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Herzlich Willkommen auf unserer Website

Erstellt von webmaster am Montag 29. Dezember 2008

Die Ziele der Bruderschaft

  • Vermehrung des Wissens um den Wein
  • Pflege und Förderung der Weinkultur
  • Eintreten für die Ehrlichkeit und Sauberkeit des Weins
  • Mittler zwischen Produzent und Konsument
  • Einsatz für den deutschen Wein in den angrenzenden Ländern
  • Pflege der freundschaftlichen Beziehungen zu anderen Weinbruderschaften

Schnupperangebot für Weinfreunde

Sollten Sie mehr über uns wissen wollen, dann haben Sie die Möglichkeit, bei einer unserer nächsten Veranstaltungen einen der „3 Schnupperplätze für Nichtmitglieder“ (Kostenbeitrag: 24 Euro) zu belegen. Unser Angebot richtet sich an alle Damen und Herren über 18 Jahre. Anmeldungen bitte über unser Kontaktformular auf der Seite „Kontakt„. Bitte nennen Sie uns Ihren Namen, wie wir Sie erreichen können und die Veranstaltung (ausgenommen Sonderveranstaltungen) an der Sie teilnehmen wollen. Wir freuen uns auf Sie.

Unsere Website

Unsere neue Website ist intuitiver und interaktiver. Sie können sich zukünftig wieder in unser Gästebuch eintragen und darüberhinaus jeden Probenbericht kommentieren.  Hierfür finden Sie unter jedem Artikel ein Formular.

Auf der rechten Seite finden Sie unseren Terminkalender mit allen anstehenden Veranstaltungen der Weinbruderschaft. Klicken Sie auf einen Termin, erhalten Sie mehr Informationen. Über die linken Seite finden Sie Zugriff auf alle aktuellen und älteren Probenberichte, aktuelle Kommentierungen sowie eine Suchfunktion.

Daneben erfahren Sie auf den unterschiedlichen Seiten mehr über uns, die Aktivitäten der letzten Jahre und das Thema Wein im Internet. Natürlich steht der Mitgliederbereich nur den Mitgliedern unseres Freundeskreis zur Verfügung.

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Weinprobe mit dem Bio-Weingut Maibachfarm, Ahrweiler am 17.11.2016

Erstellt von Dieter am Dienstag 6. Dezember 2016

Zum Abschluss unseres diesjährigen Ahrprogramms konnten wir Alexander Weber vom Weingut Maibachfarm begrüßen. Das Weingut wurde 1998 als biologisch arbeitender Betrieb gegründet. In der Anfangsphase wurden im gesamten Ahrtal Flächen zusammengekauft, sehr viel Geld in einen neuen Keller für die Traubenverarbeitung und in einen Barrique-Keller investiert.
2002 gab es dann den ersten Wein. Alles was bio und gut war, wurde gemacht, so z.B. Ziegenkäse aus eigener Käserei, denn neben dem Weingut wurde auch noch eine biologisch arbeitende Landwirtschaft betrieben.
2009 kam dann der große Knall, der Gutsverwalter wurde wegen Veruntreuung entlassen und kam vor Gericht, 2012 erfolgte seine Verurteilung. In dem darauffolgenden Chaos wurde ein neuer Verwalter eingestellt, der aber auch nicht lang blieb und dann kam letztendlich 2013 Alexander Weber als Verwalter und Kellermeister. Er hatte seit Kindheit Kontakt zum Weinbau, da er aus einer Winzerfamilie, die an die Genossenschaft abliefert, kommt. Nach dem Abitur absolvierte er ein Praktikum beim Weingut Meyer Näkel und begann dann ein Studium in Geisenheim. Noch vor dem Abschluss bekam er das Angebot, Betriebsleiter und Kellermeister beim Weingut Maibachfarm zu werden. (Trotz  Doppelbelastung hat er auch sein Studium ordnungsgemäß abgeschlossen.)
Nach dem großen Knall musste das Weingut auf sinnvolle Teile reduziert werden, um wieder rentabel zu arbeiten. Die Käserei wurde eingestellt, das Weingut von ca. 15 ha auf 9,5 ha verkleinert. Dabei konzentrierte man sich auf die rentabler zu bewirtschaftenden Weinberge, die immer noch weit verstreut zwischen Dernau und Heimersheim liegen Auch die Vielfalt der einzelnen Weinetiketten wurde reduziert. Es gibt inzwischen drei Qualitätsstufen, die Gutsweine (Ausbau im Fuder- oder Stückfass), die Ortsweine in denen die kleinen, besseren Lagen aus Ahrweiler verarbeitet sind (sie kommen für ca. 10 Monate in Barriques in Zweit- und Drittbelegung) und dann die Lagenweine, die für 12 – 13 Monte im neuen Holz ausgebaut werden.
Die Flaschenabfüllung erfolgt durch einen Lohnabfüller. In der Landwirtschaft sind 5 Personen fest angestellt, im Weinbau 2 Personen sowie bis zu 8 Zeitarbeiter aus Polen.
Die Kunden sind fast nur Endverbraucher, daneben gibt es noch etwas Fachhandel. Zur Vermarktung stehen neben dem Verkauf in der Maibachfarm noch ein Ladengeschäft in Ahrweiler und der Online-Shop zu Verfügung. Seit drei Jahren ist das Weingut auch auf der Prowein vertreten.

Für unsere Probe begannen wir mit den Weißweinen, Wie bei den anderen Ahr-Weingütern sind auch hier Weißweine in der Sommerzeit sehr gefragt.

Das 2015er Cuvee Blanc, aus Müller-Thurgau, Riesling und Grauburgunder bewies sich als ordentlicher, sauberer und fruchtiger Schoppenwein.
Dann folgte der 2015’er Grauburgunder, der zu einem Drittel im gebrauchten Barriques und zu zwei Drittel im Edelstahl ausgebaut worden war. Ein gut strukturierter, fruchtiger Grauburgunder mit einer zarten Herbe.
Als letzter Weißwein probierten wir das 2015’er Ahrweiler Grauburgunder und Chardonnay-Cuvée. Der Chardonnay war erst 2012 gepflanzt worden und konnte 2015 zum ersten Mal geerntet werden. Da er in das Segment der Ortsweine eingereiht ist, wurde er auch im neuen Barrique ausgebaut. Er zeigt eine kräftige Frucht und trotz der neuen Barriques nur ein dezentes Holz.
Die beiden letzten Weine waren bereits im Mai ausverkauft.

Mit den Rotweinen ging es weiter. Auch hier gibt es ein Cuvee, in dem die Nicht-Burgundersorten Dornfelder, Regent und Portugieser mit Spätburgunder verschnitten sind.
Das 2014‘ er Cuvee Rot zeigt eigentlich schöne Rotweinnoten und ein würziges Bukett, aber in der Frucht und im Tannin konnte das Cuvee den Jahrgang 2014 nicht kaschieren: ein etwas kantiger Wein mit krautigen Noten und einem unreifen, grünen Tannin, was vielleicht auch dem Regent-Anteil geschuldet ist.
Der nachfolgende  2014’er Frühburgunder demonstrierte, dass der Jahrgang speziell bei dieser frühreifen Rebsorte sehr schwierig war. Auf der einen Seite Fäulnisprobleme, auf der anderen Seite unreife, etwas grüne Tannine, das schlug natürlich auch auf den Wein durch. (fast alle Frühburgunder an der Ahr hatten in diesem Jahrgang das gleiche Problem, was wir auch bei anderen Erzeugern feststellen konnten)
Die wahre Qualität konnte dagegen der 2013’er Frühburgunder beweisen. Ein sauberer, runder, saftiger Wein mit weichem, reifem Tannin, so wie ein Frühburgunder sein sollte. Die Bewertung fiel auch deutliche 1,25 Punkte höher aus.
Es folgten die Spätburgunder.
Der 2014’er Spätburgunder konnte natürlich das Jahr auch nicht verheimlichen, aber durch die spätere Reife der Spätburgunder-Trauben blieben hier die negativen Auswirkungen viel geringer als beim Frühburgunder. Auch wenn der Wein etwas kantig war und eine Spur grüne, stumpfere Tannine zeigte, war er insgesamt doch deutlich klarer als der Frühburgunder. Entsprechend war auch unsere Wertung deutlich höher. Ausgebaut wurde er für 9 Monate im gebrauchten Holz (4-6 Jahre alt), Stückfass bzw. Fuderfass. Um die Frucht zu unterstützen, hat man dem Spätburgunder einen etwas höheren Restzucker gelassen.
Wir kamen dann zu den Ortweinen die als Lagencuvees aus den steilen bis hängigen Lagen Ahrweiler Rosenthal, Forstberg, Daubhaus und Silberberg stammen. Hier dominieren Lehm, Löß und Sand die Böden. Der Ausbau erfolgte für 10 Monate in Barriques in 2-3. Belegung.
Der 2013’er Ahrweiler Spätburgunder konnte aufgrund der gesunden Trauben nach leichter Kühlung vergoren werden und es entstand ein fruchtiger, eleganter Spätburgunder mit feiner Säure und zartem Holz.
Da das Lesegut beim 2014’er Ahrweiler Spätburgunder nicht so gesund war wie 2013, musste dagegen wärmer vergoren werden, um die Entstehung flüchtige Säure zu vermeiden. Auch hier hatten wir einen dichten, vollen Spätburgunder, der erstaunlicherweise etwas höher bewertet wurde als der 2013‘er.
Und weiter ging es mit der Kategorie der Lagenweine. Die Walporzheimer Lagen Alte Domlay, Pfaffenberg und Domlay werden zu den Walporzheimer Terrassen zusammengefasst. Nach 10 -15% Saftabzug werden die Trauben für 5 Tage kaltmazeriert und dann 7 -11 Tage  bei 31-32°C vergoren. Der Ausbau erfolgt für 12 -13 Monate in neuen Barrique, abgefüllt wird ohne Filtration.
Der 2014’er Spätburgunder „Terrassen“ präsentierte sich dicht und fruchtig, aber auch jahrgangsbedingt noch etwas kantig mit härterem Tannin. Im Vergleich zu den Guts- und Ortsweinen war hier die Qualität für einen 2014‘er Spätburgunder erstaunlich hoch.
Der 2013’er Spätburgunder „Terrassen“ zeigte dann, was diese Lagen können, wenn der Jahrgang mitspielt: Ein dichter, fast etwas fülliger, weicher Spätburgunder mit einem festeren Tannin. Das wäre der beste Wein des Abends geworden, wenn, ja wenn nicht noch der 2014’er Ahrweiler Silberberg gekommen wäre. Das war die beste Selektion aus dem Problemjahrgang 2014: ein dichter runder, vielschichtiger Wein, noch etwas kantig und ungeschliffen, aber er präsentierte sich so wie ein Spätburgunder sein soll. Daher wurde er unangefochten der höchstbewertete Wein des Abends. (und wir waren mit dieser Bewertung nicht allein, denn bei der AWC Vinenna 2015 war er der drittbeste Spätburgunder !)
Damit ging ein interessanter Probenabend zu Ende. Unser Referent Alexander Weber hat uns demonstriert, dass die ungeordnete Periode der Maibachfarm glücklicherweise vorbei ist und es nun wieder stetig aufwärts gehen sollte .
Als biologisch arbeitendes Weingut hat es die Maibachfarm in 2014 natürlich besonders schwer gehabt, reife und gesunde Trauben zu ernten. Mit viel Aufwand und Mühe wurde das Beste aus dem Jahrgang herausgeholt, was möglich war und die 2013’er bzw. 2015’er Wein zeigten, wozu das Weingut in der Lage ist, wenn das Wetter mitspielt.

Für die Präsentation möchten wir uns ganz herzlich bei Alexander Weber bedanken.

Verfasser: Dieter

2016_11 Bio-Weingut Maibachfarm: Auswertung

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Weinprobe Kampanien und Kalabrien am 27.10.2016

Erstellt von Dieter am Donnerstag 1. Dezember 2016

Als bei der Festlegung des Probenprogramms für 2016 Süditalien beschlossen wurde, meldete sich der Chronist und Probenverantwortliche leichtsinnigerweise für das Gebiet Kalabrien.
Ein erstes Suchen nach kalabrischen Weinen bei Fachhändlern in Köln war ernüchternd.
Da war nicht viel. Auch im Internet wurde er nicht wirklich fündig, um eine interessante Probe mit 12 Weinen bei limitiertem Budget zusammenstellen zu können.
So wurde auf Antrag beschlossen, eine Probe mit Weißweinen aus Kampanien, die der Chronist noch sehr positiv in Erinnerung hatte, und Rotweinen aus Kalabrien zusammen zustellen. Dabei blieb dann leider der berühmteste kampanische Wein, der überragende Rotwein Taurasi außen vor.
Weißweine aus Kampanien
Bereits im antiken Rom wurde Kampanien für seine feinen Weine geschätzt und mit viel Lob bedacht. In der am Tyrrhenischen Meer rund um die Hafenstadt Neapel gelegenen Region gedeihen die Reben in mediterranem Klima auf Vulkan und Schwemmlandböden bestens. Kampanien profitiert vom reichen Erbe an einheimischen (=autochthonen) Rebsorten. Südlich von Neapel liegt die Lacryma Christi DOC (Anm.: wir verzichteten darauf, einen Wein davon in die Probe zu nehmen). Weiter nordöstlich wird rund um Avellino aus der Fiano-Traube der beste Weißwein Kampaniens gekeltert. Und von etwas weiter nördlich kommt sein Rivale Greco di Tufo (Quelle: superiore.de)
Außerdem wurde die dritte bekannte Weißweinsorte Falanghina vorgestellt, aus der in der Antike der bekannte Falerner gekeltert worden sein soll.
Die Rebfläche soll ca. 30.000 ha umfassen bei einer Gesamtproduktion von 183 Mio. Litern, davon 77,6 Mio. Liter Weißwein. Die Anbaufläche stellt ca. 4,1% der gesamten Rebfläche Italiens dar. Kritische Anmerkungen zu den Rebflächenangaben s.u. unter Kalabrien.
Wir haben uns auf zwei Weingüter konzentriert:
1.         Mastroberardino
Ohne den Einsatz der Familie Mastroberardino wären wahrscheinlich viele der alten Rebsorten Kampaniens nach dem 2.Weltkrieg ausgestorben. Durch ihren außergewöhnlichen Einsatz für Forschung und Anbau lebten z.B. die Rebsorten Fiano, Greco und Falanghina, die wir heute probieren konnten, wieder auf. Das Gut gilt als Bewahrer der Biodiversität.
Das in Atripalda (Irpinien) nahe der Provinzstadt Avellino gelegene, 1878 gegründete Weingut verfügt über 200 ha Rebfläche und füllt 2 Mio. Flaschen jährlich ab. Mittlerweile liegt die Zentrale de Weinhauses im Park Radici Resort di Mirabella auf 400 m Höhe, wo auch die Forschungslabors angesiedelt sind, außerdem ein Wellnesscenter, ein Golf Club und die größte zusammenhängende Rebfläche Irpiniens.
2.         Terre Stregate
Die Azienda Terre Stregate der Familie Iacobucci liegt in der malerisch im Telsina-Tal gelegenen Gemeinde Guardia Sanframondi, Provinz Bennevento (früheres Herzogtum der Langobarden, nach denen die Lombardei benannt ist) im Anbaugebiet Sannio, dessen alter Name Samnium ist. Rom führte 3 Kriege gegen die Samniten, die griechischer Herkunft sein sollen. Sie sollen Nachfahren den Sabbiner sein, die durch den „Raub der Sabbinerinnen“ den meisten Lateinschülern bekannt sein sollten. Wir sind also auch hier auf historischem Gebiet.
Schon der Urgroßvater des heutigen Besitzers hat auf seinem Landwirtschaftsbetrieb Wein erzeugt. Später konzentrierte man sich ganz auf die Olivenölherstellung. Erst 2004 wurde die Produktion von Qualitätsweinen von Weinbergen an den Hängen der Monti del Malese wiederaufgenommen. Bei den Weißweinen widmet man sich besonders der Falanghina-Traube, die in den vergangenen 80 Jahren in Benevent eine Große Blütezeit erlebt hat.
Die Rebfläche umfasst 20 ha bei einer Produktion von 50.000 Flaschen.
Rebsorten der Weißweine Kampaniens.
Falanghina
Falanghina ist eine Weißweinsorte, die wahrscheinlich griechischen Ursprungs ist. Sie verdankt ihren Namen dem antiken Weinbausystem „phalange“ (lat.) , d.h. an den Pfahl gebunden. Ein Synonym ist heute noch „Falerno“ (s.o. Falerner). Durch moderne Kellertechnik ist es heute möglich, die süßsäuerlichen Töne des Fruchtfleisches besser zu erhalten. Sie ist u.a. in den DOC/DOP-Gebieten Sannio und auch Capri vertreten.
Fiano
Fiano ist eine sehr alte autochthone Rebsorte, Sie wurde schon von den Römern kultiviert, die sie wegen ihrer Großen Anziehungskraft auf Bienen (lat. Apis) auch Vitis apiana nannten.
Sie erbringt aromatische, würzige Weißweine mit einem Honig- und Nussbouquet und sind lange lagerfähig. Aus der Rebsorte werden z.B. der DOC/DOP Wein Sannio und der DOCG Wein Fiano die Avellino hergestellt, die wir beide vorstellen.
Greco (Bianco)
Die Greco-Traube zählt ebenfalls zu den autochthonen süditalienischen Rebsorten. Auch sie wurde schon von den Römern kultiviert. Der Name Greco weist wider auf griechischen Ursprung hin. Aus ihr werden unter anderem die unten vorgestellten Weine Greco di Tufo DOCG und und der Greco del Sannio DOP hergestellt.
Alle Weißweine haben wir von superiore.de bezogen.
Der Alkoholgehalt aller Wein liegt bei 13 Vol.-%. bis auf No. 1, der 13,5 Vol.-% aufweist.
Säure und Restzuckerwerte lagen uns nur für 2 Weine vor.

Wein No.1:   „Morabianca“ Falanghina Irpina DOC 2015,  Mastoberardino
Der Wein wurde aus 100% Falanghina gekeltert und im Edelstahl ausgebaut
Superiore.de: Schöne Blumigkeit und ein Duft von Ananas und Pfirsich, Salbei und Thymian, leicht mineralisch. Der Name Irpina weist auf das Erzeugungsgebiet hin.
Nicht alle Probanden konnten diese Beschreibung nachvollziehen, wie die Wertungen zwischen 12,5 und 14,5 Punkten, also 2 Punkte Unterschied, bei einem Durchschnitt von 13,45  Punkten zeigte.
Morabianca 2014  erreichte im Gambero Rosso immerhin 2 Gläser und wurde von Parker u.a. zw. 88 und 92 Punkten ( also 16,0 –17,3 Punkte im 100er Schema) bewertet, eine Wertung, die wir nicht annähernd nachvollziehen konnten.
Die starke Differenz zwischen schlechtester und bester Bewertung zog sich durch die ganze Probe, ebenso wie wir die hohen Wertungen der Weinführer nie erreichten.

Wein No. 2:    „Svelato“ Falanghina del Sannio DOP 2014,  Terre Stregate
100% Falanghina, 6 Monate in Edelstahl ausgebaut.
Superiore.de: Goldgelber Falanghina mit grünlich schimmernden Reflexen und angenehm frischem Ginsterduft. mit ausgewogener Säure und Aromen von Granatapfel und zarten Blumennoten…. „Svelato- offen und unverhüllt wie der (ital.) Name es ankündigt.
Immerhin kamen wir bei diesem Wein, dem der Gambero Rosso den höchsten Status eines 3-Gläser-Weins einräumt, auf 14,02 Punkte im Schnitt, bei einer Varianz von sogar 3 Punkten (12,5 – 15,5 Punkte).
Offenbar lag auch er nicht Erfahrungsspektrum deutscher Weißweinfreunde.

Wein No. 3:    „Genius Loci“ Fiano del Sannio DOP 2014,  Terre Stregate
100% Fiano, 6 Monate in Edelstahl ausgebaut
Superiore.de:..ein frischer, raffinierter, terroirtypischer Fiana del Sannio. Duftet würzig nach Salbei und Wiesenblumen, komplex im Gaumen mit feiner Frucht und guter Länge.
Auch er mit immerhin 2-Gläsern im Gambero Rosso bewertet erhielt bei uns 14,30 Punkte im Schnitt bei einer Streuung zw. 13,5 und 15,5 Punkten.

Wein No.4:     „Aurora“ Greco del Sannio DOP 2014,  Terre Stregate
100% Greco, 6 Monate in Edelstahl ausgebaut
Der letzte Wein von Terre Stregate in unserer Probe.
Auch dieser Wein lag in der Bewertung mit durchschittlich 14,23 Punkten und 2 Punkten Differenz (13-15 Punkte) im bisherigen Rahmen.

Wein No. 5:    „Novaserra“ Greco di Tufo DOCG 2014,  Mastroberardino
100% Greco,  Edelstahlausbau.
Superiore.de:..Bouquet von Gelben Pfirsichen und Anis, reife aber doch unheimlich frische Frucht am Gaumen…. Im langen Finale finden wir einen Hauch von Karamell.
Wir konnten hier 2 Grecos von verschiedenen Erzeugern nebeneinander probieren
Der Restzucker von 0,8 g/l und die Säure von 7 g/l war vielen doch zu anstrengend.
Es wurde sogar teilweise reklamiert, dass eine der Flaschen fehlerhaft sei.
Mit 13,75 Punkten erreichte dieser Wein die zweitschlechteste Wertung des Abends, wobei volle 4 Punkte zwischen der niedrigsten (11,5 Punkte) und höchsten (15,50 Punkte) Wertung lagen. Dieser teuerste Weißwein der Probe wurde wieder von allen Weinführern recht hoch bewertet (2 Gläser, 89 – 92 = 16,3 –17,3 Punkte in unserem 20er-Schema).

Wein No. 6:    „Radici“ Fiano di Avellino DOCG 2014,  Mastroberardino
100% Fiano, Edelstahlausbau.
Zu diesem Wein haben sich Robert Parker und James Suckling geäußert.
Hier der knappere Kommentar des letzteren (aus dem Englischen):
Dies ist ein sehr dichter Weißer mit grünen Papayas, Limonen und Mineral. Voller Körper, sehr knackig und lebhafte Säure. langes, knackiges Finale.
Wenn man den Kommentar von Parker und superiore.de liest, die ich hier nicht im Detail zitieren möchte, hört sich das ganz anders an.
Geschmack ist wohl doch sehr relativ, auch unter Experten.
Der Fiano di Avellino gilt als d e r   klassische Weißwein Kampaniens.
Hier gefiel der mit 1,1, g/l Restzucker und 6 g/l Säure analysierten Wein doch deutlich.
besser. Es kamen immerhin 14,61 Punkte durchschnittlich zustande und die Varianz hielt sich mit 2,5 Punkten auch in Grenzen ( 13,0 –15,5 Punkte). Die Wertung liegt aber erneut weit von Parker/Suckling entfernt, die umgerechnet 16,7/ 17,7  Punkte gaben.
Als Fazit ist festzuhalten, dass wir uns bei Weißweinen mit anderen Geschmacksnoten wie bei Weinen aus Deutschland und Österreich gewohnt sehr schwer tun.

Rotweine aus Kalabrien
Kalabrien ist das südlichste Weinanbaugebiet auf dem italienischen Festland und ist gleichzeitig eines der ältesten. Schon um 1000 v. Chr. Gründeten griechische Siedler von Sizilien aus hier und in Kalabrien erste Siedlungen und nannten das Gebiet Oinotria, was soviel wie Weinland bedeutet. Gleichzeitig führten sie noch heute bekannte Reben wie die rote Gaglioppo ein, aus der die meisten der von uns probierten Weine gekeltert wurden.
Im Westen ist die Stiefelspitze Italiens vom Tyrrhenischen und im Osten und Süden vom Ionischen Meer begrenzt.
Wenn man versucht, etwas über die Größe des Weinanbaugebiets herauszufinden, findet man ein Wirrwarr von Angaben. Da wird von 35.000 ha gesprochen, von denen aber nur rd. 1/3 unter Ertrag steht aber auch von 13.500 ha, was dem ungefähr entsprechen würde, aber es wird auch die verblüffend genaue Zahl von 24.339 ha aber auch nur 12.716 ha genannt.
Sei es drum, es womöglich ein Anzeichen für die immer noch geringe Wertschätzung des Qualitätsweinbaus in Kalabrien.
Der Weinbau ging in Kalabrien durch Abwanderung qualifizierter Winzer in die USA und nach Italien stark zurück. Seit Ende des 2.Weltkrieges verkam das Gebiet mehr und mehr zum Erzeuger billiger, roter Verschnittweine (90% der Weine), die oft den Weg nach Norden fanden, um dort leichteren Konsumweinen aufzuhelfen. Mittlerweile beginnt sich die Region aber Zug um Zug zu erholen. Fand man in älteren Weinführern nur wenige Qualitätsweinproduzenten, wobei Librandi weit vor allen anderen genannt wurde, sind es mittlerweile ein paar mehr. Die Zeitschrift MERUM stellte bei einer aktuellen Probe fest, dass die besten Weine nach wie vor nur von zwei Weinerzeugern stammen: Librandi und mit Abstrichen Statti. Dazu haben wir uns noch an zwei weitere, nicht so bekannte Weingüter herangewagt.
Die Weine von diesen vier Weingütern mussten wir uns bei drei Lieferanten zusammensuchen.
1.         Librandi
Über den Weinbau Kalabriens zu berichten, bedeutete lange Zeit, vor allem über eine einzige Kellerei zu sprechen: Librandi. Doch inzwischen gibt es immer mehr gründlich arbeitende Winzerbetriebe, die niveauvolle regionaltypische Weine erzeugen und dabei vor allem auf antike einheimische Rebsorten zurückgreifen. Das dem so ist, können wir Nicodemo Librandi verdanken, denn er hat die bedeutensten dieser Rebsorten – etwa Gaglioppo, Magliocco und Mantinoca zu neuem Leben erweckt und anderen Weinbauern vorgemacht, welche hohen Qualitäten in diesen Trauben stecken. (superiore.de).
Das Weingut befindet sich in Cirò Marina nahe der Ferienanlage Punta Alice. Librandi betreibt mehrere Versuchsweingärten, in denen die uralten kalabrischen Rebsorten kultiviert werden.
Das Gut umfasst 232 ha Weingärten und füllt ca. 2,2 Mio.Flaschen Wein ab.
Das Mikroklima ist bestimmt durch das milde Wetter der ionischen Küste und frische Brise aus den Bergen.
2.         Statti
Die Familie des Barons Statti lebt seit 1700 auf den denselben 500 ha Land.  Dabei beträgt die Anbaufläche für Oliven 300 ha (eigene Ölmühle), die Rebfläche 100 ha (andere Angabe: lediglich 35 ha, 300.000 Fl.); der Rest wird für Zitrusfrüchte, Viehzucht (800 Kühe) und Gründüngung verwendet. außerdem wird noch Weintourismus mit Weinkursen angeboten.
In den letzten 15 Jahren wurden keine Kosten und Mühen gescheut, das Weingut zu modernisieren. Es wird ein breites Spektrum von internationalen und einheimischen Sorten angebaut. Letztere werden zum Schluss bis Mitte Oktober gelesen.
Der Komplex befindet sich in Lamezia Terme an der Autobahn Salerno – Reggio Calabria.
Originellerweise sind in der Internetseite die GPS Koordinaten angegeben.
3.         iGreco
Der Name der Fattoria Greco in Cariati, die ihre Weine unter dem Markennamen „iGreco“ (Die Grecos, 7 Kinder der Familie) vermarktet, erinnert wieder an die Griechen (Magna Graecia), die den Oliven und Weinanbau nach Kalabrien brachten.
Die Familie ist schon seit Generationen im Olivenanbau und der Traubenproduktion tätig.
Die neuere Geschichte von iGreco als selbstvermarktendes Weingut beginnt erst in den 1960ern mit dem Bau eine Ölmühle und Kellerei in Cariati. Das Motto des Hauses ist für Öl und Wein „sensa della Calabria/the sense of Calabria“.
Man bietet auch Agritourismus an und unterhält auch ein Öl- und Weinmuseum.
Cariati ist ein modernes Seebad mit einer historischen und geschichtsträchtigen Altstadt.
Das Weingut liegt im Cirò DOC-Gebiet wie auch Librandi.
Die Familie Greco ist heute im Besitz von mehreren hundert Hektar Olivenhainen und einem großzügig angelegten Weingut mit Weinbergen in Cirò, Cirò Marina, Crucoli, Scala Coeli, Camagliatello Silano, Terravecchio und schlussendlich Cariati, wo sich neben der erwähnten Ölpresse auch die Kellerei und die Verkaufsräume befinden.
Die Grösse der Rebfläche war nicht zu ermittleln.
4.         Ferrocinto
Im Nordosten von Kalabrien liegen am östlichen Rand des Pollino-Nationalparks die Weinberge der Tenuta Ferrocinto in Castrovillari. Die Lage genau in der Mitte der italienischen Stiefelspitze, ungefähr gleich weit vom tyrrhenischen Meer im Westen und dem ionischen Meer im Osten schaffen ein ideales Mikroklima mit heißen Tagen und kühlen Nächten. Die ersten Reben wurden bereits 1855 angepflanzt. Im Jahr 2003 wurde das Weingut den modernsten önologischen Verfahren angepasst. Die Weinberge liegen durchschnittlich auf 450m über N.N.
Die Ton- und Kalkböden sind besonders reich an Kalium und die konstante Sonneneinstrahlung sorgt für ideale organoleptische Eigenschaften der Trauben.
Die Größe des Weingutes wird mit 123 ha für Wein und Öl angegeben, andere Quellen berichten von 130 ha nur für Weinberge.
Rebsorten der verkosteten kalabrischen Rotweine
Wir haben fast ausschließlich reinsortige Weine aus authochtonen Rebsorten ausgewählt.
Lediglich Wein No. 11 ist eine Cuvee von Gaglioppo mit Cabernet Sauvignon.
Magliocco
Magliocco oder genauer Magliocco Canino ist eine uralte autochthone Rebsorte, die offenbar ausschließlich in Kalabrien auf nur noch ca.1.500 angebaut wird. Es soll kleinste Bestände auch in der Schweiz geben ( ca. 10 ha).
Sie wird häufig mit der Gaglioppo verschnitten.
Es besteht Unklarheit, ob die Magliocco Canino mit der sehr seltenen Rebsorte Magliocco Dolce (nur 87 ha) identisch ist, aus der nur das Weingut Librandi den hochklassigen  reinsortigen Wein „Magno Megonio“ (s. Wein No. 10) keltert.
Sie ergibt tanninreiche Weine
Gaglioppo
Die Rebsorte soll schon von den Griechen in vorrömischer Zeit eingeführt worden sein.
Sie wird auf rd. 7.000 ha angebaut, auch in den Abruzzen, den Marken und in Umbrien (s. Bemerkungen oben zu den Anbauflächen) und ist auf jeden Fall die wichtigste rote Rebsorte Kalabriens.
Die Sorte gedeiht hervorragend in trockenem Klima und erreicht einen hohen Zuckergehalt und damit hohe Alkoholgrade. Die Weine sind robust und selten subtil. Bei entsprechender Behandlung hat sie jedoch einiges Potential.
Es besteht Unklarheit ob Magliocco mit Galioppo oder gar der Aglianico-Traube verwandt ist.
Nero di Calabria oder Calabrese
In Sizilien heißt diese Rebsorte Nero d’Avola („Principe Siciliano“) und ist dort eine der Hauptqualitätsweinsorten.(ca. 18.000 ha). Vom Namen „Calabrese“ her wird vermutet, dass die Rebsorte aus Kalbarien stammt, obwohl sie in Kalabrien wenig angebaut wird.
Sie hat Fülle und Haltbarkeit und ist gut für den Holzfassausbau geeignet.
Wir werden dieser Rebsorte in unserer Sizilienprobe im Dezember wieder begegnen.

Wein No. 7:    Magliocco 2014,   Ferrocinto
100% Magliocco, Mazeration 24-36 Std. Maischegärung, 10 Mon. Edelstahlausbau mit Mikrooxydation
13 Vol.-% Alkohol, 5,1 g/l Restzucker, 3,3 g/l Säure
Nach einer ersten Vorverkostung waren Zweifel aufgekommen, ob man diesen Wein in die Probe nehmen sollte. Er ist von einfacher Qualität und verliert mit Luft nach relativ kurzer Zeit.
Offenbar fand er dennoch Gnade bei unseren Verkostern, was immerhin eine Höchstpunkt-zahl von 15 Punkten bezeugt. Die niedrigste Wertung lag bei 13 Punkten und der Durchschnitt bei 13,82 Punkten. Er war gefällig, aber   die Beschreibung eines Anbieters „delikat mit Anklängen von Erdbeeren und Sauerkirschen“  war nur teilweise nachvollziehbar.

Wein No. 8:    Catà Gaglioppo Rosso 2013 IGT Calabria Biologico,  IGrecco
100% Gaglioppo, Mazeration 12 Tage, Gärung im Edelstahl, malolaktische Gärung in Barriques, Ausbau 6 Monate in Barriques, 13,5 Vol.-% Alkohol, 5,5 g/l Restzucker, 5,5 g/l Säure
Die Reben wuchsen in einem 5.000 Stock pro ha dicht bepflanzten Weinberg von 15 ha Größe auf 100m Meereshöhe im Cirò-Gebiet.
Rote Früchte und die Vanille vom Barriqueausbau charakterisieren diesen Wein. Dennoch wurde er von einigen mit nur 13,0, in der Spitze jedoch mit 15,5 Punkten bewertet, aber insgesamt im Durchschnitt 0,5 Punkte höher als der Vorgänger, also mit 14,32 Punkten bewertet.

Wein No. 9: Gaglioppo Calabria IGT 2014,  Statti
100% Gaglioppo, 13 Vol.-% Alkohol, traditionelle Maischgärung bei 22 – 26°C
über 7 Tage, Ausbau 3 Monate in Edelstahl
Der Wein weist Spiel auf mit Noten von Sauerkirschen, Pfeffer und roten Früchten.
Lt. Angaben soll er eine Lagerfähigkeit bis 2020 haben.
Bei der Wertung auch hier das gleiche Bild: Wertungen zwischen 13 und immerhin 16 Punkten bei einem Durchschnitt von 14,48 Punkten.
Bei Parker war der Wein mit 90 Punkten im 100er Schema ( = 16,7 Pkte.) bewertet, der Gambero Rosso zeichnete ihn mit 2 Gläsern aus.

Wein No.10,  „Duca San felice“, Cirò Rosso Riserva DOC 2012,  Librandi
100% Gaglioppo, 36 Monate Ausbau im Edelstahl, 14,6 Vol.-% Alkohol
„Von Granatsplittern durchsetztes Rubinrot, das Bouquet intensiv und konzentriert, im Geschmack zeigt sich der erfreulich kraftvolle Extrakt mit schön ausgewogenen Holztönen. Ein hervorragend vinifizierter Cirò, wie ihn der wahre Freund italienischer Weine liebt“
(superiore.de)
Wo bei einem angeblich reinen Edelstahlausbau die Holztöne herkommen sollen, ist etwas schleierhaft. Wir haben sie jedenfalls nicht so gespürt.
Auch hier war offenbar der eine oder andere nicht gerade „der wahre Freund italienischer Weine“, jedenfalls kam auch hier als niedrigste Wertung mal wieder die 13, aber als Spitze auch die 16,5, was einen Durchschnitt von 15 Punkten ergab.

Wein No. 11,  Arvino Calabria IGT 2012,  Statti
60% Gaglioppo mit 40% Cabernet Sauvignon, traditionelle Maischgärung bei 22 – 26°C
über 15 Tage, Ausbau 12 Monate in frz. Barriques und 6 Monate auf der Flasche.
Arvino ist im kalabrischen Dialekt die Bezeichnung für Gaglioppo, der hier gut mit der internationalen Sorte Cabernet Sauvignon harmoniert.
„Diese elegante, charaktervolle Komposition offenbart ein komplexes Aroma von reifen Früchten und einem Hauch von schwarzem Pfeffer und Gewürzen“ (Belvini.de)
Obwohl wir uns hier dem internationalen Geschmack durch die (gelungene) Abrundung mit Cabernet Sauvignon etwas mehr annäherten, klaffte eine Differenz von 4,5 Punkten (zw. 12,50 –als niedrigste Wertung für einen Rotwein in der Probe und 17,0 ) bei der Wertung besonders weit auseinander.

Wein No. 12,  „Magno Megonio” Rosso Val di Nieto IGT 2013,  Librandi
100% Magliocco Dolce (eine bessere Spielart der Magliocco Canino, s.o.), Ertrag 65 Quintals = 40 hl/ha, temperaturgesteuerte Vergärung in Edelstahl mit 15 tägiger Mazeration, Ausbau 16 Monate in Allier-Barriques sowie 6 Monate auf der Flasche, 14,5 Vol.-% Alkohol, 1,0 g/l Restzucker, 4,9 g/l Säure
„„Für Liebhaber autochthoner Weine: Maulbeer-und Pfeffernoten im Duft, am Gaumen kompakt, ausgewogen, Säure und Tannin gut ausbalanciert, lang mir Aromen von reifen Himbeeren und Honig. Ein verführerisch eleganter Wein aus der Magliocco-Traube“
(belvini.de)
Andere Beschreibungen sind noch enthusiastischer.
Dieser Wein gilt als einer der besten süditalienischen Weine und hat die begehrte Auszeichnung mit 3 Gläsern im Gambero Rosso erhalten. Bei seinem ersten Erscheinen galt er als Sensation.
Dennoch gefiel er dem einen oder anderen nicht, was sich in einer Wertung mit 13 Punkten ausdrückte. Liebhaber solcher italienischen Weine gaben bis zu 17,5 Punkte für diesen Wein,
was sich in einem Durschnitt von 15,14 Punkten niederschlug.
Italienische Kritiker gaben 17,0 bis 17,3 Punkte.

Wein No. 13 „Masino“ Nero di Calabria IGT  2014,  iGrecco
100 % Nero di Calabria oder Calabrese (=Nero d’Avola, s.o.), 5,400 Stöcke pro ha, Mazeration auf den Schalen 16-18 Tage, Vergärung in Edelstahl, mololaktische Gärung und Reifung in Barriques sowie 6 Monate auf der Flasche. 14 Vol.-% Alkohol, Restzucker 5,5, g/l, Saure 5,5, g/l.
Dieser tiefrote Wein weist balsamische Noten auf und Aromen von Waldbeere und schwarzen Kirschen. Im Geschmack füllig und saftig mit delikaten Tanninen.
Bei den Wertungen kamen diesmal 14 Punkte als niedrigste und 17,5 Punkte als höchste Wertung heraus.
Fazit:
Fast alle Weine wiesen für einige von uns unbekannte Geschmacksbilder auf.
Nicht umsonst beschränken sich autochthone Rebsorten auf meist eng umrissene Gebiete und haben keinen Siegeszug rund um die Welt gemacht wir Cabernet Sauvignon, Syrah, Chardonnay & Co.
Sowohl bei den Weißen wie bei den roten Weinen waren für den einen oder anderen zu viel fremde Noten im Spiel, die zu niedrigen Werten, fast Ablehnungen führten.
Bei den Weißen war wohl immer den Vergleich mit den deutschen Weißweinen im Hinterkopf, bei den Rotweinen wohl die eleganten französischen Weine oder auch moderne internationale Weine aber auch deutsche Spätburgunder.
Offensichtlich konnten nur Teilnehmer, die sich auf die Besonderheiten italienischer Weine auch aus dem Süden eingelassen haben, diese auch schätzen.

Verfasser: Wilfried

2016_10_Weinprobe Kampanien und Kalabrien Auswertung

 

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Weinkulturreise an die Ahr am 22.10.2016

Erstellt von Dieter am Mittwoch 23. November 2016

Nach einer individuellen Anreise – die meisten kamen mit der Bahn nach Dernau – trafen 21 Weinschwestern, -brüder und Gäste im Weingut H.J. Kreuzberg ein. Wir wurden herzlich von den beiden Verantwortlichen Ludwig Kreuzberg und Frank Josten empfangen.
kreuzberg-eingang
Zur Begrüßung gab es einen Blanc de Noir Sekt, brut. Der Most wird durch Saftentzug aus Spätburgundertrauben gewonnen, weiß gekeltert und nach der „Methode Champenoise“ bei einem Unternehmen in Ahrweiler versektet.
Ein fruchtiger, frischer, leicht  cremiger, recht nachhaltiger Blanc de Noir-Sekt mit feiner Säure

Anschließend wurden wir in den Probenkeller geführt. Während der Probe berichtet  uns Herr Josten Interessantes über das Weingut, die Geschichte des Weinbaus an der Ahr, die Lagen und die Rebsorten.
Die Anbaufläche an der Ahr beträgt ca. 560 ha, davon sehr viel in Steillagen. Die drei Winzergenossenschaften bewirtschaften davon ca. 300 ha.
Das Weingut H.J. Kreuzberg selbst bewirtschaftet 9 Hektar, davon 7 ha in Steil- bis Steilstlagen.
2% der Fläche sind mit Riesling und Weißburgunder bepflanzt. Der Riesling wächst im Dernauer Pfarrwingert und der Weißburgunder im Dernauer Schieferlay. Dort sind die Rebstöcke sind 50-70 Jahre alt
Aus diesen beiden Lagen entstand das
2015er  Cuvee Blanc aus 67% Weissburgunder und 33% Riesling
Ein klarer, frischer, fruchtiger Wein mit deutlicher, frischer feiner Säure und Citrus-Noten. Durch den Weissburgunder-Anteil wird die Säure etwas abgemildert und der Wein insgesamt etwas cremiger.
Das Weingut hat neben Früh- und Spätburgunder noch die „Randsorten“ Regent, Portugieser und Dornfelder. Sie stehen ebenfalls in Schiefersteillagen und sind teilweise schon 50 bzw. 70 Jahre alt, Der Wein wird in 1000-l-Fässern Rebsorten rein ausgebaut und dann zu gleichen Anteilen zum Cuvee verschnitten. Dieser Wein wird  nicht in jedem Jahr hergestellt, so z.B. fielen 2013 und 2014 aus.

kreuzberg
2012er Cuvee Noir
Ein  würzig fruchtiger, noch etwas kantiger Wein, der ein kräftiges Tannin zeigt.
Der nächste Wein der Probe, der im großen, alten Eichenholzfass gereift ist, ist ein Basiswein und der einzige Gutswein:
2014er Kreuzberg Spätburgunder
Ein sauberer, fruchtiger Spätburgunder, der deutlich mehr Säure und mehr Tannin hat.
Ebenfalls aus dem großen Holzfass stammt ein Wein, der auf traditionelle Weise (unplugged = unverstärkt, ohne Nachbehandlung) ausgebaut wird. Der Begriff „unplugged“ ist als Marke geschützt für das Weingut  H.J. Kreuzberg mit Spätburgunder und für das Weingut Tesch, Nahe mit Riesling.
2014er Spätburgunder Unplugged
Ein klarer, fruchtiger, eleganter Spätburgunder mit feiner Säure und zarten Kräuter-Noten.
2014 war ein sehr früher Jahrgang mit einer sehr langen Vegetationsphase, was dazu führte, dass die Reben ab Mitte Oktober keine Kraft mehr hatten. Alle Weine aus diesem Jahr wurden mit maximal 95° Oechsle geerntet. So auch der nächste Wein aus dem kleinen Holzfass in 3. und 4. Belegung
2014er Neuenahrer Spätburgunder
Ein  eleganter Spätburgunder mit sehr zarten Holz-Noten
Jahrgang 2013 war ein säurereiches Jahr, einige Weingüter haben ihre Weine deshalb entsäuert, nicht aber das Weingut H.J. Kreuzberg, Die Weine haben daher eine etwas höhere Säure und lassen sich entsprechend gut lagern. Für die Weinbereitung wurde eine längere, gekühlte Maischestandzeit  gewählt und ein Ausbau in Barriques (Zweitbelegung) Der Wein hat seinen Namen nach dem Boden, da die Reben auf Devonschiefer stehen.
2013er  Spätburgunder, „Devonschiefer“
Ebenfalls ein klarer, eleganter Spätburgunder mit feiner, frischer Säure, etwas weicherem Tannin und zartem Holz.
Der Frühburgunder ist kleinbeerig, frühreif und sehr anfällig gegen fast alles z.B. Penospora. Er wird daher in höhere, gut durchlüftete Lagen gepflanzt, die zudem weniger Sonnen-exponiert und damit auch kühler sind. Durch die kargeren Böden hat der Wein mehr zuckerfreie Extrakte.
Der nachfolgende Frühburgunder hat zwei Mal den dritten Platz „Deutscher Klassiker“ beim Vinum Rotweinpreis gewonnen, so auch 2015. Ausgebaut wurde er im gebrauchten Fuderfass.
2015er  Frühburgunder C
Ein recht typischer, weicher, runder, Spur pflaumiger Frühburgunder
Der zweite Frühburgunder stammt ebenso wie der Classic C aus dem Dernauer Hardtberg, nur besteht er aus besonders ausgesuchten Trauben. 2013 war die Qualität so gut, dass es pro Stock bis zu 10 optimale Trauben gab! Mit ein Grund, warum der Wein, der nun folgte, den „Deutschen Rotweinpreis,  bester Frühburgunder“ erhalten hat.
2013er Dernauer  Hardtberg Frühburgunder „Großes Gewächs“
Ebenfalls ein fruchtiger, eleganter Frühburgunder, der aber im Gegensatz zum Frühburgunder C mehr Struktur besitzt, aber noch etwas verhalten ist und mehr Tannin zeigt.
Eine lange Maischestandzeit, Saftabzug und ausgewählte Trauben aus klassifizierter Lage zeichnen den nächsten Wein aus, den
2012er Ahrweiler Silberberg Spätburgunder „Großes Gewächs“
Ein dichter und eleganter Spätburgunder mit fester, vielschichtiger Struktur, feiner Säure und reifem Tannin.
Nach dieser erstklassigen  Probe, die durch Herrn Josten sehr gut präsentiert wurde, gab es noch ein kaltes Buffet und einige der verkosteten Wein.
dernau-weinberge

 

Vom Weingut aus fuhren wir dann mit zwei Taxis zum „Kulturteil“ unserer Reise, dem ehemals geheimen Regierungsbunker, der heute Museum und Dokumentationsstätte ist. Er kann nur mittels einer Führung besichtigt werden.
regierungsbunker

Unser Führer war ein sehr mitteilsamer, ehemaliger Elektroingenieur, der früher in dem Bunkerkomplexes gearbeitet hatte. Der Bunker wurde in zwei alten Eisenbahntunneln gebaut, die 1913 für eine strategische Bahnlinie Ruhrgebiet – Lotringen geplant waren, die aber nie fertig gestellt wurde. Als Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg der NATO beitrat, bestand eine Voraussetzung für den Beitritt darin, einen Atombomben sicheren Bunker zum Schutz der Bundesregierung im Kriegsfall zu errichten. Aus diesem Grund entstand unter großer Geheimhaltung zwischen 1960 und 1972 dieser Regierungsbunker, der aus einem Tunnelsystem mit einer Gesamtlänge von über 17 Kilometern bestand. (Die Aktion blieb aber nicht geheim, später stellte sich heraus, dass ein DDR- Spion am Bau mitgearbeitet hatte).
Mehr zu diesem Bunker u.a. unter https://de.wikipedia.org/wiki/Regierungsbunker_(Deutschland)

Nach knapp 2 Stunden bei 12°C im Kunstlicht, waren wir froh über eine Weinprobe im Warmen und bei Tageslicht im Weingut Burggarten in Heppingen, einem Ortsteil von Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Der Inhaber: Paul-Josef Schäfer begrüßte uns schon vor dem Haus und führte uns in den Probenraum.
Das Weingut Burggarten wurde im Jahr 1920 von Peter-Josef Schäfer gegründet und wird heute von dessen Enkel Paul-Josef Schäfer, seiner Frau Gitta und den drei Söhnen Paul-Michael (Kellermeister), Heiko und Andreas (Außenbetrieb) geführt.
1985 kaufte Paul-Josef Schäfer das Anwesen in Heppingen, das bis nach dem ersten Weltkrieg Sitz der Winzergenossenschaft Heppingen, danach Standort eines Landhandels war. Zum Weingut gehört heute auch noch ein zweiter Betriebsteil an der Mosel, der Rieslingweine produziert.
Das Weingut bewirtschaftet 15,6 Hektar Rebfläche und erzeugt 60% Rot- und 40% Weißweine. In Zukunft werden an der Ahr nur noch Burgunder-Rebsorten und in den Lagen an der Mosel Riesling angebaut werden. Von den Neuzüchtungen Regent, Domina und Dornfelder hat man sich inzwischen getrennt.
80% der Weine werden direkt ab Hof verkauft.
Seit 2005 betreiben die Schäfers neben dem Weingut ein Vier-Sterne-Gästehaus, mit Ferienwohnungen und 14 Themenzimmern.

burggarten
Zu Beginn gab es einen durch Saftabzug entstandenen Blanc de Noir, von dem 15.000 Flaschen hergestellt werden, den
2015er Spätburgunder, Blanc de Noir
Ein würzig fruchtiger, etwas breiterer Blanc de Noir mit leichten Anklängen an Walderdbeere und etwas dienlicher Süße.
Von den weißen Burgundersorten produziert das Weingut seit 10 Jahren einen Chardonnay, seit 15 Jahren einen Weißburgunder und seit 20 Jahren einen Grauburgunder, den wir dann probierten.
2015er Grauburgunder
Ein ordentlicher fruchtiger Grauburgunder mit viel Säure und einer Spur Walderdbeere
Vom Chardonnay wurde eine Parzelle mit 5000 Stock bepflanzt und vor 10 Jahren wurden noch mal mit weiteren 3000 Stock bestückt. Der Wein reift in verschiedenen Barriques in Erst-, Zweit- und Drittbelegung und wird nach 6 Monaten zum endgültigen Wein verschnitten.
2014er Neuenahrer Chardonnay
Ein kräftiger, dichter, runder und recht weicher Chardonnay mit einer etwas gefälligen Süße.
Wir bekamen dann den ersten Basis-Rotwein als Cuvee aus den Lagen Heimersheimer Burggarten, Heimersheimer Landskron und Neuenahrer Sonnenberg.
2014er Spätburgunder Classic
Ein ordentlicher, sauberer, fruchtiger, Spätburgunder, der als Classic natürlich eine stärkere Süße besitzt, die die jahrgangsbedingten Probleme verdeckt.
Wie bei den anderen Ahrwinzern ist der Frühburgunder auch hier eine Problemsorte. Die Trauben sind für die Kirschessigfliege anfällig und müssen mit Netzen vor Vogelfraß geschützt werden. Damit nach einem Regen die Reben besser abtrocken können und nicht so leicht von Pilzerkrankungen befallen werden, wird der Frühburgunder in kühleren, „windigen“ Lagen gepflanzt (10% der Gesamtfläche) Zusätzlich werden die Trauben nach der Blüte halbiert, sodass die Beeren lockerer am Stiel sitzen. Die Lese erfolgt Mitte September, der Ausbau danach im großen Holzfass.
2014er Frühburgunder
Ein pflaumig-kräutriger Frühburgunder, der (jahrgangsbedingt ?) ein etwas grünes, stumpfes Tannin zeigt.
Die Selectionslinie gibt es seit 1995. Selection bedeutet Ertragsreduzierung und Saftentzug (15-18%). Der Ausbau erfolgt in Barriques aus Allier-Eiche in Erst-, Zweit- bzw. Drittbelegung. Anschließend wird zum endgültigen Wein verschnitten.
2014er-Spätburgunder „P.J.S. Signatur“
Ein fruchtiger Spätburgunder mit etwas buttrigen Noten und adstringierendem, grünen Tannin (jahrgangsbedingt ?), der Wein fällt im Vergleich zu früheren Jahrgängen ab.
Es folgten zwei Spätburgunder aus den Neuenahrer bzw. Heimersheimer Lagen.
Die Neuenahrer Lagen sind geprägt von Grauwacke mit Lehmanteilen während bei den Heimersheimer Lagen schwere Lehmböden vorherrschen.
2013er Neuenahrer Spätburgunder
war 2 Jahre in Fässern aus Allier-Eiche und wirkte bodenbedingt etwas schlanker und säurebetonter.
Ein klarer, fruchtiger Spätburgunder mit einem Hauch Himbeere, etwas stärkerer Säure und zarter Herbe.
2013er Heimersheimer Spätburgunder
Wie der Neuenahrer Spätburgunder ebenfalls Ausbau in Allier-Eiche.
Wieder ein sauberer, fruchtiger Spätburgunder, Lage-bedingt (Grauwacke mit Lehmanteilen) mit weicherer Säure, weicherem Tannin.
Die beiden nachfolgenden Lagenweine haben im Gegensatz zu den Ortsweinen einen größeren Anteil an neuem Holz und sind optisch durch eine Goldkapsel gekennzeichnet. Wie bei den Ortweinen ist der Neuenahrer Sonnenberg wieder von Grauwacke mit Lehmanteilen und der Heimersheimer Burggarten von den schweren Lehmböden geprägt.
2013er Neuenahrer Sonnenberg Spätburgunder
Klarer, fruchtiger, recht eleganter Spätburgunder, festes, straffes Tannin, mehr Holz
2013er Heimersheimer Burggarten „R“, Spätburgunder
Recht komplexer, fruchtiger, aber noch recht kantiger Spätburgunder, mit festerem, noch härterem Tannin und  weniger Säure.
Nach dem letzten Wein ging es dann für die Bahn-Fahrer etwas hektisch zu Fuß zum Bahnhof, um den Zug noch zu erreichen, die Autofahrer hatten dagegen noch etwas mehr Zeit, den Tag ausklingen zu lassen.
Wir danken ganz herzlich Herrn Schäfer und Herrn Josten für die Proben, die vielen Informationen und dafür, dass sie sich so viel Zeit mit uns genommen haben.

Und natürlich unserem Weinbruder Wilfried für die sehr gute Vorbereitung und Durchführung der Reise.

Verfasser Käthe

2016_10_Weinkulturreise an die Ahr: verkostete Weine

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Weinprobe Apulien und Basilikate am 19.09.2016

Erstellt von Dieter am Mittwoch 26. Oktober 2016

Bei unserem zweiten Termin italienischer Weingebiete hatten wir eine sehr interessante Verkostung aus zwei benachbarten Gebieten, die aber sehr unterschiedlich sind

Puglia und Basilikata

Puglia (Apulien) hat mit 100.000 ha eine der  größten bestockten Flächen Italiens (oft wird Apulien auch „Weinkeller Italiens“ genannt), während die Basilikata mit 10.000ha die drittkleinste Fläche Italiens hat.
In der Weinproduktion sticht Puglia ebenfalls mit riesigen Mengen hervor, der Ertrag liegt manchmal bei mehr als 100 hl/ha (!), während in der Basilikata der Ertrag mit 24hl/ha deutlich kleiner ist und nur vom Aosta-Tal unterboten wird.
Gemeinsam ist beiden Gebieten, dass hier zum größten Teil Rotweine produziert werden, die oft aus interessanten autochthonen Sorten wie Primitivo, Negroamaro und Nero di Troia (Puglia)  und Aglianico  (Basilikata) bestehen. Weine aus diesen Rebsorten wurden in der Probe vorgestellt.
Zur hohen Qualität der Probe trug bei, dass nur DOC-Weine präsentiert wurden, sie machen in Puglia nur 5% der gesamten Weinproduktion aus. Außerdem zeigte sich eine generelle Qualitätssteigerung, die vor etwa 20 Jahren bei traditionsreichen und vielen neuen qualitätsorientierten Weingütern und Kellereien begann und bis heute anhält.

Die Weine der Probe:

Angegeben sind die Benotungen des Verfassers und der Durchschnitt aller Verkoster der Probe

1.         Basilikata,   2014 Haus Pipoli bianco,  Vigneti Del Vulture
aus Greco und Fiano,  14,0 / 14,05 Punkte

Stroh-gelb, blass, aber nicht jugendlich (mit Reifenuancen)
Riecht „trocken“, zurückhaltend, herb mit Blüten- und Mandelaromen, bisschen matt, wenn auch nicht müde (ähnelt einem Welschriesling)
Am Gaumen dann auch trocken, aber mit einer lebendiger, überraschender Säure, frisch, harmonisch, fruchtig-blumig, sogar saftig. Im Geschmack  besser.

2.         Basilikata,   2013 Haus Pipoli rosso,  Vigneti Del Vulture
             aus Aglianico, 14,5 / 14,10 Punkte

Kräftiges, dichtes, jugendliches Purpurrot, schmaler Rand.
Riecht „weinig“, mineralisch, herb (Rappen?) im etwas kälteren Zustand. Ähnelt sogar einem Cabernet Franc (Loire); zeigt auch Veilchennoten, Brombeeren.
Am Gaumen dann saftig, mit viel Stoff und feinen Tanninen. Relativ viel unvergorener Zucker (stört ein wenig). Mit der Zeit (und Temperatur) kommen schöne Gewürznoten (Zimt) und ein gut dosiertes Barrique dazu.
Ein stimmiger, überzeugender Wein im Aglianico-Einstiegssegment.

3.         Puglia,   2013 Rupicolo,  Az. Vinicola Rivera
             aus Montepulciano, Nero di Troia und Cabernet Sauvignon, 14,0 / 14,15 Punkte

Etwas reifere und nicht so intensive Farbe wie der Wein davor.
Riecht auch „leichter“ mit floralen Noten (von der Nero di Troia?)
Der erste Eindruck ist leicht süßlich mit viel (staubigem) Tannin, erdig.
Einerseits robuster, aber mit 12,5% Alkohol angenehm leicht.
(Wird von den anderen Verkostern besser bewertet)

4.         Puglia,   2010 Vigna Pedale,  Torrevento
             aus Nero di Troia,    15,5 / 14,95 Punkte

Schönes Dunkelrot, jugendlich mit feinem Rand.
Nase sehr interessant: blumige (Veilchen-) Note, herb-fruchtig, verschiedene dunkle Beeren.
Am Gaumen dann sehr harmonisch, würzig, glatte Tannine, mit schöner Fruchtsüße.
Ein interessanter,  stimmiger und sehr gut gemachter Wein (Nero di Troia !), mit gutem Zeitpunkt der Reife.

5.         Puglia,   2012 Bolonero,  Torrevento
             aus Nero di Troia und Aglianico, 14,5 / 14,65 Punkte

Etwas dichter in der Farbe, aber nicht so schön wie der Wein davor.
Nase süßlich, Gewürze, leicht parfümiert, nicht besonders fein, eher „gemacht“.
Am Gaumen auch süßlich, aber harmonisch mit Spiel von Würze und Wärme.

6.         Basilikata,  2010 Teodosio,  Az. Agricola Basilisco
             aus Aglianico, 16,0 / 15,75 Punkte

Schönes, dichtes Rot
Riecht “dicht”, würzig, Trockenobst, später süßlich-animalische Note, überreife Frucht (nicht „astrein“)
Am Gaumen viel Fruchtsüße, aber kräftige Tannine und Säure (Aglianico !)
Konzentrierter, interessanter Wein mit Charakter, der wegen seiner Jugend noch nicht ganz stimmig wirkt. Typischer, noch junger Aglianico.

7.         Basilikata,   2006 Guadarra,  Bisceglia
             aus Aglianico,  17,0 / 15,25 Punkte

Dichtes, leicht trübes, helleres Rot, das Reife andeutet.
Sehr würzig, altes (schönes) Holz, viel Trockenobst (Feigen, Datteln), eingelegte Sauerkirsche, leicht Liebstöckel. Überraschende, kühlende Menthol-Note, die neben dem süßlichen Trockenobst für Spannung sorgt.
An Gaumen wieder schöne Gewürze (Zimt, Gewürznelken) und Haselnüsse. Viel Stoff, bei viel Tannin sehr samtig (Aglianico-Reife !)  Auf dem Höhepunkt.
(Bei einigen Verkostern eigentlich über dem Zenit, bzw. schon am Anfang des Zerfalls. Ein Wein der abhängig von der Herangehensweise des Verkosters polarisiert)
Im Vergleich zu Nr. 6 ein schönes Beispiel, wie ein Aglianico mit 10 Jahre Reife zu seiner Weichheit und Samtigkeit kommt.
Ein „mürber“, reifer Wein mit Charme und Charakter.

8.         Puglia,   2009 Il Falcone,  Az. Vinicola Rivera
              aus Nero di Troia, Montepulciano, 16,5 / 16,20 Punkte

Sehr schönes Rubinrot mit „reifem“ Rand.
Riecht gleichzeitig „warm“, weich-sahnig  und herb-blumig mit klaren Veilchen-Noten (Nero di Troia!)
Sehr harmonisch mit feiner Frucht, glatten Tanninen und zurückhaltenden Barriquearomen.
Ein absolut stimmiger, sehr gut gemachter Wein und erster Wein der Probe mit deutlicher Eleganz.
Gutes Beispiel für die Qualität der Castel del Monte Paradesorte Nero di Troia.

9.         Puglia,   2012 Cinque Autoctoni,  Vigneti del Salento
            aus Montepulciano, Primitivo, Sangiovese, Negroamaro, Malvasia Nera,
16,5 / 16,25 Punkte

Sehr dichtes, jugendliches, dunkles Purpurrot, mit viel Glyzerin-„Tränen“ am Glasrand.
Trockenobst, süßlich, Vanille, Puderzucker.
Erstaunlich viel Extrakt/Stoff am Gaumen. Gewürze (Nelken), süßliche, tolle Frucht die man „kauen“ kann. Sehr viel Tannine, die sehr fein, wenn auch jung sind. Karamell-Sahne-Bonbon.
Ein noch zu junger Wein, der von allem (zu)viel hat und Richtung eigene Karikatur tendiert.
(Kontrovers benotet, was zu verstehen ist je nachdem, ob man den Stil des Weines oder die „reine“ Weinqualität beurteilt)

10.      Puglia,   2012 Sessantanni,  Feudi di San Marzano
            aus Primitivo, 16,0 / 16,60 Punkte

Dicht, fast Schwarz.
Nase: schöne schwarze Kirsche, riecht „weich“, wieder Puderzucker, Gewürze, sehr überzeugend und sauber.
Erstaunliche Kraft, saftig, fleischig, viel schöne Frucht. Säure, die ein bisschen abgetrennt steht (zugegeben?) Abgang lang, Rosinen, sehr süß, nicht nur wegen des hohen Alkohols, sondern auch wegen der Restsüße.
Ein modern gemachter, überzeugender, mächtiger Wein, also typisch Primitivo aus Puglia in der oberen Klasse. Noch jung.

11.      Puglia,   2012 “F”,  Feudi di San Marzano
           aus Negroamaro, 16,5 / 16,65 Punkte

Dicht, auch fast Schwarz, dünner Rand, aber etwas reifer in der Farbe als der Primitivo.
Auch sehr würzig, konzentriert, feine Frucht, deutlich Teer, saftig, Barrique, kräftige Säure, Gewürze.
Mehr Tannin als der Primitivo, Zedernholz.
Auch hier ein typischer, mächtiger Wein aus einer sehr interessanten Sorte, der aber, wie auch die beiden Weine davor, schon bei dem zweiten Glas satt macht.

12.      Basilikata,   2010 Il Sigillo,  Cantine del Notaio,
            aus Aglianico,  17,0 / 16,95 Punkte

Sehr schönes dunkles Rot, klarer Rand.
Nase geradlinig, durchdringend, frisch und sehr mineralisch (auch Teer), Säure schon angedeutet.
Sauber, interessant; Sauerkirsche, Walderdbeeren, Mispeln, lang, tief, konzentriert, sogar irgendwie verschlossen.
Am Gaumen  sirupartig, geschmolzener Stein, wieder kräftig Teer, Barrique. Viel Tannin und Säure (typisch für Aglianico), sehr konzentriert. Kräftiger, langer Abgang, wieder Mispeln.
Ein mächtiger Wein, typisch Aglianico, der  in seiner Jugend noch ohne Eleganz dasteht, der aber viel Potenzial für die Zukunft verspricht.

Verfasser: Ceca

2016_09_Weinprobe Apulien und Basilikata Auswertung

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Weinprobe Ökologischer Weinbau mit Weinen aus dem Weingut Dr.Kauer, Bacharach

Erstellt von Dieter am Mittwoch 26. Oktober 2016

Unsere diesjährige „Technikprobe“ konnte erst in den Semesterferien der Hochschule Geisenheim stattfinden, da Dr.Kauer, Professor für Ökologischen Weinbau an der „Weinuniversität“ erst dann Zeit dafür hatte. Außerdem  betreibt er ein Weingut in Bacharach und ist langjähriger Vorsitzender der „Weinzunft Bacharach Zechgesellschaft Anno 1328 zu Bacharach und Steeg“ und hat dadurch Verständnis für den Weinbildungshunger unserer Weinbruderschaft.

An den Anfang möchten wir die Erklärung des Weingutes auf seiner Homepage zum Thema „Ökologischer Weinbau“ stellen:

„Als wir 1982 gestartet sind, war eines von Anfang an klar: Bioweinbau soll es sei, ohne Wenn und Aber. Richtlinien gab es noch keine, aber die Richtung war klar. Von daher ist Bio-weinbau für uns eine Selbstverständlichkeit. Unser Engagement gilt dabei insbesondere dem Steillagenweinbau.
Der Boden und das Bodenleben sind unser höchstes Gut und die Grundlage für die Qualität der Trauben und Weine. Darum sind während der Winterperiode alle unsere Weinberge mit der natürlichen Standortflora begrünt. Im Frühjahr lockern wir jede zweite Rebgasse auf, um da Bodenleben und die Mineralisation anzuregen. Hierdurch versorgen wir die Reben mit Nährstoffen und verringern auch die zeitweise Wasserkonkurrenz zwischen Reben und Begrünung in den Sommermonaten. Bei Bedarf füttern wir das Bodenleben und unsere Reben zusätzlich mit organischen Materialien. Auch im ökologischen Weinbau müssen beim Anbau von klassischen Rebsorten, wie dem Riesling, Rebschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Zum Schutz der Trauben vor den eingeschleppten Mehltaupilzen setzen wir Gesteinsmehle, Algenextrakte, Backpulver sowie in kleinen Mengen Schwefel und Kupfer ein. Unser Betrieb wird jährlich im Rahmen der EU-BioVerordnung und den ECOVIN Richtlinien zertifiziert. Mit dem Jahrgang 2012 wird die Verwendung des EU BioLogos verpflichtend. Sie finden daher, neben dem ECOVIN Zeichen auch das EU-Gemeinschaftslogo für biologisch erzeugte Produkte auf unseren Etiketten“

Mit diesem Statement ist schon alles Wesentliche zum Ökoweinbau gesagt. Dr. Kauer führte uns jedoch seine einzelnen Elemente anhand seiner umfangreichen Studienunterlagen visuell per Beamer näher aus.

Der Ökoweinbau ist ein Bewirtschaftungssystem.
Heute findet man in unseren Weinbergen den integrierten (konventionellen) Weinbau einerseits und den Ökologischen/ biologischen Weinbau andererseits, letzteren mit einem Anteil von 8-10 % der Rebfläche. Eine Variante ist der biologisch-dynamische Weinbau, der auf dem anthroposophisch-ganzheitlichen Weltbild  von Rudolf Steiner beruht. Die kosmischen Einwirkungen beispielsweise der Mondphasen  können wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden, auch nicht die spirituellen Wirkung von biodynamischen Präparaten wie Hornmist und Kräuterpräparaten. Hierfür stehen „Demeter“ und das „Biodyvin“-Label.
Andere deutsche Bio-Anbauverbände sind heute neben ECOVIN z.B. Bioland oder Naturland.

Zum Thema Boden und Bodenleben führte er aus, dass bei der Begrünung  (nicht übertreiben!) ein hohe Biodiversität angestrebt wird mit bis zu 30 Mischungspartnern (u.a. Leguminosen, die Stickstoff in den Boden bringen) und tierische Nützlinge unterstützen. Beim integrierten Weinbau  dominiert dagegen oft „Sportplatzrasen“.
Offene Rebgassen werden mit Holzhäcksel oder Stroh abgedeckt.  Es werden keine Herbizide, auch nicht im Stockbereich, und keine Mineraldünger eingesetzt. Bei Kompost wird kein Kompost aus unbekannten Quellen (z.B. grüne/braune Tonne) verwendet. Ggf. wird bei Trockenheit die Gründüngung gewalzt, um die Pflanzen absterben zu lassen.
Beim Pflanzenschutz muss jedoch mangels Alternativen Kupfersulfat eingesetzt werden. Es wird i.d.R. in 10 Gaben á 300 g/ha (gemessen als reines Kupfer) ausgebracht, also 3 kg pro Jahr. 2016 werden wegen des Peronosperadrucks, der durch die feuchte Witterung ausgelöst wurde, jedoch aufs Jahr gerechnet 4 kg verwendet werden. Viele Winzer, speziell Ökowinzer rechnen 2016 mit hohen Ernteausfällen. Vergleichsweise wurde  in den 20er- und 30er-Jahren 40-50 kg Kupfer pro ha ausgebracht.
Im Keller wird im ökologischen genauso wie im integrierten Weinbau gearbeitet, d.h. Ziel ist die Einschränkung auf die notwendigsten Maßnahmen und Reduzierung von Schwefel.

Bei all diesen Informationen kam dennoch der Wein nicht zu kurz.

Das Weingut Dr.Kauer hat 3,5 ha im Ertrag, davon 95 % Riesling und 5 % Spätburgunder, letzterer nur für Rosé und Sekt. Ziel ist es, das Weingut auf 6 ha zu bringen, damit die mögliche Nachfolgerin das Weingut wirtschaftlich erfolgreich weiterführen kann.
Die Weinberge liegen bedingt durch die Neugründung 1982 ohne Weinbergsbesitz etwas verstreut in Bacharach (Kloster Fürstental, Wolfshöhle), Oberwesel (Oelsberg) und Oberdiebach (Fürstenberg).

Wir konnten einen Sekt und 12 Rieslinge probieren, darunter einen halbtrockenen 2001er.

Wenn man sich die Durchschnittswertungen betrachtet, fällt auf, dass die Punktung vom trockenen Gutswein, über (echte) Kabinetts bis zur Spätlese sich sehr homogen zwischen guten 14,07 und 15,76 bewegt. Lediglich die edelsüße Auslese zum Schluss lag mit 16,33 Punkten darüber.

Wir konnten eine Kollektion verkosten, von der man sagen kann: So muss Riesling schmecken.

Im Einzelnen:

1.         Spätburgunder Rosé Sekt  brut, 2013, Traditionelle Flaschengärung.

Der feinperlige  Sekt wurde im Weingut selbst abgerüttelt und lag bei 10 g. Restzucker.
Bei relativ geringer Schwankungsbreite bewerteten wir den Sekt im Schnitt mit 14,45 Punkten.

2.         2015  Dr. Kauer Riesling Qualitätswein, trocken,.

Der Gutswein, von Dr. Kauer als „Visitenkarte des Betriebs“ bezeichnet,
war ein sauberer, typischer und frischer Riesling.
Wir werteten ihn im Schnitt mit 14,07 Punkten.
Die Kabinettweine insbesondere im trockenen und halbtrockenen (feinherben) Bereich liegen dem Weingut besonders am Herzen. Ziel ist, munter machende, anregende Weine mit moderatem Alkoholgehalte zwischen.10,5 bis 11,5 Vol.% zu erzeugen.

Bei den ersten beiden Kabinettweinen Weinen konnten wir einen Jahrgangsvergleich machen:
3.         2015  Bacharacher Kloster Fürstental Riesling Kabinett, trocken, ( 11 % Alk.) und
4.
         2014  Bacharacher Kloster Fürstental Riesling Kabinett, trocken,  ( 11 % Alk.)
Beides echte Kabinettweine mit geringem Alkohol, leichtem Körper aber genügend Substanz. Die Nr. 4 schmeckte jahrgangsbedingt gereifter.
Die Wertungen lagen bei 14,61 Punkten für die Nr. 3 und 14,24 Punkten für die Nr. 4, was eigentlich typisch für den Vergleich dieser beiden Jahrgänge ist.

5.       2015 Bacharacher Wolfhöhle Riesling Kabinett, trocken ( 11,5 Alk.)
Ein weiterer typischer Kabinett, etwas kräftiger und mineralischer als Kloster Fürstental 2015 (Nr.3). Wir griffen mit 14,93 Punkten etwas höher.

Die Spätlesen bezeichnet Dr. Kauer als wahre „Terroiristen“, da sie die Herkunft besonders eindrucksvoll widerspiegeln. Die Lese erfolgt erst gegen Ende des Herbstes weit nach den Kabinetten, was der Aromaausprägung besonders dienlich ist. Sie liegen zwischen Mäßigen 11,5 und 13,0% Alkohol bei den trockenen Weinen.
Wir konnten 2 Lagen gegeneinander verkosten:

6.         2015  Oberweseler Oelsberg Riesling Spätlese, trocken und
7.         2015 Bacharacher Kloster Fürstental Riesling Spätlese, trocken

Beide mit praktisch identischen Alkohol-, Restzucker- und Säurewerten und mit 15,67 bzw. 15,65 Punkten fast identischer Wertung.
Der Oelsberg wies eine deutliche Mineralik und nicht so kräftig schmeckende Säure auf, der Fürstenberg war dafür schmelziger.
Der Oelsberg liegt an einem südorientierten Prallhang des Rheins und gilt als eine der besten Lagen. Er ist früh trinkreif.
Verblüffender weise gingen die individuellen Wertungen bei diesen Weinen deutlicher auseinander, als bei den Kabinettweinen. Es könnte an der mineralischen Note liegen, die dem einen oder anderen nicht so zusagt.

Damit verließen wir die trockenen  Wein und probierten jetzt drei feinherbe Weine. Dabei kam wieder einmal die Diskussion zum Thema „feinherb“ auf.

8.       2015, Bacharacher Kloster Fürstental Riesling Kabinett, feinherb

Der Wein ist bei der Spontangärung bei 22,3 g / l Restzucker stehengeblieben und weist nur 11,0 Vol% Alkohol auf. Die dezente Süße war schön eingebunden. Mit 14,89 Punkten im Durchschnitt lag er auf dem Level der anderen Kabinetts.

9.       2015 Oberweseler Oelsberg Riesling Spätlese, feinherb
.

Auch dieser Wein ein typischer feinherber Wein mit 20,7 g/l Restzucker, aber deutlich fülliger als sein  Vorgänger. Er lag mit 15,28 Punkten im Bereich der beiden trockenen Spätlesen.
10.     2011 Bacharacher Wolfshöhle Riesling Kabinett, feinherb

Ein schöner und  gereifter Wein mit 23,0 g/l Restzucker, bei dem die Wertungen dennoch weit auseinander gingen. Im Schnitt kamen 15,63 Punkte heraus, wobei er einigen Weinbrüder durchaus auch 16,5 und 17,0 Punkte wert war.

Mit den nächsten beiden Weinen konnten wir gut jung und (schon sehr) alt vergleichen:

11.       2015  Oberdiebacher Fürstenberg Riesling Kabinett und
12.       2001 Oberdiebacher Fürstenberg Riesling Spätlese

Der Oberdiebacher Fürstenberg ist besonders für fruchtige Weine geeignet.
Der 2015er wies 33,2 g/l Restzucker auf und erhielt selbst von uns Trocken-Trinkern 15,28 Punkte.
Beim 15 Jahre alten 2001 gingen die Meinungen weit auseinander, da er einen leichten Petrolton aufwies. Von untrinkbar (und nicht bewertbar) bis wunderschön gereift (17,5 Punkte) gingen hier die Meinungen. Im Schnitt reichte es zu 15,76 Punkten.

Ein rarer edelsüßer Dessertwein machte den Abschluss:

13.      2015 Bacharacher Kloster Fürstental Riesling Auslese edelsüß.

Ein edelsüßer Wein wie er sein soll. Er wurde mit 102°Ö geerntet. Mit 16,33 Punkten erreichte er verdient die Höchstpunktzahl des Abends.

Als Resümee kann festgehalten werden: ein sehr informativer Abend mit dennoch hohem Genusspotential.

Verfasser: Wilfried

2016_08_Weingut Dr. Randolf Kauer Probenergebnis

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Weinprobe Aosta-Tal am 4.08.2016

Erstellt von Dieter am Mittwoch 24. August 2016

Bei unserem ausländischen Thema Italien haben wir gleich mit einem Extrem begonnen, dem Aosta-Tal, das in Italien die kleinste politische Region wie auch das kleinste Wein-Gebiet ist. Das Aosta-Tal ist eine der drei autonomen Regionen Italiens, denn bis 1861 gehörte es zu Savoyen bzw. Frankreich und hat aufgrund dieser Vergangenheit auch Französisch als zweite Amtssprache.

Der Weinbau wurde schon vor den Römern von der dortigen Urbevölkerung betrieben. Allerdings ist aufgrund der klimatischen und geografischen Situation ein Weinbau nur unter sehr erschwerten Bedingungen möglich. So ist auch die Anbaufläche von ca. 3000 ha am Ende des 19.Jahrhunders auf heute etwa 486 ha geschrumpft. Die Weinberge ziehen sich beidseitig am Ufer der Dora Baltea über 90 km entlang auf einer Höhe zwischen 300m und 1200 m.
Das gesamte Aosta-Tal gehört weinbaumäßig zur DOC „Valle d’Aosta“ und wird in sieben Subbereiche untergliedert (von Süden nach Norden).

*          Donnas – Südlichstes Anbaugebiet
*          Arnad-Montjovet – im Südosten
*          Chambave  im Osten
*          Nus – sehr kleiner Anbaubereich im Nordosten
*          Torrette –die größte Region um Aosta
*          Enfer d’Arvier im Nordwesten
*          Morgex-La Salle im äußersten Nordwesten auf 900m bis 1200m

Die Rebsorten:
Weiß:
Petit Arvin
Nus Malvoisie  (lokale Variante von Grauburgunder )
Muscat Blanc
Prie Blanc
Daneben noch Müller Thurgau, Chardonnay u.a.
Rot:
Picotendro  (Nebbiolo)
Petit Rouge
Vin de Nus
Fumin
Cornalin
Mayolet
daneben noch Spätburgunder, Syrah, Gamay, Freisa, Neyret, Dolcetto u.a.

Über Allem tront der Mont Blanc

Unsere Weinprobe startete im äußersten Westen mit Weißweinen und ging dann die Dora Baltea abwärts nach Süden, um mit den Rotweinen wieder nach Norden zurückzukommen.

Daher stammte der erste Wein aus der Unterregion Morgex – La Salle. Hier wir die Prie Blanc als autochthone Rebe angebaut. Aufgrund der kühlen Lageblieb sie von der Reblaus Katastrophe verschont und wird deshalb noch wurzelecht angepflanzt. Vor 20 Jahren wäre die dortige Winzergenossenschaft der einzige Vermarkter dieser Weine gewesen, aber heute vermarkten etwa 5 weitere Winzer ihre Weine selbst. Einer von Ihnen ist Ermes Pavese, von dem der 2014’er Blanc de Morgex stammte. Entsprechend der höhen Lage zeigte dieser Wein deutlich mehr Säure und eine etwas schlankere Struktur. Im Vergleich zu einer Verkostung im Vorjahr war der Wein allerdings schon viel weicher und reifer geworden.

115_06_75 8%

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die nächsten vier Weine stammten von der Petit Arvin als wichtigster weißer Rebsorte des Aosta-Tals. Auch die Petit Arvin sie ist eine typische Traube des italienisch-schweizer Alpenraumes.

Der erste Wein, der 2014’er Petit Arvin, „Vigne Rovetta“ kam vom Weingut Grosjean. Obwohl er als Lagenwein ausgezeichnet war, präsentierte er sich recht leicht und einfach. Seit seiner Abfüllung im letzten Jahr hatte er schon deutlich an Frische und Klarheit verloren.

Der zweite Wein, der 2014’er Petit Arvin vom Weingut Les Cretes war dann klarer und frischer als sein Vorgänger und zeigte sehr zarte Anklänge an Holz. Das Weingut ist mit 25 h das größte private Weingut im Aosta-Tal.

108_32_12 10%

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der dritte Wein, ein 2013’er Petit Arvin vom Weingut Chateau Feuilett zeigte mehr Struktur und Fülle aber auch Reife, da der Jahrgang 2013 das bessere Wetter hatte und daher reifere, vollere Wein gab.

Als Abschluss konnten wir den 2014’er Petit Arvin vom Weingut Elio Ottin verkosten. Er hatte die kräftigste Struktur aller vier Weine mit einem leichten Holz-Ton, war aber auch der teuerste dieser vier Weine. Elio Ottin baut erst seit 2007 die Weine selbst aus und gilt inzwischen als einer der besten Winzer im Aosta-Tal.

Mit dem 2012’er Nus Malvoisie der Winzergenossenschaft Crotta de Vergerons schlossen wir die Weißweine ab. Der Nus Malvoisie ist eine lokale Variante des Grauburgunders. Somit hatten wir auch einen recht runden, säurearmen Wein vor uns, der aber als 2012’er schon breitere Reifenoten zeigte und Frische verloren hatte. (Die Winzergenossenschaft scheint diese Weine immer recht spät in den Verkauf zu bringen, denn beim Kauf im Herbst 2015 war der 2012’er Petit Arvin der jüngste Jahrgang im Angebot).

Nun folgten die Rotweine.

Die Unterzone Arnad Monjevet liegt schon deutlich südlicher und tiefer. Daher ist hier der Einfluss des angrenzenden Piemonts deutlich zu spüren, und die Hauptrebsorte für die Rotweine ist der Nebbiolo, dessen lokale Variante Picotendro heißt.

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Auch der nächste Wein war ein Nebbiolo, diesmal mit einem 15%igen Anteil an Freisa und Neyret, aus der südlichsten Subregion „Donnas“. Der 2012’er Nebbiolo „Napoleon“ der Winzergenossenschaft Donnas war deutlich voller und runder. Mit ihm hatten wir allerdings auch der Spitzenrotwein der Winzergenossenschaft vor uns.

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Mit einer weiteren Rebsorte des italienisch-schweizer Alpenraumes, dem Cornalin, zogen wir wieder die Dora Baltea aufwärts. Die Rebsorte Cornalin ist eine natürliche Kreuzung zwischen den beiden Rebsorten Mayolet und Petit Rouge aus dem Aosta-Tal.

Der 2012’er Cornalin der Winzergenossenschaft Crotta de Vergerons war ein leichterer, fruchtiger Wein mit stärkeren Ledernoten und einem leichten Pfefferton.

Ganz anders präsentierte sich der 2013’er Cornalin vom Weingut La Source aus der Unterregion Torrette. Er war kräftiger und sehr fruchtig, was zu der Vermutung führte, dass hier mit der Mazeration Carbonique gearbeitet wurde. Dadurch schmeckte er gefälliger und weicher, was ihm zu einer besseren Bepunktung verhalf.

Aber wir waren mit unseren autochthonen Rebsorten das Aosta-Tal noch nicht am Ende.

Die wichtigste Rebsorte im oberen Teil des Aosta-Tals ist der Petit Rouge, der dunkelfarbene Weine mit reifem, weicherem Tannin und kräftiger Säure ergibt.

Der erste Wein aus dieser Rebsorte, der 2013‘er Torrette Superiore vom Weingut Chateau Feuilett präsentierte sich als frischer, recht weicher und runder Wein mit zartem Holz, während der 2013’er Torrette Superiore vom Weingut Feudo di San Maurizio sehr dicht und kräutrig daher kam. Er war noch etwas kantig, zeigte aber auch mehr Struktur. Dieser Wein wurde mit 10% Syrah verschnitten. (Die Bezeichnung Torrette Superiore steht für Weine die mindestens 1% mehr Alkohol haben als der normale Torrette)

Und noch eine weitere autochthone Rebsorte konnten wir verkosten. Die Rebsorte Fumin steht für dunkle Weine mit kräftiger Säure und härterem Tannin. Sie wurde deshalb früher nur für Cuvees verwendet. Erst seit etwa 10 Jahren hat man die Rebsorte kellertechnisch so im Griff, dass man auch gute reinsortige Weine daraus produzieren kann.

Das konnten wir bei dem 2013’er Fumin vom Weingut Elio Ottin erschmecken. Wir hatten hier einen dichten, gut strukturierten Wein mit zarten Kräuternoten und einem Hauch Süße vor uns. Das war mit Abstand der höchstbewertete Wein des Abends.

Damit waren wir auch am Ende der Probe angekommen. Wir hatten an diesem Abend Extrem-Weine aus einem ungewöhnlichen Gebiet mit eigenwilligen autochthonen Rebsorten verkostet. Die meisten dieser Weine sind so selten, dass sie bei uns in Deutschland nicht zu kaufen sind und mussten deshalb auch im letzten Herbst vor Ort besorgt werden.

Bei den Weißweinen zeigte sich, dass sie deutlich vom gewohnten, fruchtigen Geschmack der deutschen Weine abwichen und so die Bewertung schwer fiel. Bei den Rotweinen waren dann die Unterschiede zu den gewohnten Rotweinen nicht ganz so groß.

Einige Kurz-Informationen zu den Winzern und Winzergenossenschaften:

Pavese Ermes
Strada Pineta, 26, La Ruine; 11017 Morgex (AO)
4 ha, 30.000 Flaschen

Maison Vigneronne Frères Grosjean
Villaggio Ollignan, 1; 11020 Quart (AO)
7 ha

Les Crêtes
Loc. Villetos, 50; 11010 Aymavilles (AO)
25 ha, 200.000 Flaschen

Chateau Feuillet di Fiorano Maurizio
Loc. Chateau Feuillet, 12; 11010 Saint-Pierre (AO)
5 ha, 30.000 Flaschen

Elio Ottin
Fraz. Porossan Neyves, 209; 11100 Aosta (AO)
4 ha, 30.000 Flaschen

La Source
Loc. Bussan Dessous, 1; 11010 Saint-Pierre (AO)
6,5 ha

Feudo di San Maurizio of Vallet Michel
Fraz. Maillod, 44; 11010 Sarre (AO)
7 ha, 40.000 Flaschen

La Crotta di Vegneron
Piazza Roncas 2; 11023 Chambave (AO)
ca. 130 Mitglieder,  34 ha, ca. 220.000 Flaschen

La Kiuva
Fraz. Pied de ville 42; 11020 Arnad (AO)
Ca. 60 Mitglieder,  25 ha, 70.000 – 100.000 Flaschen

Caves Coopératives de Donnas
Via Roma 97; 11020 Donnas (AO)
26 ha, 150.000 Flaschen
Informationen zu diesen und weiteren Winzern: http://www.routedesvinsvda.it/en/index.cfm/producers.html

Verfasser: Dieter

Lageplan der Winzer    Aostatal, Lage der Winzer

2016_07_Probenergebnis Aosta-Tal

 

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Weinprobe „Mittelrhein Riesling Charta“ vom 02.06.2016

Erstellt von Dieter am Freitag 12. August 2016

Mit dem Besuch des Mittelrhein Weinbaupräsidenten, Heinz-Uwe Fetz, und dem Vizepräsidenten, Joachim Lorenz, bekam die Probe auch einen wirtschaftlichen und weinpolitischen Hintergrund. Heinz-Uwe Fetz sitzt zudem im Vorstand der „Mittelrhein Riesling Charta“. Deren 38 Mitgliedsbetriebe repräsentieren ca. die Hälfte der Mittelrhein Weingüter.
Beiden Winzer konnte man bei jedem Wort entnehmen, dass sie die Gelegenheit vor der Weinbruderschaft nutzen wollten, um nicht nur Ihre Weine vorzustellen, sondern auch eine Lanze für den Mittelrhein als Kulturlandschaft, deren Winzer und Weine zu brechen. Halt Mittelrheiner mit Herz und Seele.
Daher war der Start in die Probe relativ „trocken“, denn die geplante Vorstellung der Weine trat zugunsten der Plädoyers vorerst in den Hintergrund. Das war auch vollkommen in Ordnung, denn aus den geschilderten Zusammenhängen konnten wir mit einem anderen Wissen den Weinen gegenübertreten.

Als Weinbaupräsident liegt Herrn Fetz natürlich die Gesamtsituation der Winzer am Herzen. Er schilderte die Auflassung von vor allem Steillagen, den schleichenden Verfall der Terrassierung, Von ursprünglich 2.000 ha Anbaufläche werden z. Zt. noch 470 ha bewirtschaftet. Diese Fläche erstreckt sich über 5 Landkreise und hat die größte Nord-Süd-Ausdehnung aller Weinbaugebiete. Dem entsprechend unterschiedlich sind die Böden. Von vulkanischem Gestein, über Bims, zu Verwitterungs- und Ölschiefer; eine zu große Vielfalt. Um die Kulturlandschaft des Mittelrhein zu erhalten, sind verschiedene Aktivitäten um die beiden attraktiven Wanderwege (links Weinburgenweg, rechts Rheinsteig) gestartet worden, um dort auch wirtschaftlich überleben zu können. Eine Initiative plant die Mittelrhein-Kirsche, die früher das zentrale Angebot darstellte, wiederzubeleben. Mit der Mittelrhein Riesling Charta sind wir dann auf das Thema des Abends zurückgekommen.
Die „Mittelrhein Riesling Charta“ ist ein Zusammenschluss qualitätsbewusster Winzer des Mittelrheins mit dem Ziel, die Weinkultur des Anbaugebietes in seiner Gänze zu fördern und weiter zu entwickeln. So soll den Charta-Weinen ein markantes, qualitativ hochwertiges Profil verliehen werden, es soll ein Beitrag zum Erhalt des UNESCO-Welterbes geleistet werden und die wirtschaftlichen Chancen der Region sollen gesteigert werden.
Zentraler Baustein ist der Charta-Fond: Jedes Mitglied entrichtet einen Beitrag (1.000 € / ha und 10 ct pro verkaufter Profilweinflasche), der in den Charta-Fond einfließt. Der Mittelrhein-Wein e.V. verwaltet diesen Fond treuhänderisch und setzt die Mittel für den Erhalt der Kulturlandschaft ein. Auch Fördermittel der Europäischen Union (80.000 €) fließen in das ambitionierte Projekt ein: Die Mittelrhein Riesling Charta ist ein sogenanntes LEADER-Projekt (frz. Liaison entre actions de développement de l’économie rurale, dt. Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft). Ganz praktisch heißt das, dass in Zukunft zum Beispiel zerfallende Trockenmauern aus Mitteln der Charta erneuert werden können, was die Aufgabe mancher Weinlage verhindern kann. Diese Fakten machen deutlich, dass es bei der Mittelrhein Riesling Charta nicht nur um die Schaffung neuer Weinmarken geht, sondern um die ganzheitliche Förderung des Kulturgutes Riesling in seiner mittelrheinischen Kulturlandschaft.
Vorbild für die „Mittelrhein Riesling Charta“ ist die vor dreißig Jahren ins Leben gerufene Vereinigung Vinea Wachau Nobilis Districtus, kurz Vinea Wachau. Die Parallelen zwischen der Wachau und dem Mittelrhein sind offensichtlich: Beide Weinanbaugebiete sind Flusstäler, UNESCO-Welterbe und bergen das Potential für großartige Rieslinge. Gegründet wurde die Vinea Wachau (3mal so große Anbaufläche wie der Mittelrhein) in einer Situation, in der es um das Image des österreichischen Weines nicht zum Besten bestellt war.
Die Mitglieder der „Mittelrhein Riesling Charta“ haben sich zu einem aus vier Regeln bestehenden Codex verpflichtet. (Die Wachau hat 6 Regeln:  strenges Herkunftsprinzip, keine Anreicherung, keine Konzentrierung, keine Aromatisierung, eine Fraktionierung sowie Natur und sonst nichts)

1.    Strenges Herkunftsprinzip (Erzeugerabfüllung im Gebiet hergestellter Weine).

2.   Rebsorte Riesling zu 100 %.

3.   Keine Konzentrierung, Aromatisierung oder Fraktionierung.

4.   Strenge Qualitätskontrolle durch die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz (mindestens drei Punkte von 5 Punkten bei der Qualitätsweinprüfung) und durch die Charta-Kommission.

Wie die Wachau hat sich die „Mittelrhein Riesling Charta“ für 3 Profilweintypen entschieden.

Handstreich:              Handsteich
„Ein moderner, filigraner und feinfruchtiger Riesling, der den Gaumen und die Herzen in kürzester Zeit – im Handstreich – erobert. Ideal für den Genuss zwischendurch, am Mittag oder zum leichten Abendessen.“ Um Leichtigkeit und Frische auszustrahlen darf dieser Wein maximal 12% Gesamtalkohol haben, entsprechend maximal 11 Volumenprozent. Und seine Säure wird von einem Restzuckergehalt von mindestens 15 g/l, aber nicht mehr als das Dreifache des Säuregehaltes, ausbalanciert.

 

Felsenspiel:                           Felsenspiel

„Felsenspiel ist ein ausgewogener, bodenständiger Riesling, der weder polarisiert noch umschmeichelt. Er passt einfach immer.“ Dieser Allrounder vom Classic-Typ darf über maximal 13% Gesamtalkohol verfügen und sein Restzuckergehalt darf das Zweifache der Säure nicht übersteigen.

 

Meisterstück:     Meisterstück
„Ein vollendeter, trockener Riesling, vollmundig und nachhaltig im Geschmack. Ihm wendet man sich bewusst zu. Er verdient die volle Aufmerksamkeit. Er möchte genossen werden. Ein Meisterstück eben.“ Dieser vollreife Riesling muss über mindestens 13% Gesamtalkohol verfügen und analytisch trocken sein.

Alles nachzulesen unter: http://www.mittelrhein-weinfuehrer.de/RieslingCharta.html

Herr Fetz führte zum Abschluss aus, dass der Schrumpfungsprozess, den der Mittelrhein durchgemacht hat, auf andere Weinbaugebiete wie Mosel und Nahe noch zukommen wird.
Nach der Vorstellung der Gesamtsituation kamen die beiden Winzer auf Ihre Betriebe zu sprechen.

Das Weingut Toni Lorenz in Boppard betreibt neben dem Weinbau noch das Weinhotel Landsknecht, was wahrscheinlich in naher Zukunft in unmittelbarer Nähe zu der geplanten Rheinbrücke im Mittelrheintal liegen wird. J. Lorenz bewirtschaftet 3 ha eigene Anbaufläche und erwirbt noch von einem Hektar Trauben dazu. Damit ist er in der Lage 50- 60.000 Flaschen Wein zu produzieren. Seine Lagen ziehen sich von Boppard bis in den Hunsrück (Simmern). Angesprochen auf die angepflanzten Rebsorten, brach J. Lorenz eine Lanze für den Müller-Thurgau. Er baut ihn – obwohl er den Niedergang der Rebsorten verfolgt hat – nach wie vor an und baut ihn als Rivaner aus. H-U Fetz vertrat die Meinung, dass der Müller Thurgau bei ihm die nötige Qualität nicht liefere. „Andere können das besser.“ Beide beschränken Ihr Angebot an Grauburgunder, da es dafür noch keine Züchtung mit lockerbeerigen Trauben gäbe.

Das Weingut Heinz Uwe Fetz in Dörscheid bewirtschaftet 4 ha eigene Anbaufläche. Mit dem Ertrag werden ca. 35.000 Flaschen Wein und zusätzlich 120 verschiedene Destillate produziert, Davon könne er gut leben, betonte Herr Fetz. Seit 2013 verzichtet in seinem Angebot auf die Angabe von Qualitätsstufen.

Die Probe begann mit zwei Grauburgundern.

1.    2015er Grauburgunder   QW (13,5%, 12 RZ, 5,6 S).
Der spontan vergorene, halbtrockene Grauburgunder vom Weingut Fetz blieb irgendwann bei 50% des Prozesses stehen. Auch die Zugabe von Reinzuchthefen half nicht weiter. Ein möglicher Grund könnte die Stickstoffunterversorgung in 2015 gewesen sein. Die typischen Grauburgunder Noten stellten sich, ergänzt von einer Apfelnote, in der Nase ein. Im Mund produzierte er – unterstützt vom Alkohol – Fülle, belegte Zunge und Gaumen mit einer Textur, hatte Länge und auch Schmelz. Der Wein wurde am 3.2.16 von der Vollhefe abgezogen und abgefüllt. Seitdem lagert er in Flaschen und wird im September in den Verkauf kommen.

2.   2015 Bopparder Hamm Grauburgunder  QW (12%, 6.5 RZ, 5.8 S)
Die typischen Grauburgunder-Noten wurden bei diesem Wein vom Weingut Lorenz von Citrus und Stachelbeere begleitet. Schon in der Nase ein deutlich leichterer, feinerer, eleganterer Vertreter. Der nicht angereicherte Most hatte Spätlese Qualität. Er wurde wie der andere Vertreter einem biologischen Säureabbau unterzogen, da die Weine sich dann runder und fülliger präsentieren. Im Mund eleganter, feingliedriger, trockener und weniger Körper was auch dem geringerer Alkoholgehalt geschuldet ist. Ein kleiner Teil des Weines wurde im Holzfass ausgebaut.

3.    2015 Handstreich Riesling   QW  (10,5%, 8 RZ, 8,3 S)
Weingut Fetz stellt seinen 1. Profilwein, einen Handstreich, vor. Der präsentierte sich mit gelben Früchten und Citrus in der Nase. Luft erschlossene weitere Aromen. Im Mund überzeugte der Wein mit einem schönen Frucht Säure Spiel sowie spürbarer Mineralik Der Appetit auf den 2. Schluck wurde jedoch die Restsüsse etwas eingebremst. Ein leichter, unkomplizierter Wein für den täglichen Genuss.

4.   2015 Bopparder Hamm Spätburgunder Blanc de Noir  QW  (12%, 8,5 RZ, 7,8 S)
Bedingt durch die Kirschessigfliege wurde der Spätburgunder als Blanc de Noir ausgebaut. Um nicht mit Aktivkohle nach einer Maischestandzeit die Farbe herausfiltern zu müssen, blieb es bei einer kurzen Standzeit, die im Glas ein leichtes Rot widerspiegelt. Die Spätburgunder typischen Note wurde durch Himbeernoten erweitert. Im Mund hinterließ der Wein wenig Nachhall und Eindruck. Die Süße dominierte.

5.   2015 Riesling Charta QW (12,5%, 9 RZ, 9 S, 85° Oechsle)
Der vom Weingut Fetz präsentierte Charta Riesling wurde chaptalisiert. Er kommt mit einer komplexen Nase mit dichten gelben Früchten rüber. Im Mund zeigt er eine herbe Frucht und eine schöne Säure mit noch nicht eingebundener Mineralik und einem schönen Spiel. Der Wein soll sich vom Meisterstück unterscheiden und ist daher auch eckiger und einfacher.

6.   2015 Bopparder Hamm Feuerlay Riesling ,Spätlese trocken (12,5%, 8,5 RZ, 7,8 S)
Beim Gegenspieler vom Weingut Lorenz handelt es sich um eine Riesling Spätlese Die zurückhaltende Nase gibt gelbe Früchte wieder. Im Mund stehen Frucht (vor allem Citrus) Textur und Säure noch nicht im Einklang miteinander. Obwohl Teile des Weins im Holz ausgebaut wurden, wird der Wein aus der Lage immer erst im September richtig rund. Auch hier wird der Wein bewusst im trockenen Bereich unter dem Meisterstück angeboten.

7.    2015 Meisterstück Riesling QW (13,5%, 9 RZ, 9,6 S und 95° Oechsle)
Der 2. Profilwein der Riesling Charta nennt sich Meisterstück und wird trocken ausgebaut. Das Weingut Fetz produzierte ungefähr 1.500 Flaschen in 2015. Der Wein ist spontan nach 14 Stunden Maischestandzeit vergoren, wurde aber mit Reinzuchthefen unterstützt. In der Nase kommt er kräutrige rüber, mit Luft erschließen sich gelbe Früchte und Apfelnoten. Im Mund dominiert eine spitze Säure. Der Wein wirkt noch nicht rund und trinkreif. Er braucht seine Zeit. Herr Fetz erzählte, dass der Wein im Winter noch intensiv nach Zimt roch.

8.   2015 Meisterstück Riesling, Spätlese trocken (13,5%, 9 RZ, 9,1 S und 100° Oechsle)
Das Meisterstück vom Weingut Lorenz wird normalerweise auf einer ausgesuchten Parzelle ausgebaut. Die 1.000 qm lieferten im Herbst 2015 jedoch 110° Oechsle und damit ließ sich ein trockener Weißwein kaum ausbauen. Er musste daher das Lesegut einer weiteren Parzelle verwenden. Auch diese lieferte gut 100° Oechsle. Die zurückhaltende Nase mit gelben Früchten und Citrus ließ auch hier ahnen, dass der Wein Zeit braucht. Im Mund war Apfel schmeckbar. Die Mineralik zeugt von Qualität. Der fruchtige Abgang lässt eine freudigeZukunft erwarten. Der Wein wurde spontan auf 0 g/l RZ vergoren und später mit Wein aus der 110° Oechsle-Parzelle vermählt. Teile des Weins wurden im Holz ausgebaut.

9.   2015 Felsenspiel Riesling QW (12%, 13,5 RZ, 8,0 S)
Das Flaggschiff der Mittelrhein Riesling Charta heißt Felsenspiel und wird süß ausgebaut. Im vom Weingut Fetz vorgestellten Wein wurde die Erwartung eines fruchtsüßen Weins in der Nase zunächst nicht getroffen. Der Wein präsentierte sich zurückhaltend. Er braucht Luft und Wärme. Dann treten die Riesling typischen Aromen begleitet von Apfel und Birne zu Tage. Den Mund prägt die Frucht nachhaltig, das Frucht-Säure-Spiel überzeugt. Braucht Zeit um zu Reifen.

10.   2015 Felsenspiel Riesling, Spätlese, feinherb (11,5% 15,5 RZ, 7,8 S)
Das Felsenspiel vom Weingut Lorenz braucht auch Luft. Um dann mit dichten Fruchtaromen, so ein bisschen Campino, zu überzeugen. Die auf einer trockenen Parzelle, die fruchtsüße Rieslinge garantiert, gelesenen Trauben können auch im Mund viel. Säure und Süße harmonieren schon jetzt prächtig und passen zueinander. Die Fülle im Mund und das adstringierende Fruchtspiel machen Lust auf den zweiten Schluck.

In der letzten Proberunde konnten die Winzer ihre Lieblinge präsentieren.

11.   2013er Dörscheider Wolfsack  Spätburgunder „B“  QW  (14,5%, 0,2 RZ, 5,4 S)
Weingut Fetz hat sich bewusst entschieden, dem 2013 seine besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Das gute Rotweinjahr 2013 hat ihm erlaubt, die Trauben seines lockerbeerigen Klons sehr spät zu ernten. Das ergibt auch einen guten Farbeintrag. Bei ca. 45- 50 hl reichte die Ernte für gut 1.000 Flaschen. Nach 12 Tagen Maischstandzeit vergor der Wein im Stahltank. Von der groben Hefe ging es direkt für 5 Monate in neue Fässer aus amerikanischer Eiche, daher nur „B“ und nicht „Barrique“. Das Ergebnis kann sich nicht nur im Glas sehen lassen. Das dichte, dunkle Rot wird von typischen Spätburgunder-Aromen begleitet. Die Mandel kommt gut durch. Im Mund wirkt die Tanninstruktur durch den „molligen“ Charakter nicht unangenehm. Der Abgang ist kantig und wird von Vanille begleitet. Hier ist noch Reifezeit nötig.

12.   2015 Bopparder Hamm Feuerlay Riesling, Auslese (11,5%, 54 RZ, 9 S)
Das Weingut Lorenz präsentierte uns das eigentlich geplante Meisterstück als Auslese. Die geernteten 110° Oechsle mit Botrytisbelastung überzeugen jetzt schon, brauchen aber dazu eine gewisse Vorlaufzeit, denn Luft und Wärme tun ihr gut. Dann entwickeln sich die Aromen in der Nase, die sich dann auch im Mund wiederfinden. Die schöne Säure wird von der Süße gut eingebunden, das Fruchtspiel mit Apfel wiederum lässt die Süße nicht dominieren. Schon jetzt eine runde, überzeugende Vorstellung.

Ein kurzweiliger Abend mit unterhaltenden Geschichten und überzeugenden Wein, die Lust auf mehr Mittelrhein gemacht haben. Danke schön Herr Fetz, Herr Lorenz.

Verfasser: Uwe

2016_06_Probenergebnis Mittelrhein Riesling Charta

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Weinprobe mit dem Weingut Matthias Müller aus Spay am 19.05.2016

Erstellt von Dieter am Freitag 12. August 2016

Der Probenbericht ist in Arbeit. Leider hat sich die Fertigstellung schon wieder verzögert.

 

2016_05_ Probenergebnis Weingut Matthias Müller

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Weinprobe mit der Winzerinitiative „Gipfelstümer“ am Mittelrhein am 07.04.2016

Erstellt von Dieter am Freitag 17. Juni 2016

Der Mittelrhein ist ein Weinbaugebiet geprägt von Steillagen (60 % mit mehr als 30 % Neigung), Schieferböden und Riesling (75 %).
Die Bewirtschaftung ist sehr arbeitsaufwendig, was sich aber im Preis nicht widerspiegelt.
Logische Konsequenz war, dass sich die Rebfläche von ca. 2.000 ha vor 100 Jahren enorm verkleinert hat. Hier einige Zahlen aus der Literatur:
1979  ca. 900 ha
1994  ca. 700 ha
2001        572 ha
2014       462 ha.
Kleiner ist nur noch die Hessische Bergstraße.

Die Nebenerwerbswinzer verschwinden immer mehr. Deren brachgefallene Rebflächen bedrohen u.a. die zum Weltkulturerbe erhobene Kulturlandschaft, die zu verbuschen droht.
Die verbliebenen Vollerwerbswinzer bewirtschaften im Schnitt um 10 ha.
Der meiste Wein wird am Mittelrhein selbst getrunken vorwiegend auch in den zahlreichen Ausflugsorten

Jetzt soll es wieder aufwärts gehen, der Mittelrhein soll langsam aus seinem Dornröschenschlaf herauskommen. Dafür engagiert sich eine neue, junge und bestens ausgebildete Winzergeneration (Geisenheim-Studium oder Weinbautechniker)
Hierfür stehen beispielhaft die „Gipfelstürmer“, die sich im Untertitel „Winzerinitiative Mittelrhein“, bestehend aus:
–   Felix Pieper vom Weingut Pieper, Königswinter (NRW),
–   Thomas und Martin Philipps vom Weingut Philipps-Mühle, St.Goar,
–   Sebastian Schneider, „Schneider – Das Weingut“, Bad Hönningen,
–   Christina Wagner, Weingut Wagner, Koblenz (inzwischen nach Österreich verzogen und damit ausgeschieden).

Die Winzerinitiative hat sich am 21.9.2009 bei Fischers in Köln gegründet.
Die Schlagworte sind:
–   Der Mittelrhein ist bedroht  (Mittelrhein heißt Steilhang – Steilhang heißt aufwändige Bearbeitung –   Aufwändige Bearbeitung heißt Abbau von Rebfläche (40% in den letzten 30 Jahren)
–   Rettet den Steilhang  (Rekultivierung alter Lagen – Höchste Qualität – Keine Kompromisse)
–   Echte Mittelrhein-Weine (Tiefgründige Mineralität – Vielschichtiges Bukett – Konzentriert Geschmackstoffe)
Wir waren gespannt, ob die Probe dieses selbstgesetzte Programm widerspiegelt und bestätigen kann.

Als Vertreter der Gipfelstürmer präsentierte uns Thomas Philipps seine und die Weine seiner Kollegen.

Wein No. 1   2014er Riesling Sekt brut  vom Weingut Philippsmühle, Qualitätssekt brut.
Der Sekt präsentierte sich sauber und relativ neutral. Er stammt aus einer Extra-„Sektlage“, d.h. einer Kabinett-Lage, die auch bei physiologischer Reife ein gutes Säurespiel bei wenig Alkohol aufweist.
Es wurde Ganztraubenpressung und Ausbau im Edelstahl durchgeführt.
Die Wertungen schwankten zwischen 13,0 und 15,5 und ergaben einen Mittelwert von 14,3 Punkten.
2011 und 2012 wurde noch nur ein Sekt von allen 3 beteiligten Weingütern erzeugt.

Wein No. 2  2014er Loreley Spätburgunder Blanc de Noir, Qualitätswein trocken vom Weingut Philippsmühle.
Die Trauben stammen aus Oberheimbach und St.Goar. Er präsentierte sich als frischer, unkomplizierter Sommerwein. Einige Weinbrüder konnten mit dem Wein wenig anfangen und werteten mit 12,0 Punkten, andere gaben ihm aber auch 15,0 Punkte, so dass eine Durchschnittswertung von 13,9 Punkten herauskam.
Bei den nächsten beiden Weinen wandten wir uns den weißen Burgundersorten, die inzwischen auch vermehrt angepflanzt werden, zu.

Wein No. 3  2015er Weissburgunder Qualitätswein trocken vom Weingut Sebastian Schneider.
Eine saubere, typische Nase mit Birne als Primärfrucht kennzeichnete diesen typisch 2015er Wein.
Die Trauben stammen aus Oberheimbach. Er wurde mit Reinzuchthefe im großen Holzfass ausgebaut. Bei einer Schwankungsbreite zwischen 13 und 15 Punkte ergab der Mittelwert 14,2 Punkte.

Wein No. 4  2014 Hönninger Am Münchberg Grauburgunder „S“,  Qualitätswein trocken vom Weingut Sebastian Schneider.
Der Wein wurde spontan vergoren, was sich in der Nase und auch im Mund bemerkbar machte und einigen nicht so richtig gefiel, andere empfanden ihn als fein und elegant mit allenfalls etwas kurzem Abgang. Daher schwankten die Wertungen zwischen 12 und 15/15,5 Punkten bei einem Mittelwert von 13,8 Punkten.

Wein No. 5  2015er Gewürztraminer & Riesling Königswinterer Drachenfels Qualitätswein trocken vom Weingut Pieper.
Obwohl die übliche Cuvée aus 60% Gewürztraminer und 40% Riesling besteht, fiel bei diesem Wein eine kräftige Rieslingsäure im Vordergrund verbunden mit verhaltenen Traminernoten mehr im Hintergrund auf. Die Wertungsnoten bewegten sich zwischen 12,5 und 15 bei einem Schnitt von ebenfalls 13,8 Punkten.

Wein No. 6  2014er Riesling „Alte Reben“ Qualitätswein trocken vom Weingut Sebastian Schneider.
Bei neutraler, sauberer Rieslingsnase war eine schöne Mineralik zu schmecken.
Die Trauben stammen aus einem 40-59 Jahre alten Weinberg aus Oberheimbach.
Die Wertungen lagen relativ dicht zusammen zwischen 13,5 und 15,5 Punkten, was rechnerisch einen Durchschnitt von 14,3 Punkten ergab.

Wein No. 7   2013er St.Goarer Frohwingert Riesling Qualitätswein trocken vom Weingut Philippsmühle.
Der Wein präsentierte sich sehr reif mit leichten Petrolnoten, was zu einer kontroversen Diskussion führte. Er hatte Frucht und Kraft.
Der Frohwingert ist die beste lokale Einzellage und ist teilweise mit 40-50 Jahre alten Reben, teilweise mit 2005 angepflanzten Reben bestockt. Wer den Petrolton nicht mochte, wertete ihn um die 13,0 Punkte, die Freunde dieses typischen Tons für reife Rieslinge gingen bis 16,0 oder sogar 16,5 Punkte. Der Durchschnitt pendelte sich bei 14,8 Punkten ein.

Wein No. 8  2015er Riesling Königswinterer Drachenfels „Rüdenet“ Qualitätswein trocken vom Weingut Pieper.
Obwohl spontan vergoren gefiel dieser junge Wein doch allgemein. Er spiegelte die Minera-lik des Drachenfels-Trachyts wieder. Rüdenet ist eine alte Gewannbezeichnung, die wieder auflebt. Es ergab sich eine recht harmonische Bewertung zwischen 14,5 und 16,0 Punkten, was mit 15,1 Punkten zur besten Durchschittswertung des Abends führte.

Wein No. 9  2014er St.Goarer Burg Rheinfels Riesling Qualitätswein halbtrocken vom Weingut Philippsmühle.
Der Restzucker von 16,4 gr/L führte zu einer fruchtigen Rieslingnase mit Honignoten.
Die Reben wachsen auf 100% Schiefer. Hier schieden sich die Freunde des etwas lieblicheren Weines, die bis 15,5 Punkte vergaben, von den Trockenliebhabern, die nur mit 13,0 Punkten werteten. Der Durchschnitt ergab 14,4 Punkte.

Wein No. 10  2014er Hönninger Am Münchberg Riesling „S“,  Qualitätswein feinherb vom Weingut Sebastian Schneider.
Feinherb hieß bei diesem Wein 26 gr/L Restzucker. Auch hier gingen die Trockenfans bis auf 12,5 Punkte herunter, wogegen die Liebhaber des auch mal etwas süßeren Tropfens bis 15,0 Punkte vergaben. Im Schnitt kamen 14,2 Punkte heraus.

Wein No. 11  2015er Königswinterer Drachenfels Riesling Qualitätswein Spätlese vom Weingut Pieper.
Ein spontan vergorener Wein mit deutlichen Honignoten, dessen 80,7 gr/L Restzucker deutlich schmeckbar waren. Ein typischer Digesthiev-Wein, von dem man nicht allzu viel trinkt. Die Wertungen zwischen 13,0 und 15,5 Punkten zeigten wieder die Präferenzen auf, wobei eine bemerkenswerte Zahl der Koster mit glatten 15,0 Punkten sehr einheitlich wertete. Der Durchschnitt lag bei 14,6 Punkten.

Zum guten Schluss ein gereifter Rotwein, aber kein „Drachenblut“:
Wein No. 12  2012er Rhöndorfer Drachenfels Qualitätswein Spätburgunder trocken vom Weingut Pieper.
Etwas schwierig nach dem süßen Vorgänger war die Spätburgunder zu verkosten, aber Ehre, wem Ehre gebührt: Dieser 12 Monate im Barrique gereifte Spätburgunder fand seine Würdigung. Mit 15,0 Punkten im Schnitt erzielte er die zweitbeste Wertung des Abends, wobei das Gros der Wertungen zwischen 14,0 und 16,0 Punkten lag.

Als Fazit kann man festhalten, dass alle Weine den selbst gesetzten Anspruch erfüllten. Es ist schön, dass es außer der knappen Handvoll bekannter „Spitzenwinzern“ am Mittelrhein jetzt Nachwuchswinzer gibt, die eine solch hohe Qualität erzeugen und das zu verbraucherfreundlichen Preisen.

Zu den 3 beteiligten Weingütern:

Philipps-Mühle, St.Goar
Das heutige Weingut war ursprünglich eine Mühle, die erst kürzlich nach langen 781 Jahren Betrieb geschlossen werden musste, da mittlerweile keinen der Abnehmerkreis für handwerklich vermahlenes Mehl zu klein geworden ist. Der Vater der Brüder Thomas und Martin Philipps war noch hauptsächlich Müller.
Von ursprünglich nur 0,2 ha für den Eigenbedarf ist das Weingut mittlerweile auf ca. 5 ha Rebfläche in St.Goar und Oberheimbach angewachsen, größtenteils auf Devonschieferböden im Steilhang. Sie sind mit 90% Riesling und 10% Müller-Thurgau bestockt.
Gegen den Trend werden in den kommenden Jahren weiter Weinbergsbrachen rekultiviert, um die jahrtausendealte Weinbautradition der Region zu bewahren.
Im Weingut wird eine Winzerschenke und an der Loreley eine Vinothek betrieben.

Weingut  Sebastian Schneider – Schneider das Weingut, Bad Hönningen
Das Weingut ist eine Neugründung aus 2006. Der elterliche Betrieb, das Stadtweingut Bad Hönningen (8,5 ha) musste aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben werden.
Nach der Lehre im elterlichen Betrieb erweiterte er seine Erfahrungen bei Dönnhoff und arbeitete  u.a. bei Markus Molitor, wo er auch in die Geheimnisse der Spontangärung eindrang. Er machte seinen Abschluss als Weinbautechniker in Bad Kreuznach. Heute arbeitet er als Betriebsleiter in der WG Meddersheim / Nahe.
Ausgehend von 1 ha in Hönningen bewirtschaftet er bzw. lässt inzwischen ein Panoptikum von Flächen in Ober- und Niederheimbach und Boppard bewirtschaften, insgesamt 2,5 ha mit steigender Tendenz. Das Rebsortenspektrum umfasst neben Riesling   Grau- und Weissburgunder sowie Müller-Thurgau (Rivaner) und etwas Spätburgunder. Diese weite Streuung der Lagen zwischen Mäuseturm und Siebengebirge stellen eine logistische Herausforderung dar.

Weingut Pieper, Königswinter („Ihr Siebengebirgswinzer“)
Das Weingut Pieper ist einer von 3 Vollerwerbswinzern in Nordrhein-Westfalen. Von den 24 ha im Siebengebirge in NRW bewirtschaftet das Weingut allein über 9 ha. Bekannt ist die Gutsschänke „Jesuiter-Hof“ mitten in Königwinter, einem Tourismus-Hotspot am unteren Mittelrhein. Dazu gehören zur erweiterten Familie u.a.  das wunderschöne Haus „Drachenloch“ und das „Weinhaus am Domstein“ in Rhöndorf. Bekannt sind der Rotwein „Drachenblut“ und das Cuvee „Guerilla“. Die Weine gedeihen rund um den Drachenfels auf Trachytböden, der Stein, aus dem u.a. die mittelalterlichen Teile des Kölner Doms gebaut sind.
Wer die NRW-Weine verfolgt hat, konnte feststellen, dass speziell das Weingut Pieper einen Qualitätssprung gemacht hat, seit Felix Pieper nach Absolvierung der FH Geisenheim für die Weine verantwortlich ist.
Das Rebsortenspektrum ist recht breit. Neben Riesling werden Burgundersorten und Chardonnay, Sauvignon Blanc, gelber Muskateller, Kerner, Gewürztraminer, Ehrenfelser, Scheurebe und Portugieser angebaut. Chardonnay und Spätburgunder werden auch im Barrique ausgebaut. Auch Sekte werden angeboten.
Die meisten Weine werden in nahen Umkreis von Königswinter vertrieben.

Verfasser: Wilfried

2016_04_Gipfelstürmer Probenergebnis

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Weinprobe mit dem Weingut Peter Kriechel am 17.03.2016

Erstellt von Dieter am Freitag 17. Juni 2016

Als Deutsches Jahresthemas haben wir für 2016 die Anbaugebiete Ahr und Mittelrhein vorgesehen. Daher freuten wir uns, mit dem Weingut Peter Kriechel den zweiten Winzer von der Ahr begrüßen zu dürfen.

Das Weingut ist inzwischen mit 27,5 ha Weinbergsfläche das größte Weingut an der Ahr. Der Gründer Peter Kriechel war bis 1952 Nebenerwerbswinzer mit 1,5 ha Weinbergsfläche. Dann beschloss er nicht mehr nur die Trauben zu produzieren sondern auch die Weine selbst auszubauen und zu vermarkten. Das Weingut wuchs danach auf ca. 3 ha. 1969 übergab er es an seine beiden Söhne Hermann und Ernst, die mit der Ausbildung zum Winzermeister beziehungsweise Weinbautechniker die nötige berufliche Fachvoraussetzung zur Führung des Weinguts hatten. Die Fläche wurde auch danach stetig erweitert. In den 70er Jahren war man soweit gewachsen, dass der Platz zum Ausbau der Weine in Marienthal nicht mehr reichte und so zog man nach Ahrweiler um.
Im Jahre 2002 konnte das Weingut sein 50-jähriges Jubiläum feiern.
Im November 2003 wurde die Verantwortung für das nun das inzwischen auf 20 ha angewachsene Weingut an die nächste Winzer-Generation übergeben. Markus, Michael und Gerd Kriechel teilen sich mit dem Senior Ernst Kriechel seitdem die Aufgaben. Zusammen mit ihrem Kellermeister Michael Hewel zeigten Sie in den letzten Jahren eindrucksvoll die gestiegene Weinqualität.
So konnte das Weingut mit dem 2011 Portugieser Pfaffenberg den Rotweinpreis 2013 in der Rubrik „Unterschätzte Sorten“ gewinnen.

Die Rebfläche beträgt aktuell 27,5 Hektar, die Jahresproduktion ca. 360.000 Flaschen
Die besten Lagen sind Neuenahrer Sonnenberg, Walporzheimer Kräuterberg, Ahrweiler Rosenthal und Marienthaler Rosenberg (Frühburgunder)
Die Rebsorten sind zu 60% Spätburgunder, 20% Frühburgunder, 10% Grau- und Weißburgunder und 10% übrige Sorten wie Müller-Thurgau, Riesling, Optima, Kerner, Würzer, Bacchus.
Der Durchschnittsertrag liegt über alle Weine bei 60 hl/ha.
Für die einfachen Liter-Weine, die als Landweine auf den Markt kommen, werden die Trauben zugekauft (für rot aus der Pfalz, für weiß von der Mosel)

Mit über 4 Hektar Frühburgunder (Pinot Madeleine) ist das Weingut der größte private Erzeuger dieser Ahrspezialität. Man hat einen eigenen Klon selektiert, der deutlich früher reift. Für die Ahr ist diese Reifeverhalten eher ungünstig, da man inzwischen die höheren, kühleren Lagen mit Frühburgunder bepflanzt, um so die Traubenreife zu verzögern, damit die Ernte später im Jahr bei kühlerem Wetter erfolgen und damit die Fäulnisbildung verringert werden kann. Aber für nördlichere Gebiete wie z.B. Norddeutschland oder Skandinavien kann die frühe Reife ein Vorteil sein, da dort im Zusammenspiel mit der Klimaerwärmung ein Weinbau erst ermöglicht wird. So ist zum Beispiel an der Ostsee ein Versuchsweingarten im Entstehen.
Bei den Arbeiten im Weinberg wird größter Wert auf eine naturnahe Bewirtschaftung gelegt. Es wird ausschließlich organisch gedüngt und auf Insektizide und Botrytizide verzichtet. Die Weinberge sind begrünt (z.B. mit Leguminosen), um die Humusbildung zu fördern und Erosion zu vermeiden.
Bei einem Teil der Weinbergsparzellen werden die Trauben halbiert, um so eine lockere Traubenstruktur zu bekommen und damit die Fäulnisbildung zu vermindern und die Qualität zu steigern.
Aus Verbundenheit mit der Region, lässt das Weingut seit einigen Jahren, Fässer aus heimischer Ahr-Eiche herstellen.

Nun zu unseren verkosteten Weinen:

Zum Start gab es einen Frühburgunder-Sekt, hier mit dem französischen Namen der Rebsorte benannt, den Pinot Madeleine Blanc de Noir-Sekt brut nature. Er war 12 Monate auf der Hefe gereift und präsentierte sich Frühburgunder-typisch, etwas breiter, pflaumiger mit einer weichen Säure.
Das 2014’er Cuvee Jubilus blanc war der nächste Wein in der Probe. Wir konnten einen recht würzigem etwas herberen Wein aus einem sehr exotischen Rebsorten-Verschnitt verkosten: Würzer, Optima, Ortega, Solaris, Riesling, Müller Thurgau und andere waren im Cuvee verschnitten worden. Als Folge des problematischen Jahrgangs 2014 stach aber die Säure etwas unharmonisch spitz hervor.
Ein 2015‘er Spätburgunder Blanc de Noir folgte. Frisch und fruchtig, ebenfalls mit kräftiger Säure, die aber besser integriert war als beim „Cuvee Jubilis“. Hier zeigte sich die weichere, harmonischere Säure des Jahrgangs 2015.
Ein 2015’er Weissburgunder schloss sich an. Er war kaltvergoren und im Edelstahl ausgebaut worden. So schmeckte er recht fruchtig und mit einer deutlichen, aber weicheren Säure des 2015’er Jahrgangs.

Dann wechselten wir zu den Rotweinen.

Der 2014’er Domina Rotwein ist einer der meistverkauften Weine des Weinguts, aber er wusste bei uns nicht so recht zu gefallen. Durch das problematische Jahr 2014 zeigte er viel Säure, ein adstringierendes, grünes Tannin und war zum Abmildern von Säure und Tannin mit einer deutlichen, dienlichen Süße ausgestattet worden. Insgesamt wirkte er deshalb unharmonisch.
Der 2014‘er Spätburgunder stammte ebenfalls aus dem Segment der Einstiegs­weine. Auch hier zeigten sich die Probleme des 2014’er Jahrgangs: eine sehr leichte Struktur, viel Säure und ein adstringierendes, grünes Tannin. Daher wurde er nur unwesentlich besser beurteilt als der Domina-Wein.
Besser gewertet wurde dann der 2014’er Frühburgunder „Jubilus“. Er war trotz des starken Fäulnisbefalls bei dieser frühreifenden Rebsorte deutlich besser geraten, Kein großer Wein, nicht so füllig und pflaumig, aber recht klar und fruchtig.
Dann wechselten wir den Jahrgang und setzen die Probe mit dem 2013’er Spätburgunder „B“ fort. Dieser Jahrgang war deutlich besser und der Wein stammte auch aus einer höheren Qualitätsstufe. Die klare Frucht, die dichte Struktur und die kräftige, aber gut eingebundene Säure wussten zu gefallen und so wurde der Wein auch deutlich höher gewertet.
Auch sein Frühburgunder-Gegenpart, der 2013’er Frühburgunder „B“ zeigte die Auswirkungen des besseren Jahres und der höheren Qualitäts-Stufe. Ein weicher, runder, fruchtiger und voller Frühburgunder. Daher wurde er sogar noch etwas besser als der Spätburgunder bewertet.
Es folgte eine weitere Steigerung mit dem 2012’er Portugieser Walporzheimer Pfaffenberg „Goldkapsel“. Der 2011’er Vorgänger hatte 2013 den Rotwein-Preis gewonnen. Und diese Qualität besaß auch der 2012’er. Ein dichter, aber auch eleganter und vielschichtiger Wein. Aufgrund des kühleren Jahrgangs war das Tannin noch etwas eckiger, aber das Potential war unverkennbar. Dieser Wein zeigte, dass eine als Massenträger belächelte Rebsorte bei entsprechender Pflege durchaus zu Höchstleistungen im Stande ist. Ein toller Portugieser.
Und auf diesem sehr hohen Niveau ging es weiter mit dem 2012’er Spätburgunder Walporzheimer Kräuterberg. Dicht, mit angenehmer Fülle und zartem Holz. Trotzdem wurde er nur der zweitbeste Wein des Abends, denn es folgte zum Abschluss ein noch größerer Wein.
Der zweite Lagenwein, der 2012’er Spätburgunder Ahrweiler Rosenthal blieb ebenfalls auf diesem hohen Niveau. Auch er zeigte diese dichte Struktur, war aber gleichzeitig etwas eleganter und filigraner. Da sein Tannin aber noch etwas eckig und kantig war, wurde er etwas geringer als der Spätburgunder aus dem Kräuterberg gewertet. Aber das ist sicher nur eine Frage der Reifezeit, denn das nötige Potential hat der Wein.
Und dann folgte der 2011’er Frühburgunder Marienthaler Rosenberg. Das war eindeutig der krönende Abschluss des Abends. Klare, brillante Frucht, dichte Struktur und ein zarter Anklang nach Holz und Vanille. Ein toller Frühburgunder aus einem sehr guten Jahr.
Hier zeigte sich, dass das Weingut als größter Frühburgunder-Produzent die Möglichkeit genutzt hatte, das beste Traubenmaterial aus den Rebflächen für diesen Wein zu selektieren und ihn auch entsprechend auszubauen.

Damit waren wir am Ende der Probe angekommen. Waren die ersten Weine noch durch den problematischen Jahrgang 2014 gezeichnet, so ging es danach mit den Weinqualitäten steil aufwärts und bei den vier Lagenweinen hatten wir das Top-Niveau erreicht. Daher möchten wir uns bei Peter Kriechel für diese hervorragende Präsentation des Weingutes herzlich bedanken.

Leider konnte dieser Bericht erst so spät eingestellt werden, da die vorgesehene Protokollantin trotz mehrfacher Mahnung den Bericht nicht erstellt hat und so ein neuer Protokollant gefunden werden musste.

Verfasser:  Dieter

2016_03_Weingut Kriechel Probenergebnis

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