Herzlich Willkommen auf unserer Website

Erstellt von webmaster am Montag 29. Dezember 2008

Die Ziele der Bruderschaft

  • Vermehrung des Wissens um den Wein
  • Pflege und Förderung der Weinkultur
  • Eintreten für die Ehrlichkeit und Sauberkeit des Weins
  • Mittler zwischen Produzent und Konsument
  • Einsatz für den deutschen Wein in den angrenzenden Ländern
  • Pflege der freundschaftlichen Beziehungen zu anderen Weinbruderschaften

Schnupperangebot für Weinfreunde

Sollten Sie mehr über uns wissen wollen, dann haben Sie die Möglichkeit, bei einer unserer nächsten Veranstaltungen einen der “3 Schnupperplätze für Nichtmitglieder” (Unkostenbeitrag: 20 Euro) zu belegen. Unser Angebot richtet sich an alle Damen und Herren > 18 Jahre. Anmeldungen bitte über unser Kontaktformular auf der Seite “Kontakt“. Bitte nennen Sie uns Ihren Namen, wie wir Sie erreichen können und die Veranstaltung (ausgenommen Sonderveranstaltungen) an der Sie teilnehmen wollen. Wir freuen uns auf Sie.

Unsere Website

Unsere neue Website ist intuitiver und interaktiver. Sie können sich zukünftig wieder in unser Gästebuch eintragen und darüberhinaus jeden Probenbericht kommentieren.  Hierfür finden Sie unter jedem Artikel ein Formular.

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19.4.2012 Weinprobe mit dem Winzerhof Thörle

Erstellt von beyer am Donnerstag 3. Mai 2012

Winzerhof Thörle - Probe am 19. April 2012

 

 

Für das Jahr 2012 haben wir uns vorgenommen, Weine des Weinanbaugebiets Rheinhessen zu probieren und dabei auch Näheres über die Entwicklungen in dieser Region zu erfahren. Der Winzerhof Thörle ist das erste der Weingüter, die wir uns dabei genauer anschauen wollen.

 

Rheinhessen zählt zu Deutschlands sonnigsten Gebieten und dadurch sowie durch Lagen und Böden fühlen sich dort bestimmte Rebsorten ganz besonders wohl. Darüber hinaus werden gern Experimente mit neuen und unüblichen Rebsorten gemacht, was zu oft verblüffenden Ergebnissen führt. Welch wichtiger Wirtschaftsfaktor der Wein ist, kann man auch daraus schließen, dass von 136 Gemeinden in 133 Weinbau betrieben wird. Die bestockte Rebfläche lag im Jahr 2011 bei 26.490 ha, das sind fast 20 % der Gesamtfläche des Gebietes Rheinhessen. Diese Fläche ist aufgeteilt in 3 Bereiche, 23 Großlagen und 414 Einzellagen. Die hl/ha-Erträge der Jahre 2008 – 2011 schwankten zwischen 77 und 110 hl/ha. Dabei war 2008 ein ertragsstarker Jahrgang mit breiter Qualitätsspanne von Normal- bis zu Spitzenweinen, fruchtig-schlanke Weißweinen mit prägnanter Säure und Rotweinen mit gutem Reifepotenzial. Im Jahr 2009 gab es hochwertige, dichte Rotweine, ebenfalls mit sehr gutem Potenzial, insgesamt war es ein reifer Jahrgang mit mittleren Erträgen und sehr hohen Mostgewichten, der zu frucht- und aromabetonten Weißweinen führte. Im Jahr 2010 gab es kleine Erntemengen mit guten Mostgewichten sowie prägnanter Säure. Die Weißweine waren durchweg frisch-fruchtig und bei den Rotweinen zeigte sich wiederum ein gutes Potential. Der Jahrgang 2011 war ein qualitativ hochwertiger, reifer Jahrgang; die Erträge waren jedoch frostbedingt sehr unterschiedlich. Die Weißweine gelten als fruchtig-aromatisch und es werden nachhaltig-charaktervolle Rotweine erwartet.

69 % Prozent der rheinhessischen Rebfläche sind mit Weißweinsorten bepflanzt. Die Müller-Thurgau-Rebe, aus der übrigens auch der Rivaner gemacht wird, steht mit 16 % der bestockten Rebfläche – 4.366 ha – an der Spitze, dicht gefolgt vom Riesling mit 3.956 ha, was 15 % der Rebfläche entspricht. Bei den Weißweinen muss noch der Silvaner mit 9% der Rebfläche erwähnt werden.

Bei den Rotweinen ist der Dornfelder mit 3.428 ha (13 %) der Rebfläche führend, weitere wichtige Rebsorten sind der Portugieser mit einem Anteil von 6 % und der Spätburgunder mit 5 %. (Quelle: Statistisches Landesamt / Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz – 2011).

 

Johannes Thörle stellte den Winzerhof Thörle als familiengeführtes qualitätsorientiertes Weingut vor, das in der traditionsreichen Weinbaugemeinde Saulheim im Hügelland von Rheinhessen seinen Sitz hat. Weinbau gibt es hier bereits seit dem 17. Jahrhundert, doch bis 1985 wurde das Gut hauptsächlich als Gemischtbetrieb mit Ackerbau und Viehzucht betrieben. Danach begann die Eigenvermarktung der Weine. Zunächst war es das Ziel, ein ausgewogenes Qualitäts- und Preisleistungs-Verhältnis zu erreichen. Seit 10 Jahren jedoch steht die Qualität im Vordergrund: die Handarbeit hat sich verdreifacht: 85% der Weine werden handgelesen, weiter Handarbeiten sind Entlaubung und Ertragsreduzierung. Außer bei den Literflaschen wird nur mit Spontanvergärung gearbeitet. 80 % der Anbaufläche ist mit Weißweinen – vornehmlich Silvaner und Riesling – bestückt und 20 % mit Spätburgunder.

 

Seit 5 Jahren erhält der Winzerhof zunehmende Anerkennung in den Weinführern. So wurde der Riesling im November 2011 zur Entdeckung des Jahres und auch der Spätburgunder ist bei weltweiten Vergleichen unter den Besten. Seit 2011 hat der Winzerhof 3 Trauben im Gault Millau. Aktuellster Preis ist der am 03.03.2012 vergebene WINE AWARD, den die Winzergruppe „Message in a Bottle“ im Rahmen einer festlichen Jubiläums-Gala im „Grandhotel Schloss Bensberg“ von der Zeitschrift „Der Feinschmecker“ für das Engagement für die Region Rheinhessen und den deutschen Wein erhielt.

 

Es wurden gezielt Toplagen dazugekauft nach dem Motto „wo kein Pflug kann gehen – ein Rebstock kann stehen“. Heute gehören zu dem Weingut 15 ha. Das Ziel ist, aus dem Potential der Lagen Hölle, Schlossberg und Probstey das unverwechselbare Terroir in charakterstarken Weinen herauszuarbeiten. Dabei wird ein „naturnahes Weinbergsmanagement“ angewandt, es erfolgt nur organische Düngung und auf sogenannte innovative Technologien in der Weinbereitung wird verzichtet.

Im Sortiment werden Literweine, Gutsweine, Ortsweine und Einzellagenweine unterschieden. Literweine gelten als unkomplizierte Weine für den täglichen Genuss. Bei den Gutsweinen steht auf den Löss- und Lehmböden auf den Südhügeln des Mainzer Beckens die Charakteristik der Rebsorten im Vordergrund. Dabei führt der hohe Kalkgehalt der Saulheimer Böden zu schöner Mineralität. Das kalkhaltige Sedimentgestein basiert auf der Tatsache, dass vor etwa 26 Millionen Jahren die gesamte Rheinische Tiefebene unter Wasser lag.

Für die Ortsweine werden nur handverlesenen Trauben, die in den Spitzenlagen des Weingutes reifen, verwendet. Bei den Einzellagenweinen werden aus dem jeweilig besten Riesling und Spätburgunder Weinbergen die schönsten Trauben herausgelesen, um einen Wein mit enormer Dichte, Mineralität und Eleganz entstehen zu lassen, der seine Herkunft widerspiegelt. Alle Lagenweine werden gleich ausgebaut, die Erträge liegen bei ca. 40 hl/ha.

Im Kernstück der Lage „Hölle“ ist die Lössauflage über die Jahrmillionen stark abgeschwemmt. Dort liegt der karge Lehmkalksteinboden frei, prädestiniert für das Anpflanzen von Riesling und Spätburgunder. Damit zeigen sich die Weine aus der Hölle sehr mineralisch, jedoch gleichzeitig opulent, kräftig und langlebig.

Die wärmste Lage Saulheims, die „Probstey“, ist stark nach Süden hin ausgerichtet und zeichnet sich durch ein windgeschütztes Kleinklima aus. Im unteren Teil der Probstey ist die Bodenart Kalkmergel, der obere Teil ist durch kalkhaltigen Lehm mit einzelnen Sandaugen geprägt. Die 27,3 ha große Lage war im Mittelalter im Besitz von den Klöstern St. Maria zu Mainz (1167), Kloster Eberbach (1354) und St. Peter (15. Jh.). Der Name Probstey erinnert heute noch daran. Diese Lage bringt sehr opulente, voluminöse Weine mit langem Abgang hervor.

Die mittelgroße Lage „Schlossberg“ hat ihren Namen durch das Schloss im Nachbarort Partenheim erhalten. Die gesamte Lage ist durch sehr schwere Böden geprägt. Hauptsächlich liegt Kalkmergel vor, der sich zwar langsam erwärmt, Wärme und Wasser aber gut speichert.

Die Weine sind sehr mineralisch, feingliedrig und mit schönem Säurespiel.

 

 

Wir starteten die Probe – Nr. 1 – mit dem „Blanc de Blancs Gutssekt brut“, im Champagner Verfahren hergestellt und ausschließlich aus Chardonnay Trauben vinifiziert. Damit ein klassischer Blanc de Blancs!

 

Von den angebotenen Rebsorten waren für die Probe Silvaner, Riesling und Spätburgunder ausgewählt. Die Silvaner-Probe begann mit der Nr. 2, einem „Silvaner Gutswein trocken“, der sich kräftig und würzig zeigte.

 

Mit Nr. 3 und 4 stand ein Jahrgangsvergleich der Ortsweine „Saulheimer Silvaner alte Reben“ 2011 zu 2010 an. Der 2011er zeigte sich mit einer für einen Silvaner enormen Geschmacksfülle, bei dem 2010er gab es kein eindeutiges Urteil. Die Meinungen schwankten zwischen Essignoten, Botrytis und angenehmen Honigtönen.

 

Danach folgte die Verkostung der Rieslinge. Auch hier gab es zunächst mit der Nr. 5 einen „Riesling Gutswein trocken“, der sich frisch und fruchtig zeigte. Bei dem Ortsweinen – Nr. 6 und 7 – „Saulheimer Riesling Kalkstein trocken“ konnten wir wieder einen Jahrgangsvergleich durchführen. Der 2011er war bei 97° Öchsle geerntet und erst seit 10 Tagen abgefüllt. Den 2010er gab es aus der Magnumflasche mit vergleichbaren Öchslegraden zu frühem Lesezeitpunkt geerntet. Beide Weine zeigten sich sehr mineralisch mit konzentrierten Fruchtaromen und dem Duft nach reifen Aprikosen und Pfirsichen.

 

Nun ging es bei den Rieslingen an den Vergleich der Lagenweine aus dem Jahr 2010. Es stand optimales Lesegut zur Verfügung, die Trauben konnten lange am Stock bleiben und hatten ausreichend Zeit zu reifen. Trotzdem musste bei hohen Säurewerten biologischer Säureabbau durchgeführt werden. Wir konnten die Lagen „Hölle“ – Nr. 8 –, „Schlossberg“ Nr. 9 – und „Probstey“ – Nr. 10 – probieren. Die Nr. 8 stammt aus einer windgeschützten Südlage in 220 m Höhe, geprägt vom Kalkstein. Nr. 9, gewachsen auf schweren Kalkmergelböden und in einem windgeschützten Kleinklima, zeigte sich als mineralischer, eleganter Riesling. Die Nr. 10, angebaut auf der wärmsten Lage Saulheims, der Saulheimer Probstey, überzeugte mit eleganter Mineralik und entfaltete eine Fülle von Aromen je länger er im Glas war.

 

Zum Abschluss der Probe kamen wir zu den Spätburgundern. Alle Spätburgunder wurden im Holzfass ausgebaut. Nach Johannes Thörle gehört der Rotwein ins Holzfass, damit er atmen kann – „im Stahltank passiert nichts“! Mit der Nr. 11 verkosteten wir zunächst den „Spätburgunder Gutswein Holzfass trocken“. Er zeigte sich frisch und fruchtig, ein klassischer Spätburgunder mit leichten Erdbeernoten. Der Lagenwein „Saulheimer Hölle Spätburgunder trocken“ aus dem Jahr 2009, ein in der Glut der Hölle gereifter Pinot Noir Typ duftete nach Nelken und vereinigte Kraft, Frucht und Säure. Den Höhepunkt der Probe, und dies zeigt sich auch in der Bewertung, bildete die „Saulheimer Hölle Spätburgunder “R” trocken“ aus der Magnumflasche. Dazu wurde das beste Fass vom „Saulheimer Hölle Spätburgunder“ 2008 verwandt; der Wein reifte 30 Monate in französischen Barrique-Fässern und wurde erst 2011 gefüllt. Nur in guten Jahren kann eine „R“- Qualität erreicht werden. Aus dem Spätburgunder des Jahres 2010 wird das Erzeugen einer „R“- Qualität nicht möglich sein.

 

Wir danken Johannes Thörle für die Präsentation dieser Weine. Es hat damit ein hohes Niveau für unsere Rheinhessen-Proben vorgelegt. Seine umfassenden Erläuterungen zu Bodenqualitäten, klimatischen Einflussgrößen und angewandter Kellertechnik brachten uns seine Weine näher. Sicher wäre auch noch das Kennenlernen der Grau– und Weißburgunder aus dem Hause Thörle spannend gewesen – aber dies müssen wir uns für einen anderen Termin vormerken.

 

 

 

Verfasserin: Carla Beyer

Probenergebnis der Probe vom 19.4.2012 Winzerhof Thörle (PDF)

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8.3.2012 Blindprobe “Deutsche Rotweinrebsorten”

Erstellt von beyer am Dienstag 10. April 2012

Blindprobe „Deutsche Rotweinrebsorten“ vom 8.3.2012


Wie zuverlässig sind die Zungen der Weinbruderschaft, wie sicher das Urteil?

Auch wenn es in Deutschland fast 140 Rebsorten gibt, entfallen nur gut 30 auf Rotweine.

Für Spätburgunder und Dornfelder als flächenstärkste Rebsorten bestanden gute Chancen, erkannt zu werden. Gleiches konnte man auch vom Lemberger, Portugieser und Schwarzriesling erwarten.

Wie steht es aber um die Neuzüchtungen wie Domina, Regent oder die Cabernet Varianten wie den Cabernet Cubin, den Cabernet Mitos?

Und wer kennt und erkennt die Rebsorte „Urban“?

 

Das Probenblatt mit der Anzahl der Weine war verteilt, Rebsortenvorschläge ohne Gewähr für Vollständigkeit oder Präsenz lag vor, die Probe konnte beginnen.

 

Doch nicht jeder rote Wein ist ein Rotwein. So führte der fruchtige, mit deutlicher Restsüße versehene 2010 Rotling des Würzburger Juliusspitals zu vielen Mutmaßungen.

Mit seiner Zusammensetzung aus 30% Dornfelder und Regent zusammen mit 70% Müller-Thurgau und Bacchus war der Wein eigentlich in dieser Probe fehl am Platz. Andererseits regte er zu lebhaften Gesprächen an und stellte die eigene Erfahrung auf den Prüfstand.

 

Es folgte ein „2009 Lauffener Katzenbeisser Schwarzriesling halbtrocken“ des Heilbronner Weinguts Drautz-Able.

Ein leichter Wein, dem aber seine Zugehörigkeit zur Burgunderfamilie anzumerken war.

 

Als nächsten Wein galt es eine „2009 Domina QbA“ der Winzergenossenschaft Divino aus Nordheim zu erkennen.

Als Neuzüchtung mit den Eltern Portugieser und Spätburgunder zeigte der Wein eine kräftige, dunkle Farbe, Beerenaromen und eine ausgeprägte Säure.

 

Der vierte Wein, ein 2009 Ahr-Regent der Winzergenossenschaft Mayschoß präsentierte sich mit deutlichem Taningerüst und, wenn man den Wein etwas länger im Glas stehen lässt, mit einem dichten Cassis Aroma.

Der Regent wird seinem Ruf als erfolgreiche Neuzüchtung mit fast südländischem Temperament gerecht. Ich denke, diese Rebsorte hat Potential und ich bin auf den Wein gespannt, der aus älteren Rebanlagen und konsequenter Mengenreduzierung gewonnen wird. Wenn ich die Zeichen richtig deute, wird an der Ahr bereits daran getüftelt.

 

Wein Nummer 5 führte uns wieder auf bekannteres Gebiet. Es galt einen Merlot in der „Herxheimer Honigsack Spätlese 2009“ des Weinguts Petri aus Herxheim/Pfalz zu erkennen. Mit seiner dunklen Farbe und einem an Pflaume erinnerndem Aroma war der Wein sortentypisch, wirkte aber noch recht rau und ungeschliffen. Vielleicht noch zwei Jahre, und er findet auch die Geschmeidigkeit, die einen Merlot auszeichnet.

 

Bis hierher war die Probe bereits eine Achterbahn der Gefühle. Die Sicherheit, die bei Weißweinen vorhanden ist, fehlt bei den bisherigen Weinen. Waren die ausgewählten Weine zu untypisch? Sie boten jedenfalls Anlass zu lebhaftem Gedankenaustausch.

 

Die beiden folgenden Weine zeigen, wie sehr die Lage und Handschrift des Winzers die Wahrnehmung einer Rebsorte bestimmen können.

Die Weine Nr. 6 und Nr. 7 waren Dornfelder; Nr. 6, „Herxheimer Honigsack 2008“ vom Weingut Petri und Wein Nr. 7, ein „2008 Dornfelder“ vom Weingut Deutzerhof in Mayschoß.

Zeigte sich der Pfälzer Dornfelder fruchtig, rund und unkompliziert, so komplex und dicht kam der Ahrwein daher.

Alte Reben, drastische Ertragsreduzierung und eine 18 monatige Reife im neuen Barrique ergaben einen Wein, tiefdunkel in der Farbe, dunkle Beeren und Vanille mit langem Nachhall - Chapeau!

 

Von der folgenden Rebsorte hätte man erwarten können, dass sie sich leicht, fruchtig, vielleicht sogar ins rosa gehend präsentiert.

Nicht so der Portugieser in Markus Schneiders Rotwein „Alte Reben“ 2009 aus Ellerstadt.

Mit 91° Grad Öchsle und einem Alkohol von 14,25% war dieser kein Leichtgewicht.

Ein Portugieser mit einer Taninstruktur, reife dunkle Beeren, und einem eleganten langen Abgang zeigte, wozu diese Rebsorte fähig ist.

 

Die Weine Nr. 9 und Nr. 10 führten uns wieder zurück auf sicheres Terrain, galt es doch den Spätburgunder zu erkennen.

Dass aber eine Auslese nur und ausschließlich im Edelstahltank ausgebaut wurde, überraschte dann doch.

Aber so geschehen mit der „2009 Ahr-Spätburgunderauslese“ der Mayschosser Winzergenossenschaft.

Mit 99° Öchsle und 13,5% Alkohol präsentierte sich ein fruchtbetonter, sehr komplexer Wein. Ein sehr klarer, sortentypischer Spätburgunder von der Ahr, duftig in der Nase, mit einer schönen Frucht und langem Abgang,

 

Den Gegenpart hierzu spielte die „Assmannshäuser Höllenberg Spätlese 2009“ des Kloster Eberbach.

Ein starker Wein, fast würzig zu nennen mit Vanille, Beeren und Sauerkirsche - ein großer Rheingauer und schöner Kontrapunkt zum vorangegangenen Ahrwein.

 

Es folgte wieder ein Schwenk in die Pfalz zum Weingut Thomas Hensel in Bad Dürkheim und seinem Merlot „Höhenflug“ 2009.

An anderer Stelle wird dieser Wein mit vielen Attributen beschrieben: „röstiges Bouquet von Kirschen, Heidelbeeren, Pflaumen, Mokkatöne und langer aromatisch-würziger Abgang“.

Das eine oder andere findet sich auch in dem verprobten Weinen wieder. Sicher aber ist, dass es sich bei diesem Wein um einen großartigen Wein handelt, und, er wurde sogar von einer Weinschwester, und nur von ihr, als Merlot erkannt.

 

Die Zielgerade vor Augen, galt es nun eine weitere Neuzüchtung zu erkennen.

Die Zugehörigkeit zur Cabernet-Familie wurde richtig erkannt, aber welcher Spross war es?

Des Rätsels Lösung bestand in einem „Cabernet Cubin - Herxheimer Himmelreich Spätlese trocken Selection“ des Weingut Petri.

Diese Neuzüchtung aus Cabernet Sauvignon und Blauer Limberger im Barrique ausgebaut, zeigte großes Potential. Der Wein wies alle Eigenschaften eines Cabernet Sauvignon Weines auf. Aus hochreifem Lesegut mit 105° Öchsle entstand hier ein dichter und sehr eleganter Wein mit einer angenehmen Taninstruktur und langem Abgang.

 

Zum Abschluss galt es einen Lemberger zu erkennen.

Gut dekantiert wartete ein „2009 Lemberger ***“ vom Weingut Aldinger aus Fellbach/ Württemberg auf seinen Auftritt.

Ein Top-Wein - aber zu jung probiert. Trotz mehrstündigem Belüften wurde der Wein von seinen Taninen dominiert. Andere Aromen, gut ausgeprägte Beerenfrucht, Anklänge von Schokolade, blieben im Hintergrund.

 

Die Probe präsentierte einen bunten Strauss unterschiedlicher Rebsorten. Sie zu erkennen, fiel nicht leicht; der Austausch im Plenum war dafür umso lebendiger und gottlob nicht von akademischer Ernsthaftigkeit bestimmt.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass es beim Rotwein noch viel zu entdecken gibt. Neue Rebsorten sind eine Herausforderung, bekannte Rebsorten präsentieren sich verblüffend vielfältig.

 

 

Verfasser: Jörg Kleimeier

 

Probenergebnis der Blindprobe vom 8.3.2012 “Deutsche Rotweinrebsorten” (PDF)

 

 

 

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09.02.2012 Das neue Weinrecht der EU

Erstellt von ockelmann am Samstag 11. Februar 2012

Seit es Weinherstellung gibt, wird auch getäuscht und verfälscht. Deshalb haben bereits in der Vergangenheit die Obrigkeiten Gesetze und Verordnungen dagegen erlassen.

Im letzen Jahrhundert wurde 1930 ein deutsches Weingesetz erlassen. Es basierte auf dem „Irreführungsprinzip”. Nicht gesetzlich fixierte Angaben wie „Bestes Fass”, „Naturwein” usw. waren erlaubt.

Das nächste deutsche Weingesetz kam 1972. Neben einer deutlichen Verminderung von Lagenbezeichnungen und der Einführung von Großlagen mit wohlklingenden Namen kam die Einschränkung, dass nur noch das erlaubt ist, was ausdrücklich zugelassen ist. So bekam damals Franz Keller Schwierigkeiten, weil er auf das Etikett „durch­ge­goren” druckte, was vom Gesetz nicht vorgesehen und damit verboten war.  Weitere Gerichtsurteile sind am Ende aufgeführt.

Ab 2003 wurde für die EU ein neues Weingesetz erarbeitet und in die Markt­orga­ni­sation für Agrarmärkte eingebunden. Es basiert wieder auf dem Irreführungsprinzip, aber spezielle Angaben bleiben geschützt. Diese Verordnung wurde in neue, nationale Gesetz übernommen und  nach Über­gangsreglungen in Deutschland und anderen Weinbauländern wie z.B. Frankreich, Italien usw. ab Januar 2012 gültig.

Viele bekannte traditionelle Bezeichnungen wurden in die neue Verordnung über­nommen, aber auch deutliche Änderungen sind dort enthalten.

Daher haben wir uns an diesem Abend mit Martin Kühn, der als Weinkontrolleur ein Fachmann auf diesem Gebiet ist, darüber unterhalten und anhand von Beispiels­weinen auch praktisch erfahren.

Die Verkostungsnotizen sind am Ende des Berichts angefügt. Eine Punktung haben wir dieses Mal nicht durchgeführt.

Für alles, die es genauer wissen wollen, sind am Ende des Berichts drei Links zum deutschen, italienischen und französischen Weingesetz angefügt.

Das neue Weingesetz legt 5 Weingruppen fest:

1. Grundwein:
-  ersetzt den bisherigen Verarbeitungswein

2. Wein ohne Rebsorten- oder Jahrgangsangabe

-   ersetzt den bisherigen Tafelwein, ohne Herkunftsbezeichnung

3. Wein mit Rebsorten- oder Jahrgangsangabe

-  ehemalige Tafelweine ohne Herkunftsbezeichnung  aber jetzt mit Rebsorten -
und / oder Jahrgangsangabe

4. Landwein

-   jetzt Weine mit geografischer Angabe (ggA)

5. Qualitäts- und Prädikatswein

-   jetzt Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung (gU)

Durch die Möglichkeit „traditionellen Begriffe” weiter zu nutzen, kann das  traditionelle deutschen Qualitätsweinsystem weiter genutzt werden und es dürfen auch zukünftig die Begriffe „Qualitätswein” und „Prädikatswein” genutzt werden, ohne die Angabe „geschützte Ursprungsbezeichnung” verwenden zu müssen

Die Namen der deutschen Anbaugebiete bleiben geschützt. Die Verwendung von

engeren Herkunftsangaben (z. B. Lage) zur geschützten Ursprungsbezeichnung ist

möglich.

Analoges gilt für Frankreich, wo die „Vins de Pays” in IGP-  und die  AOC-Weine in AOP-Weine überführt wurden.

Zu den Weinen ohne Rebsorten - oder Jahrgangsangabe:

Sie können ein Verschnitt aus Weinen verschiedener Länder der Europäischen Gemeinschaft sein und werden dann als  „Wein aus der europäischen Gemeinschaft” oder „Verschnitt von Weinen aus verschiedenen Ländern der Europäischen Gemeinschaft” bezeichnet. Stammen sie nur aus einem Land, so werden sie als  „Wein aus …”, „erzeugt in … oder  „Erzeugnis aus ….”  gekennzeichnet.

Das gilt auch für Weine aus Drittländern. Wurde der Wein im Drittland abgefüllt,  muss zusätzlich der Einführer in die EU genannt werden. Wenn der Wein in der EU auch abgefüllt wurde, so sind neben dem Einführer auch der Abfüller zu nennen.

Zu den mit ohne Rebsorten - oder Jahrgangsangabe:

Wird ein Jahrgang- oder eine Rebsorte angegeben, so muss wie bisher der Jahrgang bzw. die Rebsorte zu mindestens 85%  enthalten sein. Wird mehr als eine Rebsorte genannt, so müssen alle enthaltenen Rebsorten genannt werden.

Zusätzlich müssen Betrieb und Wein anerkannt bzw. zertifiziert sein, diese Zertifizierung muss durch Behörden oder „private” Kontrollstellen überwacht werden.

Bestimmte Rebsorten können von den Mitgliedsstaaten ausgenommen werden (in Deutschland z.B. Spätburgunder, Dornfelder, Riesling, Silvaner etc.)

Zu den Landweinen:

Die Landweine sind jetzt Weine mit geschützter geografischer Angabe (ggA), aus einem fest umgrenzten Gebiet oder einem bestimmten Ortes. In Frankreich sind es die ehemaligen „Vin des Pays” (VdP,) die nun als Weine Indication geographique protegÈe (IGP) bezeichnet werden. Analog gilt für Italien, Wo die IGT-Weine (Indicazione geografica Tipica)  nun IGP-Weine (Indicazione geografica protetta) sind.

Mindestens 85 % der zu seiner Herstellung verwendeten Trauben müssen ausschließlich aus diesem geografischen Gebiet stammen, die Herstellung erfolgt in diesem geografischen Gebiet, und der Wein wurde aus Rebsorten gewonnen, die zu Vitis vinifera oder einer Kreuzung zwischen der Sorte Vitis vinifera und einer anderen Sorte der Gattung Vitis zählen.

Die Produktspezifikationen für den Wein müssen festgelegt, in der Datenbank „E-Bacchus” eingetragen und Betrieb und Wein müssen anerkannt bzw. zertifiziert sein.
Die Einhaltung der Spezifikation muss durch Behörden oder „private” Kontrollstellen überwacht werden.

Die Namen der bestehenden „Landweine” etc. wurden automatisch in geschützte geografische Angaben überführt.

Zu den Qualitäts- und Prädikatsweinen:

Die Qualitäts- und Prädikatsweine sind jetzt Weine mit geschütztem Ursprung (gU), aus einem fest umgrenzten Gebiet oder einem bestimmten Ortes und sie verdanken ihre Qualität diesem besonderen Gebiet. In Frankreich sind es die Weine der Appellation Origine Controllée (AOC) die nun als Weine der Appellation Origine  protegée (AOP) bezeichnet werden. In Italien, bleibt es für diese Gruppe bei den bekannten DOC- bzw. DOCG-Weinen.

100 % der zu seiner Herstellung verwendeten Trauben müssen aus diesem geografischen Gebiet stammen, die Herstellung erfolgt in diesem geografischen Gebiet, und der Wein wurde aus Rebsorten gewonnen, die zu Vitis vinifera oder einer Kreuzung zwischen der Sorte Vitis vinifera und einer anderen Sorte der Gattung Vitis zählen.

Die Produktspezifikationen für den Wein müssen festgelegt, in der Datenbank „E-Bacchus” eingetragen sowie Betrieb und Wein müssen anerkannt bzw. zertifiziert sein.
Die Einhaltung der Spezifikation wird in Deutschland durch eine Qualitätswein­prüfung kontrolliert.

Die Namen der bestehenden „bestimmten Anbaugebiete”. wurden automatisch in geschützte Ursprungsbezeichnugen überführt.

Die Spezifikation muss folgende Punkte enthalten:

Name der Ursprungsbezeichnung bzw. der geografischen Angabe

Beschreibung des Weines (analytisch und organoleptisch)

Beschreibung der önologischen Verfahren

Abgrenzung des geografischen Gebiets

Höchstertrag je Hektar

Zugelassene Rebsorten

Bezug zwischen der Güte des Weines und der geografischen Einheit

Geltende rechtliche Anforderungen

Namen der Behörden und Stellen, die die Einhaltung der Produktspezifikationen überprüfen.

Antrag auf eine neue g.g.A. bzw. g.U.

Neu am Weinrecht ist , dass jede interessierte Gruppe von Erzeugern oder in Ausnahmefällenauch  ein Einzelerzeuger den Schutz einer Ursprungsbezeichnung oder geografischen Angabe beantragen kann. Die Erzeuger dürfen den Schutz nur für von ihnen erzeugte Weine beantragen.

Der Antrag muss folgende Angaben enthalten:

Den Name der Ursprungsbezeichnung bzw. geografischen Angabe

Die Antragsteller

Die Produktspezifikation

In der Produktspezifikation muss folgendes enthalten sein:

Name der Ursprungsbezeichnung bzw. der geografischen Angabe

Beschreibung des Weines (analytisch und organoleptisch)

Beschreibung der önologischen Verfahren

Abgrenzung des geografischen Gebiets

Höchstertrag je Hektar

Zugelassene Rebsorten

Bezug zwischen der Güte des Weines und der geografischen Einheit

Geltende rechtliche Anforderungen

Namen der Behörden und Stellen, die die Einhaltung der Produktspezifikationen überprüfen

Dieser Antrag kann dann bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) eingereicht werden. Er wird dort geprüft, veröffentlicht und nach einer

Einspruchsfrist von mindestens 2 Monaten abgelehnt oder an die EU-Kommission über das BMELV weitergeleitet.

Danach läuft praktisch das gleiche Procedere bei der EU-Kommission ab und am Ende wird der Antrag abgelehnt oder durch Eintrag in „E-Bacchus” angenommen.

Die Kosten für den Antrag einschließlich der Erstellung und spätere Prüf- und Überwachungskosten müssen die Anmelder tragen.

Weitere gesetzliche Vorgaben und Gerichtsurteile

Für Weine und Schaumweine sind Alkoholgehalt und bei Schaumweinen auch der Restzucker Pflichtangaben. Aber hier beginnen schon die Verwirrungen, denn die Angaben trocken und halbtrocken decken sich bei den beiden Gruppen nicht.

Schaumwein

Wein etc.

naturherb,

brut nature,

dosage zero

< 3

extra herb,

extra brut

0 - 6

herb,

brut

< 12

< 4 bzw. 9

trocken,

sec,

dry

extra trocken,

extra dry

12 -17

> 4 bzw. 9 < 12 bzw. 18

halbtrocken,

demi-sec,

medium dry

trocken,

sec,

dry

17 - 32

> 12 bzw. 18 < 45

lieblich,

moelleux,

medium sweet

halbtrocken,

demi-sec,

medium dry

32 - 50

mild,

doux,

sweet

> 50

> 45

süss,

doux,

sweet

Ein herber Schaumwein entspricht einem  trockenem Stillwein, aber ein trockener Sekt einem halbtrockenen bis lieblichen Stillwein. Logisch, oder ?

Der Begriff „feinherb”

Noch unter dem alten Weingesetz gab es einen juristischen Streit um die Bezeichnung „feinherb” (OVG Koblenz 2002)

Damals konnte sich das Weingut von Kesselstatt mit dieser Bezeichnung durchsetzen. „feinherb” unterliegt dem Irreführungsprinzip, da diese Bezeichnung  keine verbindlichen und herkömmlichen Inhalte aufweist. Leider ist inzwischen der Begriff, der „halbtrocken” durch das wohlklingende „feinherb” ersetzen sollte, so aufgeweicht, dass er sich inzwischen von halbtrocken bis lieblich  bewegt.

Der Begriff „Rèserve”

Um den Begriff „Reserve” bzw. „Réserve” gab es ebenfalls einen Rechtsstreit.

Das Bundesverwaltungsgerichts und des OVG Koblenz (2008) entschieden:

Reserve ist nur in deutscher Sprache geschützt. Réserve wird zwar in Frankreich verwendet, es besteht jedoch kein Schutz, noch existieren verbindliche Vorgaben für die Verwendung sondern es sind  betriebsinterne Qualitätsanforderungen.

Die Bezeichnungen „Reserve”, „Grande Réserve” und „Privat-Reserve” sind nicht irreführend.

Die Bezeichnung „bekömmlich”

Um die Bezeichnung „bekömmlich” wird z:Z. noch gestritten und die endgültige Entscheiden des EU-GH steht noch aus, aber nach der VO (EG) Nr. 1924/2006 „Health-Claims-Verordnung”, Art. 4 Abs. 3 dürfen Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent keine gesundheitsbezogenen Angaben tragen. Und das OVG Koblenz sieht „bekömmlich” als gesundheitsbezogene Angabe an (2009).

Die Bezeichnung „Für Diabetiker geeignet” ist aus diesem Grund ebenfalls nicht mehr zulässig

Nun zu unserer Verkostung:

Da es sich um  Beispielsweine für die einzelnen Qualitätskategorien handelte, war nicht unbedingt mit einer Genuss-Probe zu rechen und deshalb haben wir auch auf eine Wertung verzichtet.

Die Probe begann mit Wein  Nr.1 als Beispiel für die Angabe der Restsüße bei Still- und Schaumweinen  der Riesling-Sekt extra brut „Cabinet” vom Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan aus Deidesheim.

Er war sauber, klar und herbfruchtig, so wie man sich einen guten Sekt vorstellt - aber es sollten ja nicht alle zu Beginn der Probe verschreckt werden.

Dann kam als Beispiel 2 für einen Verschnitt aus verschiedenen EU-Weinen, der jahrgangs- und rebsortenlose Rotwein „Wappenlese” in einer bunt aufgepeppten

„Tetrapack”-Magnum, abgefüllt in Spanien vom Abfüller E 4483-MU/2. Leider gibt es keine Möglichkeit im Internet auf einer offiziellen Seite den Erzeuger im Klartext zu finden.

Dieser Wein war nichts Besonderes, einfach, leicht, mit wenig Alkohol, aber technisch sehr sauber hergestellt.

Beispiel 3 stand für einen jahrgangs- und rebsortenlosen Rotwein aus dem EU-Land Italien. Der Vino rosso „Tavernello” kam ebenfalls in einer bunt aufgepeppten

„Tetrapack”-Verpackung. Technisch einwandfrei, doppelt so teuer wie der Vorgänger aber nicht besser, die stärkere, etwas dienliche Süße kaschierte seine Schwächen.

Beispiel 4 stand für einen Rotwein aus Frankreich mit Jahrgangs- und Rebsortenangabe. Der 2010′er Blanchet, Cabernet Sauvignon - Merlot war  technisch einwandfrei, doppelt so teuer wie der Vorgänger 3, aber insgesamt etwas schwächer. Vielleicht deshalb auch der deutlich höhere Werbeaufwand.

Beispiel 5 stand für die Qualitätsstufe ggA:, ein Carignan-basierter IGP-Wein aus dem Languerdoc von der Cooperative Rocbere aus Portels des Corbieres. Im Geschmack unterschied er sich deutlich von seinen Vorgänger-Weinen. Etwas kantiger und herber und nicht so gefällig glatt, was sicher auch an der Rebsorte Carignan lag.

Die Beispiele 6 und 7 stehen für Weine die in die EU eingeführt wurden.

Beispiel 6, der Cabernet Sauvignon “Cimarosa”, war ein Wein, der in Südafrika als loser Wein produziert und dann in der EU auf Flaschen abgefüllt wurde, Daher sind Abfüller und Importeur anzugeben. Dieser Wein war einfach und etwas gefällig, mit mehr Restsüße, aber noch als Cabernet Sauvignon zu erkennen.

Beispiel 7 stand für einen Wein der bereits auf dem Weingut in Südafrika auf Flaschen gefüllt wurde. Daher war nur die Angabe des Importeurs erforderlich. Der 2005′er Tinta Barocca  „Aprilskloof” vom Weingut Lammershoek Winery in Malmesbury präsentierte sich kräftiger und dichter mit einem deutlichem Holzton. Hier wurde diskutiert, ob der Wein im Barrique ausgebaut  oder nur mit Chips versetzt wurde.

Mit den restlichen Proben bewegten wir uns dann in der höchsten Qualitätsklasse der Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung (gU). Mit diesen Weinen machte das Probieren deutlich mehr Freude.

Beispiel 8 war ein 2010′er Leiwener Klostergarten als Riesling  Hochgewächs vom

Weingut Stephan Blees Ferber aus Leiwen.

Unter „e-Bacchus”, „Traditionelle Begriffe” findet sich die Definition der geschützten Begriffs „Riesling  Hochgewächs”

http://ec.europa.eu/agriculture/markets/wine/e-bacchus/
Unabhängig davon handelte es sich um einen sauberen, klaren, saftigen Riesling, mit kräftiger Säure und zarter Süße.

Wein Nr. 9, der Bockstein Riesling, „feinherb” vom Weingut Johann Peter Mertes aus Kanzem diente als Beispiel für die einst umstrittene Bezeichnung „feinherb”.

Der Wein präsentierte sich als sauberer, klarer Riesling mit zarter Süße, der sich gut entwickelt hatte. Durch die höhere Restsüße war die hohe Säure gut eingebunden.

Wein Nr. 10, ein 2009′er Königswinterer Drachenfels „Selection” vom Weingut Pieper in Königswinter, diente als Beispiel für die geschützte Herkunfts­bezeichnung „Mittelrhein”, die in „E-Bacchus”, unter „Europäische Union” dokumentiert ist.

http://ec.europa.eu/agriculture/markets/wine/e-bacchus/

Zur dieser Herkunftsbezeichnung gehört dann die entsprechende  Produkt­spezifikation.

Es war ein vollreifer, etwas herberer Riesling, der vielleicht auch etwas Botrytis-befallene Trauben enthielt. Da der Wein aus dem Jahr 2009 stammt, wirkte er natürlich etwas reifer und war in der Säure auch weniger prägnant.

Das letzte Beispiel, Wein Nr. 11 war dann der Sonderfall eines “Großes Gewächs” vom VDP, ein

2010′er Riesling „Laumersheimer Mandelberg Steinbuckel” vom Weingut Johannishof Knipser in Laumersheim.

Dieser Riesling zeigte, was ein guter, trockener Riesling kann. Zarte Mineralik, gut eingebundene Säure und noch lange nicht am Ende.

Damit war unsere Weinprobe abgeschlossen und die letzen Weine haben hoffentlich alle wieder mit der Probe versöhnt.

Unserem Referenten möchten wir herzlich danken, dass er versucht hat, diese trockene Materie interessant dazustellen. Die rege Diskussion und die ent­sprechenden Fragen der Teilnehmer zeigten, dass ihm das gelungen ist und sich sicher niemand gelangweilt hat.

Für alle, die etwas tiefer in die Materie einsteigen wollen:

Eine ausführliche Zusammenfassung zum neuen deutschen Weingesetz:

http://www.deutscheweine.de/icc/Internet-DE/med/90c/90c30bc6-3923-2721-eb93-22a74c41ed8b,11111111-1111-1111-1111-111111111111.pdf

Eine Zusammenfassung zum neuen italienischen Weingesetz:

http://www.wein-plus.eu/de/Klarer,+strenger,+europ%C3%A4ischer%3A+Neues+ italienisches+Weingesetz.ih_4.0.2.0.3490.html

Eine Zusammenfassung zum neuen französischen Weingesetz:

http://www.wein-plus.eu/de/EU-Weinmarktreform+-+Teil+4+Das+neue+Weinbe zeichnungsrecht+in+Frankreich.ih_4.0.2.0.3699.html

Eine Übersicht über die geografische Abgrenzung der deutschen Landweine (ggA) und Qualitätsweine (gU):

http://www.mulewf.rlp.de/weinbau/weinbezeichnungsrecht

Für die Mitglieder wird die Original-Präsentation auf der Mitgliederseite eingestellt.

Ergebnis der Weinprobe vom 09.02.2012, “Das neue Weinrecht der EU” (PDF)

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Termine 2012

Erstellt von ockelmann am Samstag 31. Dezember 2011

Stand: 30. Dezember 2011

20. - 22.01.2012 19. Weinforum Mosel, Trier
www.weinforum-trier.de
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29.01.2012 VdP Große Gewächs-Tour in Köln / Pfalz-Rheinhessen-Nahe-Ahr
www.vdp.de
.
06.02.2012 VdP Große Gewächs-Tour in Köln / Baden, Franken, Rheingau und Württemberg
www.vdp.de
.
23.02. - 07.03.2012 Rheingau Gourmet & Wein Festival
www.rheingau-gourmet-festival.de
.
24. - 25.03.2012 Baden-Württemberg Classics im Landschaftspark Duisburg
www.bwclassics.de
25. - 26.02.2012 1. Internationales Spätburgunder-Forum, Bad Neuenahr
www.spaetburgunder-symposium.de
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03. - 04.03.2012 KölnWein, Köln (Sa 12 -20 Uhr, So 12 - 18 Uhr)
www.koelnwein.com
.
04. - 06.03.2012 ProWein, Düsseldorf
www.prowein.de
.
12.04. - 23.04.2012 Wachau Gourmetfestival
www.wachau-gourmet-festival.at
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24.03.2012 Große Weinprobe der WeinSteigWinzer, Leutesdorf
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13. - 14.04.2012 Weingenuss Krems
www.weingenusskrems.at
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25. - 28.03.2012 VinItaly, Verona
www.vinitaly.com
30.03. - 01.04.2012 Pfälzer Wein- und Sektmesse, Bad Dürkheim (Salierhalle)
www.pfaelzer-weinmesse.de
21.04.2012 Tag der offenen Weinkeller an der Ahr
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27.04. - 06.05.2012 Rheingauer Schlemmerwochen
www.rheingau.de/veranstaltungen/feste/schlemmerwochen
.
06.05.2012 Wein im Schloss, Koblenz  (11-17 Uhr, Fachbesucher ab 9 Uhr)
www.wein-im-schloss.de
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12.05.2012 Hausmesse Kölner Weinkeller (11 - 16 Uhr)
www.koelner-weinkeller.de
13.05.2012 Kulinarisches Weinerlebnis mit Wanderung, Leutesdorf
.
Mai 2012 Jungweinprobe Grand Hotel Bensberg
www.jungweinprobe.de
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17. - 28.05.2012 Kölner Weinwoche auf dem Heumarkt

www.koelner-weinwoche.de

18. - 20.05.2012 Bozner Weinkost
www.weinkost.it
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19. - 21.05.2012 Südtiroler Blauburgundertage in Neumarkt
www.blauburgunder.it
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26.05.2012 Mittelrheinische Weinmesse, Bacharach (ab 12 Uhr)
www.vdp.de
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25. - 28.05.2012 Weinmarkt der Ahr, Ahrweiler (Sa ab 14 Uhr, So,  Mo ab 11 Uhr)
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02. - 04.06.2012 Vievinum, Wien
www.vievinum.at
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08. - 11.06.2012 Weintage der Südlichen Weinstraße, Landau
www.suedlicheweinstrasse.de
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Juni 2012 Weinpräsentation am Roten Hang, Nierstein
www.roter-hang.de
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01.07.2012 Jahrgangspräsentation der VDP Betriebe Ahr, Nahe und Rhein­-hessen, Mainz (Rheingoldhalle, 12 - 16 Uhr)
www.vdp.de
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August 2012 Rheingauer Weinwoche in Wiesbaden
www.rheingau-taunus-info.de
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16.08.2012 Jahrgangspräsentation Selection Rheinhessen, Mainz
(Handwerkskammer Rheinhessen; 17 - 20 Uhr)
www.rheinhessenwein.de
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01. - 03.09.2012 Berliner Weinwochenende und Prämierung Grosses Gewächs, Berlin
www.vdp.de
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September 2012 Versteigerung Bernkasteler Ring,Trier
01.09.2012 Versteigerung Großer Ring, Trier,
9 - 11  Uhr Vorverkostung, ab 13  Uhr Versteigerung
www.vdp.de
.
10.09.2012 Jahrgangspräsentation VDP Baden und Württemberg, Stuttgart
www.vdp.de
.
22.09.2012 Versteigerung VDP Rheingau, Kloster Eberbach,
9:30 - 11:30  Uhr Vorverkostung, ab 13  Uhr Versteigerung
www.vdp.de
.
September 2012 7.Tafelrunde Klitzekleiner Ring, Traben Trarbach,
16 - 21 Uhr
.
22.09.2012 Versteigerung VDP Nahe - Ahr, Bad Kreuznach, Römerhalle,
9:30 Uhr Vorverkostung, 11 - 13  Uhr Versteigerung
www.vdp.de
23.09.2012 Versteigerung VDP Rheingau, Kloster Eberbach,
14 - 18  Uhr

www.vdp.de

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Oktober 2012 Weinforum Rheinhessen, Mainz (Museum für Antike Schifffahrt;
Fr 15  - 21, Sa 14  - 21, So 11  - 18)
www.weinforum-rheinhessen.de
. ..

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Chronik 2011

Erstellt von ockelmann am Donnerstag 29. Dezember 2011

24. Januar -  Technikprobe - Kellerfehler

….und da erinnern wir uns gerne an die übliche „Technikprobe” am Anfang eines jeden Jahres. Sie befasste sich diesmal mit Fehlern im Wein. Beeindruckend unterstützt wurden wir dabei von dem Önologen Frank John, der auch die Weine für uns zusammengestellt hatte. Ohne seine Hilfe wäre so mancher dieser angestellten Weine auch ohne Beanstandung bei einer Verkostung durchgegangen. Wohl dem, der einen „geschulten Gaumen” hat.

10. Februar  - Weissweine aus der Schweiz

Als Auftakt für 2 Proben mit Schweizer Weinen - einmal weiß und einmal rot - bescherten uns Carla und Christian Beyer im Februar Weißweine von ausgefallenen aber interessanten Rebsorten, Weine weit jenseits von Chasselas und Fendant - doch: einen Fendant gab es schon noch, doch der ging als zweit Schlechtester in der Punktung unter. Dafür war die Begegnung mit den anderen Weinen umso interessanter. Dank an Carla und Christian für die enorme logistische Leistung bei der Zusammenstellung der Probe !

10. März - Hauptversammlung

Für den März hatten wir unsere Jahreshauptversammlung angesetzt. Da keine Vorstands-Wahlen und auch sonst keine gravierenden Ereignisse zur Diskussion anstanden, verlief die Versammlung in ruhigem Fahrwasser. Auch die durch Ausscheiden eines Mitglieds erforderliche Neuwahl der Kassenprüfer konnte durch freiwillige Neumeldungen entspannt von statten gehen.

14. April - Prinz zu Salm-Dalberg’sches Weingut, Wallhausen

Einer der Höhepunkte in dem verflossenen Jahr kündigte sich mit dem Besuch des Prinzen Felix zu Salm-Salm an, der uns mit seiner lockeren aber verbindlichen Art sowohl mit den familiären Verhältnissen als auch mit den weinbetrieblichen Gegebenheiten des „Prinz zu Salm-Dalberg’schen Weinguts” vertraut machte. Nebenbei ließ er auch einige Worte über sein eigenes Weingut, der Villa Sachsen in Bingen, fallen, dessen Weine er unter dem Markennamen „Rheingraf” vermarktet. Jedem Interessenten sei an dieser Stelle das Probenprotokoll auf unserer Website empfohlen mitsamt der Auswertung. Gerne erinnert der Chronist an das „GG” aus 2009 vom Roxheimer Berg, das an diesem Abend als Sieger aus der Verkostung hervor ging.

12. Mai - Weingut Hahnmühle, Mannweiler-Cölln

Als weitere Nahevertreterin hatten wir Frau Martina Linxweiler vom Öko-Weingut „Hahnmühle” zu Gast in Deutz. Ihre erfrischende und fundierte Art, uns ihre Weine zu präsentieren, ließ uns alle aufhorchen, gespannt zuhören und natürlich intensiv genießen, darunter so interessante Weine wie den Alsenztaler Mischsatz aus dem Jahre 2010 in einer trockenen und einer feinherben Version. Darüber hinaus wurden wir mit einer interessanten Familiensaga konfrontiert und erlebten dabei eine bemerkenswerte Moderatorin, die nicht nur über Wein etwas erzählen konnte.

28. Mai - Weinkulturreise an die Nahe

Bei einem Jahresschwerpunktthema wie dem Nahewein liegt es „nahe”, dass wir auch unsere Weinkulturreise an die Nahe gemacht haben. Abfahrt ab Deutz mit einer Überraschung: Sicherheitseinweisung wie in einem Flugzeug. Saßen wir wirklich in einem Bus? Dann aber vor Ort das „Orgel-ART-museum” in Windesheim, vorab ein kleiner Imbiss und dann mit zeitlich gut gesetzten Wechseln zwischen musikalischen Darbietungen und Weinverkostungen, begleitet von dem Weingut Poss. Das anschließende Mittagessen im Restaurant Kaiserhof in Guldental hat wohl nachhaltigen Eindruck hinterlassen, der aber dann doch noch übertroffen wurde, von der durch Caroline Diel betreuten kleinen Weinprobe im Weingut Diel. Den Abschluss bildete schließlich eine Probe auf dem Weingut Göttelmann, präsentiert von Herrn Götz Blessing, mit bester Gelegenheit, sich vor Ort mit einem Winzerteller für die Rückreise zu stärken.

09. Juni - Weingut Korrell - Johanneshof, Bad Kreuznach-Bosenheim

Noch einmal Naheweine. Diesmal vom Weingut Korrell „Johanneshof”, eine Probe der anderen Art, denn wegen der starken Vermarktung der Weine über die gehobene Gastronomie leistet sich dieses Weingut einen ausgebildeten Sommelier, Herrn Martin Bartsch, als Kundenberater - und fährt nicht schlecht damit. Es waren nicht nur die Weine, die uns sehr zu gefallen wussten (Star des Abends: ein 2010er Kreuznacher Paradies „Goldkapsel” Riesling Spätlese trocken!!), sondern auch der ein oder andere Blick hinter die Kulissen des Sommelier-Berufes. Ein hoch interessanter Abend! Danke für diesen Einblick und Ihre offenen Worte, Herr Bartsch!

14. Juli - Weingut Kruger-Rumpf, Münster-Sarmsheim

Als vorletzten Vertreter der Weinriege von der Nahe besuchte uns im Juli das Weingut Kruger-Rumpf, vertreten durch Herrn Georg Rumpf, dem Juniorchef an der Seite seines Vaters Stefan. Die Punkteauswertung bringt es an den Tag: eine ganz hochwertige Probe mit keinem Wein unter 14, aber dafür drei Weinen über 16 Punkte. Dem Chronisten scheint da etwas entgangen zu sein; er war verhindert! Schade….-auch wegen der ausgiebigen Diskussion über die Schaffung eines Markenweines - Ergebnisoffen!

11. August - Rebsortenprobe Weissburgunder als Blindprobe

Unser aller Lieblingsprobe, bald wieder hoffentlich jährlich: die Blindprobe, diesmal mit Weißburgundern und damit sehr anstrengend, weil alle Weine mit sehr dicht beieinander liegenden Typizitätsnoten ausgestattet waren. Ausgesucht von unseren Weinbrüdern Axel Daub und Wolfgang Klug. Zwei Ausreisser: der Vertreter aus dem Elsass (negativ) und der Weißburgunder vom Lindenhof (Nahe, positiv). Da mussten sich auch ein Wittmann, Dönnhoff oder Brennfleck warm anziehen. Überraschung: ein 2009er vom Weingut Karlheinz Becker aus Heuchelheim-Klingen.

08. September - Weingut Dr. Crusius, Traisen

Als letzter Vertreter der -alles in allem - Top-Nahewinzer in 2011 besuchte uns Dr. Peter Crusius vom gleichnamigen Weingut Dr. Crusius in Traisen. Er verstand es, mit seiner Weinauswahl noch einmal einen Höhepunkt in der Reihe der Naheweinverkostungen zu markieren, so dass wir einen würdigen Abschluss hatten und unseren Frieden mit den Naheweinen machen konnten: besser ging nicht, doch viele Weine blieben unverkostet. Naheweine noch einmal? Jederzeit wieder!

13. Oktober - Rebsortenprobe St.Laurent

Im Rahmen der Rebsortenverkostungen ging es im Oktober um den St Laurent und zwar im Vergleich zwischen Deutschland und Österreich. Leicht zu beantwortende Frage: welches Anbaugebiet hatte die Nase vorne? Unterm Strich: Österreich. Aber die deutschen Winzer brauchten sich nicht zu verstecken; z.B. Dreissigacker (Bechtheim) oder Klein (Hainfeld). Dafür gab es auf österreichischer Seite auch Enttäuschungen, wohl wegen der hohen Erwartungshaltung: z.B. Rosi Schuster oder Paul Achs. Aber wir wollen nicht auf Spitz oder Knopf einen Gewinner oder Verlierer ausgucken: es war für alle eine lehrreiche Probe, um uns den
St. Laurent als anspruchsvolle Rotweinsorte näher zu bringen.

10. November - Frühburgunder in Deutschland

In einer weiteren Rebsortenverkostung widmeten wir uns dem deutschen Frühburgunder. Uwe Lommertin und Oliver Henke zogen dabei alle Register, um uns von den Qualitäten des deutschen Frühburgunders zu überzeugen. In einer aufgelockerten und profunden Probe genossen wir einen wohl repräsentativen Querschnitt dieser Rebsorte und danken den beiden Moderatoren für ihr Engagement und ihren Fleiß bei der Zusammenstellung und Durchführung der Verkostung.

08. Dezember - Rotweine aus der Schweiz

Um den Bogen zurück zu spannen zum Februar, schlossen wir unser Probenprogramm im Dezember mit Rotweinen aus der Schweiz. Skeptisch erwartet von fast allen Weinschwestern und Weinbrüdern, geprägt durch vielfältige schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit. Carla und Christian Beyer hatten sich allerdings so „ins Zeug gelegt”, dass  auf jeden Fall spätestens ab dem Wein Nr. 6 allen Probenteilnehmern klar wurde, dass hier Köstlichkeiten im Glas stehen, die einen Vergleich mit anderen Anbaugebieten nicht zu scheuen brauchen - insbesondere beim Spätburgunder/Pinot Noir. Über die logistischen Probleme der Weinbeschaffung braucht an dieser Stelle kein Wort mehr erwähnt zu werden (s.o.), dafür aber nochmals ganz herzlichen Dank für Eure Mühe und die vielen neuen Erkenntnisse auf Seiten der Probenteilnehmer !!

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8.12.2011 Rotweine aus der Schweiz

Erstellt von beyer am Sonntag 18. Dezember 2011

Schweizer Rotweine - Probe am 8.12.2011

 

Nach unserem Einstieg in den Schweizer Weinanbau mit den zugehörigen Landschaften, der Geschichte des Weinbaus und der Weingesetzgebung bei der Präsentation von Schweizer Weißweinen im Februar, stellten wir uns nun der Herausforderung, Schweizer Rotweine vorzustellen.

 

Wir rekapitulierten: auf etwas mehr als 15.000 ha wird in der Schweiz Weinbau betrieben. Die Zahl der Produzenten wird mit 33.000 angegeben, die Zahl der Keller aber nur mit 2.200. Die 15.000 ha werden zu 45% für den Anbau von Weißweinen und zu 55% für den Anbau von Rotweinen genutzt. Bei den Rotweinen dominiert der Pinot Noir mit fast 60%.

 

Die Rundreise begann im Tessin (ital. Ticino), dem südlichsten Kanton der Schweiz. Die Rebfläche von 1.028 ha teilen sich ca. 3.800 Winzer, von denen bis auf ca. 30 Winzer die übrigen ihre Weinberge im Nebenerwerb bearbeiten. Fast 90% dieser Fläche ist mit der Bordeaux-Traube Merlot bestockt, die erst Anfang des 20. Jahrhunderts, als Ersatz für die von der Reblaus befallenen einheimischen Sorten, hier eingeführt wurde. In Höhen unterhalb von 450 m reift die Traube zuverlässig aus. In höher gelegenen Weinbergen muss man auf Pinot Noir ausweichen.

 

Die Nr. 1 der Probe war eine Kuriosität, ein weissgekelterter Merlot: „Tricino “Chiar di Luna” Bianco de Merlot“ von der Firma Angelo Delea aus Losone. Dabei werden die roten Merlot-Trauben weich ausgepresst und die Mostgärung erfolgt bei kontrollierter Temperatur. Den Wein einzuordnen fiel schwer; er war fruchtig, hatte überreife Apfelnoten aber im Abgang fehlte die meist beim Merlot vorhandende Fülle und Länge.

 

Vom Tessin wechselten wir in das Weinbaugebiet Wallis, in dem anfangs ausschließlich zur Selbstversorgung Wein produziert wurde. Erst am Ende des zweiten Weltkriegs waren die Weine nach und nach auch international erhältlich, was zunächst zu  Massenkonsum führte, der mit erheblichen Qualitätsverlusten einherging. Seit 1990 wurden diverse Regelungen getroffen, die dazu führten, dass im Wallis wieder ausschließlich Qualitätsweine gekeltert werden.

 

Im Wallis stand als erstes die autochthone Rebsorte Cornalin, ein echtes Schweizer Gewächs, zur Verkostung an. Nur in den Kantonen Wallis und Waadt findet er ideale Bedingungen: kalkhaltige Böden und die heiße Sonne. Im Jahr 2003 fand man heraus, dass der Cornalin eine natürliche Kreuzung von Mayolet und Petit Rouge ist, die nicht von Winzern herbeigeführt wurde. Der Mayolet ist für seine Widerstandskraft gegen Kälte verantwortlich, während der Petit-Rouge ihm seine weichen Tannine verleiht.

 

Wir verglichen bei dem Cornalin einen Wein von Albert Mathier aus Salgesch und einen Wein der Firma Imesch Vins aus Sierre. Die Weinfamilie Albert Mathier & Söhne produziert seit 1928 mit viel Freude und Engagement auserlesene Walliser Weine. Als Pionier legte Albert Mathier mit der Gründung seines eigenen Weinhandels den Grundstein für die Weingeschichte der Familie Mathier und die der Rotweinmetropole Salgesch. Auf den familieneigenen 30 ha Reben, mit über 300.000 Rebstöcken, werden autochthone Walliser Weiss- und Rotweine vinifiziert. Zu diesen Rebsorten gehören Cornalin, Humagne Rouge und Dôle des Salquenen.

 

Die Gründung der Firma Imesch Vins geht schon bis in das Jahr 1898 zurück. Sierre gilt als Sonnenstadt. Das Sonnengestirn, das Wahrzeichen der Stadt, schmückt ebenfalls die Etiketten der Produktfamilien “Soleil de Sierre” und “Soleil d’Or” von Imesch Vins.

 

Bei Wein Nr. 2, dem Cornalin von Albert Mathier & Söhne, hatten wir Heidelbeere und Kirsche in der Nase, im Gaumen fehlte Fülle und sowohl bei Wein Nr. 2 wie auch bei Wein Nr. 3, Soleil d’Or Cornalin von Imesch Vins, wurde diskutiert, ob Cornalin-Weine so schmecken müssen. So gab es bei der Benotung der Weine große Differenzen, bei Wein Nr. 3 sogar bis zu 4 Punkten. Die Abweichungen bei Nr. 3 waren aber auch damit begründet, dass zwischen A- und B-Flasche sowohl in der Nase als auch im Gaumen deutliche Unterschiede bestanden, so das hier die Eindrücke: Aromen von getrockneten Tomaten / Auberginen auf der einen Seite und Fehltöne auf der anderen Seite wahr genommen wurden.

 

Als nächstes folgte eine weitere autochthone Rebsorte des Wallis, der Humagne Rouge. Die Humagne Rouge Rebsorte mag die kalkreichen Böden des Wallis, besonders der alpinen Inselregion, und wird als eine der letzten Sorten im Jahr geerntet. Die späte Lese ist verantwortlich für den vollen Körper und die Fruchtigkeit. Die Schale der Trauben ist dick und stark, sie liefert die prächtigen Tannine in diesen Weinen. So ganz geklärt ist die Entstehungsgeschichte des autochthonen Humagne Rouge nicht. Der Cornalin ist ein Verwandter dieser Rebsorte, soviel hat man bisher herausgefunden. Wer ihre direkten Vorfahren sind, behält diese Sorte bislang für sich. Fest steht jedoch, dass der Humagne Rouge nichts zu tun hat mit dem Stillwein Humagne Blanche, den wir bei der ersten Probe der Schweizer Weißweisen kennengelernt hatten.

 

Im Glas hatten wir mit Wein Nr. 4 einen Humagne Rouge von Albert Mathier & Söhne, den wir als Erzeuger schon bei Wein Nr. 2 kennengelernt hatten und mit Nr. 5 einen Humagne Rouge du Valais “Les Mazots” von Maurice Gay, Chamoson. Auch die Domaine Maurice Gay, die im Herzen des Wallis liegt, wurde vor mehr als 125 Jahren bereits im Jahr 1883 gegründet. Heute ist dieses Weinhaus eines der berühmtesten des Wallis. Die Einkellerung umfasst die Ernten von 450 Winzern aus einem Anbaugebiet von rund 250 ha, im Durchschnitt werden jährlich 1.5 Mio. Kilo Trauben vinifiziert. Die Spitzenweine stammen von den eigenen 20 ha terrassierten Rebberge.

 

Beide Weine überzeugten mit kräftiger Frucht und Wein Nr. 5 gewann zusätzlich durch Würz- und Kräuternoten. Auch hier lagen unsere Bewertungen weit auseinander – wenn auch auf höherem Niveau und es entspann sich eine rege Diskussion, was in die Beurteilung weniger bekannter (autochthoner) Rebsorten einfließt. So spielen sicher Kenntnisse, Erfahrungen und eigene Eindrücke bei der Bewertung eine Rolle, aber wie objektiv ist diese dann in Fällen solch weniger bekannten Rebsorten und ist eine objektive Bewertung dann überhaupt möglich?

 

Wir setzten die Probe mit einer Spezialität des Wallis, dem Dôle fort. Nach der neuen Walliser Gesetzgebung ist ein Dôle ein AOC-Wein des Wallis, der aus einer Mischung von den im Wallis erlaubten und kultivierten roten Rebsorten stammt. Diese Mischung muss mindestens 85% Pinot Noir und Gamay enthalten. In diesen 85% muss der Pinot Noir überwiegen.

 

Bei den Weine Nr. 6 und Nr. 7, dem Dôle de Salquenen von Albert Mathier & Söhne konnten wir die Jahrgänge 2008 und 2009 vergleichen. Wie auch die übrigen Weine von Albert Mathier & Söhne erfolgte eine traditionelle Maischegärung mit kontrollierter Temperatur und dem anschließenden Ausbau im Stahltank. Wir rochen dunkle Beeren und empfanden eine angenehme Säure und Fruchtigkeit, die dem Wein Struktur gaben und auch noch am Gaumen wahrnehmbar waren. Dabei schien der 2009er bereits trinkreifer als der 2008er zu sein.

 

Das nächste Anbaugebiet, aus dem wir Weine verkosteten, war der Aargau. Der Aargau, mit 400 ha Rebfläche, gehört mit den Regionen Thurgau, Baselland, Zürich und Schaffhausen zur Deutschschweiz, die insgesamt 2.660 ha Rebfläche umfasst. In rund 70 Aargauer Gemeinden wird heute Rebbau betrieben. Bewirtschaftet werden die Parzellen von rund 800 Winzerinnen und Winzern. Der Aargau liegt auf dem gleichen geographischem Breitengrad wie das prestigeträchtige Burgund und die Niederschlagsmenge ist im Aargau sogar geringer ist als in der Sonnenstube Tessin. So können Trauben geerntet werden, deren Oechsle- bzw. Zuckerwerte keinen Vergleich, weder über die Kantons- noch Landesgrenzen, scheuen müssen und damit gehaltvolle, elegante Weine ergeben.

 

Wein Nr. 8, IM LEE Döttingen mit 50% Pinot Noir und 50% Malbec zeigte eine Spezialität des Weingutes zum Sternen aus Würenlingen. Die Weinbautradition der Familie geht auf das Jahr 1828 zurück Zusammen mit der Rebschule sowie dem „Restaurant Sternen“ bildet das Weingut ein Triumvirat, an dem man in diesem Teil der Schweiz nicht vorbeikommt. Auf gut 7 ha werden heute Reben in besten Lagen des Unteren Aaretals, in den Gemeinden Würenlingen, Döttingen und Klingnau, gepflegt. Dort profitieren die Reben an besonders geschützten Standorten – im Lee - von idealen klimatischen, topografischen und tektonischen Voraussetzungen.

 

Bei Wein Nr. 8 dominierte vom Malbec zunächst die dunkle Farbe. Pinot Noir und Malbec wurden zunächst separat gekeltert und ausgebaut. Als Cuvée kam der Wein im Frühjahr für acht Monate in gebrauchten Barriques zu liegen. Der Wein zeigte ein vielschichtiges, aromatisches Bouquet und fiel durch die kompakte, kraftvolle Struktur auf.

 

Dann ging es an die Pinot Noirs. Wir starteten mit zwei Weinen der Nr. 9 Kloster Sion Pinot Noir Klingnau Réserve, ebenfalls vom Weingut Zum Sternen und hatten mit der Nr. 10 Lampert’s Pinot Noir Barrique aus Graubünden im Glas.

 

Weinbau und Eigenkelterung Hanspeter Lampert liegt in Maienfeld, in Graubünden. Auf 5 ha Rebfläche erhält jeder einzelne Stock die verdiente Pflege, denn: „Die Qualität der Weine wird im Rebberg begründet“. Das wertvolle, ausschließlich selbst produzierte Traubengut keltert die Familie Lampert seit 1983 im eigenen Keller. Hier holt Kellermeister Hanspeter Lampert das Beste aus den Trauben heraus und lässt es in seine Weine einfließen. Dazu setzt er auf bewährte Kelterungsmethoden, kombiniert mit moderner Weintechnologie.

 

An dieser Stelle ist ein Wort zu der Winzergruppe PINOT RhEIN zu sagen: Der PINOT RhEIN war zuerst einmal die Idee von fünf befreundeten Graubündner Winzern, die ihre Weine regelmäßig diskutieren, vergleichen und auch kritisieren. Natürlich hat jeder der Erzeuger seinen eigenen Erfahrungshintergrund, seine eigenen Böden, seine eigenen Rebstöcke. Und damit hat jeder Wein seinen eigenen Charakter, seine eigenen Stärken. Die Fünf haben sich dann gefragt, was dabei herauskommt, wenn sie diese Stärken in einem Wein vereinen. Wenn sie ihre Pinot Noirs vom Rhein vollkommen rein keltern und ihre jeweils besten Barriques zu einem Wein assemblieren. Würde der Wein besser sein, als seine Einzelteile? So wurde aus der Idee der PINOT RhEIN. Dafür haben sich die vier Erzeuger auf ein gemeinsames Vorgehen verpflichtet. Nur die besten Trauben werden selektioniert und von Hand gelesen. Wobei der durchschnittliche Ertrag unter 3,5 Deziliter pro Quadratmeter (35 hl/ha) liegen muss. Die Maische wird offen vergoren und von Hand gestoßen. Der Wein wird vor der Assemblage in neuen und einjährigen Barriques ausgebaut.

Das Weinbau-Gebiet Graubünden, bekannt durch seine Lagen „Am jungen Rhein“ und “Bündner Herrschaft”, weist nur eine kleine Rebfläche von knapp 410 ha auf. Das Klima ist von viel Sonnenschein sowie vom durch das Rheintal blasenden südlichen Föhnwind geprägt. Dieser Fallwind wird hier bezeichnenderweise “Traubenkocher” genannt, weil er die Zuckerbildung in den Trauben begünstigt. Dank dem Föhnklima wachsen kräftige, lagerfähige Rotweine, die es in guten Jahren durchaus mit großen Burgundern aufnehmen können.

 

Beide Weine Nr. 9 und Nr. 10 waren im Barrique ausgebaut und begeisterten mit komplexer Frucht, Vanille und Caramel-Tönen und Röstaromen. Beide Weine trafen voll den Geschmack und so gab es das Lob „so sollte ein Pinot Noir aus dem Barrique sein“.

 

Die Frage war: Gibt es noch Steigerungen? Wir blieben in Graubünden und probierten zwei weitere Pinot Noir, beide vom Thomas Mattmann, Cicero Weinbau aus Zisers. Leider muss man dabei erwähnen, dass Thomas Mattmann, ein engagierter Winzer, der stets nach absoluter Perfektion strebte, im Juli 2011 verstorben ist. Auch Thomas Mattmann gehörte zu der Winzergruppe PINOT RhEIN.

 

Zu unserer Frage: ja es gab noch eine Steigerung. In den Weinen Nr. 11: Pinot Noir Mattmann und Nr. 12: DER MATTMANN Pinot Noir Mattmann, ein bzw. eineinhalb Jahr im Barrique ausgebaut und unfiltriert abgefüllt – wir hatten beide Weine vorsorglich dekantiertet – fanden sich Noten von Cassis und eine wunderschöne Säurestruktur und ein langer mit dezenten Röstaromen unterlegter Abgang. Dabei empfanden wir die Nr. 12 noch tiefer und intensiver und dies spiegelte sich in der Benotung mit bis zu 18,5 Punkten wieder. Bei beiden Weinen scheint noch viel Potential vorhanden, so dass der Wunsch geäußert wurde, diese Weine noch einmal in einem Jahr verkosten zu können. 

 

Als Abschluss hatten wir noch etwas Spezielles aus dem Wallis von Maurice Gay, den wir schon bei Wein Nr. 5 kennengelernt hatten, ausgewählt: Nr. 13 MASC – Assemblage de cépages rouges. Für diesen Wein, eine Assemblage aus Merlot, Ancellotta, Syrah und Cabernet Franc, erfolgte eine rigorose Trauben-Selektion der besten Rebterrassen des rechten Rhoneufers, vinifiziert und ausgebaut wurde er dann in Eichenfässern. Er war geprägt von dunkelvioletter Farbe, in der Nase die Aromen reifer Früchte mit kräftiger Struktur und einem lang anhaltend Abgang mit Würz- und Fruchtnoten.

 

In der Zusammenfassung war dies sicher eine spannenden Probe, bei der es viel Neues zum Kennenlernen gab und auch die Erkenntnis, dass in der Schweiz inzwischen interessante Weine vor Allem aber sehr gute Pinot Noirs zu entdecken sind!

 

 

 

 

Verfasserin: Carla Beyer

 

 

Probenergebnis der Weinprobe vom 8.12.2011 Rotweine aus der Schweiz (PDF)

 

 

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10.11.2011 Frühburgunderprobe Deutschland

Erstellt von beyer am Sonntag 18. Dezember 2011

Frühburgunder aus Deutschland – Probe am 10.11.2011

 

Im Zeichen des Blauen Frühburgunders stand unsere Weinprobe im November. Die beiden Weinbrüder Oliver Henke und Uwe Lommertin stellten eine interessante „Weinrundreise durch 8 Anbaugebiete“ zusammen.

 

Den Anfang und das Ende der Probe bildete das Gebiet Rheingau, gefolgt von Pfalz, Mosel, Nahe, Rheinhessen, Franken, Württemberg und Ahr. Das Konzept der Probe sollte ursprünglich mit vier Weingütern und jeweils drei Jahrgängen durchgeführt werden, um das Potenzial des Frühburgunders zu demonstrieren. Doch mangels Verfügbarkeit älterer Jahrgänge (nur geringe Mengen wegen der hohen Nachfrage nach Frühburgunder) wurde beschlossen, 11 Weingüter aus deutschen Anbaugebieten vorzustellen.

 

Die interessante Rebsorte Blauer Frühburgunder ist kurz vorgestellt:

 

Die rote Rebsorte ist eine Mutation vom Pinot Noir, sie zählt somit zum Kern der großen Familie der Burgundersorten. Genotypisch ist der Frühburgunder vom Pinot Noir nicht zu unterscheiden. Der Name bezieht sich auf die gegenüber dem Spätburgunder frühere Reife der Trauben. Die Rebe wird manchmal mit anderen frühreifenden Sorten wie zum Beispiel Abouriou (Jacobstraube), Franc Noir de la Haute-Saône (Plant Jacquot), Madeleine Noir (Luglienga Nera) und St. Laurent (Laurenziustraube) verwechselt.

 

Die zahlreichen Synonyme bezeugen die frühere weite Verbreitung und das Alter der Sorte. Das sind zum Beispiel Augustklevner, Augusttraube, Black Inly, Blauer Augustiner, Blauer Frühburgunder, Clevner, Früher Clävner, Frühblauer Burgunder, Frühreifer, Gospinsza, Ischia, Iskiya, Juliusi Szölö, July Grape, Korai Kek Kisburgundi, Maddalena Nera, Madeleine Noire.

 

Im deutschen Anbaugebiet Ahr war der Frühburgunder noch Anfang des 20. Jahrhunderts eine der häufig angebauten Sorten. Geringe Erträge, Neigung zum Verrieseln und Befall durch Viren führten dazu, dass in den 1960er Jahren mit einem Bestand von nur mehr 15 ha die Sorte fast ausgestorben war. Mitte der 1970er Jahre wurde sie dann von der Forschungsanstalt Geisenheim wiederbelebt, indem mit systematischem Klonen ein Neuaufbau begonnen wurde. Im Jahr 2009 belegte sie in Deutschland bereits wieder 256 ha Rebfläche - Tendenz steigend! In Österreich und der Schweiz gibt es nur kleine Bestände.

 

Die Rebe erbringt fruchtige, extraktreiche Weine mit rubinroter Farbe und hoher Körperfülle mit niedriger, harmonischer Säure.

 

Aus einem Sämling wurde schon 1845 die Madeleine Royale gezüchtet. Ein weiterer offen abgeblühter Sämling ist Muscat Précoce de Saumur. Die Rebe war außerdem Kreuzungspartner bei den Neuzüchtungen Helfensteiner und Mairam.

 

 

Nun zu den einzelnen Weingütern und Weinen:

 

Nr. 1) Weingut Domdechant Werner in Hochheim/Rheingau - Jahrgang 2009

Den Anfang machte das Weingut Domdechant Werner aus Hochheim. Eine Rarität bildet der Frühburgunder im klassischen 12,5 ha großen Rieslingweingut. Ein frischer, überaus fruchtbetonter Rotwein mit Schmelz – seine rubinrote Farbe und seine saubere Art kommen gut zur Geltung - die Sortentypizität ist klar erkennbar (anregende Aromen der Sauerkirsche). Ein gelungener Auftakt der Probe aus dem Weinjahrgang 2009.

 

Nr. 2 und 3) Weingut Petri in Herxheim/Pfalz - Gegenüberstellung Jahrgänge 2008 und 2006

Das Pfälzer Weingut aus Herxheim betreibt umweltschonenden Weinbau auf 14 ha. Seit ca. 10 Jahren wird Frühburgunder angebaut.

 

Der erste Eindruck des Weins Nr. 2: Vordergründige Fruchtaromen (Kirschnote), Zartbitterschokolade – ein Wein der noch ein paar Ecken & Kanten hat (geschuldet der spürbaren Säure) – mal schauen, was der gereifte Wein zu bieten hat.

Zu 3: Florale Töne, seidige Struktur, weiche Note & Fülle. Einige Teilnehmer bemerkten bei dem reiferen Wein den Schmelz und die Stoffigkeit. Eine gelungene Gegenüberstellung der beiden Jahrgänge aus einem Weingut - eine Erkenntnis, die wir zu schätzen wissen.

 

Nr. 4) Weingut Reinhold Franzen in Bremm/Mosel - Jahrgang 2009

Weiter ging es mit der traditionellen Weißweinhochburg Mosel. Neben der Hauptsorte Riesling werden in dem 9 ha großen Weingut Franzen auch einige Burgunderarten angebaut. Der Ertrag des Frühburgunders liegt bei ca. 40 hl/ha. Der Wein wird nicht auf der steilsten Weinbergslage Europas (Bremmer Calmont) sondern auf der gegenüberliegenden Halbinsel Stuben nahe der bekannten Klosterruine angebaut. Auf wärmespeicherndem Sandboden herrscht hier ein günstiges Mikroklima für den Frühburgunder.

Der Wein schmeckte im Vergleich zu den bisherigen Frühburgundern recht schlank, seine Art war fein mit einer leicht schmeckbaren Barriquenote (4. Belegung), helles Rubinrot. Ein reintöniger Wein, der seine Herkunft klar zum Ausdruck brachte. Leider kam sein Fruchtspiel ein wenig zu kurz.

 

Nr. 5) Weingut Bürgermeister Willi Schweinhardt in Langenlonsheim/Nahe - Jahrgang 2009

Von der Mosel ging es nun südlich ins Anbaugebiet Nahe; in Langenlonsheim erzeugt das Weingut auf 34 ha eine große Auswahl an verschiedenen Weinen.

Der angestellte Frühburgunder aus dem Jahrgang 2009 punktete mit einer komplexen Geruchs- und Geschmacksnote, gepaart mit einem dunklen Farbton, deutlich schmeckbarer Holznote am Gaumen. Es fiel einigen Probenteilnehmern schwer, den Wein als Frühburgunder zu erkennen (nicht sortentypisch) und gab der Runde Diskussionsstoff. Es gab einige Befürworter dieses Ausbaustils, die den Wein überaus spannend und komplex fanden. Für diesen nicht sortentypischen Frühburgunder gab es auch ein paar kritische Stimmen, die diesem Wein einen „internationalen Touch“ attestierten. Darüber waren sich im Nachgang alle einig: der Wein schmeckt als Rotwein gesehen sehr gut und macht Spaß. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

 

Nr. 6) Weingut Bettenheimer in Ingelheim/Rheinhessen - Jahrgang 2009

Rheinhessen bildet mit ca. 83 ha Anbaufläche für Frühburgunder (2009) die größte Anbaufläche in Deutschland.

Das Weingut Bettenheimer setzt mit seinem Frühburgunder (erzeugt aus einem Wasem-Klon, einem ursprünglichem Frühburgunder-Klon aus der Region) und seinem Einsatz von sogenannten Hybridbarriquefässern (ein Fassboden aus amerikanischer Eiche, Rest Alliereiche) auf eine Besonderheit.

Ein farbintensiver Rotwein mit samtiger Körperfülle, viel Schmelz, floraler Note mit Röstaromen, ein kräftiges Tanningerüst für ein gutes Alterungspotenzial - ein Wein, der schon auf der ProWein in Düsseldorf zu Beginn des Jahres unserem Weinbruder Lommertin positiv aufgefallen war. Ein Wein der großen Anklang auch in unserer Runde gefunden hat und sicherlich den Frühburgunder und seine Vorzüge bestens verkörpert. Ein gelungener Wein – gerne mehr davon!

 

Nr. 7) Weingut J. Geil in Bechtheim/Rheinhessen - Jahrgang 2009

Ein weiterer Vertreter aus Rheinhessen: das Weingut J. Geil mit 32 ha Rebfläche, hat sich mit knapp 6% seiner Rebfläche dem Frühburgunder verschrieben. Verwendung finden sowohl der Wasemklon (typisch für die Region) als auch der Geisenheimer Klon. In dieser Kombination wird ein Ertrag für den angestellten Wein von ca. 30 – 40 hl/ha erzeugt. Der Wein wird sowohl im Stückfass wie im kleinen Barrique ausgebaut. Auf sandigem Lößboden in den Spitzenlagen Geyersberg und Hasensprung gedeiht der Frühburgunder prächtig.

Im Glas präsentierte sich der Wein mit zarten Bitterschokoladentönen und einem Hauch Würze. Die Röstaromen des Barriques werden mit einer dezenten Süße unterlegt. Ein Tropfen mit guter Farbe und Struktur.

 

Nr. 8 ) Weingut Stich in Bürgstadt/Franken - Jahrgang 2009

Weiter ging es Richtung Franken - genauer gesagt nach Bürgstadt in die Lage Centgrafenberg: das Familienweingut Stich mit 7,5 ha Rebfläche baut seinen Frühburgunder auf Buntsandstein-Verwitterungsböden an. In bester Lage des Centgrafenbergs steht der Frühburgunder (Klon St 120) auf 0,5 ha. Bei Erträgen von 25 hl/ha erwartete uns sicherlich ein sehr konzentrierter Wein.

Zum Wein: im Glas präsentierte sich der Frühburgunder zunächst verschlossen mit rauchiger Note - ein Wein, wie sich im Nachgang herausstellte, der unbedingt dekantiert werden sollte!

Je länger er im Glas war, je mehr kam sein Geruch und Geschmack zum Ausdruck: ein farbintensiver, samtiger Rotwein – Duft von überreifen Sauerkirschen, Pflaumen und Brombeeren, ein konzentriertes Fruchtpaket offenbarte sich – eine elegante Struktur mit einem Hauch von Holz – ein wunderbar fülliger und sortentypischer Wein. Ein gutes Beispiel dafür, dass Franken mit sehr guten Frühburgundern aufwarten kann. Dem Frühburgunder scheint die Region um Bürgstadt sehr zu gefallen… uns jedenfalls gefiel der famose Tropfen.

 

Nr. 9) Weingut R. Schnaitmann in Fellbach/Württemberg - Jahrgang 2009

Bei unserer Rundreise verließen wir Franken und zogen in den südlichen Bereich Deutschlands, ins Schwabenländle nach Baden-Württemberg. Das Weingut Schnaitmann, mit Sitz in Fellbach, bewirtschaftet knapp 13 ha – der Frühburgunder nimmt auch hier nur einen kleinen aber wichtigen Teil im Weingut ein. Mit seinem ersten Frühburgunder im Jahr 1997 startete er seine Frühburgunderkarriere, die im Jahr 2003 mit dem Deutschen Rotweinpreis gekrönt wurde. Mit knapp 30 hl/ha wird dieser Wein unter der Premiummarke des Weinguts „Simonroth“ vermarktet.

Auch dieser Wein brauchte zu Beginn Luft und gab sich etwas verschlossen (unbedingt dekantieren!) – es folgte eine kräutrige Note mit sehr viel Frucht und Substanz. Aus der Weinrunde wurde vermeldet, dass der Wein wunderbar nach Veilchenpastille roch. Ein leichter Fehlton wurde wiederum von einem Weinbruder mit den Worten – Sauerkrautton – kommentiert. Anzumerken ist, dass die Barriquenote herrlich in das Geschmackserlebnis eingebunden wird (16 Monate reift der Wein im Barrique). Ein eleganter Tropfen, der wohl so in Baden-Württemberg in dieser Qualität und Art nur selten anzutreffen ist. 

 

Nr. 10 und 11) Weingut J.J. Adeneuer in Ahrweiler/Ahr - Gegenüberstellung Jahrgänge 2009 und 2008

Unter dem Motto: Klein aber fein – kamen wir in die Rotweinregion Ahr, die ja nur wenige Kilometer von Köln/Bonn entfernt liegt. Mit 37 ha Gesamtanbaufläche (2010) bildet diese Region die drittgrößte Frühburgunderfläche in Deutschland. Der Frühburgunder hat hier an der Ahr bereits seit vielen Jahrzehnten Tradition und findet insbesondere in dem Gebiet um Bad Neuenahr beste Voraussetzungen. In Ahrweiler findet man das Weingut Adeneuer mit seinen 12 ha – dieses Weingut gilt unter Weinfreunden und Kennern als eines der herausragenden Rotweingüter. Es baut in der Spitzenlage Neuenahrer Sonnenberg den angestellten Frühburgunder an. Der Ertrag lag für den 2009er bei sensationell niedrigen 18 hl/ha, normal wird um die 30 hl/ha erwirtschaftet.

Es präsentierten sich im Vergleich die beiden Jahrgänge 2009 und 2008:

Beide Weine sind herrlich frisch und reintönig, viel Frucht, ausgeprägte Beerenaromen gepaart mit einer floralen Note nach Cassis/Sauerkirsche sind deutlich erkennbar, feinste Toastung, beide Weine sind komplex und haben eine tiefe, elegante Struktur. Es machte einfach Spaß, so fruchtbetonte und feine Weine zu verkosten – im direkten Vergleich schnitt der 2008er ein wenig besser ab, da er noch komplexer und strukturierter wirkte (vielleicht geschuldet dem Jahrgang 2008 und der Flaschenreife).

Kein Zweifel: Die feinsten und besten Frühburgunder dieser Probe kommen von der Ahr!

An die beiden Brüder Frank & Marc Adeneuer ein großes Kompliment ….

 

Nr. 12) Weingut Philipp Kuhn aus Laumersheim/Pfalz - Jahrgang 2009

Bleiben wir nun im gleichen Bundesland Rheinland-Pfalz – nur weiter südlich. Das Weingut Phillip Kuhn mit ca. 30 ha Rebfläche ist bekannt für eine überaus starke Rotweinkollektion. Bereits auf der ProWein erkannten wir das Potenzial des Ausnahme-Frühburgunders. Vom Weingut wird der Wein wie folgt beschrieben: „Deutliche Kirschnoten, Cassis und Dörrpflaume untermalt mit Kräutern, Lebkuchengewürz und ausgeprägten Pfeffernoten zeichnen diesen Wein aus. Ständiger Begleiter ist eine feine Eichenholznote, welche schön in den Wein eingebunden ist und zur Stilistik passt.“ Dieser Beschreibung ist nichts hinzuzufügen - Farbe rubinrot, komplexe und dichte Struktur mit spürbaren Tanninen, ein Wein, der ein enormes Entwicklungspotenzial hat. Empfehlung auch hier: Dekantieren!

 

Nr. 13) Weingut Robert König in Assmannshausen/Rheingau – Jahrgang 2002 (!)

Nun am Ende unser Rundreise angelangt, kamen wir wieder zurück in den Rheingau. In dieser Region gilt Assmannshausen als „der Standort“ für Spitzenburgunder – die Steillage Assmannshäuser Höllenberg ist für seine Rotweine bekannt. Im Weingut Robert König pflegt man die Tradition des Frühburgunders, der dort ausschließlich im großen Holzfässern reift (kein Barrique). Die Gesamtanbaufläche liegt bei 8 ha mit Schwerpunkt auf Spätburgunder (90% Anteil).

Als krönenden Abschluss der Probe hatten wir einen gereiften Tropfen aus der Steillage Assmannshäuser Höllenberg - Jahrgang 2002 - im Glas. Uns interessierte, wie ein solcher Tropfen sich nach ein paar Jahren der Flaschenreife präsentiert: Granatrot, reife Beerenfrucht, Schmelz am Gaumen, mineralische Anklänge, gute Struktur - ein gereifter Burgunder, der immer noch Spaß macht. Diese Königsklasse wurde mit einer Spitzenbewertung von den Teilnehmern der Probe bewertet: 4. Platz im Gesamtranking. Klasse!

 

Unser Fazit zur Probe: Der Frühburgunder als klassische deutsche Rotweinsorte ist klar im Aufwärtstrend und bereichert viele Weinlisten von renommierten Weingütern in Deutschland. Ein schmackhafter, fruchtbetonter und schokoladiger Rotwein, der durch seine harmonische Säure viele Anhänger finden wird. Er wird sicherlich seinen Platz bei den Spitzenrotweinen in Deutschland finden.

Verfasser: Oliver Henke

 

 

Probenergebnis der Weinprobe vom 10.11.2011 Frühburgunder (PDF)

 

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13.10.2011 Weine aus der St. Laurent-Rebe

Erstellt von beyer am Mittwoch 26. Oktober 2011

Probenbericht vom 13.10.2011 mit Weinen aus der St. Laurent-Rebe

(Deutschland – Österreich)

 

Mit viel Mühe hatte unser Bruderschaftsmeister Dieter Ockelmann diese Probe vorbereitet, inklusive ausführlichem Material für die Probenteilnehmer. Deshalb im Folgenden die Daten und Fakten zur Traube und den einzelnen Weingütern, von denen die zu verkostenden Weine stammten, - besonders für unsere externen Website-Besucher - in Kürze:

 

Zur Rebsorte:

 

Die Herkunft dieser roten Traube ist nicht ganz gesichert. Sie stammt möglicherweise aus dem Elsass. Der Ort St. Laurent im Médoc steht jedenfalls nicht mit der Rebe im Zusammenhang, wie der französische Ampelograph Victor Vermorel (1848-1927) schon Anfang des 19. Jahrhunderts festgestellt hat. Um in dieser Frage mehr Klarheit zu erlangen, wurde im Jahre 2000 in Österreich eine DNA-Analyse durchgeführt, die schließlich die schon lange bestehende Vermutung bestätigte, dass es sich um eine Kreuzung zwischen dem Pinot Noir und einer weiteren, noch unbekannten Sorte handelt.

Der Name weist auf den heiligen Laurentius hin, da die Trauben um seinen am 10. August herum auszureifen beginnen.

 

Synonyme sind z.B. Blauer Saint-Laurent, Chvartser, Laurenzitraube, Laurentztraube, Lorenztraube, Lovrenac crni, Lovrijenac, Pinot Saint Laurent, Saint-Laurent, Saint Laurent noir, Sankt Laurent, Sankt Lorentztraube, Sent Lovrenka, Svätovavrinecké, Szentlörinc, Vavrinak.

 

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts (1870?) wurde der St. Laurent durch den deutschen Apotheker und Weinbaupionier Johann Philipp Bronner aus Frankreich nach Deutschland eingeführt, von wo sich die Rebsorte ziemlich schnell in die Nachbarländer verbreitete. So kommt sie noch heute in Österreich relativ häufig vor. Insbesondere wurde sie dort vom Stift Klosterneuburg erstmals ausgepflanzt und verbreitet und bildet dort heute noch den Schwerpunkt der Rotweinerzeugung, besitzt das Stift doch immer noch die größte zusammenhängende Fläche von ca. 26 ha in der Thermenregion.

Wenn man bedenkt, dass der St. Laurent mit über 778 Hektar (Stand 2009) zu Buche steht, kann man getrost von einer „österreichischen Spezialität“ sprechen, zumal sie damit den Spätburgunder flächenmäßig schon überflügelt hat.

 

In Deutschland dagegen war diese Rebsorte lange Zeit Bestandteil des sog. gemischten Satzes im Weinbau. Mit Aufgabe dieser Anbaumethode ist die Sorte jedoch vom Aussterben bedroht gewesen (zw.1950 und 1960 herum). Die restliche Rebfläche soll damals gerade noch 27 Hektar betragen haben, wenn überhaupt. Mit dem Anstieg der Rotweinnachfrage durch die Verbraucher gegen Ende des 20. Jahrhunderts kam allerdings auch diese alte Sorte zu neuen Ehren. Es kam förmlich zu einer Renaissance dieser Sorte in Deutschland, so dass wir es heute mit einer Pflanzfläche von ca. 670 ha in fast unveränderter Größe seit dem Jahr 2007 zu tun haben (= ca. 0,7% der deutschen Rebfläche). Beinahe jeweils zur Hälfte teilen sich rheinhessische und pfälzische Winzer diese Anbaufläche.

 

Nicht unerwähnt bleiben soll die Tatsache, dass es auch in Kroatien und Tschechien einige geringe Bestände gibt.

 

 

Zu den Weingütern und den Weinen:

 

lfd. Nr. 1): Weingut Hirschhof, Walter und Tobias Zimmer, Westhofen

Seit 1991 arbeitet dieses Gut ökologisch. (Ecovin)

Kellermeister: Tobias Zimmer

Jahresproduktion: 200.000 Flaschen insgesamt

Wir tranken einen 2009er St. Laurent vom Westhofener Morstein. Dass dieses Weingut dem St. Laurent den gleichen Standort einräumt wie seinem hochgelobten Spätburgunder, belegt den Stellenwert, den dieses Weingut dem St. Laurent zugesteht. Dunkelrot mit violetten Farbtönen, eine leichte süßliche Note am Gaumen bei guter Struktur und schönem Beerenaroma.

Der Hauch von Banane, den einige Verkoster diesem Wein zugeschrieben hatten, warf die Frage nach einer „macération carbonique“ auf, einer Methode der Gärungsvorbereitung für hartbeerige Traubensorten, bei der die ganzen Beeren in einem sauerstofffreien Behälter einer bestimmten Menge von Kohlensäure ausgesetzt werden, so dass die Beerenhäute vor der Maischegärung schon aufbrechen und einen besseren Extrakt von Farbe und Aromen zulassen (häufig angewandt in Frankreichs Süden bei der hartnäckigen und widerspenstigen Carignan-Traube). Effekt: Bananen- und Kirschnoten. Diese Methode wäre auch bei der St- Laurent-Traube vorstellbar, da auch sie zu den hartbeerigen Trauben zählt und mit dieser Methode zum Lieferanten von frisch-fruchtigen Weinen werden kann – wenn es denn gewollt ist. Offen blieb aber die Frage, ob diese Methode in Deutschland überhaupt zulässig ist und wenn ja (ein Verbot fand sich nicht in den benutzten Quellen), ob dieses Weingut denn auch wirklich davon Gebrauch gemacht hat.

 

lfd. Nr. 2): Weingut Becker Landgraf, Julia und Johannes Landgraf, Gau Odernheim

Das Weingut wird in der vierten Generation von dem Winzerehepaar Julia Landgraf (geborene Becker) und Johannes Landgraf geführt.

Kellermeister: Julia und Johannes Landgraf

Jahresproduktion: 90.000 Flaschen, Fläche 9 ha 

45% Riesling, 23% Spätburgunder; 11% Weissburgunder; 6% Grauburgunder; St.Laurent 
Kalkmergel; Muschelkalk, Tiefgründiger Löss und Ton      

Lagen: Gau Odernheimer Herrgottspfad, Rosenberg, Ölberg

Dem 2009er unter der lfd. Nr. 1 stand nunmehr ein 2007er St. Laurent mit der Bezeichnung „Luca 1“ gegenüber. Deutlich gealtert, was schon an den Brauntönen im Glas zu erkennen war, allerdings auch insgesamt deutlich heller als die Nr. 1. Die reifen Töne setzten sich auch in der Nase fort zwar runder und weicher am Gaumen was Tannine und Struktur betraf, dafür aber dominierte eine sprittige oder brandige Note, wie einige Probenteilnehmer ihre Eindrücke beschrieben.

 

lfd. Nr. 3): Weingut Gallé, Klaus und Ortrud Gallé, Flonheim

erst 1995 von Klaus und Ortrud Gallé (Inhaber) gegründetes Weingut;

Betriebsleiter und Kellermeister: Klaus Gallé; Verkauf: Ortrud Gallé;

Rebsortenspiegel: traditionell und international besetzt; Anbaufläche: 16 ha

Lagen: Uffhofener La Roche, Flonheimer Rotenpfad, Flonheimer Klostergarten, Flonheimer Binger Berg, sowie in den Lagen Wöllstein, Pleitersheim und Badenheim;

Hier kam nun ein dunkler Stoff aus dem Jahrgang 2007 (!) ins Glas, mit violetten Reflexen, am Gaumen, dicht, mit mehr Holz als die Vorgängerweine. Schwarze Johannisbeere aber auch etwas kräuterige Anklänge begegneten uns. Alles in allem ein etwas schmeichelnder, schmelziger Wein, allerdings mit Charakter. Nicht zuletzt fanden einige Verkoster/innen auch Schoko und Kakao in diesem Wein. Vielleicht erklärt dies auch, dass dieser Wein mit 86 Punkten in den Listen der bekanntesten journalistischen Testern steht!

 

lfd. Nr. 4): Weingut A. Christmann, Steffen Christmann, Neustadt-Gimmeldingen

Die Weinberge wurden auf biodynamische Bewirtschaftung umgestellt.
Außenbetrieb: Martin Eller;  Jahresproduktion: 120.000 Flaschen, Fläche 17,5 ha;

70% Riesling, 14% Spätburgunder, 8% Weissburgunder, 6% Grauburgunder
Lehm, toniger Sand, Mergelkalk, Buntsandsteinverwitterungsboden
Lagen: Ruppertsberger Reiterpfad, Königbacher Idig, Gimmeldinger Mandelgarten, Deidesheimer Langenmorgen

Es folgte ein 2008er vom vorgenannten Weingut. Wer aber glaubte, dass dieser Wein jünger und frischer daherkommt als sein Vorgänger, der hatte sich getäuscht. In der Farbe schon leicht bräunlich und mit wässrigen Rändern versehen, ließ er eigentlich nicht viel Gutes erwarten. Auch am Gaumen bereits reife Noten allerdings verbunden mit der –wie sich herausstellen sollte- spitzesten Säure im Glas während der gesamten Probe, die dem Wein aber keine genussreife Jugendlichkeit und Harmonie verlieh. Kurzer Abgang, übrigens.

Anmerkung des Verf.:  bei einer verdeckten Probe wäre dieser Wein –da ohne Kenntnis des Erzeugers- punktemäßig nicht so gut weggekommen!!

 

lfd. Nr. 5): Weingut Dreißigacker, Familie Dreißigacker, Bechtheim

1728 gegründet. Seit dem Jahrgang 2007 werden die Weinberge ökologisch nach EU-Richtlinien bewirtschaftet.

Betriebsleiter: Frieder und Jochen Dreißigacker
Kellermeister: Jochen Dreißigacker
Jahresproduktion: 140.000 Flaschen, Fläche: 23 ha,

60% Riesling, 10% Spätburgunder, Weissburgunder, Grauburgunder, 5% Chardonnay

Lösslehm, Kalkmergel; Lagen: Bechtheimer Geyersberg, Hasensprung, Rosengarten

Auch von diesem Weingut wurde uns ein 2008er eingeschenkt, wie auch der nächste Wein unter der

 

lfd. Nr. 6): Weingut Klein, Sieglinde und Gerhard Klein, Hainfeld

Kellermeister: Peter Klein und Jürgen Wadle

Jahresproduktion: 160.000 Flaschen, Fläche: 20ha,

Schwerer Lehm, Löss, Schiefer 

Lagen: Hainfelder Letten, Kapelle, Kirchenstück, Burrweiler Altenforst

Beide Weine –die Letzten aus deutschen Anbaugebieten, hier noch einmal ein 2008er- waren deutlich dichter in Farbe und Struktur und mit mehr konzentrierter Frucht, die dem Holzeinsatz beim Ausbau des Weines gut standgehalten hatte. Hier hatten wir deutlich schwerere Kaliber im Glas, was sich auch in den Bewertungen zeigte.

 

Aber das war auch gut so, nämlich dass diese Weine hier am Ende der deutschen St. Laurent-Serie standen, denn auf diese Weise wechselten wir nun zu den österreichischen Vertretern mit einem relativ nahtlosen Übergang.

 

lfd. Nr. 7): Weingut Familie Leth, Fels am Wagram (Wagram)

Kellermeister Franz und Erich Leth

Eine Besonderheit ist der Rebweingarten mit ca. 220 verschiedenen Sorten;

Betriebsgröße: 42 Hektar; 70% weiß, 30% rot

Es begann gut mit dem 2009er dieses Weingutes. Diese jahrgangsbedingte vergleichsweise jugendliche Frische in Farbe und Duft, wie auch die vordergründige aber schon fest installierte Note von roten Früchten, bei denen besonders die Kirsche hervorstach, konnte uns schon beeindrucken. Dieser Wein überstieg den letzten deutschen St. Laurent vom Weingut Klein noch einmal um ein paar wenige Punkte hinter dem Komma.

 

Umso tiefer stürzten wir mit dem nächsten Wein, an den wir eigentlich große Erwartungen gestellt hatten.

 

lfd. Nr. 8): Weingut Paul Achs, Paul Achs, Gols (Burgenland)

2009 auf biologische Produktion umgestellt

Kellermeister Paul Achs
Jahresproduktion: 100000 Flaschen,

Fläche: 25 ha; 10% weiß, 90% rot

Von Achs tranken wir einen 2008er – aber einen „Stinker“; beide Flaschen (A und B) mit nur marginalen Unterschieden-. Die Ursache war so jetzt nicht auszumachen. Man hätte hierzu den Winzer befragen müssen. Da war irgendetwas im Keller falsch gelaufen. Nicht, dass er ungenießbar gewesen wäre, aber es machte auch keine große Freude, ihn zu trinken. Und so wurde dieser Wein auch punktemäßig ziemlich abgestraft.

 

Auch vom nächsten Weingut hatten wir uns eigentlich mehr versprochen, wird dieses Weingut doch überall noch als Geheimtipp gehandelt und gilt allgemein als Aufsteiger:

 

lfd. Nr. 9): Weingut Rosi Schuster, St. Margarethen (Burgenland)

Kellermeister: Hannes Schuster

Jahresproduktion: 40000 Flaschen,

Fläche: 11 ha; ca. 90% rot (Blaufränkisch und St. Laurent) zzgl. kleinerer Flächen Merlot, Cabernet Sauvignon, Zweigelt und weiße Sorten

Lagen in St. Margarethen und Zagersdorf,

Der 2008er von diesem Weingut hatte einen eher krautigen Charakter, und hinterließ einen etwas animalischen Eindruck (Zitat: „…aus dem Pferdestall…“). Unharmonisch. Auch wenn dies möglicherweise nur der „kleine Vertreter“ von den 4 auf diesem Weingut ausgebauten Weinen aus dieser Traube ist, so ließ dieser Wein uns doch mit einem Fragezeichen auf den Gesichtern zurück. „Schwaches Bild“ war einer der Kommentare und da konnte man nur noch zustimmen….Aber immer noch besser als der von Paul Achs. Soviel muss man zugestehen.

 

lfd. Nr. 10): Weingut Aumann, Leo Aumann, Tribuswinkel (Thermenregion)

Kellermeister Leopold Aumann

Betriebsgröße: 30 Hektar; 30% weiss, 70% rot

Was sagt das Weingut selbst zum eigenen Wein: „Die Lagerung vollzog sich 7 Monate in kleinen Fässern aus französischer Eiche. Kräftige dunkelrote Farbe, sehr feiner, fruchtiger Weichselduft. Dicht, intensiv mit guter Struktur. Topwein, der über eine gute Lagerfähigkeit verfügt.“ – Kurze Antwort: Stimmt! Ergänzungen aus den Reihen der Verkoster: Noten von Rauch, fast schon verbranntes Holz (vom Toasting der Holzfässer, obwohl nur Zweitbelegung??) Ich selbst würde ihn auch mal mit einer leichten Zigarre zusammentreffen lassen. Kommt auf einen Versuch an, der aber gelingen könnte. Schließlich hat Herr Würz auf seinem Rheinhessen-Festival vor Jahren schon Zigarren und Weißweine aufeinander losgelassen. Ist auch gutgegangen.

 

lfd. Nr. 11): Weingut Pöckl, Josef Pöckl, Mönchhof (Burgenland)

Kellermeister und Betriebsleiter: René Pöckl

Betriebsgröße: 32 ha; 99% rot, gute Süßweine

Rieden Kaiserberg, Kreuzjoch, Kurzbühl, Langberg, Pohnbühl, Rappühl und Wiesacker

Jeder denkt natürlich sofort an den „Admiral“, der allerdings mit dem hier verkosteten 2007er St. Laurent nichts zu tun hat. Aber Rotwein machen sie schon gut, auf diesem Weingut. Denn auch dieser St. Laurent aus einer 10-jährigen Anlage stand im Glas mit rubin-granat-roter Farbe und violetten Reflexen. In der Nase Duft von schwarzen Weichselkirschen - und vielleicht auch Zwetschke? Die ihm von Peter Moser im Falstaff 2008/09 bestätigte lebendige Säurestruktur wird ihn sicher auf diesem Qualitätsniveau noch ein paar Jahre weitertragen. Es sei ihm gegönnt! Jetzt und auch hoffentlich noch lange ein wahrhaft guter Vertreter seiner Klasse.

 

lfd. Nr. 12): Weingut Gernot und Heike Heinrich, Gols (Burgenland/Leithaberg)

Das Weingut ist biologisch zertifiziert, ebenfalls die Vertragswinzer

Alle Rotweine werden mindestens 1 Jahr im Holz ausgebaut, die Flächen in Jois (Leithaberg) gewinnen deutlich an Bedeutung.

Kellermeister: Gernot Heinrich, Harald Lehner

Betriebsgröße: 70 Hektar, 40 Hektar Zukauf; 1% weiß, 99% rot

Von den 2007er Weinen im Reigen der St. Laurent-Weine war dieser wohl der schönste und stellte deshalb auch im Verbund mit dem letzten und einzigen 2006er Wein, der

 

lfd. Nr. 13): Weingut Beck, Judith Beck, Gols (Burgenland)

2009 auf biologische Produktion umgestellt.

Kellermeisterin: Judith Beck

Jahresproduktion: 80000 Flaschen,

Fläche 15 ha; 15% weiß, 85% rot

 

- den Tagessieger!! Vor allem der Wein von Judith Beck überraschte mit vielschichtiger Struktur, Komplexität gepaart mit einer vollen Fruchtausbeute. Ein Wein, den man sich ertrinken musste, der nicht so vordergründig war, der sich dann aber großartig bedankte, wenn man ihn entdeckt hatte. Das war kein „Straight-Wine“. Im Glas entwickelte er sich so grossartig, dass man ihn eigentlich nicht austrinken wollte, weil man befürchtete, danach eine noch bessere, höhere Ebene zu verpassen.

 

So konnten wir am Ende der Probe auf eine tolle Zusammenstellung von St-Laurent-Weinen zurückblicken und selbstverständlich,

JA, - es gab eine Fraktionsbildung in deutsche und österreichische St.Laurent-Liebhaber und

JA, - es gab gute Gründe, sich beiden Fraktionen anzuschließen und

JA, - es kam auch wieder einmal die Diskussion auf, ob wir das Potential eines Weines bei dessen Bewertung mitberücksichtigen sollten.

………….

Ergebnis: unentschieden! – Bleibt nur zu sagen: Danke Dieter für diese Probe!

 

 

Verfasser: Wolfgang Klug

Probenergebnis der Weinprobe vom 13.10.2011 St. Laurent (PDF)

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08.09.2011 Weinprobe mit dem Weingut Dr.Crusius

Erstellt von ockelmann am Samstag 17. September 2011

Das Weingut Crusius liegt im 600 Seelendorf Traisen - fast am Ende der Welt, aber
dafür kommen von hier einige der besten Weine der Nahe.

In den 60′iger Jahren hatte der Betrieb 10 ha landwirtschaftliche Fläche, davon 7 ha
Reben. Inzwischen wird nur noch Wein angebaut und die Weinbergsfläche hat sich
auf 17 ha erhöht.1982 ist Peter Crusius nach erfolgreichem Önologie-Studium in
den elterlichen Betrieb zurückgekehrt und hat ab 1991 die alleinige Verantwortung
übernommen. Mit seiner Frau und einem fest angestellten Mitarbeiter wird das Wein-
gut bewirtschaftet. Zusätzliche Arbeiten werden mit Saisonarbeitern durchgeführt.

65% der Fläche ist mit Riesling, 20% mit Weißburgunder bestockt, den Rest teilen
sich Burgundersorten wie Grauburgunder, Auxerrois, Spätburgunder, Frühburgun-
der und Schwarzriesling sowie Müller Thurgau.

Anfangs war das Weingut ein reiner Weißweinbetrieb. 1984 pflanzte man Spät-
burgunder und Schwarzriesling, aus denen aber vorerst nur Rosè hergestellt wurde.
Erst 1999 konnte in zusätzliches Gerät für eine Entrappung und für Maischetanks
investiert werden. Heute werden alle Rotweine in kleinen 300-l Eichenfässern aus-
gebaut, von denen ca. 15% neu sind.

Ein 2009′er Traiser Spätburgunder war unser erster und einziger Rotwein. Ein
sauberer, pflaumig kirschiger Spätburgunder mit leicht buttrigen und kräutrigen
Beiton. Er fand die Zustimmung der Verkoster.

Von nun an folgten die Weißweine.

Ein 2010′er Cuvee aus 60% Weißburgunder und 40% Auxerrois. Ziel dieses Cuvees
war nicht die „Restverwertung”, sondern den etwas neutraleren, aber mit mehr
Fruchtsäure versehenen Weißburgunder mit dem würzigen, etwas säurearmen
Auxerrois zu kombinieren. Herausgekommen ist ein sehr harmonischer, würziger
Wein, der sich gut als Begleiter zum Essen eignet.

Der nächste Wein, ein 2010′er Weißburgunder „EC” stammt aus stärker Ertrags-
eduzierten Anlagen, hat weniger Restsüße und wirkt dadurch cremiger. Wie die
Spätburgunder und Grauburgunder stammt auch dieser Weißburgunder aus Par-
zellen der Lage Rothenfels mit höherem Lehmanteil. Ein sehr gradliniger, klarer
Weißburgunder mit kräftiger, aber gut integrierter Fruchtsäure.

Der erste Riesling unserer Probe, ein 2010′er Traiser Riesling stammt, wie der Name
schon sagt, aus den verschiedenen Traiser Ortslagen. Ein sauberer, weicher, etwas
leichter strukturierter Riesling.

Die Steigerung war dann der 2010′er Riesling „Vom Fels” aus der Lage Rothenfels,
der früher als Kabinett mit Lagenbezeichnung geführt wurde. Durch die Vorgaben
des VDP, Ortslagen bei trockenen Weinen nur den Großen Gewächsen zu geben,
musste dieser Wein umbenannt werden und wird jetzt als „Vom Fels” vermarktet.
Dieser Riesling zeigte deutlich mehr Struktur als sein Vorgänger und dafür wurde er
einen halben Punkt besser bewertet.
Zur Weinbereitung gab es noch einige Informationen, so wurde für alle Rieslinge
2010 eine Doppelsalz-Entsäuerung notwendig. Die Trauben hatten durch die kühlen
Nächte eine intensive Frucht-Aromatik bekommen, aber gleichzeitig war der Säure-
abbau in den Trauben stark vermindert. Durch den trockenen Ostwind im Oktober
wurden die Trauben weiter konzentriert - was nicht nur Zucker und Extrakt erhöhte,
sondern ebenfalls die Fruchtsäure.

Nun folgten zwei trockene 2010′er Lagenweine:

Ein Riesling aus der Lage „Norheimer Kirschheck” und „Schlossböckelheimer Felsen-
berg”.

Beim Kirschheck stehen die Reben auf Tholeyer Schiefer, einem Sedimentgestein
mit Sandeinlagerung. Ausgebaut wurde er nur im Stahltank.
Beim Felsenberg stehen die Reben auf Melaphyr, einem schwarzen Porphyr mit
Mineraleinschlüssen. Ausgebaut wurde der Wein im Stahltank und großen Holz-
fass (600 - 1200 l).

Das Lager der Verkoster war bei diesen beiden Weinen gespalten, dem einen Teil
gefiel der zartere, elegantere und mineralische „Norheimer Kirschheck” besser, dem
anderen Teil der etwas wuchtigere, fülligere „Schlossböckelheimer Felsenberg”.
In der Wertung konnte sich das Kirschheck knapp mit 0.06 Punkten vor den Felsen-
berg setzen.

Der Abschluss der trockenen Rieslinge markierte das 2010′er Große Gewächs vom
Rothenfels. Ein wirklich großer, nachhaltiger Riesling, der noch viel zu jung ist, um
seine Finessen auszuspielen. Ihm wird sicher eine große Zukunft bevorstehen.
Die hohe Bewertung durch die Teilnehmer deutet darauf hin.

Nach den trockenen Weinen, kamen wir zu den restsüßen Rieslingen. Den Anfang
machte der halbtrockene „Riesling XX”. (Peter Crusius mag nicht Bezeichnungen wie
halbtrocken und versteckt den Restzucker lieber in Römischen Zahlen. So steht XX
für 20,5 g Restzucker.) Nach dem Großen Gewächs erwarteten wir einen „Reparatur-
wein”, aber dieser Riesling besaß trotzdem seinen eigenen Charakter. Kein großer
Wein, aber sauber, frischfruchtig, mit feiner Fruchtsäure und zarter Süße. Ein Wein
der sich gut als Begleiter zu asiatisch gewürzten Speisen eignet.

Zum Abschluss gab es zwei edelsüße Weine:

Eine 2010′er Spätlese aus dem Traiser Rothenfels und eine 2009′er Auslese aus
dem Schlossböckelheimer Felsenberg.
Auch hier war das Lager der Verkoster gespalten. Der einen Gruppe gefiel am
„Rothenfels” die Eleganz und die frische Fruchtsäure, der anderen Gruppe beim
„Felsenberg” die vollere, dichtere Struktur und die weichere Fruchtsäure .
Hier konnte sich die Spätlese knapp mit 0.08 Punkten vor die Auslese setzen.
(Wobei die Spätlese eigentlich auch eine Auslese ist)

Mit dieser Verkostung haben wir unseren diesjährigen Schwerpunkt, das Anbaugebiet Nahe, abgeschlossen. Wir erlebten einen würdigen Abschluss mit detaillierten Informationen und einer hochkarätigen Weinprobe.

Verfasser Dieter Ockelmann

Auswertung_der Weinprobe_mit dem Weingut Dr. Crusius (pdf)

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11.08.2011 Blindprobe Weißburgunder

Erstellt von beyer am Mittwoch 24. August 2011

  11.08.2011 Blindprobe Weißburgunder

Da hatten wir uns einer Herausforderung gestellt: eine Blindprobe von 14 Weißburgundern aus den verschiedensten Anbaugebieten Deutschlands aber auch aus den europäischen Nachbarländern. Alle waren gespannt wie wir uns dabei schlagen. Axel Daub und Wolfgang Klug hatten diese Probe mit viel Engagement vorbereitet. Axel Daub hatte dankenswerter Weise die Rolle des Kellermeisters übernommen und Wolfgang Klug, der die Probe leitetet, setzte ein ‚Pokerface‘ auf und auch mit verschiedensten (Fang-) Fragestellungen war nichts Verräterisches aus ihm herauszubekommen.

Zur Weißburgunder Traube ist bekannt, dass diese wohl durch Mutation aus dem Grauburgunder entstanden ist, der seinerseits aus dem roten Spätburgunder mutiert ist. Als Pinot Blanc ist die Traube bereits seit dem 14. Jhdt. in Frankreich, Burgund, erwähnt. Weltweit wird auf ca. 17.000 ha Weißburgunder angebaut. Die größte Verbreitung hat der Pinot Bianco in Italien (ca. 6.850 ha) – dabei Südtirol mit 475 ha (2009) -, in Deutschland (ca. 4.000 ha), in Österreich (ca. 3.000 ha) und in Frankreich (ca. 1.400 ha).

In Deutschland verteilen sich die Mengen wie folgt (Stand 2010):

Baden 1.228 ha, Rheinhessen 959 ha, Pfalz 955 ha, Mosel 268 ha, Nahe 238 ha, Franken 133 ha, Saale-Unstrut 92 ha, Württemberg 87 ha, Sachsen 58 ha, Rheingau 43 ha, Hess. Bergstraße 18 ha, Mittelrhein 13 ha und Ahr 12 ha.

 

Als Charaktereigenschaften werden beim Weißburgunder zunächst eine wesentlich geringere Säure als bei Rieslingweinen genannt und eine relativ neutrales Aroma. Bei entsprechender Reife können jedoch außergewöhnlich finessenreiche und fruchtige Weine entstehen, die gelegentlich auch leicht nussig sein können. Die Frucht erinnert an reife Äpfel, Banane und Aprikosen.

Mit solchen Kenntnissen starteten wir mit dem ersten Wein. Auf den Jahrgang, in diesem Fall 2010, konnte man sich schnell einigen. Wir schmeckten Ananas, Banane – harmonische Säure, leichte Holznoten - als erster Tipp wurde Baden als Herkunftsregion genannt – aber zur Überraschung fast aller: es war ein Weißburgunder von der Mosel vom Weingut Reichsgraf von Kesselstatt, ein reines Rieslingweingut, das für diesen Wein die Trauben von der Obermosel zukauft und dann noch eine Teilpartie in das Große Holzfass legt. Das Weingut ist das älteste im Gebiet Mosel-Saar-Ruwer, wurde bereits 1349 erstmalig urkundlich erwähnt, hat seit 1746 seinen Sitz im Palais Kesselstadt und betreibt seine Kellerei seit 1987 auf Schloß Marienlay in Morscheid (Ruwer).

Beim nächsten Wein machte die Jahrgangszuordnung wieder die geringsten Probleme, ebenfalls 2010. Wir fanden in der Nase Grapefruit, dann eine vordergründige Säure - vermissten aber Fülle und ordneten den Ausbau im Stahltank zu. Aber auch hier, der Tipp Franken, vom Weingut Brennfleck, kam nur sehr verhalten. (Wir hatten im letzten Jahr, am 15.04.2010, bei der Vorstellung des Weingutes Brennfleck die Gelegenheit, den Jahrgang 2009 dieses Weißburgunders zu verkosten; dieser wurde damals mit 14,52 Punkten - 2010 nur mit 13,67 - bewertet). Bei dem Weingut Brennfleck wird seit 1851 Weinbau betrieben, heute auf 24 ha und zugekauft werden noch Trauben von weiteren 12 ha. Zu erwähnen ist noch, dass das Weingut Brennfleck Mitglied von ‚Frank und Frei‘ ist.

Die Probe wurde mit einem Wein fortgesetzt, der uns in der Nase etwas mostig vorkam mit sehr milder Säure – die Frage nach Entsäuerung war gestellt und damit waren wir auch schnell wieder beim Jahrgang 2010. Eine Zuordnung fiel schwer und das Elsass hatten wir nicht in der engeren Wahl. Erzeugt wurde der Wein von der Cave Vinicole d’Ingersheim, die seit fünfzehn Jahren von Direktor Pascal Keller und Önologe Pierre Sibille geleitet wird. Der Schwerpunkt der Kooperative liegt dabei auf der Weißweinbereitung. Um ein Maximum an Aromen zu bewahren, wird eine möglichst schnelle Handhabung des Leseguts verlangt, die gesamte Vinifikation ist auf die Fruchtigkeit ausgerichtet. Wir konnten diese leider nicht nachempfinden, und so erhielt dieser Wein an dem Abend die niedrigste Bewertung.

Der vierte Wein kam sehr säurebetont, schmeckte nach grünem Apfel aber mit wenig Fülle am Gaumen, auch hier konnten wir keine spontane Zuordnung treffen. Dass es sich dabei um einen Wein der Domäne Wachau der Qualitätsstufe Federspiel aus dem Jahr 2010 handelte, war dann doch eine Überraschung. Etwa 440 ha der Weinberge im Weltkulturerbe Wachau mit ihren Trockensteinmauern und steilen Terrassenlagen werden von den Mitgliedern der Qualitätsgenossenschaft (ca. 750 Winzer) bewirtschaftet: Das sind rund 40 % der Ernte der Wachau.  

Beim Wein Nr. 5 fanden wir zunächst noch etwas grüne Töne in der Nase, die aber, wenn der Wein etwas Luft bekam, sich zu Tönen reifer Früchte entwickelte. Auch hier gelang die Zuordnung erst im zweiten Anlauf: die Herkunft war das Weingut Kurz-Wagner aus Talheim, Württemberg, und der Wein (Jahrgang 2010) stammte vom Talheimer Schloßberg. Das Weingut, 14 ha, wird seit 3 Generation (1964 gegründet) betrieben und erzeugt ausschließlich Gutsweine.

Im Wein Nr. 6, ebenfalls Jahrgang 2010, entdeckten wir deutliche Ananastöne und angenehme Mineralik bei einer angenehmen Säure. Dieser Wein fand große Zustimmung und der Ausbau im großen Holzfass unterstützte die reifen Noten. Wieder einmal lagen wir mit unseren Tipps: ‚Südpfalz‘, ‚Rheinhessen‘ nicht richtig. Wie sich dann aufklärte, basierte die Mineralik auf den vulkanischen Verwitterungsböden mit Lößlehm des Weingutes Dönnhoff von der Nahe, einem Weingut mit 29 ha. Die Erträge liegen bei 59 hl/ha und es gilt als eines der (das?!) führenden Weingüter der Nahe.

Auch Wein Nummer 7 fand regen Zuspruch. Wir fanden Vanilletöne – schlossen auf Holzeinsatz und lagen damit auch richtig. Wir hatten einen 2010er Weißburgunder vom Weingut Wittmann aus Rheinhessen im Glas, bei dem überwiegend Holzfaßausbau angewandt wird. Beim Weingut Wittman (Kellermeister: Philip Wittmann - VDP-Vorsitzender in Rheinhessen) mit 25 ha Anbaufläche und einem Durchschnittsertrag von 55 hl/ha ist seit 2003 die biodynamische Arbeitsweise eingeführt.

Mit Wein Nr. 8 hatten wir wieder einen 2010er Weißburgunder aus Österreich im Glas, diesmal aus Niederösterreich (Weinviertel), vom 16 ha großen Weingut Studeny in Obermarkersdorf. Vater, für den Weingarten verantwortlich, und Sohn, zuständig für die Bereiche Kellertechnologie und Vermarktung, betreiben gemeinsam das Weingut: Ihr Ziel ist, eigenständige charaktervolle Weine mit Tiefe zu produzieren, die einerseits den Sortencharakter optimal wiedergeben und andererseits die Gebietstypizität klar zum Ausdruck bringen.

Wein Nr. 9, ein Wein aus Rheinhessen aus dem Jahrgang 2009, erfreute uns mit Mineralik und einem langen Abgang. Er war beim Weingut Michael und Hans Fleischer, Mainz, auf Kalkgestein mit Lehm gewachsen. Die Familie betreibt seit 1742 Weinbau und bewirtschaftet derzeit 20 ha; der Durchschnittsertrag liegt bei 71 hl/ha.

Der Wein Nr. 10 stammte dann aus Baden vom Weingut Huber aus Malterdingen, dessen Hauptgewicht auf dem Spätburgunder liegt. Wir schmeckten einen schlanken Wein mit leichten Holztönen, vermissten aber Aromen und Mineralik. Wir waren etwas enttäuscht; wir hatten bei einem Badischen Weißburgunder aus dem Jahr 2009 mehr Fülle und Finesse erwartet.

Ebenfalls enttäuschend war Wein Nr. 11 als Vertreter von Südtirol. Der als Cuvée erzeugte ‚Strahler‘ aus dem Jahr 2009, eine Spezialität des Weingutes Stroblhof, wird als gemischter Satz (90 % Weißburgunder, 5 % Chardonnay und 5 % Grauburgunder) angebaut. Der Stroblhof - Hotel, Restaurant und 3,5 ha großes Weingut - liegt in Eppan und die Reben werden in 600 m Höhe angebaut. Leider fehlten dem Wein Frische und Fülle, was sich auch in einer schwächeren Bewertung ausdrückte. 

Wir setzten die Probe mit einem von Geschmack sehr typischer Vertreter der Weißburgunder fort, der bei feingliedriger Struktur neben schönen Fruchtaromen noch intensive Holztöne aufwies. Er erfüllte wohl die Vorstellungen der meisten Weinschwestern und -brüder an einen Weißburgunder, denn er erhielt die höchste Bewertung. Der Wein aus dem Jahr 2010 stammte vom 9,5 ha großen Weingut Lindenhof aus Windesheim an der Nahe. Das Weingut betreibt Ertragsreduzierung (Ausdünnen), differenzierte Handlese, baut einen Teil seiner Weine im Barrique aus und kommt auf einen Ertrag von 54 hl/ha.

Wein Nr. 13 aus dem Jahr 2009 stellte sich nicht als klassischer Vertreter seines Anbaugebietes dar. Es kamen daher nur sehr zögerliche Hinweise, dass dieser Wein von der Pfalz sein könnte. Er stammte vom Weingut Karlheinz Becker aus Heuchelheim-Klingen. Das nur 10 ha große Gut war früher ein landwirtschaftlicher Gemischtbetrieb mit Fassweinvermarktung. Heute werden 2/3 der Produktion als Flaschenwein vermarktet. Rotweine nehmen inzwischen 30% der Rebfläche ein.

Mit dem letzten Wein kamen wir nochmals nach Südtirol, diesmal in den Vinschgau, und wir verkosteten einen 2010er Weißburgunder vom Weingut Unterortl, in Kastelbell. Das Weingut, das seit 1992 von Reinhold Messmer betrieben wird, liegt unterhalb von Schloss Juval. Die Steilheit dieser Hügel von Juval erlaubt nur minimalen Einsatz von Maschinen, so dass die Bearbeitung zum größten Teil in Form von Handarbeit bewältigt wird. Das einmalige Kleinklima mit hohen Tagestemperaturen, kühlen Nächten und viel Luftbewegung trägt dazu bei, besonders fruchtbezogene Qualitätsweine zu produzieren.

 

Alle Teilnehmer waren erfreut über die gezeigte Bandbreite an Mineralik, Aromen und Nachhaltigkeit, die bei dieser einen Rebsorte zu finden ist. Dies ist einmal bedingt durch Böden und Klima, wird aber dann auch durch Weinbergsarbeit und Ausbau im Keller geprägt. Für die Zusammenstellung dieser Probe nochmals ein herzliches Dankeschön den Ausrichtern Axel Daub und Wolfgang Klug und die einhellige Meinung des Kreises war: mehr Proben dieser Art!

 

Verfasser: Carla und Christian Beyer   

Probenergebnis der Weinprobe vom 11.08.2011 Blindprobe Weißburgunder (PDF)

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