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Archiv für die 'Allgemeines' Kategorie

Weinprobe mit dem Weingut Christian Reiss, Würzburg vom 04.05.2017

Erstellt von Dieter am 10. Mai 2017

Christian Reiss, Eigentümer des Weinguts, war persönlich anwesend um das Weingut und seine Weine vorzustellen.
Das Weingut wurde 1960 durch seinen Vater begründet, der mit diesem Jahrgang auch erstmalig selber abfüllte. Davor war gemischte Landwirtschaft betrieben worden. Er selbst ist ausgebildeter Weinbautechniker, hat schon in den 90er Jahren die Kellertechnik des Weinguts verantwortet und es ab 2003 vollständig vom Vater übernommen. Heute wird das Gut mit 3 Sternen im Gault Millau bewertet.
Das Weingut verfügt über 17,5 ha Rebfläche, die Rebsortenverteilung ist:
35 % Silvaner
15 % Müller-Thurgau
10 % Burgunderrebsorten
10 % Riesling
30 % verteilt auf viele andere Rebsorten wie Traminer, Scheurebe, Morio-Muskat, Bachus, Portugieser, Schwarzriesling, Spätburgunder
Die Böden sind größtenteils reine Muschelkalkböden, die besten Lagen der Würzburger Stein und der Randersackerer Pfülben.
Seine Zukunft sieht das Weingut verstärkt bei den Weißweinen. Besonders wichtig ist Christian Reiss die Fruchtigkeit seiner Weine. Er setzt den Großteil seines Weins nicht über den Handel sondern an Privatkunden ab und hat dazu jedes Jahr zahlreiche Veranstaltungen auf dem Weingut.

Zu den Weinen:
Die Probe begann mit einem (nicht bewerteten) 2014 Sekt Silvaner brut, Methode Champenoise, gestiftet von unserer Weinschwester Petra Tenne anlässlich Ihres kurz zurückliegenden 60.Geburtstags.
Blasses Grüngold, zarte Perlage, noch etwas  hefige Zitrusfrucht, sehr cremig im Mund, viel Gewicht für 12,5% Alkohol, gute Säure, harmonisch abgestimmt, mittlere Länge.
Wein 1: 2016 Würzburger Stein Müller-Thurgau, Kabinett trocken
Ein mittels Ganztraubenpressung und Kaltvergärung zu 100 % mit Reinzuchthefen im Edelstahl erzeugter Wein.
Muskatig-süßliche Nase, traubige Frucht, rund im Mund, milde Säure, etwas dienende Restsüße, ein einfacher, unkomplizierter, gut gemachter Wein.
Wein 2: 2016 Würzburger Pfaffenberg Grauer Burgunder, Kabinett trocken
Ebenfalls mit Ganztraubenpressung erzeugt aber mit höherer Gärtemperatur.
Helles Grüngold, sehr primärfruchtige Nase, weiße Blüten, Nüsse, im Mund ganz trocken, gutes Gewicht, milde Säure, geradlinig, mittlere Länge.
Wein 3: 2016 Würzburger Pfaffenberg Spätburgunder Kabinett Blanc de noirs trocken
Dieser Wein wurde nach Ganztraubenpressung  zu 10 % spontan vergoren.
Leichte Apricot-Farbe, traubig, erdbeerfruchtige Nase, gute Würze, schöne Säure, trocken, nicht viel Spiel, aber sauber und gut.
Wein 4: 2016 Veitshöchheimer Sonnenschein Riesling Kabinett trocken
Dieser Wein wurde nach Ganztraubenpressung im Edelstahl kaltvergoren, war aber 2 Monate auf der Feinhefe im Holzfass
Helles Grüngold, sehr traubig-primäre, süßliche Nase, etwas Eiche (großes Holzfass), im Mund cremig, weinig, der Alkohol durch die Säure gut gepuffert, schöne Würze, gute Länge.
Wein 5: 2016 Randersackerer Pfülben Riesling Spätlese trocken
Erzeugt von 28 Jahre alten Reben mit einem Ertrag von 40 hl/ha, spontan vergoren, dabei bei 6,5 g RZ/l in der Gärung stehen geblieben, ca. 3 Monate im Holz, wurde erst dese Woche leicht filtriert und zurück in den Edelstahl gebracht, Fassmuster.
Der Wein wurde kontrovers beurteilt, auch Christian Reiss selbst sah ihn nach dem Schock des Umziehens momentan nicht in guter Trinkverfassung.
Reifendes Grüngold, gelbfruchtige, würzige, erdige Nase, im Mund sehr weich, trotz 7,9 g/l Säure relativ wenig Spiel, unruhig, die Elemente Süße, Säure und Alkohol stehen etwas nebeneinander.
Wein 6: 2016 Würzburger Pfaffenberg Traminer Spätlese trocken
Reifendes Grüngold, deutliches Rosen-Litschi-Aroma, sehr süßlich in der Nase, im Mund mit viel Gewicht, niederer Säure, etwas dienender Restsüße, leicht sättigend, nicht viel Länge
Wein 7: 2015 Randersackerer Sonnenstuhl Silvaner Spätlese „Holzfass“ trocken
Von diesem Wein wurden 30% für 10 Tage auf der Maische gelassen, anschließend, wie die restlichen 70 % spontan im Barrique vergoren.
Glänzendes Goldgelb, etwas Neuholz in der Nase, birnige, florale und kräuterige Noten, im Mund etwas Karamell- und Röstaromen, viel Fülle, weinige Säure, trotz des hohen Alkohol nicht brandig, aber wenig Silvaner-Typizität.
Wein 8: 2015 Würzburger Pfaffenberg Weißer Burgunder Spätlese Holzfass trocken
Für diesen Wein wurde starke Ertragsreduzierung mittels Traubenteilung im Frühjahr, grüner Lese im August und Vorlese duchgeführt, er wurde 6-12 h auf der Maische gelassen und anschließen in Barriques (davon 1/3 neu) spontan vergoren mit zweimal wöchentlicher Batonnage, und anschließendem BSA.
Dunkles Goldgelb, Nase deutlich vom Holz geprägt (eher vanillig als rauchig-röstig), etwas Anis, im Mund viel Gewicht, Alkohol durch Säure gut gepuffert, rund, weinig.
Wein 9: 2015 Silvaner Spätlese Amphore trocken
Dieser Wein wurde nach einer Woche Maischestandzeit in 250l Amphoren aus Kreta spontan vergoren und verblieb danach 9 Monate in der Amphore, wurde aber geschwefelt und filtriert (also kein klassischer Orange-Wein)
Dunkles Goldgelb, etwas rosinige Überreife und starke Karamellnote in der Nase, im Mund ganz trocken, niedere Säure, schwer aber nicht plump, allerdings sehr sattmachend.
Wein 10: 2016 Würzburger Pfaffenberg Scheurebe Kabinett
Mit Reinzuchthefen im Edelstahl bei 12-13 Grad Celsius vergoren, Gärstopp durch weitere Abkühlung.
Helles Grüngold, traubig, grünliche, grasige Aromen, im Mund zarte Süße, schöne Säure, leicht und gut
Wein 11: 2016 Thüngersheimer Scharlachberg Rieslaner Spätlese
Helles Grüngold, Nase nach Muskat und exotischen Früchten, schönes Süße-/Säurespiel, allerdings stehen diese Elemente derzeit noch etwas nebeneinander.
Wein 12: 2015 Randersackerer Pfülben Riesling Beerenauslese
Reifes Goldgelb, Nase nach Honig, exotischer Frucht, Nüsse, im Mund sehr süß, dürfte zur perfekten Harmonie noch mehr als die 8,6 g/l Säure haben, ölig, viel Geschmacksfülle, sehr lang.

Bruderschaftsmeister Dieter Ockelmann bedankte sich im Namen der Weinbruderschaft für die sehr gut zusammengestellte Probe und den kenntnisreichen und enthusiastischen Vortrag von Herrn Reiss mit einem Geschenk der Weinbruderschaft für seine Vinothek.

Verfasser: Bernd

2017_04_Weingut Reiss Probenergebnis

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Weinprobe Rotweine aus Franken vom 16.03.2017

Erstellt von Dieter am 10. Mai 2017

Der Probenbericht ist in Arbeit

 

2017_03_Rotweine aus Franken Probenergebnis

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Raritätenprobe mit Weinen vom Weingut J. B. Becker am 19.01.2017

Erstellt von Dieter am 10. Mai 2017

Bei unseren Verkostungen können wir normalerweise nur sehr junge Weine, meistens aus dem letzten Jahrgang verkosten, da die älteren Jahrgänge beim Winzer schon lange ausverkauft sind. Diese jungen, frisch gefüllten Weine sind in den besseren Qualitäten dann noch weit von ihrem Optimum entfernt. Deshalb wollten wir uns in einer Raritätenprobe an das Geschmackserlebnis herantasten, wie gut sich gereifte Wein entwickeln können.
Einer der wenigen Winzer, die noch gereifte Weine im Verkauf haben und das zu bezahlbaren Preisen, ist das Weingut H.J.Becker aus dem Rheingau.
Hans-Josef  Becker gilt als der Traditionalist unter den Rheingauer Winzern. Das Weingut hat sich auf die Rebsorten Riesling und Spätburgunder beschränkt und baut auf 11 ha im Umkreis von Walluf seine Reben biologisch an. Etwa 45.000 Flaschen werden pro Jahr produziert. Alle Weine werden spontan vergoren und reifen dann fast ein Jahr im großen Holzfass. (die Rotweine sogar bis zu 3 Jahren), d.h. die Herstellung findet immer noch auf die traditionelle Art statt. Da die Weine nicht für den schnellen Konsum gemacht sind, zeigen sich ihre Qualität und ihre Feinheiten erst nach längerer Reife.
Für unsere Raritäten-Verkostung hatten wie je einen Flight mit trocken und einen zweiten Flight mit restsüßen Rieslingsweinen vorgesehen, die aus den Jahrgängen von 1992 bis 2012 stammten.

Wir starteten mit den trocken Rieslingen und arbeiteten uns von den jüngeren zu den älteren Weinen vor. Alle diese trockenen Weine stammten aus der Lage Wallufer Walkenberg. Die Reben stehen hier auf einem nach Südwesten ausgerichtetem Hang auf tiefgründigem Lösslehm mit kiesigem Untergrund.

Die Probe begann mit dem 2012’er Riesling Wallufer Walkenberg. Während dieser Jahrgang bei anderen Winzern schon lange nicht mehr im Sortiment verfügbar ist und die einfacheren Weine auch schon ausgetrunken sein sollten, zeigte dieser Riesling noch viel Frische mit einem Hauch Reife und einer leichten Hanfnote. Da es unsere erster Wein war und dieser Weinstil für die Meisten ungewohnt war, schwankten die Einzelwertungen um 5 Punkte. (Normalerweise liegt die Schwankungsbreite bei 2,5 bis 3 Punkten)
Der nächste Wein, der 2010’er Riesling Wallufer Walkenberg. kam aus einem für die Winzer nicht einfachen Jahr, dass sich einerseits durch große Mineralik sowie Extraktwerte und andererseits durch hohe Säurewerte auszeichnete. Unser Riesling zeigte welch hohes Potential hier vorlag. Trotz seines Alters war er sehr klar und elegant mit einer leichten Citrusnote und frischer Säure. Allerdings wurde dieses extreme Geschmacksbild nicht von allen gewürdigt.
Beim 2009’er Riesling Wallufer Walkenberg war das dann einfacher, denn der Wein stammte aus einem warmen Jahr und zeigte sich deshalb viel weicher, runder und voller. Hier streuten die Einzelwertungen auch nur um 3,5 Punkte.
Ein Jahr älter war dann der 2008’er Riesling Wallufer Walkenberg, Alte Reben. Trotz seines Alters war er noch immer sehr klar, elegant und gradlinig mit feiner Säure und fester Struktur. Die Selektion aus alte Reben bewies uns, welche Qualität man aus den alten Rebstöcken erzeugen kann.
Der nächste Wein, der 2002’er Riesling Wallufer Walkenberg, war dann schon fast ein Methusalem. Für sein Alter war er aber noch erstaunlich frisch, fruchtig und fest strukturiert. Solche Raritäten zu verkosten ist ein Erlebnis, denn die meisten anderen Weißweine dieses Alters taugen nicht einmal mehr zum Kochen.
Noch einmal 10 Jahre älter war dann der 1992’er Riesling Wallufer Walkenberg. Auch er präsentierte sich noch recht frisch und hatte eine gute Struktur, aber er konnte seine leichten Reifenoten nicht verbergen und hatte auch schon etwas an Klarheit verloren. Das zeigte sich auch bei der Bewertung, denn er wurde um einen Punkt niedriger gewertet als der 2002’er. Für eine trockene Spätlese dieses Alters hatte er trotzdem eine erstaunliche Qualität.

Für die nächsten Spätlese-Weine, die jetzt alle Restsüße hatten, wechselten wir in die Lage Eltviller Sonnenberg, einer nach Süden ausgerichteten Lange. Die Böden bestehen hier aus Löss und Lösslehm mit teilweise kiesigen Einlagen, was den Weinen neben Fülle auch eine mineralische Säurestruktur verleiht.
Der 1992’er Riesling Eltviller Sonnenberg feinherb hatte durch den höheren Zuckergehalt sein Alter besser überstanden als sein trockenes Pendant. Eine zarte Reife, aber immer noch sehr klar und fruchtig.
Mit einem großen Jahrgangssprung kamen wir dann zum 2007’er Riesling Eltviller Sonnenberg. Ein Wein mit viel Frische, einer exotischen Note nach Ananas und nur zarter Reifenote.. Er wurde nur geringfügig besser benotet als der 1992’er, aber die Abweichung in den Einzelwertungen lag nur bei 3,5 Punkten.
Mit dem 2008’er Riesling Eltviller Sonnenberg folgte ein Wein aus einem klassischen Riesling-Jahr. Sehr dicht und fruchtig mit viel Säure und ausgewogener Süße. Er wurde etwas besser als sein Vorgänger bewertet, allerdings schwankten die Wertungen wieder extrem um 5 Punkte.
Der nächste Wein, der 2009’er Riesling Eltviller Sonnenberg kam aus einem wärmeren Jahr und war dadurch weicher, runder, fülliger allerdings aber auch weniger prägnant in der Säure. Er besaß nicht die brillante Frucht wie der 2008’er, aber aufgrund der weicheren, gefälligeren Art gefiel er den meisten besser und wurde deshalb höher bewertet.
Dann kam der 2010’er Riesling Eltviller Sonnenberg. Während beim trockenen Riesling viele Verkoster Schwierigkeit mit der höheren Säure hatten, erschien dieser Wein durch die höhere Restsüße deutlich weicher und runder. Gleichzeitig war er dicht, vielschichtig und elegant und zeigte ein sehr feines Süße-Säurespiel. Das verhalf ihm zu höchsten Bewertung des Abends. (Hieran kann man auch erkennen, warum die restsüßen Rieslingweine vom Rheingau vor dem ersten Weltkrieg eine so hohe Wertschätzung besaßen)
Nach diesem 2010’er Riesling hatte es der 2012’er Riesling Eltviller Sonnenberg schwer. Er war etwas breiter und fülliger, gefiel den meisten aber dennoch recht gut und wurde so der zweitbeste Riesling des Abends.
Damit war unsere Verkostung aber noch nicht beendet. Herr Becker hatte uns als Bonus noch einen 2009’er Spätburgunder Wallufer Walkenberg geschenkt.
Für einen deutschen Spätburgunder zeigte er sich sehr klar und frisch, ohne breite, vollreife, pflaumiger Noten. Diese Qualität hatte kaum einer erwartet und so bekam er die zweitbeste Bewertung bei gleichzeitig der kleinsten Abweichung der Einzelwertungen.

Damit endete ein Abend der hoffentlich unseren Horizont für gereifte Weine deutlich erweitert hat. Dass diese Weine nicht einfach zu probieren waren, zeigte sich daran, dass wir bei keiner anderen Probe so große Abweichungen zwischen den Einzelwertungen hatten. Vielleicht sollten wir deshalb Raritätenproben wiederholen, um zu zeigen, wie gut Riesling-Weine altern können.

Für die Moderation möchten wir unserem Weinbruder Bernd Kögler danken.

Verfasser: Dieter

2017_01_Raritätenprobe JB Becker Probenergebnis

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Weinprobe Sizilien am 15.12.2016

Erstellt von Dieter am 10. Mai 2017

Das regionale Landwirtschafts-Institut IRVOS unterteilt die Insel mit ihren kleinen Weinbauinseln Lipari, Salina oder Pantelleria in 17 Territorien.
Doch sind dies namentlich nicht die DOP-Weinbaugebiete, sondern übergeordnete, geografische Bezeichnungen wie Terre Sicane oder Nebrodi. Das Ganze lässt sich in einem ersten Schritt auf drei kulturell, landschaftlich, historisch und produktionstechnisch maßgebliche Weinwelten reduzieren:
den Westen mit den Orten Palermo, Trapani, Marsala
den Südwesten mit Agrigento, Menfi, Noto, Syracusa
und den Osten mit Messina und dem Etnagebiet.

Auf alle Regionalgebiete näher einzugehen, würde den Rahmen dieses Proben­berichts sprengen.

Karte der Weinanbaugebiete
(mit freundlicher Genehmigung von Weinwelten,  http://www.wein-welten.com)

 

 

 

 

 

 

Die Rebfläche wird in einer Quelle mit ca. 200.000 ha (d.h. Weintrauben 179.000 ha, Tafeltrauben & Rosinen 21.000 ha), in einer anderen mit 112.700 ha angegeben. Diese Diskrepanzen sind uns auch schon bei anderen italienischen Weinbaugebieten begegnet.
Auf jeden Fall ist die Rebfläche grösser bzw. erheblich grösser als die von ganz Deutschland (ca. 102.000 ha).
Die Gesamt-Produktion wir mit ca. 10 Mio. hl angegeben, das entspricht in etwa der deutschen Weinproduktion (10-Jahresmittel 9,25 Mio hl)
Sizilien ist mit der Insel Pantelleria und den Liparischen Inseln die größte Weinanbauregion Italiens. Der Anteil an der italienischen Weinproduktion beträgt ca. 15 %.
Jahrzehntelang wurde hauptsächlich Menge produziert, aber immer mehr Winzer erkennen das Potenzial Ihrer Weine und setzen auf Qualität statt Quantität. Da das Geschäft mit den anonymen Massenweinen zusammengebrochen ist, setzt die neue Generation auf Qualität.
Meist sind die Weingüter in Familienbesitz, neben Wein werden oft auch Oliven angebaut und nicht selten gehören auch Schafe und Ziegen zu einer Azienda. Heute sind die Söhne und Töchter der Weinerzeuger gut ausgebildet, hoch motiviert und wollen zurecht beweisen, dass Sie im Gegensatz zu Ihren Vätern auch Spitzenweine produzieren können – seit Juli 2005 gibt es sogar den ersten DOCG-klassifizierten Wein auf Sizilien. Noch sind DOC-Weine aber eher selten (nur ca. 3 % der Gesamt-Rebfläche), zudem ist diese Auszeichnung für die „Jungen“ kein Muss, da IGT Weine in Italien aus einen sehr guten Ruf genießen.
Es gibt derzeit
1 DOCG Gebiet
23 DOC/DOP Gebiete, darunter auch die DOP „Sicilia“ in allen Regionalgebieten
7 IGT Weine

Rebsorten auf Sizilien
Trotz des heißen und trockenen Klimas auf Sizilien gibt es deutlich mehr Weißwein als Rotwein. Dafür ist der Marsala verantwortlich, der den sizilianischen Weinmarkt historisch dominierte. Seit Mitte der 1990er Jahre ist jedoch der Rotweinanteil gewachsen, auch weil die einheimischen und neu angekommenen Weingüter internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah gepflanzt haben. Diese Neupflanzungen befinden sich fast alle im Inselwesten in Reichweite der Hauptstadt Palermo.
Die bekannteste und beliebteste Rebsorte ist der Nero d’Avola. Zahlreiche andere traditionelle oder autochthone Rebsorten wie Zibibbo, Catarratto, Grillo, Frappato, Perricone, Carricante oder Inzolia werden heute unter ihrem Namen ausgebaut und sind zusammen mit der Nennung der bekannter werdenden Anbaugebiete (z.B. Etna) Symbol für die Vielfalt der Weinregion Sizilien.
An nicht sizilianischen Sorten bringen vor allem der aus der Toskana stammende Trebbiano sowie der französische Chardonnay und der rote Cabernet Sauvignon gute Resultate bzw. wertet die heimischen Tropfen auf.
Eine Klasse für sich sind die sizilianischen Dessertweine, allen voran der berühmte Marsala. Der Moscato, der Passito di Noto und der Malvasia di Lipari sind ebenfalls süße Weine, die in einem aufwendigen Herstellungsverfahren gewonnen werden.
Weißweine:
Bei Weißwein ist Catarratto wegen des reichen Ertrags die wichtigste Rebsorte. Aus ihr werden frische, oftmals aber etwas neutrale Weine gekeltert.
Von Bedeutung sind zudem die süßen, aromatischen Inzolia und Grillo – die klassischen Trauben für den Marsala.
Catarratto
Vor allem die Briten förderten den Aufstieg des in der Regel aufgespriteten Süßweins Marsala.
Dieser Run ist schon lange vorbei, die Traube Catarratto, der Hauptbestandteil des Weins, aber noch immer in Massen vorhanden. Viele Winzer bauen mittlerweile trockene Weine an.
Von der Sorte Catarratto etwa gibt es große, ertragreiche Anbauflächen. Sizilien, insbesondere die DOC-Region Etna, erzeugt mehr davon als die Weißweinregionen Südtirol, Trentino und Friaul zusammen. Aktuelle statistische Erhebungen gibt es nicht. Nach Schätzungen stehen etwa 40.000 Hektar unter Catarratto-Reben.
Mit Hilfe der kühlen, der Frucht dienlichen Gärung ergibt der Catarratto einen fruchtigen Weißwein.
Grillo
Recht gut hingegen verträgt die ehemalige Marsala-Rebsorte Grillo die Hitze, wes­halb dieser als trockener Weißwein von einigen Kellereien erfolgreich im Markt positioniert werden konnte. Andere Weingüter arbeiten lieber mit Insolia (Synonym Ansonica) oder dem Grecanico. Ein einheitliches Bild von sizilianischen Weißweinen existiert aber nicht – außer dass sie aus einer heißen Erde stammen.
Inzolia
Die weiße Rebsorte Inzolia oder auch Ansonica stammt aus Sizilien, von wo sie auch nach Sardinien und in die Toskana gelangte. Heute wird die Weißweinrebe unter der Bezeichnung Inzolia in Sizilien und unter dem Namen Ansonica in der Toskana angebaut.
Typischerweise ergibt sie Sorte trockene, aromatische Weine mit schöner Nussnote. Da es den Weinen manchmal an Säure mangelt, werden sie gerne als Verschnitt­partner verwendet, vor allem Cuvées mit Catarratto Bianco sind äußerst beliebt. Aber auch im Verschnitt mit Grillo macht sie eine gute Figur.

Rotweine

Nerello
ist die rote Traube des Ätna. Da sie sehr helle, würzige Weine mit viel Gerbstoff ergibt, kommt sie nur selten sortenrein in die Flasche.
Frappato
wird hauptsächlich im Südosten angebaut und ist die Grundlage für bouquetreiche Tropfen.
Alicante
ist eine aus Spanien stammende Rebsorte. Er hat nach der Reifung eine rubinrote Farbe mit violett bis granatroten Reflexen, einen Duft von reifen roten Früchten und Gewürzen und einen Nachgeschmack nach Mandeln.
Etna Rosso
Schon die griechischen Einwanderer bauten an den Hängen des Vulkans Wein an. Die landwirtschaftlichen Prioritäten verschoben sich dann aber in der Neuzeit zu Ungunsten des Weinanbaus am Ätna.
Klimabedingt setzt man für Rotweine auf die Rebsorten Nerello Mascalese und Nerello Cappuccio, die hier traditionell beheimatet sind, auch nur hier wachsen und sich den harten Bedingungen angepasst haben.
Außerhalb von Sizilien ist der Etna Rosso noch wenig bekannt. Das liegt daran, dass nur einige Betriebe auf hochwertigen Flaschenwein setzen und somit nur kleine Mengen auf den Markt kommen.
Nero d’Avola
Bis Ende des letzten Jahrhunderts wurde Nero d’Avola auf Sizilien fast ausschließlich als einfacher Verschnittwein gekeltert, der vor allem möglichst viel Ertrag liefern sollte.
Die Erfolgsstory des Nero d’Avola begann Anfang der 1990er Jahre, als die neu erblühte sizilianische Weinszene das Potenzial der heimischen Rebsorten entdeckte. Nero d’Avola wird oft im Verschnitt mit Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah aber zunehmend auch sortenrein ausgebaut.
Der Wein ist meist tiefdunkel (daher der Name „Nero=Schwarzer“) und konzentriert, ohne dass ihm die notwendige Säure fehlt. Besonders um Avola und die Barockstadt Noto herum und in der weiteren Region versprühen die Weine Aromen von Kirschen, Brombeeren, Pflaumen. Dazu gesellt sich eine mediterrane Kräuterwürze, auch ein wenig Pfeffer. Der Wein ist auch leicht gekühlt bei hochsommerlichen Temperaturen ein Genuss.
Cerasuolo di Vittoria
In der Nähe von Ragusa und der Stadt Vittoria wird der Cerasuolo di Vittoria (der einzige DOCG) erzeugt – benannt nach der kirschroten Farbe des jungen Weins. Er ist ein aparter, fruchtbetonter Rotwein mit einem angenehmen Säurespiel.
Erzeugt wird er aus den Rebsorten Nero d’Avola (mind. 50…70 %) und Frappato (höchstens 30…50 %). Besonders der Frappato verleiht diesem Wein mit seiner präsenten Säure ein ansprechendes Fruchtspiel und die Eleganz, an der es so manchen Rotweinen des Südens mangelt.

Wir konnten in unserer Probe folgende Weine verkosten:
1 Spumante,
1 Blanc de Noir,
3 Weissweine,
7 Rotweine und
1 Marsala.

Um damit in etwa das Spektrum der sizilianischen Weine abzudecken wurden die wichtigsten autochthonen Rebsorten der weißen und roten Weine Siziliens vor­gestellt.

Da wir die Rebsorten nicht kannten, war eine Aussage, ob ein Wein „typisch“ war, nicht möglich, auch wenn gelegentlich als Verschnittpartner bei den Weißweinen Chardonnay und bei den Roten Syrah auftaucht. Den Marsala (Nr. 13) bewerteten wir in dieser Probe nicht, da uns jeder Vergleich fehlte.

Wein Nr. 1:    Feudi die Bardonaro Jolie “, Spumante, extra dry (ohne Jahrgang)
Casa Vinicola Firriato, Pacco
Rebsorten:    Grillo, Inzolfa, Zibibo
Der Schaumwein präsentierte sich neutral und gefällig ohne besondere Fruchtigkeit.
Die Wertungen lagen zwischen 13,0 und 17,0 Punkte, klafften also mit 4 Punkten Unterschied ziemlich weit auseinander und ergaben einen Mittelwert von 14,26 Punkten.
Zum Weingut:  Casa Vinicola Firriato: 300 Hektar Land, davon 200 Hektar bestockt mit besten Rebanlagen.

Wein Nr. 2:   2015 „Bianco di Morgante”, IGP
Morgante Soc.Agr, Grotte, Agrigento
Rebsorte:      Nero d’Avola
Dieser Blanc de Noir, (ital. Bianco del Uve Nero) war etwas belanglos mit wenig Frucht.
Bei Wertungen zwischen 12,5 bis 14,5 Punkten waren wir uns ziemlich einig, was statistisch zu einem Mittelwert von 13,76 Punkten führte.
Zum Weingut:  Rebfläche: 52 Hektar, Jahresproduktion: ca. 310.000 Flaschen, Konventioneller Anbau

Wein Nr. 3:    2015 „Regaleali Bianco “, Sicilia DOC
Tasca d’Almerita, Tenuta Regalali, Sciafani Bagni
Rebsorten:    Inzolia (38%), Grecanico (30%), Cataratto (19%), Chardonnay (13%)
Ein Wein mit schöner, leichter Säure (“Kabinett-Typ”), etwas Citrus-Noten und zarterer Frucht.
Auch hier lagen wir in unseren Wertungen zwischen 13,0 und 15,0 Punkten recht nah zusammen. Im Durchschnitt ergaben sich 13,87 Punkte.
Zum Weingut:  Tasca d’Almerita ist ein 460 ha großes sizilianisches Weinbauimperium im Familienbesitz mit Sitz in Sclafani Bagni, das 1830 von Lucio Tasca gegründet wurde.

Wein Nr. 4:    2015 „Angimbé“, IGT
Cusomano, Tenuta Ficuzza, Piana degli Albanese (PA)
Rebsorten:    70% Inzolia, 30% Chardonnay
Verblüffenderweise wies der kräftige und füllige Wein grasige Sauvignon-blanc –Noten auf.
Mit 2,5 Punkten Differenz lagen wir auch hier bei Wertungen zwischen 13,5 und 16,0 Punkten noch ziemlich beieinander, wobei als Schnitt 14,66 Punkte herauskamen.
Zum Weingut: Aktuell erstreckt sich das Imperium Cusumano auf stolze 517 ha eigener Weinberge und produziert zwei Weinlinien:.
eine Basis-Linie mit Mono-Rebsortenweine, aus autochthonen Rebsorten hergestellt und auf Fruchtigkeit vinifiziert (Alcano Insolia, Nero D’Avola, Merlot, Syrah),
und eine zweite Linie der Lagenweine, die – durch die alten Namen inspiriert, nach den verschiedenen Weinbergen benannt wurden (Angimbé, Jale, Benuara, Sagana, Noa Cubia).

Wein Nr. 5:    2015 „Cavallo delle Fate “, Grillo Sicilia, DOC
Tasca d’Almerita, Tenuta Regalali, Sciafani Bagni
Rebsorte:      100% Grillo
Dieser Wein mit recht angenehmer Nase wurde ähnlich wie sein Vorgänger bewertet.
Die Wertungen lagen zwischen13,0 und 15,0 Punkten schwerpunktmässig eher am oberen Wert, sodass sich auch hier 14,66 Punkte ergaben.
Zum Weingut:  siehe Nr. 3

Wein Nr. 6:    2015 „Etna “
Planeta, Cantina Feudo di Mezzo, Castiglione (CA), DOC
Rebsorte:      Carricante
Ausbau:         Barrique und Edelstahl
Der letzte Weißwein der Probe zeigte Mineralik und leichte Räucheraromen bei wenig Säure.
Er wurde kontrovers mit Werten zwischen 11,0 und 16,0 Punkte, also einer Kluft von 5,0 Punkten Differenz bewertet. Man mag derartige Geschmacksnoten oder nicht. Das wurde hier ganz offensichtlich. Daher sagt der Durchschnittswert von 14,71 Punkten in diesem Fall relativ wenig aus.
Zum Weingut:  Die Familie Planeta blickt seit 1500 im Gebiet zwischen Sambuca di Sicilia und Menfi auf eine lange Tradition in der Landwirtschaft zurück, die durch 17 Generationen hindurch vererbt wurde. Ihre Familienkellerei Planeta betreibt sechs Weingüter mit 363 h Rebflächen.
Mit dem nächsten Wein kamen wir zu den Rotweinen:

Wein Nr. 7:    2013 „Regalali Nero d’Avola”, IGT
Tasca d’Almerita, Tenuta Regalali, Sciafani Bagni
Rebsorte:      100% Nero d’Avola
Ausbau:         In Eichenholzfässern aus Slowenien zu 30 hl und 60 hl, und 5% der Fässer aus französischer Eiche Allier und Tronçais zu 300 l im zweiten Durchlauf für 6 – 8 Monate; in der Flasche für etwa 2 Monate
Bei schöner Fruchtnase präsentierten sich die Tannine etwas kantig.
Das führte mit 3,5 Punkten zu stärkerem Auseinanderklaffen der Einzelwertungen zwischen12,5 und immerhin 16,0 Punkten, was einen Schnitt von 14,24 Punkten ergab.
Zum Weingut: siehe unter Nr. 3

Wein Nr. 8:    2014 „Benuara “, IGT
Cusomano, Tenuta Ficuzza, Piana degli Albanese (PA)
Rebsorten:    70% Nero d’Avola, 30% Syrah
Ausbau:         Malolaktische Gärung im Edelstahl, Reifung 80% im Edelstahl, 20% in großen Holzfässern
In der Nase recht zurückhaltend präsentiert sich diese Cuvée mit adstringierenden Tanninen, was wohl auch der Grund für die mit 4,5 Punkten ziemlich weit auseinanderklaffenden Wertungen zwischen 12,0 und 16,5 Punkten war. Den Durchschnittswert mit 14,79 Punkten muss man unter diesem Gesichtspunkt sehen.
Zum Weingut: siehe unter Nr. 4

Wein Nr. 9:    2015 „Il Passo “, IGT
Vigneti Zabù srl, Sambuca di Sicilia (AG)
Rebsorten:    Nerello Mascalese (85%), Nero d’Avola (15%)
Ausbau         Die hoch reifen Trauben werden eingemaischt und nach ca. 15 Tagen Maischegärung gekeltert. Danach reift der Wein für 6 Monate in kleinen Barrique-Fässern. Nach weiteren 3-4 Monaten kommt er in die Flasche.
Der Il Passo Nerello Mascalese Nero d’Avola leuchtet mit einem purpurroten fast schwarzen Kern im Glas. Neutral in der Nase, aber mit Frucht im Mund verkostete sich dieser Barriquewein.
Er war insgesamt gefälliger, was zu einer gleichmässigeren Wertung mit nur 2,5 Punkten Abweichung zwischen 14 und 17 Punkten bei einem Durchschnitt von 15,47 Punkten führte. 17 Punkte war die höchste Bewertung der Probe, den auch die Weine Nr. 11 und 12 erreichten.
Zum Weingut: Es befindet sich im West-Teil der Insel, in der Provinz Agrigento in der Gemeinde Sambuca di Sicilia, nahe des Lago Arancio und umfasst etwa 30 ha.

Wein Nr. 10: 2014 „Alta Mora Etna Rosso“, DOC
Cusomano, Tenuta Ficuzza, Piana degli Albanese (PA)
Rebsorte:      Nerello Mascalese
Etwas alkoholbetont zeigte sich dieser Rebsortenwein. Er verkraftet das Barrique besser als sein Vorgänger. Auch er wurde ziemlich homogen mit nur 2 Punkten Differenz zw. 14,5 und 16,5 Punkten mit einem Mittelwert von 15,42 Punkten bewertet.
Zum Weingut: siehe unter Nr. 4

Wein Nr. 11: 2012 „Impari “, IGT
Vigneti Zabù srl, Sambuca di Sicilia (AG)
Rebsorte:      Nero d’Avola
Ein Wein mit Fülle und Kraft, leichter Alkoholsüße, etwas dick, mit Gewürznoten und war 8 Monate im Barrique. Kein Wunder, dass hier die Meinungen auseinandergingen.
Einige lehnten ihn fast ab und gaben nur 12,5 Punkte, andere griffen zu 17,0 Punkten (also 4,5 Punkte Unterschied), weil sie diese Weinart mögen. Im Durchschnitt ergab das 15,68 Punkte.
Zum Weingut: siehe unter Nr. 9

Wein Nr. 12: 2015 „Don Antonio“; DOC
Morgante Soc.Agr., Grotte, Agrigento
Rebsorte:      Nero d’Avola
Ausbau:          Der Most bleibt für 20 Tage auf der Maische. Danach wird der Nero D´Avola für 12 Monate in 225 L Fässern ausgebaut, gefolgt von weiteren 12 Monaten in der Flasche.
Der letzte Rotwein der Probe zeigt uns eine betörende Nase. Auch er war von einer großen Fülle geprägt, zusätzlich gerundet durch 12 Monate im Barrique, das gut eingebunden war.
Hier waren die Unterschiede in der Bepunktung nicht so stark wir beim Vorgängerwein.
14,0 Punkte als Unterwert und 17,0 Punkte als Oberwert, also nur 3 Punkte Unterschied, zeigten, dass er eigentlich fast allen gefiel. Dennoch ergab sich nur ein mit 15,76 Punkten unwesentlich höherer Durchschnittwert.
Zum Weingut:  siehe unter Nr. 2

Wein Nr. 13: “Marsala Fine I.P.” ( ohne Jahrgang)
Carlo Pellegrino & C. S.p.A., Marsala (TP)
Rebsorte       Grillo, Cataratto, Inzolia
Ausbau:        Ein Jahr im Eichenholzfass gelagert.
Marsala war über 200 Jahre lang einer der berühmtesten Weine Siziliens. Er wurde in jüngerer Zeit immer weniger nachgefragt, sodass sein Fortbestand gefährdet war. Bisher gibt es wenig Anzeichen, dass sich der Absatz dieses aufgespriteten Weins mit 17 Vol. % Alkohol erholt.
Dieser Marsala war der krönende Abschluss unserer Probe.
Wie oben schon gesagt, wurde er nicht bewertet. Es wäre sicherlich reizvoll, ihn mit anderen vergleichbaren angereicherten Weinen wie Portwein, Madeira oder Sherry sowie franz. Vins doux naturelles zu verkosten. Für uns sicher eine Herausforderung.
Wie auch bei der Kalabrien-Kampanien-Probe zeigt diese Sizilien-Probe, dass süditalienische Weine für uns ein schwieriges Terrain sind, da sie unserem gewohnten Geschmacksbild nicht unbedingt entsprechen. Man mag sie oder mag sie nicht. Anders sind Wertungsdifferenzen von bis zu 5 Punkten nicht zu erklären. Bei Verkostungen deutscher Weine sind es selten mehr als 2 manchmal 3 Punkte Unterschied in den Wertungen der einzelnen Teilnehmer.
Die oft blumigen Weinbeschreibungen der Händler und Produzenten konnten wir nicht immer nachvollziehen.

Verfasser: Wilfried

2016_12_Sizilien Probenergebnis

 

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Externe Termine 2017

Erstellt von Dieter am 22. Januar 2017

Stand: 20.01.2017

22. – 24.01.2017
26. Weinforum Mosel, Trier
www.weinforum-trier.de/

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23.01.2017
VdP Große Gewächs-Tour,  Baden, Mosel
Düsseldorf Hotel Interconti  (13:30 – 17:30 Uhr)
www.vdp.de/

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06.02.2017
VdP Große Gewächs-Tour in Köln Ahr, Nahe, Pfalz, Rheinhessen (13:30 – 17:30 Uhr) Hotel Ernst
www.vdp.de/
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29-31.01.2017
Vinisud,  Montpellier
www.vinisud.com/

25. – 27.02.2017
Salon des Vigneronns Independats, Straßburg, Parc des expositions du Wacken
https://www.vigneron-independant.com/salons

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22.02. – 12.03.2017
20.Rheingau Gourmet & Wein Festival
www.rheingau-gourmet-festival.de/

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11.-12.03.2017
Internationales Spätburgunder Symposium, Bad Neuenahr
www.spaetburgunder-symposium.de/

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16. – 18.03.2017
Bozner Weinkost, Schloß Maretsch
www.suedtiroler-weinstrasse.it/deutsch/aktuelle-veranstaltungen/bozner-weinkost.html

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18. – 19.03.2017
Wein Salon Natürel, Köln, Jack in the Box, ab 11:00 Uhr
www.weinsalonnaturel.com/

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18.03.2017
BioWein Tastival, Düsseldorf, Industrieclub (11 – 18 Uhr)

www.sommelier-consult.de/biowein-tastival/

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19. – 21.03.2017
ProWein, Düsseldorf
www.prowein.de/

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23.03. – 06.04.2017
Wachau Gourmetfestival

www.wachau-gourmet-festival.at/

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24. – 25.03.2017
Weingenuss Krems
www.weingenusskrems.at/

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01. – 02.04.2017
Köln Wein (Sa 12 – 20 Uhr, So 12 – 18 Uhr)
www.koelnwein.com

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01. – 02.04.2017
Baden-Württemberg Classics im Landschaftspark Duisburg
(11 – 18 Uhr)
www.bwclassics.de/
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01. – 02.04.2017
Wein am Dom – das Weinforum der Pfalz, Speyer
www.pfalz.de/wein-am-dom/

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01.04.2017
Große Weinprobe der WeinSteigWinzer, Leutesdorf, (14 – 18 Uhr)
www.leutesdorf-rhein.de.
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02.04.2017
Präsentation Ahrwein, Köln, Hotel Ernst (14 – 18 Uhr)
www.ahrwein.de/

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08. – 09.04.2017
Summa 17, Magreid, Cason Hirschprunn
www.summa-al.eu/

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09. – 12.04.2017
VinItaly, Verona
www.vinitaly.com/

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10.04.2017
Frühburgunderforum im Kloster Marienthal (12 – 17 Uhr) Eintritt 30,00 €
www.ahrwein.de/de/events/fruehburgunder-forum/

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22.04.2017
Tag der offenen Weinkeller an der Ahr   (11 – 18 Uhr)
www.ahrwein.de/de/events/tag-der-offenen-weinkeller/
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30.04.2017
Mittelrheinischer Weinfrühling am Bopparder Hamm

www.weinwanderung.net/
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23. – 24.04.2017
Mainzer Weinbörse
www.vdp.de/

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28.04. – 07.05.2017
Rheingauer Schlemmerwochen
www.rheingau.de/veranstaltungen/feste/schlemmerwochen/

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29.04. – 01.05.2017
LagenKOSTbar, Forst (11 – 21 Uhr)
www.vdp-pfalz.de/

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06.05. – 08.05.2017
Südtiroler Blauburgundertage in Neumarkt
www.blauburgunder.it/

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06. – 7.05.2017
Badische Weinmesse, Offenburg
www.badische-weinmesse.de/

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07.05.2017
Wein im Schloss, Koblenz  (10-17 Uhr)
www.wein-im-schloss.de/

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14.05.2017
Kulinarisches Weinerlebnis mit Wanderung, Leutesdorf (11 – 19 Uhr)
www.leutesdorf-rhein.de/

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07.05.2017
Jahrgangspräsentation VDP Franken, Würzburg
www.vdp.de/
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02. – 06.06.2017
Weinmarkt der Ahr, Ahrweiler (Sa ab 14 Uhr, So,  Mo ab 11 Uhr)
www.ahrwein.de/de/events/weinmarkt-der-ahr/

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17.05 – 28.05.2017
Kölner Weinwoche auf dem Heumarkt  (11:00 – 22:00 Uhr)
www.koelner-weinwoche.de/ .

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25.05.2017
Gutedeltag zwischen Staufen und Müllheim (10:00 m- 18:00 Uhr)
www.markgraefler-wein-ev.de/gutedel-tag /

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16. – 18.06.2017
Weintage der Südlichen Weinstraße, Landau
www.suedlicheweinstrasse.de/

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28.05.2017
Jahrgangspräsentation VDP Franken, Nürnberg
www.vdp.de/
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28.05.2017
Ihringer Weinkost
www.vdp.de/
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07.06.2017
Jahrgangspräsentation Bernkasteler Ring, Kloster Machern
www.bernkasteler-ring.de/
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09. – 11.06.2017
Mythos Mosel  ca. 100 Weinguter stellen zwischen Thörnich und Piesport ihre Wein vor

www.mythos-mosel.de/

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10. – 11.06.2017
Weinpräsentation am Roten Hang, Nierstein
www.roter-hang.de/

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17.06.2017
Wein im Park. Im Jugendstilpark in Bad Sobernheim stellen rund 20 renommierte Weingüter der Region ihre Weine vor
www.bollants.de/

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?.06.2017
Jahrgangspräsentation der VDP Betriebe Ahr, Nahe und Rhein­-hessen, Mainz (Rheingoldhalle, 12 – 16 Uhr)
www.vdp.de/

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10.07.2017
Jahrgangspräsentation VDP Baden, Baden Baden
www.vdp.de/
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11. – 20.08.2017
Rheingauer Weinwoche in Wiesbaden
www.wiesbaden.de/weinwoche/

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24. -27.08.2017
WeinSommer in Aachen (Katschhof)
www.weinsommer.de/aachen/
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26. – 28.08.2017
SaarRiesling Sommer
www.saar-riesling-sommer.de/

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?.08.2016
Lagenweine Rheinhessen, Mainz
www.rheinhessen.de/

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?.09 2017
Jahrgangspräsentation Selection Rheinhessen, Mainz
(Handwerkskammer Rheinhessen; 17 – 20 Uhr)
www.rheinhessenwein.de/

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?.09 2017
Präsentation Grosses Gewächs, Berlin
www.vdp.de/

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?.09.2017
Jahrgangspräsentation Württemberg,  Stuttgart
www.vdp.de/

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?.09.2017
Meisterwerke der Mosel Weinpräsentation, Trier
www.vdp.de/
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?.09.2017
Versteigerung Großer Ring, Trier,
www.vdp.de/

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15.09.2017
Verkostung Große Gewächse Pfalz, Ludwigshafen,
www.vdp.de/

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16.09.2017
Versteigerung VDP Rheingau, Kloster Eberbach,
www.vdp.de/

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17.09.2017
Versteigerung VDP Nahe – Ahr, Bad Kreuznach, Römerhalle,
www.vdp.de/

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?.09.2017
Versteigerung Bernkasteler Ring,Trier
www.bernkasteler-ring.de/auktionen/

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17.09.2017
Riesling – was sonst ? Jahrgangspräsentation der Spitzengüter der Terassenmosel, Kobern Gondorf, Schloß Liebieg (14 -18 Uhr)

www.koeche-und-winzer.de/

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?.09. 2017
11.Tafelrunde Klitzekleiner Ring, Traben Trarbach,
www.klitzekleinerring.de/

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22. – 24.10.2017
Weinforum Rheinhessen, Mainz (Rheingoldhgalle;
Fr 15  – 21, Sa 14  – 21, So 11  – 18)
www.weinforum-rheinhessen.de/

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10.-12.11.2017
Forum Vini, München im MOC
www.forum-vini.de/
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10.-12.11.2017
WeinDüsseldorf, Düsseldorf, Hotel Interconti (Sa 11 -19 Uhr, So 12-18 Uhr)
www.weinduesseldorf.de/
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25.11.2017
2.Ahrweinmesse. Bad Neuenahr, (14 – 19 Uhr)

www.ahrwein-messe.de/

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Weinprobe mit dem Weingut Matthias Müller, Spay am 19.05.2016

Erstellt von Dieter am 15. Dezember 2016

Bei unserem Thema Mittelrhein haben wir uns sehr gefreut, dass Matthias Müller persönlich gekommen ist, um seine Weine vorzustellen.
Weingut Matthias Müller Eingang
Das Weingut hat eine etwas 300 Jahre alte Geschichte und auch Zeiten erlebt, wo die Weine vom Mittelrhein noch hoch angesehen waren.
Wie damals üblich war das Weingut ein Gemischtbetrieb, der damals besonders mit dem Anbau der Mittelrhein-Kirschen sein Geld verdiente. Durch die billigere Konkurrenz aus Italien oder der Türkei, lohnte sich Ende der 70‘er bis Anfang der 80‘er Jahre der Anbau nicht mehr und man stellte komplett auf Weinbau um. Ende der 70‘er Jahre hatte das Weingut 2,5 bis 3 ha Rebfläche, die dann kontinuierlich erweitert wurde. Anfang der 90’er Jahre war die Fläche auf etwa 9 ha gestiegen, heute liegt sie bei ca. 19 ha, alles in schwer zu bearbeitenden Steillagen. Die meisten Rebanlagen sind im Bopparder Hamm mit den Einzellagen Engelstein, Feuerberg, Mandelstein und Ohlenberg. Vor 7 bis 8 Jahren konnten dann auch noch mit dem Engehöller Goldemund und Bernstein, so wie dem Oberdiebacher Fürstenberg Lagen im Süden von Boppard erworben werden. 1999 hat Matthias Müller das Weingut von seinen Eltern übernommen und wird inzwischen von seinem Sohn Johannes, der in Geisenheim studiert, unterstützt. 2007 wurde das Weingut in den VDP aufgenommen und 2012 kürte der Weinführer Gault Millau Matthias Müller zum Winzer des Jahres. Er ist der einzige Winzer am Mittelrhein, den der Weinführer mit 4 Trauben auszeichnet. 2012 war noch ein weiterer Erfolg zu vermelden: der Kellerneubau mit Kelteranlage, Flaschenlager und moderner Vinothek konnte in Betrieb genommen werden.
Bopparder Hamm
Da in den Steillagen etwa 700 Std / ha Arbeitsaufwand für die Bearbeitung notwendig sind, hat das Weingut viele maschinelle Arbeiten an einen Lohnunternehmer ausgelagert. So z.B. die intensive Laubarbeit, um die Traubenzone schon frühzeitig zu entblättern und die Trauben abzuhärten.
Der Rebsortenspiegel besteht zu 90% aus Riesling, daneben sind noch Burgundersorten vorhanden:  6% Grauburgunder, 2% Weissburgunder und 2% Spätburgunder, letzterer wird aber nur als Blanc de Noir ausgebaut. Dem Most werden 6 – 10 Std. Maischestandzeit gegönnt, die Basisqualitäten werden dann mit Reinzuchthefe, die hochwertigeren Weine spontan vergoren. Der Restzucker der trockenen Weine wird mit 6 – 8 g/l an der oberen Grenze gehalten, um die Säure zu puffern und die Frucht herauszustellen. Bei den feinherben Weinen liegt der Restzucker bei etwas mehr als dem doppelten Säurewert.

Nun zu den verkosteten Weinen:

1          2015 Riesling „Rheinschiefer“, QW, trocken
Dieser Wein ist der trockene Gutswein der mit Lebendigkeit und mineralischer Fruchtigkeit, mit viel Pfirsich und Grapefruit und einer feinen Säure besticht. Ein idealer Sommerwein mit einem sehr guten Preis / Leistungsverhältnis .

2          2015 Weissburgunder Bopparder Hamm, QW, trocken
Weissburgunder ist neu im Rebsortiment und 2014 war die erste Ernte. Der Wein ist fruchtig und saftig, und stellt in der Säure das weichere Gegenstück zum Riesling das. Ausgebaut wurde er nur im Stahl

3          2015 Riesling   Bopparder Hamm, Alte Reben, QW, trocken
Hier hatten wir einen dichten, eleganten, zart mineralischen und sehr exotischen Riesling vor uns von etwa 40 Jahre alte Reben. Durch das höhere Alter und die dadurch tieferen Wurzeln sind die Rebstöcke nicht so empfindlich für Trockenstreß, können mehr Mineralien aus dem Boden aufnehmen und bringen fast jedes Jahr das gleiche Mostgewicht. Leider kam es durch ESCA zu etwas 10% Ausfall bei den Reben.

4          2015 Riesling   Bopparder Hamm Mandelstein,   „Riesling S“, QW, trocken
Ein fruchtiger, eleganter, zart mineralischer Riesling der sich etwas runderer, weicherer als die alten Reben gibt. Die Reben stehen auf fein verwittertem Schiefer mit eingelagerten Kiesel-Gallen. Das „S“ im Namen steht für die Spätlese-Qualität des Leseguts.
MM Steilstück
5          2015 Riesling   Bopparder Hamm, „Steilstück“, QW, trocken
Im Gegensatz zu den anderen Riesling-Weinen wirkt er etwas kantiger, zeigt mehr Säure und einen Hauch Spontan-Vergärungsnoten. Er ist noch recht verschlossen, hat aber ein gutes Potential und braucht sicher nur mehr Zeit zum Reifen.
Die Trauben stammen aus sehr steilem Weinberg, (daher der Name Steilstück) und der Wein ist teilweise spontanvergoren. Im letzten Jahr hieß er noch “Steil vor Lage“. Da die Weinkontrolle Probleme mit dem Wortspiel hatte, musste der neue Wein einen neuen unverfänglicheren Namen bekommen.
 

6          2015 Riesling Bopparder Hamm Ohlenberg,   „Riesling S, Edition MM“, QW, trocken
Ein langer Name für einen Riesling, aber die Edition MM verdient ihn, denn sie ist immer der beste trockene Riesling des Jahrgangs, sozusagen der “kleine Bruder” vom Großen Gewächs nach VDP. Dieser Wein braucht sich vor keinem Großen Gewächs zu verstecken. Ein dichter, zart mineralischer, eleganter und harmonischer Riesling mit einem sensationell günstigen Preis für diese Qualität..

Drei feinherbe Weine folgten. Bei ihnen liegt der Restzucker bei etwa dem doppelten Säurewert, sodass die Süße die Säure gut kompensieren und so zum Trinken animiert.

7          2015 Riesling   Bopparder Hamm, QW, feinherb
Der erste Vertreter dieser Gruppe, der ein etwas herberes Bukett, aber auch eine runde, saftige Frucht mit zarter Süße zeigte

8          2015 Riesling Schloss Fürstenberg, Spätlese, feinherb
Es war der einzige Wein aus dieser Lage. Durch den anderen Boden und dadurch, dass es sich hier um einen kleinbeerige Riesling-Klon handelt, hat der Wein eine deutlich andere Aromatik und zeigt auch mehr Finessen als der feinherbe Riesling aus dem Bopparder Hamm.
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9          2015 Riesling Bopparder Hamm Mandelstein,  „Edition MM“, Spätlese  feinherb
Auch bei den feinherben Weinen kennzeichnet „Edition MM“ immer den besten feinherben Riesling des Jahrgangs. Ein dichter, voller aber auch eleganter, weicher Riesling mit dezenter Süße, der erst nach längerer Reife alle Feinheiten freigeben wird.

Zu Abschluss konnten wir dann noch einige fruchtsüße Weine verkosten:

10       2015 Riesling   Bopparder Hamm Engelstein, Kabinett
So wie man sich einen fruchtsüßen Riesling als Kabinett vorstellt, ein fruchtiger, eleganter, weicher Riesling mit mehr Süße und wenig Alkohol.

11       2015 Riesling   Bopparder Hamm Mandelstein, Spätlese
Auch dieser Riesling war so, wie man sich eine typische fruchtsüße Spätlese vorstellt, er zeigte mehr Dichte und Fülle als der Kabinett, eine sehr zarte Botrytis und dezente Süße Ein vielschichtiger saftiger Riesling mit gutem Süße- / Säurespiel.

12       2015 Riesling   Bopparder Hamm Feuerlay, Auslese
Jetzt kamen wir noch eine Qualitätsstufe höher, zu den Auslesen. Auch dies war ein dichter, voller aber auch recht eleganter und filigraner Riesling mit zarter Botrytis und dezenter Süße, die mit der Säure einen guten Gegenspieler hat.

13       2010   Riesling   Bopparder Hamm Feuerlay, Auslese
Zum Abschluß gab es außer der Reihe noch diese Auslese aus dem Bestand des Bruderschaftsmeisters  Das war ein dichter, eleganter Riesling mit leichten Hanfnoten, zarter Reife und sehr angenehmem Süße- / Säurespiel. Dieser Wein war 2011 ein wahres Schnäppchen, denn es war eine abgewertete Beerenauslese zum Preis einer Auslese.

Damit ging ein hochinteressanter Abend zu Ende, wofür wir Matthias Müller nochmals danken möchten, dass er sich die Zeit genommen hat, uns die Weine vorzustellen.
Wer im nächsten Jahr im Mai Zeit hat, sollte sich vom 11.-14.05. 2017 die Jahrgangspräsentation des Weingutes in der neuen Vinothek gönnen. Es lohnt sich!

Für nähere Informationen zum Weingut : http://www.weingut-matthiasmueller.de/
Weitere Informationen über das Anbaugebiet Mittelrhein finden sich unter http://www.mittelrhein-weinfuehrer.de/

Verfasser: Dieter

PS  Leider konnte der Bericht erst jetzt, nach einem halben Jahr veröffentlich werden. Dafür möchten wir uns bei Matthias Müller entschuldigen.
Der vorgesehene Verfasser hatte leider trotz vielfacher Mahnungen nie den Bericht erstellt und immer neue Entschuldigungen, warum er noch nicht fertiggestellt sei.

2016_05_Weingut Matthias Müller: Probenergebnis

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Weinprobe Kampanien und Kalabrien am 27.10.2016

Erstellt von Dieter am 1. Dezember 2016

Als bei der Festlegung des Probenprogramms für 2016 Süditalien beschlossen wurde, meldete sich der Chronist und Probenverantwortliche leichtsinnigerweise für das Gebiet Kalabrien.
Ein erstes Suchen nach kalabrischen Weinen bei Fachhändlern in Köln war ernüchternd.
Da war nicht viel. Auch im Internet wurde er nicht wirklich fündig, um eine interessante Probe mit 12 Weinen bei limitiertem Budget zusammenstellen zu können.
So wurde auf Antrag beschlossen, eine Probe mit Weißweinen aus Kampanien, die der Chronist noch sehr positiv in Erinnerung hatte, und Rotweinen aus Kalabrien zusammen zustellen. Dabei blieb dann leider der berühmteste kampanische Wein, der überragende Rotwein Taurasi außen vor.
Weißweine aus Kampanien
Bereits im antiken Rom wurde Kampanien für seine feinen Weine geschätzt und mit viel Lob bedacht. In der am Tyrrhenischen Meer rund um die Hafenstadt Neapel gelegenen Region gedeihen die Reben in mediterranem Klima auf Vulkan und Schwemmlandböden bestens. Kampanien profitiert vom reichen Erbe an einheimischen (=autochthonen) Rebsorten. Südlich von Neapel liegt die Lacryma Christi DOC (Anm.: wir verzichteten darauf, einen Wein davon in die Probe zu nehmen). Weiter nordöstlich wird rund um Avellino aus der Fiano-Traube der beste Weißwein Kampaniens gekeltert. Und von etwas weiter nördlich kommt sein Rivale Greco di Tufo (Quelle: superiore.de)
Außerdem wurde die dritte bekannte Weißweinsorte Falanghina vorgestellt, aus der in der Antike der bekannte Falerner gekeltert worden sein soll.
Die Rebfläche soll ca. 30.000 ha umfassen bei einer Gesamtproduktion von 183 Mio. Litern, davon 77,6 Mio. Liter Weißwein. Die Anbaufläche stellt ca. 4,1% der gesamten Rebfläche Italiens dar. Kritische Anmerkungen zu den Rebflächenangaben s.u. unter Kalabrien.
Wir haben uns auf zwei Weingüter konzentriert:
1.         Mastroberardino
Ohne den Einsatz der Familie Mastroberardino wären wahrscheinlich viele der alten Rebsorten Kampaniens nach dem 2.Weltkrieg ausgestorben. Durch ihren außergewöhnlichen Einsatz für Forschung und Anbau lebten z.B. die Rebsorten Fiano, Greco und Falanghina, die wir heute probieren konnten, wieder auf. Das Gut gilt als Bewahrer der Biodiversität.
Das in Atripalda (Irpinien) nahe der Provinzstadt Avellino gelegene, 1878 gegründete Weingut verfügt über 200 ha Rebfläche und füllt 2 Mio. Flaschen jährlich ab. Mittlerweile liegt die Zentrale de Weinhauses im Park Radici Resort di Mirabella auf 400 m Höhe, wo auch die Forschungslabors angesiedelt sind, außerdem ein Wellnesscenter, ein Golf Club und die größte zusammenhängende Rebfläche Irpiniens.
2.         Terre Stregate
Die Azienda Terre Stregate der Familie Iacobucci liegt in der malerisch im Telsina-Tal gelegenen Gemeinde Guardia Sanframondi, Provinz Bennevento (früheres Herzogtum der Langobarden, nach denen die Lombardei benannt ist) im Anbaugebiet Sannio, dessen alter Name Samnium ist. Rom führte 3 Kriege gegen die Samniten, die griechischer Herkunft sein sollen. Sie sollen Nachfahren den Sabbiner sein, die durch den „Raub der Sabbinerinnen“ den meisten Lateinschülern bekannt sein sollten. Wir sind also auch hier auf historischem Gebiet.
Schon der Urgroßvater des heutigen Besitzers hat auf seinem Landwirtschaftsbetrieb Wein erzeugt. Später konzentrierte man sich ganz auf die Olivenölherstellung. Erst 2004 wurde die Produktion von Qualitätsweinen von Weinbergen an den Hängen der Monti del Malese wiederaufgenommen. Bei den Weißweinen widmet man sich besonders der Falanghina-Traube, die in den vergangenen 80 Jahren in Benevent eine Große Blütezeit erlebt hat.
Die Rebfläche umfasst 20 ha bei einer Produktion von 50.000 Flaschen.
Rebsorten der Weißweine Kampaniens.
Falanghina
Falanghina ist eine Weißweinsorte, die wahrscheinlich griechischen Ursprungs ist. Sie verdankt ihren Namen dem antiken Weinbausystem „phalange“ (lat.) , d.h. an den Pfahl gebunden. Ein Synonym ist heute noch „Falerno“ (s.o. Falerner). Durch moderne Kellertechnik ist es heute möglich, die süßsäuerlichen Töne des Fruchtfleisches besser zu erhalten. Sie ist u.a. in den DOC/DOP-Gebieten Sannio und auch Capri vertreten.
Fiano
Fiano ist eine sehr alte autochthone Rebsorte, Sie wurde schon von den Römern kultiviert, die sie wegen ihrer Großen Anziehungskraft auf Bienen (lat. Apis) auch Vitis apiana nannten.
Sie erbringt aromatische, würzige Weißweine mit einem Honig- und Nussbouquet und sind lange lagerfähig. Aus der Rebsorte werden z.B. der DOC/DOP Wein Sannio und der DOCG Wein Fiano die Avellino hergestellt, die wir beide vorstellen.
Greco (Bianco)
Die Greco-Traube zählt ebenfalls zu den autochthonen süditalienischen Rebsorten. Auch sie wurde schon von den Römern kultiviert. Der Name Greco weist wider auf griechischen Ursprung hin. Aus ihr werden unter anderem die unten vorgestellten Weine Greco di Tufo DOCG und und der Greco del Sannio DOP hergestellt.
Alle Weißweine haben wir von superiore.de bezogen.
Der Alkoholgehalt aller Wein liegt bei 13 Vol.-%. bis auf No. 1, der 13,5 Vol.-% aufweist.
Säure und Restzuckerwerte lagen uns nur für 2 Weine vor.

Wein No.1:   „Morabianca“ Falanghina Irpina DOC 2015,  Mastoberardino
Der Wein wurde aus 100% Falanghina gekeltert und im Edelstahl ausgebaut
Superiore.de: Schöne Blumigkeit und ein Duft von Ananas und Pfirsich, Salbei und Thymian, leicht mineralisch. Der Name Irpina weist auf das Erzeugungsgebiet hin.
Nicht alle Probanden konnten diese Beschreibung nachvollziehen, wie die Wertungen zwischen 12,5 und 14,5 Punkten, also 2 Punkte Unterschied, bei einem Durchschnitt von 13,45  Punkten zeigte.
Morabianca 2014  erreichte im Gambero Rosso immerhin 2 Gläser und wurde von Parker u.a. zw. 88 und 92 Punkten ( also 16,0 –17,3 Punkte im 100er Schema) bewertet, eine Wertung, die wir nicht annähernd nachvollziehen konnten.
Die starke Differenz zwischen schlechtester und bester Bewertung zog sich durch die ganze Probe, ebenso wie wir die hohen Wertungen der Weinführer nie erreichten.

Wein No. 2:    „Svelato“ Falanghina del Sannio DOP 2014,  Terre Stregate
100% Falanghina, 6 Monate in Edelstahl ausgebaut.
Superiore.de: Goldgelber Falanghina mit grünlich schimmernden Reflexen und angenehm frischem Ginsterduft. mit ausgewogener Säure und Aromen von Granatapfel und zarten Blumennoten…. „Svelato- offen und unverhüllt wie der (ital.) Name es ankündigt.
Immerhin kamen wir bei diesem Wein, dem der Gambero Rosso den höchsten Status eines 3-Gläser-Weins einräumt, auf 14,02 Punkte im Schnitt, bei einer Varianz von sogar 3 Punkten (12,5 – 15,5 Punkte).
Offenbar lag auch er nicht Erfahrungsspektrum deutscher Weißweinfreunde.

Wein No. 3:    „Genius Loci“ Fiano del Sannio DOP 2014,  Terre Stregate
100% Fiano, 6 Monate in Edelstahl ausgebaut
Superiore.de:..ein frischer, raffinierter, terroirtypischer Fiana del Sannio. Duftet würzig nach Salbei und Wiesenblumen, komplex im Gaumen mit feiner Frucht und guter Länge.
Auch er mit immerhin 2-Gläsern im Gambero Rosso bewertet erhielt bei uns 14,30 Punkte im Schnitt bei einer Streuung zw. 13,5 und 15,5 Punkten.

Wein No.4:     „Aurora“ Greco del Sannio DOP 2014,  Terre Stregate
100% Greco, 6 Monate in Edelstahl ausgebaut
Der letzte Wein von Terre Stregate in unserer Probe.
Auch dieser Wein lag in der Bewertung mit durchschittlich 14,23 Punkten und 2 Punkten Differenz (13-15 Punkte) im bisherigen Rahmen.

Wein No. 5:    „Novaserra“ Greco di Tufo DOCG 2014,  Mastroberardino
100% Greco,  Edelstahlausbau.
Superiore.de:..Bouquet von Gelben Pfirsichen und Anis, reife aber doch unheimlich frische Frucht am Gaumen…. Im langen Finale finden wir einen Hauch von Karamell.
Wir konnten hier 2 Grecos von verschiedenen Erzeugern nebeneinander probieren
Der Restzucker von 0,8 g/l und die Säure von 7 g/l war vielen doch zu anstrengend.
Es wurde sogar teilweise reklamiert, dass eine der Flaschen fehlerhaft sei.
Mit 13,75 Punkten erreichte dieser Wein die zweitschlechteste Wertung des Abends, wobei volle 4 Punkte zwischen der niedrigsten (11,5 Punkte) und höchsten (15,50 Punkte) Wertung lagen. Dieser teuerste Weißwein der Probe wurde wieder von allen Weinführern recht hoch bewertet (2 Gläser, 89 – 92 = 16,3 –17,3 Punkte in unserem 20er-Schema).

Wein No. 6:    „Radici“ Fiano di Avellino DOCG 2014,  Mastroberardino
100% Fiano, Edelstahlausbau.
Zu diesem Wein haben sich Robert Parker und James Suckling geäußert.
Hier der knappere Kommentar des letzteren (aus dem Englischen):
Dies ist ein sehr dichter Weißer mit grünen Papayas, Limonen und Mineral. Voller Körper, sehr knackig und lebhafte Säure. langes, knackiges Finale.
Wenn man den Kommentar von Parker und superiore.de liest, die ich hier nicht im Detail zitieren möchte, hört sich das ganz anders an.
Geschmack ist wohl doch sehr relativ, auch unter Experten.
Der Fiano di Avellino gilt als d e r   klassische Weißwein Kampaniens.
Hier gefiel der mit 1,1, g/l Restzucker und 6 g/l Säure analysierten Wein doch deutlich.
besser. Es kamen immerhin 14,61 Punkte durchschnittlich zustande und die Varianz hielt sich mit 2,5 Punkten auch in Grenzen ( 13,0 –15,5 Punkte). Die Wertung liegt aber erneut weit von Parker/Suckling entfernt, die umgerechnet 16,7/ 17,7  Punkte gaben.
Als Fazit ist festzuhalten, dass wir uns bei Weißweinen mit anderen Geschmacksnoten wie bei Weinen aus Deutschland und Österreich gewohnt sehr schwer tun.

Rotweine aus Kalabrien
Kalabrien ist das südlichste Weinanbaugebiet auf dem italienischen Festland und ist gleichzeitig eines der ältesten. Schon um 1000 v. Chr. Gründeten griechische Siedler von Sizilien aus hier und in Kalabrien erste Siedlungen und nannten das Gebiet Oinotria, was soviel wie Weinland bedeutet. Gleichzeitig führten sie noch heute bekannte Reben wie die rote Gaglioppo ein, aus der die meisten der von uns probierten Weine gekeltert wurden.
Im Westen ist die Stiefelspitze Italiens vom Tyrrhenischen und im Osten und Süden vom Ionischen Meer begrenzt.
Wenn man versucht, etwas über die Größe des Weinanbaugebiets herauszufinden, findet man ein Wirrwarr von Angaben. Da wird von 35.000 ha gesprochen, von denen aber nur rd. 1/3 unter Ertrag steht aber auch von 13.500 ha, was dem ungefähr entsprechen würde, aber es wird auch die verblüffend genaue Zahl von 24.339 ha aber auch nur 12.716 ha genannt.
Sei es drum, es womöglich ein Anzeichen für die immer noch geringe Wertschätzung des Qualitätsweinbaus in Kalabrien.
Der Weinbau ging in Kalabrien durch Abwanderung qualifizierter Winzer in die USA und nach Italien stark zurück. Seit Ende des 2.Weltkrieges verkam das Gebiet mehr und mehr zum Erzeuger billiger, roter Verschnittweine (90% der Weine), die oft den Weg nach Norden fanden, um dort leichteren Konsumweinen aufzuhelfen. Mittlerweile beginnt sich die Region aber Zug um Zug zu erholen. Fand man in älteren Weinführern nur wenige Qualitätsweinproduzenten, wobei Librandi weit vor allen anderen genannt wurde, sind es mittlerweile ein paar mehr. Die Zeitschrift MERUM stellte bei einer aktuellen Probe fest, dass die besten Weine nach wie vor nur von zwei Weinerzeugern stammen: Librandi und mit Abstrichen Statti. Dazu haben wir uns noch an zwei weitere, nicht so bekannte Weingüter herangewagt.
Die Weine von diesen vier Weingütern mussten wir uns bei drei Lieferanten zusammensuchen.
1.         Librandi
Über den Weinbau Kalabriens zu berichten, bedeutete lange Zeit, vor allem über eine einzige Kellerei zu sprechen: Librandi. Doch inzwischen gibt es immer mehr gründlich arbeitende Winzerbetriebe, die niveauvolle regionaltypische Weine erzeugen und dabei vor allem auf antike einheimische Rebsorten zurückgreifen. Das dem so ist, können wir Nicodemo Librandi verdanken, denn er hat die bedeutensten dieser Rebsorten – etwa Gaglioppo, Magliocco und Mantinoca zu neuem Leben erweckt und anderen Weinbauern vorgemacht, welche hohen Qualitäten in diesen Trauben stecken. (superiore.de).
Das Weingut befindet sich in Cirò Marina nahe der Ferienanlage Punta Alice. Librandi betreibt mehrere Versuchsweingärten, in denen die uralten kalabrischen Rebsorten kultiviert werden.
Das Gut umfasst 232 ha Weingärten und füllt ca. 2,2 Mio.Flaschen Wein ab.
Das Mikroklima ist bestimmt durch das milde Wetter der ionischen Küste und frische Brise aus den Bergen.
2.         Statti
Die Familie des Barons Statti lebt seit 1700 auf den denselben 500 ha Land.  Dabei beträgt die Anbaufläche für Oliven 300 ha (eigene Ölmühle), die Rebfläche 100 ha (andere Angabe: lediglich 35 ha, 300.000 Fl.); der Rest wird für Zitrusfrüchte, Viehzucht (800 Kühe) und Gründüngung verwendet. außerdem wird noch Weintourismus mit Weinkursen angeboten.
In den letzten 15 Jahren wurden keine Kosten und Mühen gescheut, das Weingut zu modernisieren. Es wird ein breites Spektrum von internationalen und einheimischen Sorten angebaut. Letztere werden zum Schluss bis Mitte Oktober gelesen.
Der Komplex befindet sich in Lamezia Terme an der Autobahn Salerno – Reggio Calabria.
Originellerweise sind in der Internetseite die GPS Koordinaten angegeben.
3.         iGreco
Der Name der Fattoria Greco in Cariati, die ihre Weine unter dem Markennamen „iGreco“ (Die Grecos, 7 Kinder der Familie) vermarktet, erinnert wieder an die Griechen (Magna Graecia), die den Oliven und Weinanbau nach Kalabrien brachten.
Die Familie ist schon seit Generationen im Olivenanbau und der Traubenproduktion tätig.
Die neuere Geschichte von iGreco als selbstvermarktendes Weingut beginnt erst in den 1960ern mit dem Bau eine Ölmühle und Kellerei in Cariati. Das Motto des Hauses ist für Öl und Wein „sensa della Calabria/the sense of Calabria“.
Man bietet auch Agritourismus an und unterhält auch ein Öl- und Weinmuseum.
Cariati ist ein modernes Seebad mit einer historischen und geschichtsträchtigen Altstadt.
Das Weingut liegt im Cirò DOC-Gebiet wie auch Librandi.
Die Familie Greco ist heute im Besitz von mehreren hundert Hektar Olivenhainen und einem großzügig angelegten Weingut mit Weinbergen in Cirò, Cirò Marina, Crucoli, Scala Coeli, Camagliatello Silano, Terravecchio und schlussendlich Cariati, wo sich neben der erwähnten Ölpresse auch die Kellerei und die Verkaufsräume befinden.
Die Grösse der Rebfläche war nicht zu ermittleln.
4.         Ferrocinto
Im Nordosten von Kalabrien liegen am östlichen Rand des Pollino-Nationalparks die Weinberge der Tenuta Ferrocinto in Castrovillari. Die Lage genau in der Mitte der italienischen Stiefelspitze, ungefähr gleich weit vom tyrrhenischen Meer im Westen und dem ionischen Meer im Osten schaffen ein ideales Mikroklima mit heißen Tagen und kühlen Nächten. Die ersten Reben wurden bereits 1855 angepflanzt. Im Jahr 2003 wurde das Weingut den modernsten önologischen Verfahren angepasst. Die Weinberge liegen durchschnittlich auf 450m über N.N.
Die Ton- und Kalkböden sind besonders reich an Kalium und die konstante Sonneneinstrahlung sorgt für ideale organoleptische Eigenschaften der Trauben.
Die Größe des Weingutes wird mit 123 ha für Wein und Öl angegeben, andere Quellen berichten von 130 ha nur für Weinberge.
Rebsorten der verkosteten kalabrischen Rotweine
Wir haben fast ausschließlich reinsortige Weine aus authochtonen Rebsorten ausgewählt.
Lediglich Wein No. 11 ist eine Cuvee von Gaglioppo mit Cabernet Sauvignon.
Magliocco
Magliocco oder genauer Magliocco Canino ist eine uralte autochthone Rebsorte, die offenbar ausschließlich in Kalabrien auf nur noch ca.1.500 angebaut wird. Es soll kleinste Bestände auch in der Schweiz geben ( ca. 10 ha).
Sie wird häufig mit der Gaglioppo verschnitten.
Es besteht Unklarheit, ob die Magliocco Canino mit der sehr seltenen Rebsorte Magliocco Dolce (nur 87 ha) identisch ist, aus der nur das Weingut Librandi den hochklassigen  reinsortigen Wein „Magno Megonio“ (s. Wein No. 10) keltert.
Sie ergibt tanninreiche Weine
Gaglioppo
Die Rebsorte soll schon von den Griechen in vorrömischer Zeit eingeführt worden sein.
Sie wird auf rd. 7.000 ha angebaut, auch in den Abruzzen, den Marken und in Umbrien (s. Bemerkungen oben zu den Anbauflächen) und ist auf jeden Fall die wichtigste rote Rebsorte Kalabriens.
Die Sorte gedeiht hervorragend in trockenem Klima und erreicht einen hohen Zuckergehalt und damit hohe Alkoholgrade. Die Weine sind robust und selten subtil. Bei entsprechender Behandlung hat sie jedoch einiges Potential.
Es besteht Unklarheit ob Magliocco mit Galioppo oder gar der Aglianico-Traube verwandt ist.
Nero di Calabria oder Calabrese
In Sizilien heißt diese Rebsorte Nero d’Avola („Principe Siciliano“) und ist dort eine der Hauptqualitätsweinsorten.(ca. 18.000 ha). Vom Namen „Calabrese“ her wird vermutet, dass die Rebsorte aus Kalbarien stammt, obwohl sie in Kalabrien wenig angebaut wird.
Sie hat Fülle und Haltbarkeit und ist gut für den Holzfassausbau geeignet.
Wir werden dieser Rebsorte in unserer Sizilienprobe im Dezember wieder begegnen.

Wein No. 7:    Magliocco 2014,   Ferrocinto
100% Magliocco, Mazeration 24-36 Std. Maischegärung, 10 Mon. Edelstahlausbau mit Mikrooxydation
13 Vol.-% Alkohol, 5,1 g/l Restzucker, 3,3 g/l Säure
Nach einer ersten Vorverkostung waren Zweifel aufgekommen, ob man diesen Wein in die Probe nehmen sollte. Er ist von einfacher Qualität und verliert mit Luft nach relativ kurzer Zeit.
Offenbar fand er dennoch Gnade bei unseren Verkostern, was immerhin eine Höchstpunkt-zahl von 15 Punkten bezeugt. Die niedrigste Wertung lag bei 13 Punkten und der Durchschnitt bei 13,82 Punkten. Er war gefällig, aber   die Beschreibung eines Anbieters „delikat mit Anklängen von Erdbeeren und Sauerkirschen“  war nur teilweise nachvollziehbar.

Wein No. 8:    Catà Gaglioppo Rosso 2013 IGT Calabria Biologico,  IGrecco
100% Gaglioppo, Mazeration 12 Tage, Gärung im Edelstahl, malolaktische Gärung in Barriques, Ausbau 6 Monate in Barriques, 13,5 Vol.-% Alkohol, 5,5 g/l Restzucker, 5,5 g/l Säure
Die Reben wuchsen in einem 5.000 Stock pro ha dicht bepflanzten Weinberg von 15 ha Größe auf 100m Meereshöhe im Cirò-Gebiet.
Rote Früchte und die Vanille vom Barriqueausbau charakterisieren diesen Wein. Dennoch wurde er von einigen mit nur 13,0, in der Spitze jedoch mit 15,5 Punkten bewertet, aber insgesamt im Durchschnitt 0,5 Punkte höher als der Vorgänger, also mit 14,32 Punkten bewertet.

Wein No. 9: Gaglioppo Calabria IGT 2014,  Statti
100% Gaglioppo, 13 Vol.-% Alkohol, traditionelle Maischgärung bei 22 – 26°C
über 7 Tage, Ausbau 3 Monate in Edelstahl
Der Wein weist Spiel auf mit Noten von Sauerkirschen, Pfeffer und roten Früchten.
Lt. Angaben soll er eine Lagerfähigkeit bis 2020 haben.
Bei der Wertung auch hier das gleiche Bild: Wertungen zwischen 13 und immerhin 16 Punkten bei einem Durchschnitt von 14,48 Punkten.
Bei Parker war der Wein mit 90 Punkten im 100er Schema ( = 16,7 Pkte.) bewertet, der Gambero Rosso zeichnete ihn mit 2 Gläsern aus.

Wein No.10,  „Duca San felice“, Cirò Rosso Riserva DOC 2012,  Librandi
100% Gaglioppo, 36 Monate Ausbau im Edelstahl, 14,6 Vol.-% Alkohol
„Von Granatsplittern durchsetztes Rubinrot, das Bouquet intensiv und konzentriert, im Geschmack zeigt sich der erfreulich kraftvolle Extrakt mit schön ausgewogenen Holztönen. Ein hervorragend vinifizierter Cirò, wie ihn der wahre Freund italienischer Weine liebt“
(superiore.de)
Wo bei einem angeblich reinen Edelstahlausbau die Holztöne herkommen sollen, ist etwas schleierhaft. Wir haben sie jedenfalls nicht so gespürt.
Auch hier war offenbar der eine oder andere nicht gerade „der wahre Freund italienischer Weine“, jedenfalls kam auch hier als niedrigste Wertung mal wieder die 13, aber als Spitze auch die 16,5, was einen Durchschnitt von 15 Punkten ergab.

Wein No. 11,  Arvino Calabria IGT 2012,  Statti
60% Gaglioppo mit 40% Cabernet Sauvignon, traditionelle Maischgärung bei 22 – 26°C
über 15 Tage, Ausbau 12 Monate in frz. Barriques und 6 Monate auf der Flasche.
Arvino ist im kalabrischen Dialekt die Bezeichnung für Gaglioppo, der hier gut mit der internationalen Sorte Cabernet Sauvignon harmoniert.
„Diese elegante, charaktervolle Komposition offenbart ein komplexes Aroma von reifen Früchten und einem Hauch von schwarzem Pfeffer und Gewürzen“ (Belvini.de)
Obwohl wir uns hier dem internationalen Geschmack durch die (gelungene) Abrundung mit Cabernet Sauvignon etwas mehr annäherten, klaffte eine Differenz von 4,5 Punkten (zw. 12,50 –als niedrigste Wertung für einen Rotwein in der Probe und 17,0 ) bei der Wertung besonders weit auseinander.

Wein No. 12,  „Magno Megonio” Rosso Val di Nieto IGT 2013,  Librandi
100% Magliocco Dolce (eine bessere Spielart der Magliocco Canino, s.o.), Ertrag 65 Quintals = 40 hl/ha, temperaturgesteuerte Vergärung in Edelstahl mit 15 tägiger Mazeration, Ausbau 16 Monate in Allier-Barriques sowie 6 Monate auf der Flasche, 14,5 Vol.-% Alkohol, 1,0 g/l Restzucker, 4,9 g/l Säure
„„Für Liebhaber autochthoner Weine: Maulbeer-und Pfeffernoten im Duft, am Gaumen kompakt, ausgewogen, Säure und Tannin gut ausbalanciert, lang mir Aromen von reifen Himbeeren und Honig. Ein verführerisch eleganter Wein aus der Magliocco-Traube“
(belvini.de)
Andere Beschreibungen sind noch enthusiastischer.
Dieser Wein gilt als einer der besten süditalienischen Weine und hat die begehrte Auszeichnung mit 3 Gläsern im Gambero Rosso erhalten. Bei seinem ersten Erscheinen galt er als Sensation.
Dennoch gefiel er dem einen oder anderen nicht, was sich in einer Wertung mit 13 Punkten ausdrückte. Liebhaber solcher italienischen Weine gaben bis zu 17,5 Punkte für diesen Wein,
was sich in einem Durschnitt von 15,14 Punkten niederschlug.
Italienische Kritiker gaben 17,0 bis 17,3 Punkte.

Wein No. 13 „Masino“ Nero di Calabria IGT  2014,  iGrecco
100 % Nero di Calabria oder Calabrese (=Nero d’Avola, s.o.), 5,400 Stöcke pro ha, Mazeration auf den Schalen 16-18 Tage, Vergärung in Edelstahl, mololaktische Gärung und Reifung in Barriques sowie 6 Monate auf der Flasche. 14 Vol.-% Alkohol, Restzucker 5,5, g/l, Saure 5,5, g/l.
Dieser tiefrote Wein weist balsamische Noten auf und Aromen von Waldbeere und schwarzen Kirschen. Im Geschmack füllig und saftig mit delikaten Tanninen.
Bei den Wertungen kamen diesmal 14 Punkte als niedrigste und 17,5 Punkte als höchste Wertung heraus.
Fazit:
Fast alle Weine wiesen für einige von uns unbekannte Geschmacksbilder auf.
Nicht umsonst beschränken sich autochthone Rebsorten auf meist eng umrissene Gebiete und haben keinen Siegeszug rund um die Welt gemacht wir Cabernet Sauvignon, Syrah, Chardonnay & Co.
Sowohl bei den Weißen wie bei den roten Weinen waren für den einen oder anderen zu viel fremde Noten im Spiel, die zu niedrigen Werten, fast Ablehnungen führten.
Bei den Weißen war wohl immer den Vergleich mit den deutschen Weißweinen im Hinterkopf, bei den Rotweinen wohl die eleganten französischen Weine oder auch moderne internationale Weine aber auch deutsche Spätburgunder.
Offensichtlich konnten nur Teilnehmer, die sich auf die Besonderheiten italienischer Weine auch aus dem Süden eingelassen haben, diese auch schätzen.

Verfasser: Wilfried

2016_10_Weinprobe Kampanien und Kalabrien Auswertung

 

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Weinkulturreise an die Ahr am 22.10.2016

Erstellt von Dieter am 23. November 2016

Nach einer individuellen Anreise – die meisten kamen mit der Bahn nach Dernau – trafen 21 Weinschwestern, -brüder und Gäste im Weingut H.J. Kreuzberg ein. Wir wurden herzlich von den beiden Verantwortlichen Ludwig Kreuzberg und Frank Josten empfangen.
kreuzberg-eingang
Zur Begrüßung gab es einen Blanc de Noir Sekt, brut. Der Most wird durch Saftentzug aus Spätburgundertrauben gewonnen, weiß gekeltert und nach der „Methode Champenoise“ bei einem Unternehmen in Ahrweiler versektet.
Ein fruchtiger, frischer, leicht  cremiger, recht nachhaltiger Blanc de Noir-Sekt mit feiner Säure

Anschließend wurden wir in den Probenkeller geführt. Während der Probe berichtet  uns Herr Josten Interessantes über das Weingut, die Geschichte des Weinbaus an der Ahr, die Lagen und die Rebsorten.
Die Anbaufläche an der Ahr beträgt ca. 560 ha, davon sehr viel in Steillagen. Die drei Winzergenossenschaften bewirtschaften davon ca. 300 ha.
Das Weingut H.J. Kreuzberg selbst bewirtschaftet 9 Hektar, davon 7 ha in Steil- bis Steilstlagen.
2% der Fläche sind mit Riesling und Weißburgunder bepflanzt. Der Riesling wächst im Dernauer Pfarrwingert und der Weißburgunder im Dernauer Schieferlay. Dort sind die Rebstöcke sind 50-70 Jahre alt
Aus diesen beiden Lagen entstand das
2015er  Cuvee Blanc aus 67% Weissburgunder und 33% Riesling
Ein klarer, frischer, fruchtiger Wein mit deutlicher, frischer feiner Säure und Citrus-Noten. Durch den Weissburgunder-Anteil wird die Säure etwas abgemildert und der Wein insgesamt etwas cremiger.
Das Weingut hat neben Früh- und Spätburgunder noch die „Randsorten“ Regent, Portugieser und Dornfelder. Sie stehen ebenfalls in Schiefersteillagen und sind teilweise schon 50 bzw. 70 Jahre alt, Der Wein wird in 1000-l-Fässern Rebsorten rein ausgebaut und dann zu gleichen Anteilen zum Cuvee verschnitten. Dieser Wein wird  nicht in jedem Jahr hergestellt, so z.B. fielen 2013 und 2014 aus.

kreuzberg
2012er Cuvee Noir
Ein  würzig fruchtiger, noch etwas kantiger Wein, der ein kräftiges Tannin zeigt.
Der nächste Wein der Probe, der im großen, alten Eichenholzfass gereift ist, ist ein Basiswein und der einzige Gutswein:
2014er Kreuzberg Spätburgunder
Ein sauberer, fruchtiger Spätburgunder, der deutlich mehr Säure und mehr Tannin hat.
Ebenfalls aus dem großen Holzfass stammt ein Wein, der auf traditionelle Weise (unplugged = unverstärkt, ohne Nachbehandlung) ausgebaut wird. Der Begriff „unplugged“ ist als Marke geschützt für das Weingut  H.J. Kreuzberg mit Spätburgunder und für das Weingut Tesch, Nahe mit Riesling.
2014er Spätburgunder Unplugged
Ein klarer, fruchtiger, eleganter Spätburgunder mit feiner Säure und zarten Kräuter-Noten.
2014 war ein sehr früher Jahrgang mit einer sehr langen Vegetationsphase, was dazu führte, dass die Reben ab Mitte Oktober keine Kraft mehr hatten. Alle Weine aus diesem Jahr wurden mit maximal 95° Oechsle geerntet. So auch der nächste Wein aus dem kleinen Holzfass in 3. und 4. Belegung
2014er Neuenahrer Spätburgunder
Ein  eleganter Spätburgunder mit sehr zarten Holz-Noten
Jahrgang 2013 war ein säurereiches Jahr, einige Weingüter haben ihre Weine deshalb entsäuert, nicht aber das Weingut H.J. Kreuzberg, Die Weine haben daher eine etwas höhere Säure und lassen sich entsprechend gut lagern. Für die Weinbereitung wurde eine längere, gekühlte Maischestandzeit  gewählt und ein Ausbau in Barriques (Zweitbelegung) Der Wein hat seinen Namen nach dem Boden, da die Reben auf Devonschiefer stehen.
2013er  Spätburgunder, „Devonschiefer“
Ebenfalls ein klarer, eleganter Spätburgunder mit feiner, frischer Säure, etwas weicherem Tannin und zartem Holz.
Der Frühburgunder ist kleinbeerig, frühreif und sehr anfällig gegen fast alles z.B. Penospora. Er wird daher in höhere, gut durchlüftete Lagen gepflanzt, die zudem weniger Sonnen-exponiert und damit auch kühler sind. Durch die kargeren Böden hat der Wein mehr zuckerfreie Extrakte.
Der nachfolgende Frühburgunder hat zwei Mal den dritten Platz „Deutscher Klassiker“ beim Vinum Rotweinpreis gewonnen, so auch 2015. Ausgebaut wurde er im gebrauchten Fuderfass.
2015er  Frühburgunder C
Ein recht typischer, weicher, runder, Spur pflaumiger Frühburgunder
Der zweite Frühburgunder stammt ebenso wie der Classic C aus dem Dernauer Hardtberg, nur besteht er aus besonders ausgesuchten Trauben. 2013 war die Qualität so gut, dass es pro Stock bis zu 10 optimale Trauben gab! Mit ein Grund, warum der Wein, der nun folgte, den „Deutschen Rotweinpreis,  bester Frühburgunder“ erhalten hat.
2013er Dernauer  Hardtberg Frühburgunder „Großes Gewächs“
Ebenfalls ein fruchtiger, eleganter Frühburgunder, der aber im Gegensatz zum Frühburgunder C mehr Struktur besitzt, aber noch etwas verhalten ist und mehr Tannin zeigt.
Eine lange Maischestandzeit, Saftabzug und ausgewählte Trauben aus klassifizierter Lage zeichnen den nächsten Wein aus, den
2012er Ahrweiler Silberberg Spätburgunder „Großes Gewächs“
Ein dichter und eleganter Spätburgunder mit fester, vielschichtiger Struktur, feiner Säure und reifem Tannin.
Nach dieser erstklassigen  Probe, die durch Herrn Josten sehr gut präsentiert wurde, gab es noch ein kaltes Buffet und einige der verkosteten Wein.
dernau-weinberge

 

Vom Weingut aus fuhren wir dann mit zwei Taxis zum „Kulturteil“ unserer Reise, dem ehemals geheimen Regierungsbunker, der heute Museum und Dokumentationsstätte ist. Er kann nur mittels einer Führung besichtigt werden.
regierungsbunker

Unser Führer war ein sehr mitteilsamer, ehemaliger Elektroingenieur, der früher in dem Bunkerkomplexes gearbeitet hatte. Der Bunker wurde in zwei alten Eisenbahntunneln gebaut, die 1913 für eine strategische Bahnlinie Ruhrgebiet – Lotringen geplant waren, die aber nie fertig gestellt wurde. Als Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg der NATO beitrat, bestand eine Voraussetzung für den Beitritt darin, einen Atombomben sicheren Bunker zum Schutz der Bundesregierung im Kriegsfall zu errichten. Aus diesem Grund entstand unter großer Geheimhaltung zwischen 1960 und 1972 dieser Regierungsbunker, der aus einem Tunnelsystem mit einer Gesamtlänge von über 17 Kilometern bestand. (Die Aktion blieb aber nicht geheim, später stellte sich heraus, dass ein DDR- Spion am Bau mitgearbeitet hatte).
Mehr zu diesem Bunker u.a. unter https://de.wikipedia.org/wiki/Regierungsbunker_(Deutschland)

Nach knapp 2 Stunden bei 12°C im Kunstlicht, waren wir froh über eine Weinprobe im Warmen und bei Tageslicht im Weingut Burggarten in Heppingen, einem Ortsteil von Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Der Inhaber: Paul-Josef Schäfer begrüßte uns schon vor dem Haus und führte uns in den Probenraum.
Das Weingut Burggarten wurde im Jahr 1920 von Peter-Josef Schäfer gegründet und wird heute von dessen Enkel Paul-Josef Schäfer, seiner Frau Gitta und den drei Söhnen Paul-Michael (Kellermeister), Heiko und Andreas (Außenbetrieb) geführt.
1985 kaufte Paul-Josef Schäfer das Anwesen in Heppingen, das bis nach dem ersten Weltkrieg Sitz der Winzergenossenschaft Heppingen, danach Standort eines Landhandels war. Zum Weingut gehört heute auch noch ein zweiter Betriebsteil an der Mosel, der Rieslingweine produziert.
Das Weingut bewirtschaftet 15,6 Hektar Rebfläche und erzeugt 60% Rot- und 40% Weißweine. In Zukunft werden an der Ahr nur noch Burgunder-Rebsorten und in den Lagen an der Mosel Riesling angebaut werden. Von den Neuzüchtungen Regent, Domina und Dornfelder hat man sich inzwischen getrennt.
80% der Weine werden direkt ab Hof verkauft.
Seit 2005 betreiben die Schäfers neben dem Weingut ein Vier-Sterne-Gästehaus, mit Ferienwohnungen und 14 Themenzimmern.

burggarten
Zu Beginn gab es einen durch Saftabzug entstandenen Blanc de Noir, von dem 15.000 Flaschen hergestellt werden, den
2015er Spätburgunder, Blanc de Noir
Ein würzig fruchtiger, etwas breiterer Blanc de Noir mit leichten Anklängen an Walderdbeere und etwas dienlicher Süße.
Von den weißen Burgundersorten produziert das Weingut seit 10 Jahren einen Chardonnay, seit 15 Jahren einen Weißburgunder und seit 20 Jahren einen Grauburgunder, den wir dann probierten.
2015er Grauburgunder
Ein ordentlicher fruchtiger Grauburgunder mit viel Säure und einer Spur Walderdbeere
Vom Chardonnay wurde eine Parzelle mit 5000 Stock bepflanzt und vor 10 Jahren wurden noch mal mit weiteren 3000 Stock bestückt. Der Wein reift in verschiedenen Barriques in Erst-, Zweit- und Drittbelegung und wird nach 6 Monaten zum endgültigen Wein verschnitten.
2014er Neuenahrer Chardonnay
Ein kräftiger, dichter, runder und recht weicher Chardonnay mit einer etwas gefälligen Süße.
Wir bekamen dann den ersten Basis-Rotwein als Cuvee aus den Lagen Heimersheimer Burggarten, Heimersheimer Landskron und Neuenahrer Sonnenberg.
2014er Spätburgunder Classic
Ein ordentlicher, sauberer, fruchtiger, Spätburgunder, der als Classic natürlich eine stärkere Süße besitzt, die die jahrgangsbedingten Probleme verdeckt.
Wie bei den anderen Ahrwinzern ist der Frühburgunder auch hier eine Problemsorte. Die Trauben sind für die Kirschessigfliege anfällig und müssen mit Netzen vor Vogelfraß geschützt werden. Damit nach einem Regen die Reben besser abtrocken können und nicht so leicht von Pilzerkrankungen befallen werden, wird der Frühburgunder in kühleren, „windigen“ Lagen gepflanzt (10% der Gesamtfläche) Zusätzlich werden die Trauben nach der Blüte halbiert, sodass die Beeren lockerer am Stiel sitzen. Die Lese erfolgt Mitte September, der Ausbau danach im großen Holzfass.
2014er Frühburgunder
Ein pflaumig-kräutriger Frühburgunder, der (jahrgangsbedingt ?) ein etwas grünes, stumpfes Tannin zeigt.
Die Selectionslinie gibt es seit 1995. Selection bedeutet Ertragsreduzierung und Saftentzug (15-18%). Der Ausbau erfolgt in Barriques aus Allier-Eiche in Erst-, Zweit- bzw. Drittbelegung. Anschließend wird zum endgültigen Wein verschnitten.
2014er-Spätburgunder „P.J.S. Signatur“
Ein fruchtiger Spätburgunder mit etwas buttrigen Noten und adstringierendem, grünen Tannin (jahrgangsbedingt ?), der Wein fällt im Vergleich zu früheren Jahrgängen ab.
Es folgten zwei Spätburgunder aus den Neuenahrer bzw. Heimersheimer Lagen.
Die Neuenahrer Lagen sind geprägt von Grauwacke mit Lehmanteilen während bei den Heimersheimer Lagen schwere Lehmböden vorherrschen.
2013er Neuenahrer Spätburgunder
war 2 Jahre in Fässern aus Allier-Eiche und wirkte bodenbedingt etwas schlanker und säurebetonter.
Ein klarer, fruchtiger Spätburgunder mit einem Hauch Himbeere, etwas stärkerer Säure und zarter Herbe.
2013er Heimersheimer Spätburgunder
Wie der Neuenahrer Spätburgunder ebenfalls Ausbau in Allier-Eiche.
Wieder ein sauberer, fruchtiger Spätburgunder, Lage-bedingt (Grauwacke mit Lehmanteilen) mit weicherer Säure, weicherem Tannin.
Die beiden nachfolgenden Lagenweine haben im Gegensatz zu den Ortsweinen einen größeren Anteil an neuem Holz und sind optisch durch eine Goldkapsel gekennzeichnet. Wie bei den Ortweinen ist der Neuenahrer Sonnenberg wieder von Grauwacke mit Lehmanteilen und der Heimersheimer Burggarten von den schweren Lehmböden geprägt.
2013er Neuenahrer Sonnenberg Spätburgunder
Klarer, fruchtiger, recht eleganter Spätburgunder, festes, straffes Tannin, mehr Holz
2013er Heimersheimer Burggarten „R“, Spätburgunder
Recht komplexer, fruchtiger, aber noch recht kantiger Spätburgunder, mit festerem, noch härterem Tannin und  weniger Säure.
Nach dem letzten Wein ging es dann für die Bahn-Fahrer etwas hektisch zu Fuß zum Bahnhof, um den Zug noch zu erreichen, die Autofahrer hatten dagegen noch etwas mehr Zeit, den Tag ausklingen zu lassen.
Wir danken ganz herzlich Herrn Schäfer und Herrn Josten für die Proben, die vielen Informationen und dafür, dass sie sich so viel Zeit mit uns genommen haben.

Und natürlich unserem Weinbruder Wilfried für die sehr gute Vorbereitung und Durchführung der Reise.

Verfasser Käthe

2016_10_Weinkulturreise an die Ahr: verkostete Weine

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Weinprobe Apulien und Basilikate am 19.09.2016

Erstellt von Dieter am 26. Oktober 2016

Bei unserem zweiten Termin italienischer Weingebiete hatten wir eine sehr interessante Verkostung aus zwei benachbarten Gebieten, die aber sehr unterschiedlich sind

Puglia und Basilikata

Puglia (Apulien) hat mit 100.000 ha eine der  größten bestockten Flächen Italiens (oft wird Apulien auch „Weinkeller Italiens“ genannt), während die Basilikata mit 10.000ha die drittkleinste Fläche Italiens hat.
In der Weinproduktion sticht Puglia ebenfalls mit riesigen Mengen hervor, der Ertrag liegt manchmal bei mehr als 100 hl/ha (!), während in der Basilikata der Ertrag mit 24hl/ha deutlich kleiner ist und nur vom Aosta-Tal unterboten wird.
Gemeinsam ist beiden Gebieten, dass hier zum größten Teil Rotweine produziert werden, die oft aus interessanten autochthonen Sorten wie Primitivo, Negroamaro und Nero di Troia (Puglia)  und Aglianico  (Basilikata) bestehen. Weine aus diesen Rebsorten wurden in der Probe vorgestellt.
Zur hohen Qualität der Probe trug bei, dass nur DOC-Weine präsentiert wurden, sie machen in Puglia nur 5% der gesamten Weinproduktion aus. Außerdem zeigte sich eine generelle Qualitätssteigerung, die vor etwa 20 Jahren bei traditionsreichen und vielen neuen qualitätsorientierten Weingütern und Kellereien begann und bis heute anhält.

Die Weine der Probe:

Angegeben sind die Benotungen des Verfassers und der Durchschnitt aller Verkoster der Probe

1.         Basilikata,   2014 Haus Pipoli bianco,  Vigneti Del Vulture
aus Greco und Fiano,  14,0 / 14,05 Punkte

Stroh-gelb, blass, aber nicht jugendlich (mit Reifenuancen)
Riecht „trocken“, zurückhaltend, herb mit Blüten- und Mandelaromen, bisschen matt, wenn auch nicht müde (ähnelt einem Welschriesling)
Am Gaumen dann auch trocken, aber mit einer lebendiger, überraschender Säure, frisch, harmonisch, fruchtig-blumig, sogar saftig. Im Geschmack  besser.

2.         Basilikata,   2013 Haus Pipoli rosso,  Vigneti Del Vulture
             aus Aglianico, 14,5 / 14,10 Punkte

Kräftiges, dichtes, jugendliches Purpurrot, schmaler Rand.
Riecht „weinig“, mineralisch, herb (Rappen?) im etwas kälteren Zustand. Ähnelt sogar einem Cabernet Franc (Loire); zeigt auch Veilchennoten, Brombeeren.
Am Gaumen dann saftig, mit viel Stoff und feinen Tanninen. Relativ viel unvergorener Zucker (stört ein wenig). Mit der Zeit (und Temperatur) kommen schöne Gewürznoten (Zimt) und ein gut dosiertes Barrique dazu.
Ein stimmiger, überzeugender Wein im Aglianico-Einstiegssegment.

3.         Puglia,   2013 Rupicolo,  Az. Vinicola Rivera
             aus Montepulciano, Nero di Troia und Cabernet Sauvignon, 14,0 / 14,15 Punkte

Etwas reifere und nicht so intensive Farbe wie der Wein davor.
Riecht auch „leichter“ mit floralen Noten (von der Nero di Troia?)
Der erste Eindruck ist leicht süßlich mit viel (staubigem) Tannin, erdig.
Einerseits robuster, aber mit 12,5% Alkohol angenehm leicht.
(Wird von den anderen Verkostern besser bewertet)

4.         Puglia,   2010 Vigna Pedale,  Torrevento
             aus Nero di Troia,    15,5 / 14,95 Punkte

Schönes Dunkelrot, jugendlich mit feinem Rand.
Nase sehr interessant: blumige (Veilchen-) Note, herb-fruchtig, verschiedene dunkle Beeren.
Am Gaumen dann sehr harmonisch, würzig, glatte Tannine, mit schöner Fruchtsüße.
Ein interessanter,  stimmiger und sehr gut gemachter Wein (Nero di Troia !), mit gutem Zeitpunkt der Reife.

5.         Puglia,   2012 Bolonero,  Torrevento
             aus Nero di Troia und Aglianico, 14,5 / 14,65 Punkte

Etwas dichter in der Farbe, aber nicht so schön wie der Wein davor.
Nase süßlich, Gewürze, leicht parfümiert, nicht besonders fein, eher „gemacht“.
Am Gaumen auch süßlich, aber harmonisch mit Spiel von Würze und Wärme.

6.         Basilikata,  2010 Teodosio,  Az. Agricola Basilisco
             aus Aglianico, 16,0 / 15,75 Punkte

Schönes, dichtes Rot
Riecht “dicht”, würzig, Trockenobst, später süßlich-animalische Note, überreife Frucht (nicht „astrein“)
Am Gaumen viel Fruchtsüße, aber kräftige Tannine und Säure (Aglianico !)
Konzentrierter, interessanter Wein mit Charakter, der wegen seiner Jugend noch nicht ganz stimmig wirkt. Typischer, noch junger Aglianico.

7.         Basilikata,   2006 Guadarra,  Bisceglia
             aus Aglianico,  17,0 / 15,25 Punkte

Dichtes, leicht trübes, helleres Rot, das Reife andeutet.
Sehr würzig, altes (schönes) Holz, viel Trockenobst (Feigen, Datteln), eingelegte Sauerkirsche, leicht Liebstöckel. Überraschende, kühlende Menthol-Note, die neben dem süßlichen Trockenobst für Spannung sorgt.
An Gaumen wieder schöne Gewürze (Zimt, Gewürznelken) und Haselnüsse. Viel Stoff, bei viel Tannin sehr samtig (Aglianico-Reife !)  Auf dem Höhepunkt.
(Bei einigen Verkostern eigentlich über dem Zenit, bzw. schon am Anfang des Zerfalls. Ein Wein der abhängig von der Herangehensweise des Verkosters polarisiert)
Im Vergleich zu Nr. 6 ein schönes Beispiel, wie ein Aglianico mit 10 Jahre Reife zu seiner Weichheit und Samtigkeit kommt.
Ein „mürber“, reifer Wein mit Charme und Charakter.

8.         Puglia,   2009 Il Falcone,  Az. Vinicola Rivera
              aus Nero di Troia, Montepulciano, 16,5 / 16,20 Punkte

Sehr schönes Rubinrot mit „reifem“ Rand.
Riecht gleichzeitig „warm“, weich-sahnig  und herb-blumig mit klaren Veilchen-Noten (Nero di Troia!)
Sehr harmonisch mit feiner Frucht, glatten Tanninen und zurückhaltenden Barriquearomen.
Ein absolut stimmiger, sehr gut gemachter Wein und erster Wein der Probe mit deutlicher Eleganz.
Gutes Beispiel für die Qualität der Castel del Monte Paradesorte Nero di Troia.

9.         Puglia,   2012 Cinque Autoctoni,  Vigneti del Salento
            aus Montepulciano, Primitivo, Sangiovese, Negroamaro, Malvasia Nera,
16,5 / 16,25 Punkte

Sehr dichtes, jugendliches, dunkles Purpurrot, mit viel Glyzerin-„Tränen“ am Glasrand.
Trockenobst, süßlich, Vanille, Puderzucker.
Erstaunlich viel Extrakt/Stoff am Gaumen. Gewürze (Nelken), süßliche, tolle Frucht die man „kauen“ kann. Sehr viel Tannine, die sehr fein, wenn auch jung sind. Karamell-Sahne-Bonbon.
Ein noch zu junger Wein, der von allem (zu)viel hat und Richtung eigene Karikatur tendiert.
(Kontrovers benotet, was zu verstehen ist je nachdem, ob man den Stil des Weines oder die „reine“ Weinqualität beurteilt)

10.      Puglia,   2012 Sessantanni,  Feudi di San Marzano
            aus Primitivo, 16,0 / 16,60 Punkte

Dicht, fast Schwarz.
Nase: schöne schwarze Kirsche, riecht „weich“, wieder Puderzucker, Gewürze, sehr überzeugend und sauber.
Erstaunliche Kraft, saftig, fleischig, viel schöne Frucht. Säure, die ein bisschen abgetrennt steht (zugegeben?) Abgang lang, Rosinen, sehr süß, nicht nur wegen des hohen Alkohols, sondern auch wegen der Restsüße.
Ein modern gemachter, überzeugender, mächtiger Wein, also typisch Primitivo aus Puglia in der oberen Klasse. Noch jung.

11.      Puglia,   2012 “F”,  Feudi di San Marzano
           aus Negroamaro, 16,5 / 16,65 Punkte

Dicht, auch fast Schwarz, dünner Rand, aber etwas reifer in der Farbe als der Primitivo.
Auch sehr würzig, konzentriert, feine Frucht, deutlich Teer, saftig, Barrique, kräftige Säure, Gewürze.
Mehr Tannin als der Primitivo, Zedernholz.
Auch hier ein typischer, mächtiger Wein aus einer sehr interessanten Sorte, der aber, wie auch die beiden Weine davor, schon bei dem zweiten Glas satt macht.

12.      Basilikata,   2010 Il Sigillo,  Cantine del Notaio,
            aus Aglianico,  17,0 / 16,95 Punkte

Sehr schönes dunkles Rot, klarer Rand.
Nase geradlinig, durchdringend, frisch und sehr mineralisch (auch Teer), Säure schon angedeutet.
Sauber, interessant; Sauerkirsche, Walderdbeeren, Mispeln, lang, tief, konzentriert, sogar irgendwie verschlossen.
Am Gaumen  sirupartig, geschmolzener Stein, wieder kräftig Teer, Barrique. Viel Tannin und Säure (typisch für Aglianico), sehr konzentriert. Kräftiger, langer Abgang, wieder Mispeln.
Ein mächtiger Wein, typisch Aglianico, der  in seiner Jugend noch ohne Eleganz dasteht, der aber viel Potenzial für die Zukunft verspricht.

Verfasser: Ceca

2016_09_Weinprobe Apulien und Basilikata Auswertung

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Weinprobe Ökologischer Weinbau mit Weinen aus dem Weingut Dr.Kauer, Bacharach

Erstellt von Dieter am 26. Oktober 2016

Unsere diesjährige „Technikprobe“ konnte erst in den Semesterferien der Hochschule Geisenheim stattfinden, da Dr.Kauer, Professor für Ökologischen Weinbau an der „Weinuniversität“ erst dann Zeit dafür hatte. Außerdem  betreibt er ein Weingut in Bacharach und ist langjähriger Vorsitzender der „Weinzunft Bacharach Zechgesellschaft Anno 1328 zu Bacharach und Steeg“ und hat dadurch Verständnis für den Weinbildungshunger unserer Weinbruderschaft.

An den Anfang möchten wir die Erklärung des Weingutes auf seiner Homepage zum Thema „Ökologischer Weinbau“ stellen:

„Als wir 1982 gestartet sind, war eines von Anfang an klar: Bioweinbau soll es sei, ohne Wenn und Aber. Richtlinien gab es noch keine, aber die Richtung war klar. Von daher ist Bio-weinbau für uns eine Selbstverständlichkeit. Unser Engagement gilt dabei insbesondere dem Steillagenweinbau.
Der Boden und das Bodenleben sind unser höchstes Gut und die Grundlage für die Qualität der Trauben und Weine. Darum sind während der Winterperiode alle unsere Weinberge mit der natürlichen Standortflora begrünt. Im Frühjahr lockern wir jede zweite Rebgasse auf, um da Bodenleben und die Mineralisation anzuregen. Hierdurch versorgen wir die Reben mit Nährstoffen und verringern auch die zeitweise Wasserkonkurrenz zwischen Reben und Begrünung in den Sommermonaten. Bei Bedarf füttern wir das Bodenleben und unsere Reben zusätzlich mit organischen Materialien. Auch im ökologischen Weinbau müssen beim Anbau von klassischen Rebsorten, wie dem Riesling, Rebschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Zum Schutz der Trauben vor den eingeschleppten Mehltaupilzen setzen wir Gesteinsmehle, Algenextrakte, Backpulver sowie in kleinen Mengen Schwefel und Kupfer ein. Unser Betrieb wird jährlich im Rahmen der EU-BioVerordnung und den ECOVIN Richtlinien zertifiziert. Mit dem Jahrgang 2012 wird die Verwendung des EU BioLogos verpflichtend. Sie finden daher, neben dem ECOVIN Zeichen auch das EU-Gemeinschaftslogo für biologisch erzeugte Produkte auf unseren Etiketten“

Mit diesem Statement ist schon alles Wesentliche zum Ökoweinbau gesagt. Dr. Kauer führte uns jedoch seine einzelnen Elemente anhand seiner umfangreichen Studienunterlagen visuell per Beamer näher aus.

Der Ökoweinbau ist ein Bewirtschaftungssystem.
Heute findet man in unseren Weinbergen den integrierten (konventionellen) Weinbau einerseits und den Ökologischen/ biologischen Weinbau andererseits, letzteren mit einem Anteil von 8-10 % der Rebfläche. Eine Variante ist der biologisch-dynamische Weinbau, der auf dem anthroposophisch-ganzheitlichen Weltbild  von Rudolf Steiner beruht. Die kosmischen Einwirkungen beispielsweise der Mondphasen  können wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden, auch nicht die spirituellen Wirkung von biodynamischen Präparaten wie Hornmist und Kräuterpräparaten. Hierfür stehen „Demeter“ und das „Biodyvin“-Label.
Andere deutsche Bio-Anbauverbände sind heute neben ECOVIN z.B. Bioland oder Naturland.

Zum Thema Boden und Bodenleben führte er aus, dass bei der Begrünung  (nicht übertreiben!) ein hohe Biodiversität angestrebt wird mit bis zu 30 Mischungspartnern (u.a. Leguminosen, die Stickstoff in den Boden bringen) und tierische Nützlinge unterstützen. Beim integrierten Weinbau  dominiert dagegen oft „Sportplatzrasen“.
Offene Rebgassen werden mit Holzhäcksel oder Stroh abgedeckt.  Es werden keine Herbizide, auch nicht im Stockbereich, und keine Mineraldünger eingesetzt. Bei Kompost wird kein Kompost aus unbekannten Quellen (z.B. grüne/braune Tonne) verwendet. Ggf. wird bei Trockenheit die Gründüngung gewalzt, um die Pflanzen absterben zu lassen.
Beim Pflanzenschutz muss jedoch mangels Alternativen Kupfersulfat eingesetzt werden. Es wird i.d.R. in 10 Gaben á 300 g/ha (gemessen als reines Kupfer) ausgebracht, also 3 kg pro Jahr. 2016 werden wegen des Peronosperadrucks, der durch die feuchte Witterung ausgelöst wurde, jedoch aufs Jahr gerechnet 4 kg verwendet werden. Viele Winzer, speziell Ökowinzer rechnen 2016 mit hohen Ernteausfällen. Vergleichsweise wurde  in den 20er- und 30er-Jahren 40-50 kg Kupfer pro ha ausgebracht.
Im Keller wird im ökologischen genauso wie im integrierten Weinbau gearbeitet, d.h. Ziel ist die Einschränkung auf die notwendigsten Maßnahmen und Reduzierung von Schwefel.

Bei all diesen Informationen kam dennoch der Wein nicht zu kurz.

Das Weingut Dr.Kauer hat 3,5 ha im Ertrag, davon 95 % Riesling und 5 % Spätburgunder, letzterer nur für Rosé und Sekt. Ziel ist es, das Weingut auf 6 ha zu bringen, damit die mögliche Nachfolgerin das Weingut wirtschaftlich erfolgreich weiterführen kann.
Die Weinberge liegen bedingt durch die Neugründung 1982 ohne Weinbergsbesitz etwas verstreut in Bacharach (Kloster Fürstental, Wolfshöhle), Oberwesel (Oelsberg) und Oberdiebach (Fürstenberg).

Wir konnten einen Sekt und 12 Rieslinge probieren, darunter einen halbtrockenen 2001er.

Wenn man sich die Durchschnittswertungen betrachtet, fällt auf, dass die Punktung vom trockenen Gutswein, über (echte) Kabinetts bis zur Spätlese sich sehr homogen zwischen guten 14,07 und 15,76 bewegt. Lediglich die edelsüße Auslese zum Schluss lag mit 16,33 Punkten darüber.

Wir konnten eine Kollektion verkosten, von der man sagen kann: So muss Riesling schmecken.

Im Einzelnen:

1.         Spätburgunder Rosé Sekt  brut, 2013, Traditionelle Flaschengärung.

Der feinperlige  Sekt wurde im Weingut selbst abgerüttelt und lag bei 10 g. Restzucker.
Bei relativ geringer Schwankungsbreite bewerteten wir den Sekt im Schnitt mit 14,45 Punkten.

2.         2015  Dr. Kauer Riesling Qualitätswein, trocken,.

Der Gutswein, von Dr. Kauer als „Visitenkarte des Betriebs“ bezeichnet,
war ein sauberer, typischer und frischer Riesling.
Wir werteten ihn im Schnitt mit 14,07 Punkten.
Die Kabinettweine insbesondere im trockenen und halbtrockenen (feinherben) Bereich liegen dem Weingut besonders am Herzen. Ziel ist, munter machende, anregende Weine mit moderatem Alkoholgehalte zwischen.10,5 bis 11,5 Vol.% zu erzeugen.

Bei den ersten beiden Kabinettweinen Weinen konnten wir einen Jahrgangsvergleich machen:
3.         2015  Bacharacher Kloster Fürstental Riesling Kabinett, trocken, ( 11 % Alk.) und
4.
         2014  Bacharacher Kloster Fürstental Riesling Kabinett, trocken,  ( 11 % Alk.)
Beides echte Kabinettweine mit geringem Alkohol, leichtem Körper aber genügend Substanz. Die Nr. 4 schmeckte jahrgangsbedingt gereifter.
Die Wertungen lagen bei 14,61 Punkten für die Nr. 3 und 14,24 Punkten für die Nr. 4, was eigentlich typisch für den Vergleich dieser beiden Jahrgänge ist.

5.       2015 Bacharacher Wolfhöhle Riesling Kabinett, trocken ( 11,5 Alk.)
Ein weiterer typischer Kabinett, etwas kräftiger und mineralischer als Kloster Fürstental 2015 (Nr.3). Wir griffen mit 14,93 Punkten etwas höher.

Die Spätlesen bezeichnet Dr. Kauer als wahre „Terroiristen“, da sie die Herkunft besonders eindrucksvoll widerspiegeln. Die Lese erfolgt erst gegen Ende des Herbstes weit nach den Kabinetten, was der Aromaausprägung besonders dienlich ist. Sie liegen zwischen Mäßigen 11,5 und 13,0% Alkohol bei den trockenen Weinen.
Wir konnten 2 Lagen gegeneinander verkosten:

6.         2015  Oberweseler Oelsberg Riesling Spätlese, trocken und
7.         2015 Bacharacher Kloster Fürstental Riesling Spätlese, trocken

Beide mit praktisch identischen Alkohol-, Restzucker- und Säurewerten und mit 15,67 bzw. 15,65 Punkten fast identischer Wertung.
Der Oelsberg wies eine deutliche Mineralik und nicht so kräftig schmeckende Säure auf, der Fürstenberg war dafür schmelziger.
Der Oelsberg liegt an einem südorientierten Prallhang des Rheins und gilt als eine der besten Lagen. Er ist früh trinkreif.
Verblüffender weise gingen die individuellen Wertungen bei diesen Weinen deutlicher auseinander, als bei den Kabinettweinen. Es könnte an der mineralischen Note liegen, die dem einen oder anderen nicht so zusagt.

Damit verließen wir die trockenen  Wein und probierten jetzt drei feinherbe Weine. Dabei kam wieder einmal die Diskussion zum Thema „feinherb“ auf.

8.       2015, Bacharacher Kloster Fürstental Riesling Kabinett, feinherb

Der Wein ist bei der Spontangärung bei 22,3 g / l Restzucker stehengeblieben und weist nur 11,0 Vol% Alkohol auf. Die dezente Süße war schön eingebunden. Mit 14,89 Punkten im Durchschnitt lag er auf dem Level der anderen Kabinetts.

9.       2015 Oberweseler Oelsberg Riesling Spätlese, feinherb
.

Auch dieser Wein ein typischer feinherber Wein mit 20,7 g/l Restzucker, aber deutlich fülliger als sein  Vorgänger. Er lag mit 15,28 Punkten im Bereich der beiden trockenen Spätlesen.
10.     2011 Bacharacher Wolfshöhle Riesling Kabinett, feinherb

Ein schöner und  gereifter Wein mit 23,0 g/l Restzucker, bei dem die Wertungen dennoch weit auseinander gingen. Im Schnitt kamen 15,63 Punkte heraus, wobei er einigen Weinbrüder durchaus auch 16,5 und 17,0 Punkte wert war.

Mit den nächsten beiden Weinen konnten wir gut jung und (schon sehr) alt vergleichen:

11.       2015  Oberdiebacher Fürstenberg Riesling Kabinett und
12.       2001 Oberdiebacher Fürstenberg Riesling Spätlese

Der Oberdiebacher Fürstenberg ist besonders für fruchtige Weine geeignet.
Der 2015er wies 33,2 g/l Restzucker auf und erhielt selbst von uns Trocken-Trinkern 15,28 Punkte.
Beim 15 Jahre alten 2001 gingen die Meinungen weit auseinander, da er einen leichten Petrolton aufwies. Von untrinkbar (und nicht bewertbar) bis wunderschön gereift (17,5 Punkte) gingen hier die Meinungen. Im Schnitt reichte es zu 15,76 Punkten.

Ein rarer edelsüßer Dessertwein machte den Abschluss:

13.      2015 Bacharacher Kloster Fürstental Riesling Auslese edelsüß.

Ein edelsüßer Wein wie er sein soll. Er wurde mit 102°Ö geerntet. Mit 16,33 Punkten erreichte er verdient die Höchstpunktzahl des Abends.

Als Resümee kann festgehalten werden: ein sehr informativer Abend mit dennoch hohem Genusspotential.

Verfasser: Wilfried

2016_08_Weingut Dr. Randolf Kauer Probenergebnis

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