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Herzlich Willkommen auf unserer Website

Erstellt von webmaster am Montag 29. Dezember 2008

Die Ziele der Bruderschaft

  • Vermehrung des Wissens um den Wein
  • Pflege und Förderung der Weinkultur
  • Eintreten für die Ehrlichkeit und Sauberkeit des Weins
  • Mittler zwischen Produzent und Konsument
  • Einsatz für den deutschen Wein in den angrenzenden Ländern
  • Pflege der freundschaftlichen Beziehungen zu anderen Weinbruderschaften

Schnupperangebot für Weinfreunde

Sollten Sie mehr über uns wissen wollen, dann haben Sie die Möglichkeit, bei einer unserer nächsten Veranstaltungen einen der „3 Schnupperplätze für Nichtmitglieder“ (Kostenbeitrag: 24 Euro) zu belegen. Unser Angebot richtet sich an alle Damen und Herren über 18 Jahre. Anmeldungen bitte über unser Kontaktformular auf der Seite „Kontakt„. Bitte nennen Sie uns Ihren Namen, wie wir Sie erreichen können und die Veranstaltung (ausgenommen Sonderveranstaltungen) an der Sie teilnehmen wollen. Wir freuen uns auf Sie.

Unsere Website

Unsere neue Website ist intuitiver und interaktiver. Sie können sich zukünftig wieder in unser Gästebuch eintragen und darüberhinaus jeden Probenbericht kommentieren.  Hierfür finden Sie unter jedem Artikel ein Formular.

Auf der rechten Seite finden Sie unseren Terminkalender mit allen anstehenden Veranstaltungen der Weinbruderschaft. Klicken Sie auf einen Termin, erhalten Sie mehr Informationen. Über die linken Seite finden Sie Zugriff auf alle aktuellen und älteren Probenberichte, aktuelle Kommentierungen sowie eine Suchfunktion.

Daneben erfahren Sie auf den unterschiedlichen Seiten mehr über uns, die Aktivitäten der letzten Jahre und das Thema Wein im Internet. Natürlich steht der Mitgliederbereich nur den Mitgliedern unseres Freundeskreis zur Verfügung.

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Weinprobe Aosta-Tal am 4.08.2016

Erstellt von Dieter am Mittwoch 24. August 2016

Bei unserem ausländischen Thema Italien haben wir gleich mit einem Extrem begonnen, dem Aosta-Tal, das in Italien die kleinste politische Region wie auch das kleinste Wein-Gebiet ist. Das Aosta-Tal ist eine der drei autonomen Regionen Italiens, denn bis 1861 gehörte es zu Savoyen bzw. Frankreich und hat aufgrund dieser Vergangenheit auch Französisch als zweite Amtssprache.

Der Weinbau wurde schon vor den Römern von der dortigen Urbevölkerung betrieben. Allerdings ist aufgrund der klimatischen und geografischen Situation ein Weinbau nur unter sehr erschwerten Bedingungen möglich. So ist auch die Anbaufläche von ca. 3000 ha am Ende des 19.Jahrhunders auf heute etwa 486 ha geschrumpft. Die Weinberge ziehen sich beidseitig am Ufer der Dora Baltea über 90 km entlang auf einer Höhe zwischen 300m und 1200 m.
Das gesamte Aosta-Tal gehört weinbaumäßig zur DOC „Valle d’Aosta“ und wird in sieben Subbereiche untergliedert (von Süden nach Norden).

*          Donnas – Südlichstes Anbaugebiet
*          Arnad-Montjovet – im Südosten
*          Chambave  im Osten
*          Nus – sehr kleiner Anbaubereich im Nordosten
*          Torrette –die größte Region um Aosta
*          Enfer d’Arvier im Nordwesten
*          Morgex-La Salle im äußersten Nordwesten auf 900m bis 1200m

Die Rebsorten:
Weiß:
Petit Arvin
Nus Malvoisie  (lokale Variante von Grauburgunder )
Muscat Blanc
Prie Blanc
Daneben noch Müller Thurgau, Chardonnay u.a.
Rot:
Picotendro  (Nebbiolo)
Petit Rouge
Vin de Nus
Fumin
Cornalin
Mayolet
daneben noch Spätburgunder, Syrah, Gamay, Freisa, Neyret, Dolcetto u.a.

Über Allem tront der Mont Blanc

Unsere Weinprobe startete im äußersten Westen mit Weißweinen und ging dann die Dora Baltea abwärts nach Süden, um mit den Rotweinen wieder nach Norden zurückzukommen.

Daher stammte der erste Wein aus der Unterregion Morgex – La Salle. Hier wir die Prie Blanc als autochthone Rebe angebaut. Aufgrund der kühlen Lageblieb sie von der Reblaus Katastrophe verschont und wird deshalb noch wurzelecht angepflanzt. Vor 20 Jahren wäre die dortige Winzergenossenschaft der einzige Vermarkter dieser Weine gewesen, aber heute vermarkten etwa 5 weitere Winzer ihre Weine selbst. Einer von Ihnen ist Ermes Pavese, von dem der 2014’er Blanc de Morgex stammte. Entsprechend der höhen Lage zeigte dieser Wein deutlich mehr Säure und eine etwas schlankere Struktur. Im Vergleich zu einer Verkostung im Vorjahr war der Wein allerdings schon viel weicher und reifer geworden.

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Die nächsten vier Weine stammten von der Petit Arvin als wichtigster weißer Rebsorte des Aosta-Tals. Auch die Petit Arvin sie ist eine typische Traube des italienisch-schweizer Alpenraumes.

Der erste Wein, der 2014’er Petit Arvin, „Vigne Rovetta“ kam vom Weingut Grosjean. Obwohl er als Lagenwein ausgezeichnet war, präsentierte er sich recht leicht und einfach. Seit seiner Abfüllung im letzten Jahr hatte er schon deutlich an Frische und Klarheit verloren.

Der zweite Wein, der 2014’er Petit Arvin vom Weingut Les Cretes war dann klarer und frischer als sein Vorgänger und zeigte sehr zarte Anklänge an Holz. Das Weingut ist mit 25 h das größte private Weingut im Aosta-Tal.

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Der dritte Wein, ein 2013’er Petit Arvin vom Weingut Chateau Feuilett zeigte mehr Struktur und Fülle aber auch Reife, da der Jahrgang 2013 das bessere Wetter hatte und daher reifere, vollere Wein gab.

Als Abschluss konnten wir den 2014’er Petit Arvin vom Weingut Elio Ottin verkosten. Er hatte die kräftigste Struktur aller vier Weine mit einem leichten Holz-Ton, war aber auch der teuerste dieser vier Weine. Elio Ottin baut erst seit 2007 die Weine selbst aus und gilt inzwischen als einer der besten Winzer im Aosta-Tal.

Mit dem 2012’er Nus Malvoisie der Winzergenossenschaft Crotta de Vergerons schlossen wir die Weißweine ab. Der Nus Malvoisie ist eine lokale Variante des Grauburgunders. Somit hatten wir auch einen recht runden, säurearmen Wein vor uns, der aber als 2012’er schon breitere Reifenoten zeigte und Frische verloren hatte. (Die Winzergenossenschaft scheint diese Weine immer recht spät in den Verkauf zu bringen, denn beim Kauf im Herbst 2015 war der 2012’er Petit Arvin der jüngste Jahrgang im Angebot).

Nun folgten die Rotweine.

Die Unterzone Arnad Monjevet liegt schon deutlich südlicher und tiefer. Daher ist hier der Einfluss des angrenzenden Piemonts deutlich zu spüren, und die Hauptrebsorte für die Rotweine ist der Nebbiolo, dessen lokale Variante Picotendro heißt.

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Auch der nächste Wein war ein Nebbiolo, diesmal mit einem 15%igen Anteil an Freisa und Neyret, aus der südlichsten Subregion „Donnas“. Der 2012’er Nebbiolo „Napoleon“ der Winzergenossenschaft Donnas war deutlich voller und runder. Mit ihm hatten wir allerdings auch der Spitzenrotwein der Winzergenossenschaft vor uns.

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Mit einer weiteren Rebsorte des italienisch-schweizer Alpenraumes, dem Cornalin, zogen wir wieder die Dora Baltea aufwärts. Die Rebsorte Cornalin ist eine natürliche Kreuzung zwischen den beiden Rebsorten Mayolet und Petit Rouge aus dem Aosta-Tal.

Der 2012’er Cornalin der Winzergenossenschaft Crotta de Vergerons war ein leichterer, fruchtiger Wein mit stärkeren Ledernoten und einem leichten Pfefferton.

Ganz anders präsentierte sich der 2013’er Cornalin vom Weingut La Source aus der Unterregion Torrette. Er war kräftiger und sehr fruchtig, was zu der Vermutung führte, dass hier mit der Mazeration Carbonique gearbeitet wurde. Dadurch schmeckte er gefälliger und weicher, was ihm zu einer besseren Bepunktung verhalf.

Aber wir waren mit unseren autochthonen Rebsorten das Aosta-Tal noch nicht am Ende.

Die wichtigste Rebsorte im oberen Teil des Aosta-Tals ist der Petit Rouge, der dunkelfarbene Weine mit reifem, weicherem Tannin und kräftiger Säure ergibt.

Der erste Wein aus dieser Rebsorte, der 2013‘er Torrette Superiore vom Weingut Chateau Feuilett präsentierte sich als frischer, recht weicher und runder Wein mit zartem Holz, während der 2013’er Torrette Superiore vom Weingut Feudo di San Maurizio sehr dicht und kräutrig daher kam. Er war noch etwas kantig, zeigte aber auch mehr Struktur. Dieser Wein wurde mit 10% Syrah verschnitten. (Die Bezeichnung Torrette Superiore steht für Weine die mindestens 1% mehr Alkohol haben als der normale Torrette)

Und noch eine weitere autochthone Rebsorte konnten wir verkosten. Die Rebsorte Fumin steht für dunkle Weine mit kräftiger Säure und härterem Tannin. Sie wurde deshalb früher nur für Cuvees verwendet. Erst seit etwa 10 Jahren hat man die Rebsorte kellertechnisch so im Griff, dass man auch gute reinsortige Weine daraus produzieren kann.

Das konnten wir bei dem 2013’er Fumin vom Weingut Elio Ottin erschmecken. Wir hatten hier einen dichten, gut strukturierten Wein mit zarten Kräuternoten und einem Hauch Süße vor uns. Das war mit Abstand der höchstbewertete Wein des Abends.

Damit waren wir auch am Ende der Probe angekommen. Wir hatten an diesem Abend Extrem-Weine aus einem ungewöhnlichen Gebiet mit eigenwilligen autochthonen Rebsorten verkostet. Die meisten dieser Weine sind so selten, dass sie bei uns in Deutschland nicht zu kaufen sind und mussten deshalb auch im letzten Herbst vor Ort besorgt werden.

Bei den Weißweinen zeigte sich, dass sie deutlich vom gewohnten, fruchtigen Geschmack der deutschen Weine abwichen und so die Bewertung schwer fiel. Bei den Rotweinen waren dann die Unterschiede zu den gewohnten Rotweinen nicht ganz so groß.

Einige Kurz-Informationen zu den Winzern und Winzergenossenschaften:

Pavese Ermes
Strada Pineta, 26, La Ruine; 11017 Morgex (AO)
4 ha, 30.000 Flaschen

Maison Vigneronne Frères Grosjean
Villaggio Ollignan, 1; 11020 Quart (AO)
7 ha

Les Crêtes
Loc. Villetos, 50; 11010 Aymavilles (AO)
25 ha, 200.000 Flaschen

Chateau Feuillet di Fiorano Maurizio
Loc. Chateau Feuillet, 12; 11010 Saint-Pierre (AO)
5 ha, 30.000 Flaschen

Elio Ottin
Fraz. Porossan Neyves, 209; 11100 Aosta (AO)
4 ha, 30.000 Flaschen

La Source
Loc. Bussan Dessous, 1; 11010 Saint-Pierre (AO)
6,5 ha

Feudo di San Maurizio of Vallet Michel
Fraz. Maillod, 44; 11010 Sarre (AO)
7 ha, 40.000 Flaschen

La Crotta di Vegneron
Piazza Roncas 2; 11023 Chambave (AO)
ca. 130 Mitglieder,  34 ha, ca. 220.000 Flaschen

La Kiuva
Fraz. Pied de ville 42; 11020 Arnad (AO)
Ca. 60 Mitglieder,  25 ha, 70.000 – 100.000 Flaschen

Caves Coopératives de Donnas
Via Roma 97; 11020 Donnas (AO)
26 ha, 150.000 Flaschen
Informationen zu diesen und weiteren Winzern: http://www.routedesvinsvda.it/en/index.cfm/producers.html

Verfasser: Dieter

Lageplan der Winzer    Aostatal, Lage der Winzer

2016_07_Probenergebnis Aosta-Tal

 

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Probenbericht der Weinprobe „Mittelrhein Riesling Charta“ vom 02.06.2016

Erstellt von Dieter am Freitag 12. August 2016

Mit dem Besuch des Mittelrhein Weinbaupräsidenten, Heinz-Uwe Fetz, und dem Vizepräsidenten, Joachim Lorenz, bekam die Probe auch einen wirtschaftlichen und weinpolitischen Hintergrund. Heinz-Uwe Fetz sitzt zudem im Vorstand der „Mittelrhein Riesling Charta“. Deren 38 Mitgliedsbetriebe repräsentieren ca. die Hälfte der Mittelrhein Weingüter.
Beiden Winzer konnte man bei jedem Wort entnehmen, dass sie die Gelegenheit vor der Weinbruderschaft nutzen wollten, um nicht nur Ihre Weine vorzustellen, sondern auch eine Lanze für den Mittelrhein als Kulturlandschaft, deren Winzer und Weine zu brechen. Halt Mittelrheiner mit Herz und Seele.
Daher war der Start in die Probe relativ „trocken“, denn die geplante Vorstellung der Weine trat zugunsten der Plädoyers vorerst in den Hintergrund. Das war auch vollkommen in Ordnung, denn aus den geschilderten Zusammenhängen konnten wir mit einem anderen Wissen den Weinen gegenübertreten.

Als Weinbaupräsident liegt Herrn Fetz natürlich die Gesamtsituation der Winzer am Herzen. Er schilderte die Auflassung von vor allem Steillagen, den schleichenden Verfall der Terrassierung, Von ursprünglich 2.000 ha Anbaufläche werden z. Zt. noch 470 ha bewirtschaftet. Diese Fläche erstreckt sich über 5 Landkreise und hat die größte Nord-Süd-Ausdehnung aller Weinbaugebiete. Dem entsprechend unterschiedlich sind die Böden. Von vulkanischem Gestein, über Bims, zu Verwitterungs- und Ölschiefer; eine zu große Vielfalt. Um die Kulturlandschaft des Mittelrhein zu erhalten, sind verschiedene Aktivitäten um die beiden attraktiven Wanderwege (links Weinburgenweg, rechts Rheinsteig) gestartet worden, um dort auch wirtschaftlich überleben zu können. Eine Initiative plant die Mittelrhein-Kirsche, die früher das zentrale Angebot darstellte, wiederzubeleben. Mit der Mittelrhein Riesling Charta sind wir dann auf das Thema des Abends zurückgekommen.
Die „Mittelrhein Riesling Charta“ ist ein Zusammenschluss qualitätsbewusster Winzer des Mittelrheins mit dem Ziel, die Weinkultur des Anbaugebietes in seiner Gänze zu fördern und weiter zu entwickeln. So soll den Charta-Weinen ein markantes, qualitativ hochwertiges Profil verliehen werden, es soll ein Beitrag zum Erhalt des UNESCO-Welterbes geleistet werden und die wirtschaftlichen Chancen der Region sollen gesteigert werden.
Zentraler Baustein ist der Charta-Fond: Jedes Mitglied entrichtet einen Beitrag (1.000 € / ha und 10 ct pro verkaufter Profilweinflasche), der in den Charta-Fond einfließt. Der Mittelrhein-Wein e.V. verwaltet diesen Fond treuhänderisch und setzt die Mittel für den Erhalt der Kulturlandschaft ein. Auch Fördermittel der Europäischen Union (80.000 €) fließen in das ambitionierte Projekt ein: Die Mittelrhein Riesling Charta ist ein sogenanntes LEADER-Projekt (frz. Liaison entre actions de développement de l’économie rurale, dt. Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft). Ganz praktisch heißt das, dass in Zukunft zum Beispiel zerfallende Trockenmauern aus Mitteln der Charta erneuert werden können, was die Aufgabe mancher Weinlage verhindern kann. Diese Fakten machen deutlich, dass es bei der Mittelrhein Riesling Charta nicht nur um die Schaffung neuer Weinmarken geht, sondern um die ganzheitliche Förderung des Kulturgutes Riesling in seiner mittelrheinischen Kulturlandschaft.
Vorbild für die „Mittelrhein Riesling Charta“ ist die vor dreißig Jahren ins Leben gerufene Vereinigung Vinea Wachau Nobilis Districtus, kurz Vinea Wachau. Die Parallelen zwischen der Wachau und dem Mittelrhein sind offensichtlich: Beide Weinanbaugebiete sind Flusstäler, UNESCO-Welterbe und bergen das Potential für großartige Rieslinge. Gegründet wurde die Vinea Wachau (3mal so große Anbaufläche wie der Mittelrhein) in einer Situation, in der es um das Image des österreichischen Weines nicht zum Besten bestellt war.
Die Mitglieder der „Mittelrhein Riesling Charta“ haben sich zu einem aus vier Regeln bestehenden Codex verpflichtet. (Die Wachau hat 6 Regeln:  strenges Herkunftsprinzip, keine Anreicherung, keine Konzentrierung, keine Aromatisierung, eine Fraktionierung sowie Natur und sonst nichts)

1.    Strenges Herkunftsprinzip (Erzeugerabfüllung im Gebiet hergestellter Weine).

2.   Rebsorte Riesling zu 100 %.

3.   Keine Konzentrierung, Aromatisierung oder Fraktionierung.

4.   Strenge Qualitätskontrolle durch die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz (mindestens drei Punkte von 5 Punkten bei der Qualitätsweinprüfung) und durch die Charta-Kommission.

Wie die Wachau hat sich die „Mittelrhein Riesling Charta“ für 3 Profilweintypen entschieden.

Handstreich:              Handsteich
„Ein moderner, filigraner und feinfruchtiger Riesling, der den Gaumen und die Herzen in kürzester Zeit – im Handstreich – erobert. Ideal für den Genuss zwischendurch, am Mittag oder zum leichten Abendessen.“ Um Leichtigkeit und Frische auszustrahlen darf dieser Wein maximal 12% Gesamtalkohol haben, entsprechend maximal 11 Volumenprozent. Und seine Säure wird von einem Restzuckergehalt von mindestens 15 g/l, aber nicht mehr als das Dreifache des Säuregehaltes, ausbalanciert.

 

Felsenspiel:                           Felsenspiel

„Felsenspiel ist ein ausgewogener, bodenständiger Riesling, der weder polarisiert noch umschmeichelt. Er passt einfach immer.“ Dieser Allrounder vom Classic-Typ darf über maximal 13% Gesamtalkohol verfügen und sein Restzuckergehalt darf das Zweifache der Säure nicht übersteigen.

 

Meisterstück:     Meisterstück
„Ein vollendeter, trockener Riesling, vollmundig und nachhaltig im Geschmack. Ihm wendet man sich bewusst zu. Er verdient die volle Aufmerksamkeit. Er möchte genossen werden. Ein Meisterstück eben.“ Dieser vollreife Riesling muss über mindestens 13% Gesamtalkohol verfügen und analytisch trocken sein.

Alles nachzulesen unter: http://www.mittelrhein-weinfuehrer.de/RieslingCharta.html

Herr Fetz führte zum Abschluss aus, dass der Schrumpfungsprozess, den der Mittelrhein durchgemacht hat, auf andere Weinbaugebiete wie Mosel und Nahe noch zukommen wird.
Nach der Vorstellung der Gesamtsituation kamen die beiden Winzer auf Ihre Betriebe zu sprechen.

Das Weingut Toni Lorenz in Boppard betreibt neben dem Weinbau noch das Weinhotel Landsknecht, was wahrscheinlich in naher Zukunft in unmittelbarer Nähe zu der geplanten Rheinbrücke im Mittelrheintal liegen wird. J. Lorenz bewirtschaftet 3 ha eigene Anbaufläche und erwirbt noch von einem Hektar Trauben dazu. Damit ist er in der Lage 50- 60.000 Flaschen Wein zu produzieren. Seine Lagen ziehen sich von Boppard bis in den Hunsrück (Simmern). Angesprochen auf die angepflanzten Rebsorten, brach J. Lorenz eine Lanze für den Müller-Thurgau. Er baut ihn – obwohl er den Niedergang der Rebsorten verfolgt hat – nach wie vor an und baut ihn als Rivaner aus. H-U Fetz vertrat die Meinung, dass der Müller Thurgau bei ihm die nötige Qualität nicht liefere. „Andere können das besser.“ Beide beschränken Ihr Angebot an Grauburgunder, da es dafür noch keine Züchtung mit lockerbeerigen Trauben gäbe.

Das Weingut Heinz Uwe Fetz in Dörscheid bewirtschaftet 4 ha eigene Anbaufläche. Mit dem Ertrag werden ca. 35.000 Flaschen Wein und zusätzlich 120 verschiedene Destillate produziert, Davon könne er gut leben, betonte Herr Fetz. Seit 2013 verzichtet in seinem Angebot auf die Angabe von Qualitätsstufen.

Die Probe begann mit zwei Grauburgundern.

1.    2015er Grauburgunder   QW (13,5%, 12 RZ, 5,6 S).
Der spontan vergorene, halbtrockene Grauburgunder vom Weingut Fetz blieb irgendwann bei 50% des Prozesses stehen. Auch die Zugabe von Reinzuchthefen half nicht weiter. Ein möglicher Grund könnte die Stickstoffunterversorgung in 2015 gewesen sein. Die typischen Grauburgunder Noten stellten sich, ergänzt von einer Apfelnote, in der Nase ein. Im Mund produzierte er – unterstützt vom Alkohol – Fülle, belegte Zunge und Gaumen mit einer Textur, hatte Länge und auch Schmelz. Der Wein wurde am 3.2.16 von der Vollhefe abgezogen und abgefüllt. Seitdem lagert er in Flaschen und wird im September in den Verkauf kommen.

2.   2015 Bopparder Hamm Grauburgunder  QW (12%, 6.5 RZ, 5.8 S)
Die typischen Grauburgunder-Noten wurden bei diesem Wein vom Weingut Lorenz von Citrus und Stachelbeere begleitet. Schon in der Nase ein deutlich leichterer, feinerer, eleganterer Vertreter. Der nicht angereicherte Most hatte Spätlese Qualität. Er wurde wie der andere Vertreter einem biologischen Säureabbau unterzogen, da die Weine sich dann runder und fülliger präsentieren. Im Mund eleganter, feingliedriger, trockener und weniger Körper was auch dem geringerer Alkoholgehalt geschuldet ist. Ein kleiner Teil des Weines wurde im Holzfass ausgebaut.

3.    2015 Handstreich Riesling   QW  (10,5%, 8 RZ, 8,3 S)
Weingut Fetz stellt seinen 1. Profilwein, einen Handstreich, vor. Der präsentierte sich mit gelben Früchten und Citrus in der Nase. Luft erschlossene weitere Aromen. Im Mund überzeugte der Wein mit einem schönen Frucht Säure Spiel sowie spürbarer Mineralik Der Appetit auf den 2. Schluck wurde jedoch die Restsüsse etwas eingebremst. Ein leichter, unkomplizierter Wein für den täglichen Genuss.

4.   2015 Bopparder Hamm Spätburgunder Blanc de Noir  QW  (12%, 8,5 RZ, 7,8 S)
Bedingt durch die Kirschessigfliege wurde der Spätburgunder als Blanc de Noir ausgebaut. Um nicht mit Aktivkohle nach einer Maischestandzeit die Farbe herausfiltern zu müssen, blieb es bei einer kurzen Standzeit, die im Glas ein leichtes Rot widerspiegelt. Die Spätburgunder typischen Note wurde durch Himbeernoten erweitert. Im Mund hinterließ der Wein wenig Nachhall und Eindruck. Die Süße dominierte.

5.   2015 Riesling Charta QW (12,5%, 9 RZ, 9 S, 85° Oechsle)
Der vom Weingut Fetz präsentierte Charta Riesling wurde chaptalisiert. Er kommt mit einer komplexen Nase mit dichten gelben Früchten rüber. Im Mund zeigt er eine herbe Frucht und eine schöne Säure mit noch nicht eingebundener Mineralik und einem schönen Spiel. Der Wein soll sich vom Meisterstück unterscheiden und ist daher auch eckiger und einfacher.

6.   2015 Bopparder Hamm Feuerlay Riesling ,Spätlese trocken (12,5%, 8,5 RZ, 7,8 S)
Beim Gegenspieler vom Weingut Lorenz handelt es sich um eine Riesling Spätlese Die zurückhaltende Nase gibt gelbe Früchte wieder. Im Mund stehen Frucht (vor allem Citrus) Textur und Säure noch nicht im Einklang miteinander. Obwohl Teile des Weins im Holz ausgebaut wurden, wird der Wein aus der Lage immer erst im September richtig rund. Auch hier wird der Wein bewusst im trockenen Bereich unter dem Meisterstück angeboten.

7.    2015 Meisterstück Riesling QW (13,5%, 9 RZ, 9,6 S und 95° Oechsle)
Der 2. Profilwein der Riesling Charta nennt sich Meisterstück und wird trocken ausgebaut. Das Weingut Fetz produzierte ungefähr 1.500 Flaschen in 2015. Der Wein ist spontan nach 14 Stunden Maischestandzeit vergoren, wurde aber mit Reinzuchthefen unterstützt. In der Nase kommt er kräutrige rüber, mit Luft erschließen sich gelbe Früchte und Apfelnoten. Im Mund dominiert eine spitze Säure. Der Wein wirkt noch nicht rund und trinkreif. Er braucht seine Zeit. Herr Fetz erzählte, dass der Wein im Winter noch intensiv nach Zimt roch.

8.   2015 Meisterstück Riesling, Spätlese trocken (13,5%, 9 RZ, 9,1 S und 100° Oechsle)
Das Meisterstück vom Weingut Lorenz wird normalerweise auf einer ausgesuchten Parzelle ausgebaut. Die 1.000 qm lieferten im Herbst 2015 jedoch 110° Oechsle und damit ließ sich ein trockener Weißwein kaum ausbauen. Er musste daher das Lesegut einer weiteren Parzelle verwenden. Auch diese lieferte gut 100° Oechsle. Die zurückhaltende Nase mit gelben Früchten und Citrus ließ auch hier ahnen, dass der Wein Zeit braucht. Im Mund war Apfel schmeckbar. Die Mineralik zeugt von Qualität. Der fruchtige Abgang lässt eine freudigeZukunft erwarten. Der Wein wurde spontan auf 0 g/l RZ vergoren und später mit Wein aus der 110° Oechsle-Parzelle vermählt. Teile des Weins wurden im Holz ausgebaut.

9.   2015 Felsenspiel Riesling QW (12%, 13,5 RZ, 8,0 S)
Das Flaggschiff der Mittelrhein Riesling Charta heißt Felsenspiel und wird süß ausgebaut. Im vom Weingut Fetz vorgestellten Wein wurde die Erwartung eines fruchtsüßen Weins in der Nase zunächst nicht getroffen. Der Wein präsentierte sich zurückhaltend. Er braucht Luft und Wärme. Dann treten die Riesling typischen Aromen begleitet von Apfel und Birne zu Tage. Den Mund prägt die Frucht nachhaltig, das Frucht-Säure-Spiel überzeugt. Braucht Zeit um zu Reifen.

10.   2015 Felsenspiel Riesling, Spätlese, feinherb (11,5% 15,5 RZ, 7,8 S)
Das Felsenspiel vom Weingut Lorenz braucht auch Luft. Um dann mit dichten Fruchtaromen, so ein bisschen Campino, zu überzeugen. Die auf einer trockenen Parzelle, die fruchtsüße Rieslinge garantiert, gelesenen Trauben können auch im Mund viel. Säure und Süße harmonieren schon jetzt prächtig und passen zueinander. Die Fülle im Mund und das adstringierende Fruchtspiel machen Lust auf den zweiten Schluck.

In der letzten Proberunde konnten die Winzer ihre Lieblinge präsentieren.

11.   2013er Dörscheider Wolfsack  Spätburgunder „B“  QW  (14,5%, 0,2 RZ, 5,4 S)
Weingut Fetz hat sich bewusst entschieden, dem 2013 seine besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Das gute Rotweinjahr 2013 hat ihm erlaubt, die Trauben seines lockerbeerigen Klons sehr spät zu ernten. Das ergibt auch einen guten Farbeintrag. Bei ca. 45- 50 hl reichte die Ernte für gut 1.000 Flaschen. Nach 12 Tagen Maischstandzeit vergor der Wein im Stahltank. Von der groben Hefe ging es direkt für 5 Monate in neue Fässer aus amerikanischer Eiche, daher nur „B“ und nicht „Barrique“. Das Ergebnis kann sich nicht nur im Glas sehen lassen. Das dichte, dunkle Rot wird von typischen Spätburgunder-Aromen begleitet. Die Mandel kommt gut durch. Im Mund wirkt die Tanninstruktur durch den „molligen“ Charakter nicht unangenehm. Der Abgang ist kantig und wird von Vanille begleitet. Hier ist noch Reifezeit nötig.

12.   2015 Bopparder Hamm Feuerlay Riesling, Auslese (11,5%, 54 RZ, 9 S)
Das Weingut Lorenz präsentierte uns das eigentlich geplante Meisterstück als Auslese. Die geernteten 110° Oechsle mit Botrytisbelastung überzeugen jetzt schon, brauchen aber dazu eine gewisse Vorlaufzeit, denn Luft und Wärme tun ihr gut. Dann entwickeln sich die Aromen in der Nase, die sich dann auch im Mund wiederfinden. Die schöne Säure wird von der Süße gut eingebunden, das Fruchtspiel mit Apfel wiederum lässt die Süße nicht dominieren. Schon jetzt eine runde, überzeugende Vorstellung.

Ein kurzweiliger Abend mit unterhaltenden Geschichten und überzeugenden Wein, die Lust auf mehr Mittelrhein gemacht haben. Danke schön Herr Fetz, Herr Lorenz.

Verfasser: Uwe

2016_06_Probenergebnis Mittelrhein Riesling Charta

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Weinprobe mit dem Weingut Matthias Müller aus Spay am 19.05.2016

Erstellt von Dieter am Freitag 12. August 2016

Der Probenbericht ist in Arbeit. Leider hat sich die Fertigstellung schon wieder verzögert.

 

2016_05_ Probenergebnis Weingut Matthias Müller

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Weine aus dem Aosta-Tal am 04.08.2016 Achtung Terminänderung !

Erstellt von Dieter am Montag 4. Juli 2016

Leider musste der Termin vom 07.07.2016 auf den 04.08. 2016 verlegt werden.

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Weinprobe mit der Winzerinitiative „Gipfelstümer“ am Mittelrhein am 07.04.2016

Erstellt von Dieter am Freitag 17. Juni 2016

Der Mittelrhein ist ein Weinbaugebiet geprägt von Steillagen (60 % mit mehr als 30 % Neigung), Schieferböden und Riesling (75 %).
Die Bewirtschaftung ist sehr arbeitsaufwendig, was sich aber im Preis nicht widerspiegelt.
Logische Konsequenz war, dass sich die Rebfläche von ca. 2.000 ha vor 100 Jahren enorm verkleinert hat. Hier einige Zahlen aus der Literatur:
1979  ca. 900 ha
1994  ca. 700 ha
2001        572 ha
2014       462 ha.
Kleiner ist nur noch die Hessische Bergstraße.

Die Nebenerwerbswinzer verschwinden immer mehr. Deren brachgefallene Rebflächen bedrohen u.a. die zum Weltkulturerbe erhobene Kulturlandschaft, die zu verbuschen droht.
Die verbliebenen Vollerwerbswinzer bewirtschaften im Schnitt um 10 ha.
Der meiste Wein wird am Mittelrhein selbst getrunken vorwiegend auch in den zahlreichen Ausflugsorten

Jetzt soll es wieder aufwärts gehen, der Mittelrhein soll langsam aus seinem Dornröschenschlaf herauskommen. Dafür engagiert sich eine neue, junge und bestens ausgebildete Winzergeneration (Geisenheim-Studium oder Weinbautechniker)
Hierfür stehen beispielhaft die „Gipfelstürmer“, die sich im Untertitel „Winzerinitiative Mittelrhein“, bestehend aus:
–   Felix Pieper vom Weingut Pieper, Königswinter (NRW),
–   Thomas und Martin Philipps vom Weingut Philipps-Mühle, St.Goar,
–   Sebastian Schneider, „Schneider – Das Weingut“, Bad Hönningen,
–   Christina Wagner, Weingut Wagner, Koblenz (inzwischen nach Österreich verzogen und damit ausgeschieden).

Die Winzerinitiative hat sich am 21.9.2009 bei Fischers in Köln gegründet.
Die Schlagworte sind:
–   Der Mittelrhein ist bedroht  (Mittelrhein heißt Steilhang – Steilhang heißt aufwändige Bearbeitung –   Aufwändige Bearbeitung heißt Abbau von Rebfläche (40% in den letzten 30 Jahren)
–   Rettet den Steilhang  (Rekultivierung alter Lagen – Höchste Qualität – Keine Kompromisse)
–   Echte Mittelrhein-Weine (Tiefgründige Mineralität – Vielschichtiges Bukett – Konzentriert Geschmackstoffe)
Wir waren gespannt, ob die Probe dieses selbstgesetzte Programm widerspiegelt und bestätigen kann.

Als Vertreter der Gipfelstürmer präsentierte uns Thomas Philipps seine und die Weine seiner Kollegen.

Wein No. 1   2014er Riesling Sekt brut  vom Weingut Philippsmühle, Qualitätssekt brut.
Der Sekt präsentierte sich sauber und relativ neutral. Er stammt aus einer Extra-„Sektlage“, d.h. einer Kabinett-Lage, die auch bei physiologischer Reife ein gutes Säurespiel bei wenig Alkohol aufweist.
Es wurde Ganztraubenpressung und Ausbau im Edelstahl durchgeführt.
Die Wertungen schwankten zwischen 13,0 und 15,5 und ergaben einen Mittelwert von 14,3 Punkten.
2011 und 2012 wurde noch nur ein Sekt von allen 3 beteiligten Weingütern erzeugt.

Wein No. 2  2014er Loreley Spätburgunder Blanc de Noir, Qualitätswein trocken vom Weingut Philippsmühle.
Die Trauben stammen aus Oberheimbach und St.Goar. Er präsentierte sich als frischer, unkomplizierter Sommerwein. Einige Weinbrüder konnten mit dem Wein wenig anfangen und werteten mit 12,0 Punkten, andere gaben ihm aber auch 15,0 Punkte, so dass eine Durchschnittswertung von 13,9 Punkten herauskam.
Bei den nächsten beiden Weinen wandten wir uns den weißen Burgundersorten, die inzwischen auch vermehrt angepflanzt werden, zu.

Wein No. 3  2015er Weissburgunder Qualitätswein trocken vom Weingut Sebastian Schneider.
Eine saubere, typische Nase mit Birne als Primärfrucht kennzeichnete diesen typisch 2015er Wein.
Die Trauben stammen aus Oberheimbach. Er wurde mit Reinzuchthefe im großen Holzfass ausgebaut. Bei einer Schwankungsbreite zwischen 13 und 15 Punkte ergab der Mittelwert 14,2 Punkte.

Wein No. 4  2014 Hönninger Am Münchberg Grauburgunder „S“,  Qualitätswein trocken vom Weingut Sebastian Schneider.
Der Wein wurde spontan vergoren, was sich in der Nase und auch im Mund bemerkbar machte und einigen nicht so richtig gefiel, andere empfanden ihn als fein und elegant mit allenfalls etwas kurzem Abgang. Daher schwankten die Wertungen zwischen 12 und 15/15,5 Punkten bei einem Mittelwert von 13,8 Punkten.

Wein No. 5  2015er Gewürztraminer & Riesling Königswinterer Drachenfels Qualitätswein trocken vom Weingut Pieper.
Obwohl die übliche Cuvée aus 60% Gewürztraminer und 40% Riesling besteht, fiel bei diesem Wein eine kräftige Rieslingsäure im Vordergrund verbunden mit verhaltenen Traminernoten mehr im Hintergrund auf. Die Wertungsnoten bewegten sich zwischen 12,5 und 15 bei einem Schnitt von ebenfalls 13,8 Punkten.

Wein No. 6  2014er Riesling „Alte Reben“ Qualitätswein trocken vom Weingut Sebastian Schneider.
Bei neutraler, sauberer Rieslingsnase war eine schöne Mineralik zu schmecken.
Die Trauben stammen aus einem 40-59 Jahre alten Weinberg aus Oberheimbach.
Die Wertungen lagen relativ dicht zusammen zwischen 13,5 und 15,5 Punkten, was rechnerisch einen Durchschnitt von 14,3 Punkten ergab.

Wein No. 7   2013er St.Goarer Frohwingert Riesling Qualitätswein trocken vom Weingut Philippsmühle.
Der Wein präsentierte sich sehr reif mit leichten Petrolnoten, was zu einer kontroversen Diskussion führte. Er hatte Frucht und Kraft.
Der Frohwingert ist die beste lokale Einzellage und ist teilweise mit 40-50 Jahre alten Reben, teilweise mit 2005 angepflanzten Reben bestockt. Wer den Petrolton nicht mochte, wertete ihn um die 13,0 Punkte, die Freunde dieses typischen Tons für reife Rieslinge gingen bis 16,0 oder sogar 16,5 Punkte. Der Durchschnitt pendelte sich bei 14,8 Punkten ein.

Wein No. 8  2015er Riesling Königswinterer Drachenfels „Rüdenet“ Qualitätswein trocken vom Weingut Pieper.
Obwohl spontan vergoren gefiel dieser junge Wein doch allgemein. Er spiegelte die Minera-lik des Drachenfels-Trachyts wieder. Rüdenet ist eine alte Gewannbezeichnung, die wieder auflebt. Es ergab sich eine recht harmonische Bewertung zwischen 14,5 und 16,0 Punkten, was mit 15,1 Punkten zur besten Durchschittswertung des Abends führte.

Wein No. 9  2014er St.Goarer Burg Rheinfels Riesling Qualitätswein halbtrocken vom Weingut Philippsmühle.
Der Restzucker von 16,4 gr/L führte zu einer fruchtigen Rieslingnase mit Honignoten.
Die Reben wachsen auf 100% Schiefer. Hier schieden sich die Freunde des etwas lieblicheren Weines, die bis 15,5 Punkte vergaben, von den Trockenliebhabern, die nur mit 13,0 Punkten werteten. Der Durchschnitt ergab 14,4 Punkte.

Wein No. 10  2014er Hönninger Am Münchberg Riesling „S“,  Qualitätswein feinherb vom Weingut Sebastian Schneider.
Feinherb hieß bei diesem Wein 26 gr/L Restzucker. Auch hier gingen die Trockenfans bis auf 12,5 Punkte herunter, wogegen die Liebhaber des auch mal etwas süßeren Tropfens bis 15,0 Punkte vergaben. Im Schnitt kamen 14,2 Punkte heraus.

Wein No. 11  2015er Königswinterer Drachenfels Riesling Qualitätswein Spätlese vom Weingut Pieper.
Ein spontan vergorener Wein mit deutlichen Honignoten, dessen 80,7 gr/L Restzucker deutlich schmeckbar waren. Ein typischer Digesthiev-Wein, von dem man nicht allzu viel trinkt. Die Wertungen zwischen 13,0 und 15,5 Punkten zeigten wieder die Präferenzen auf, wobei eine bemerkenswerte Zahl der Koster mit glatten 15,0 Punkten sehr einheitlich wertete. Der Durchschnitt lag bei 14,6 Punkten.

Zum guten Schluss ein gereifter Rotwein, aber kein „Drachenblut“:
Wein No. 12  2012er Rhöndorfer Drachenfels Qualitätswein Spätburgunder trocken vom Weingut Pieper.
Etwas schwierig nach dem süßen Vorgänger war die Spätburgunder zu verkosten, aber Ehre, wem Ehre gebührt: Dieser 12 Monate im Barrique gereifte Spätburgunder fand seine Würdigung. Mit 15,0 Punkten im Schnitt erzielte er die zweitbeste Wertung des Abends, wobei das Gros der Wertungen zwischen 14,0 und 16,0 Punkten lag.

Als Fazit kann man festhalten, dass alle Weine den selbst gesetzten Anspruch erfüllten. Es ist schön, dass es außer der knappen Handvoll bekannter „Spitzenwinzern“ am Mittelrhein jetzt Nachwuchswinzer gibt, die eine solch hohe Qualität erzeugen und das zu verbraucherfreundlichen Preisen.

Zu den 3 beteiligten Weingütern:

Philipps-Mühle, St.Goar
Das heutige Weingut war ursprünglich eine Mühle, die erst kürzlich nach langen 781 Jahren Betrieb geschlossen werden musste, da mittlerweile keinen der Abnehmerkreis für handwerklich vermahlenes Mehl zu klein geworden ist. Der Vater der Brüder Thomas und Martin Philipps war noch hauptsächlich Müller.
Von ursprünglich nur 0,2 ha für den Eigenbedarf ist das Weingut mittlerweile auf ca. 5 ha Rebfläche in St.Goar und Oberheimbach angewachsen, größtenteils auf Devonschieferböden im Steilhang. Sie sind mit 90% Riesling und 10% Müller-Thurgau bestockt.
Gegen den Trend werden in den kommenden Jahren weiter Weinbergsbrachen rekultiviert, um die jahrtausendealte Weinbautradition der Region zu bewahren.
Im Weingut wird eine Winzerschenke und an der Loreley eine Vinothek betrieben.

Weingut  Sebastian Schneider – Schneider das Weingut, Bad Hönningen
Das Weingut ist eine Neugründung aus 2006. Der elterliche Betrieb, das Stadtweingut Bad Hönningen (8,5 ha) musste aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben werden.
Nach der Lehre im elterlichen Betrieb erweiterte er seine Erfahrungen bei Dönnhoff und arbeitete  u.a. bei Markus Molitor, wo er auch in die Geheimnisse der Spontangärung eindrang. Er machte seinen Abschluss als Weinbautechniker in Bad Kreuznach. Heute arbeitet er als Betriebsleiter in der WG Meddersheim / Nahe.
Ausgehend von 1 ha in Hönningen bewirtschaftet er bzw. lässt inzwischen ein Panoptikum von Flächen in Ober- und Niederheimbach und Boppard bewirtschaften, insgesamt 2,5 ha mit steigender Tendenz. Das Rebsortenspektrum umfasst neben Riesling   Grau- und Weissburgunder sowie Müller-Thurgau (Rivaner) und etwas Spätburgunder. Diese weite Streuung der Lagen zwischen Mäuseturm und Siebengebirge stellen eine logistische Herausforderung dar.

Weingut Pieper, Königswinter („Ihr Siebengebirgswinzer“)
Das Weingut Pieper ist einer von 3 Vollerwerbswinzern in Nordrhein-Westfalen. Von den 24 ha im Siebengebirge in NRW bewirtschaftet das Weingut allein über 9 ha. Bekannt ist die Gutsschänke „Jesuiter-Hof“ mitten in Königwinter, einem Tourismus-Hotspot am unteren Mittelrhein. Dazu gehören zur erweiterten Familie u.a.  das wunderschöne Haus „Drachenloch“ und das „Weinhaus am Domstein“ in Rhöndorf. Bekannt sind der Rotwein „Drachenblut“ und das Cuvee „Guerilla“. Die Weine gedeihen rund um den Drachenfels auf Trachytböden, der Stein, aus dem u.a. die mittelalterlichen Teile des Kölner Doms gebaut sind.
Wer die NRW-Weine verfolgt hat, konnte feststellen, dass speziell das Weingut Pieper einen Qualitätssprung gemacht hat, seit Felix Pieper nach Absolvierung der FH Geisenheim für die Weine verantwortlich ist.
Das Rebsortenspektrum ist recht breit. Neben Riesling werden Burgundersorten und Chardonnay, Sauvignon Blanc, gelber Muskateller, Kerner, Gewürztraminer, Ehrenfelser, Scheurebe und Portugieser angebaut. Chardonnay und Spätburgunder werden auch im Barrique ausgebaut. Auch Sekte werden angeboten.
Die meisten Weine werden in nahen Umkreis von Königswinter vertrieben.

Verfasser: Wilfried

2016_04_Gipfelstürmer Probenergebnis

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Weinprobe mit dem Weingut Peter Kriechel am 17.03.2016

Erstellt von Dieter am Freitag 17. Juni 2016

Als Deutsches Jahresthemas haben wir für 2016 die Anbaugebiete Ahr und Mittelrhein vorgesehen. Daher freuten wir uns, mit dem Weingut Peter Kriechel den zweiten Winzer von der Ahr begrüßen zu dürfen.

Das Weingut ist inzwischen mit 27,5 ha Weinbergsfläche das größte Weingut an der Ahr. Der Gründer Peter Kriechel war bis 1952 Nebenerwerbswinzer mit 1,5 ha Weinbergsfläche. Dann beschloss er nicht mehr nur die Trauben zu produzieren sondern auch die Weine selbst auszubauen und zu vermarkten. Das Weingut wuchs danach auf ca. 3 ha. 1969 übergab er es an seine beiden Söhne Hermann und Ernst, die mit der Ausbildung zum Winzermeister beziehungsweise Weinbautechniker die nötige berufliche Fachvoraussetzung zur Führung des Weinguts hatten. Die Fläche wurde auch danach stetig erweitert. In den 70er Jahren war man soweit gewachsen, dass der Platz zum Ausbau der Weine in Marienthal nicht mehr reichte und so zog man nach Ahrweiler um.
Im Jahre 2002 konnte das Weingut sein 50-jähriges Jubiläum feiern.
Im November 2003 wurde die Verantwortung für das nun das inzwischen auf 20 ha angewachsene Weingut an die nächste Winzer-Generation übergeben. Markus, Michael und Gerd Kriechel teilen sich mit dem Senior Ernst Kriechel seitdem die Aufgaben. Zusammen mit ihrem Kellermeister Michael Hewel zeigten Sie in den letzten Jahren eindrucksvoll die gestiegene Weinqualität.
So konnte das Weingut mit dem 2011 Portugieser Pfaffenberg den Rotweinpreis 2013 in der Rubrik „Unterschätzte Sorten“ gewinnen.

Die Rebfläche beträgt aktuell 27,5 Hektar, die Jahresproduktion ca. 360.000 Flaschen
Die besten Lagen sind Neuenahrer Sonnenberg, Walporzheimer Kräuterberg, Ahrweiler Rosenthal und Marienthaler Rosenberg (Frühburgunder)
Die Rebsorten sind zu 60% Spätburgunder, 20% Frühburgunder, 10% Grau- und Weißburgunder und 10% übrige Sorten wie Müller-Thurgau, Riesling, Optima, Kerner, Würzer, Bacchus.
Der Durchschnittsertrag liegt über alle Weine bei 60 hl/ha.
Für die einfachen Liter-Weine, die als Landweine auf den Markt kommen, werden die Trauben zugekauft (für rot aus der Pfalz, für weiß von der Mosel)

Mit über 4 Hektar Frühburgunder (Pinot Madeleine) ist das Weingut der größte private Erzeuger dieser Ahrspezialität. Man hat einen eigenen Klon selektiert, der deutlich früher reift. Für die Ahr ist diese Reifeverhalten eher ungünstig, da man inzwischen die höheren, kühleren Lagen mit Frühburgunder bepflanzt, um so die Traubenreife zu verzögern, damit die Ernte später im Jahr bei kühlerem Wetter erfolgen und damit die Fäulnisbildung verringert werden kann. Aber für nördlichere Gebiete wie z.B. Norddeutschland oder Skandinavien kann die frühe Reife ein Vorteil sein, da dort im Zusammenspiel mit der Klimaerwärmung ein Weinbau erst ermöglicht wird. So ist zum Beispiel an der Ostsee ein Versuchsweingarten im Entstehen.
Bei den Arbeiten im Weinberg wird größter Wert auf eine naturnahe Bewirtschaftung gelegt. Es wird ausschließlich organisch gedüngt und auf Insektizide und Botrytizide verzichtet. Die Weinberge sind begrünt (z.B. mit Leguminosen), um die Humusbildung zu fördern und Erosion zu vermeiden.
Bei einem Teil der Weinbergsparzellen werden die Trauben halbiert, um so eine lockere Traubenstruktur zu bekommen und damit die Fäulnisbildung zu vermindern und die Qualität zu steigern.
Aus Verbundenheit mit der Region, lässt das Weingut seit einigen Jahren, Fässer aus heimischer Ahr-Eiche herstellen.

Nun zu unseren verkosteten Weinen:

Zum Start gab es einen Frühburgunder-Sekt, hier mit dem französischen Namen der Rebsorte benannt, den Pinot Madeleine Blanc de Noir-Sekt brut nature. Er war 12 Monate auf der Hefe gereift und präsentierte sich Frühburgunder-typisch, etwas breiter, pflaumiger mit einer weichen Säure.
Das 2014’er Cuvee Jubilus blanc war der nächste Wein in der Probe. Wir konnten einen recht würzigem etwas herberen Wein aus einem sehr exotischen Rebsorten-Verschnitt verkosten: Würzer, Optima, Ortega, Solaris, Riesling, Müller Thurgau und andere waren im Cuvee verschnitten worden. Als Folge des problematischen Jahrgangs 2014 stach aber die Säure etwas unharmonisch spitz hervor.
Ein 2015‘er Spätburgunder Blanc de Noir folgte. Frisch und fruchtig, ebenfalls mit kräftiger Säure, die aber besser integriert war als beim „Cuvee Jubilis“. Hier zeigte sich die weichere, harmonischere Säure des Jahrgangs 2015.
Ein 2015’er Weissburgunder schloss sich an. Er war kaltvergoren und im Edelstahl ausgebaut worden. So schmeckte er recht fruchtig und mit einer deutlichen, aber weicheren Säure des 2015’er Jahrgangs.

Dann wechselten wir zu den Rotweinen.

Der 2014’er Domina Rotwein ist einer der meistverkauften Weine des Weinguts, aber er wusste bei uns nicht so recht zu gefallen. Durch das problematische Jahr 2014 zeigte er viel Säure, ein adstringierendes, grünes Tannin und war zum Abmildern von Säure und Tannin mit einer deutlichen, dienlichen Süße ausgestattet worden. Insgesamt wirkte er deshalb unharmonisch.
Der 2014‘er Spätburgunder stammte ebenfalls aus dem Segment der Einstiegs­weine. Auch hier zeigten sich die Probleme des 2014’er Jahrgangs: eine sehr leichte Struktur, viel Säure und ein adstringierendes, grünes Tannin. Daher wurde er nur unwesentlich besser beurteilt als der Domina-Wein.
Besser gewertet wurde dann der 2014’er Frühburgunder „Jubilus“. Er war trotz des starken Fäulnisbefalls bei dieser frühreifenden Rebsorte deutlich besser geraten, Kein großer Wein, nicht so füllig und pflaumig, aber recht klar und fruchtig.
Dann wechselten wir den Jahrgang und setzen die Probe mit dem 2013’er Spätburgunder „B“ fort. Dieser Jahrgang war deutlich besser und der Wein stammte auch aus einer höheren Qualitätsstufe. Die klare Frucht, die dichte Struktur und die kräftige, aber gut eingebundene Säure wussten zu gefallen und so wurde der Wein auch deutlich höher gewertet.
Auch sein Frühburgunder-Gegenpart, der 2013’er Frühburgunder „B“ zeigte die Auswirkungen des besseren Jahres und der höheren Qualitäts-Stufe. Ein weicher, runder, fruchtiger und voller Frühburgunder. Daher wurde er sogar noch etwas besser als der Spätburgunder bewertet.
Es folgte eine weitere Steigerung mit dem 2012’er Portugieser Walporzheimer Pfaffenberg „Goldkapsel“. Der 2011’er Vorgänger hatte 2013 den Rotwein-Preis gewonnen. Und diese Qualität besaß auch der 2012’er. Ein dichter, aber auch eleganter und vielschichtiger Wein. Aufgrund des kühleren Jahrgangs war das Tannin noch etwas eckiger, aber das Potential war unverkennbar. Dieser Wein zeigte, dass eine als Massenträger belächelte Rebsorte bei entsprechender Pflege durchaus zu Höchstleistungen im Stande ist. Ein toller Portugieser.
Und auf diesem sehr hohen Niveau ging es weiter mit dem 2012’er Spätburgunder Walporzheimer Kräuterberg. Dicht, mit angenehmer Fülle und zartem Holz. Trotzdem wurde er nur der zweitbeste Wein des Abends, denn es folgte zum Abschluss ein noch größerer Wein.
Der zweite Lagenwein, der 2012’er Spätburgunder Ahrweiler Rosenthal blieb ebenfalls auf diesem hohen Niveau. Auch er zeigte diese dichte Struktur, war aber gleichzeitig etwas eleganter und filigraner. Da sein Tannin aber noch etwas eckig und kantig war, wurde er etwas geringer als der Spätburgunder aus dem Kräuterberg gewertet. Aber das ist sicher nur eine Frage der Reifezeit, denn das nötige Potential hat der Wein.
Und dann folgte der 2011’er Frühburgunder Marienthaler Rosenberg. Das war eindeutig der krönende Abschluss des Abends. Klare, brillante Frucht, dichte Struktur und ein zarter Anklang nach Holz und Vanille. Ein toller Frühburgunder aus einem sehr guten Jahr.
Hier zeigte sich, dass das Weingut als größter Frühburgunder-Produzent die Möglichkeit genutzt hatte, das beste Traubenmaterial aus den Rebflächen für diesen Wein zu selektieren und ihn auch entsprechend auszubauen.

Damit waren wir am Ende der Probe angekommen. Waren die ersten Weine noch durch den problematischen Jahrgang 2014 gezeichnet, so ging es danach mit den Weinqualitäten steil aufwärts und bei den vier Lagenweinen hatten wir das Top-Niveau erreicht. Daher möchten wir uns bei Peter Kriechel für diese hervorragende Präsentation des Weingutes herzlich bedanken.

Leider konnte dieser Bericht erst so spät eingestellt werden, da die vorgesehene Protokollantin trotz mehrfacher Mahnung den Bericht nicht erstellt hat und so ein neuer Protokollant gefunden werden musste.

Verfasser:  Dieter

2016_03_Weingut Kriechel Probenergebnis

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Externe Termine Mai bis Dezember 2016

Erstellt von Markus von Elstermann am Dienstag 24. Mai 2016

Stand: 25. Mai 2016

18.05 – 29.05.2016 Kölner Weinwoche auf dem Heumarkt  (11:00 – 22:00 Uhr)
www.koelner-weinwoche.de/ .
.
26. – 30.05.2016 Weintage der Südlichen Weinstraße, Landau
www.suedlicheweinstrasse.de/
.
05.06.2016 Jahrgangspräsentation VDP Franken, Nürnberg
www.vdp.de/
.
07.06.2016 Jahrgangspräsentation Bernkasteler Ring, Kloster Machern
www.bernkasteler-ring.de/
.
11. – 12.06.2016 Mythos Mosel  Mehr als 100 Weingüter der Spitzenklasse von Ürzig bis Pünderich
http://www.mythos-mosel.de/
.
11. – 12.06.2016 Weinpräsentation am Roten Hang, Nierstein
www.roter-hang.de/
.
26.06.2016 Jahrgangspräsentation der VDP Betriebe Ahr, Nahe und Rhein­-hessen, Mainz (Rheingoldhalle, 12 – 16 Uhr)
www.vdp.de/
.
11.07.2016 Jahrgangspräsentation VDP Baden, Baden Baden
www.vdp.de/
.
12. – 21.08.2016 Rheingauer Weinwoche in Wiesbaden
www.wiesbaden.de/weinwoche/
.
25. -28.08.2016 WeinSommer in Aachen (Katschhof)
www.weinsommer.de/aachen/
.
26. – 28. 2016 SaarRiesling Sommer
www.saar-riesling-sommer.de/
31.08.2016 Lagenweine Rheinhessen, Mainz
www.rheinhessen.de/
.
01.09 2016 Jahrgangspräsentation Selection Rheinhessen, Mainz
(Handwerkskammer Rheinhessen; 17 – 20 Uhr)
www.rheinhessenwein.de/
.
04.09.2016 South Africa Wine Show, Westhafenpier Frankfurt
.
05.09.2016 Jahrgangspräsentation Württemberg,  Stuttgart
www.vdp.de/
.
12.09 2016 Präsentation Grosses Gewächs, Berlin
www.vdp.de/
.
15.09.2016 Meisterwerke der Mosel Weinpräsentation, Trier
www.vdp.de/
.
16.09.2016 Versteigerung Großer Ring, Trier,
www.vdp.de/
.
?.09.2016 Verkostung Große Gewächse Pfalz, Ludwigshafen,
www.vdp.de/
.
?.09.2016 Versteigerung VDP Rheingau, Kloster Eberbach,
www.vdp.de/
.
?.09.2016 Versteigerung VDP Nahe – Ahr, Bad Kreuznach, Römerhalle,
www.vdp.de/
.
15.09.2016 Versteigerung Bernkasteler Ring,Trier
www.bernkasteler-ring.de/auktionen/
.
25.09.2016 Riesling – was sonst ? Jahrgangspräsentation der Spitzengüter der Terassenmosel, Kobern Gondorf, Schloß Liebieg (14 -18 Uhr)
www.koeche-und-winzer.de/
.
26.09. 2016 11.Tafelrunde Klitzekleiner Ring, Traben Trarbach,
www.klitzekleinerring.de/
.
21. – 23.10.2016 Weinforum Rheinhessen, Mainz (Rheingoldhgalle;
Fr 15  – 21, Sa 14  – 21, So 11  – 18)
www.weinforum-rheinhessen.de/
.
05.-06.11.2016 WeinDüsseldorf, Düsseldorf, Hotel Interconti (Sa 11 -19 Uhr, So 12-18 Uhr)
http://www.weinduesseldorf.de/
.
8.11.2016 Grandi Marchi, Präsentation der Spitzen-Produzenten Italiens
Köln
.
13.11.2016 Stadt Land Wein,  Bio-Weingüter präsentieren ihre Weine
Köln, Rheinloft Frankenwerft 35
http://www.ecovin.de/termine/2016/stadt-land-wein-köln
 .
19.11.2016 2.Ahrweinmesse. Bad Neuenahr, (14 – 19 Uhr)
www.ahrwein-messe.de/
 .

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Weinprobe mit dem Weingut Gebrüder Bertram am 22.01.2016

Erstellt von Dieter am Dienstag 1. März 2016

Produkte aus der Region sind angesagt ! Da konnten wir uns natürlich nicht ausschließen und haben für 2016 als deutsches Jahresthema die Anbaugebiete Ahr und Mittelrhein gewählt. (allerdings wäre diese Entscheidung auch sonst so gefallen denn beide Gebiete waren schon länger nicht mehr unser Jahresthema.)

So starteten wir die erste Probe des Jahres fast vor unserer Haustür mit der Ahr, und dem Weingut Gebrüder Bertram. Es ist 4.8 ha groß, von denen 3,1 ha im Ertrag stehen. Damit gehört es zu den kleineren Newcomer-Weingütern.
2005 wurde das Weingut vom Vater Reinhold auf die beiden Söhne Markus und Christian übertragen.
Danach wurde das Weingut kräftig umstrukturiert. Statt von jeder Lage alle Qualitätsstufen in allen Süßegraden etc. zu offerieren, wurde das Sortiment auf 13 Weine reduziert. Das war etwas zu viel, inzwischen ist die Anzahl wieder auf 17 Weine gestiegen. Das Sortiment besteht aus der Basis-Linie, der Premium-Linie und den Lagenweinen.
Auch an der Ahr hat sich die Nachfrage verändert. Wurde früher fast nur Rotwein gekauft, so wird jetzt in den warmen Monaten verstärkt nach Weißweinen und Roséweinen gefragt. Daher hat das Weingut seinen Rebsorten-Spiegel angepasst. Z.Z. werden 65% Rotweine und 35% Weiß- und Roseweine erzeugt. Bereits 2011 kam der Grauburgunder  als erster Weißwein in den Ertrag, inzwischen sind auch Riesling und Weißburgunder  dazugekommen.
Trotz der knappen Rebflächen an der Ahr konnte das Weingut seine Weinberge erweitern, da der Regierungsbunker stillgelegt worden ist und so Flächen, die z.B. Lüftungseinrichtungen gebraucht worden waren, an Winzer verkauft werden konnten. 2003/4 hat das Weingut dort Gelände erworben. Da aber ersatzweise Ausgleichsflächen für die nun andere Nutzung geschaffen werden mussten, 1,6 ha Wald gerodet und als Weinbergsfläche neu gestaltet werden musste, konnten erst ab 2013 Reben neu gepflanzt werden.

Unser erster Wein war ein 2013’er Riesling aus der Basis-Linie, der mit Rein­zuchthefe im Edelstahl vergoren und dann im Januar des Folgejahres abgefüllt worden war. Er präsentierte sich mit gemäßigtem Alkohol (11%) und war inter­national trocken, hatte aber eine breite Frucht und eine deutliche Säure.

Unser zweiter Wein war ein 2013’er Weissburgunder. Der Ausbau erfolgte hier in Edelstahl und in Holz, wodurch der Wein etwas runder und cremiger wurde. Jahrgangsbedingt besaß er eine leichte Hefe-Note.

Mit zwei Roséweinen setzen wir die Probe fort. Der 2014’er Spätburgunder Blanc de Noir wurde durch ca. 15%igen Saftabzug bei den Rotweinen und bei der ersten Pressung bei den Rosé-Weinen gewonnen. (Die 2. und 3. Pressung geht dann in die Rosé-Weine.)
Der Ausbau erfolgte wieder im Edelstahl ohne Säureabbau. So zeigte er sich fruchtig mit einer kräftigen Säure.
Der vierte Wein, ein 2014’er Spätburgunder Weißherbst, halbtrocken aus der 2. und 3. Pressung war ebenfalls recht frisch und fruchtig, aber vielen missfiel die höhere Restsüße und deshalb wurde Wein schwächer als sein Vorgänger bewertet.

Von nun an probierten wir nur noch Rotweine. Den Anfang machte der 2014’er Spätburgunder halbtrocken aus der Basis-Serie, der nach traditioneller Weise eine Maischegärung bei 14 – 21° und dann 9 Monate Ausbau im Fuderfass (1000 l) erfuhr. Dabei ist ein ordentlicher, etwas kantiger Spätburgunder mit mehr Restsüße herausgekommen. Auch hier störten sich die Verkoster an der etwas dienlichen Süße.

Der 2012’er Pinot Noir stellte dagegen den eher internationalen Ausbau dar. Nach der Maischegärung kamen etwa 10% in 2 bis 3-jährige Barriques. Vor der Füllung hatte der Wein noch eine kleine Dosage an Süßreserve erhalten, um Kanten und Ecken ein wenig zu glätten. Da diese Dosage sehr dezent war und nicht als schmeckbare Restsüße auffiel, wurde er deutlich besser gewertet: ein sauberer, fruchtiger und klarer Spätburgunder mit einem guten Trinkfluss. Sicher haben auch die zwei Jahre mehr Reife zu seiner besseren Bewertung  geholfen.

Aber es ging noch besser. Der 2014’er Spätburgunder „Nova“ hatte eine Maischegärung mit Zugabe von Trockeneis erfahren, was zu einer leichten Mazeration Carbonique und damit zu einem fruchtigeren Wein geführt hat. Neun Monate Ausbau im 3-jährigen Barriques folgten. So bekamen wir einen Wein mit festerem, reifen Tannin, dezentem Holzton und leichter Cassis-Frucht. Das war den Anwesenden fast einen Punkt mehr in der Punktung als bei den Vorgängern wert.

Neben den reinsortigen Spätburgunder-Weinen hat das Weingut auch ein Cuvee im Programm, das 2012’er Cuvee „Fü Pläsir“ (für nicht Rheinländer heißt das „Für Spaß“) Es besteht zu 85% aus Spätburgunder, 10% Regent und 5% Dacapo (eine Neuzüchtung aus Deckrot x Portugieser). Der Anteil an Dacapo gibt dem Wein eine frischere Säure. Nach dem Verschneiden der drei Komponenten lag der Wein noch 17 Monate im Fass. Herausgekommen ist ein fruchtiger, trinkfreudiger Wein, der die Wertung seines Vorgängers nur knapp verfehlte.

Ein Frühburgunder durfte für ein Ahr-Weingut natürlich nicht fehlen. 25 a sind im Anbau. Der 2014’er Dernauer Pfarrberg war nach 14-tägiger Maischegärung in neuen und gebrauchten Barriques ausgebaut worden. Leider hat das Wetter in 2014 den Frühburgunder dann doch negativ beeinflusst. Viel Regen während der Reifezeit mit entsprechender Fäulnis und dazu Schäden durch die Kirschessigfliege, Wespen und Vögel. So blieb für den Winzer nur die Wahl zwischen Skylla und Charybdis, entweder Ertrag einfahren mit grünen, unreifen Trauben, aus den nie mehr ein guter Wein entsteht oder unter deutlichen Ertagseinbußen halbwegs reife und gesunde Trauben zu ernten, um daraus noch einen ordentlichen Wein zu erzeugen. So zeigte der Wein doch noch mehr Holz und ein herbes Tannin und deshalb konnte er nicht an die beiden Vorgänger herankommen.

Mit dem zehnten Wein stiegen wir in das Segment der Topweine ein. Der 2011’er  Spätburgunder „Nova R“ war mit 113 – 117°Oechsle in Beerenauslese-Qualität geerntet worden. Nach der Maischgärung erfolgte ein 17 monatiger Ausbau in 2- und 3-jährigen Barriques. Es wurde dafür Allier-Eiche gewählt, um dem Wein nicht zu harte Holznoten mitzugeben. Der hohe Alkoholgehalt von 15% war recht gut eingebunden und eine frische Säure hielt den Wein schlank. Durch die längere Reife war auch das Tannin weicher geworden, sodass er sich uns als ein toller Wein präsentierte. Die nächsten beiden Weine waren ein Duell der Top-Lagen. Bei einer Flubereinigung war der untere Teil des Dernauer Hardtbergs in Pfarrwingert umbenannt worden. Die beiden Lagen liegen direkt nebeneinander mit Schiefer und Grauwacke als Boden und auch die Bearbeitung der Weinberge ist vergleichbar. Bei etwas höherem Anschnitt werden nach der Blüte die Trauben halbiert und eine eventuell vorhandene Schulter mit entfernt. Dadurch entstehen deutlich lockerbeerigere Trauben, die länger reifen können, da sie nicht so fäulnisempfindlich sind. Nun zu den beiden Weinen:

Der 2012’er Dernauer Hardtberg präsentierte sich als dichter, fruchtiger, viel­schichtiger Spätburgunder mit reifem, festem Tannin. Das gefiel und er wurde noch etwas besser als der „Nova R“ bewertet.

Mit dem 2012’er Dernauer Pfarrwingert ging es dann noch höher in der Qualität, noch dichter und komplexer. Auch wenn sich der Wein noch etwas kantig zeigte, war das der krönende Abschluss des Abends.

Markus Bertram hat uns einen repräsentativen Querschnitt über die Weine des Weinguts gegeben, vom Basis-Brot & Butter-Wein bis zu den Toppweinen aus den beiden Dernauer Spitzenlagen. Dafür möchten wir uns bei ihm herzlich bedanken.

Verfasser: Dieter

2016_01_Gebrüder Bertram Probenergebnis

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Weinprobe Rote Cuvees aus Südafrika am 17.12.2015

Erstellt von Dieter am Dienstag 1. März 2016

Eine Verkostung mit Rotwein-Cuvees aus Südafrika beendete unser diesjähriges Probenprogramm. Diesmal wurde es schwierig, eine nachvollziehbare Reihenfolge für die Weine zu finden, da die Südafrikaner sich bei den Cuvees recht kreativ zeigten und auch an keine Vorgaben der Zusammensetzung gebunden sind, wie z.B. bei französischen oder italienischen Appellationen. Nach einigen Überlegungen ergab sich dann eine Probenfolge die mit Bordeaux-Cuvees (aus Cabernet Sauvignon, Merlot und anderen Bordeaux-Rebsorten begann und sich dann mit den Rhone-Cuvees aus Grenache, Syrah, Mourvedre und anderen Mittelmeer-Rebsorten fortsetzte.

Den Anfang machte das 2009’er Cabernet Sauvignon-Merlot Cuvee vom Weingut Dornier aus Stellenbosch. Es war ein ordentlicher, sauberer Wein, der eine weiche, aber auch etwas breitere Frucht hatte und bereits eine leichte Reife zeigte.

Mit dem 2012  Warwick Estate, „First Lady“ folgte eine ungewöhnliche Rebsorten-Kombination aus Cabernet Sauvignon und Petit Verdot. Der Wein hatte eine kühlere Frucht und war aufgrund seiner Jugend noch sehr hart im Tannin. An der Luft wurde er dann weicher, aber das reichte nicht, ihm eine bessere Bewertung zu verschaffen. So wurde er das „Kellerkind“ der Probe.

Die Nummer 3, der 2009’er Klein Constantia „Marlbrock“ war dann von der Zusammensetzung mit Cabernet Sauvignon, Malbec, Merlot und Petit Verdot schon eher ein Bordeaux-Cuvee  Der Wein präsentierte sich recht dichte, mit festem Tannin und leichter Reife.

Auch der 2009’er Stony Brook „The Max“ war ein gewohntes Bordeaux-Cuvee aus Cabernet Sauvignon und Merlot mit kleinen Anteilen von Petit Verdot und Malbec. Insgesamt zeichnete sich dieser Wein durch eine festere, straffere Struktur aus und wurde deshalb einen halben Punkt höher bewertet.

Der 2005’er Grangehurst Cabernet Sauvignon-Merlot lag auf einem leicht höheren Niveau, der Wein war aber trotz 4 Jahren mehr Reife noch immer etwas kantig. Zusätzlich hatte er eine leichte Bretanomyces-Note (Geruch nach Pferdeschweiß oder Pferdesattel)

In fast gleicher Güte zeigte sich der 2012’er Nitida, „Caligraphy“, ein Merlot-geprägter Wein mit Anteilen an Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Petit Verdot. Aufgrund seiner Jugend war er noch kantig, aber der hohe Merlot-Anteil hatte ihn auch schon etwas weicher und umgänglicher gemacht.

Der letzte Wein der Bordeaux-Cuvees war dann der 2011’er Beau Constantia „Aidan“, ein Cuvee aus Malbec, Merlot, Petit Verdot und Cabernet Sauvignon, der sich dicht und mit fester Struktur präsentierte. Für einen 2011’er Wein war er schon recht reif und zugänglich Das bescherte ihm die beste Bewertung der Bordeaux-Cuvees.

Der 2013’er Van Loveren Cabernet-Shiraz „Blackberry“ brachte dann den Übergang zu den Rhone-Cuvees. Leider hatten wir hier einen Wein vor uns mit grünem, adstringierendem Tannin und Holznoten, die von einer Aromatisierung im Stahltank mit Holzlatten (Stave-Verfahren) stammten. Es war mehr oder weniger nur ein  einfacher „Reparatur- oder Übergangswein“

Das erste echte Rhone-Cuvee, der 2011’er Shiraz-Mourvedre-Viognier aus der Serie „Vineyard Selection“ vom Weingut Kleine Zalze wusste dann deutlich besser zu gefallen.

Es folgte der 2013’er Eikendal „Charisma“, ein recht exotisches Cuvee aus Syrah, Petit Verdot und Sangiovese. Durch seine Jugend war der Wein noch sehr herb und adstringierend und strahlte trotz seines Namens nicht viel Charisma aus.

Mit dem 2010’er Guardian Peak „SGM“ hatten wir wieder ein typisches Rhone-Cuvee vor uns. Wie der Name SGM schon andeutet, besteht das Cuvee aus Syrah, Grenache und Mourvedre. Es wirkte noch etwas kantig, besaß aber eine dichtere Struktur und war in sich sehr stimmig. Wenn nicht noch ein letzter Wein in der Probe gefolgt wäre, hätten wir den bestbewerteten Wein des Abends gehabt.

So musste dieser Wein sich knapp dem 2011’er Radford Dale „Black Rock“ geschlagen geben, der ebenfalls ein typisches Südfrankreich-Cuvee war, diesmal aus Carignan, Cinsault, Mourvedre und Syrah. Er war recht weich und rund, aber auch etwas gefällig und „weichgespült“. Im Hintergrund war eine Spur Bretanomyces zu erkennen, was für viele Weingüter in Südafrika noch immer charakteristisch ist. So wurde der Wein mit seiner weichen, süßen Art zum besten Wein des Abends gekürt. Dass die Einzelwertungen stärker voneinander abwichen als beim Vorgänger, zeigte allerdings dass er nicht für alle der beste Wein war. .

Im Verlauf dieser Probe hatten wir nur eine kleine Auswahl an Rotwein-Cuvees verkosten können, die uns nach den Weißweinen und den reinsortigen Rotweinen hoffentlich einen kleinen Einblick in die Vielfalt der südafrikanischen Weine gegeben haben.

Verfasser : Dieter

 

Angaben zu den Weingütern:
(die Angaben zur Weingutsgröße und –Produktion sind bereits etwas älter und können daher schon überholt sein)

1.         Dornier Wines aus dem Anbaugebiet Stellenbosch wurde 2002 gegründet von Christoph Dornier (als Maler ein musisch veranlagter Abkömmling aus der eher technisch geprägten Flugzeugbauer-Dynastie Dornier). Die Produktion beträgt ca. 120.000 Flaschen, 85% Rotweine, 15% Weißweine. Die Reben stehen auf stark verwittertem den roten und gelben Granit, Tukulu (gelb) und Oakleaf (rot) Böden. in einer Höhe von 100 bis 200 Meter über dem Meeresspiegel.

2.         Warwick Estate, 1964 gegründet. Besitzer ist die Fam. Ratcliff. Das Gut verfügt über eine Anbaufläche von 56 Hektar und produziert ca. 145.000 Flaschen, 85% Rotweine, 15% Weißweine

3.         Klein Constantia, aus dem Anbaugebiet Constantia wurde 1823 gegründet. Eigentümer sind seit 1980 Fuggie & Lowell Jooste. Auf ca. 150 ha werden etwa  480.000  produziert. Klein Constantia liegt auf einer schmalen Halbinsel, die in den südatlantischen Ozean hineinragt, lediglich ca. 20 km von Kapstadt entfernt. Die Reben stehen auf Granitverwitterungsgestein

4.         Stony Brook aus dem Anbaugebiet Franchhoek wurde 1995 gegründet. Die Besitzer sind Nigel und Joy McNaught. Es werden ca. 66.000 Flaschen, 60% Rotweine, 40% Weißweine produziert

5.         Das Weingut Grangehurst aus dem Anbaugebiet Stellenbosch wurde 1992 gegründet. Der Eigentümer ist Jeremy Walker Es werden auf 13 ha ca. 42.000 Flaschen, zu 100% Rotweine produziert

6.         Das Weingut Nitida aus dem Anbaugebiet Durbanville wurde 1992 von der Familie Veller gegründet- Auf 15 ha werden etwas 80.0000 Flaschen,  45% Rotweine 55% Weißweine produziert.

7.         Das Weingut Beau Constantia aus dem Anbaugebiet Constantia wurde 2002 gegründet. Das Gut ist 22 ha groß, von denen 11,5 ha mit Reben bepflanzt sind. Höhe etwas 350 m über dem Meeresspiegel. Besitzer sind Pierre und Cecily Du Preez

8.         Van Loveren, Das Weingut aus dem Anbaugebiet Robertson im Breedetal wurde 1937 als Teil einer größeren Farm gegründet. 1963 wurde ein neuer Keller gebaut, bis 1980 wurde der Wein komplett lose verkauft. Auf 220 ha wird Wein angebaut. Alter der Reben: 10 Jahre , Böden: Sandstein; Karoo, Erziehungssystem: Drahtrahmen, Tröpfchenbewässerung

9.         Weingut Kleine Zalze aus dem Anbaugebiet Stellenbosch. Das Gut wurde schon 1695 gegründet, aber erst seit 1997 wird auf ca. 100 ha Wein produziert. Zusätzlich zum Weingut wird auch noch ein Ferien-Ressort mit Hotel, Ferienwohnungen und Golfplatz betrieben.

10.      Weingut Eikendal aus dem Anbaugebiet Stellenbosch  Das Gut wurde 1981 gegründet und produziert auf 65 ha ca. 420.000 Flaschen, 65% Rotweine 35% Weißweine
Die Weinberge liegen ca. 170m über dem Meeresspiegel. Die Böden bestehen aus „Koffieklip“ Boden mit einer 1 m dicken Tonschicht. Die Reben sind zwischen 10 -12 Jahre alt und werden bewässert

11.      Weingut Guardian Peak aus dem Anbaugebiet Stellenbosch. Das Gut wurde 1998 gegründet und produziert ca. 420.000 Flaschen  zu 100% Rotwein.
Guardian Peak ist eine 1998 vom Weingut Rust en Vrede geschaffene Weinlinie

12.      Winery of Good Hope mit der Produktlinie Radford Dale aus dem Anbaugebiet Swartland wurde 1998 gegründet Die Trauben stammen von alten „bushvine“-Weinbergen auf Granitformationen verstreut in Swartland. Hier wachsen die Reben ohne Stützen o.ä. über den Boden. Die Cinsault und Carignan Reben sind ca. 40 Jahre alt, die Syrah Reben durchschnittlich etwa 20 Jahre.

2015_12_Probenergebnis_Rotweincuvees aus Südafrika

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Weinprobe „Natural Wines“ mit Surk-ki Schrade am 19.11.2015

Erstellt von Dieter am Dienstag 1. März 2016

In der Weinwelt tauschen stets neue Trends auf, so z.B. das Thema „Natural Wines“ (Natur Weine, Vin Nature).
Da in vielen Spitzenrestaurants einige dieser Weine auf der Karte stehen, müssen sie auch eine entsprechende Qualität haben, um dort gelistet zu werden.
Wie bei vielen neuen Trends ist die Bezeichnung „Natural Wines nicht allgemein definiert. Im eigentlichen Sinne sind es Weine die ohne Zusatz von erlaubten  Hilfsstoffen wie Schönungsmitteln, Reinzuchthefen, Schwefel-(dioxid)-Zusatz etc. hergestellt werden. Schwefel-(dioxid)-freie Weine haben natürlich für Menschen mit einer Schwefeldioxid-Unverträglichkeit den Vorteil, dass sie wieder Wein trinken können.
Für die Herstellung wird normalerweise keine hochtechnisierte Kellerausrüstung verwendet, da die Winzer der Meinung sind, dass die Weine ohne äußere Eingriffe ihren Weg finden.

Schon länger gibt es Weine, die unter deutlichen Einschränkungen hergestellt werden, wie z.B. koschere Weine, aber Bio-Weine nach den Demeter-Vorgaben. Andere damit verknüpfte Trends sind Orange-Weine, bei denen Weißweine längere Zeit beispielsweise in Amphoren auf der Maische vergoren werden und dadurch eine dunkelgelbe bis bräunliche Farbe annehmen. Eine weiterer Trend sind vegane Weine, die nur rein pflanzliche Bestandteile haben dürfen, einschließlich des vegan verklebten Etiketts. Das hat dann aber nichts mehr mit dem Wein zu tun hat sondern ist nur noch ideologisch bedingt.

Um für uns etwas Licht in das Dunkel zu bringen, haben wir uns eine Probe zum Thema „Natural Wines“ vorgenommen.
Dazu konnten wir Surk-ki Schrade als Referentin gewinnen, die sich schon länger mit diesem Thema befasst hat und in Köln auch einen kleinen Laden mit „Vins nature“, vor allem aus Frankreich, betreibt.
Und so lag unser Focus auf französischen „Natural Wines“. Die meisten dieser Weine haben ein deutlich anderes Geschmacksbild und bestehen oft nicht aus den vorgeschriebenen Rebsorten der Appellationen. Deshalb werden sie nur als „Landweine“, (Vin de France) vertrieben.

Den Anfang der Verkostung machten zwei reinsortige Weißweine.

Der 2014’er Sauvignon blanc „Chasse aux Pappilons“ vom Weingut Jerome Jouret besaß für einen Sauvignon blanc eine etwas adstringierender Herbe und recht verhaltene Frucht, war aber für diese Weinart noch relativ fruchtig. Die Einzelwertungen streuten von 10 bis zu 15 Punkten. Das Weingut liegt an der oberen Ardeche in der Höhe von Montelimar

Der 2014’er Viognier „Les Fleurs Sauvages“ vom gleichen Weingut war ebenfalls recht verhalten und wenig fruchtig, was aber für einen Viognier normal ist. Neben der leicht adstringierenden Herbe zeichneten diesen Wein ein Hauch Holz und leicht oxidierte Noten aus. Insgesamt wurde er besser als der Sauvignon blanc bewertet.

Der dritte Weißwein, der 2014’er „Vin nu blanc“ vom Weingut Les deux Terres, ebenfalls im Ardeche-Gebiet gelegen, war ein Cuvee aus Ugni blanc und Chardonnay und hatte eine stärkerer Maischegärung durchlaufen. Demtsprechend zeigte der Wein mehr Herbe und war wenig fruchtig. Die Wertung lag deutlich unter den beiden vorherigen Weinen.

Unser vierter Wein, ein 2014’er Aramon, „La Prairie“ vom Weingut La Banjouliere, kam aus dem Languedoc. Hier hatten wir einen extremeren Naturwein. Für einen Rotwein war sehr hell in der Farbe – eher wie ein heller Rose – und da er nicht filtriert worden war recht trüb. Im Geschmack war er herb adstringierend und etwas säuerlich. Lag das an der Machart oder auch an der Rebsorte Aramon, die als minderwertig verschrien ist ? Kaum einer konnte mit diesem Wein etwas anfangen und so wurde es der Wein mit der niedrigsten Bewertung des Abends. Die Einzelwertungen reichten von fehlerhaft mit 7 Punkten bis zu befriedigend mit 14 Punkten.

Dann aber ging es aber für die Verkoster wieder aufwärts, denn wir kamen zu den Rotweinen. Hier sind Tannine von einer Maischegärung normal und das Geschmacksbild entsprach eher den gewohnten Weinen

Wir setzen die Probe mit dem 2013’er „Cacous“, einem Cuvee aus 70% Grenache und 30% Syrah vom Weingut Mouressipe aus dem nördlichen Languedoc fort. „. Herbes Tannin und eine breitere Frucht zeichneten ihn aus, aber an der Luft konnte sich der Wein positiv entwickeln und wurde weicher und runder. Das schlug sich auch in einer besseren Bewertung nieder und die Einzelwertungen differierten nicht mehr so deutlich

Es folgte der 2011 Grenache, „Cuvee Briande“ der Domaine Le Mazel aus dem Ardeche-Gebiet. Für einen ewtas älteren Grenache war der Wein noch recht kantig und zeigte neben herbem Tannin auch mehr Säure. Die gewohnten pflaumigen Noten waren sehr schwach ausgeprägt. In der Wertung konnte dieser Wein seinen Vorgänger nicht ganz erreichen.
Es ging zurück in das Languedoc mit dem 2013’er „Sauve de la Citerne“ von der der Domaine Mas Coutelou, einem Cuvee aus 70% Mourvedre und 30% Syrah, Durch den hohen Anteil an Mourvedre und aufgrund seiner Jugend präsentierte sich dieser Wein noch recht herb und kantig, entsprach aber eher den Vorstellungen der Verkoster und wurde daher besser bewertet als seine Vorgänger.

Dann folgte wieder ein Sprung in das Ardeche-Gebiet mit dem 2012’er Cabernet Sauvignon, „Vent d’Ouest“ von Les Vigneaux. Durch die Mazeration Carbonique war der Wein sehr kirsch-fruchtig, aber immer noch etwas krautig und sehr kantig durch sein herb adstringierendes Tannin. Dennoch wurde er nur wenig schlechter als sein Vorgänger bewertet.

Zu einer Probe mit Weinen aus dem Languedoc gehören natürlich auch Weine aus der Carignan-Traube. In den Vorgaben für die Cuvees der Appelationen ist der Carignan als früherer Massenträger stark reduziert und durch „Qualitätsrebsorten wie Syrah, Grenache und Mourvedre ersetzt worden, aber bei Ertragsbegrenzung und vor allem wenn er von alten Reben kommt zeigt er Struktur und Charakter.

So probierten wir zuerst den 2013’er Carignan „Avanti Popolo“ vom Weingut

Le Temps de Cerises. Er war zwar recht kirschfruchtig, wusste aber doch nicht so recht zu gefallen, da ihm etwas Länge und Dichte fehlten und leicht krautige Noten störten. Der 2013’er Carignan, „La pointe“, vom Weingut La Banjouliere dagegen gefiel deutlich besser. Er hatte keine Ähnlichkeit mit dem am Anfang verkosteten Aramon von gleichen Weingut, denn er besaß eine gute, klare Frucht und deutlich mehr Struktur als der Carignan davor.

Zum Abschluss der Probe wurden die Weine deutlich konventioneller und entsprachen mehr dem gewohnten Geschmacksbild.

Der 2013’er Merlot „Silene“ vom Weingut Les deux Terres besaß eine recht dichte, klare Frucht und gute Struktur. Auch er kam aus dem Gebiet der Ardeche, war aber deutlich gefälliger als die anderen Weine. Damit wurde er zum zweitbeste Wein des Abends gekürt.

Den Abschluss unserer Probe macht der 2011’er Clos Fantin „Tradition“ vom gleichnamigen Weingut. Es war ein Cuvee aus Mourvedre, Carignan und Grenache und der einzige Wein, der die Einstufung als AOP-Wein hatte. Er zeigte noch ein festes, härteres Tannin, hatte aber eine dichte, weiche Frucht. Insgesamt präsentierte er sich deutlich konventioneller und wurde daher nicht unerwartet mit Abstand der beste Wein des Abends.

Damit endete eine Verkostung mit Weinen, die fast alle ein ganz anderes, ungewohntes Geschmacksbild hatten. Die Weine aus dem Gebiet der Ardeche waren insgesamt etwas extremer, kantiger und ruppiger als die aus dem Languedoc, was sicher dem etwas raueren, kühleren Klima geschuldet ist.
Im Laufe des Abends stiegen die Bewertungen für die Weine. Hier stellt sich die Frage, lag das daran, dass sich alle in den ungewohnten Weinstil eingetrunken hatten oder waren die letzten Weine deutlich konventioneller und daher gewohnter im Geschmack ?

Egal, was der Grund dafür ist, es war ein interessanter Abend, der unseren Horizont erweitert und uns in eine andere Weinwelt geführt hat. Es hat (fast) nicht wehgetan.

Dafür möchten wir unserer Referentin Surk-ki Schrade danken, die das Sortiment für uns zusammengestellt und die Probe sehr eloquent moderiert hat.

Verfasser: Dieter

2015_11_Probenergebnis_Natural Wines

 

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