachter zum Träumen in eine vergangene Zeit zu versetzen scheint.

 

Aus dieser Stadt heraus, aber besonders außerhalb der Stadt, fällt immer wieder der Blick auf die umliegenden, durch den Bau von Trockenmauern terrassierten Steillagen. Schon bei diesem Anblick erahnt man die damit verbundenen Schwierigkeiten bei der Weinbergs- und Rebenpflege, welche die Mitglieder der Genossenschaft aber sicher gerne in Kauf nehmen, da diese Anbauform andererseits nicht zu leugnende Vorteile mit sich bringt: die Terrassierung macht die Bewirtschaftung dieser Steillagen erst mit einem zumutbaren Aufwand möglich und –ganz wichtig- verhindert die Erosion der jeweiligen Böden, die ihren Charakter an den Wein weitergeben sollen.

 

Darüber hinaus hat man festgestellt, dass terrassierte Steillagen bis zu 5° Celsius wärmere Kleinklimata ausbilden können als normale Weinbergslagen ohne Steinmauern, nicht zu vergessen die sich dadurch an diesen Orten sammelnde besondere Flora und Fauna. Man denke z.B. an die Mauereidechse, die auch die Flaschenverschlüsse und einen Teil der Etiketten ziert.

Die im Dezember 1938 mit 239 Weingärtnern gegründete Genossenschaft umfasst heute ca 1.600 Mitglieder, die aus 10 Gemeinden stammen und eine Fläche von 650 ha bewirtschaften. Die Vielzahl der Rebsorten teilt sich dabei wie folgt auf:

 

24% Trollinger, 17% Schwarzriesling, 16% Lemberger, 9% Blauer Spätburgunder, 3% Acolon, 2% Samtrot, 1% jeweils für Muskat-Trollinger und Cabernet Dorsa. Bei den weißen Rebsorten dominiert eindeutig der Riesling mit 14%. Danach folgen Kerner: 4%, Müller-thurgau: 3% und mit jeweils bis zu 1% Grauer Burgunder, Weißer Burgunder, Chardonnay, Traminer und Sauvignon Blanc – alle Sorten jeweils mit leicht schwankenden Anteilen.

 

 

Eine Skizze der Qualitätspyramide erleichtert die Zuordnung der Weine zum Qualitätsniveau:

FG QualitätspyramideFG Eidechse

 

 

 

 

Ergänzend sei nachfolgend noch die Beschreibung der einzelnen Weinklassifikationen aufgeführt:

 

 

Composition: Composition XL und XXL sind Cuvées aus besonders ausgewählten Rebsorten. Die Composition XXL wird dabei ausschließlich aus exzellenten Jahrgängen erzeugt.

 .

Fels und Justinus K.:

Die körperreichen, trockenen Weine der Edition Fels und Justinus K bestechen durch ausgeprägte, vielfältige Fruchtaromen und zarten Schmelz. Das ertragsreduzierte Lesegut stammt aus besten, mit überwiegend alten Reben bestockten Weinbergslagen

 

Fas(s)zination:

Die im kleinen und großen Holzfass gereiften, trockenen Weine höchster Güte brillieren durch ihre Komplexität mit einem Hauch zarter Röst- und Vanillearomen. vinifiziert aus streng selektioniertem Lesegut, aus unseren besten Weinbergslagen

 

Weine aus Steillagen:

Das besondere Mikroklima unserer Steillagen beeinflusst diese Weine nachhaltig und verleiht ihnen nicht nur eine besondere Qualität, sondern auch einen eigenen Reiz

 

 

 

LacTerra:

Weine aus Trauben, die auf qualitativ hochwertigem Terroir reifen und streng nach den ökologischen Richtlinien von BIOLAND angebaut werden

 

 

 

 

Halbtrockene Weine:

Die halbtrockenen Qualitäts- und Prädikatsweine erhalten durch die Kreativität und Feinsensorik des Kellermeisters ein ausgewogenes Süße-Säure-Spiel mit zartem Schmelz und harmonischer Fruchtnote.

 

 Terra S:

Die harmonisch trockenen Weine der Edition Terra S sind geprägt von Lebendigkeit, frischer Frucht und klarer Stilistik. Das selektierte Lesegut stammt aus ausgesuchten, ertragsreduzierten Weinbergen

 

Kastellan:

Riesling-Weine, geprägt von mineralisch exotischen Fruchtnoten, spritzig eleganter Weinsäure und saftiger Restsüße. Vom Qualitätswein bis zur Auslese

 

Der Vertrieb der Weine geschieht zu einem Drittel an Privatverbraucher, zu einem weiteren Drittel an die Gastronomie und das letzte Drittel wird über eine in der Rechtsform der GmbH bestehende Tochtergesellschaft des Genossenschaftsbetriebes an den Grosshandel und auch an den LEH verkauft.

 

Nun aber zu den von uns verkosteten Weinen im Einzelnen, vorgestellt von Frau Hilde Seitz, Mitarbeiterin des Verkostungsteams der Felsengartenkellerei Besigheim e.G.

 

Wir begannen mit einem Riesling aus der Serie „Terra S“ des Jahrgangs 2012.

Dieser mit Reinzuchthefen kaltvergorene Riesling, von Jura–Schiefer-Gestein stammend, blitzte mit gelb-grünen Reflexen im Glas und begegnete einem auf den ersten Schluck mit Apfelnoten, beim Nachschnuppern auch mit Aprikosennoten, zeigte wenig Mineralik, dafür aber eine fruchtbetonte und doch erdige Art eines Riesling, wie er eigentlich typisch für das Neckartal ist. Widersprüche gab es bei einigen Verkostern, die ihm eine Tendenz zum halbtrockenen Geschmackstypus vorhielten, andere wiederum, die ihn zwar als Schmeichler mit etwas Bitterton im Abgang bezeichneten, ihm dabei aber einen schönen Schmelz bescheinigten. Nicht vergessen: es war ein 2012er!

Alles in allem aber ein guter Wein zur Feinjustierung unserer Geschmackspapillen für die kommenden Weine.

 

Als nächstes folgte ein Ilsfelder Wein, nämlich ein trocken ausgebauter Muskateller des Jahrgangs 2013 aus der Edition „Schwarzer Rappe“, ein typischer Vertreter seiner Art. Über eine mineralische Säure beförderte er verschwenderische Aromen von Blütenduft, Holunder, Zitrusfrüchten, aber auch einen Hauch Honignuancen an den Gaumen. Die Trauben schienen im Glas eingefangen zu sein. Frage: trotz Bukettsorte ein ausdrucksvoller Sommerwein, wie angemerkt wurde?? Jawohl, das geht, denn mit 11% Alc und gut herunter gekühlt hat er gute Voraussetzungen hierfür.

 

Darauf folgte ein 2013er Sauvignon Blanc, ebenfalls aus der Edition „Schwarzer Rappe“, diesmal von jungen Reben (aus Neu-Seeland reimportiert), die erst vor 4-5 Jahren gepflanzt wurden. Bei der ersten Nase: verhalten, Frau Seitz stellte eine Verbindung zu Riesling her. Beim zweiten Versuch: grüne Noten, Heu, grüne und gelbe Stachelbeeren, wird immer opulenter und liefert damit den Gesamteindruck eines guten Sauvignon Blanc. Es herrschte etwas Verwunderung über die für diesen Jahrgang untypisch geringe Säure in diesem Wein. War bei diesem Wein ein gezielter Säureabbau vorgenommen worden? Frau Seitz versicherte, dass es hier durch die lange Lagerung auf der Hefe und die damit verbundene späte Abfüllung. sowie durch das Kalkgestein, auf dem diese Reben stehen, nicht zu der sonst so ausgeprägten Säurebildung gekommen sei. Nicht zuletzt sei es der Süd- und Südwestausrichtung mit voller Sonnenausbeute zu verdanken, dass sich dieser Wein so rund und harmonische ausbilden konnte.

 

Als nächstes bekamen wir einen Wein ins Glas, der nicht nur von der Substanz her diskussionswürdig war sondern auch im Hinblick auf die mit ihm verbundene Vermarktungsmethode der Genossenschaft: ein 2013er „Justinus K“ aus der Linie „Fels“. K steht in diesem Fall –leicht zu erraten- für Kerner, da es sich bei Justinus Kerner um einen bekannten Weinsberger Arzt, Dichter und auch Wein- und Medizinliteraten handelte, nach dem diese Rebsorte benannt wurde. Gezüchtet wurde sie allerdings durch August Herold (!) in der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg (1929; Rebsortenschutz in 1969). Nun gibt es ihn also schon relativ lange und man kann sagen, dass er in den etwas zurückliegenden Jahren einmal zu Württembergs Mitfavorit bei den Weißweinen zählte. Leider wurde er immer mehr in einen Strudel hinab zur Mittelmäßigkeit gezogen, woraus er sich mit fortgeschrittenen Jahren auch nicht mehr befreien konnte mit der Folge, dass sich beim Auftauchen des Rebsortennamens Kerner die Stirn der Konsumenten krauste und Konsumverweigerung eintrat. Kerner war in dieser Form nicht mehr an den Mann oder die Frau zu bringen. Also musste ein neues Konzept her, dass die Felsengartenkellerei glaubt, nunmehr in der Vermarktung dieses Weines unter dem Namen „Justinus K“ gefunden zu haben. Und tatsächlich: es scheint zu funktionieren, weil das württembergische „Unwort“ Kerner dem Weinkonsumenten vom Etikett her nicht mehr plakativ ins Auge springt. Man kann hier eine Parallele zur Entwicklung der Weinbezeichnung von Müller-Thurgau zu Rivaner erkennen.

 

Zum Wein selbst: dieser hier stammte von 40-jährigen Reben; in 50kg-Lesekisten geerntet bei einer Ertragsreduzierung auf 70kg/ar; nachselektioniert durch die Kellermeister persönlich mit dem Ergebnis: es kommt nur reifes und total gesundes Lesegut als Ausgangsmaterial zusammen. Von daher bescherte uns dieser Wein ausgeprägte Aromen von Quitten, Birne und Aprikosen, ferner noch eine leichte Muskatnote (sehr verhalten), das alles transportiert auf der Grundlage einer milden fruchtigen Säure, erinnernd an einen Riesling der milderen Art….Aber dann kam sie, diese seltsame dialektverfärbte sensorische Beschreibung: „Da isch ja Bodengfährdle drin….“ ( Geht auch durch als „Bodagfährdle“ oder „Bodegfährdle“) War das jetzt im positiven Sinne von: man spürt oder schmeckt den Bodentyp, auf dem die Reben gestanden haben oder eher in der Version: „Da ist was drin im Wein, aber ich weiß nicht genau was“ ? Hier war wohl eher die zweite Variante gemeint denn es kamen aus dem Kreis der Verkoster Hinweise auf einen vorhandenen Bitterton.

Insgesamt aber kam dieser Kerner in unserer Runde sehr gut an – und zwar: vorurteilsfrei !

 

Weiter ging die Verkostung mit einem Wein aus der Edition „Fas(s)zination“, nämlich mit dem 2013er Grauburgunder. Hierzu fiel uns als Assoziation nur das Stichwort „Hozkeule“ ein: neues Barrique, kurz getoasted, wie Frau Seitz uns aufklärte. Das einzige, was an Fruchtnoten hinter dem stark dominierenden Holzton noch erkennbar war, war eine gewisse Birnenaromatik. Das war‘s dann auch schon, sonst nur Holz. Viel zu jung zum Probieren. Geben wir ihm noch eine Chance zu einem –viel- späteren Zeitpunkt….vorausgesetzt, die Frucht hält sich so lange. Einen Versuch ist es wert, denn Anlagen hierzu hatte dieser Wein von tiefgründigen Böden in der Gemeinde Walheim.

In diesem Zusammenhang drängte sich selbstverständlich das Thema Wein als Essensbegleiter auf, stark favorisiert durch Frau Seitz (Zitat: „Eine kapriziöse Diva, die eigentlich nur beim Essen beliebt ist“), die aber auch die Ansicht akzeptierte, dass Wein darüber hinaus oder auch vorrangig sich selbst tragen muss.

 

Erheiterung herrschte bei der Frage eines Weinbruders nach der Lagerfähigkeit solcher Weine: „Haben Sie da Erfahrungswerte oder ist das in den Nebel geschossen?“ Man sieht also, es geht ganz entspannt zu bei unseren Proben und unsere gut aufgelegte Gastmoderatorin Hilde Seitz nutzte diese Atempause in der Probe zu einem eleganten Übergang zur „Milch der Schwaben“, wie es hieß :

 

Wir verkosteten nämlich den ersten Rotwein, einen Trollinger der Edition „Fels“ aus dem Jahrgang 2012. Ein toller Einstand für den Rotwein-Flight: so kann also Trollinger auch sein. Von wegen Weißwein mit roter Farbe. Hier begegnete uns Substanz, die sich mit längerer Standzeit im Glas noch verbesserte und die anfänglich kritischen Stimmen, dass der Wein zu kalt ins Glas komme, erstummen ließ. Dieser süffige, mit Maischeerhitzung bearbeitete Wein bescherte uns leichte Röstaromen in einer feinen Struktur, Johannisbeeren und Kirschen als Fruchtkomponenten, tolles Echo auf der Zunge und insgesamt stimmig. Der Ausbau in grossen 500 Ltr. Fässern und kleinen mehrfach belegten Barriques tat diesem Wein außerordentlich gut. Im Gegensatz zum oben erwähnten Grauburgunder unterstützten hier die Holznoten den Wein zum Positiven hin.

 

Dem Trollinger folgte dann ein 2011er Pinot Meunier der Edition „Schwarzer Rappe“. Dieser Wein aus der auch so genannten Müllerrebe – oder auch als Schwarzriesling bekannt – beeindruckte uns leicht rauchig, aber ohne jegliche Holznoten, dafür mit schöner Fruchtigkeit und ausgeprägter Würze. Von Frau Seitz erfuhren wir jedoch, dass es dieser Rebsorten heute ebenso ergeht wie seinerzeit dem Kerner. Die Nachfrage sinkt und so setzt man diese Sorte vermehrt dann ein, wenn man einen „Blanc de Noir“ im Sortiment haben möchte oder –wie schon immer, nur jetzt noch verstärkt- bei der Erzeugung von Sekt und Schaumwein, ganz aktuell für die Produktion von Seccos.

 

Unser Augenmerk wurde nun auf die klassische deutsche Rotweinsorte gelenkt, auf einen 2012er Spätburgunder, wieder aus der Edition „Schwarzer Rappe“, also einem weiteren Zugpferd der Ilsfelder Winzer. War der Vorgänger mit 13% Alc. eigentlich noch gewohnt reichhaltig ausgestattet, bewegten wir uns jetzt mit 14,5% Alc schon in höheren Spähren und das Thema Alkoholhaltigkeit im Wein schien näher zu rücken. Rührte die festzustellende leichte Süße im Wein vielleicht doch vom hohen Alkoholgehalt her? Dennoch war dieser Wein erst einmal ein Genuss: es begegnete uns die volle Kirsche und nach längerer Standzeit im Glas auch Kokosaromen und Mandeln. Der Wein an sich: grazil, facettenreich und dicht, was dem Konzept geschuldet wird, dass im Rotweinbereich die Felsengartenkellerei den Barriqueausbau nur im Auslesebereich anwendet. Sogenannte „Blockflötenweine“ –oben reingeschüttet, unten wieder aufgefangen und damit hat der Wein Holz gesehen- sind hier in Hessigheim -Gott sei Dank- nicht der Standard. Nur dichte, dicke Weine setzt man hier den Fasstanninen aus. Das gilt ja –noch einmal- auch für den oben besprochenen Grauburgunder, der deshalb noch seine 2. Chance bekommen sollte.

 

Aber weiter mit Rot: nicht nur im Alkoholgehalt steigerte sich die Probe noch ein weiteres Mal. Wir wurden nun mit den 15 Vol% Alc eines 2012er Merlots der Edition „Schwarzer Rappe“ konfrontiert. Die eindrucksvolle Serie der „Schwarzen Rappen“ wurde mit diesem Wein fortgesetzt. Schmelz, Saft und Frucht (Schwerpunkt Pflaume) an Zunge und Gaumen, betörende dunkelrote Frucht- und Kompottaromen in der Nase –von wegen Merlot als „Frauenversteher“-. Das alles von noch relativ jungen Rebstöcken und zum ersten Mal hier reinsortig ausgebaut. Ein gelungenes Experiment.

 

Es folgte der „Kaiser“ des Rebsortenspiegels, ein Lemberger aus dem Jahrgang 2011 der Edition „Schwarzer Rappe“. Auch mit diesem Wein bestätigten die Ilsfelder Winzergenossen wieder einmal ihren herausgehobenen Standard bei den Rotweinen. Man kann den fusionierten Genossen nur gratulieren, dass trotz des Zusammenschlusses der beiden Genossenschaften die Eigenständigkeit der Ilsfelder Rotweine erhalten geblieben ist und andererseits die Kellermeister der Felsengartenkellerei, in deren Händen inzwischen die Verantwortung für den Ausbau der Weine aus Ilsfeld liegt, diese Eigenständigkeit berücksichtigen und deren Qualitätsniveau weiter verfolgen. Ob sich das Qualitätsniveau durch die Fusion sogar noch verbessert hat, vermag aus unserer Runde mangels Vergleichsmöglichkeit niemand zu sagen. Soweit das vorweggenommene Fazit zu den Roten.

Aber noch einmal zurück zum „Kaiser“. Es wurde in unserer Runde behauptet, dass man sich beim Lemberger „eintrinken“ müsste. Diese Feststellung konnte der Chronist nicht bestätigen, denn ihm gefiel dieser Wein auf den ersten „Blick“ bzw. die erste „Nase“, auch wenn diese deutlich verhaltener ausfiel als beim Vorgängerwein. Gewachsen auf Keuper und Muschelkalkböden, überzeugte er durch dunkle Waldfrüchtearomen, Brombeernoten allerdings verbunden mit einer gewissen Adstringenz am Gaumen. Vollfruchtigkeit bis hin zur Opulenz.. Ein Kandidat für unsere Vergleichsprobe zwischen Lemberger und Blaufränkisch im Dezember diesen Jahres? Immerhin durchstießen bei diesem Wein acht Probanden in ihren Einzelbewertungen die 15-Punkte-Decke. In der Genossenschaft steht ein weiterer Versuch bei diesem Wein für die folgenden Jahrgänge an: man will den Lemberger getrennt nach Bodentypen ausbauen. Die Spannung bleibt also erhalten. Kompliment!

 

Wer aber glaubte, mit diesem Wein hätten wir den Höhepunkt der Rotweine hinter uns gebracht, der wurde eines Besseren belehrt und zwar mit dem letzten Wein aus dem Kreis der Roten, einem 2011er Cabernet Franc Edition „Schwarzer Rappe“, einem sehr raren Wein, der deshalb auch mit diesem Jahrgang bereits ausverkauft ist. Schade! Hat nicht sollen sein.

Um aber diesen Wein beurteilen zu können, musste man alle Assoziationen eines im französischen Stil ausgebauten Cabernet Franc –wie z.B. von der Loire- im Kopf völlig ausblenden. Statt der in jungen Jahren kratzigen und ungeschliffenen Art der französischen Cabernet Francs, die darüber hinaus auch mit nur 12-12,5% Alc auskommen, wurden wir hier mit einem „Maul voll Frucht“, mit einer Opulenz von Himbeeren und Johannisbeeren und mit einem Hauch von weißem Pfeffer (nicht von jedem in unserer Runde nachvollziehbar) überrascht. Summarisch beschrieben handelte es sich um einen wuchtigen, milden und auch weichen, aber mediterranen Rotwein, dem man internationalen Standard attestieren konnte. Gerade wegen seiner Weichheit wurde dieser Wein allerdings auch kritisiert und als für unsere Gaumen weichgespült bezeichnet. Andere ordneten die Pfeffernote dem hohen Alkoholgehalt zu (14,5%). Alle Verkoster mussten allerdings zugestehen, dass dieser Wein die Holznoten aus dem Barriqueausbau am besten eingebunden hatte und damit ein harmonisch rundes Ganzes bildete. Der Wein aus dieser Rebsorte wurde bisher nur in Cuvées verarbeitet und wird nun als Solist in loser Folge mit den nächsten Jahrgängenauf den Markt kommen.

Alles in allem ein würdiger Abschluss des Rotweinreigens, was sich auch in der höchsten Durchschnittsbewertung dieses Weines bestätigte.

 

Nach diesen druckvollen Roten ging eigentlich nur noch ein edelsüßer Wein, der uns in Form eines Riesling Eisweins aus dem Jahr 2012 kredenzt wurde. Dieser Wein mit 212° Oechsle an einem Dezembertag morgens um 04:00 Uhr bei -10° Celsius gelesen, überzeugte durch Quitten und Mangoaromen, begleitet von einer opulenten Süße, die aber sehr gut abgepuffert wurde durch eine deutlich merkbare Säurestruktur. Ein hervorragender edelsüßer Wein ohne den sonst schon mal in diesen Weinen vorhandenen „Eiserl-Ton“ (Eisen), wie Frau Seitz besonders anmerkte. Weiterhin klärte uns unser Gast dahingehend auf, dass die Felsengartenkellerei  –soweit möglich- nur noch Eiswein als edelsüßen Tropfen produziere und keine Beeren- oder Trockenbeerenauslesen mehr. So verfüge man auch hin und wieder über einen Lemberger Eiswein als höchst interessante Variante, sofern die Witterung mitspielt. Sollte es einmal bei der langen Reifezeit der Trauben für einen Eiswein witterungsbedingt schief gehen, so bekommen die davon betroffenen Winzer von der Genossenschaft eine finanzielle Entschädigung. Auf diese Weise lässt man sich schon mal eher auf dieses Risiko ein. Die Genossenschaft macht‘s möglich!

Damit kamen wir zum Ende dieser interessanten und in Bezug auf die Genossenschaftsarbeit lehrreichen Probe.

Bei Frau Hilde Seitz möchten wir uns noch einmal an dieser Stelle besonders herzlich für ihren kurzweiligen Vortrag und ihr persönliches Engagement bedanken und wünschen darüber hinaus der Felsengartenkellerei Besigheim e.G. noch viele gelungene Jahrgänge in ihren Kellern.

Verfasser: Wolfgang Klug

2014_08_Probenergebnis_WG Felsengartenkellerei

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03.07.2014 Weingut Zipf, Löwenstein

Erstellt von Dieter am Freitag 5. September 2014

Donnerstagabend, 19:15 Uhr, die Vorbereitungen für die Probe sind abgeschlossen, die Weinschwestern und Brüder, wie auch die Gäste, sind alle anwesend, …. die Probe kann beginnen, also Bühne frei .

Zu Gast ist heute mit Jürgen Zipf der Inhaber eines echten Familienbetriebs aus Löwenstein, Kreis Heilbronn. Zusammen mit seiner Frau bewirtschaftet er  das Weingut mit 13 ha. Fläche in der 3 Generation.  Daneben ist er auch eines der fünf Mitglieder der Winzergruppe „Junges Schwaben“, deren Philosophie lautet: Was der Schwabe anfängt, das macht er recht- und wenn´s geht, noch ein bissle besser. Damit ist die Messlatte gelegt.

Die Probe beginnt mit einem Grünen Silvaner*** „ Alte Reben trocken“ aus dem Jahr 2013.
Der Wein stammt aus einer mehr als zwanzig Jahre alten Silvaneranlage und präsentiert sich mit einer lebendigen, duftigen Nase. Der Eindruck setzt sich im Mund fort. Die schöne, frische Säure, gepaart mit einer feinen Cremigkeit (Feinhefelager bis Ende März 2014) machen den Wein zu einem angenehmen Essensbegleiter, aber auch als Solist macht dieser Wein einen guten Eindruck und ist damit ein vielversprechender Start in die Probe.

Der sich anschließende Graue Burgunder ***,  2013 trocken braucht etwas Zuspruch und Luft, bis er sein feines Aroma entfaltet. Geschmacklich ehr schlank mit einer leichten Bitternote und vergleichsweise kurzem Abgang wird der Wein seiner Rolle als sauberer Sommerwein voll gerecht.

Da bei den Weinen auf Prädikatsbezeichnungen verzichtet wird, stellen die Sterne eine Orientierung hinsichtlich der Qualitäten da; *** Sterne stehen für kräftige, ansprechende Weine mit gutem Entwicklungspotential, vergleichbar einer Spätlese,
**** Sterne sind körperreichen Weinen vorbehalten, die deutlich ertragsreduziert in Auslesequalität geerntet wurden.

Die nächsten beiden Weine, zwei Rieslinge, sind **** Weine.
Der Weiße Riesling****, 2012 trocken braucht etwas mehr Luft um sich dann mit einer duftigen, Riesling typischen Nase zu präsentieren. Wenn auch etwas verschlossen, so zeigen sich doch die vorhanden Primäraromen in Harmonie mit der frischen und gut eingebundenen Säure. Mit einem angenehmen, mittellangen Abgang verabschiedet sich dieser Wein. Er hinterlässt den Eindruck eines eleganten, noch recht jungen Weins, der darauf wartet, in einem oder zwei Jahren erneut probiert zu werden.

Wohin sich der Riesling entwickeln kann, zeigt der Weiße Riesling **** trocken aus dem Jahr 2007.
Eine feine, reife Aprikose im Glas,  elegant eingebundene Säure, lebendig, keine Breite, Reife, aber keinerlei Alterstöne, ….ein toller Riesling, bei dem man die Frage nach dem begleitenden Essen gerne stellen darf,… aber nicht muss.

„Kreation Z*** Weißweincuvée“ 2013 trocken – Eine Cuvée aus Jungweinen vom Grauen Burgunder, Weißburgunder, Silvaner und Chardonnay, im Stahltank ausgebaut, präsentiert sich schlank und frisch, vom Chardonnay gestützt. Als Gesamteindruck zeigt sich ein leichter, frischer und von den Aromen seiner Rebsorten harmonisch geprägter Wein für die warme Jahreszeit.

Ungleich komplexer präsentiert sich das nachfolgende „ 3-Fach Z*** Weißweincuvée,  2012, trocken“.
Kerner, Chardonnay und Gewürztraminer, im Stahltank ausgebaut, bestechen mit einer vom Gewürztraminer geprägten, ins Kräutrige gehenden Nase. Weich im Mund, gut eingebundene Säure, frisch und mit einem langen Abgang macht dieser Wein Spaß.

 

Mit der „Cuvée „Rosé*** Geschwisterliebe“ trocken erfolgt der Wechsel zu den Rotweinen. Der Saftabzug von Spätburgunder, Cabernet Cubin, Zweigelt und Cabernet Dorsa, im Edelstahl ausgebaut, leicht, mit einer frischen, animierenden Nase. Im Mund, eine feine Säure, fruchtig und schmeichelnder Schmelz. Der Wein spricht einen direkt an und ist ein gelungener Leichtwein

Der folgende „Trollinger** Steillage“, trocken 2012 zeigt direkt eine klare Kirsche. Der Ausbau erfolgte im großen Holzfass und in älteren Barrique-Fässern, was sich im Geschmack  wiederfinden lässt. Vanille vom Holz und eine frische Frucht, zwei Aromen, die aber noch nicht endgültig zueinander gefunden haben. Daher wirkt der Wein in der Probe auch noch etwas unharmonisch. Aber mit noch etwas Geduld … .

Deutlich dichter präsentiert sich der Lemberger ****, trocken 2011. 20 Monate im Barrique, unfiltriert kommt ein stattlicher Rotwein ins Glas. Eine opulente Nase nach roten Früchten, Vanille,- ein Eindruck, der sich im Mund fortsetzt. Saftige Fülle und ein langer Abgang , ein Wein, der begeistert.

Perfekt war dann die Auswahl von Herrn Zipf, diesem Wein einen gereiften Lemberger **** trocken aus dem Jahr 2007 gegenüber zu stellen.  Wie schon zuvor bei dem Riesling ist es spannend, einen Weines mit diesem Niveau auch gereift zu probieren.
In der Nase wirkt er etwas stumpf, was sich jedoch mit entsprechender Belüftung legt (also besser dekantieren). Bestimmten bei dem 2011er die Fruchtaromen den Wein, so zeigt dieser Wein eine Süße und Kräutrigkeit, ergänzt von Tabak und deutlichem Pfeffer.
Was bleibt, ist der Eindruck einer pikanten Wärme; ein Wein, der in Erinnerung bleibt.

 

Den Schluss der Probe bilden zwei Rotweincuvées.
Mit dem „Junges Schwaben Rotwein Cuvée“ 2011 bekommen wir einen noch vergleichsweise jungen Wilden ins Glas. Lemberger, Spätburgunder, Merlot  und Cabernet Cubin, 22 Monate im Barrique ausgebaut, verleihen dem Wein eine leicht süßliche Nase, gepaart mit der Vanille vom Holz. Nachdem der Wein etwas mehr Luft bekommen hat, entwickeln sich die Aromen dunkler Beeren und Anklänge von Waldboden. Schön eingebundene Tannine und ein mittellanger Abgang hinterlassen einen angenehmen Gesamteindruck, bei dem die Zukunft aber noch viel verspricht. Auch dieser Wein sollte entweder noch reifen oder dekantiert werden.

Nun, sein Vorgänger aus dem Jahr 2004 hatte diese Zeit der Reife. Den Schlusspunkt unserer Probe bildete das „Junges Schwaben Rotwein Cuvée“ 2004. Schwierig zu beschreiben, wie sich das Potpourri aus den verschiedenen Rotweindüften zusammensetzt. Der Duft macht neugierig und die Neugierde wird  mit einem gereiften Wein belohnt, in dem sich Frucht und Gewürze, wie Anis und Pfeffer, aber auch Bitterorange wiederfinden. Die Holznoten sind im Wein vollständig integriert, das Tannin wirkt belebend und leicht adstringierend.  Schließlich verabschiedet sich der Wein mit einem langen Abgang.

Herrn Zipf ist es mit dieser Probe hervorragend gelungen, die Vorbehalte gegen Cuvées zu zerstreuen. Es wurden uns außergewöhnliche Weine mit Charakter vorgestellt, wofür wir uns herzlich bei Jürgen Zipf bedanken und ihm als herzlichen Gruß mit nach Löwenstein geben: Bis demnächst!

Verfasser: Jörg

2014_07_Probenergebnis_Weingut Zipf

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05.06.2014 Weingut Eberbach Schäfer, Lauffen

Erstellt von Dieter am Freitag 5. September 2014

Es war uns wieder mal gelungen, einen württembergischen Winzer nach Köln zu locken, was erfahrungsgemäß einigermaßen schwer ist.

Der Juniorchef des Weingutes Eberbach-Schäfer aus Lauffen am Neckar, Frieder Schäfer kommentiert uns fachkundig eine Probe seiner Weine. Er ist Absolvent der Wein-Uni (FH)  Geisenheim.

Die Eberbachs betreiben bereits seit dem Jahre 1660 in Lauffen Weinbau. Die eigenständige Weinvermarktung begann Friedrich Eberbach, der Großvater des jetzigen Eigentümers, im Jahr 1959. Mit Einstieg des Vaters des heutigen Eigentümers Willi Schäfer, der in der WG Flein Kellermeister war,  kam  der Name des Weingutes in seiner heutigen Form zustande.

Eine Tante des Besitzers hat in die „Domaine des Planes“ in der AOP Provence eingeheiratet.

Das Weingut bewirtschaftet heute ca. 35 ha in den Lagen Lauffener Riedersbückle, in dessen Mitte das Weingut seit der Aussiedlung aus der Enge des Ortes liegt, Hausener Jupiterberg und Helfenberger Schlossberg. Der  Familienbetrieb hat 4-5 Angestellte.

Den Löwenanteil der Lauffener Weine  (ca. 600 ha Fläche) vermarktet die WG Lauffen unter der Großlage „Katzenbeißer“.  380 ha sind in Lauffen mit Schwarzriesling bestockt, und Lauffen ist damit wohl die größte Schwarzriesling-Gemeinde Deutschlands.

Dennoch nimmt der Anbau von Schwarzriesling derzeit kontinuierlich ab.

Sieht man von einer Kellerei ab, ist das Weingut Eberbach-Schäfer eines von nur 2 Privatweingütern in Lauffen.

Heute wird der Wein zu 40% über Privatkunden und zu 60% über den Fachhandel vermarktet.

Der Chronist kennt dieses Weingut schon seit 1977, als es ihn beruflich nach Heilbronn verschlug und er beim Lauffener Ruderclub Neckar seinem Hobby nachging.

Während dieser Zeit machte er viele Weinproben im Weingut mit, die die Großmutter mit einer guten Portion schwäbischem Humor abhielt.

 

Nun zur Probe.

 

Vorab: Generell werden keine Lagennamen verwendet,  obwohl die Weine jeweils einer Lage zuzuordnen sind.

 

Zu Beginn kredenzte Frieder Schäfer einen Sekt ,den „2012er Lauffener Riedersbückele, Schwarzriesling, Blanc de Noir, brut.“

Dieser preiswerte Sekt (6,90 €) stammt aus der klassischen Champagner Traube Pinot Meunier, schwäbisch Schwarzriesling und ist sein meistverkaufter Sekt .  Er wird, wie bei diesem Preis nicht anders möglich, im Tankgärungsverfahren hergestellt.

Wir gaben diesem eigentlich eher einfachen Sekt beachtliche 14,82 Punkte., ganz einfach, weil gut schmeckte.

Bei der Gelegenheit kam die Genealogie der Pinot-Familie zur Sprache. Der Schwarzriesling ist der eigentliche Ur-Pinot, aus dem sich der edlere Pinot Noir entwickelte. Aus diesem wiederum entstand einerseits der Samtrot („kastrierte Tannine“) als Rotwein, und auf der Weißweinseite  entstanden durch spontane Mutation der Pinot Gris und der Pinot Blanc.

 

Nummer 2 war ein „2013er Chardonnay, feinherb“,

ein Wein, wie ihn seine Kunden mögen. Er hat nur 12 %Alkohol und ist damit relativ leicht.

Das Weingut hat ca. 2 ha Chardonnay im Ertrag und damit fast 10% der in ganz Württemberg bestockten Fläche von 23 ha. Es werden 8 verschiedene Klone auf Muschelkalk angebaut, wobei man schlechte Erfahrungen mit französischen Klonen gemacht hat.

Feinherb heißt in diesem Fall 8 bis 9 g. Restzucker. 30 – 40% der Moste werden in gebrauchten Barriques (2. bis 3.Belegung) vergoren. Auch hier werteten wir mit 14,36 Punkten. für unsere Verhältnisse recht hoch. Mit 6,00 € liegt der Wein in einem kundenfreundlichen Preissegment.

 

Als trockenen Wein präsentierte er uns mit Nummer 3 einen „2013er Grau­burgunder, trocken“,  der mit 13,5 % Alkohol schon deutlich kräftiger ausfiel.

Auf Rückfrage gab Herr Schäfer zu, dass er auch hier dem Kundengeschmack zuliebe den Wein nicht so trocken ausgebaut hat, wie er persönlich ihn eigentlich am liebsten mag.

Er hat etwas mehr Barrique als der Chardonnay gesehen. Wir zogen 14,55 Punkte. Im Durchschnitt. Auch hier ein angenehmer Preis von 6,30 €.

 

Mit Nummer 4 kam eine schwäbische „Modesorte“, ein „2013er Sauvignon Blanc, trocken“ mit 3,8 gr. Restzucker und 11,8  Alkohol.

Er wurde reduktiv im „Marlborough Style“ ausgebaut. Diese Rebsorte wird dagegen an der Loire oft oxidativ ausgebaut.

Es entzündete sich deine Diskussion über sinnvolle Bukettsorten. Muskateller ist in Württemberg so gut wie nicht vorhanden, Traminer  und Scheurebe nur wenig.

Der Sauvignon Blanc ist eine schwierige Rebsorte, da sie sehr kräftig wächst und somit ist es sehr arbeitsintensiv, den Ertrag in einem vernünftigen Bereich zu halten.

Der Wein überzeugt uns durch seine typischen, überwiegend grünen Aromen und erhielt 15,32 Punkte.  im Schnitt. Er liegt bei 8,50 €.

 

Einen Riesling stellte Frieder Schäfer nicht an, da er der Meinung ist, dass der württembergische Typ bedingt durch den Boden nicht die Eleganz der Rieslinge entlang des Rheintales erreicht.

Er muss es wissen, da er selbst in Geisenheim studiert hat.

 

Damit waren die Weißweine „abgearbeitet“ und wir kamen  zur eigentlichen Kernkompetenz des württembergischen Weinanbaugebiets, den Rotweinen.

 

Zu Beginn präsentierte er uns als Nr. 5 mit einem „2013 Lauffener Riedersbückle Samtrot feinherb“ eine schwäbische Spezialität.  Samtrot, ein Abkömmling der Pinot-Familie, ist im übrigen Deutschland so gut wie nicht anzutreffen. Der halbtrockene Wein, der den Geschmack vieler seiner Kunden trifft, kam mit Erdbeer- und Gummibärchennoten daher, was nicht so unserem Geschmack entsprach. Daher erhielt er mit  13,8 Punkten auch die schwächste Wertung der Probe. Er steht mit 5,70 € in der Liste.

 

Bei einer Württemberg-Probe darf natürlich der vielgescholtene, aber im Ländle heißgeliebte Trollinger nicht fehlen, hier in einer Edelversion „2011 Trollinger Alte Reben“ (mind. 20 Jahre alt) aus dem Helfenberger Schlossberg. Er stammt aus Vernatsch-Klonen aus Südtirol.

Im Gegensatz zu den Massentrollingern der Genossenschaften, die per Kurzzeithocherhitzung fabriziert werden,  wurde hier mit klassischer Maischegärung gearbeitet und dazu in Drittbelegung im Barrique ausgebaut.

Es kam eine Diskussion zum Thema Ertragsreduzierung auf. Beim Trollinger ist das Ausbrechen von überzähligen Trauben ein untaugliches Mittel, weil die Rebe das dann wieder kompensiert, indem die restlichen Trauben dann um so größer werden. Außerdem sollte ein Trollinger nicht zu konzentriert werden.

Der Verfasser, ein bekennender Trollingerfreund trinkt ihn gerne zum Butterbrot = schwäbisch Vesper (gesprochen “Veschper“) und bestimmt nicht zum edlen Wildbraten.

Er erhielt mit 14,6 eine recht hohe Wertung, und das für ein Flasche zum Preis von 5,70 €.

 

Bei Nr. 7 kamen wir dann zur qualitativen Leitsorte Württembergs, dem Lemberger, auch hier als „ 2012 Lemberger, Alte Reben“, den Einstiegs-Lemberger des Gutes, ausgebaut im Edelstahl.

Es kam das Gespräch auf den österreichischen Bruder,  den Blaufränkisch. Dessen Klone mutieren im württembergischen Klima und  Lössboden zu Massenträgern, sind also nicht brauchbar.

Der Wein hatte eine schöne Cassisnote in der Nase, und die Punktung mit 15,1 Punkten dokumentiert, dass er gefallen hat. Auch der Preis, wie für das gesamte Basissegment 5,70 €

 

Es ergab sich eine Diskussion zum Thema Weinsberger Neuzüchtungen wie z.B. dem Acolon, der eine Kreuzung des Lembergers mit dem Dornfelder ist. Man wollte damit einen dunkleren Wein erzeugen ohne die Dornfelderkrankheit, den kurzen Abgang.

Das konnte dann direkt anhand des 8. Weines, eines „2011 Acolon“ mit nur 2,8 g/L RZ vertieft werden. Der Wein hatte eine Maischgärung von 4 Wochen. Wir konstatierten ein schönes Mundgefühl und dezente Tannine. Dennoch gefiel er uns etwas weniger gut als der Lemberger, was sich in 14,4 Punkten, also etwas weniger als der Trollinger, ausdrückte.

Das Weingut  baut 50% seines Acolon süß aus und hat damit einen großen Erfolg bei seinen Kunden.

Offenbar ist aber die Acolon-Euphorie in Württemberg vorbei. Einige Winzer­genossenschaften zahlen bereits Rodungsprämien. Viel Erfolg hat er aber angeblich als Glühwein.

 

Die Diskussion zum Thema Neuzüchtungen setzte sich auch bei unserem 10.Wein, einem 2011er „Cabernero ® “ (geschützte Marke des Gutes) fort, einem Cuvee aus Cabernet Mithos, Cabernet Dorsa, Cabernet Cubin und dem klassischen Cabernet Sauvignon als Hauptbestandteil.  Da letzterer im Zuge der Klimaerwärmung bei uns jetzt sicher reif wird, sinkt die Daseinsberechtigung  der ganzen neuen Weinsberger Cabernet-Kreuzungen erheblich.

Dieser Wein wurde 1 Jahr in stark getoasteten Barriques aus  amerikanischer Eiche vom Mississippi ausgebaut und zielt mit seinen Vanillenoten auf die Freunde holzbetonter Weine.

Auch uns gefiel er recht gut, wie die 14,9 Punkten belegen. Kosten: 8,90 €, das ist für einen derartigen Wein ein guter Preis.

 

Die Nr. 10, ein „2011er Spätburgunder Barrique“ (amerik. Eiche) zeigte auf, wo die Unterschiede zum vorigen Wein lagen. Trotz Vanille entfaltete er eine schöne Spätburgunderart, was wir mit 15,9 Punkten honorierten. Auch ist  er mit 9,90 € ein reeller Kauf.

 

Im direkten Vergleich  kam als 11.Wein ein „2011er Lemberger Barrique“. Trotz des etwas höheren Preises von 11,30 € wurde er mit 15,8 Punkten  leicht schwächer bewertet.

 

Den Abschluss machte ein „2009er Cabernoir ®“, wiederum eine Cuvee (wie der Cabernero ®) aus Cabernet Mithos, Cabernet Dorsa, Cabernet Cubin und mit etwas mehr klassischen Cabernet Sauvignon als Hauptbestandteil. Auch wurde er 2,5 Jahre in Barriques diesmal aus deutscher Eiche ausgebaut. Nach Entrappung und leichter Quetschung stand er 4 Wochen auf der Maische. Der Cabernet Dorsa wurde allein, Cabernet Cubin und Cabernet  Sauvignon zusammen ausgebaut und später verschnitten, wobei nur 2-3% Cabernet Mithos hinzugefügt wurden. Letzterer ergibt für sich alleine keinen trinkbaren Wein. Wir zeigten mit einer Bewertung von 16,2 Punkten,  dass wir hier einen gelungenen Wein gekostet hatten, und der steht mit nur 11,50 € in der Preisliste.

 

Verfasser: Wilfried

2014_06_Probenergebnis_Weingut Eberbach Schaefer

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15.05.2014 Winzergenossenschaft Heilbronn – Erlenbach – Weinsberg

Erstellt von Dieter am Freitag 5. September 2014

Dieser Bericht ist noch in Bearbeitung

2014_05_Probenergebnis_Winzergenossenschaft Heilbronn

 

 

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08. – 11.05.2014 Weinkulturreise an die Nahe

Erstellt von Dieter am Dienstag 1. Juli 2014

Unsere diesjährige Weinkulturreise führte uns an die Nahe in das Gebiete zwischen Bad Kreuznach und Meddersheim.

Obwohl das diesjähriges deutsches Wein-Thema „Württemberg“ ist, sind wir nicht dorthin gefahren, da wir vor  einiger Zeit schon dort waren. So haben wir uns für die Jahr die Nahe entschieden.

Wie immer bestand die Möglichkeit, flexibel an den Proben teilzunehmen, da die Anreise individuell erfolgte.

Wir begannen am Donnerstag Nachmittag beim Weingut Jakob Schneider in Niederhausen. Unserer Gruppe passte so gerade hauteng in die Probierstube. Gott sei Dank hatte niemand Knoblauch gegessen.

Das Weingut ist noch weniger bekannt als seine großen Nachbarn und auch nicht im VDP, aber das hatte keinen negativen Einfluss auf die Qualität und war positiv für die günstigen Preise. Uns machte die Probe Spaß und so dauerte sie dann auch länger als geplant, worüber aber niemand traurig war.

Hier stichwortartig die Weine:

1.         2013 Weißburgunder, QW trocken: Ein fruchtiger Weißburgunder mit jahrgangsbedingt deutlicher Säure.

2.         2013 Spätburgunder Blanc de Noir, QW, trocken: Ein klarer, fruchtiger Blanc de Noir mit jahrgangsbedingt deutlicher Säure.

3.         2013 Riesling, “Grauschiefer, QW trocken: Ein klarer, leichterer Riesling mit deutlicher Säure, und leichten Citrus-Noten.

4.         2013 Riesling, “Melaphyr”, QW, trocken:  Ein klarer  Riesling mit etwas fülligerer Frucht als der „Grauschiefer“  Er wirkte noch etwas verschlossen.

5.         2013 Riesling „Niederhäuser Rosenheck“, QW trocken: Ein dichter, recht nachhaltiger Riesling, der mehr Nuancen zeigt als die Gutsweine.

6.         2013 Riesling Niederhäuser Felsensteyer, QW trocken: Ein dichter, gut strukturierter Riesling mit reiferer, weicherer Säure, und leicht reduktiven Noten von der Spontanvergärung.

7.         2013  Riesling Niederhäuser Hermannshöhle, QW trocken: Ein sauberer, dichter, gradliniger Riesling mit jahrgangsbedingt deutlicher Säure.

8.         2012  Riesling Niederhäuser Hermannshöhle, QW trocken: Das Gegenstück zum 2013’er Riesling, sehr dicht, aber etwas rauchig mit weicherer Säure und zarter Reife.

9.         2012 Riesling Norheimer Dellchen, QW trocken:  Ein klarer, eleganter und filigraner, mineralischer Riesling, aber trotzdem nicht dünn.

10.       2007 Riesling Niederhäuser Hermannshöhle, QW trocken: Dieser Wein wirkte schon etwas, breiter, reifer und hatte an Dichte und Klarheit verloren, war der Grund dafür ein leichter Kork ?

11.       2008 Riesling Niederhäuser Felsensteyer, QW, trocken: Ein dichter, klarer  Riesling mit zarter Reife und frischer Säure, er hatte deutlich mehr Biss als der 2007′er.

12.       2011 Riesling Niedernhäuser Hermannshöhle, “Magnus”, QW trocken:  Ein klarer, gradliniger, dichter, aber auch schlanker Riesling mit gut integrierter Säure. Das war die Spitzen-Selektion !

13.       2013 Niederhäuser Klamm, Kabinett, fruchtsüß: Ein klarer, recht eleganter, fruchtiger und runder Riesling mit einer zarten Süße.

14.       2013 Niederhäuser Hermannshöhle, “Edition Elisabeth”, Spätlese fruchtsüß: Ein fruchtiger, frischer Riesling mit  einem feinen Säure- / Süße-Spiel.

15.       2012  Riesling Niedernhäuser Hermannshöhle, “Junior”, Auslese süß:  Ein recht dichter, aber auch eleganter Riesling mit zarter Botrytis und frischer Säure.

16.       2012  Niedernhäuser Hermannshöhle, “Mitternacht”, Eiswein edelsüß:  Ein dichter, Spur fülliger, Spur öliger Riesling mit dezenter Süße und leichter       Botrytis. Nach Mitternacht  gelesen, daher der Name.

2014_05_Weine Weingut Jakob Schäfer

Den nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück zu Fuß vom Niederthäler Hof zum Weingut Dönnhoff. Nach dem nächtlichen Regen war der Pfad an der Nahe entlang nach Oberhausen etwas nass und matschig. Das brachte einen Teil der Gruppe dazu, statt der 2 km an der Nahe den Umweg von 2 km über die Straße zu nehmen. Die anderen waren daher deutlich eher am Weingut, mussten dafür aber anschließend Schuhe putzen. Dort erwartete uns die „Schwiegertochter“. Durch längeren Aufenthalt im Rheinischen, kam sie problemlos mit der Kölner Mentalität klar (auch wenn die meisten Weinbrüder und –Schwestern keine echten Kölner sind)

Und wieder saßen wir recht hautnah zusammen, aber wir passten gerade so in die Probierstube.

Auch hier waren die Weine jahrgangsbedingt von der Säure geprägt aber trotz der schwierigen Witterung während der Erne zeigten sie eine kristallklare Frucht.

1.         2013 Riesling „Tonschiefer“, QW trocken:  Ein typischer Dönnhof-Riesling, zart mineralisch, elegant mit jahrgangsbedingt deutlicher Säure. Als Einstiegswein hatte er natürlich nur eine leichtere Struktur.

2.         2013 Riesling  Kreuznacher Kahlenberg, QW trocken:   Ein sauberer, runder, deutlich weicherer Riesling mit zarter Süße und recht saftiger Frucht

3.         2013 Riesling  Roxheimer Höllenpfad, QW trocken: Ein klarer, recht eleganter, filigraner, noch etwas glatter Riesling,

4.         2013 Riesling  Norheimer Dellchen, “Großes Gewächs”, QW trocken:     Wieder ein klarer, eleganter, filigraner Riesling, deutlich mehr Dichte, aber noch nicht fertig  (Fassprobe)

5.         2013  Gutsriesling, QW fruchtsüß:  Wieder ein typischer Dönnhof-Riesling mit klarer, recht eleganter, filigraner Frucht und dezenter Süße.

6.         2013 Riesling Oberhäuser Leistenberg, Kabinett fruchtsüß:  Ebenfalls ein klarer, eleganter Riesling mit sehr gutem Süße- / Säurespiel

7.         2013 Riesling  Niederhäuser Hermannshöhle, Spätlese fruchtsüß:   Wieder ein klarer, eleganter, filigraner und doch dichter Riesling mit dezenter Süße, die nicht pappig wirkt

8.         2013 Riesling Oberhäuser Brücke, Auslese fruchtsüß:  Ein Auslese wie sie sein soll, klar, elegant und vielschichtig mit sehr feinem Süße- / Säurespiel  (Fassprobe)

2014_05_Weine Weingut Dönnhoff

Nach der Probe ging es zu Fuß  über die Brücke zurück zum Restaurant Hermannshöhle , wo uns unser Mittagessen erwartete.

Und da man mit vollem Bauch nicht so gut laufen kann und das Weingut Emrich Schönleber als nächstes Ziel doch etwas weiter weg lag, gab es einen Mini-Bus-Transfer nach Monzingen.

Dort erwartete uns schon Werner Schönleber in seinem neuen Probenraum. Hier hatten wir etwas mehr Platz für unsere Gruppe.

Auch hier waren die Weine jahrgangsbedingt mehr säuregeprägt, aber ebenfalls kristallklar, aber nicht ganz so filigran wie die vom Weingut Dönnhof, dafür etwas dichter und maskuliner.

Mit den Weinen pendelten wir zwischen den beiden Lagen Frühlingsplätzchen und Halenberg.

1.         2013 Weißburgunder, QW trocken:  Ein klarer Weißburgunder mit leicht exotischen Frucht-Noten.

2.         2012 Gutsriesling, QW trocken:   Ein klarer, gradliniger, eleganter Riesling mit jahrgangsbedingt deutlicher Säure.

3.         2013 Riesling  „Lenz“, QW trocken: Ein klarer, recht dichter, saftiger Riesling, der von jüngeren Reben und einfacheren Parzellen aus der Lage Frühlingsplätzchen stammt.

4.         2013 Riesling „Mineral“, QW trocken:  Ein, eleganter, mineralischer Riesling mit deutlicher, aber gut integrierter Säure, der von jüngeren Reben und einfacheren Parzellen aus der Lage vom Halenberg stammt. Er zeigt etwas mehr Dichte und Fülle als der „Lenz“.

5.         2013 Riesling Monzinger Frühlingsplätzchen, QW trocken:  Ein eleganter, minera­lischer Riesling mit mehr Dichte als „Lenz“ und „Mineral“, aber noch etwas verhalten.

6.         2012 Riesling Monzinger Halenberg, “Großes Gewächs”  QW trocken:  Das ist ein echtes „Großes Gewächs, dicht, elegant, nachhaltig und vielschichtig. Noch zeigte etwas verhaltene Frucht.

7.         2013 Riesling Monzingen, Kabinett fruchtsüß:  Ein sauberer, klarer Riesling mit dezenter, nicht aufdringlicher Süße

8.         2012 Riesling Monzinger Frühlingsplätzchen, Spätlese fruchtsüß: Das ist eine typische Spätlese mit dichter, eleganter, finessenreicher Frucht und dezenter Süße.

9.         2012 Riesling Monzinger Frühlingsplätzchen, Auslese  fruchtsüß: Klarer, eleganter Riesling mit Finessen, dezenter Süße, aber Hauch buttrig

2014_05_Weine Weingut Emrich Schönleber

Nach dem Abendessen verkosteten wir dann eine Serie von Weinen aus dem Weingut Schäfer Fröhlich. Da Tim Fröhlich dringend seine Weine füllen musste, könnten wir die Weine nicht bei ihm verkosten und mussten das in unserem Hotel tun.

Die deutlich reduktiven Töne der Spontanvergärung führten bei einigen der Gruppe doch zu starken Irritationen – andere Verkosten verdrehen dabei ihre Augen vor Wonne. Allerdings muss zur Ehrenrettung gesagt werden, dass die Weine noch sehr jung waren und teilweise nur als Vorabfüllung zur Verfügung standen und somit noch nicht ihr volles Potential zeigen konnten.

1.         2013 Spätburgunder, “Blanc de Noir”, QW trocken:  Ein sauberer Blanc de Noir der jahrgangsbedingt sehr viel Säure und Citrus-Noten zeigte.

2.         2013 Weißer Burgunder, QW trocken:  Auch hier ein sauberer, aber Spur breiter Weißburgunder.

3.         2013 Gutriesling, QW trocken: Ein recht klarer Riesling mit jahrgangsbedingt deutlicher Säure und mehr Citrus- und Rhabarber-Noten.

4.         2013  Riesling „Fröhlich trocken“, QW trocken: Wie der Gutsriesling, aber etwas mehr Dichte.

5.         2013  Riesling Bockenau “Felsengestein“, QW trocken:  Ein weicherer, etwas breiter Riesling, etwas mehr Süße und die leichten weingutstypischen Spontan- Noten zeigte.

6.         2012 Riesling Schlossböckelheimer Kupfergrube, “Großes Gewächs”, QW  trocken:    Als Großes Gewächs war dieser Wein deutlich dichter, mit fester Struktur und den weingutstypischen Spontan-Noten, allerdings fehlte ihm etwas die Klarheit. Die 2.Flasche präsentierte sich dann besser .

7.         2012  Riesling Schlossböckelheimer Felsenberg, “Schiefergestein”  Spätlese fruchtsüß:  Die typische Nahe-Spätlese, dicht und voll, mit frischer Säure und dezenter Süße. Auch hier waren die weingutstypischen Spontan-Noten zu erkennen.

2014_05_Weine Weingut Schäfer Fröhlich

Samstag morgen war dann wieder eine Wanderung angesagt, diesmal vom Niederthälerhof zum Gut Hermannsberg.

Nach Google Earth sollte ein Weg auf halber Hanghöhe bis zum Gut Hermannsberg führen. Leider erwiesen sich die weißen Streifen auf der Karte auf der Mitte der Wanderung nicht als Weg sondern als steil aufragende Weinbergsmauern. Ohne Steigeisen nicht zu bezwingen.

Daraufhin kletterte ein Teil der Gruppe durch den Weinberg nach oben zu einem Wirtschaftsweg und ein anderer Teil nach unten zur Straße. Im Gut Hermannsberg gab es dann die Wiedervereinigung.

Im Probierraum war diesmal ausreichend Platz – auch wenn er nur für kleinere Gruppen vorgesehen war, aber mit zwei zusätzlich angestellten Tischen gab es hier für alle fürstlich Platz. Seit das Weingut einen neune Besitzer hat, der das Ziel hat wieder Spitzenweine aus den berühmten Lagen zu produzieren, geht es wieder steil aufwärts mit dem Wiengut.

1.         Riesling-Sekt brut:  Ein Sekt mit klarer Frucht und kräftiger Säure, der 11 Monate auf der Hefe gelegen hat.

2.         2012 Weißburgunder, QW trocken:  Ein zart herb fruchtiger Weißburgunder.

3.         2013 Weißburgunder, QW trocken:  Ein klarer Weißburgunder, der für da Jahr 2013 eine relativ weiche Säure hat ( entsäuert ?),  mit exotischen Frucht-Noten  und da er noch sehr jung ist, mit  deutlichem Parfüm nach Eisbonbon.

4.         2013 Riesling, „Just Riesling“, QW trocken:   Ein sauberer, klarer, etwas verhaltener Riesling mit weicherer Säure: im Hintergrund sind noch reduktive Töne zu erkennen.

5.         2012 Riesling „Jubiläumswein“, QW trocken:   Diesem Riesling hat das Jahr Reife gut getan, er hat sich schon gut abgerundet und zeigt mehr Struktur als der „Just Riesling“.

6.         2013 Riesling Niederhausen, QW trocken:   Ein, dichter, weicher Riesling  von Tonschiefer-Böden der Lage vom Hermannsberg; im Hintergrund sind noch reduktive Töne zu erkennen.

7.         2013 Riesling Schloßböckelheim, QW trocken:   Ebenfalls ein dichter, klarer Riesling  von Melaphyr-Böden aus der Lage Kupfergrube, auch sind im Hintergrund noch reduktive Töne zu erkennen.

8.         2013 Riesling „Von den Steinterrassen, QW trocken:   Ein klarer, mineralischer und gut strukturierter Riesling mit einer deutlichen, aber gut integrierten Säure.

9.         2013 Riesling, Kabinett fruchtsüß:   Ein sauberer, klarer Riesling aus der Kabinett-Klasse mit einem schönen Süße – / Säurespiel.

10.       2012 Riesling, „Rothenberg“ Spätlese fruchtsüß:   Ein klarer, zarter, eleganter Riesling, mit frischer Säure, etwas mehr Süße, was einer Spätlese auch  angemessen ist.

2014_05_Weine Gut Hermannsberg

Per Minibus ging es dann zum Mittagessen wieder Nahe-aufwärts nach Monzingen in das Restaurant „Zur Traube“. Nach dem Abschluss-Kaffee kam dann die „weite“ Wanderung zum Weingut Hexamer  auf die andere Seite der Straße.

Nach den klassischen Weißweingütern war die Rebssortenpalette hier etwas breiter aufgestellt. Neben Riesling und Burgundersorten gibt es auch Sauvignon blanc sowie die Rotweinsorten Spätburgunder und Frühburgunder.

Leider stießen wir auch hier an die Kapazitätsgrenzen des Probierraumes. Die Plätze reichten zwar aus, aber es waren zwei voneinander entferne Tische, an denen auch noch andere, nicht angemeldete Gäste saßen. Dadurch wurden die Erläuterungen für die Winzerin sehr mühsam, sie an den zwei Tischen separat erzählen und auch noch eine dritte Gruppe bedienen.

1.         2013 Weißburgunder, QW trocken:  Ein fruchtiger, zarterer Riesling mit frischer Säure.

2.         2012 Riesling „Eisendelle“, QW trocken:  Ein zart herb fruchtiger Weißburgunder.

3.         2012 Riesling Schloßböckelheim, QW trocken:  Dieser Riesling war deutlich runder und besser strukturiert als der Wein davor. Die Säure war deutlich, aber    gut eingebunden.

4.         2012 Riesling Schloßböckelheimer Königsfels, QW trocken:  Ebenfalls ein dichter klarer Riesling mit sehr zarter Süße.

5.         2012 Riesling Schloßböckelheimer in den Felsen „No 1“, QW trocken:  Als No. 1 war dieser Riesling deutlich wuchtiger und weniger filigran. Die Säure war deutlich weicher als bei den anderen Rieslingen.

6.         2012 Sauvignon blanc, QW trocken:  Ein weicher, runder Sauvignon blanc mit zart grünen Noten und etwas mehr Süße.

7.         2011 Spätburgunder, QW trocken: Ein dichter, klarer Spätburgunder, wirkt noch etwas kantig (Fassprobe).

8.         2009 Frühburgunder, QW trocken: Ein dichter, etwas breiterer, fülliger und nicht so klarer Frühburgunder, die 2.Flasche war klarer, dichter.

9.         2009 Spätburgunder „No 1“, QW trocken: Das war die Steigerung von normalen Spätburgunder mit mehr Dichte, mehr Holz und einem weicheren, Spur schokoladigem Tannin.

10.       2013 Riesling, „Quarzit“, Hochgewächs fruchtsüß: eines der seltenen Hochgewächs an der Nahe, fruchtig aber mit etwas dienliche Süße und mehr traubige Aromen.

2014_05_Weine Weingut Hexamer

Damit waren die Besuche bei den Weingütern beendet und es folgt nur noch die Fahrt zurück zum Niederthälerhof zum Abendsessen.

Den kulturellen Abschluss der Nahetour machte am Sonntag morgen dann unsere geführte Besichtigung vom Bäderhaus bis zum Gradierwerk in Bad Kreuznach. Das Mittagessen gab es im Brauhaus neben dem Gradierwerk..

Damit war unsere Nahetour endgültig zu Ende.

Für die gelungene Weinreise möchten wir uns bei unserem Weinbruder Wilfried Schmitz bedanken, der sehr viel Zeit und Aufwand getrieben hat, bis er die Tour so zusammen gestellt hatte, dass alles reibungslos klappte.

PS.   Dass sich dann der größte Teil der Gruppe auf der Jahrgangspräsentation von Weingut Matthias Müller in Spay wieder traf, war nicht geplant, lag aber  daran, dass es über Spay nur ein kleiner Umweg auf der Rückfahrt nach Köln ist.

 

Verfasser Dieter

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24.04.2014 Blindprobe „Discounter Weine gegen Winzer Weine“

Erstellt von Dieter am Dienstag 27. Mai 2014

Discounter in Konkurrenz zum Winzer ?

Nein, das war nicht der Gedanke, der hinter dieser Probe stand. Weder sollte der eine Wein Richtung Himmel gehoben, noch der andere Wein Richtung Hades (griechisch Unterwelt, nicht zu verwechseln mit den hervorragenden württem¬bergischen Weinen aus kleinen Fässern) versenkt werden. Vielmehr waren die regelmäßigen Veröffentlichungen des Deutschen Wein Instituts (DWI) der Auslöser dieses Projekts. Fanden danach doch fast 80 % des Weins in Deutschland über Discounter und Supermärkte den Weg zum Weinfreund. Und wenn dann noch der Preis für 1 Liter Wein im Discounter mit durchschnittlich 2,60€ und im Supermarkt mit 3,80€ benannt werden, dann stellt sich mir die Frage: wo stehen wir als Wein¬bruder¬schaft mit unserem Weingenuss, ist das Kulturgut Wein bei uns so exklusiv, wie wir es im Rahmen unseren Proben verorten? Haben wir uns von dem Großteil der Wein¬freude verabschiedet, oder geht es bei uns ebenso zu wie bei bestimmten Zeitungen, die keiner liest, aber doch jeder weiß, was darin geschrieben steht? Kurz und gut, können wir anhand unserer Weinerfahrungen feststellen, welcher Wein eine Winzer¬handschrift trägt und welcher Wein einem vermeintlich allgemeinen Geschmack Rechnung trägt? Sieben Durchgänge mit 14 Weinen sollen uns auf die Probe stellen und zeigen, wie es um unsere Gewissheit bestellt ist.

 

Das Schöne an Blindproben in der Weinbruderschaft ist, dass sie mehr als sonst zu einem lebhaften Austausch der Eindrücke führen, also besonders kommunikativ sind.

Zur Beurteilungen sind lediglich die Rebsorte, das Anbaugebiet und der Jahrgang bekannt, der Rest liegt im Dunkel der Flaschen.

 

Die ersten vier Weine sind Rieslinge aus dem Rheingau, die Weine No.1 & No.2 aus dem Jahr 2012, die Weine No.3 & No. 4 aus dem Jahr 2013.

Der Wein No.1 zeigt eine knackige Säure, klare Frucht mit einem mittellangem Abgang,, insgesamt sehr typisch für seine Herkunft, der Wein No.2 ist weicher, dichter, lässt aber die rheingautypische Frische vermissen.

Um so größer war die Überraschung, dass es sich bei unserem ersten Wein um die „Jungen Rheingauer“ vom Lidl und bei dem zweiten Wein um den „Terra Montosa“ vom Weingut Georg Breuer handelt.

Grund für diese Paarung ist der Umstand, dass es sich bei den „Jungen Rheingauern“ sich nicht um ein Marketingprodukt handelt, sondern dass sich 50 junge Betriebsinhaber innerhalb des Rheingauer Weinbauverbands fanden, die mit verschiedenen Projekten dem Wein ein zeitgemäßes Image verschaffen wollen und im Jahr 2012 ein erfolgreiches Projekt mit der Firma Lidl mit 120.000 Flaschen starteten. Mitglied dieser Gruppe ist auch Theresa Breuer. Was lag also näher, diese beiden Weine in all ihrer Unterschiedlichkeit trotzdem zu vergleichen, gilt es doch den Winzerwein vom Discounterwein zu unterscheiden. Und genau das gelang nicht, denn beide Weine waren Winzerweine, nur ihre Vertriebswege waren unterschiedlich. Diese Erkenntnis sollte uns im Laufe des Abends noch verschiedene Male begegnen.

Die Weine No.3 & No.4 sind gewisser Massen eine Provokation, die aber ins Thema passt. Entpuppen sich die Weine doch als ein Wein vom Weingut „Hans Lang“, vertrieben bei „Aldi Süd“ und den Östricher Ortswein „Alte Reben“ vom Weingut F.B. Schönleber. Schnitt dieser Wein auch mit 0,5 Punkte besser ab als der Wein vom Weingut „Hans Lang“, so mag es den alten Reben zu verdanken sein. Grund für diese Auswahl war der Umstand, dass ich den bei Aldi angebotenen Wein nicht im Sortiment des Weinguts „Hans Lang“ wiederfand. Handelt es hierbei um eine Sondercuvée für den Vertrieb über den Discouter? Beide Weine sind ohne Tadel, die „Alten Reben“ zeigt mehr Tiefe und Mineralität, eilt aber in der Gesamtbetrachtung nicht davon.

Die nächsten vier Weine stammen aus Baden.

Der Weißburgunder 2011 von der Vitis Projekt GmbH (Edition Fritz Keller, Aldi Süd) begegnet dem 2011 er Weißer Burgunder vom Weingut Huber und belegt mit einem Abstand von einem halben Punkt Unterschied einen ehrenvollen zweiten Platz. Beide Weine sind tadellos, frisch und sortentypisch, der Wein des Weingut Hubers zeigt einen deutlichen Holzeinsatz, und wirkt etwas breiter. Nun, da entscheidet letztlich der persönliche Geschmack.

Bei den nächsten Weinen, zwei Grauburgunder, kommt es zu der besonderen Begegnung, treffen doch der Graue Burgunder 2012 der Edition Fritz Keller auf die Oberbergener Bassgeige Grauburgunder des Weinguts Schwarzer Adler Franz Keller. Auch hier ist es interessant zu überprüfen, inwieweit sich die Handschrift von Fritz Keller in beiden Weinen wiederfinden lässt. Auch hier zeigen sich beide Weine sauber und fehlerfrei, während die Oberbergener Bassgeige eine spitze Säure und mehr Kanten bietet. Dennoch wurde der Wein aus der Herzkammer nordrheinwestfälischer Weinmacherei (Essen = Sitz der Vitis Projekt GmbH) etwas besser bewertet.

Es folgt der Wechsel von Baden nach Württemberg und von weiß zu rot . Zwei mal Trollinger, beide Weine von erkennbaren Winzern bzw. Winzergenossenschaften.

Den Trollinger der Felsengartenkeller Besigheim fand ich im Rahmen der Vorbereitungen zu dieser Probe im Abverkauf beim Discouter Penny für erschreckende 1,99 € (Kassenbon liegt beim Schatzmeister, gegebenenfalls zur Einsicht). Damit hatte ich den Wein gefunden, der allein schon vom Preis schockiert. Sein Gegenüber, ein Trollinger vom Weingut Bernhard Ellwanger aus Großheppach, in Weinfachhandel für 4,50€. Beide Weine haben den Anspruch, mit einer merklichen Restsüße im halbtrockenen Bereich unkompliziert Freude zu bereiten, keine Philosophenweine, oder je nach genossener Menge vielleicht doch? Dass zwischen den Weinen ein Bewertungsunterschied von 0,2 Punkten lag, darf man gerne bei einem weiteren Glas vergessen.

Zwei 2012 Dornfelder aus der Pfalz folgen. Ein bewusst Barrique-betonter Wein von der Weinkellerei Peter Mertes trifft auf einen fruchtbetonten, mit klarer Kirsche ausgestatteten Dornfelder der Wachtenburg Winzer e.G. Auch hier verteilten sich die Vorlieben gleichmäßig, ebenso wie die Einschätzung, welcher dieser Weine über Discounter bzw. Fachhandel oder Direktvertrieb erworben wurde. Ob in diesem Fall der Holzton dem Wein wirklich dienlich war oder ihn ehr erschlug?

Das Finale bestreiten zwei 2011 Spätburgunder aus Baden, Lidl vs. Salwey. Lidl mit einem Wein aus seiner Linie „Viajero Junge Winzer“, auf der Flasche begegnet uns ein freundliches, junges Gesicht Also eine persönliche Ansprache durch die Ausstattung der Flasche? Liest man die Beschreibung der Line Viajero, dann entstehen diese Weine in enger Zusammenarbeit durch die beteiligten Winzer mit Lidl. Lidl begleitet den Wein von der Beere bis zum Weinregal. Vielleicht handelt es hier um „den echten Discounterwein“, da nicht ein fertiges Produkt dem Handel zum Verkauf angeboten und durch den Discounter vertrieben wird, sondern dieser bereits die gesamte Produktion in seinem Sinne begleitet? Das Ergebnis ist jedenfalls ein Wein, bei dem ich die typischen Spätburgundereigenschaften schwach ausgeprägt vorfand. Die Nase war kurz, wo waren die Veilchenpastillen und Schwarzkirschen? War er einmal getrunken, so hinterließ er auch keinen bleibenden Eindruck. Gut, er war sauber gemacht, zeigte aber keine Individualität, es sei denn, dass die Abwesenheit gewünschter Eigenschaften Ausdruck von Individualität darstellt. Anders hingegen zeigte sich der durchgegorene und unfiltrierte Spätburgunder vom Weingut Salwey aus Oberrotweil. Er ist nicht „Everybody`s Darling“, was die Gesamtbewertung gut widerspiegelt. Dennoch zeigt er mit verantwortungsvoll eingesetztem Holz das typische Aromenspektrum, was von einem badischen Spätburgunder erwartet werden darf.

 

Fazit dieser Probe:

Sie war einfach wieder schön, da es ausreichend Gelegenheit gab, sich und seine Weinschwestern und -brüder zu prüfen, zu diskutieren und schließlich in Erstaunen und „Hab ich`s mir doch gleich gedacht“ einzumünden. Blindproben haben ihre Unberechenbarkeit, und gerade darin liegt ihr Reiz. Sie helfen uns, vermeintliche Sicherheiten zu hinterfragen. So haben sich alle Weine in der Probe gut behauptet. Alle waren fehlerfrei, Discounterweine (immer unter dem Gesichtspunkt ihres Vertriebswegs) konnten, wie am Beispiel der „Jungen Rheingauer“, Charakterköpfe sein, waren durchweg in der Bewertung mit ihren Probengegenüber mal mehr, mal weniger gleichauf. Mancher mag nach der heutigen Probe sein Koordinatensystem nachjustieren oder vielleicht sich sogar outen: ja, auch ich habe schon einmal Weine im Discounter gekauft“.

 

Verfasser. Jörg Kleimeier

2014_04_Probenergebnis_Discounter gegen Winzer

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13.03.2014 Hauptversammlung

Erstellt von Dieter am Dienstag 27. Mai 2014

Für die diesjährige Mitgliederversammlung standen keine Neuwahlen an und so konnten ausgiebig diverse Themen diskutiert werden, die in der letzten Zeit aktuell geworden waren.

Das Protokoll der Versammlung steht wie immer im Mitgliederbereich.

 

Damit die Diskussionen nicht zu trocken blieben gab es eine Auswahl an Württemberger Weinen von Weingütern, die sich dieses Jahr nicht mit eigenen Weinproben vorstellen können.

Es waren

- das Weingut Jürgen Ellwanger, Winterbach,

- das Weingut Kistenmacher-Hengerer, Heilbronn und

- das Weingut Wachtstetter, Pfaffenhofen.

Im Gegensatz zu den normalen Weinproben wurde nicht gewertet, um die Diskussionen nicht zu unterbrechen. Daher steht im Anhang nur die Liste der verkosteten Weine.

2014_03_Probenergebnis_Württemberg HV

 

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13.02.2014 Weinprobe Chile

Erstellt von Dieter am Dienstag 27. Mai 2014

Nachdem wir mit unserer ersten Probe im neuen Jahr in Argentinien gestartet waren, sind nun auf der anderen Seite der Anden in Chile angekommen.

Auch hier wird seit den achtziger Jahren in großem Rahmen Qualitätsweinbau betrieben Die Familie Wattler hat damals schon  mit ihrer Firma “Chile Wein Import“ begonnen, chilenischen Wein zu importieren.

Somit hatten wir mit Johannes Wattler einen kompetenten Referenten, um einen kleinen Überblick über die Vielfalt der Weine Chiles zu bekommen.

Wie gewohnt starteten wir mit den Weißweinen, mit zwei Sauvignon blanc und einem Chardonnay.

Der 2013’er Sauvignon blanc „Selection Mirador“ vom Weingut William Cole, einem Kalifornier, der nach Chile gekommen ist und sich dort ein Weingut aufgebaut hat, schmeckte für einen Neue Welt Sauvignon blanc etwas ungewohnt: keine vollreifen Kiwi- und Stachelbeer-Noten wie in Neuseeland, sondern eher grüne Holunder- und   Brennnessel-Töne und eine kräftige, frische Säure, wie man es bei den Weinen von der Loire gewohnt ist.

Der zweite Wein, der 2012’er Sauvignon blanc „Gran Reserva“ der Bodegas Tarapaca tendierte mit seinen leicht vollreifen Noten und gelben Früchten wieder mehr zu den gewohnten „Neue Welt Sauvignons“. Auch ein sehr zarter Holzton war zu erschmecken, obwohl dieser Wein nicht im Barrique ausgebaut sein soll. (Aber ein neues großes Holzfass kann auch zu leichten Holzaromen führen)

Neben Sauvignon blanc gehört in Chile natürlich auch Chardonnay zum Rebsorten-Repertoire. Wir konnten den 2011’er Chardonnay „Gran Reserva“ der Bodegas Tarapaca verkosten. Ein voller, aber nicht fetter, Hauch buttriger Wein mit sehr dezenten Holznoten. Er wird noch weitere Reifezeit benötigen und  gefiel deshalb nicht allen Verkostern.

Rosé-Weine sind in Chile zwar noch selten, aber die Roséwelle ist inzwischen auch über die Anden geschwappt. Der 2013’er Rosé „Terra Alta“  der Bodegas Santa Camilla aus dem Maule Valley ist ein ungewöhnliches Cuvee aus Syrah und Spätburgunder. Kein lieblicher und gefälliger sondern ein klarer, straffer und herber Rosé mit zarten Erdbeer-Noten und guter Struktur. Er wird sicher auch länger als nur einen Sommer halten und Spaß beim Trinken bereiten.

Nach den Weiß- und Rosé-Weinen folgten die Rotweine.

Der „Traditions-Wein“, der 2011  Merlot „Las Garzas“, von der Bodegas Geo-Wines aus dem Colchagua Valley machte den Anfang. (Er gehörte zu den ersten Weinen die vom “Chile Wein Import“ importiert wurden)  Ein ordentlicher, etwas gröberer und kantiger Merlot, aber insgesamt eine gute Basis-Qualität mit einem günstigen Preis.

Dann kam eine dick verklebte, unbekannte Flasche als Pirat. Ein eleganter, fruchtiger Wein mit guter Säure, zartem Holz und dezenten Kräuter- und Vanille-Noten.  Was konnte das sein? Auch die hilflosen Blicke der Verkoster zum Referenten konnten das Rätsel noch nicht lösen.  Zaghaft wurde ein Vorschlag geäußert: ein Pinot Noir ?, und dann noch aus Chile ?

Nein, dieser Pirat war ebenfalls ein Merlot und kam zur großen Überraschung aller aus der Schweiz vom Genfer See. Und was war die Verbindung zu Chile ? Der Kellermeister der Cooperative Uvavins ist ein Chilene. Dieser Wein, der 2011’er Merlot, “Bernard Ravet Premium” war für eine spezielle, gehobene Gastro-Linie produziert worden, die nach dem Schweizer Spitzenkoch Bernard Ravet benannt ist.  Der Wein zeigte, dass in der Schweiz nicht nur durchschnittliche Merlots sondern auch elegante, finessenreiche Top-Weine produziert werden können, wenn auch zum entsprechenden Preis.

Unsere Verkostung wurde mit einer weiteren exotischen Rebsorte fortgesetzt, die jetzt natürlich wieder aus Chile kam.

Der 2009’er Petit Verdot „Laura Hartwig Reserva“ vom Weingut Santa Laura aus dem Colchagua Valley. Ein dichter Petit Verdot mit festem Tannin. Im Gegensatz zum Petit Verdot aus Argentinien aus unserer Januar-Probe, wirkte er noch deutlich kantiger und härter und wird noch etwas Zeit benötigen, bis er weicher und runder wird. Das Weingut selektiert die Trauben für die eigenen Weine extrem streng, dass nur 25% der Trauben dafür verwendet werden, der Rest wird an andere Produzenten verkauft.

Nach den reinsortigen Weinen folgte ein erstes Cuvee, der 2010 Biowein „+ Plus“ von der Bodegas Vina Tarapaca.

Dieser Jahrgang besteht zum ersten Mal aus sechs Rebsorten: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Syrah, Carmenere und Petit Verdot. Neun Monate wurde er in Barriques aus französischer und amerikanischer Eiche ausgebaut.

Ein dichter, recht vielschichtiger Wein mit zarten Gewürz- und Kräuter-Noten und einem festem, reifem, leicht schokoladigem Tannin. Das ist viel Wein fürs Geld.

Chiles autochthone Parade-Rebsorte, die Carmenere durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Der 2011’er Carmenere „Gran Reserva“, kam ebenfalls von der Bodegas Vinas Tarapaca.

Ein dichter, würziger Wein mit schöner Frucht, frischer Säure und festem Tannin. Er wirkte noch recht jung und kantig und war auch noch etwas Holz-geprägt.

Ein weiteres Cuvee wurde uns präsentiert. Der  2011’er „Calicanto“ der Bodegas Vina El Principal ist ein Cuvee aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Petit Verdot und ist der „einfachste“ von den drei Top-Weinen der Bodega. Auch dieser Wein glänzte mit voller, dichter Frucht,  zarten Kräuternoten und festem, reifem Tannin.

Damit hatten wir bereits ein sehr hohes Qualitätsniveau erreicht.

Wir wechselten wieder zu einem reinsortigen Wein, dem 2009’er Syrah „Polkura“ von der Agricola La Vina von Jens Bruchfeld. Die Trauben stammen von einem Weinberg mit gelbem Granit-Gestein aus der Umgebung von Marigue.

Dieser Wein besaß eine dichte, vollreife Frucht und war 2 Jahre älter als der „Calicanto“, wirkte aber im Vergleich dazu aber  immer noch etwas kantig und eckig. Dafür zeigte er aber in der Frucht Brombeer-Noten, einen Hauch Menthol und zarte Vanille-Töne.

Dann kam wieder ein Cuvee aus der etwas ungewöhnlichen Mischung von Syrah, Cabernet Sauvignon und Tempranillo, der 2011’er „Flaherty“ vom kleinen Privatweingut von Ed Flaherty. (Er ist hauptberuflich Kellermeister bei der Bodegas Tarapaca.) Hier wurde demonstriert, dass man im Anancagua Valley einen dichten, aber auch gleichzeitig eleganten Wein mit sehr zartem Holzton und dezenter Frucht-Süße herstellen kann. Diese Qualität hat allerdings auch ihren Preis. 2004 wurde der erste Flaherty mit eine Gesamtmenge von 1200 Flaschen produziert. Und viel mehr ist es in der Zwischenzeit nicht geworden.

Für uns war das der zweitbeste Wein des Abends, der sich nur dem letzten Wein geschlagen geben musste.

Dieser letzte Wein war der 2008’er “Memorias” von der Bodegas Vina El Principal. Er ist die Nummer 2 der drei Top Weine dieses Weinguts. Ein Cuvee aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Carmenere, das sich noch etwas finessenreicher als das Cuvee „Flaherty“ präsentierte mit einem seidigen, Spur schokoladigem Tannin und zarter Holznote. Das war der krönende Abschluss des Abends.

Nach diesem kleinen Rundgang durch die Weinwelt Chiles – die leider nur ein kleiner Ausschnitt sein konnte – möchten wir uns bei unserem Referenten ganz herzlich für die Präsentation bedanken.

Im Anschluss an den Probenbericht noch eine kleine Übersicht über den Weinbau in Chile:

Chile erstreckt sich in Nord-Südrichtung über 4000 km und ist nur 200 km breit. Es verfügt daher über unterschiedliche Klimazonen. Der Weinbau erfolgt in einem ca. 1000 km langen Bereich, der sich in vier Weinbauregionen und deren Sub-Regionen aufteilt, die zwischen dem 30. und dem 38. Breitengrad liegen.

  1. 1.    Region Coquimbo
  • Valle del Elqui:   nördlichste Region, teilweise sehr hoch gelegene Weinberge
  • Valle de Limari:   Küstennähe, dadurch recht kühl
  • Valle de Choapa:   kühl und trocken
  1. 2.    Region Aconcagua
  • Valle del Aconcagua:   vorwiegend warm, in Küstennähe kühl
  • Valle de Casablanca:   je nach Nähe zum Meer mehr oder weniger kühl
  • Valle de San Antonio:  kühl bis sehr kühl, trocken
  1. 3.    Region Valle Central
  • Valle del Maipo:  warm in Küstennähe kühl, trocken
  • Valle de Rapel:  warm, trocken
  • Valle de Curicó:  warm, trocken
  • Valle del Maule: Warm bis gemäßigt warm, trocken
  1. 4.    Region Valle Sur
  • Valle del Itata:   Gemäßigt warm, ausreichend Regen
  • Valle del Bío-Bío:  Kühl, regelmäßiger Regen
  • Valle del Malleco:  Kühl, regenreich

Maipo, ca. 40 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile gilt als bestes Anbaugebiet. Aus dem südlich anschließenden Rapel-Tal kommen ebenfalls sehr gute Rotweine.  Die besten Weißweine aus Chardonnay und Sauvignon werden im Bereich Casablanca nahe der pazifischen Küste hergestellt.

Weinbaufläche: ca. 115.000 ha

Klima: Mediterran bis kühl mit höherer Luftfeuchtigkeit

Wichtigste Rebsorten: Cabernet Sauvignon (41.500 ha), Merlot (13.000 ha), Carménère (7.500 ha), Chardonnay (9.000 ha), Sauvignon Blanc (8.500 ha)

Verfasser: Dieter Ockelmann

2014_02_Probenergebnis_Chile

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