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Archiv für die 'Allgemeines' Kategorie

Weinprobe mit Rosé-Weinen aus der Provence am 20.07.2017

Erstellt von Dieter am 25. August 2017

Unser ausländisches Thema ist dieses Jahr Südfrankreich und was bot sich da besser an als eine Rosé-Probe im Sommer mit Weinen aus der Provence, dem typischen Rosé-Gebiet Frankreichs. Frankreich ist weltweit das Land mit der prozentual höchsten Rosé-Produktion und auch mit dem größten Eigenverbrauch an Rosé-Weinen. Von 1990 bis 2013 ist ihr Anteil in Frankreich von ca. 10% auf 30% angestiegen und mehr als ein Drittel aller französischen Roséweine stammen aus der Provence.  Entsprechend hoch ist dort der Anteil an der Produktion mit fast 90%.

Als die EU erlauben wollte, Rosé-Weine auch aus weißen Trauben durch Anfärben mit Rotweinen zu produzieren, kam aus der Provence der lautstärkste Protest, sodass dieser Vorschlag wieder in den Schubladen der Brüsseler Bürokratie verschwand.

In der Provence darf Rosé-Wein nur aus Rotwein hergestellt werden: Durch direktes Abpressen der Trauben, durch Abpressen nach einer kurzen Maischstandzeit oder durch das Saignée-Verfahren, bei dem den Trauben für die Rotweinherstellung ein heller Vorlaufmost abgenommen wird. (allerdings darf ein kleiner Anteil an weißen Trauben ebenfalls dem Most zugegeben werden.)‘
Die wichtigsten Rebsorten für Rosé sind Cinsault, Grenache, Mourvédre, Syrah und Tibouren.
Unsere Probe begann mit zwei IGT-Weinen aus der Camargue (die formal schon zum Languedoc und nicht zur Provence gehört)

Nr.1    2015’er Rosé „Tete de Cuvee, Grain de Gris“ der Domaine Listel war ein einfacher, schlichter Rosé, den das eine Jahr Reife nicht positiv verändert hatte, denn im Hintergrund tauchten schon muffige, dumpfe Töne auf und der Wein hatte seine Frische bereits verloren. ( 13,09 Punkte) Listel gehört zur Gruppe Vranken Pommery und produziert eher LEH-Qualität.

Nr. 2   2016’er Rosé „Mas Mellot“ der Domaine le Pive konnte ebenfalls nicht begeistern. Er war auch etwas dumpf und hatte deutliche Bittertöne, konnte aber als 2016’er mit etwas mehr Frische punkten. ( 13,44 Punkte) Die Domaine le Pive gehört zur Gruppe Jeanjean, die in Südfrankreich mehrere Weingüter besitzt.

Nr. 3   2016’er Rosé „M“ vom Chateau Minuty  Dieser Wein war in unserer Verkostung der erste AOP-Wein, aus der Appellation Cotes de Provence und kommt aus dem Hinterland von St.Tropez. Ein einfacher, aber sauberer Rosé mit leichten Eisbonbon-Tönen. ( 13,53 Punkte) Das Weingut verarbeitet zugekaufte Trauben und ist in der französischen Gastronomie stark vertreten.

Nr. 4   2016’er Rosé „Le Galantine“ der Domaine le Galantine. aus der Appellation Bandol.  Die Rotweine dieser Appellation haben sehr einen hohen Mourvedre-Anteil, was auch für die Roséweine gilt. Der Wein war recht dicht und fruchtig, aber durch den hohen Alkoholgehalt von 13,5% wirkte er auch etwas brandig. Dennoch wurde er recht gut bewertet. (14,66 Punkte)

Zwei Rosés der Domaine Jas d’Esclan (nicht zu verwechseln mit dem benachbarten Chateau Jas d’Esclan) schlossen sich an.

Nr. 5   2016’er Domaine Jas d’Esclans, Rosé besteht aus den vier Rebsorten Grenache 50%, Syrah 25%, Cinsault 15%, Tibouren 10%. Diese Basis-Qualität konnte sich geschmacklich kaum von den Vorgängern absetzen. (13,84 Punkte)

Nr.6    2016’er Domaine Jas d’Esclans, Rosé „Coeur de Loup“ Dieser Wein war als Selektionswein deutlich dichter und voller, hatte aber auch einen etwas störenden Bitterton. Dennoch konnte er die vorherigen Weine in der Bewertung übertreffen. (14,66 Punkte)

Nr.7    2016’er Sainte Aix, Domaine de la Grand Seouves Rosé „Aix“ war der einzige Rosé aus der westlich gelegenen Appellation Aix en Provence. Seit Jahren ist er einer der weltweit bekanntesten Roséweine. Bei uns konnte er geschmacklich nicht ganz überzeugen. ( 14,09 Punkte) Warum für diesen Wein eine eigene Flasche mit eingeprägten „Aix“, aber als Verschluss aber ein einfacher Presskorken verwendet wird, ist bei einem Wein der mittleren Preisklasse (12 €) nicht ganz verständlich.

Nr. 8   2016’er Chateau de Roquefort, „Rosé Corail“ bestand aus den fünf Rebsorten Grenache, Syrah, Cinsault, Carignan, Vermentino (Rolle). Hier ging es qualitativ wieder aufwärts: Eine klare, saubere Frucht mit zarter Herbe und guter Struktur. (14,66 Punkte)

Nr.9.   2016’er St.André de Figuerère, Rosé „Premiere“, war wieder ein von der Mourvèdre-Traube geprägter Wein. Er zeigte sich sauber und klar in der Frucht, wirkte am Gaumen aber etwas blass und es fehlte ihm etwas an Länge. (14,06 Punkte) So konnte er gegenüber seinem Vorgänger nicht ganz mithalten.

Nr.10  2015’er Chateau Les Valentines, Rosé wird der von der Cinsault-Traube geprägt (Cinsault 50%, Grenache 30%, Syrah 10%). Als 2015’er hatte er schon Frische verloren und war insgesamt zwar sauber, aber recht neutral in der Frucht. (13,38 Punkte)

Nr.11  2016’er Chateau Jas d’Esclans, Rosé „Whispering Angles“ Dieser Wein kommt nicht von der Domaine sondern vom Chateau Jas d’Esclans und wird durch Grenache von bis zu 90 Jahre alten Reben dominiert. Im Mund Schwarze Johannisbeere und eine angenehme Kräuternote. (14,25 Punkte). Das Weingut wurde 2006 von Sacha Lychine (Chtaeau Prieuré-Lichine in Margaux) übernommen mit dem Anspruch, den besten Rosé der Welt zu produzieren. Der Name „Whisperig Angels“ steht für eine moderne Weinlinie im „Neue-Welt-Stil“. Die höhere Qualitätsanspruch zeigte sich auch daran, dass es der erste Wein unserer Verkostung war, dem man einen ordentlichen Naturkorken gegönnt hatte.

Nr.12. 2015’er Chateau Miraval, Rosé „Miraval“, Dieser Wein ist bekannt geworden als der Promi-Wein von Brad Pitt und Angelina Jolie. Bei dem Bekanntheitsgrad dieses (ehemaligen) Pärchens ist zu befürchten, dass außer viel Marketing-Geschrei nichts Herausragendes herauskommt, aber glücklicherweise wird der Wein von der Familie Perrin vom Chateau Beaucastel in Chateauneuf du Pape gemacht, die das Gut nach der Trennung der beiden auch übernommen hat.

Einerseits ein sauberer, recht fruchtiger, kräutriger, zart herber Rosé, andererseits aber etwas international und glatt. Als 2015’er zeigte er schon Reifenoten, und ist eigentlich zu teuer für diese Qualität (14,00 Punkte).

Nr. 13 2015’er Domaine Jas d’Esclans, Rosé „Cuvee de Loup“,
der dritte Wein dieses Weinguts fiel etwas aus dem Rahmen, denn der Rosé wurde für 2 Monate im Barrique ausgebaut. Entsprechend hoch ging es bei der Diskussion her, ob ein Rosé im Barrique ausgebaut werden sollte. Wer den sehr dezenten Holzton mochte, fand hier einen interessanten Rosé vor (14,25 Punkte).

Nr.14  2016’er Les Vignobles Gueissard, Rosé war eine Zugabe unseres Weinbruders Wilfried anlässlich seines Geburtstags (und daher ohne Wertung). Ein Wein aus der Appellation Bandol und somit Mourvèdre-geprägt (Mourvèdre 50%, Grenache 35%, Cinsault 15%).

Ganz anders als die vorherigen Rosés war er sehr fruchtig, würzig, mit interessanten Geschmacksnoten und somit ein guter Abschluss der Probe.

Unser Referent hat sich bemüht, einen repräsentativen Querschnitt über die Rosé-Weine der Provence zusammen zu stellen. Leider ist das bei uns in Deutschland nicht so einfach, da hier nur relativ wenige Rosés aus der Provence vertrieben werden, die meistens auch noch von größeren Handelsmarken stammen (wie die Nr. 1) und von denen auch nicht immer die jüngsten Jahrgänge vorhanden sind. Denn das hat die Probe gezeigt: die meisten dieser Wein altern recht schnell und die Produzenten scheinen sich auch nicht viel Mühe zu geben, um das zu verhindern. Nur die Weine 11 bis 13 hatten einen Naturkorken, alle anderen besaßen einen einfachen Presskorken, ja zwei der Weine waren sogar mit einem geschäumten Kunststoffkorken verschlossen, der kaum noch eingesetzt wird, da dieser Korken sehr Sauerstoff-durchlässig ist. So verlieren die Weine nach einem halben bis einem Jahr schon deutlich an Frucht und bekommen oxidierte Noten.

Der Trend zum Roséweine steigt seit Jahren, wenn man aber unsere Bewertungen ansieht, war die Begeisterung nicht ganz so hoch.
Da aber das Jahresthema Südfrankreich lautet, musste unbedingt auch eine Rosé-Probe dabei sein, um den Wein-Horizont zu erweitern. Und diesen Überblick zu vermitteln,  ist unserem Referenten sehr gut gelungen.

Verfasser:  Dieter

2017_07_Roséweine aus der Provence Probenergebnis

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Weinprobe mit dem Staatlichen Hofkeller, Würzburg am 29.06.2017

Erstellt von Dieter am 25. August 2017

Eine repräsentative Probe zusammenzustellen von einem Weingut, das seit 1128 existiert und zurzeit 120 ha Reben besitzt, ist nicht einfach. Eben aufgrund der zu vielen Möglichkeiten, die Zahl von etwa 100 Weinen in jedem Jahr bringt.
Dem Weingutsleiter Herrn von den Benken ist es aber perfekt gelungen.  Die Begrenzung auf die zwei wichtigsten Sorten, also Riesling und Silvaner, die wir durch verschiedene VDP-Qualitätsstufen verkosten konnten, und dabei ausschließlich in der trockenen Geschmacksrichtung, fand bei der Weinbruderschaft Zustimmung. Und mit Ausnahme der Weine 8 und 12, die aus dem Jahrgang 2015er waren, haben wir den Jahrgang 2016 kennengelernt.
Besonders interessant und lehrreich war die Möglichkeit, Weine von den verschiedenen Bodenarten in den entsprechenden Terroirs zu vergleichen. Dafür einen besonderen Dank an Herrn von den Benken!
Die erste Bewertung ist die des Verfassers, die zweite ist die Durchschnittsnote aller Verkostungsteilnehmer.

Gutsweinweine
Der erste Flight waren zwei Gutsweinweine, beide jeweils Cuvees von jungen Reben aus den Randersackerer (Marsberg) und Würzburger (Stein/Leiste) Lagen.

Nr. 1.              2016   Silvaner   ( 13,5 / 13,83 Punkte)

Blasses Strohgelb
In der Nase einfach und in der Sorte nicht ganz definiert, Edelstahl-Tank Ausbau, leichte süßliche Note. Auf der Zunge interessanter, frisch mit leichtem Säure-Biss, auch mit leichter Süße und nicht definierter Frucht.

Nr. 2.              2016   Riesling   ( 14,5 / 13,80 Punkte)
Blasses Strohgelb
Zurückhaltend mit interessanten herben Kräuter-Noten, leicht, mineralisch, riecht „trocken“.
Im Geschmack harmonisch mit leichter Süße, irgendwie „saftig-trocken“, Kabinett-Charakter, sehr leicht und positiv-süffig“, im Abgang herbe Noten, die an Kerner oder Müller-Thurgau erinnern.
Sehr gut gemachter Wein in seiner Klasse.

Ortsweine
Die zwei Ortsweine waren aus den Würzburger (Stein) Lagen, von jungen Reben.

Nr. 3.  2016  Würzburger Silvaner    ( 15 / 14,73 Punkte)
                       ( 15 / 14,73 Punkte)
Sehr blasses Strohgelb mit grünen Reflexen
Sehr schöne saubere Nase, eindeutig Silvaner in kalkig-mineralischer Ausprägung, leichte Gemüse (Spinat?) Note.
Am Gaumen leicht, harmonisch mit schöner Säure und zurückhaltender Frucht, alles ist klar bei dem Wein.

Nr. 4.              2016 Würzburger Riesling    ( 15 / 14,73 Punkte)
Etwas kräftigere Farbe als die Weine davor, gelb.
Am Anfang relativ verschlossen, reifere Frucht aber auch die Frische ist da.
Geschmack: leicht, fruchtig-frisch, etwas Pfirsich, erdig, mineralisch, sauber, fränkisch.
Später öffnet sich der Wein mit schöner exotischer (Ananas) Frucht, Mirabelle.
Man spürt einen guten Jahrgang.

Silvaner „Erste Lage“ nach VDP“ (3er Flight)
Vielleicht der interessantester Flight der Probe
Wir konnten drei Erste Lage-Weine aus den drei entferntesten Gebieten, aus dem Norden vom Main-Viereck, dem Norden vom Main-Dreieck und bei dem Wein Nr. 6 aus der östlichsten Ecke des Rebenbestandes. Dabei waren die feinen Unterschiede schön zu spüren, die uns verschiedene Bodenqualitäten gegeben haben.

Nr. 5.              2016 Hörsteiner Abtsberg   (Im Norden vom Main-Viereck, vom Urgestein)  ( 16,5 / 16,10 Punkte)
Blasses Strohgelb
Tief, zurückhaltend, mineralisch, Zitrone.
Am Gaumen auch mineralisch-salzig und trocken, würzig mit langem Abgang, aber leicht und konzentriert. Schöne Säure, harmonisch mit einer leicht wilden“ Note.
Ein Wein mit Charakter, der sein Ursprung (Urgestein-Granit, Basalt) schön darstellt.

Nr. 6.              2016 Handthaler Stollberg (eine von den östlichsten Lagen, vom Keuper)  (   16,5 / 15,87 Punkte)
Blass-grünlich,
Auch interessant, leichte animalische Note, reifere Frucht, lang,
am Gaumen viel Mineral (Gips ?), auch wieder salzig, sehr viel Extrakt, Zitrone; langer Abgang.
Wieder ein Wein mit Charakter, der ohne „Schminke“ gemacht wurde.

Nr. 7.              2016     Hammelburger Trautlestal     (Im Norden vom Main-Dreieck vom Muschelkalk)  ( 16 / 15,57 Punkte)
Etwas reifere Farbe, gelb-grünlich.
Von den drei Weinen der, der am meisten offen ist, viel (süße) Zitrone, exotische Frucht.
Am Gaumen fruchtig-würzig, mit erdigen Noten.
Auch ein typischer Terroir-Silvaner mit Charakter.

Silvaner „Erste Lage“ nach VDP“ aus Würzburg und Randersacker (3er Flight)
Der nächste Flight brachte drei Weine, die die gleiche hohe Qualität der letzten Gruppe hatten, wenn auch eventuell nicht so spannend. Es war aber interessant, drei Weine von dem gleichen Boden (Muschelkalk) von drei verschiedenen (bei Weinen 9 und 10 benachbarten) Lagen zu vergleichen.

Nr. 8.              2015 Randersacker Teufelskeller      ( 16,5 / 15,77 Punkte)
 Schönes blasses Gelb
Schöne reife Fruchtnoten, am Anfang etwas matt, Holz, mineralisch, leichte animalische Note; man würde den Wein älter einschätzen.
Geschmack: intensiv, würzig, kräftige Säure, mineralisch, trocken, leicht robust, wirkt jünger als in der Nase. Mit der Zeit spürt man den hohen Alkohol (13,5%) nicht als störend.
Nr. 9.              2016 Würzburger Innere Leiste   (  16,5 / 15,97 Punkte)
Blasses Strohgelb, grünlich, schön
Nase: schön fruchtig-kalkig, leichte Gemüse-Note (Erbsen), frisch, Mirabelle.
Geschmack: auch frisch, trocken, mit viel Extrakt, cremig, schöner Apfel, langer „kalkiger“ Abgang.
Ein karger und charaktervoller Wein.

Nr. 10.            2016 Würzburger Schloßberg (Lage im Alleinbesitz)  ( 16 / 16,20 Punkte)
Grünliches Strohgelb, etwas kräftiger.
Ähnliche Aromatik, wieder Kalk, mineralisch, klarer Silvaner
Konzentriert, cremig, leichte animalische Note, trocken und leicht.
Noch jung.

In dem letzten Flight haben wir die Gelegenheit gehabt, zwei Weine aus der Parade-Lage Würzburger Stein zu verkosten. Leider stammte der Riesling aus 2015 (Fehler beim Versand), sodass ein direkter Vergleich mit dem 2016’er Silvaner nicht möglich war, aber anderseits gut, da sich der 2015‘er Riesling aus der Sicht des Verfassers als ein großer Wein (auch wegen der zusätzlichen Reife) gezeigt hat.

Nr. 11.            2016 Würzburger Stein Silvaner „Erste Lage“ nach VDP“  ( 16,5 / 16,60 Punkte)
Kräftigeres Strohgelb
In Der Nase zuerst zurückhaltend, aber vornehm, mineralisch (Kalk), würzig, mit feiner Birne.
Am Gaumen sehr trocken, auch kalkig, leicht, harmonisch; im Abgang weißer Pfeffer.
Sehr charaktervoller Wein, natürlich noch zu jung.

Nr. 12.            2015 Würzburger Stein Riesling „Erste Lage“ nach VDP“  ( 18 / 16,57 Punkte)
Reiferes, glänzendes, schönes Gelb
Nase kräftig, komplex, reife (leicht überreife) Frucht, leicht Botrytis, tief, konzentriert, altes (schönes) Holz, sehr lang; Zitronenschale, danach Kräuter (Salbei, erinnert an Hustenbonbon).
Am Gaumen erstaunlich konzentriert und kräftig, dabei immer klar; schöne Aprikose, leicht phenolisch (Maischestandzeit?), sehr, sehr langer Abgang.
Sehr mächtiger, charaktervoller Wein aus einem tollen Jahrgang, der als gutes Beispiel für einen erstklassigen Franken-Riesling steht.
Es war eine hochwertige und sehr interessante Weinprobe, die auch die Einmaligkeit der Stadt Würzburg als Wein-Metropole unterstreicht und den Staatlichen Hofkeller unter den hochklassigen Nachbarn-Weingütern auf gleiche Ebene setzt.

Verfasser: Ceca

2017_06_Staatlicher Hofkeller Probenergebnis

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Weinerlebnisreise nach Franken vom 22. Bis 25.Juni 2017

Erstellt von Dieter am 19. Juli 2017

19 Uhr am Donnerstag ging es für die meisten los: Abendessen à la carte im „Gasthaus Stern“ in Sulzfeld, einem Fachwerkbau aus dem 15. Jahrhundert. Wir hatten noch immer Temperaturen um die 30°C, saßen aber sehr schön in einer weinumrankten Laube. Beendet wurde der Abend hier im Gasthaus mit gut gekühlten Qualitätsweinen aus Sulzfeld.

Sulzfeld am Main ist ein Weinort mit einer gut erhaltenen Befestigungsmauer mit 21 Türmen. Es hat auch sein spätmittelalterliches Ortsbild weitgehend bewahrt. Um den Ort herum sind die drei Weinlagen Sulzfelder Cyriakusberg, Sulzfelder Maustal und der Sulzfelder Sonnenberg. Der Ort wurde 2009 Landessieger beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. Wir haben den Ort am nächsten Tag besichtigt.

Das erste Weingut wurde am Freitagmorgen besucht. Hugo Brennfleck vom gleichnamigen 400 Jahre alten Weingut begrüßte uns um 10.30 Uhr im Hof. Bei einem Rundgang mit ihm erfuhren wir viel über Gebäude, Keller und Ausbau der Weine. Die Familie hat sich entschlossen, trotz der Verkehrsprobleme mitten im Ort zu bleiben. Dazu wurden alle Gebäude saniert, restauriert und innen auch umgebaut. Das Kelterhaus wurde sehr modern auf der anderen Straßenseite neu gebaut. Für den gelungenen Umbau und die Erweiterung gab es mehrere Auszeichnungen.
In einer wunderschönen Degustationsstube haben wir dann 9 Weine kommentiert verkostet. Das 29ha große Gut hat Weingärten im Iphöfer Kalb und Kronsberg, im Escherndorfer Lump, Rödelseer Küchenmeister und in den Sulzfelder Lagen. Da 55% mir Silvaner bestückt sind, waren fast alle Weine von dieser Rebsorte und alle trocken ausgebaut. Die Böden sind entweder Keuper oder Muschelkalk.

Wein Nr. 1    2016 Iphöfer Kronsberg, Silvaner, Kabinett trocken
Gleich mit einem „Paukenschlag“ begann unsere Probe mit diesem sehr trockenen und mineralischen Silvaner vom Keuper.
Wein Nr. 2    2016 Silvaner „ANNA-LENA®“, Kabinett trocken, benannt nach der ältesten Tochter
Ein sauberer, fruchtiger, aber durch die höhere Restsüße ein etwas gefälliger, glatter Silvaner.
Wein Nr. 3    2016 Sulzfelder Sonnenberg, „Blauer Silvaner“, trocken, eine Mutation des Grünen Silvaner
Ein klarer und im Gegensatz zum Gelben Silvaner sehr würzig-fruchtig mit guter Säure
Wein Nr. 4    2016 Iphöfer Kronsberg, Silvaner „Keuper·S“,·trocken
Wieder ein salzig- mineralischer Silvaner vom Keuper, sehr dicht gut strukturierte und mit einer leichten Süße.
Wein Nr. 5    2016 Sulzfelder Maustal, Silvaner „Muschelkalk·S“·, trocken
Das Gegenstück vom Kalkboden, daher wieder recht fruchtig, aber auch sehr dicht.
Wein Nr. 6    2016 „JHB Silvaner·S“·, trocken, Spontangärung, benannt nach dem jüngsten Sohn, Johann Hugo
Ein klarer, fruchtiger Silvaner aus dem Doppelstückfass im Abgang ein Hauch Holz.
Wein, Nr.7    2014 JHB Silvaner·S·, trocken, Spontangärung
Ebenfalls aus dem Doppelstückfass, jahrgangsgemäß aber nicht ganz so elegant.
Wein Nr. 8    2016 Sulzfelder Sonnenberg, Silvaner, „Alte Reben“
Dieser Wein ist eigentlich für die gehobene Gastronomieschiene gedacht. Glücklich wer diesen Wein im Restaurant bekommt! Ein dichter, gut strukturierter, fruchtiger Wein mit zarter Süße.
Neben Silvaner werden zu 20% Burgundersorten, 5% Müller-Thurgau, 5% Riesling und 15% Diverse angebaut. Daher zum Abschluss noch ein Riesling.
Wein Nr. 9    2016, Escherndorfer Lump, „Himmelsleiter“, Riesling, Großes Gewächs, trocken
Als Großes Gewächs kommt dieser Wein sehr dicht, aber auch etwas füllig daher mit einer, deutlichen Riesling-Säure.

Bei den 8 Silvanern hat man sehr gut die Bedeutung des Bodens bemerkt, die Weine vom Muschelkalk sind fruchtbetont, die Weine vom Keuper hingegen mineralisch, salzig.
Hugo Brennfleck hat mit dieser Präsentation die Messlatte für die weiteren Proben, die anstehen, sehr hoch gehängt!

Nach einem kleinen Mittagessen im Vinothek & Vinobistro der Winzerfamilie Luckert trafen wir uns im Weingut Luckert. Da der Name in diesem Ort von mehreren Familien geführt wird, hat dieses Weingut den Beinamen „Zehnthof“, denn sie erwarben in den 70’er Jahren den fürstbischöflichen Zehntkeller.
Ulrich, Wolfgang und Philipp Luckert bewirtschaften mit ihren Familien. rund 17 Hektar Weinberge in den Sulzfelder Lagen.
Der Sohn Philipp führte uns durch den Nachmittag. Im verwinkelten Keller liegen zu 95% Holzfässer (Stück-, Doppelstück- und Barriquefässer). Alle Weine werden im Holzfass ausgebaut oder liegen zumindest für einige Zeit darin. Neben 50% Silvaner werden 15% Riesling und 35% übrige Sorten, darunter auch beachtliche Rotweine, angebaut. Das Weingut ist Mitglied im VDP und im „Naturland-Verband“
Zurück aus dem Keller fand die Probe in der Eingangshalle mit dem großen Reliefbild von Sulzfeld und seinen Weinbergslagen statt.

Wein Nr. 1    2016 Sulzfelder Müller-Thurgau, trocken
Ein fruchtiger, recht runder Müller-Thurgau mit guter Säure und mehr Süße
Wein Nr. 2    2016 Sulzfelder Silvaner, trocken
Ein recht fruchtiger Silvaner, der gute Struktur, etwas Süße und viel Säure für einen Silvaner besitzt.
Wein Nr. 3    2016 Sulzfelder Roter Silvaner, trocken
Ein recht klarer Silvaner mit zarter Herbe und Süße, guter Säure, für uns war der Unterschied zum Gelben Silvaner nicht so groß.
Wein Nr. 4    2016 Sulzfelder Blauer Silvaner, trocken
Hier hatten wir einen fruchtigen, recht weichen und würzigen Silvaner vor uns, der bei leichterer Struktur etwas mehr Süße zeigte.
Wein Nr. 5    2016 Sulzfelder Silvaner „Alte Reben“ trocken
Ein recht fruchtiger, würziger und zart mineralischer Silvaner.
Wein Nr. 6    2016 Sulzfelder Sonnenberg, Silvaner „Gelbkalk“, trocken
Dieser Silvaner hatte eine etwas verhaltene Frucht, war aber trotzdem recht dicht und nachhaltig.
Wein Nr. 7    2016 Sulzfelder Gelber Muskateller, trocken
Dieser Gelber Muskateller war recht fruchtiger, gehörte aber zu den etwas breiteren und stärker parfümierten Gelber Muskatellern. Im Gegensatz zu den Silvanern zeigte er auch mehr Süße.
Wein Nr. 8    2015 Sulzfelder Frühburgunder, trocken
Zum Abschluss ein Frühburgunder: Wenig fruchtig, leichterere Struktur, ein Ton nach Kirschmarmelade mit Nelken.
Wir hatte eine erstklassige Probe mit Weinen, denen man den Ausbau im Holzfass anmerkte, zudem dicht, wohl durch die geringen Erträge. Viele verschiedene Sorten konnten wie vergleichen, der Silvaner war aber in der Überzahl.

Für den Abend hat unser Weinbruder und Organisator ein Wirtshaus ausgesucht, das durch seine 4½ (von 5) Punkten bei Trip-Advisor überzeugte: der Michelskeller. Mehrere Telefonate, Mails und am selben Tag noch ein persönlicher Besuch haben es dann möglich gemacht, dass wir abends dort auf dem Platz speisen konnten. Die Weinkarte enthielt keine definierten Weine, sondern nur die Rebsorten mit der Angabe: Weine aus eigenen Anbaugebieten. Bei einem leckeren Flaschenbier warteten wir dann auf unser Essen. Da alles frisch zubereitet wurde, hatten die letzten um 21.30 Uhr ihren Teller vor sich. Halt! Nicht alle! 3 Bestellungen wurden vergessen. Eigentlich war der Koch zu diesem Zeitpunkt nur vorbeigekommen, um sich zu verabschieden. Also: noch mal Schürze umbinden und wieder an den Herd. So kamen die letzten drei doch noch zu ihrem Essen.

Am Samstagmorgen brachten uns mehrere Taxis zum ca. 12 km entfernten Weinort Rödelsee, genauer gesagt, zum Weingut Weltner.
Paul Weltner begrüßte uns und führte uns sogleich auf die von Wein umrankte Terrasse.  Während der Probe erzählte er vieles zu den Lagen und was er unter „Wein machen“ versteht.
Der VDP-Betrieb hat eine Gutsgröße von 11ha, Hauptrebsorte mit 60% ist der Sylvaner (wird im Weingut wirklich immer mit „y“ geschrieben), es folgen der Riesling mit14%, 8% Weißburgunder, 8%Scheurebe und 10 % Übrige, darunter auch Sauvignon.
Die Lagen sind im Rödelseer Küchenmeister, der insgesamt eine Rebfläche von 70ha hat, in der Rödelseer Schwanleite, und im Julius-Echter-Berg in Iphofen.
Paul Weltners Philosophie: Wenn man die Böden gesund hält, im Weinberg viel Handarbeit macht und rechtzeitig, nicht erst zum Zeitpunkt der Vollreife liest, ist der größte Teil der Arbeit schon getan. So entstehen schlanke aber doch komplexe Weine, die eine hohe Trinkfreude bescheren.

Wein Nr.1     2016 Sommer Cuvée, weiß, trocken
Eine Cuvée aus Sylvaner, Scheurebe und Müller-Thurgau vom Gipskeuper. Ein sauberer, fruchtiger, recht würziger Terrassenwein.
Wein Nr. 2    2016 Sylvaner Rödelsee,
Ein weicher, leicht erdig-mineralischer Silvaner mit Spur von Sponti-Noten
Wein Nr.3     2016 Rödelseer Küchenmeister Sylvaner, trocken
Sauberer, klarer, frischer, zart mineralischer Silvaner, der 4 – 8 Std. auf der Maische gestanden hatte und dadurch auch etwas mehr Struktur zeigte.
Wein Nr. 4    2016 Iphöfer Julius-Echter-Berg Sylvaner, trocken
Wieder vom Keuper und daher ein zart mineralischer, weicher, runder Silvaner. Er zeigte mehr Dichte, war aber noch etwas verschlossen.
Wein Nr. 5    2016 Julius-Echter-Berg Sylvaner „R“ Erste Lage nach VDP, trocken
Dieser Reserve-Wein hatte 12 Mon. auf der Vollhefe gelegen und präsentierte sich als, dichter, voller, nicht breiter, aber cremiger Silvaner.
Wein Nr. 6    2016 Rödelsee Weißer Burgunder, trocken
Hier hatte wir einen fruchtigen, Spur mineralischen Weissburgunder; der noch einen von Hauch Sponti-Noten zeigte.
Wein Nr.7     2016 Rödelseer Küchenmeister, Riesling, trocken
Ein fruchtiger, frischer, zart mineralischer Riesling.
Wein Nr. 8    2016 Rödelseer Küchenmeister Sauvignon Blanc, trocken
Vielleicht ein Exot für Franken, aber hier hatten wir einen frischen, fruchtigen, zart mineralische Sauvignon blanc mit, dezent grüner Frucht, der nicht wie ein Neuseeländer daherkam, sonst vollständig die mineralische Linie des Weinguts passte
Wieder einmal ging eine wunderbare Degustation zu Ende.

Nach dem Abschied brachten uns die Taxis ins von hier 20 km entfernte Frickenhausen.
In der „Fränkischen Weinstube Ehrbar“ haben wie im Gastgarten sehr lecker zu Mittag gegessen.
Hier fand anschließend auch die Weinprobe mit dem Weingut Bickel-Stumpf statt.
Melanie Stumpf-Kröger begrüßte uns und brachte vom nahe gelegenen Betrieb.
8 Weine mit. Nachdem sie den ersten Wein ausgeschenkt hat begann sie mit der spannenden Geschichte der Entstehung des VDP-Weingutes.
Mit einem VW-Käfer fuhr Reimund Stumpf zum ersten Mal 1971 von Thüngersheim nach Frickenhausen um seine neue Freundin Carmen Bickel zu besuchen. Nach der Hochzeit im Jahre 1976 verbanden sie die elterlichen Güter zum Weingut Bickel-Stumpf mit Stammsitz in Frickenhausen und Kellerei in Thüngersheim. Inzwischen liegt der Weinbau in den Händen der Kinder Melanie und Matthias Stumpf. In Frickenhausen findet man vor allem Muschelkalkböden, die Weine mit Schmelz liefern und in Thüngersheim hauptsächlich Buntsandstein, diese Weine sind eher mineralisch. Der Rebsortenspiegel umfasst 65% Silvaner, 15%Riesling und 10%Spätburgunder, zudem Müller-Thurgau, Scheurebe, Domina, Cabernet Dorsa, Portugieser, Blaufränkisch und ein neu gepflanzter Fränkischer Gemischter Satz. Die Weißweine werden in Edelstahltanks ausgebaut, so entstehen klassische, geradlinige Silvaner. Die junge Serie „twentysix“ besteht jeweils aus einem Medley der vielen verschiedenen Rebsorten und wird im Keller von den Kindern Melanie und Matthias kreiert.

Wein Nr.1     2016 Thüngersheimer Silvaner, „Buntsandstein“, trocken („Papas Wein“)
Ein fruchtiger, etwas zarterer, filigraner Silvaner von Buntsandstein und daher zarter als der Silvaner vom Muschelkalk
Wein Nr.2     2016 Frickenhäuser Silvaner, „Muschelkalk“, trocken („Mamas Wein“)
Dieser Silvaner präsentierte sich als dichter und fruchtiger Silvaner mit mehr Fülle als der Silvaner vom Buntsandstein.
Wein Nr.3     2016 Thüngersheimer Johannisberg Silvaner, trocken („Papas Wein“)
Wieder ein klarer, zart mineralischer, fruchtiger und eleganter Silvaner vom Buntsandstein mit feiner Säure.
Wein Nr.4     2016 Frickenhäuser Kapellenberg Silvaner, trocken („Mamas Wein“)
Hier der fruchtige, dichte, aber auch elegante Silvaner aus einer sehr warmen Kalkstein-Lage, der trotzdem noch eine feine Säure hatte.
Wein Nr.5     2015 Frickenhäuser Kapellenberg, Mönchhof, „Großes Gewächs“
Als Großes Gewächs mit Maischestandzeit und Ausbau im 500 l-Fass. Es war ein fruchtiger, dichter, aber nicht fetter Silvaner mit deutlicher Säure und einem Hauch Vanille vom Holzfass.
Wein Nr.6     2016 Thüngersheimer Johannisberg Scheurebe, trocken
Eine dichte, fruchtige, aber nicht aufdringliche Scheurebe mit guter Säure, kaum erkennbar, dass sie spontanvergoren war.
Wein Nr.7     2016 Riesling, „Muschelkalk“, trocken
Und zum Abschluss noch einen Riesling, fränkisch trocken fruchtig mit deutlicher Riesling-Säure
Es hat Spaß gemacht, der Familiengeschichte zuzuhören, die Weine zu verkosten und die Unterschiede der beiden Terroirs zu riechen und zu schmecken. Nach der Verabschiedung fuhren wir wieder zurück nach Sulzfeld (ca. 8 km). Abends hatten wir das beste Essen der Tour, im Gasthaus „Zum goldenen Löwen“. Hier stimmte einfach alles, die Speisen, der Wein und die diversen anderen Getränke.
Eine etwas verkleinerte Truppe traf sich am nächsten Morgen in Würzburg an der Feste Marienberg um an einer Führung teilzunehmen.
Der Marienberg ist schon seit der späten Bronzezeit besiedelt. Dort befand sich im 8. Jh. wahrscheinlich ein Kastell mit einer Kirche, die 741 Bischofskirche wurde. Ab 1200 begann man mit dem Bau einer sehr großen Burg, die im Spätmittelalter und in der Renaissance ausgebaut und erweitert wurde. Nach der Zerstörung 1945 begann man bald mit dem Wiederaufbau, der bis 1990 dauerte.
Wir haben anschließend auch den1300 Quadratmeter große Fürstengarten besucht, von dem aus man einen wunderbaren Blick über die Stadt Würzburg hat.

Im Anschluss fuhren alle zum Weingut Reiss, das hatte nämlich an diesem Wochenende sein Hoffest. Christian Reiss, Eigentümer des Weinguts, begrüßte unsere Gruppe herzlich. Er war am 4. Mai bei uns in Köln zu Gast und hatte uns damals eingeladen. Nach den vielen vorhergegangenen Weinproben wurde nur noch wenig Wein probiert, aber sehr gut gegessen, sowohl bei den Mittagsangeboten als auch am Tortenbuffet.
Damit endete eine sehr interessante Weinerlebnisreise ins Maindreieck!

Ein sehr herzlicher Dank geht an die vier Winzer, Hugo Brennfleck, Philipp Luckert, Paul Weltner und Melanie Stumpf-Kröger. Sie haben alle, jeder auf seine individuelle Art und Weise Ihr Weingut und Ihre Weine sehr gut repräsentiert.
Wir danken auch der „Fränkischen Weinstube Ehrbar“ für die Breitstellung der Terrasse zur Weinprobe, und dem Gasthaus Stern“ in Sulzfeld. Hier gab es für uns immer einen Platz in Gastgarten, obwohl alles ausgebucht war und zu jeder Zeit gut gekühlte Flaschenweine.
Jetzt fehlt noch einer: Wilfried, wir danken Dir, das war wieder toll organisiert, und die Winzer sehr gut ausgesucht! Wie viele Telefonate, Mails und sogar Vorabreisen da wohl nötig waren? Ganz lieben Dank und bis zur nächsten Tour!
Verfasser: Käthe

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Weinprobe mit dem Weingut Glaser-Himmelstoß, Nordheim am 18.05.2017

Erstellt von Dieter am 19. Juli 2017

Im Rahmen unserer Weinproben zum Jahresthema Franken konnten wir das Weingut Glaser Himmelstoss begrüßen, das von Herrn Wolfgang Glaser persönlich vorgestellt wurde.

Die Weingüter Hans Himmelstoss in Dettelbach und Siegfried Glaser in Nordheim wurden 1977 durch die Heirat von Monika Himmelstoss und Wolfgang Glaser zusammengelegt.
Heute befindet sich die gemeinsame Betriebsstätte mit dem Weinkeller in Nordheim, während die Gebäude in der Altstadt von Dettelbach für eine Vinothek und das Restaurant genutzt werden.

Rebfläche: 15ha, Jahresproduktion: ca.100.000 Flaschen
Rebsorten: 26% Silvaner, 25% Müller-Thurgau, 10% Riesling, 6% Spätburgunder, 33% übrige Sorten
Durchschnittsertrag: 45 hl/ha
Die Lagen des Weinguts befinden sich in den Gemeinden Nordheim, Sommerach und Dettelbach.

Das Grundgestein des Nordheimer Vögeleins ist der obere Muschelkalk. Dieser Fels besitzt eine Auflage von Sanden aus dem Fichtelgebirge. Die Hangausrichtung der Weinberge geht von Südwest bis Nordwest.
Der Sommeracher Katzenkopf grenzt an den Nordheimer Vögelein an. Dort liegt auf dem Gestein des oberen Muschelkalks eine Auflage aus Kalk- und Kalkmergel­gestein. Die Hangausrichtung der Weinberge ist Südsüdost bis Südwest
Der Dettelbacher Berg-Rondell ist ein klassischer Prallhang, der sich von Südsüdost nach Südsüdwest zieht. Die Reben stehen hier direkt auf dem mit Lehm versetzten Verwitterungsgestein des oberen Muschelkalks.

Durch diese unterschiedlichen Böden hat das Weingut die Möglichkeit sehr differenzierte Weine herzustellen.

Die Probe begann mit einem (nicht bewerteten) 2014 Sekt Riesling brut, vom Weingut Oekonomierat Johann Geil, der von unserem Weinbruder Klaus Meurer anlässlich seines 50.Geburtstags gestiftet wurde.
Blasses Grüngold mit zarter Perlage, leicht vollreife Noten, recht cremig im Mund, ein gutes Gewicht für 12,0% Alkohol, frische Säure und harmonisch abgestimmt.

Der offizielle, fränkische Teil unsere Weinprobe startete mit einem 2016’er Dettelbacher Müller Thurgau von 50 Jahre alten Reben, die Muschelkalk stehen.
Während der einfachere Rivaner aus dem Trauben der ersten Lese mit Ganztrauben-Pressung und anschließend normaler Vergärung gewonnen wurde, wurden für diesen Wein die Trauben entbeert und bei 10 – 15°C vergoren. Für etwas mehr Struktur wurden noch mit 5% maischevergorenem Müller Thurgau verschnitten

So entstand ein dichter, würziger, aber auch zarter, nicht aufdringlicher Müller Thurgau mit dezenter Herbe.

Es folgten dann vier Silvaner aus unterschiedlichen Lagen und unterschiedlichen Methoden der Weinbereitung.

Bei Verkostungen mit guten weißen Burgundern oder auch Grüner Veltliner-Weinen aus der Wachau war im Weingut aufgefallen, dass die die eigenen Silvaner Schwächen beim Alterungsvermögen zeigten. So war z.B. bei vollreifen Silvaner-Trauben die stabilisierende Säure teilweise verloren gegangen. Um die Alterungsfähigkeit wieder zu verbessern, wurde daher mit (anteilig) maischevergorenen Weinen experimentiert, um so Tannine aus der Beerenhaut zu extrahieren und die Weine besser zu stabilisieren.

Unser erster Silvaner war der 2015’er Dettelbach Silvaner
Dieser Ortwein war „normal“ vergoren worden und zeigte sich als dichter, zart mineralischer und fruchtiger Silvaner ohne große Anspüche auf lange Lagerung

Eine Steigerung war dann der 2015’er Sommeracher Katzenkopf, eine Erste Lage nach VDP, vom Kalkmergel mit dünner Flugsandauflage, der nicht aus Grünem Silvaner, sondern aus Gelbem Silvaner gekeltert worden war und auch länger auf der Hefe gelegen hatte. Dadurch zeigte er mehr Dichte und Fülle bei guter Frucht und zart vollreife Noten.

Dann folgte der 2015’er Dettelbacher Berg Rondell, ebenfalls eine Erste Lage nach VDP. Ein Grüner Silvaner aus Trauben, die von 50 Jahre alten Reben stammten, nach 24 Std. Maischestandzeit spontan vergoren und danach im Edelstahl weiter ausgebaut wurden.
Durch die Kraft der alten Reben hatte der Wein eine dichte, weiche Frucht, ebenfalls zart vollreife Noten und durch die längere Maischestandzeit eine leichte Herbe am Gaumen.

Den Abschluss macht dann ein ganz anderer Wein, der 2015’er Dettelbacher Silvaner, maischevergoren. Unter Trockeneiszugabe (um eine Oxidation zu verhindern) standen die Trauben 3 Wochen auf der Maische und wurden dann im kleinen, aber nicht getoasteten Holz ausgebaut.
Dadurch war ein ungewöhnlicher Silvaner entstanden, der eine sehr dichte, sehr trockene, aber weiche Frucht besaß und neben einer leichtern Herbe mit einer Spur Kräutertönen austrumpfte.

Neben der fränkischer Leitsorte Silvaner durfte der Riesling natürlich nicht fehlen

Zuerst verkosteten wir einen leicht restsüßer 2015‘er Nordheimer Riesling, Kabinett
Das war ein sauberer, fruchtiger Riesling im echten Kabinett-Stil, der ein feines Süße-Säure-Spiel zeigte. Unter den allgemeinen trockenen Weinen in Franken hätten wir diesen Reis-Stil nicht erwartet.

Als Steigerung folgte der trocken ausgebaute 2015’er Dettelbacher Berg Rondell, Erste Lage nach VDP.
Ein dichter, zart mineralischer, eleganter Riesling der auch eingefleischten Mosel-Liebhabern gefiel.

Eine Spezialität des Weingutes ist der Traminer. Hier konnten wir zwei trockene Weine probieren.

Als Ortswein war der 2016‘er Nordheimer Traminer im Edelstahl ausgebaut und dadurch recht fruchtig und frisch.
Der zweite Wein war dann der 2015‘er Nordheimer Traminer, der im Barrique vergoren war und während der Hefelagerung eine Battonage erfuhr.
Er zeigte mehr Kraft und Dichte und eine weichere, aber sehr zurückhaltende, dezente Traminerfrucht.

Zum Portfolio des Weinguts gehören auch Burgunderweine, von denen drei trocken Burgunder folgten:

Der 2015’er Nordheimer Weissburgunder „Denker“
war ein, dichter , eleganter  und weicher, Weissburgunder mit zart exotischen Noten und leichter Süße

Sein Pendant als Grauburgunder, der 2015’er Nordheimer Grauburgunder „Denker“
lag auf gleichem Qualitätsniveau: Ein dichter, recht fruchtiger Grauburgunder mit zarter Süße.

Ganz anders präsentierte sich dann der 2015’er Dettelbacher Grauburgunder, denn er war maischevergoren. Dadurch hatte er mehr Dichte und Struktur, war aber noch verschlossen und nicht so fruchtbetont. Ihm sollte man noch Zeit lassen zum Reifen lassen.

Quasi als „Nachtisch“ durften wir dann noch zwei edelsüße Weine probieren.

Der 2013’er Dettelbacher Berg Rondell, Erste Lage nach VDP war eine Müller Thurgau-Beerenauslese, im Sauternes-Stil im Barrique vergoren und dadurch neben zarten Holztönen, mehr Alkohol zart vollreifen, süßsauren Noten, leichte Botrytis und sehr dezentes Holz zeigte.

Die Silvaner-Trockenbeerenauslese 2015’er Sommeracher Katzenkopf, Erste Lage nach VDP war dagegen klassisch vergoren und ausgebaut worden.
Eine dichte, fruchtige, fette Trockenbeerenauslese mit dezenter Süße und feiner, süßsaurer Frucht.

Damit waren entgültig am Ende unserer Probe angekommen, die uns einen guten Einblick in Weine des Weinguts gegeben hat. Die Probe war gleichzeitig ein hervorragendes Lehrstück, wie der Winzer aufgrund der Lage und der Ausbauart die Eigenschaften des Weines verändern kann. Dafür möchten wir uns bei Herrn Wolfgang Glaser bedanken und dass er sich trotz der dringend anstehenden Arbeiten im Weinberg doch die Zeit genommen hat, uns zu besuchen.

Verfasser: Dieter

2017_05_Weingut Glaser Himmelstoß Probenergebnis

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Weinprobe mit dem Weingut Christian Reiss, Würzburg vom 04.05.2017

Erstellt von Dieter am 10. Mai 2017

Christian Reiss, Eigentümer des Weinguts, war persönlich anwesend um das Weingut und seine Weine vorzustellen.
Das Weingut wurde 1960 durch seinen Vater begründet, der mit diesem Jahrgang auch erstmalig selber abfüllte. Davor war gemischte Landwirtschaft betrieben worden. Er selbst ist ausgebildeter Weinbautechniker, hat schon in den 90er Jahren die Kellertechnik des Weinguts verantwortet und es ab 2003 vollständig vom Vater übernommen. Heute wird das Gut mit 3 Sternen im Gault Millau bewertet.
Das Weingut verfügt über 17,5 ha Rebfläche, die Rebsortenverteilung ist:
35 % Silvaner
15 % Müller-Thurgau
10 % Burgunderrebsorten
10 % Riesling
30 % verteilt auf viele andere Rebsorten wie Traminer, Scheurebe, Morio-Muskat, Bachus, Portugieser, Schwarzriesling, Spätburgunder
Die Böden sind größtenteils reine Muschelkalkböden, die besten Lagen der Würzburger Stein und der Randersackerer Pfülben.
Seine Zukunft sieht das Weingut verstärkt bei den Weißweinen. Besonders wichtig ist Christian Reiss die Fruchtigkeit seiner Weine. Er setzt den Großteil seines Weins nicht über den Handel sondern an Privatkunden ab und hat dazu jedes Jahr zahlreiche Veranstaltungen auf dem Weingut.

Zu den Weinen:
Die Probe begann mit einem (nicht bewerteten) 2014 Sekt Silvaner brut, Methode Champenoise, gestiftet von unserer Weinschwester Petra Tenne anlässlich Ihres kurz zurückliegenden 60.Geburtstags.
Blasses Grüngold, zarte Perlage, noch etwas  hefige Zitrusfrucht, sehr cremig im Mund, viel Gewicht für 12,5% Alkohol, gute Säure, harmonisch abgestimmt, mittlere Länge.
Wein 1: 2016 Würzburger Stein Müller-Thurgau, Kabinett trocken
Ein mittels Ganztraubenpressung und Kaltvergärung zu 100 % mit Reinzuchthefen im Edelstahl erzeugter Wein.
Muskatig-süßliche Nase, traubige Frucht, rund im Mund, milde Säure, etwas dienende Restsüße, ein einfacher, unkomplizierter, gut gemachter Wein.
Wein 2: 2016 Würzburger Pfaffenberg Grauer Burgunder, Kabinett trocken
Ebenfalls mit Ganztraubenpressung erzeugt aber mit höherer Gärtemperatur.
Helles Grüngold, sehr primärfruchtige Nase, weiße Blüten, Nüsse, im Mund ganz trocken, gutes Gewicht, milde Säure, geradlinig, mittlere Länge.
Wein 3: 2016 Würzburger Pfaffenberg Spätburgunder Kabinett Blanc de noirs trocken
Dieser Wein wurde nach Ganztraubenpressung  zu 10 % spontan vergoren.
Leichte Apricot-Farbe, traubig, erdbeerfruchtige Nase, gute Würze, schöne Säure, trocken, nicht viel Spiel, aber sauber und gut.
Wein 4: 2016 Veitshöchheimer Sonnenschein Riesling Kabinett trocken
Dieser Wein wurde nach Ganztraubenpressung im Edelstahl kaltvergoren, war aber 2 Monate auf der Feinhefe im Holzfass
Helles Grüngold, sehr traubig-primäre, süßliche Nase, etwas Eiche (großes Holzfass), im Mund cremig, weinig, der Alkohol durch die Säure gut gepuffert, schöne Würze, gute Länge.
Wein 5: 2016 Randersackerer Pfülben Riesling Spätlese trocken
Erzeugt von 28 Jahre alten Reben mit einem Ertrag von 40 hl/ha, spontan vergoren, dabei bei 6,5 g RZ/l in der Gärung stehen geblieben, ca. 3 Monate im Holz, wurde erst dese Woche leicht filtriert und zurück in den Edelstahl gebracht, Fassmuster.
Der Wein wurde kontrovers beurteilt, auch Christian Reiss selbst sah ihn nach dem Schock des Umziehens momentan nicht in guter Trinkverfassung.
Reifendes Grüngold, gelbfruchtige, würzige, erdige Nase, im Mund sehr weich, trotz 7,9 g/l Säure relativ wenig Spiel, unruhig, die Elemente Süße, Säure und Alkohol stehen etwas nebeneinander.
Wein 6: 2016 Würzburger Pfaffenberg Traminer Spätlese trocken
Reifendes Grüngold, deutliches Rosen-Litschi-Aroma, sehr süßlich in der Nase, im Mund mit viel Gewicht, niederer Säure, etwas dienender Restsüße, leicht sättigend, nicht viel Länge
Wein 7: 2015 Randersackerer Sonnenstuhl Silvaner Spätlese „Holzfass“ trocken
Von diesem Wein wurden 30% für 10 Tage auf der Maische gelassen, anschließend, wie die restlichen 70 % spontan im Barrique vergoren.
Glänzendes Goldgelb, etwas Neuholz in der Nase, birnige, florale und kräuterige Noten, im Mund etwas Karamell- und Röstaromen, viel Fülle, weinige Säure, trotz des hohen Alkohol nicht brandig, aber wenig Silvaner-Typizität.
Wein 8: 2015 Würzburger Pfaffenberg Weißer Burgunder Spätlese Holzfass trocken
Für diesen Wein wurde starke Ertragsreduzierung mittels Traubenteilung im Frühjahr, grüner Lese im August und Vorlese duchgeführt, er wurde 6-12 h auf der Maische gelassen und anschließen in Barriques (davon 1/3 neu) spontan vergoren mit zweimal wöchentlicher Batonnage, und anschließendem BSA.
Dunkles Goldgelb, Nase deutlich vom Holz geprägt (eher vanillig als rauchig-röstig), etwas Anis, im Mund viel Gewicht, Alkohol durch Säure gut gepuffert, rund, weinig.
Wein 9: 2015 Silvaner Spätlese Amphore trocken
Dieser Wein wurde nach einer Woche Maischestandzeit in 250l Amphoren aus Kreta spontan vergoren und verblieb danach 9 Monate in der Amphore, wurde aber geschwefelt und filtriert (also kein klassischer Orange-Wein)
Dunkles Goldgelb, etwas rosinige Überreife und starke Karamellnote in der Nase, im Mund ganz trocken, niedere Säure, schwer aber nicht plump, allerdings sehr sattmachend.
Wein 10: 2016 Würzburger Pfaffenberg Scheurebe Kabinett
Mit Reinzuchthefen im Edelstahl bei 12-13 Grad Celsius vergoren, Gärstopp durch weitere Abkühlung.
Helles Grüngold, traubig, grünliche, grasige Aromen, im Mund zarte Süße, schöne Säure, leicht und gut
Wein 11: 2016 Thüngersheimer Scharlachberg Rieslaner Spätlese
Helles Grüngold, Nase nach Muskat und exotischen Früchten, schönes Süße-/Säurespiel, allerdings stehen diese Elemente derzeit noch etwas nebeneinander.
Wein 12: 2015 Randersackerer Pfülben Riesling Beerenauslese
Reifes Goldgelb, Nase nach Honig, exotischer Frucht, Nüsse, im Mund sehr süß, dürfte zur perfekten Harmonie noch mehr als die 8,6 g/l Säure haben, ölig, viel Geschmacksfülle, sehr lang.

Bruderschaftsmeister Dieter Ockelmann bedankte sich im Namen der Weinbruderschaft für die sehr gut zusammengestellte Probe und den kenntnisreichen und enthusiastischen Vortrag von Herrn Reiss mit einem Geschenk der Weinbruderschaft für seine Vinothek.

Verfasser: Bernd

2017_04_Weingut Reiss Probenergebnis

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Weinprobe Rotweine aus Franken vom 16.03.2017

Erstellt von Dieter am 10. Mai 2017

Franken als sechstgrößtes deutsches Weinbaugebiet, hatte 2016 nach der Statistik der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau 6.237 ha. Nimmt man die Rebflächen in ganz Bayern, so kommt man auf 6.310 ha, wovon 6.057 ha im Ertrag sind.
Die Rotweinsorten hatten nur einen Anteil von 18,8 %, ( 1.139 ha).
Das ist für ein eigentlich als Weißweingebiet bekanntes Anbaugebiet doch schon eine ganze Menge.
Dabei wird Spätburgunder auf 4,4% (266 ha) und Domina auf 5,5 % (333 ha) der
Rebfläche angebaut. Andere Rotweinsorten liegen bei 2,4% und weniger je Sorte.
Trotz der leichten Dominanz der Anbaufläche der Domina haben wir uns mit einer Ausnahme auf den Spätburgunder beschränkt.
Die bekanntesten Rotweinlagen befinden sich am Untermain im Mainviereck (Bürgstadt und Klingenberg) sowie im badischen Taubertal (Badisches Frankenland, Tauberfranken).
Randersacker (Sonnenstuhl) im Maindreick und das zum Steigerwald zählende Wiesenbronn können wohl eher als Rotweininseln bezeichnen werden.
Dennoch haben viele Winzer zur Abrundung ihres Angebots etwas Rotwein auf ihrer Weinkarte.

Die Weine wurden auf einer Rundreise im Dezember 2016 eingesammelt. Viele der bekannteren und auch uns eher unbekannten Winzer waren zu diesem Zeitpunkt weitgehend ausverkauft, besonders bei ihren Spitzenweinen, die wir uns im Rahmen unseres Budgets sowieso nicht hätten leisten können.

Nun zu unseren verkosteten Weinen (Angaben zu den Weingütern am Ende des Berichtes):

Nr. 1:  2015 Domina, Weingut Schmitt’s Kinder, Randersacker
Zu Beginn gab es den (wohlweislich) einzigen Nicht-Spätburgunder.
Domina ist eine Kreuzung aus Blauer Portugieser und Spätburgunder; gezüchtet im Geilweilerhof (Pfalz) von Peter Morio. Wegen ihrer guten Frostbeständigkeit hat sie sich besonders in Franken ausgebreitet. Von den 381 ha in Deutschland stehen allein 333 ha in Franken. Es gibt mehr Domina- als Spätburgunderflächen in Franken (s.o.).
Die Domina ergibt Weine mit hohem Gerbstoffgehalt, die gegeben falls auch hohe Säurewerte aufweisen können und eine gewisse Zeit zum Reifen brauchen.
Genau diese Eigenschaften führten bei diesem typischen Dominawein zu einer sehr unterschiedlichen Wertung.
Abgesehen von einem Probenteilnehmer, der den Wein untrinkbar fand (10 Punkte) gab es Wertungen zwischen 12,5 und 15,5 Punkten, wobei die höchsten Wertungen gerade wegen des doch reifen Tannins im Wein vergeben wurden. Im Schnitt ergab das 13,76 Punkte und damit knapp die schwächste Wertung der Probe.
Nr. 2:  2015 Wiesenbronner Spätburgunder, Weingut Roth Wiesenbronn, BioWein
Ein Wein aus klassischer Maischegärung ausgebaut im grossen Holzfass, dessen Holz von Wiesenbronner Eichen stammt, um somit der angestrebten Regionalität Rechnung zu tragen.
Dieser VDP-Ortswein ist ein typischer Spätburgunder mit dunklen Beeren in der Nase, fruchtig und kräftig und nicht breit. Wir werteten ihn mit 14,26 Punkten bei einer Varianz von 3 Punkten.
Nr.3:  2014 Veitshöchheimer Spätburgunder, Weingut Bürgerspital Würzburg.
Ein sauber vinifizierter Spätburgunder, gereift im großen Holzfass, ohne besondere Eigenschaften.
Mit im Schnitt 13,95 Punkten bei einer Varianz von 2,5 Punkten zählte er zu den 3 unter 14 Punkten gewerteten Weinen, im Vergleich zum Qualitätsniveau bei den Weißweinen des Bürgerspitals eine eher schwache Wertung.
Nr.4:  2015 Spätburgunder „Tradition“, Weingut Rudolf Fürst, Bürgstadt

Dieser Spätburgunder ist die Basisqualität des Spitzenweingutes.
Er wird zu 80% in gebrauchten Barriques und zu 20% in Doppelstückfässern ausgebaut.
Die Spätburgunderart war deutlich herausgearbeitet. Unsere Wertung ergab im Schnitt 14,67 Punkte bei 2,5 Punkten Varianz.
Nr.5:  2014 Wiesenbronner Wachthügel, „Pinot Noir“, Weingut Roth Wiesenbronn, BioWein
„Pinot Noir“ heisst der Wein, weil er etwas in Richtung französischen Stils in gebrauchten Barriques ausgebaut ist. Es kann als feinfruchtig mit zart-würzigen Aromen beschrieben werden. Wir bewerten mit 14,79 Punkten bei einer Varianz von 2 Punkten.
Nr. 6:  2014 Spätburgunder „Buntsandstein“, Weingut der Stadt Klingenberg (Benedikt Baltes)

Dieser VDP-Gutswein wurde vom Weingut als betont schlank und mineralisch beschrieben.
Uns störte eine scharfe Note im Wein, was zu einer Wertung von nur 13,81 Punkten im Schnitt führte (bei 3 Punkten Abweichung). Er war der 3. mit weniger als 14 Punkten bewertete Wein des Abends.
Nr. 7:  2014 Spätburgunder Reserve, Weingut Arnold, Randersacker
Auf der Internetseite des Weingutes stand die interessante Information, dass schon Karl der Dicke, der letzte Karolinger, der über das ganze Frankenreich herrschte, den Spätburgunder im Jahre 884 an den Bodensee brachte, von wo aus er in Deutschland seinen Siegeszug als beste deutsche Rotweinrebe antrat.
Der Wein stammt vom Kapellenberg in Eibelstadt, dem Nachbarort von Randersacker, vom fränkischen Muschelkalk. Nach 14-tägiger Mazeration reifte dieser Wein 15 Monate im großen Holzfass.
Obwohl es Stimmen gab, die den Wein als untypisch für einen Spätburgunder bezeichneten, erhielt er mit 15,07 Punkten bei einer Varianz von nur 2 Punkten eine recht hohe Wertung.
Nr. 8:  2013 Randersackerer Sonnenstuhl, „Tradition“, Weingut Schmitt’s Kinder Randersacker
Der Sonnenstuhl ist eine Erste Lage des VDP und zählt zum oberen Muschelkalk. Der Boden ist gut erwärmbar sodass sich Spätburgunder dort besonders wohl fühlt.
Er wurde durchgehend als wirklich guter Spätburgunder bewertet, was sich in der Tageshöchstnote von 15,93 Punkten mit nur 1,5 Punkten Varianz ausdrückte, und das von einem Winzer, der vorwiegend Weissweine erzeugt und nur 8% Spätburgunderflächen hat.
Hier spielte wohl auch der Jahrgang 2013 eine Rolle, der auch in Franken besser war als der 2014er.
Nr. 9:  2012 Randersackerer Ewig Leben, Spätlese, Weingut Bardorf, Randersacker
Dieser Wein war der gereifteste der Probe.
Auch hier empfand der eine oder andere den Wein etwas untypisch für einen Spätburgunder.
Lakritztöne und Anklänge an Merlot wurden entdeckt und es fiel anderseits der Begriff „lecker“.
Aus dieser etwas zwiespältigen Bewertung heraus erhielt der Wein 14,69 Punkte bei 2,5 Punkten Varianz.
Nr.10:  2014 Grossheubacher Spätburgunder, Weingut der Stadt Klingenberg (Benedikt Baltes)
Der Wein stammt aus den besten Grossheubacher Lagen vom Buntsandstein.
Dieser Ortswein wurde trotz unterschiedlicher Meinungen mit 15,10 Punkten (bei jedoch 3,5 Punkten Varianz) deutlich besser bewertet als der Gutswein „Buntsandstein“ des gleichen Weingutes (Nr.6)
Nr.11:  2014 Bürgstädter Spätburgunder, wbu Rudolf Fürst, Bürgstadt.
Auch hier hatten wir einen Ortswein im Glas. Wie schon der Basiswein „Tradition“ von Fürst (Nr.4) wurde er zu 80 % im Barrique und zu 20 % im Doppelstückfass ausgebaut.
Bei den Kommentaren wurde von gut herausgearbeiteter Burgundernote gesprochen, ein Spätburgunder, wie er sein soll. Dennoch wurde er von dem einen oder anderen recht kritisch bewertet, wovon die Varianz von 3,5 Punkten zeugt. Als Mittel kamen 15,38 Punkte heraus.
Nr.12:  2014 Reicholdsheimer First, Spätburgunder „R“, Weingut Conrad Schlör ,Reicholzheim (Baden)
Dieser Wein aus der Ersten Lage „First“ wurde nach klassischer Gärung ca. 18 Monate im gebrauchten Barrique ausgebaut. Seine Frucht wurde von vielen als nicht spätburgunder-typisch bezeichnet, was sich auch in der Varianz der Punktung mit 3,5 Punkten niederschlug. Er erhielt im Mittel ein Punktung von 15,26.
Fazit:
Es mag dem vorherrschenden Jahrgang 2014 geschuldet sein, dass einige im Durchschnitt ihrer gesamten Punktung unter 14 Punkten blieben. Oder aber, dass Spätburgunder aus Franken nicht so ganz ihrem Bild vom deutschen Spätburgunder entsprachen, dass eher von der Ahr, der Pfalz oder dem Kaiserstuhl geprägt war.
Auch konnten wir nicht die Spitzenweine der besten Güter in die Probe nehmen, da das unser Budget bei weitem überschritten hätte. Das beste Traubenmaterial kommt nun einmal in die Spitzenweine. Vielleicht war auch deshalb der Spätburgunder vom Weissweinwinzer Schmitt’s Kinder der beste Wein der Probe, der wohl sein bestes Traubenmaterial in diesen Wein tun konnte.
Bei den Toppwinzern waren die Großen Gewächse oder vergleichbare Weine im Dezember 2016 fast alle ausverkauft, bei Fürst zu Preisen von deutlich über 100 €/Flasche.

Die Weingüter:
Randersacker (Maindreieck)

Weingut Wilhelm Arnold             (Wein Nr. 7)
Rebfläche:             11 ha
Beste Lagen:         Pfülben + Sonnenstuhl
Boden:                    Oberer Muschelkalk
Rotweine:               Spätburgunder, Zweigelt, Cuvées
Vorwiegend Weissweine

Weingut Stefan Badorf    (Wein Nr. 9)
Rebfläche:             3 ha
Beste Lagen:         Teufelskeller, Marsberg, Dabug und Sonnenstuhl
Boden:                    tiefgründiger blauer Muschelkalk
Rotweine:               Spätburgunder, Schwarzriesling, Lemberger, Domina

Weingut Schmitt’s Kinder          (Weine 1 + 8)
Rebfläche:             14 ha
Beste Lagen:         Pfülben, Sonnenstuhl, Marsberg und Teufelskeller
Boden:                    Muschelkalkverwitterungsböden
Rotweine:               8% Spätburgunder,  etwas Domina

Würzburg (Maindreieck)

Weingut Bürgerspital       (Wein Nr. 3)
Rebfläche:             120 ha
Beste Lagen:         Stein, Stein-Harfe, Innere Leiste und Lagen von Veitshöchsheim  bis Randersacker
Boden:                    Muschelkalk
Geschichte:            Stiftung 1316 (700 Jahre Jubiläum 2016)
Rotweine:               10% insgesamt : Spätburgunder, Domina , Blaufränkisch,  Cabernet Sauvignon, Merlot

Wiesenbronn (Steigerwald)

Weingut Roth       (Wein Nr. 2 + 5)

Rebfläche:             23,5  ha
Beste Lagen:         Wiesenbronner Heller Berg, Wachhügel und Geißberg, Abtswinder Altenberg
Boden:                    Keuper
Rotweine 45 %:     15% Spätburgunder, 10% Lemberger, 20 %: Cabernet Colon,  Portugieser, Domina, Regent und Schwarzriesling

Bürgstadt (Mainviereck)

Rudolf Fürst         (Weine Nr. 4 + 11)
Rebfläche:             20,3 ha
Beste Lagen:         Centgrafenberg, Hundsrück, Großheubacher Bischofsberg,  Klingenberger Schlossberg
Boden:                    Buntsandstein mit Lehm- und Tonauflage, Muschelkalk
Rotweine:               50% Spät- und Frühburgunder   (aber auch immerhin  18 % Riesling)

Klingenberg (Mainviereck)
Weingut Benedikt Baltes, (ehem. Weingut der Stadt Klingenberg)
( Weine Nr. 6 + 10)

Rebfläche:             14 ha
Beste Lagen:         Klingenberger Schlossberg, Großheubacher Bischofsberg
Boden:                    roter Buntsandstein aus dem Trias
Rotweine:               80  % Spätburgunder sowie Portugieser   Ziel : 100 % Spätburgunder

Tauberfranken (Baden)

Wertheim-Reicholzheim
Weingut Konrad Schlör 
(Wein Nr.12)
Rebfläche:             6,3 ha
Beste Lage:           Reicholzheimer First
Boden:                   Muschelkalk
Rotweine:             22% Spätburgunder, 20% Schwarzriesling

Verfasser: Wilfried

2017_03_Rotweine aus Franken Probenergebnis

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Raritätenprobe mit Weinen vom Weingut J. B. Becker am 19.01.2017

Erstellt von Dieter am 10. Mai 2017

Bei unseren Verkostungen können wir normalerweise nur sehr junge Weine, meistens aus dem letzten Jahrgang verkosten, da die älteren Jahrgänge beim Winzer schon lange ausverkauft sind. Diese jungen, frisch gefüllten Weine sind in den besseren Qualitäten dann noch weit von ihrem Optimum entfernt. Deshalb wollten wir uns in einer Raritätenprobe an das Geschmackserlebnis herantasten, wie gut sich gereifte Wein entwickeln können.
Einer der wenigen Winzer, die noch gereifte Weine im Verkauf haben und das zu bezahlbaren Preisen, ist das Weingut H.J.Becker aus dem Rheingau.
Hans-Josef  Becker gilt als der Traditionalist unter den Rheingauer Winzern. Das Weingut hat sich auf die Rebsorten Riesling und Spätburgunder beschränkt und baut auf 11 ha im Umkreis von Walluf seine Reben biologisch an. Etwa 45.000 Flaschen werden pro Jahr produziert. Alle Weine werden spontan vergoren und reifen dann fast ein Jahr im großen Holzfass. (die Rotweine sogar bis zu 3 Jahren), d.h. die Herstellung findet immer noch auf die traditionelle Art statt. Da die Weine nicht für den schnellen Konsum gemacht sind, zeigen sich ihre Qualität und ihre Feinheiten erst nach längerer Reife.
Für unsere Raritäten-Verkostung hatten wie je einen Flight mit trocken und einen zweiten Flight mit restsüßen Rieslingsweinen vorgesehen, die aus den Jahrgängen von 1992 bis 2012 stammten.

Wir starteten mit den trocken Rieslingen und arbeiteten uns von den jüngeren zu den älteren Weinen vor. Alle diese trockenen Weine stammten aus der Lage Wallufer Walkenberg. Die Reben stehen hier auf einem nach Südwesten ausgerichtetem Hang auf tiefgründigem Lösslehm mit kiesigem Untergrund.

Die Probe begann mit dem 2012’er Riesling Wallufer Walkenberg. Während dieser Jahrgang bei anderen Winzern schon lange nicht mehr im Sortiment verfügbar ist und die einfacheren Weine auch schon ausgetrunken sein sollten, zeigte dieser Riesling noch viel Frische mit einem Hauch Reife und einer leichten Hanfnote. Da es unsere erster Wein war und dieser Weinstil für die Meisten ungewohnt war, schwankten die Einzelwertungen um 5 Punkte. (Normalerweise liegt die Schwankungsbreite bei 2,5 bis 3 Punkten)
Der nächste Wein, der 2010’er Riesling Wallufer Walkenberg. kam aus einem für die Winzer nicht einfachen Jahr, dass sich einerseits durch große Mineralik sowie Extraktwerte und andererseits durch hohe Säurewerte auszeichnete. Unser Riesling zeigte welch hohes Potential hier vorlag. Trotz seines Alters war er sehr klar und elegant mit einer leichten Citrusnote und frischer Säure. Allerdings wurde dieses extreme Geschmacksbild nicht von allen gewürdigt.
Beim 2009’er Riesling Wallufer Walkenberg war das dann einfacher, denn der Wein stammte aus einem warmen Jahr und zeigte sich deshalb viel weicher, runder und voller. Hier streuten die Einzelwertungen auch nur um 3,5 Punkte.
Ein Jahr älter war dann der 2008’er Riesling Wallufer Walkenberg, Alte Reben. Trotz seines Alters war er noch immer sehr klar, elegant und gradlinig mit feiner Säure und fester Struktur. Die Selektion aus alte Reben bewies uns, welche Qualität man aus den alten Rebstöcken erzeugen kann.
Der nächste Wein, der 2002’er Riesling Wallufer Walkenberg, war dann schon fast ein Methusalem. Für sein Alter war er aber noch erstaunlich frisch, fruchtig und fest strukturiert. Solche Raritäten zu verkosten ist ein Erlebnis, denn die meisten anderen Weißweine dieses Alters taugen nicht einmal mehr zum Kochen.
Noch einmal 10 Jahre älter war dann der 1992’er Riesling Wallufer Walkenberg. Auch er präsentierte sich noch recht frisch und hatte eine gute Struktur, aber er konnte seine leichten Reifenoten nicht verbergen und hatte auch schon etwas an Klarheit verloren. Das zeigte sich auch bei der Bewertung, denn er wurde um einen Punkt niedriger gewertet als der 2002’er. Für eine trockene Spätlese dieses Alters hatte er trotzdem eine erstaunliche Qualität.

Für die nächsten Spätlese-Weine, die jetzt alle Restsüße hatten, wechselten wir in die Lage Eltviller Sonnenberg, einer nach Süden ausgerichteten Lange. Die Böden bestehen hier aus Löss und Lösslehm mit teilweise kiesigen Einlagen, was den Weinen neben Fülle auch eine mineralische Säurestruktur verleiht.
Der 1992’er Riesling Eltviller Sonnenberg feinherb hatte durch den höheren Zuckergehalt sein Alter besser überstanden als sein trockenes Pendant. Eine zarte Reife, aber immer noch sehr klar und fruchtig.
Mit einem großen Jahrgangssprung kamen wir dann zum 2007’er Riesling Eltviller Sonnenberg. Ein Wein mit viel Frische, einer exotischen Note nach Ananas und nur zarter Reifenote.. Er wurde nur geringfügig besser benotet als der 1992’er, aber die Abweichung in den Einzelwertungen lag nur bei 3,5 Punkten.
Mit dem 2008’er Riesling Eltviller Sonnenberg folgte ein Wein aus einem klassischen Riesling-Jahr. Sehr dicht und fruchtig mit viel Säure und ausgewogener Süße. Er wurde etwas besser als sein Vorgänger bewertet, allerdings schwankten die Wertungen wieder extrem um 5 Punkte.
Der nächste Wein, der 2009’er Riesling Eltviller Sonnenberg kam aus einem wärmeren Jahr und war dadurch weicher, runder, fülliger allerdings aber auch weniger prägnant in der Säure. Er besaß nicht die brillante Frucht wie der 2008’er, aber aufgrund der weicheren, gefälligeren Art gefiel er den meisten besser und wurde deshalb höher bewertet.
Dann kam der 2010’er Riesling Eltviller Sonnenberg. Während beim trockenen Riesling viele Verkoster Schwierigkeit mit der höheren Säure hatten, erschien dieser Wein durch die höhere Restsüße deutlich weicher und runder. Gleichzeitig war er dicht, vielschichtig und elegant und zeigte ein sehr feines Süße-Säurespiel. Das verhalf ihm zu höchsten Bewertung des Abends. (Hieran kann man auch erkennen, warum die restsüßen Rieslingweine vom Rheingau vor dem ersten Weltkrieg eine so hohe Wertschätzung besaßen)
Nach diesem 2010’er Riesling hatte es der 2012’er Riesling Eltviller Sonnenberg schwer. Er war etwas breiter und fülliger, gefiel den meisten aber dennoch recht gut und wurde so der zweitbeste Riesling des Abends.
Damit war unsere Verkostung aber noch nicht beendet. Herr Becker hatte uns als Bonus noch einen 2009’er Spätburgunder Wallufer Walkenberg geschenkt.
Für einen deutschen Spätburgunder zeigte er sich sehr klar und frisch, ohne breite, vollreife, pflaumiger Noten. Diese Qualität hatte kaum einer erwartet und so bekam er die zweitbeste Bewertung bei gleichzeitig der kleinsten Abweichung der Einzelwertungen.

Damit endete ein Abend der hoffentlich unseren Horizont für gereifte Weine deutlich erweitert hat. Dass diese Weine nicht einfach zu probieren waren, zeigte sich daran, dass wir bei keiner anderen Probe so große Abweichungen zwischen den Einzelwertungen hatten. Vielleicht sollten wir deshalb Raritätenproben wiederholen, um zu zeigen, wie gut Riesling-Weine altern können.

Für die Moderation möchten wir unserem Weinbruder Bernd Kögler danken.

Verfasser: Dieter

2017_01_Raritätenprobe JB Becker Probenergebnis

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Weinprobe Sizilien am 15.12.2016

Erstellt von Dieter am 10. Mai 2017

Das regionale Landwirtschafts-Institut IRVOS unterteilt die Insel mit ihren kleinen Weinbauinseln Lipari, Salina oder Pantelleria in 17 Territorien.
Doch sind dies namentlich nicht die DOP-Weinbaugebiete, sondern übergeordnete, geografische Bezeichnungen wie Terre Sicane oder Nebrodi. Das Ganze lässt sich in einem ersten Schritt auf drei kulturell, landschaftlich, historisch und produktionstechnisch maßgebliche Weinwelten reduzieren:
den Westen mit den Orten Palermo, Trapani, Marsala
den Südwesten mit Agrigento, Menfi, Noto, Syracusa
und den Osten mit Messina und dem Etnagebiet.

Auf alle Regionalgebiete näher einzugehen, würde den Rahmen dieses Proben­berichts sprengen.

Karte der Weinanbaugebiete
(mit freundlicher Genehmigung von Weinwelten,  http://www.wein-welten.com)

 

 

 

 

 

 

Die Rebfläche wird in einer Quelle mit ca. 200.000 ha (d.h. Weintrauben 179.000 ha, Tafeltrauben & Rosinen 21.000 ha), in einer anderen mit 112.700 ha angegeben. Diese Diskrepanzen sind uns auch schon bei anderen italienischen Weinbaugebieten begegnet.
Auf jeden Fall ist die Rebfläche grösser bzw. erheblich grösser als die von ganz Deutschland (ca. 102.000 ha).
Die Gesamt-Produktion wir mit ca. 10 Mio. hl angegeben, das entspricht in etwa der deutschen Weinproduktion (10-Jahresmittel 9,25 Mio hl)
Sizilien ist mit der Insel Pantelleria und den Liparischen Inseln die größte Weinanbauregion Italiens. Der Anteil an der italienischen Weinproduktion beträgt ca. 15 %.
Jahrzehntelang wurde hauptsächlich Menge produziert, aber immer mehr Winzer erkennen das Potenzial Ihrer Weine und setzen auf Qualität statt Quantität. Da das Geschäft mit den anonymen Massenweinen zusammengebrochen ist, setzt die neue Generation auf Qualität.
Meist sind die Weingüter in Familienbesitz, neben Wein werden oft auch Oliven angebaut und nicht selten gehören auch Schafe und Ziegen zu einer Azienda. Heute sind die Söhne und Töchter der Weinerzeuger gut ausgebildet, hoch motiviert und wollen zurecht beweisen, dass Sie im Gegensatz zu Ihren Vätern auch Spitzenweine produzieren können – seit Juli 2005 gibt es sogar den ersten DOCG-klassifizierten Wein auf Sizilien. Noch sind DOC-Weine aber eher selten (nur ca. 3 % der Gesamt-Rebfläche), zudem ist diese Auszeichnung für die „Jungen“ kein Muss, da IGT Weine in Italien aus einen sehr guten Ruf genießen.
Es gibt derzeit
1 DOCG Gebiet
23 DOC/DOP Gebiete, darunter auch die DOP „Sicilia“ in allen Regionalgebieten
7 IGT Weine

Rebsorten auf Sizilien
Trotz des heißen und trockenen Klimas auf Sizilien gibt es deutlich mehr Weißwein als Rotwein. Dafür ist der Marsala verantwortlich, der den sizilianischen Weinmarkt historisch dominierte. Seit Mitte der 1990er Jahre ist jedoch der Rotweinanteil gewachsen, auch weil die einheimischen und neu angekommenen Weingüter internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah gepflanzt haben. Diese Neupflanzungen befinden sich fast alle im Inselwesten in Reichweite der Hauptstadt Palermo.
Die bekannteste und beliebteste Rebsorte ist der Nero d’Avola. Zahlreiche andere traditionelle oder autochthone Rebsorten wie Zibibbo, Catarratto, Grillo, Frappato, Perricone, Carricante oder Inzolia werden heute unter ihrem Namen ausgebaut und sind zusammen mit der Nennung der bekannter werdenden Anbaugebiete (z.B. Etna) Symbol für die Vielfalt der Weinregion Sizilien.
An nicht sizilianischen Sorten bringen vor allem der aus der Toskana stammende Trebbiano sowie der französische Chardonnay und der rote Cabernet Sauvignon gute Resultate bzw. wertet die heimischen Tropfen auf.
Eine Klasse für sich sind die sizilianischen Dessertweine, allen voran der berühmte Marsala. Der Moscato, der Passito di Noto und der Malvasia di Lipari sind ebenfalls süße Weine, die in einem aufwendigen Herstellungsverfahren gewonnen werden.
Weißweine:
Bei Weißwein ist Catarratto wegen des reichen Ertrags die wichtigste Rebsorte. Aus ihr werden frische, oftmals aber etwas neutrale Weine gekeltert.
Von Bedeutung sind zudem die süßen, aromatischen Inzolia und Grillo – die klassischen Trauben für den Marsala.
Catarratto
Vor allem die Briten förderten den Aufstieg des in der Regel aufgespriteten Süßweins Marsala.
Dieser Run ist schon lange vorbei, die Traube Catarratto, der Hauptbestandteil des Weins, aber noch immer in Massen vorhanden. Viele Winzer bauen mittlerweile trockene Weine an.
Von der Sorte Catarratto etwa gibt es große, ertragreiche Anbauflächen. Sizilien, insbesondere die DOC-Region Etna, erzeugt mehr davon als die Weißweinregionen Südtirol, Trentino und Friaul zusammen. Aktuelle statistische Erhebungen gibt es nicht. Nach Schätzungen stehen etwa 40.000 Hektar unter Catarratto-Reben.
Mit Hilfe der kühlen, der Frucht dienlichen Gärung ergibt der Catarratto einen fruchtigen Weißwein.
Grillo
Recht gut hingegen verträgt die ehemalige Marsala-Rebsorte Grillo die Hitze, wes­halb dieser als trockener Weißwein von einigen Kellereien erfolgreich im Markt positioniert werden konnte. Andere Weingüter arbeiten lieber mit Insolia (Synonym Ansonica) oder dem Grecanico. Ein einheitliches Bild von sizilianischen Weißweinen existiert aber nicht – außer dass sie aus einer heißen Erde stammen.
Inzolia
Die weiße Rebsorte Inzolia oder auch Ansonica stammt aus Sizilien, von wo sie auch nach Sardinien und in die Toskana gelangte. Heute wird die Weißweinrebe unter der Bezeichnung Inzolia in Sizilien und unter dem Namen Ansonica in der Toskana angebaut.
Typischerweise ergibt sie Sorte trockene, aromatische Weine mit schöner Nussnote. Da es den Weinen manchmal an Säure mangelt, werden sie gerne als Verschnitt­partner verwendet, vor allem Cuvées mit Catarratto Bianco sind äußerst beliebt. Aber auch im Verschnitt mit Grillo macht sie eine gute Figur.

Rotweine

Nerello
ist die rote Traube des Ätna. Da sie sehr helle, würzige Weine mit viel Gerbstoff ergibt, kommt sie nur selten sortenrein in die Flasche.
Frappato
wird hauptsächlich im Südosten angebaut und ist die Grundlage für bouquetreiche Tropfen.
Alicante
ist eine aus Spanien stammende Rebsorte. Er hat nach der Reifung eine rubinrote Farbe mit violett bis granatroten Reflexen, einen Duft von reifen roten Früchten und Gewürzen und einen Nachgeschmack nach Mandeln.
Etna Rosso
Schon die griechischen Einwanderer bauten an den Hängen des Vulkans Wein an. Die landwirtschaftlichen Prioritäten verschoben sich dann aber in der Neuzeit zu Ungunsten des Weinanbaus am Ätna.
Klimabedingt setzt man für Rotweine auf die Rebsorten Nerello Mascalese und Nerello Cappuccio, die hier traditionell beheimatet sind, auch nur hier wachsen und sich den harten Bedingungen angepasst haben.
Außerhalb von Sizilien ist der Etna Rosso noch wenig bekannt. Das liegt daran, dass nur einige Betriebe auf hochwertigen Flaschenwein setzen und somit nur kleine Mengen auf den Markt kommen.
Nero d’Avola
Bis Ende des letzten Jahrhunderts wurde Nero d’Avola auf Sizilien fast ausschließlich als einfacher Verschnittwein gekeltert, der vor allem möglichst viel Ertrag liefern sollte.
Die Erfolgsstory des Nero d’Avola begann Anfang der 1990er Jahre, als die neu erblühte sizilianische Weinszene das Potenzial der heimischen Rebsorten entdeckte. Nero d’Avola wird oft im Verschnitt mit Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah aber zunehmend auch sortenrein ausgebaut.
Der Wein ist meist tiefdunkel (daher der Name „Nero=Schwarzer“) und konzentriert, ohne dass ihm die notwendige Säure fehlt. Besonders um Avola und die Barockstadt Noto herum und in der weiteren Region versprühen die Weine Aromen von Kirschen, Brombeeren, Pflaumen. Dazu gesellt sich eine mediterrane Kräuterwürze, auch ein wenig Pfeffer. Der Wein ist auch leicht gekühlt bei hochsommerlichen Temperaturen ein Genuss.
Cerasuolo di Vittoria
In der Nähe von Ragusa und der Stadt Vittoria wird der Cerasuolo di Vittoria (der einzige DOCG) erzeugt – benannt nach der kirschroten Farbe des jungen Weins. Er ist ein aparter, fruchtbetonter Rotwein mit einem angenehmen Säurespiel.
Erzeugt wird er aus den Rebsorten Nero d’Avola (mind. 50…70 %) und Frappato (höchstens 30…50 %). Besonders der Frappato verleiht diesem Wein mit seiner präsenten Säure ein ansprechendes Fruchtspiel und die Eleganz, an der es so manchen Rotweinen des Südens mangelt.

Wir konnten in unserer Probe folgende Weine verkosten:
1 Spumante,
1 Blanc de Noir,
3 Weissweine,
7 Rotweine und
1 Marsala.

Um damit in etwa das Spektrum der sizilianischen Weine abzudecken wurden die wichtigsten autochthonen Rebsorten der weißen und roten Weine Siziliens vor­gestellt.

Da wir die Rebsorten nicht kannten, war eine Aussage, ob ein Wein „typisch“ war, nicht möglich, auch wenn gelegentlich als Verschnittpartner bei den Weißweinen Chardonnay und bei den Roten Syrah auftaucht. Den Marsala (Nr. 13) bewerteten wir in dieser Probe nicht, da uns jeder Vergleich fehlte.

Wein Nr. 1:    Feudi die Bardonaro Jolie “, Spumante, extra dry (ohne Jahrgang)
Casa Vinicola Firriato, Pacco
Rebsorten:    Grillo, Inzolfa, Zibibo
Der Schaumwein präsentierte sich neutral und gefällig ohne besondere Fruchtigkeit.
Die Wertungen lagen zwischen 13,0 und 17,0 Punkte, klafften also mit 4 Punkten Unterschied ziemlich weit auseinander und ergaben einen Mittelwert von 14,26 Punkten.
Zum Weingut:  Casa Vinicola Firriato: 300 Hektar Land, davon 200 Hektar bestockt mit besten Rebanlagen.

Wein Nr. 2:   2015 „Bianco di Morgante”, IGP
Morgante Soc.Agr, Grotte, Agrigento
Rebsorte:      Nero d’Avola
Dieser Blanc de Noir, (ital. Bianco del Uve Nero) war etwas belanglos mit wenig Frucht.
Bei Wertungen zwischen 12,5 bis 14,5 Punkten waren wir uns ziemlich einig, was statistisch zu einem Mittelwert von 13,76 Punkten führte.
Zum Weingut:  Rebfläche: 52 Hektar, Jahresproduktion: ca. 310.000 Flaschen, Konventioneller Anbau

Wein Nr. 3:    2015 „Regaleali Bianco “, Sicilia DOC
Tasca d’Almerita, Tenuta Regalali, Sciafani Bagni
Rebsorten:    Inzolia (38%), Grecanico (30%), Cataratto (19%), Chardonnay (13%)
Ein Wein mit schöner, leichter Säure (“Kabinett-Typ”), etwas Citrus-Noten und zarterer Frucht.
Auch hier lagen wir in unseren Wertungen zwischen 13,0 und 15,0 Punkten recht nah zusammen. Im Durchschnitt ergaben sich 13,87 Punkte.
Zum Weingut:  Tasca d’Almerita ist ein 460 ha großes sizilianisches Weinbauimperium im Familienbesitz mit Sitz in Sclafani Bagni, das 1830 von Lucio Tasca gegründet wurde.

Wein Nr. 4:    2015 „Angimbé“, IGT
Cusomano, Tenuta Ficuzza, Piana degli Albanese (PA)
Rebsorten:    70% Inzolia, 30% Chardonnay
Verblüffenderweise wies der kräftige und füllige Wein grasige Sauvignon-blanc –Noten auf.
Mit 2,5 Punkten Differenz lagen wir auch hier bei Wertungen zwischen 13,5 und 16,0 Punkten noch ziemlich beieinander, wobei als Schnitt 14,66 Punkte herauskamen.
Zum Weingut: Aktuell erstreckt sich das Imperium Cusumano auf stolze 517 ha eigener Weinberge und produziert zwei Weinlinien:.
eine Basis-Linie mit Mono-Rebsortenweine, aus autochthonen Rebsorten hergestellt und auf Fruchtigkeit vinifiziert (Alcano Insolia, Nero D’Avola, Merlot, Syrah),
und eine zweite Linie der Lagenweine, die – durch die alten Namen inspiriert, nach den verschiedenen Weinbergen benannt wurden (Angimbé, Jale, Benuara, Sagana, Noa Cubia).

Wein Nr. 5:    2015 „Cavallo delle Fate “, Grillo Sicilia, DOC
Tasca d’Almerita, Tenuta Regalali, Sciafani Bagni
Rebsorte:      100% Grillo
Dieser Wein mit recht angenehmer Nase wurde ähnlich wie sein Vorgänger bewertet.
Die Wertungen lagen zwischen13,0 und 15,0 Punkten schwerpunktmässig eher am oberen Wert, sodass sich auch hier 14,66 Punkte ergaben.
Zum Weingut:  siehe Nr. 3

Wein Nr. 6:    2015 „Etna “
Planeta, Cantina Feudo di Mezzo, Castiglione (CA), DOC
Rebsorte:      Carricante
Ausbau:         Barrique und Edelstahl
Der letzte Weißwein der Probe zeigte Mineralik und leichte Räucheraromen bei wenig Säure.
Er wurde kontrovers mit Werten zwischen 11,0 und 16,0 Punkte, also einer Kluft von 5,0 Punkten Differenz bewertet. Man mag derartige Geschmacksnoten oder nicht. Das wurde hier ganz offensichtlich. Daher sagt der Durchschnittswert von 14,71 Punkten in diesem Fall relativ wenig aus.
Zum Weingut:  Die Familie Planeta blickt seit 1500 im Gebiet zwischen Sambuca di Sicilia und Menfi auf eine lange Tradition in der Landwirtschaft zurück, die durch 17 Generationen hindurch vererbt wurde. Ihre Familienkellerei Planeta betreibt sechs Weingüter mit 363 h Rebflächen.
Mit dem nächsten Wein kamen wir zu den Rotweinen:

Wein Nr. 7:    2013 „Regalali Nero d’Avola”, IGT
Tasca d’Almerita, Tenuta Regalali, Sciafani Bagni
Rebsorte:      100% Nero d’Avola
Ausbau:         In Eichenholzfässern aus Slowenien zu 30 hl und 60 hl, und 5% der Fässer aus französischer Eiche Allier und Tronçais zu 300 l im zweiten Durchlauf für 6 – 8 Monate; in der Flasche für etwa 2 Monate
Bei schöner Fruchtnase präsentierten sich die Tannine etwas kantig.
Das führte mit 3,5 Punkten zu stärkerem Auseinanderklaffen der Einzelwertungen zwischen12,5 und immerhin 16,0 Punkten, was einen Schnitt von 14,24 Punkten ergab.
Zum Weingut: siehe unter Nr. 3

Wein Nr. 8:    2014 „Benuara “, IGT
Cusomano, Tenuta Ficuzza, Piana degli Albanese (PA)
Rebsorten:    70% Nero d’Avola, 30% Syrah
Ausbau:         Malolaktische Gärung im Edelstahl, Reifung 80% im Edelstahl, 20% in großen Holzfässern
In der Nase recht zurückhaltend präsentiert sich diese Cuvée mit adstringierenden Tanninen, was wohl auch der Grund für die mit 4,5 Punkten ziemlich weit auseinanderklaffenden Wertungen zwischen 12,0 und 16,5 Punkten war. Den Durchschnittswert mit 14,79 Punkten muss man unter diesem Gesichtspunkt sehen.
Zum Weingut: siehe unter Nr. 4

Wein Nr. 9:    2015 „Il Passo “, IGT
Vigneti Zabù srl, Sambuca di Sicilia (AG)
Rebsorten:    Nerello Mascalese (85%), Nero d’Avola (15%)
Ausbau         Die hoch reifen Trauben werden eingemaischt und nach ca. 15 Tagen Maischegärung gekeltert. Danach reift der Wein für 6 Monate in kleinen Barrique-Fässern. Nach weiteren 3-4 Monaten kommt er in die Flasche.
Der Il Passo Nerello Mascalese Nero d’Avola leuchtet mit einem purpurroten fast schwarzen Kern im Glas. Neutral in der Nase, aber mit Frucht im Mund verkostete sich dieser Barriquewein.
Er war insgesamt gefälliger, was zu einer gleichmässigeren Wertung mit nur 2,5 Punkten Abweichung zwischen 14 und 17 Punkten bei einem Durchschnitt von 15,47 Punkten führte. 17 Punkte war die höchste Bewertung der Probe, den auch die Weine Nr. 11 und 12 erreichten.
Zum Weingut: Es befindet sich im West-Teil der Insel, in der Provinz Agrigento in der Gemeinde Sambuca di Sicilia, nahe des Lago Arancio und umfasst etwa 30 ha.

Wein Nr. 10: 2014 „Alta Mora Etna Rosso“, DOC
Cusomano, Tenuta Ficuzza, Piana degli Albanese (PA)
Rebsorte:      Nerello Mascalese
Etwas alkoholbetont zeigte sich dieser Rebsortenwein. Er verkraftet das Barrique besser als sein Vorgänger. Auch er wurde ziemlich homogen mit nur 2 Punkten Differenz zw. 14,5 und 16,5 Punkten mit einem Mittelwert von 15,42 Punkten bewertet.
Zum Weingut: siehe unter Nr. 4

Wein Nr. 11: 2012 „Impari “, IGT
Vigneti Zabù srl, Sambuca di Sicilia (AG)
Rebsorte:      Nero d’Avola
Ein Wein mit Fülle und Kraft, leichter Alkoholsüße, etwas dick, mit Gewürznoten und war 8 Monate im Barrique. Kein Wunder, dass hier die Meinungen auseinandergingen.
Einige lehnten ihn fast ab und gaben nur 12,5 Punkte, andere griffen zu 17,0 Punkten (also 4,5 Punkte Unterschied), weil sie diese Weinart mögen. Im Durchschnitt ergab das 15,68 Punkte.
Zum Weingut: siehe unter Nr. 9

Wein Nr. 12: 2015 „Don Antonio“; DOC
Morgante Soc.Agr., Grotte, Agrigento
Rebsorte:      Nero d’Avola
Ausbau:          Der Most bleibt für 20 Tage auf der Maische. Danach wird der Nero D´Avola für 12 Monate in 225 L Fässern ausgebaut, gefolgt von weiteren 12 Monaten in der Flasche.
Der letzte Rotwein der Probe zeigt uns eine betörende Nase. Auch er war von einer großen Fülle geprägt, zusätzlich gerundet durch 12 Monate im Barrique, das gut eingebunden war.
Hier waren die Unterschiede in der Bepunktung nicht so stark wir beim Vorgängerwein.
14,0 Punkte als Unterwert und 17,0 Punkte als Oberwert, also nur 3 Punkte Unterschied, zeigten, dass er eigentlich fast allen gefiel. Dennoch ergab sich nur ein mit 15,76 Punkten unwesentlich höherer Durchschnittwert.
Zum Weingut:  siehe unter Nr. 2

Wein Nr. 13: “Marsala Fine I.P.” ( ohne Jahrgang)
Carlo Pellegrino & C. S.p.A., Marsala (TP)
Rebsorte       Grillo, Cataratto, Inzolia
Ausbau:        Ein Jahr im Eichenholzfass gelagert.
Marsala war über 200 Jahre lang einer der berühmtesten Weine Siziliens. Er wurde in jüngerer Zeit immer weniger nachgefragt, sodass sein Fortbestand gefährdet war. Bisher gibt es wenig Anzeichen, dass sich der Absatz dieses aufgespriteten Weins mit 17 Vol. % Alkohol erholt.
Dieser Marsala war der krönende Abschluss unserer Probe.
Wie oben schon gesagt, wurde er nicht bewertet. Es wäre sicherlich reizvoll, ihn mit anderen vergleichbaren angereicherten Weinen wie Portwein, Madeira oder Sherry sowie franz. Vins doux naturelles zu verkosten. Für uns sicher eine Herausforderung.
Wie auch bei der Kalabrien-Kampanien-Probe zeigt diese Sizilien-Probe, dass süditalienische Weine für uns ein schwieriges Terrain sind, da sie unserem gewohnten Geschmacksbild nicht unbedingt entsprechen. Man mag sie oder mag sie nicht. Anders sind Wertungsdifferenzen von bis zu 5 Punkten nicht zu erklären. Bei Verkostungen deutscher Weine sind es selten mehr als 2 manchmal 3 Punkte Unterschied in den Wertungen der einzelnen Teilnehmer.
Die oft blumigen Weinbeschreibungen der Händler und Produzenten konnten wir nicht immer nachvollziehen.

Verfasser: Wilfried

2016_12_Sizilien Probenergebnis

 

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Externe Termine 2017

Erstellt von Dieter am 22. Januar 2017

Stand: 20.01.2017

22. – 24.01.2017
26. Weinforum Mosel, Trier
www.weinforum-trier.de/

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23.01.2017
VdP Große Gewächs-Tour,  Baden, Mosel
Düsseldorf Hotel Interconti  (13:30 – 17:30 Uhr)
www.vdp.de/

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06.02.2017
VdP Große Gewächs-Tour in Köln Ahr, Nahe, Pfalz, Rheinhessen (13:30 – 17:30 Uhr) Hotel Ernst
www.vdp.de/
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29-31.01.2017
Vinisud,  Montpellier
www.vinisud.com/

25. – 27.02.2017
Salon des Vigneronns Independats, Straßburg, Parc des expositions du Wacken
https://www.vigneron-independant.com/salons

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22.02. – 12.03.2017
20.Rheingau Gourmet & Wein Festival
www.rheingau-gourmet-festival.de/

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11.-12.03.2017
Internationales Spätburgunder Symposium, Bad Neuenahr
www.spaetburgunder-symposium.de/

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16. – 18.03.2017
Bozner Weinkost, Schloß Maretsch
www.suedtiroler-weinstrasse.it/deutsch/aktuelle-veranstaltungen/bozner-weinkost.html

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18. – 19.03.2017
Wein Salon Natürel, Köln, Jack in the Box, ab 11:00 Uhr
www.weinsalonnaturel.com/

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18.03.2017
BioWein Tastival, Düsseldorf, Industrieclub (11 – 18 Uhr)

www.sommelier-consult.de/biowein-tastival/

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19. – 21.03.2017
ProWein, Düsseldorf
www.prowein.de/

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23.03. – 06.04.2017
Wachau Gourmetfestival

www.wachau-gourmet-festival.at/

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24. – 25.03.2017
Weingenuss Krems
www.weingenusskrems.at/

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01. – 02.04.2017
Köln Wein (Sa 12 – 20 Uhr, So 12 – 18 Uhr)
www.koelnwein.com

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01. – 02.04.2017
Baden-Württemberg Classics im Landschaftspark Duisburg
(11 – 18 Uhr)
www.bwclassics.de/
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01. – 02.04.2017
Wein am Dom – das Weinforum der Pfalz, Speyer
www.pfalz.de/wein-am-dom/

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01.04.2017
Große Weinprobe der WeinSteigWinzer, Leutesdorf, (14 – 18 Uhr)
www.leutesdorf-rhein.de.
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02.04.2017
Präsentation Ahrwein, Köln, Hotel Ernst (14 – 18 Uhr)
www.ahrwein.de/

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08. – 09.04.2017
Summa 17, Magreid, Cason Hirschprunn
www.summa-al.eu/

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09. – 12.04.2017
VinItaly, Verona
www.vinitaly.com/

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10.04.2017
Frühburgunderforum im Kloster Marienthal (12 – 17 Uhr) Eintritt 30,00 €
www.ahrwein.de/de/events/fruehburgunder-forum/

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22.04.2017
Tag der offenen Weinkeller an der Ahr   (11 – 18 Uhr)
www.ahrwein.de/de/events/tag-der-offenen-weinkeller/
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30.04.2017
Mittelrheinischer Weinfrühling am Bopparder Hamm

www.weinwanderung.net/
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23. – 24.04.2017
Mainzer Weinbörse
www.vdp.de/

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28.04. – 07.05.2017
Rheingauer Schlemmerwochen
www.rheingau.de/veranstaltungen/feste/schlemmerwochen/

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29.04. – 01.05.2017
LagenKOSTbar, Forst (11 – 21 Uhr)
www.vdp-pfalz.de/

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06.05. – 08.05.2017
Südtiroler Blauburgundertage in Neumarkt
www.blauburgunder.it/

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06. – 7.05.2017
Badische Weinmesse, Offenburg
www.badische-weinmesse.de/

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07.05.2017
Wein im Schloss, Koblenz  (10-17 Uhr)
www.wein-im-schloss.de/

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14.05.2017
Kulinarisches Weinerlebnis mit Wanderung, Leutesdorf (11 – 19 Uhr)
www.leutesdorf-rhein.de/

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07.05.2017
Jahrgangspräsentation VDP Franken, Würzburg
www.vdp.de/
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02. – 06.06.2017
Weinmarkt der Ahr, Ahrweiler (Sa ab 14 Uhr, So,  Mo ab 11 Uhr)
www.ahrwein.de/de/events/weinmarkt-der-ahr/

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17.05 – 28.05.2017
Kölner Weinwoche auf dem Heumarkt  (11:00 – 22:00 Uhr)
www.koelner-weinwoche.de/ .

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25.05.2017
Gutedeltag zwischen Staufen und Müllheim (10:00 m- 18:00 Uhr)
www.markgraefler-wein-ev.de/gutedel-tag /

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16. – 18.06.2017
Weintage der Südlichen Weinstraße, Landau
www.suedlicheweinstrasse.de/

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28.05.2017
Jahrgangspräsentation VDP Franken, Nürnberg
www.vdp.de/
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28.05.2017
Ihringer Weinkost
www.vdp.de/
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07.06.2017
Jahrgangspräsentation Bernkasteler Ring, Kloster Machern
www.bernkasteler-ring.de/
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09. – 11.06.2017
Mythos Mosel  ca. 100 Weinguter stellen zwischen Thörnich und Piesport ihre Wein vor

www.mythos-mosel.de/

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10. – 11.06.2017
Weinpräsentation am Roten Hang, Nierstein
www.roter-hang.de/

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17.06.2017
Wein im Park. Im Jugendstilpark in Bad Sobernheim stellen rund 20 renommierte Weingüter der Region ihre Weine vor
www.bollants.de/

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?.06.2017
Jahrgangspräsentation der VDP Betriebe Ahr, Nahe und Rhein­-hessen, Mainz (Rheingoldhalle, 12 – 16 Uhr)
www.vdp.de/

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10.07.2017
Jahrgangspräsentation VDP Baden, Baden Baden
www.vdp.de/
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11. – 20.08.2017
Rheingauer Weinwoche in Wiesbaden
www.wiesbaden.de/weinwoche/

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24. -27.08.2017
WeinSommer in Aachen (Katschhof)
www.weinsommer.de/aachen/
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26. – 28.08.2017
SaarRiesling Sommer
www.saar-riesling-sommer.de/

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?.08.2016
Lagenweine Rheinhessen, Mainz
www.rheinhessen.de/

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?.09 2017
Jahrgangspräsentation Selection Rheinhessen, Mainz
(Handwerkskammer Rheinhessen; 17 – 20 Uhr)
www.rheinhessenwein.de/

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?.09 2017
Präsentation Grosses Gewächs, Berlin
www.vdp.de/

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?.09.2017
Jahrgangspräsentation Württemberg,  Stuttgart
www.vdp.de/

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?.09.2017
Meisterwerke der Mosel Weinpräsentation, Trier
www.vdp.de/
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?.09.2017
Versteigerung Großer Ring, Trier,
www.vdp.de/

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15.09.2017
Verkostung Große Gewächse Pfalz, Ludwigshafen,
www.vdp.de/

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16.09.2017
Versteigerung VDP Rheingau, Kloster Eberbach,
www.vdp.de/

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17.09.2017
Versteigerung VDP Nahe – Ahr, Bad Kreuznach, Römerhalle,
www.vdp.de/

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?.09.2017
Versteigerung Bernkasteler Ring,Trier
www.bernkasteler-ring.de/auktionen/

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17.09.2017
Riesling – was sonst ? Jahrgangspräsentation der Spitzengüter der Terassenmosel, Kobern Gondorf, Schloß Liebieg (14 -18 Uhr)

www.koeche-und-winzer.de/

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?.09. 2017
11.Tafelrunde Klitzekleiner Ring, Traben Trarbach,
www.klitzekleinerring.de/

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22. – 24.10.2017
Weinforum Rheinhessen, Mainz (Rheingoldhgalle;
Fr 15  – 21, Sa 14  – 21, So 11  – 18)
www.weinforum-rheinhessen.de/

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10.-12.11.2017
Forum Vini, München im MOC
www.forum-vini.de/
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10.-12.11.2017
WeinDüsseldorf, Düsseldorf, Hotel Interconti (Sa 11 -19 Uhr, So 12-18 Uhr)
www.weinduesseldorf.de/
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25.11.2017
2.Ahrweinmesse. Bad Neuenahr, (14 – 19 Uhr)

www.ahrwein-messe.de/

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Weinprobe mit dem Weingut Matthias Müller, Spay am 19.05.2016

Erstellt von Dieter am 15. Dezember 2016

Bei unserem Thema Mittelrhein haben wir uns sehr gefreut, dass Matthias Müller persönlich gekommen ist, um seine Weine vorzustellen.
Weingut Matthias Müller Eingang
Das Weingut hat eine etwas 300 Jahre alte Geschichte und auch Zeiten erlebt, wo die Weine vom Mittelrhein noch hoch angesehen waren.
Wie damals üblich war das Weingut ein Gemischtbetrieb, der damals besonders mit dem Anbau der Mittelrhein-Kirschen sein Geld verdiente. Durch die billigere Konkurrenz aus Italien oder der Türkei, lohnte sich Ende der 70‘er bis Anfang der 80‘er Jahre der Anbau nicht mehr und man stellte komplett auf Weinbau um. Ende der 70‘er Jahre hatte das Weingut 2,5 bis 3 ha Rebfläche, die dann kontinuierlich erweitert wurde. Anfang der 90’er Jahre war die Fläche auf etwa 9 ha gestiegen, heute liegt sie bei ca. 19 ha, alles in schwer zu bearbeitenden Steillagen. Die meisten Rebanlagen sind im Bopparder Hamm mit den Einzellagen Engelstein, Feuerberg, Mandelstein und Ohlenberg. Vor 7 bis 8 Jahren konnten dann auch noch mit dem Engehöller Goldemund und Bernstein, so wie dem Oberdiebacher Fürstenberg Lagen im Süden von Boppard erworben werden. 1999 hat Matthias Müller das Weingut von seinen Eltern übernommen und wird inzwischen von seinem Sohn Johannes, der in Geisenheim studiert, unterstützt. 2007 wurde das Weingut in den VDP aufgenommen und 2012 kürte der Weinführer Gault Millau Matthias Müller zum Winzer des Jahres. Er ist der einzige Winzer am Mittelrhein, den der Weinführer mit 4 Trauben auszeichnet. 2012 war noch ein weiterer Erfolg zu vermelden: der Kellerneubau mit Kelteranlage, Flaschenlager und moderner Vinothek konnte in Betrieb genommen werden.
Bopparder Hamm
Da in den Steillagen etwa 700 Std / ha Arbeitsaufwand für die Bearbeitung notwendig sind, hat das Weingut viele maschinelle Arbeiten an einen Lohnunternehmer ausgelagert. So z.B. die intensive Laubarbeit, um die Traubenzone schon frühzeitig zu entblättern und die Trauben abzuhärten.
Der Rebsortenspiegel besteht zu 90% aus Riesling, daneben sind noch Burgundersorten vorhanden:  6% Grauburgunder, 2% Weissburgunder und 2% Spätburgunder, letzterer wird aber nur als Blanc de Noir ausgebaut. Dem Most werden 6 – 10 Std. Maischestandzeit gegönnt, die Basisqualitäten werden dann mit Reinzuchthefe, die hochwertigeren Weine spontan vergoren. Der Restzucker der trockenen Weine wird mit 6 – 8 g/l an der oberen Grenze gehalten, um die Säure zu puffern und die Frucht herauszustellen. Bei den feinherben Weinen liegt der Restzucker bei etwas mehr als dem doppelten Säurewert.

Nun zu den verkosteten Weinen:

1          2015 Riesling „Rheinschiefer“, QW, trocken
Dieser Wein ist der trockene Gutswein der mit Lebendigkeit und mineralischer Fruchtigkeit, mit viel Pfirsich und Grapefruit und einer feinen Säure besticht. Ein idealer Sommerwein mit einem sehr guten Preis / Leistungsverhältnis .

2          2015 Weissburgunder Bopparder Hamm, QW, trocken
Weissburgunder ist neu im Rebsortiment und 2014 war die erste Ernte. Der Wein ist fruchtig und saftig, und stellt in der Säure das weichere Gegenstück zum Riesling das. Ausgebaut wurde er nur im Stahl

3          2015 Riesling   Bopparder Hamm, Alte Reben, QW, trocken
Hier hatten wir einen dichten, eleganten, zart mineralischen und sehr exotischen Riesling vor uns von etwa 40 Jahre alte Reben. Durch das höhere Alter und die dadurch tieferen Wurzeln sind die Rebstöcke nicht so empfindlich für Trockenstreß, können mehr Mineralien aus dem Boden aufnehmen und bringen fast jedes Jahr das gleiche Mostgewicht. Leider kam es durch ESCA zu etwas 10% Ausfall bei den Reben.

4          2015 Riesling   Bopparder Hamm Mandelstein,   „Riesling S“, QW, trocken
Ein fruchtiger, eleganter, zart mineralischer Riesling der sich etwas runderer, weicherer als die alten Reben gibt. Die Reben stehen auf fein verwittertem Schiefer mit eingelagerten Kiesel-Gallen. Das „S“ im Namen steht für die Spätlese-Qualität des Leseguts.
MM Steilstück
5          2015 Riesling   Bopparder Hamm, „Steilstück“, QW, trocken
Im Gegensatz zu den anderen Riesling-Weinen wirkt er etwas kantiger, zeigt mehr Säure und einen Hauch Spontan-Vergärungsnoten. Er ist noch recht verschlossen, hat aber ein gutes Potential und braucht sicher nur mehr Zeit zum Reifen.
Die Trauben stammen aus sehr steilem Weinberg, (daher der Name Steilstück) und der Wein ist teilweise spontanvergoren. Im letzten Jahr hieß er noch “Steil vor Lage“. Da die Weinkontrolle Probleme mit dem Wortspiel hatte, musste der neue Wein einen neuen unverfänglicheren Namen bekommen.
 

6          2015 Riesling Bopparder Hamm Ohlenberg,   „Riesling S, Edition MM“, QW, trocken
Ein langer Name für einen Riesling, aber die Edition MM verdient ihn, denn sie ist immer der beste trockene Riesling des Jahrgangs, sozusagen der “kleine Bruder” vom Großen Gewächs nach VDP. Dieser Wein braucht sich vor keinem Großen Gewächs zu verstecken. Ein dichter, zart mineralischer, eleganter und harmonischer Riesling mit einem sensationell günstigen Preis für diese Qualität..

Drei feinherbe Weine folgten. Bei ihnen liegt der Restzucker bei etwa dem doppelten Säurewert, sodass die Süße die Säure gut kompensieren und so zum Trinken animiert.

7          2015 Riesling   Bopparder Hamm, QW, feinherb
Der erste Vertreter dieser Gruppe, der ein etwas herberes Bukett, aber auch eine runde, saftige Frucht mit zarter Süße zeigte

8          2015 Riesling Schloss Fürstenberg, Spätlese, feinherb
Es war der einzige Wein aus dieser Lage. Durch den anderen Boden und dadurch, dass es sich hier um einen kleinbeerige Riesling-Klon handelt, hat der Wein eine deutlich andere Aromatik und zeigt auch mehr Finessen als der feinherbe Riesling aus dem Bopparder Hamm.
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9          2015 Riesling Bopparder Hamm Mandelstein,  „Edition MM“, Spätlese  feinherb
Auch bei den feinherben Weinen kennzeichnet „Edition MM“ immer den besten feinherben Riesling des Jahrgangs. Ein dichter, voller aber auch eleganter, weicher Riesling mit dezenter Süße, der erst nach längerer Reife alle Feinheiten freigeben wird.

Zu Abschluss konnten wir dann noch einige fruchtsüße Weine verkosten:

10       2015 Riesling   Bopparder Hamm Engelstein, Kabinett
So wie man sich einen fruchtsüßen Riesling als Kabinett vorstellt, ein fruchtiger, eleganter, weicher Riesling mit mehr Süße und wenig Alkohol.

11       2015 Riesling   Bopparder Hamm Mandelstein, Spätlese
Auch dieser Riesling war so, wie man sich eine typische fruchtsüße Spätlese vorstellt, er zeigte mehr Dichte und Fülle als der Kabinett, eine sehr zarte Botrytis und dezente Süße Ein vielschichtiger saftiger Riesling mit gutem Süße- / Säurespiel.

12       2015 Riesling   Bopparder Hamm Feuerlay, Auslese
Jetzt kamen wir noch eine Qualitätsstufe höher, zu den Auslesen. Auch dies war ein dichter, voller aber auch recht eleganter und filigraner Riesling mit zarter Botrytis und dezenter Süße, die mit der Säure einen guten Gegenspieler hat.

13       2010   Riesling   Bopparder Hamm Feuerlay, Auslese
Zum Abschluß gab es außer der Reihe noch diese Auslese aus dem Bestand des Bruderschaftsmeisters  Das war ein dichter, eleganter Riesling mit leichten Hanfnoten, zarter Reife und sehr angenehmem Süße- / Säurespiel. Dieser Wein war 2011 ein wahres Schnäppchen, denn es war eine abgewertete Beerenauslese zum Preis einer Auslese.

Damit ging ein hochinteressanter Abend zu Ende, wofür wir Matthias Müller nochmals danken möchten, dass er sich die Zeit genommen hat, uns die Weine vorzustellen.
Wer im nächsten Jahr im Mai Zeit hat, sollte sich vom 11.-14.05. 2017 die Jahrgangspräsentation des Weingutes in der neuen Vinothek gönnen. Es lohnt sich!

Für nähere Informationen zum Weingut : http://www.weingut-matthiasmueller.de/
Weitere Informationen über das Anbaugebiet Mittelrhein finden sich unter http://www.mittelrhein-weinfuehrer.de/

Verfasser: Dieter

PS  Leider konnte der Bericht erst jetzt, nach einem halben Jahr veröffentlich werden. Dafür möchten wir uns bei Matthias Müller entschuldigen.
Der vorgesehene Verfasser hatte leider trotz vielfacher Mahnungen nie den Bericht erstellt und immer neue Entschuldigungen, warum er noch nicht fertiggestellt sei.

2016_05_Weingut Matthias Müller: Probenergebnis

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