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Archiv für die 'Probenberichte 2012' Kategorie

13.12.2012 Bordeaux – ein Querschnitt über Raum und Zeit

Erstellt von Dieter am 9. Januar 2013

Unsere Weinbruderschaft besteht schon seit 30 Jahren und deshalb sollte nicht nur die Jubiläumsfeier sondern auch die letzte Weinprobe des Jahres etwas Besonderes bieten. Und welches Thema dafür ? Da bot sich eigentlich nur eine Bordeaux-Verkostung mit gereifteren Weinen an!  Schon lange haben wir damit liebäugelt, nur am erwarteten Kostenrahmen ist das immer wieder gescheitert.

Bereits vor zwei Jahren hatten wir mit der Planung begonnen und den Schatzmeister dann überredet, für diese Probe tiefer in das Säckel zu greifen.

Einen kompetenten Referenten hatten wir mit  Bernd Kögler gefunden, der auch bereit war, die Veranstaltung mit gereiften Weinen aus seinem Keller zu bestücken.

Endlich kam der lang erwartete Tag und alle Weinbrüder und Weinschwestern, die sich Zeit nehmen konnten, erschienen zu dieser Jubiläumsprobe.

Zu Beginn der Verkostung starteten wir mit zwei jungen, weißen Bordeaux.

Der 2010’er Despange Rauzan aus dem Entre-deux-Mers machte den Anfang. Er war wie erwartet ein gradliniger, klarer, fruchtig-frischer Sauvignon blanc geprägter Weißwein, der durch den Semillonanteil etwas cremiger und fülliger als ein reinsortiger Sauvignon blanc schmeckte. Auch der Preis war der Qualität angemessen und bei weitem nicht so teuer, wie das von vielen Bordeaux behauptet wird.

Der zweite Weißwein, der 2009’er Clos Floridene aus Pessac Leognan, war ein Jahr älter. Durch seinen sehr viel höheren Semillon-Anteil wirkte er deutlich cremiger und weicher als der Vorgänger. 6 Monate Ausbau im Barrique, von denen ca. 25% neu waren, gaben ihm deutliche Holztöne mit. Ein Teil der Verkoster verzieh ihm das allerdings nicht – trotz der viel dichteren Struktur.

Dann ging es zu den roten Bordeaux.

Der 2007’er Pey La Tour, ein „Bordeaux Superieur“ aus einem qualitativ kleineren Jahr zeigte sich als ordentlicher, typischer, aber einfacherer Bordeaux, mit einem Hauch Schokolade, aber auch mehr stumpfen, grünen Tanninen. Insgesamt ein einfacherer, etwas gefälliger gemachter Wein.

Wir wechselten auf die andere Seite der Garonne zum 2007’er Barrail de Blanc, der als  St.Emilion Grand Cru eingestuft ist. Seiner Herkunft entsprechend trat er mit dichterer Frucht und deutlich festerem, aber auch reifem Tannin auf. Der Ausbau erfolgte zu 50% im Barrique, der Neuholz-Anteil betrug etwa 33% .

Es ging zurück zur linken Seite und wir verkosteten den 2009’er Chateau Lanessan, einen Cru Bourgeois Superieur aus dem Haut Medoc . Er stammte im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern aus einem sehr guten Jahr und präsentierte sich daher mit dichterer Struktur, war aufgrund seiner Jugend aber auch noch recht kantig und eckig.

Der nächste Wein, der 2008’er Chateau La Garde aus Pessac Leognan, kam von der gleichen Seite, war aber weiter Garonne-aufwärts gewachsen. Das Jahr 2008 war insgesamt gut, aber kühler als z.B. 2009  und so zeigt sich dieser Wein noch etwas kantiger in der Frucht und härter im Tannin als sein Vorgänger. Er wurde 14 Monate in Barriques ausgebaut, von denen ca. 55% neu waren..

Nach unserem Einstieg mit den „Jungweinen“ kamen wir zu den gereifteren, etwa 15 Jahre alten Weinen.

Der 1998’er Moulin Haut Laroque aus dem Fronsac  zeigte entsprechend schon zarte Reife, allerdings kam er dann doch etwas rustikal und weniger komplex daher.

Der 1998 La Croix du Gay aus der recht kleinen, sehr berühmten Appellation Pomerol war vielschichtiger, mit deutlicher Reife und recht festem Tannin. Der Ausbau fand vollständig im Barrique statt, der Neuholzanteil lag bei 80%. Dieser Wein fand deutlich mehr Freunde als sein Vorgänger, obwohl er im Ausbau viel mehr Holz gesehen hatte, nur das war inzwischen sehr gut integriert. So sollte ein guter Pomerol-Wein nach 15 Jahren Reife sein!

Wir wechselten wieder die Fluss-Seite und probierten den zwei Jahre älteren 1996’er Chateau  D’Angludet, einen sehr klassischen, Cabernet Sauvignon betonten Wein aus dem Margaux. Eine dezente Paprika-Note und noch immer etwas kantig und mit festem Tannin. Ein gereifter Bordeaux wie man ihn erwartet, der noch nicht am Ende seiner Lebenserwartung war,- was unseren beiden verkosteten Flaschen natürlich nichts mehr nützte .

Auch das Gegenstück, der 1999’er Chateau Kirwan (ebenfalls aus dem Margaux) wusste zu gefallen.  Er war etwas dichter, fülliger als sein Vorgänger und besaß mehr Holz- und Vanille-Noten sowie ein festeres, komplexeres Tannin.

Interessanterweise bevorzuge die eine Hälfte der Verkoster den Chateau D’Angludet und die andere den Chateau Kirwan. Es war eine Diskussion über die Weinqualität auf hohem Niveau.

Dann kam der wohl schönste Wein des Abends – zumindest für den Chronisten, –  der 1995’er Clos Fourtet, ein St.Emilion Premier Grand Cru, Classe B. (Zur Klassifikation der Bordeaux-Weine siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Bordeaux-Klassifizierung ) Dicht, aber auch elegant in der Frucht, mit festem, reifem Tannin und für einen Bordeaux-Wein mit sehr burgundischen, floralen Noten.

Dieser Wein hatte sich sehr gut entwickelt, trotz seiner Dichte wirkte er elegant und filigran. Das kann die lange Reife bei einem guten Bordeaux bewirken! Auch an der Preisentwicklung lässt sich die Qualitätssteigerung ablesen von 22,- €, als er auf den Markt kam, auf heute etwa 58, – €.

Dagegen konnte der 1996’er Chateau Lagrange, aus dem St.Julien bei der Finesse nicht ganz mithalten (Es blieb aber trotz allem ein hervorragender Wein !) Er präsentierte sich als typischer, noch immer etwas verschlossener, aber gradliniger, eleganter, fleischiger St.Julien mit gewohnt festem Tannin.

Auch bei diesen beiden Weinen gab es wieder zwei fast gleich große Gruppen, die jeweils den St Emilion- bzw.- den St.Julien-Wein bevorzugten.

Und war wäre eine gute Bordeaux-Probe ohne einen edelsüßen Wein zum Abschluss? Als süßes „Bonbon“ gab es den 1996’er Chateau Rayne Vigneau aus dem Sauternes. In hellem Bernstein-Ton präsentierter er sich im Glas mit klarer, dichter und doch eleganter Frucht und deutlichen Kokos-und Vanilletönen. Als dieser Wein 1999 auf den Markt kam, war im Vergleich zu anderen Sauternes-Weinen schon etwas schlanker und zarter, hatte damals aber noch deutliche, sehr vorder­gründige Botrytis-, Ananas- und Marzipantöne. Die Reifezeit seitdem hat ihm sehr gut getan, denn jetzt zeigte er sich jetzt sehr elegant und harmonisch und wirkte auch nicht alkoholisch oder rustikal. Alle Einzelkomponenten waren in der Zwischenzeit zu einem harmonischen Ganzen verschmolzen.

Mit diesem Wein endete leider diese Probe. Für die Anwesenden war es eine hochinteressante Demonstration über das, was Bordeaux als Weinbaugebiet bieten kann und was ein klassischer Bordeaux nach 10 und mehr Jahren Reife an Eleganz und Feinheit aufweisen kann. Feinheiten, die die Neue Welt eigentlich nie erreicht.

Dafür möchten wir uns bei unserem Referenten herzlich bedanken – und auch dafür dass er seinen Keller dafür geräubert hat !

Verfasser: Dieter Ockelmann

Probenergebnis Bordeaux vom 13.12.2012 (pdf)

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22.11.2012 Autochtone Rebsorten Spaniens

Erstellt von Dieter am 9. Dezember 2012

Spanien besitzt eine große Anzahl an autochtonen Rebsorten, von denen Tempranillo die bekannteste ist. Während der Reblauskatastophe sind aus dem Bordeaux Winzer mit ihren Bordeaux-typischen Reben nach Nordspanien gekommen. und Cabernet Sauvignon oder Merlot sind auch in Spanien heimisch geworden. Andererseits haben sich Rebsorten mit spanischen Wurzeln, wie Grenache oder Mourvedre, in den Mittelmeerraum ausgebreitet.
Daher war es das Ziel für diese Weinprobe eine Auswahl an spanischen autochtonen Rebsorten vorzustellen.
Die in Spanien noch am meisten vertretene weiße Rebsorte, die Airen, wurde nicht vorgestellt, da sie ein Massenträger mit minderer Qualität ist.

Pardillo (Pardina) wird überwiegend in den südwestlichen Weinbauregionen La Mancha, Albacete, Badajoz, Cuenca, Extremadura, Ribeira del Guardiana und Tierra de Baros angebaut. Rebfläche ca. 31.400 ha. (2007)
Viura (Macabeo) ist in Nordspanien die am häufigsten angebaute weiße Rebsorte. In den Regionen Penedès und Conca de Barberà ist sie ein Bestandteil im Schaumwein Cava. Der weisse Rioja besteht ebenfalls überwiegend aus Viura Rebfläche 34.300 ha (2007).
Verdejo wird fast ausschließlich in den kastilischen Regionen Cigales, Toro und Rueda angebaut wird. Früher wurden stark oxidierte sherryartige Weine aus Verdejo hergestellt, heute stellt man mit Hilfe moderner Technik frische, fruchtige Wein her, die zunehmend Erfolg haben. Fläche ca. 7.500 ha (2007)
Godello gilt als autochthone Sorte der Region Galicien. Dort wird sie u. a. in den Appellationen Monterrei, Ribeira Sacra, Ribeiro und Valdeorras aber auch in der D.O. Bierzo angebaut. Fläche ca. 1.100 ha (2007)
Treixadura (Trajadura) wird hauptsächlich in Portugal angebaut. In Spanien wird sie in Galicien und dort vor allem im Anbaugebiet Rías Baixas angebaut. Rebfläche ca. 205 ha.
Tempranillo ist die bedeutendste rote Rebsorte in Spanien. Die Rebsorte ist eventuell mit dem Spätburgunder verwandt. Angebaut wird sie in der DO Rioja, Ribera del Duero, Toro, Penedes, Navarra, in der La Mancha u.a. Je nach Herkunft kann sie breit und füllig bis fruchtig elegant und säurebetont sein. Daher haben wir auch Wiene aus drei verschiedenen Regionen verkostet. Rebfläche ca. 207.000 ha.
Prieto Picudo wird hautsächlich in Kastilien León angebaut. Sie liefert niedrige Erträge und damit sehr konzentrierte Weine. Rebfläche ca. 6000 ha.
Sie erbringt tieffarbene Weine mit Moschusaroma. Bemerkenswert ist das ausgezeichnete Verhältnis von Schalen zu Fruchtfleisch, das einen hohen Gehalt an Geschmacks-, Gerb- und Farbstoffen mit sich bringt. Die üppige Frucht und die hohen Säurewerte sorgen für saftige Frische.
Monastrell (Mourvedre) ist von Spanien auch nach Südfrankreich gekommen und spielt z.B. an der Rhone eine wichtige Rolle für Cuvees. In Spanien wird die Rebsorte vor allem in Jumilla und Yecla angebaut Rebfläche ca. 65.100 Hektar
Mencía wird in Galicien und Kastilien, insbesondere in den Anbaugebieten Bierzo, Rías Baixas, Valdeorras und Vinos de León angebaut.. Sie erbringt oft leichte, recht duftige, eher hellrote Weine. Rebfläche ca. 11.330 ha
Bobal ist eine der wichtigsten roten Rebsorten in Spanien. Die Traube besitzt eine kräftige Säure und erbringt relativ niedrige Alkoholgehalte, oft dient sie daher als Verschnittpartner für Mourvedre. Aus alten Reben können teilweise erstaunlich vielschichtige Weine produziert werden. Bobal wird vor allem in den Regionen Albacete, Alicante, Cuenca und Utiel-Requena angebaut. Rebfläche ca. 92.630 ha

Garnacha (Grenache) ist wie schon der Mourvedre ebenfalls von Spanien nach Südfrankreich gekommen und wird bei vielen Cuvees eingesetzt. Auf Sardinien ist die Rebsorte unter dem Namen „Cannonau“ bekannt. In Spanien selbst wird sie vor allem im Osten und Norden angebaut, so in Regionen wie Ampurdán-Costa Brava, Bierzo, Calatayud, Campo de Borja, Cariñena, Costers del Segre, La Mancha, Navarra, Penedès, Priorat, Ribera del Duero, Rioja, Somontano, Tarragona, Terra Alta, Utiel-Requena und Vinos de Madrid. Rebfläche ca. 86.600 ha

Nach den allgemeinen Informationen zu den Rebsorten nun die verkosteten Weinen:
Wir begannen mit den Weißweinen:
1.) der 2011’er „Zorzalina, Pardina“, ein Pardillo aus der DO Ribera del Guardiana, stammte von der Bodegas Vinaolive SA, einer Gebiets-Genossenschaft in der Extremadura. Es war ein einfacher, sehr grüner, unreif geernteter Wein, der deutliche nach grüner Stachelbeere und Zitrone schmeckte.
2.) der 2011er Finca Antigua, ein Viura aus der La Mancha war zart fruchtig, hatte aber ebenfalls etwas grüne, unreifer Noten und war etwas blass im Abgang. Die Finca Antigua gehört zur bekannten Kellerei Martinez Bujanda aus dem Rioja .
3.) der 2008er Blanco Nieva, „Pie Franco“ ein Verdejo von der Bodegas Vinedos de Nieva aus Rueda stammt aus einer Einzellage von alten Reben, war daher recht vielschichtig und hatte nicht so vorlaute Holunder-Töne – was ihm einige Verkoster allderdings als untypisch vorhielten.
4.) der 2011’er Ollo de Galo, Godello von der Bodegas Mencia De Dos S.L, aus dem Valdeorras zeigte – typisch für diese Rebsorte – intensive Töne von grünem Apfel.
5.) der 2011er Vina Mein, aus 80% Treixadura, mit etwas Godello, Loureira, Torrontes, Albarino, Lado, Albilla von der gleichnamigen Bodega aus dem Ribeiro zeigte eine klare Frucht mit zart salzig mineralischen Anklägen.
Dann wechselten wir zu den autochtonen Rotweinen. Da der Tempranillo die wichtigste Rebsorte Spaniens, ist verkosteten wir drei Weine mit verschiedener Stilistik aus unterschiedlichen Anbaugebieten.
6.) der 2005er Bodegas Tornero, „Laudano“, Semi-Crianza aus Castilien. Der Tempranillo heißt hier Cencibel und das Klima ist hier deutlich heißer als z.B. in Rioja, dadurch wird der Wein deutlich fülliger, pflaumiger, süßer und alkoholischer. Die Säure war schon fast untypisch niedrig für einen Tempranillo und das Tannin weicher, runder. Insgesamt machte der Wein bereits einen sehr reifen Eindruck
7.) der 1995er Herencia Remondo, Reserva aus der Rioja von der Bodegas Palacios Remondo
Ein sauberer, klarer, eleganter, typischer Rioja im traditionellen Stil mit dezenter Reife ohne Alterstöne, noch etwas adstringierendem Tannin – und das, obwohl er aus Rioja Baja, dem heißeren Teil der Riojas kam, dem breite und füllige Wein nachgesagt werden.
8.) der 2005er Del Jaro, „Sembro“, roble aus dem Ribera del Duero
Der Tempranillo heißt hier Tinto del Pais. Ein sauberer, dichter, fruchtiger Tempranillo, mit frischer Säure und festem Tannin. Nicht so elegant wie der Herencia Remondo, aber in der Frucht und im Tannin typisch für einen Ribera del Duero. Die Bodegas y Viñedos del Jaro, S.L. gehören mit der Finca El Quiñón zum Imperium der Familie Osborne, die für ihren Brandy bekannt ist.

9.) der 2004er Casar de Burbia, ein Mecia aus Bierzo von der gleichnamigen Bodega präsentierte sich ganz anders als viele einfache, helle Mencia-Weine. Ein dunkler, dichter, klarer Wein mit Ecken und Kanten und festem, leicht schokoladigem Tannin. Die Weinkellerei wurde 1989 gegründet und hat 27 Hektar in unmittelbarer Nähe des Jakobswegs. Hier wachsen auf mehr als 700 m Höhe die ältesten Mencia-Weinstöcke des Herkunftsgebiets D.O. Bierzo. Das Weingut hat sich deshalb auch auf die Mencia-Rebe spezialisiert.
10.) der 2006er Bodegas Otero, Reserva, ein Prieto Picudo aus der DPO Valles de Benavente. Ein sauberer, dichter, etwas kantiger Wein, mit zarter Süße und härterer Gerbsäure, etwas mehr Bittertöne und Kakaonoten.
11.) der 2010er Casa Castillo, Crianza, ein Monastrell aus Jumilla.
Ein sauberer, pflaumig fruchtiger Wein mit festem, etwas kantigerem Tannin, aber recht weich für einen Monastrell.
12.) der Domino de la Vega, Cuvee Artemayor VI, ein Bobal aus Utiel Requena.
Ein sauberer, klarer, eleganter, gut strukturierter Bobal mit festem, etwas schokoladigem Tannin. Diesem Wein ist ein Jahrgangcuvee aus 2005, 2006 und 2007 ist und von über 80 jährigen Reben stammt, die direkt neben dem Weingut wachsen. Das Weingut ist vor allem für Cava bekannt, macht daneben aber auch Stillweine. Der Artemayor ist das Spitzenprodukt unter den Rotweinen des Gutes.
13.) der 2009er Acustic Celler, „Auditori“, ein Garnacha aus Montsant
Für einen Grenache besitzt er ein ungewöhnlich tiefdunkles, bläuliches Rot, eine sehr dichte, vollreife Frucht mit viel Feige, Trockenpflaume, Rosinen und einem festem, reifem Tannin.
Der Auditori ist der Spitzenwein des jungen Winzers Albert Jané (aus der Familie Jané Ventura) der sich mit dem Project Acustic den Traum vom eigenen Weingut erfüllte. Die Trauben für diesen Wein stammen von 80 – 100 Jahre alten Rebstöcken aus Schieferlagen in 500 bis 700 m Höhe. Dieser Wein braucht sich vor den renommierten Weinen aus dem benachtbarten Priorat nicht zu verstecken.
Das war der letzte Wein der Rebsortenprobe. Für die Anwesenden war es kein leichter Abend, da – vor allem bei den Weißweinen – das Geschmacksbild doch deutlich anders als bei den deutschen Weinen oder den Weinen aus internationalen Rebsorten war.

Verfasser: Dieter Ockelmann

Probenergebnis Autochtone Rebsorten Spaniens 22.11.2012 (pdf)

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17.11.2012 Jubiläumsfeier 30 Jahre Weinbruderschaft zu Köln e.V.

Erstellt von Dieter am 9. Dezember 2012

Der Bericht ist noch in Arbeit

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25.10.2012 Verkostung von Selections-Weinen aus Rheinhessen

Erstellt von Dieter am 9. Dezember 2012

Der Themenwechsel bei unserer Probe am 25.Oktober – statt Weine des Ribera del Duero- Gebietes gab es die Spitzenqualitäten der Rheinhessen-Selection zu verkosten – kam bei den Mitgliedern widerspruchslos an und es zeigte sich wieder einmal, dass wir mit der Auswahl unseres Schwerpunktthemas Rheinhessen für 2012 generell richtig gelegen haben.

Außerdem wurden in dieser Probe nur diejenigen Selectionsweine angestellt, die wir nicht auf unserer Jubiläumsprobe am 17.11.2012 trinken wollten. Insofern war diese Probe besonders dafür geeignet, uns den Überblick über das rheinhessische Topsegment an Weinen zu vervollständigen. Wenn man nicht gerade „Namenstrinker“ ist (z.B. Wittmann, Keller, u.a.), kann man wohl kaum bessere Tropfen aus Rheinhessen finden und zwar auf einem zusammenhängend guten Niveau. Dafür sorgt das Reglement für diese Selectionsweine.

1992 zum ersten Mal ausgeschrieben, durften wir heuer den 19. Jahrgang im Glas probieren. Die selbst auferlegte Beschränkung von 12 Weinen für unsere Proben und dies bei einem aktuellen Angebot von 62 Selections-Weinen des Jahrgangs 2011(weiß) bzw. 2010 und 2009 (rot) führte zwangsläufig nur zu einem Ausschnitt dieses Qualitätsstandards.

Die besonderen Kriterien für die Erzeugung von Selections-Weinen vorab in Kürze (Zitat): „Mit alten Reben von klassischen Rebsorten, einer Lese von Hand und kleinen Erträgen zu kompromissloser Qualität!“ Soll heißen:

– mindestens 15 Jahre alte Reben in profilierten Einzellagen;
– Riesling, Silvaner, Weiß- und Grauburgunder, Gewürztraminer, Portugieser, Früh- und Spätburgunder;
– sortenreiner Ausbau im Keller;
– Ertragslimit: 55 ha/hl;
– Vollreifes, gesundes Traubengut;
– mind. 900 Oechsle Mostgewicht zum Lesezeitpunkt;

Das Ganze kontrolliert durch eine Jury, sowohl im Weinberg als auch in einer sensorischen Prüfung, wobei die Winzer mit ihren Weinen generell die Geschmacksrichtung „trocken“ ansteuern.

Unsere Probenweine im Einzelnen:

Nr. 1: 2011 Silvaner trocken „Sulzheimer Schildberg“ (Lage:147 ha) Spontan vergoren. In der Nase zart duftend mit feinen Noten von Apfel, Zitrus, gelben Früchten und einem Hauch von Kräutern. Am Gaumen zeigt er eine schöne Frische gepaart mit einer leicht zarten Mineralität. Ein komplexer Silvaner mit Saft und Schmelz.
Alc: 13,5 Vol.%, • RZ: 7,9 g/l, • S: 6,2 g/l
19 bis 27 Jahre alt sind die Silvanerreben. Sie stehen auf einem schweren, tonhaltigen Lehmboden mit Kalksteinablagerungen.
Erzeuger: Weingut Elmar Clemens, Sulzheim (www.clemens-weingut.de)
Größe: 12 ha – seit 2010 Teilnahme an Selection. Erstmals haben sich Petra und Elmar Clemens im Jahr 2010 auf das Abenteuer eingelassen, sich an der Selection Rheinhessen zu beteiligen. Seit 65 Jahren existiert das Weingut in Sulzheim. Und jetzt ist die Zeit gekommen, neue Qualitätsstufen im Weinbau umzusetzen: Schon seit einigen Jahren sammelt die Winzerfamilie fleißig Prämierungen und Medaillen der Landwirtschaftskammer. Die drei Töchter der Familie sind stolz auf die Erfolge ihrer Eltern. So wundert es nicht, dass die Älteste demnächst in die Fussstapfen der Familien treten und damit die Tradition fortführen möchte. Man darf gespannt sein, was es in den nächsten Jahren vom Weingut Clemens zu hören gibt – langweilig wird es sicher nicht werden
Anmerkungen aus den Reihen der Verkoster: „…lecker, geradlinig, rheinhessentypisch, erstaunlich frische Säure für einen Silvaner,…“
Nr.2: 2011 Silvaner trocken „Siefersheimer Heerkretz“ (Lage: 56 ha)
Ein würziger Silvaner mit schöner Frucht von Quitte und rosa Grapefruit. Am Gaumen intensivieren sich die Aromen, gepaart mit einer frischen Säurestruktur. Schöne Länge und Nachhall am Gaumen. Ein herzhafter Begleiter zu Fisch- und Geflügelgerichten.
27 Jahre alt sind die Silvanerreben. Sie stehen in dieser Lage auf Löss-Lehmboden.
Alc. 13,5 % Vol., •RZ 8,1 g/l, •S 6,5 g/l.
Erzeuger: Weingut „Alte Schmiede“, Siefersheim, mit 6 ha Rebfläche (Rebspiegel: Riesling, Chardonnay, Müller-Thurgau, Kerner, Morio-Muskat, Dornfelder, Portugieser, St. Laurent, Regent). Die Leitung des Weinguts liegt in den Händen von Andreas und Bernd Seyberth (zwei Quereinsteiger, jetzt verantwortlich für Weinberg und Keller) und seine Frau Alexandra (Kundenbetreuung und Marketing) und zwar seit 1998. (www.weingut-alte-schmiede.de)
„DLG-empfohlenes Weingut“ mit integriertem Weinbau, einer schönen Straußwirtschaft (Hof mit toskanischem Flair und Trullo); das Weingut wird jedes Jahr besser und kam so auch 2008 in den Gault-Millau-Weinführer.
Anmerkungen aus der Verkostung: „…mineralischer und geradliniger noch als der Vorgängerwein; intensiver; allerdings ein Pflanzenbitterton beim Abgang, Rucola-Ton…“ Flaschen mit einem auch in diesem Qualitätsbereich fast selten gewordenen Naturkork-Verschluss.
Nr. 3: 2011 Silvaner trocken „Aspisheimer Sonnenberg“ (Lage: 131 ha)
Ein Silvaner, der in der Nase eine schöne mineralische Note präsentiert, gepaart mit Aromen von gelben Früchten, Melone und einem Hauch Kamille. Ein spannendes Säurespiel verleiht diesem Silvaner Frische und Vitalität und lockert die Kraft und Opulenz souverän auf. 20 Jahre alt sind die Silvanerreben. Sie stehen auf einem Muschelkalkboden.
Alc. 14,0 % Vol., • RZ 1,9 g/l, • S 5,8 g/l.
Erzeuger: Weingut am Rothes (am Rathaus), Aspisheim, Weingut der Familie Hothum. Karlfried und Regina Hothum haben in diesem kleinen Weinort vor mehr als 20 Jahren die Umstellung auf den Ökoweinbau angepackt und eine veritable Sektmanufaktur aufgebaut. Nun bringen die Kinder Andreas, Christoph und Benjamin – allesamt Oenologen – und Agrarbiologin Kathi ihre Kraft und ihre Ideen ein und beginnen das Weingut zu gestalten.
Anmerkungen aus der Verkostung: „…cremig – und macht den bisher trockensten Geschmackseindruck…“
Nr. 4: 2011 Riesling trocken „Gau-Odernheimer Herrgottspfad“ (Lage: 97 ha)
In der Nase Pfirsich und Zitrus mit feinen würzigen Nuancen, unterstützt von einer mineralischen Note. Am Gaumen setzt sich die feine Mineralität fort. Reife gelbe Früchte kommen hinzu. Ein zupackender Riesling mit Eleganz.
19 Jahre alt sind die Rieslingreben. Sie stehen auf einem Muschelkalkboden mit tonigem Lehm.
Alc. 13,1 % Vol., • RZ 3,1 g/l, • S 6,0 g/l
Erzeuger: Weingut Winzerfamilie Flick, Bechtolsheim, (www.weingut-flick.de) mit ca 20 ha.
Weinbau seit 1600. Am weithin sichtbaren Petersberg liegt der Heimatort der Winzerfamilie. Drei Generationen ziehen hier an einem Strang. Birgit und Ulrich sorgen für die Weinberge, Marlies und Günter stehen mit Erfahrung und Tatkraft zur Seite. Die junge Generation, Katharina (Weinbautechnikerin; u.a. Arbeit in einem Weingut in Kanada) und Alexander (Dipl.-Ing. Weinbau; Praktika in Neuseeland), bringen frischen Wind in Keller und Verkauf. Viele Ideen und Experimentierfreude der Jungwinzer sorgen für erstklassige Weine. Jeder Rebsorte den passenden Boden: getreu diesem Motto gedeihen die Weine der Winzerfamilie Flick in vier verschiedenen Ortschaften. Die Rotweine und Burgunder im Terroir des Selztals in Bechtolsheim, Riesling und Chardonnay in der Top-Lage Herrgottspfad in Gau-Odernheim. Besonderheiten sind Silvaner auf Vulkanböden in der rheinhessischen Schweiz, sowie Weissburgunder im Höllenbrand und Riesling im Morstein.
Anmerkungen aus der Verkostung: „..schöne Nase, relativ milder Riesling…“
Nr. 5: 2011 Riesling trocken „Dalsheimer Sauloch“ (Lage: 119 ha)
In der Nase finden sich Aromen von Pfirsich, Citrus und Ananas. Am Gaumen setzt sich die fruchtige Aromatik fort, gepaart mit einer schönen Lebendigkeit. Saftig und elegant präsentiert sich dieser Riesling mit einer filigranen Leichtigkeit, schöner Fülle und einem durch Mineralität geprägten Abgang. 22 Jahre alt sind die Rieslingreben. Sie stehen auf einem von Kalkstein durchsetztem Löss-Lehmboden.
Alc. 13,5 % Vol. • RZ 5,9 g/l • S 6,7 g/l
Erzeuger: Weingut Norbert Michel, (www.weingut-norbert-michel.de)
Das Weingut liegt mit 20 ha Rebfläche in Gundheim, im südlichen Teil Rheinhessens. Seit 2005 leitet Thorsten Michel, nach Beendigung seines Weinbaustudiums in Geisenheim, das Weingut gemeinsam mit seinem Vater. Ein besonderes Augenmerk gilt bei den Rotweinrebsorten dem Spätburgunder. Im Weißweinbereich liegt der Fokus auf den Burgunderrebsorten, sowie dem Riesling und Sauvignon blanc. Thorsten Michel zeichnet für den Ausbau der Weine verantwortlich und bringt innovative Ideen aus seinem Studium ein. Sein Ziel in jedem Jahrgang ist es, sortentypische, charaktervolle Weißweine zu produzieren und Rotweine mit Kraft und Ausdrucksstärke. So begeistern die Weißweine durch eine strahlende Frische und Feinfruchtigkeit. Im traditionellen Maischegärverfahren werden die Rotweine vergoren, um dann in großen Holzfässern bzw. Barriques zu etwas ganz Großem heranzureifen.
Anmerkungen aus der Verkostung: „…macht einen trockeneren Eindruck als der Vorgängerwein, obwohl dies analytisch nicht zutrifft; Nivea-Ton;…“
Nr. 6: 2011 Riesling trocken „Sulzheimer Schildberg“
Zur Lage: siehe oben. In der Nase präsentiert er einen Korb voller Zitrusfrüchte, gepaart mit weißen Johannisbeeren, Apfel und einer zart mineralischen Note. Am Gaumen Saftigkeit und gelbe Früchte. Ein feingliedriger Riesling mit herrlicher Frische und schönem Nachhall.
23 Jahre alt sind die Rieslingreben. Sie stehen auf einem kalksteinhaltigem Lehmboden.
Alc. 13,0 % Vol. • RZ 8,0 g/l • S 7,1 g/l
Einzelheiten zum Weingut Elmar Clemens siehe oben bei den Silvanerweinen.
Anmerkungen aus der Verkostung: „…schöne Nase, bisher am typischsten für Riesling; sehr frischer, junger Eindruck, unterstützt durch zugesetzte Kohlensäure (??), Terrassenwein…“
Nr. 7: 2011 Gewürztraminer trocken „Gau-Algesheimer Johannisberg“ (Lage: 92 ha)
Ein intensiver Duft nach Rosen zeichnet diesen Gewürztraminer aus, gepaart mit Aromen von Litschi und weißem Pfeffer. Im Geschmack setzen sich die aromatischen Fruchtnuancen fort. Ein Gewürztraminer mit lebendigem Säurespiel, toller Saftigkeit und herrlichem Nachhall.
16 Jahre alt sind die Gewürztraminerreben. Sie stehen auf einem sandigen Lößboden.
Alc. 13,6 % Vol,. • RZ 5,1 g/l, • S 6,3 g/l
Erzeuger: Weingut Helmut Weber mit 15 ha; Gau-Algesheim (www.weber-weine.de)
1952 wurde das Weingut von Helmut Weber in Gau-Algesheim gegründet. Seit 1995 liegt der Betrieb in den Händen von Winzermeister Hermann Weber und seiner Frau Martina. Seither hat sich einiges getan. Moderate Erträge und ein entsprechendes Qualitätsmanagement sind für Hermann Weber wichtige Voraussetzungen, um aromatische Weiß- und kräftige Rotweine zu produzieren. Das besondere Steckenpferd des Betriebes liegt in der Rebsorte Blauer Portugieser. Im Weinkeller steht der Winzer in ständigem Dialog mit seinen Weinen. Dabei gibt Hermann Weber seinen Weinen die nötige Zeit, um das gesamte Potenzial voll zu entfalten.
Anmerkungen aus der Verkostung: „…schöne Leichtigkeit mit ansprechender Säure und Würze; südtirolerisch bzw. steiermärkisch; Feierabendwein mit leichtem Rosenduft…“
Nr. 8: 2009 Portugieser trocken „Flonheimer Rotenpfad“ (Lage: 59 ha)
Würzige Noten bestimmen diesen Portugieser, gepaart mit Anklängen von Cassis, Schattenmorellen und einem Hauch von Marzipan und Bitterschokolade. Im Geschmack intensivieren sich die roten Früchte. Mit seiner samtigen und tiefgründigen Art schmeichelt er dem Gaumen. Ein kraftvoller Wein mit viel Charakter.
27 Jahre alt sind die Portugieserreben. Sie stehen auf einem andesitischen Basalt (Melaphyr)-Boden.
Alc. 13,5 % Vol., • RZ 0,7 g/l, • S 4,8 g/l
Erzeuger: Weingut Gallé; Klaus und Ortrud Gallé führen dieses Weingut seit 1995. Mit warmen, trockenen Südhanglagen in Flonheim und Uffhofen ist das Weingut bestens bestückt. Reduzierte Erträge, Selektion im Weinberg und eine umweltschonende Bewirtschaftung sind die Eckpfeiler der Betriebsphilosophie. Und das alles im Verständnis von „soviel wie nötig, so wenig wie möglich“. Körperreiche, dichte Rotweine zählen zu den Stärken des Weinguts. Klaus Gallé hat in seiner relativ kurzen Praxis schon jede Menge Erfahrungen im Ausbau von hochkarätigen Rotweinen gemacht. Dabei spielt für ihn die akribische Auswahl hochwertiger Barriques bei der Vinifizierung der Rotweine eine wichtige Rolle. Bekannt ist er für Top Portugieser-Qualitäten, mit denen er zeigt, was sich aus dieser bisher wenig beachteten Rotweinsorte alles machen lässt.
Anmerkungen aus der Verkostung: „…Gewürznelken; dichtere Farbe als Spätburgunder; Rückverschnitt zwischen im Holz ausgebauten Chargen und Chargen aus dem Stahltank??…“
Nr. 9: 2009 Portugieser trocken „Gau-Weinheimer Kaisergarten“
In der Nase zeigt der Blaue Portugieser schöne Aromen von Sauerkirsche, roten Waldbeeren, gepaart mit einem Hauch Vanille. Am Gaumen präsentiert er seine saftige runde Statur mit kräftigem Rückgrat und leicht schokoladiger Note. Ein Rotwein von warmer, samtiger Art. Schöner Begleiter zu gebratenem Rindfleisch.
22 Jahre alt sind die Portugieserreben, die tief in kalkhaltigem Lehmboden wurzeln, nach Süden exponiert im steilsten Weinberg des Weingutes.
Alc. 13,5 % Vol., • RZ 1,5 g/l, • S 4,8 g/l

Erzeuger: Weingut Hoch – Borntaler Hof, Wallertheim (www.weingut-hoch.com)
Bewirtschaftete Rebfläche: 15 ha.
Der Borntaler Hof in Wallertheim: hier ist Rheinhessen ganz sich selbst, mit einem herrlichen Blick auf die entspannte Hügellandschaft. Alexander und Heinz-Günther Hoch arbeiten mit großer Begeisterung daran, mit modernen Produktionstechniken und im Einklang mit der Natur das Beste aus ihren Reben zu erzeugen. Die Weine sind modernes und innovatives Handwerk. Die Leidenschaft der Winzer schmeckt man raus. Die Hochs haben eine der Top-Straußwirtschaften der Region, wurden dafür schon mit höchsten Meriten versehen, machen selbstredend gute Weine und haben einen rheinhessenweiten kulinarischen Ruf (Küche: Hermine Hoch).
Nr. 10: 2009 Spätburgunder trocken „Dalsheimer Sauloch“ (Lage: 119 ha)
In der Nase würzige Komponenten und schwarzer Pfeffer mit leichten Anklängen von Kaffee. Am Gaumen intensiviert sich die würzige Art. Ein gehaltvoller und kräftiger Spätburgunder mit kerniger Säurestruktur. Idealer Begleiter zum Wildschweinbraten.
32 Jahre alt sind die Spätburgunderreben. Sie stehen auf einem Löss-Lehmboden mit hohem Tonanteil.
Alc. 13,6 % Vol., • RZ 0,2 g/l, • S 5,2 g/l
Erzeuger: Weingut Kroll, Bermersheim (www.weingut-kroll.com)
15 ha Rebfläche werden bewirtschaftet durch Wilfried Kroll (Winzermeister) und Frau Ulrike. Bereits in der 3. Generation führt Familie Kroll das Weingut in Bermersheim. Mit viel Liebe und Sorgfalt werden die Weinberge gepflegt, um das Optimum an Qualität heraus zu kitzeln. Junior Thomas Kroll, ambitionierter Kellermeister, ist mit großer Begeisterung und viel Engagement in den elterlichen Betrieb eingestiegen. Seit Abschluss seiner Ausbildung zeichnet er für den Weinausbau im familieneigenen Weingut verantwortlich. Durch seine Experimentierfreude bringt er viel neuen Wind in das Weingut. Der Spätburgunder ist hier die Paradesorte. Dieses Weingut ist eines der Nachwuchstalente Rheinhessens. Seit 2011 ist das Weingut Kroll als empfohlener Betrieb in den Weinführern Gault Millau und Eichelmann geführt.
Anmerkungen aus der Verkostung: „…Himbeere; pfeffrig; Anklänge an einen Cabernet-Franc?; kräuterig;…“
Nr. 11: 2009 Spätburgunder trocken „Gau-Algesheimer Goldberg“ (Lage: 44 ha)
In der Nase präsentieren sich Aromen von kleinen roten Beeren mit Komponenten von Vanille und Herzkirschen. Im Geschmack ein kraftvoller Spätburgunder mit Anklängen von Schattenmorelle und mit intensivem Nachhall. Idealer Begleiter zu Wildgerichten und Burgunderbraten.
31 Jahre alt sind die Spätburgunderreben. Sie stehen auf einem Löss-Lehmboden mit Tonanteil.
Alc. 14,0 % Vol., • RZ 1,0 g/l, • S 5,2 g/l
Erzeuger: Wein- und Sektgut St. Nikolaushof – Hattemer (www.weingut-nikolaushof.de) Das Weingut umfasst 16 ha; Betriebsinhaber: Klaus Hattemer. Der Gutsausschank „Nikolausstube“ (Genießertipp) ist fest in Händen von Frau Anja Hattemer, die im Service unterstützt wird von der ältesten Tochter Katrin. Das Familienweingut liegt im Städtchen Gau-Algesheim. Moderate Erträge durch nachhaltige Bewirtschaftung sind das Bestreben des Winzermeisters Klaus Hattemer. Mit allergrößter Sorgfalt produziert er bekömmliche und feinfruchtige Weine und Winzersekte. Seine besondere Leidenschaft gehört seinen im eigenen Sektgut hergestellten Winzersekten. Hier werden seit Jahren hohe Auszeichnungen erreicht.
Anmerkungen aus der Verkostung, die sehr kontrovers ausfiel, weil die zum Ausschank gekommenen Flaschen sich wohl unterschiedlich entwickelt hatten: „…Eisbonbon; sehr spitze Säure für einen Rotwein; unharmonisch; Möbelpolitur; Bohnerwachs; fehlerhaft?…“
Nr. 12: 2009 Spätburgunder trocken „Mainzer St. Alban“ (Lage: 853 ha)
Dieser Spätburgunder entwickelte während seiner 12 monatigen Holzfassreife würzige Geschmacks- und Duftkomponenten, gepaart mit Nuancen von Cassis, Waldbeere und Herzkirsche. Feine Burgundernoten und ein kräftiges Röstaroma prägen diesen Wein. Im Geschmack ist dieser Spätburgunder sehr ausgewogen und zeigt eine tolle Saftigkeit am Gaumen. –
20 Jahre alt sind die Spätburgunderreben. Sie stehen auf sandigem Lehmboden.
Alc. 14,6 % Vol., • RZ 0,2 g/l, • S 5,2 g/l
Erzeuger: Weingut Fleischer – Stadt Mainz, Mainz-Hechtsheim (www.weingut-fleischer.de)
Größe: 20 ha; Rebspiegel: 24% Riesling, 17 % Burgundersorten, 10% Dornfelder, 9% Portugieser, 7 % Merlot . Beste Lagen: Mainz-Laubenheimer Edelmann, Bodenheimer Hoch, Hechtsheimer Kirchenstück; Durchschnittsertrag: 71 hl/ha. Weinbau in der Familie seit 1742
Michael /Kellermeister) und Hans Willi Fleischer bewirtschaften die Weinberge in den besten Lagen rund um Mainz, wozu seit 1994 die gepachteten Rebflächen des Weingutes der Stadt Mainz gehören. Unterstützt werden sie dabei von Sabine Fleischer. Die Rotwein-Spezialisten haben ein besonderes Faible für den Merlot, doch auch Cabernet und Spätburgunder gelingen überzeugend. Manche Weine zeigen einen leichten Bitterton, doch die besten Roten sind entwicklungsfähig und geprägt von schöner Dichte.
Aussiedlung 1968
Anmerkungen aus der Verkostung: „…in der Nase sehr alkoholisch; ätherisch; weniger Alc. wäre in diesem Fall mehr; brennt im Abgang; austauschbar?; charakterlos?…“
Damit beendeten wir diesen Querschnitt durch das Selections-Angebot rheinhessischer Weine, nicht ohne die letzten 3 Rotweine noch heftig durchzudiskutieren. Wir schauen umso gespannter auf das Verkostungsangebot anlässlich unserer 30-jährigen Jubiläumsfeier am Samstag, den 17.11.2012.
Anmerkung: Die Ausführungen zu den Weinbeschreibungen und den Informationen zu den Weingütern sind in großen Teilen wörtliche Zitate aus dem Weinführer „Selection Rheinhessen Kollektion 2012″ des „Beratungsring RS-Selection Rheinhessen“ e.V., Alzey. Im übrigen bedanken wir uns für die großzügige Unterstützung des Rheinhessenwein e.V., Alzey, vertreten durch Herrn Kern, bei der Rekrutierung und Logistik der hier und der zu unserem Jubiläum angestellten Weine.

Verfasser: Wolfgang Klug

Probenergebnis Verkostung von Selections-Weinen aus Rheinhessen (pdf)

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13.09.2012 Weinprobe Spanische Pago-Weine

Erstellt von Dieter am 9. Dezember 2012

Übersicht über die Bedingungen und Hintergründe

Es war einmal, so fangen Märchen, also nicht ganz wahre Geschichten an. In Spanien lebte der Marques de Gringon, mit bürgerlichem Namen Carlos Falco.
Er hatte ein großes landwirtschaftliches Anwesen westlich von Toledo und wollte einen Teil des Grundbesitz nutzen, um Wein nach seinen Vorstellungen herzustellen.
Dazu konsultierte er Önologen, die die Böden begutachteten und das Klima aufzeichneten und dann zu dem Schluss kamen, dass man dort sehr gut Wein anbauen könnte. Was fehlte, war der nötige Niederschlag, aber den fehlenden Regen konnte man ja durch künstliche Bewässerung ersetzen. Statt der damals üblichen Beregnungstechnik setzte er die effektivere und sparsamere israelische Technik der Tröpfchenbewässerung ein. Das war damals selbst in Kalifornien noch nicht üblich.
Dieser Aufwand zahlte sich bald aus, und die Weine feierten auch international Erfolge und führte dazu, dass die Bürokratie aufwachte und feststellte, dass dort wo der Wein wächst, ist gar kein offizielles Anbaugebiet war. Also alles roden !
An dieser Stelle wäre das Märchen zu Ende gewesen, wenn Carlos Falco nicht zum spanischen Hochaldel gehört hätte. So fand man doch noch einen Weg, den Weinanbau in die Legalität zu bringen, und 2002 wurde der „Vino de Pago“ aus der Taufe gehoben, 2003 vom spanischen Landwirtschaftsministerium und 2004 auch von der EU abgesegnet. Damit steht dieses Modell auch anderen Winzern offen, wenn sie die entsprechenden Anforderungen erfüllen:
Der entscheidene Punkt für einen „Pago“ ist die geographische Einordnung. Ein Vino de Pago (VP) muss ein geschlossenes Gebiet sein, die Trauben dürfen nur daraus stammen, es dürfen keine zugekauften Trauben verarbeitet werden, die sie dürfen auch nicht aus gepachten Weinbergen stammen. Ein VP-Bereich darf nicht gleich groß oder größer sein als der Gemeindebezirk, in dem er liegt. Es muss ein Qualitäts-Kontrollsystem existieren, das zumindest die Anforderungen für eine DOCa erfüllt. Befindet sich der gesamte Bereich innerhalb einer DOCa, so darf die Bezeichnung „Vino de Pago Calificado“ verwendet werden, wenn die dortigen DOCa-Anforderungen erfüllt sind. Von dieser Regel abgeleitet muss der Bereich also nicht unbedingt innerhalb eines DO- oder DOCa-Bereiches liegen. Ein VP-Bereich kann auch aus verschiedenen, örtlich getrennten Weinbergen in diesem Gebiet bestehen. Die einzelnen Teilbereiche müssen also nicht zusammenhängen und aus einer Parzelle stammen. Sie sollten aber in der Nähe der Kellerei liegen. Die Weine müssen getrennt von den „Nicht-Pago-Weinen“ des Betriebes ausgebaut werden und der Weinbereitungs-Prozess muss klar verfolgbar sein.
Der Name sollte schon seit zumindest fünf Jahren als Bezeichnung für besondere Weine verwendet worden sein. Die Voraussetzungen bzw. Bedingungen für den Vino-de-Pago-Status muss von jeder autonomen Region Spaniens selbst festgelegt werden. Die Bodega muss hierfür einen formalen Antrag stellen und über fünf Jahre die Besonderheiten zu Klima, Böden, Vegetationszyklus etc. dokumentieren. Das Mikroklima scheint übrigens keine entscheidende Rolle zu spielen, denn in den Antragsformularen wird nicht danach gefragt.
Der Vino de Pago ist daher jeweils im Alleinbesitz eines Weingutes. In den offiziellen Darstellungen ist der Vino de Pago die Spitze der spanischen Weinproduktion – Basis sind Landweine, (VDT, jetzt IGP), Mtiilebau die Qualitätsweine aus den DO’s wie z.B. DO Toro, Penedes, Navarra… und darüber als Spitze die „Vino de Pago“.
In Wahrheit ist es jedoch nur die kleinste geographische Einstufung, die es in Spanien gibt. Für die Weine muss Qualitätsniveau erreicht werden, das nicht unter den Anforderungen für die DO-Wein liegt.
Das bedeutet, dass das ganze System aus der Not heraus geboren wurde. Einige Weingüter machten Druck, da sie ihre Produkte nur als Landwein verkaufen durften, allen voran der erwähnte Carlos Falco. Denn eigentlich sagt die Bezeichnung „Vino de Pago“ nicht viel aus. Die geforderte Qualität entspricht der einer DO, und ansonsten können die Weingüter machen, was sie wollen:
Es gibt keine Kriterien wie Hektarhöchsterträge und bestimmte Herstellverfahren oder zugelassene Reben sind nicht regionstypisch.
Ob jemals alle Kandidaten den Pago-Status zuerkannt bekommen werden ist ebenfalls fraglich, denn die Regionalparlamente müssen die entsprechenden Verordnungen für ihr Gebiet erlassen. Und in den renommierten Regionen wie z.B. Rioja, Ribera del Duero, Toro, Priorato ist wenig Neigung vorhanden, das zu tun.
Deshalb gibt es erst in Castilla-La Mancha, Navarra und Valencia ausgewiesene VP. Verwirrung bei den Konsumenten über den Begriff Pago entsteht zusätzlich dadurch, dass einige Weingüter den Zusatz Pago in ihrem Weingutsnamen oder bei ihren Wienen verwenden. (Z.B. die Bodegas Pago de Carraovejas oder Pago de los Capellanes)
Das ist seit 2006 nicht mehr zulässig, aber für die, die den Begriff Pago schon vorher verwendet haben, gilt ein Bestandsschutz.
Anwärter für die Erteilung eines Pago-Status haben sich in der privaten Vereinigung „Grandes Pagos de España“ – was man mit „die großen Crus Spaniens“ übersetzen kann – zusammengeschlossen. Mitbegründer dieser z.Z. 25 Betriebe umfassenden Organisation waren Carlos Falcó und Manuel Manzaneque. In dieser Gruppe, die auch im Ausland Werbung für sich macht, sind fast alle bisher anerkannten Vinos de Pago-Produzenten
Eine Übersicht der DO- und VPWeine Spanien findet sich unter:
http://www.wein-aus-spanien.org/images/stories/D.O.LANDKARTE.pdf
eine entsprechende Übersicht über die IGP-Weine (ehemals VdM-Weine) findet sich unter: http://www.wein-aus-spanien.org/images/stories/Karte_Landweine.pdf

Die verkosteten Weine:

Doch nun genug der Theorie und zur Beschreibung der verkosteten Weine, die größtenteils bei uns in Deutschland nicht zu kaufen sind.
Unsere Probe startete mit einem „2004’er Cava Gran Reserva, brut natur“ von der Bodega Cava Recaredo aus St.Sadurni d’Anoia – dem Zentrum der Cava-Produktion. Das Weingut wurde 1924 gegründet, besitzt ca. 50 ha Weinberge und ist seit 1990 Demeter zertifiziert. Dieser Cave, ein Cuvee aus den klassischen Sorten Macabeo und Xarel-lo, zeigte sich entsprechend herb fruchtig, etwas brotig und hat eine deutliche, etwas grüne Säure. Bei 12% Alkohol sind die Trauben wahrscheinlich sehr grün gelesen worden.
Der nächste Wein war ein „2010’er Albarino Finca Monte Alto“ von der Bodegas Fillaboa,. Die Bodega ist eines der ältesten Weingüter in der DO Rias Baixas und der größte Betrieb im Ort Pontevedra. Der Wein stammt aus der 6 ha großen Einzellage am Monte Alto und präsentiert sich sehr zart und blumig, war dann aber im Abgang recht kurz.
Und noch ein Weißwein stand auf unserer Probenfolge, der „2011’er Cervoles Blanc“ (je 50% Chardonnay und Macabeo) vom Weingut Cervoles Cellers am südlichen Ende der DO Costers del Segre. Die Parzellen liegen auf 700 -750 m Höhe. Vergärung und der weitere Ausbau des Weines erfolgte für 8 Monate in Barriques aus französischer Eiche mit einer Batonnage über 6 Monate. Wir konnten einen zarten, leichteren Wein verkosten, der aber noch deutlich vom Holz geprägt war.
Dann wechselten wir zu den Rotweinen. Der „2007’er Calzadilla Opta“, ein Cuvee aus Tempranillo, Gorueda und Syrah war der erste echte Pago-Wein. Die Bodega Uribes Madero wurde 1980 in Huete gegründet und ist das einzige Weingut im Umkreis von ca. 100 km. Die Weinberge umfassen ca. 20 ha und liegen auf 900 – 1000 m Höhe. Auch wenn es nicht das Spitzencuvee war, konnte der Wein doch durch seine dichte, kirschige Frucht mit leicht kräutrigen Noten gefallen.
Aus den Penedes kam der nächste Wein eines Pago-Anwärters, der „2007’er Gran Caus Reserva“ von der Bodegas Can Rafols dels Caus. Ein typisches Bordeaux-Cuvee, dessen Trauben von mehreren Parzellen mit über 30-jährigen Reben stammen. Ein dichter, voller, aber noch sehr jugendlicher und kantiger Wein. Dadurch variierte unsere Bewertung recht stark.
Der „2006’er Martue Especial“ war ein Cuvee aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah und war noch nicht als Pago geadelt. Inzwischen hat die 2002 gegründete Bodegas Martue in der Provinz Toledo den Pago-Status zuerkannt bekommen als Pago „Campo de La Guardia“ Das Weingut besitzt dort ca. 90 ha Weinberge. Der Wein präsentierte sich sauber, rund und weich mit einer deutlichen, fast schon morbiden Reifenote und hat sicher seinen Höhepunkt erreicht.
Es folgte ein weiterer Bordeaux-Verschnitt, der „2007’er Hipperia“ der Bodega Pagos de Vallegarcia, der sich noch mit dem Titel eines Landweines aus Kastilien begnügen muss. Die ersten Weinberge des Weinguts wurden 1999 bepflanzt.
Obwohl er „nur“ ein Landwein aus Kastilien war, konnte er doch durch seine saubere, klare und elegante Art gefallen. Ein sehr interessanter Wein.
Für die nächsten Weine wurden typische spanische autochtone Rebsorten verwendet:
Der „2009’er Art“ der Bodegas y Vinedos Luna Berberide stammte aus der DO Bierzo und präsentierte sich auch entsprechend typisch für einen Wein aus der Rebsorte Mencia: Fruchtig, gut strukturiert, aber noch etwas kantig mit adstringierendem Tannin. Die Trauben stammen von 60 Jahre alten Reben und der Wein wurde 18 Monate in französischen Barriques ausgebaut.
Das Weingut wurde 1987 gegründet und besitzt 80 ha Weinberge auf 700 -800 m
Weiter im Süden, von Zentralspanien bis Valencia am Mittelmeer, ist Bobal die typische, autochtone Rebsorte.
Der erste Bobal, der „2010’er Signo“ stammt von der Finca Sandoval. Das Weingut ist relativ jung, es startete 1998 in der Provinz Cuenca, im Herzen der Manchuela.
Unser Wein stammt von 60 Jahre alten Reben aus einem 2,4 Hektar großen Weinberg der sich bis auf 1050 m hoch zieht. Nach einer Kaltmazeration in kleinen Tanks (ca. 5000 Liter) wurde der Wein im Barrique vergoren und ohne Filterung oder Klärung abgefüllt.
Ein sauberer, dichter, fruchtiger und gut strukturierter Bobal, der aber im Vergleich zum nächsten Wein doch breiter und weniger elegant war.
Der zweite Bobal der „2010’er Finca Terrerazo“ von Bodegas y Vinedos Mustiguillo war wieder ein echter Pago-Wein der erste offizielle Pago in der Provinz Valencia.
Das Weingut Mustiguillo ist ein ca. 87 ha großer Familienbetrieb, der 1999 gegründet wurde und liegt im Hochland von Valencia auf ca. 850 Metern Höhe Das Klima ist hier mediterran, mit kalten Wintern und heißen Sommertagen aber kühlen Sommernächten.
Entsprechend präsentierte sich dieser Bobal deutlich eleganter und finessenreicher, aber auch noch eckiger, kantiger und säurebetoner als der vorherige Wein aus der Manchuela.
Es folgten weitere Weine mit den Spanien-typischen Rebsorten Granacha bzw. Tempranillo
Der 2005’er beziehungsweise der „2007’er Secastillo tinto“ von Bodegas Vinas del Vero aus dem nördlichen Teil des Somontano waren reine Grenache-Weine von alten Reben, 10 Monate im Barrique ausgebaut.
Das Weingut besitzt ca. 48 ha Weinberg, die auf 700 m Höhe liegen. Daher präsentierte sich dieser Granacha, im Gegensatz zu den zentralspanischen Weinen, sehr fruchtig, schlank, ja fast ein wenig kantig.
Der „2008’er Alonso del Yerro“ folgte als reinrassiger Tempranillo aus dem Ribeira del Duero. Das Weingut Alonso del Yerro war 2002 ein Hochzeitsgeschenk für den Besitzer und seine Frau. Auf der Finca de Santa Marta sind 26 ha in Bewirtschaftung. Die Reben stehen auf kalkhaltigem roten Ton, Kies und Sand in einer Höhe von 800 -840 m. Und so zeigte sich dieser Wein auch als typischer, dichter, fruchtiger Ribera del Duero mit festem Tannin.
Der nächst Wein war der „2009’er Mauro tinto“ aus 90% Tempranillo und 10% Syrah. Die Bodega verfügt über 55 ha Kalk- oder Kalk-Lehmhaltige Weinberge rund um Tudela. (Navarra) Das Alter der Reben liegt zwischen 20 und 25 Jahren. Das Klima ist hier kontinental, mit einigen atlantischen Einflüssen und starken Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Der Ausbau erfolgt zu 75% in franz. Eiche, zu 25% in amerikanischer Eiche, der Anteil an neuem Holz beträgt 20%.
Der verkostete Wein war nur der Zweitwein des Weingutes, aber auch war dicht, fruchtig mit festem, reifem, leicht schokoladigem Tannin und trotzdem feiner Säure.
Unser letzter Rotwein war wieder ein echte Pago Wein, der „2006’er Finca Elez“ aus 80% Tempranillo und 20 % Cabernet Sauvignon und Syrah.
Die D.O. Finca Elez hat etwa 39 ha und liegt auf gut 1000 Meter Höhe, mitten in der Sierra de Alcaraz, südlich der Provinz Albacete. Dadurch kühlen sich die Weinberge trotz der kontinentalen, heißen Sommertage nachts deutlich ab und die Weine behalten ihre Frische. Und so präsentierte sich auch der Wein: dicht, fruchtig mit härterem aber reifen Tannin und feiner Säure.
Dann gab es zum Abschluss der Probe, denn was wäre eine Spanien-Probe ohne einen Sherry ?
Die Bodega Valdespino ist eines der ältesten Weingüter von Jerez, das sich bis zum Jahre 1430 zurückverfolgen lässt. Die normale Sherry-Produktion ist bisher nicht durch außergewöhnliche Qualität aufgefallen. Deutlich besser dagegen ist die Spitzenlinie „Marqués del Real Tesoro“. Daraus verkosteten wir den Oloroso „Almirante“. Seine Trauben stammen aus der nach Südosten ausgerichteten Lage „Macharnudo Alto“, die etwas 135 m über dem Meeresspiegel liegt. Sie zeichnet sich durch die weißen „Albariza“ Böden aus, die ein Austrocknen verhindern und die Reben auch im Sommer noch mit Wasser versorgen können. Ein typischer, gut gemachter Oloroso mit herber, zart süßer Frucht.
Das war eine Probe der offiziellen Pago-Weine und deren Anwärter aus der Gruppe „Grandes Pagos de España“. Etwas mehr als die Hälfte der Weingüter die in der Vereinigung „Grandes Pagos de España“ zusammengeschlossen sind, konnten wir diesen Abend verkosten und uns ein Bild über die Qualität machen.
Die Weine hatten zeigten durchgängig eine hohe Qualität, man merkte aber auch, dass der Anspruch auf einen Pago-Status die Weine nicht automatisch über das Qualitätsniveau der umgebenden DO’s hebt.

Verfasser: Dieter Ockelmann

Probenergebnis Spanische Pago-Weine 13.09.2012 (pdf)

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23.08.2012 Weinprobe mit dem Weingut Jens Bettenheimer

Erstellt von Dieter am 9. Dezember 2012

Weiter geht’s in unserem diesjährigen Weinthema Rheinhessen – dynamische Winzer und spannende Weine. Eine neue Winzergeneration ist am Ruder, junge Leute mit Know how, mit Selbstbewusstsein und mit viel Gefühl für klasse Weine.
Am heutigen Probenabend machte unser Weinbruder Uwe Lommertin uns mit dem sympathischen Jens Bettenheimer vom Weingut J. Bettenheimer bekannt.

Jens Bettenheimer studierte in Geisenheim Weinbau. Nach seinem erfolgreichen Abschluss und 8 Monaten im Bioweingut „Fromm Winery“ in Neuseeland eröffnet er seit nunmehr fast 6 Jahren neue Qualitätsoffensiven im elterlichen Weingut im rheinhessischen Ingelheim.
Auf 12 Hektar Rebfläche werden hauptsächlich die Rebsorten Silvaner, Grauburgunder, Weißburgunder, Riesling, Chardonnay sowie Spätburgunder und Frühburgunder angebaut.
Die Qualität der Weine entsteht in den bis zu 50 Jahren alten Rebanlagen. Dort wird rebenbezogen vor der Blüte entblättert und jeder zweite Trieb von der Bogrebe per Hand entfernt. Dabei wird die Wechselwirkung der Mondphasen berücksichtigt, um ein optimales Blatt-/Fruchtverhältnis zu garantieren und die Wirkung des ökologischen Pflanzenschutzes zu verbessern, Die strikte Traubenernte per Hand in kleine Behältnisse erlaubt eine nach Reife gestaffelte Lese. Bei der Weinbereitung wird auf jegliches Pumpen verzichtet. Eine lange gekühlte Vorklärung mit mehrmaligem Aufrühren fördert die jeweilige rebsortentypische Aromatik. Die anschließende Spontangärung führt zu individuellen und saftigen Weißweinen. Bis zur Füllung lagern sie bei niedrigen Temperaturen auf der Hefe, was ihnen einen feinen Schmelz zu verleiht und das Ausgasen der Kohlensäure zu verhindert.
Die Rotweine werden nach einer langen temperierten Maischegärung ausschließlich im rheinhessischen Eichstückfass oder im Barrique im 300 Jahre alten Kellergewölbe gelagert.
Seit dem Jahrgang 2009 wird auch im Weingut Bettenheimer die Klassifizierung der Weine in Gutsweine, Ortsweine und Lagenweine vorgenommen. Nur die restsüßen Weine bekommen die klassischen Prädikate mit auf das Label.
Ziel ist es jahrgangstypische, rebsortentypische, terroirgeprägte und vor allem ehrliche Weine mit Ecken und Kanten auf die Flasche zu füllen. „ Der Weg ist das Ziel.“ Sowohl bei Eichelmann als auch beim Gault Millau werden 2 Trauben bzw. 2 Sterne vergeben.

Für unsere Probe standen Weißweine der Rebsorten Grauburgunder und Silvaner, bei den Rotweinen Frühburgunder und Spätburgunder zur Verkostung bereit:

Wir starteten unseren ersten Flight mit drei 2011er Grauburgundern.
Der erste Wein, war eine Gutsabfüllung aus dem ersten Lesedurchgang mit 12 Stunden Maischestandzeit und Ausbau zu 80% im Edelstahltank und zu 20% im großen Holzfass.
Der zweite Wein war der Ingelheimer Grauburgunder aus dem 14 Tage später durchgeführten zweiten Lesedurchgang mit 24 Std. Maischestandzeit, und Ausbau zu je 50% im Edelstahl und im großen Holzfass.
Der dritte Wein war der Grauburgunder „Aureus“ aus dem Ingelheimer Sonnenhang, aus der Selection Rheinhessen mit den vollreifen Trauben des dritten Lesedurchgang, der nochmals 14 Tage später erfolgte. Er wurde spontan vergoren und reifte bis Ende März im Barriquefass. Die verwendeten Fässer wurden extra für den Weißwein mit Wasserdampf behandelt , um einen Großteil der Gerbstoffe aus dem Holz zu extrahieren.

Gutswein und Ortswein – beide bereits goldprämiert – überzeugten mit einem blumig würzigen Duft, angenehm frischer, fruchtiger und leicht mineralischer Note und zartem Schmelz am Gaumen, wobei der Gutswein als guter Terrassenwein, der Ortswein als noch sortentypischer im Aroma (Mango, ein Hauch Minze) und cremiger, vielseitiger strukturiert empfunden wurde
Der Lagenwein „Aureus“ – der Goldene – erstrahlte auch goldgelb mit leicht rötlichen Reflexen im Glas. Im Duft erinnert er an reife gelbe Früchte (Birne, Melone, Banane), umhüllt von einem leichten Honigtouch und Karamellnoten. Die komplexe Cremigkeit im Geschmack mit einer Prise von Gewürzen und einem Hauch Rauch verliehen ihm einen langen, angenehmen Abgang.

Als nächstes folgte ein Flight mit zwei Silvanern aus dem Jahrgang 2010 und 2011, jeweils aus der Lage „Appenheimer Eselspfad“ der „Selection Rheinhessen“.

Der Boden in der Lage Appenheimer Eselspfad zeichnet sich durch einen hohen Anteil leicht erwärmbaren Sandes mit Kalkstein und Mergel im Lehm aus. Wegen der südlichen Neigung zählt der Eselspfad zu den Toplagen. Wo in früheren Zeiten Lastesel über einen engen Weg zu einer Mühle geführt wurden, stehen in der langgestreckten Anlage nun die ältesten Silvanerreben des Weingutes. Nach 24stündiger Maischestandzeit beim 2010’er und 48stündiger Maischestandzeit beim 2011’er wurde der Most relativ kalt vergoren. Der größere Teil wurde reduktiv im Edelstahltank, ein kleinerer Teil von 25% im Holz ausgebaut
Beide Lagenweine erwiesen sich als Super-Silvaner – klasse in ihrer Art.
Der Wein leuchtet goldgelb mit brillanten Reflexen im Glas. In der Nase trafen feine Aromen von Liebstöckel, Lakritz und frischem Oregano auf frische Limettenschalen und reife gelbe Früchte ( Birne, Melone und Stachelbeere). Im Geschmack kam seine Mineralität mit einer gewissen Salzigkeit zum Ausdruck. Ein fein ausbalanciertes Fruchtsäure-/ Restsüßeverhältnis unterstich bei beiden Jahrgängen den cremigen Abgang.
Trotz seiner wilden, fast schon wurzeligen Art wurde der 2011’er etwas besser gewertet, da er weniger rauchige Noten zeigte und noch sehr frisch war.
Weiter ging es mit den Rotweinen.
Alle Rotweine werden im Weingut nach der Maischegärung ausschließlich im rheinhessischen Stückfass oder im Barrique gelagert, dabei kommen die Lagenweine in Erstbelegung in die Fässer.
Es folgte der erste Rotweinflight mit zwei Frühburgundern1) aus dem Jahrgang 2009 und 2010, jeweils aus der Lage „Ingelheimer Schlossberg“ und wieder aus der „Selection Rheinhessen“
Die Lage Schlossberg befindet sich südlich von Ingelheim am Osthang des Westerbergs. Schloss Westerhaus ist der namensgebende Ausgangspunkt dieser Lage. Die Charakteristik dieses Bodens gründet sich auf dem hohen Anteil an Ton. Er kann viel Wasser speichern und der Lößanteil und die Tonmineralien gewährleisten eine gute Nährstoffversorgung.
Beide Frühburgunder strahlten rubinrot im Glas. Im Duft erinnern sie an dunkle, reife Waldfrüchte. Die fruchtige Nase wurde von einem Hauch Vanille und Karamell unterstrichen. Der 2009er wurde im Bordeaux-Barrique (225 Ltr.) und der 2010er im etwas kleineren Burgunder-Barrique (205 Ltr.) ausgebaut.
Der feine Holzanklang – weich und schmelzig auf der Zunge – und die filigrane Tanninstruktur sorgen für einen langen Abgang. De 2009er begeisterte etwas mehr, er war auch Finalist beim Deutschen Rotweinpreis.

Der nächste Flight waren Spätburgunder der Jahrgänge 2007, 2008 und 2010 – alle aus der Lage „Ingelheimer Sonnehang“ und ebenfalls aus der Selection Rheinhessen.
Die Lage „Ingelheimer Sonnenhang“ erstreckt sich östlich und westlich entlang der Landstraße L428 nach Groß-Winternheim. Sie ist eine Zusammenfassung von alten Lagen wie z.B. Atzel, Füllkeller, Haun und Platte. Die Bezeichnung Sonnenhang deutet auf die günstige Orientierung zur Sonne hin, denn diese Lage bekommt ca. 100 Sonnenstunden mehr als die umliegenden Lagen ab. Der Boden hat hier wegen seiner lehmigen Beschaffenheit einen günstigen Wasserhaushalt und kann, auch wegen seines Lößanteils, eine gute Nährstoffversorgung sicherstellen. Durch die etwas dunklere Farbe erwärmt er sich im Frühjahr schnell. Diese günstigen Eigenschaften liefern hervorragende, kräftige Rotweine mit einem guten Potential zur Lagerung.
Die Spätburgunder kamen nach 20-25% Saftabzug und zwei Wochen Maischegärung für 9 Monate in französische Barriques.
Ein intensiver Duft nach Waldfrüchten, die fein eingebundene Restsüße und die dunkelrote Farbe ergänzen sich angenehm im Geschmack mit der ausgewogenen Tanninstruktur.
Sowohl der 2007er wie auch der 2008er empfanden wir als harmonisch abgerundete Weine; wobei der 2008er mit mehr Holz und länger anhaltenden Beerenaromen punktete.
Der 2010er Blaue Spätburgunder vom Ingelheimer Sonnenhang bestach in der Nase durch feine Frucht von Kirsche, durchzogen von rauchigen Komponenten. Im Geschmack verstärkte sich die Kirsche, Noten von Pfeffer und Würze kamen hinzu. Im Abgang blieb er mit viel Dichte und Fülle lange am Gaumen und zeigte noch viel Entwicklungspotenzial.
Unsere letzte Ingelheimer Rotweinlage war der „Ingelheimer Täuscherspfad“ .
In der 9 ha großen Lage „Täuscherspfad“ stehen die 47 Jahre alten Spätburgunderreben. Besonderheiten im Ausbau sind : 30% Saftabzug , dann zwei Wochen spontane Maischegärung und eine 18-monatige Lagerung in französische Barriques (100% neues Holz). Der Wein bleibt über 18 Monate auf der Hefe und wird ohne Filtration direkt abgefüllt.
Nach Angaben des Winzers verkauft er diesen Rotwein nur an „Weinfreaks“, da dieser Wein sehr polarisiert und zum Verständnis Einiges an Erklärung benötigt.
Auch für uns war sich dieser unfiltierte Spätburgunder kein alltäglicher, typischer Spätburgunder. Er begegnete uns mit einem rauchig kräutrigem Duft, mit leichten Röstaromen und im Abgang blieb er mit seiner fein eingebundenen Säure, seiner Dichte und Fülle lange am Gaumen. Dieser Wein verfügt über ein sehr gutes Entwicklungspotential, kann jedoch derzeit noch nicht gekauft werden, da er für einen Wettbewerb vorgesehen ist.
Dann gab es noch ein Schmankerl zum Abschluss – eine edelsüße 1986er Huxelrebe Beereauslese vom „Appenheimer Eselspfad“. Sie trumpfte mit 120g Restzucker / l und 9,5 g Säure / l auf. Nachdem die Flasche entkorkt und der Inhalt in goldgelb in unseren Gläsern ruhte, waren wir uns schnell einig: Ein reifer, charaktervoller und eleganter Wein ohne jeglichen Alterstöne; man musste diese Beerenauslese einfach mögen.
Maracuja pur! Die intensive Frucht, vornehmer Pfirsichton und die deutlich wahrnehmbare Restsüße harmonierten eindrucksvoll mit einer angenehmen Fruchtsäure. Nicht nur als Dessertwein zu empfehlen. Aber leider bald nicht mehr zu erstehen.

Vielen Dank Herr Bettenheimer für eine beeindruckende und stimmige Verkostung, bei der wir die Weine kennen lernen durften. Es hat Spaß gemacht und schmeckt noch lange nach…………

Und wer jetzt noch nicht genug hat, der kann im Weingut J.Bettenheimer mit Gutsausschank und Gästezimmern im rustikalen Kuhstall mit alten Kellergewölbe oder auf der Sonnenterrasse bei rheinhessischen Köstlichkeiten weitermachen.
Verfasserin: Ulrike Ottersbach

Probenergebnis der Probe vom 23.08.2012 mit dem Weingut Jensbettenheimer (pdf)

1) Die Rebsorte Blauer Frühburgunder (Madeleine noir, Pinot Madeleine, Augustclevner) ist als Mutation des blauen Spätburgunders entstanden.
Tief rubinrote (Burgunderrot) Farbe, meist intensiver als Spätburgunder, konzentrierte Frucht
und Substanz. Im Weincharakter ähnlich dem Spätburgunder, in warmen Jahren zum Teil mit breiter, marmeladiger Fruchtausprägung, liefert er manchmal die schönere Burgunderweine als der Spätburgunder.

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5.7.2012 Weinprobe mit dem Weingut Oekonomierat Johann Geil Erben

Erstellt von Dieter am 31. August 2012

Probe vom 05. Juli 2012 „Weingut Oekonomierat Johann Geil Erben“

 

Als weiteres Weingut unseres Thema „Rheinhessen“ präsentierte sich heute das Weingut Oekonomierat Johann Geil Erben aus Bechtheim, vertreten durch Johannes Geil-Bierschenk.

 

Namensgeber des heute 32 ha großen Weingutes war Johann Geil, der wegen seiner Verdienste um die Raiffeisen-Genossenschaftsbewegung vom Großherzog zu Hessen und bei Rhein den Ehrentitel Oekonomierat verliehen bekam.

Heute wird das Weingut als Mehrgenerationenbetrieb durch Karl und Johannes Geil-Bierschenk und ihren Ehefrauen betrieben.

Die Weinberge liegen rund um Bechtheim in den Lagen Geyersberg, Rosengarten, Hasensprung, Stein Heiligkreuz, Gotteshilfe und Pilgerpfad, wobei die Lagen Geyersberg und Rosengarten die Spitzenlagen des Weingutes sind.

Der Rebsortenspiegel des Weingutes umfasst die Rebsorten Riesling, Spätburgunder, Frühburgunder, Weißburgunder, Chardonnay, Silvaner, Kerner, Dornfelder, Portugieser, aber auch Muskateller und Huxelrebe.

 

Die Probe startete mit einem frischen und trockenen Muskateller 2011, Gutswein. Mit einer Anbaufläche von 0,5 ha ist der Muskateller im Weingut ein „Nischenprodukt“, ein Aperitifwein mit schöner Frucht.

Der zweite Wein, ein „2011 Riesling Gutswein trocken“ ist eine Lagencuvée aus den Weinbergen rund um Bechtheim. Geprägt von den Lehm- und Tonböden, zur Hälfte spontan vergoren, stammt der Wein aus jüngeren Anlagen und macht mit seiner Unkompliziertheit Lust auf ein weiteres Glas, ein schöner Zechwein.

Der nachfolgende „2011 Bechtheimer Weissburgunder trocken“ ist ein dichter und komplexer Wein. Das Lesegut mit Spätlesequalität, mit der Frische der Lösböden aus dem „Bechtheimer Stein“ und der Mineralität des „Bechtheimer Hasensprung“, Ausbau im Holz ergibt einen cremigen Weissburgunder mit einer präsenten aber sehr gut eingebundenen Säure, die den Wein zu einem exzellenten Essensbegleiter macht.

Als vierter Wein folgte ein „2011 Bechtheimer Grüner Silvaner trocken“. Der Wein, spontan vergoren, sehr aromatisch und kräftig, ist kein schlanker Silvaner, ist er doch eher als opulent zu beschreiben.

Aus dem Bechtheimer Geyersberg stammt der nachfolgende 2011 Bechtheimer Chardonnay trocken“. Zur Hälfte spontan vergoren, eine Cuvée aus zu 50% im Holzfass und zu 50% im Edelstahltank vergorenen Weinen, danach ein ¾ Jahr im Holzfass gereift ergibt einen dichten und cremigen  Chardonnay.

Fruchtbetont, kräftig und mit gut eingebundener Säuere zeigte sich der „2011 Bechtheimer Riesling“ als harmonischer Ortswein. Er stammt aus mindestens 15 Jahre alten Anlagen der besten Lagen.

Duftig, sehr dicht, mineralisch, ausdrucksstark mit perfekt eingebundener Säure und elegante Reife, das sind die Attribute des Lagenweins „ 2010 Geyersberg trocken“, ein großer Wein.

 

Als achter Wein folgt ein „2011 Bechtheimer Frühburgunder trocken“. Seit 1995 wird der Frühburgunder im Weingut Oekonomierat Johann Geil Erben angebaut.

Mittlerweile sind 2 ha bestockt. Der vorgestellte Wein zeigte sich sehr duftig, burgundertypisch. Das Holz prägt diesen noch sehr jungen Wein. Aber nach kurzer Zeit im Glas entwickeln sich im Wein schöne Kirscharomen.

Der sich anschließende „2009 Spätburgunder Rotwein trocken“ aus der Lage Bechtheimer Heiligkreuz zeigt, wohin sich die Weine entwickeln.

In der Nase bietet der Wein einen Strauß an Aromen, insbesondere die burgundertypischen Veilchennoten und Anklänge von Cassis. Nach 1 jähriger Flaschenreife ist das Barrique noch spürbar, aber bereits sehr gut im Wein eingebunden. Der Wein zeigt sich kraftvoll ohne dabei mit seinen 14% Alkohol schwer zu wirken.

Als dritter Rotwein des Abends wurde ein „2009 Geyersberg Frühburgunder trocken“ vorgestellt.

Der Wein, eine trockene Auslese, ertragsreduziert auf 25 hl/ha, Goldkapsel als weiteres Selektionsmerkmal, ist in allem ein wunderbarer Sprung nach oben. Waren schon beim 2011 Frühburgunder die Anlagen erkennbar, so sind sie bei diesem Wein vollständig ausgeprägt.

Alles harmoniert, Nase und Gaumen werden verwöhnt, ein prachtvoller Rotwein.

 

Zum Abschluss der Probe folgten noch zwei fruchtsüße Weine.

Die „2011 Riesling Spätlese“ selektiv gelesen mit 103° Oechsle und leichter Botrytisnote ist sehr fruchtig und mit deutlicher Süße.

Für ein perfektes Frucht/Säurespiel ist jedoch die Säure zu verhalten.

Das Finale: „2011 Huxelrebe Trockenbeerenauslese“

190° Ochsle, Aromen, wie Mango und Maracuja und eine opulente Süße prägen diesen gelungenen Wein.

 

Dieser Abend mit Johannes Geil-Bierschenk zeigte ein weiteres Mal, welche hervorragende Weine Rheinhessen zu bieten hat.

Die Qualität und Vielfalt der Weine des Weinguts Oekonomierat Johann Geil Erben haben uns heute sehr gut gefallen und die Weinbruderschaft wird mit Interesse dessen Zukunft verfolgen.

Für heute bleibt nur, uns bei Herrn Johannes Geil-Bierschenk für die gelungene und kurzweilige Vorstellung seiner Weine zu bedanken.

 

Verfasser: Jörg Kleimeier

 

Probenergebnis der Probe vom 5.7.2012 mit dem Weingut Oekonomierat Geil Erben (PDF)

 

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16.06.2012 Weinkulturreise nach Rheinhessen

Erstellt von Dieter am 4. Juli 2012

Unser Deutsches Wein-Thema für 2012 ist Rheinhessen und so sollte uns die diesjährige Weinkulturreise nach Rheinhessen in die Orte Ingelheim und Bingen führen.

Der Reisebeginn war zwar auf 8:30 Uhr gelegt, einer recht zivilen Zeit für einen Samstag, nur grauer Himmel mit Regenschauern motivierten nicht unbedingt, schon früh aufzustehen. Trotzdem waren alle rechtzeitig in Deutz am Bahnhof.

Nach kleinen Orientierungsproblemen einiger Mitfahrer, wo denn der Messeplatz ist, hatten wir um 8:35 Uhr alle Teilnehmer eingesammelt und die Fahrt konnte beginnen.

Je weiter wir in die Eifel und dann in den Hunsrück kamen, desto grauer und regnerischer wurde das Wetter. Am Rastplatz Waldlaubersheim war ein Sektfrühstück vorgesehen, nur bei Dauerregen ist das eigentlich keine empfehlenswerte Freiluftveranstaltung.

So suchten und fanden wir ein geduldetes Asyl unter den Schirmen der Terrasse eines „schottischen“ Restaurants.

Kurz darauf stoppte auch der Regen und das Wetter wurde etwas freundlicher

Nach einem angenehm fruchtigen Rose-Sekt vom Weingut Steitz und verschiedenen leckeren Häppchen ging es gut gestärkt weiter nach Ingelheim.

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Dort stand die Kaiserpfalz – bzw. das was noch davon übrig geblieben war – auf unserem Programm. Unser eifriger Führer versuchte das Wissen über Kaiser Karl den Großen und seine Dynastie wieder auszufrischen. Nach einem Rundgang zu den verschiedenen Ausgrabungsorten war unsere letzte Station die evangelische Kirche.  Dann mussten wir uns auch sputen und mit einem kleinen Umweg kamen wir nach Bingen zur Vinothek am Rhein.

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Hier wurden wir schon erwartet, um uns neben dem Mittagessen noch mit einer Weinprobe überwiegend rheinhessischer Weine zu beglücken. Das waren die verkosteten Weine:

  • 2011  Weinkellerei Herbert Bretz, Grauer Burgunder
  • 2011  Weingut Johannishof, Riesling Johannisberg „S“, feinherb
  • 2011  Weingut Dreikönigshof, Riesling, „Max am Strom“
  • 2010  Schloßgut Diel,  Burgundercuvee Diel de Diel
  • 2011  Weingut Hahnhof Toni Jost, Riesling Bacharacher Hahn
  • 2005  Weingut Kastell, Chardonnay, Auslese

Bei unserer Verkostung konnten wir die Aussicht über den Rhein und direkt auf den Rheingau mit den Rüdesheimer Lagen und dem Niederwald-Denkmal genießen. Inzwischen war auch die Sonne herausgekommen war und schon sah alles viel freundlicher aus. Ein schöner Platz am Rhein, um gut zu trinken und zu essen.

st_rochus_kapelle Nächstes kulturelles Ziel war die St.Rochus-Kapelle oberhalb von Bingen. Schon 1417 wurde eine erste Kapelle hier errichtet und  diese 1666 nach einer Pest-Epidemie neu aufgebaut. Nach wechselvoller Geschichte entstand 1891 die heutige Kapelle im neugotischen Stil. Sie ist  auch der Endpunkt der jährlichen Rochus-Wallfahrt.

Unser Führer sprudelte nur so über an Informationen zur Kapelle und zum Heiligen St.Rochus. Leider mussten wir ihn etwas bremsen, da sonst unser Zeitplan vollkommen aus dem Ruder gelaufen wäre und wir auf unser nächstes Ziel hätten verzichten müssen.

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Der Regen hatte sich verzogen und so konnten wir durch die Weinberge hinunter, mit Blick auf den Rhein, zum Weingut Hemmes laufen, um dort die Weine des Hauses mit einer kleinen Vesper zu genießen.

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Unsere Weinprobe fand in der Vinothek und Weinschule statt, einer ehemaligen Dorfschule aus dem Jahre 1908, die die Familie Hemmes erworben hatte und mit sehr viel Liebe und Geschmack renoviert hatte.

In einem der ehemaligen Klassenräume, aber nicht mehr mit den alten Schulbänken sondern mit bequemen Tischen und Stühlen ausgestattet, ist heute die Vinothek untergebracht.

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Hier probierten wir einen Querschnitt durch das interessante Programm des Weinguts:

  • 2010  Riesling Sekt, extra dry
  • 2011  Binger Scharlachberg, Spätburgunder Weißherbst
  • 2011  Portugieser – Spätburgunder Weißherbst
  • 2011  Chardonnay
  • 2011  Grauburgunder
  • 2011  Riesling, “ Steillage, I sell Riesling“
  • 2011  Binger Scharlachberg „Steillage, Riesling Urgestein“
  • 2009  Rotweincuvee „Carlot“
  • 2011  Rotwein St.Laurent

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Mit einem leckeren, rustikalen Buffet konnten wir uns noch stärken, dann aber mussten wir unsere Sachen packen und mit dem Bus die Heimreise antreten, denn die neue EU-Verordnung zur Lenkzeit für Busse duldet keine Überschreitungen der Gesamtzeit  mehr.

Bei trockenem und sonnigem Wetter erfolgte unsere Rückfahrt ohne Verkehrsprobleme. So ging unsere Weinkulturreise nach einem trüben, regnerischen Beginn doch noch erfreulich zu Ende. Und die Viertelstunde Verspätung am Messeplatz in Deutz war gegenüber unserer Planung zu vernachlässigen.

Verfasser: Dieter Ockelmann

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14.6.2012 Weinprobe mit dem Weingut Hofmann, Appenheim

Erstellt von Dieter am 3. Juli 2012

Probenbericht über den Besuch des Weinguts Hofmann

(Familienweingüter Willems-Hofmann),

Appenheim, vom 14.06.2012

 

In der Folge der rheinhessischen Weingüter war zum o.g. Termin das Sekt- und Weingut Hofmann zu Gast bei uns in Köln und zwar vertreten durch Herrn Jürgen Hofmann.

 

Man muss es vorwegnehmen: es war eine kurzweilige und hoch informative Probe, die Herr Hofmann bei uns abgeliefert hat. Seine eloquente und humorvolle Vortragsweise, unterstützt durch die Verkostung seiner interessanten und hochwertigen Weine, haben uns einen gelungenen Abend beschert. Eine „ansteckende Begeisterungsfähigkeit“ wird ihm nachgesagt und diesen Eindruck können wir nur bestätigen.

 

Aber zurück auf Anfang: bei unserem Schwerpunktthema „Rheinhessen“ war es logisch, dass wir unser Hauptaugenmerk auf die rheinhessischen Weine dieses Weingutes gelenkt haben, obwohl Herr Hofmann auch das seit 2006 zusammen mit seiner Frau Carolin geführte Familienweingut Willems-Willems an der Saar hätte vertreten können. So aber blieb es bei einem nur zweimaligen Vergleich von Weinen aus Rheinhessen und von der Saar, worauf später noch zurückzukommen sein wird.

 

Bei dieser Konstellation zweier Weingüter liegt es nahe, den Proben die Überschrift zu geben –entsprechend ihrem Auftritt im Web –: „Schiefer trifft Muschelkalk“, was uns auch deutlich mit den Weinen Nr. 3 und Nr. 4 sowie der Nr. 9 und Nr. 10 – jeweils weißer Burgunder und Riesling – vor Augen geführt wurde. Auch die Flaschenausstattung ist mit entsprechenden Hinweisen versehen, die auf die unterschiedliche Herkunft der Weine und die Art der Böden, auf denen sie gewachsen sind, hindeuten. Die Etiketten der Saarweine sind mit rötlichen, auf der Längsseite aufgestellten Dreiecken versehen, was auf die „Ecken und Kanten des Schiefergesteins“ hinweisen soll, während die Etiketten auf den Flaschen aus Rheinhessen einen grünlichen, ausgefüllten Kreis tragen, der den „weichen, runden Charakter der vom Muschelkalk geprägten Weine versinnbildlichen soll“.

 

Da fragt sich natürlich jeder, der mit diesen beiden Weingütern konfrontiert wird: zwei Weingüter in einer Hand? Wieviel Hektar bebaute Fläche kommen denn da zusammen und lässt sich das alles trotz der großen Entfernung zwischen den Weingütern auch sinnvoll und in einem zeitlich überschaubaren Rahmen bewirtschaften? Geht das überhaupt?

Herr Hofmann versichert, das geht! Es handelt sich um 15ha in Rheinhessen und 4ha an der Saar, wobei das kleinste Problem die Vermarktung der Weine ist. Denn außer von einem kleinen Restlager an der Saar werden die Hauptmengen von Appenheim. aus in den Markt gebracht. Das Einzige, was auf den beiden Weingütern getrennt läuft, ist die Lese. Aber mit einer guten Mannschaft im Rücken und nicht zuletzt mit den noch sehr fitten Elternpaaren neben ihnen lässt sich alles gut stemmen, was Herr Hofmann überzeugend anhand von Detailinformationen veranschaulichen konnte.

 

Außerdem ist da schließlich genügend Professionalität und Kompetenz bei dem Ehepaar Hofmann selbst vorhanden: er als „Geisenheimer“ mit Stagen in Südafrika und Kalifornien, dann weiter als Abteilungsleiter in dem – man muss schon sagen – Wein-Unternehmen Reh-Kendermann, im Rahmen dessen auch ein komplettes Weingut in Rumänien aufgebaut wurde. Seit 1999 ist Herr Hoffmann schließlich verantwortlich für die Weine des Familienweingutes in Rheinhessen.

Sie, Carolin Hofmann, ist diplomierte Önologin mit Erfahrung in Sachen „eigene Weine“ seit 2001 und in dieser Funktion wurde sie von Stuart Pigott in 2010 als Jungwinzerin des Jahres gekürt. Sicher eine gute Referenz.

 

Vor diesem Hintergrund begann die Probe mit einem erfrischenden Schluck „Fritz Müller“ – Perlwein! – Apropos „Perlwein“: das Prickeln in diesem Produkt rührt sowohl von endogener aber auch von zugesetzter Kohlensäure her. Wenn es danach ginge und nach den einschlägigen EU-Richtlinien müssten sich einige große Sektmarken auch den Begriff „Perlwein“ statt „Sekt“ auf das Etikett schreiben, wie vor ein paar Jahren ein Test ans Tageslicht brachte. Aber aufgrund guter Lobbyarbeit ist mal wieder alles sang- und klanglos im Sande verlaufen.

 

Beim Verkosten des „Fritz Müller“: Erstaunen ringsum, doch die Erklärung ist einfach und zugleich genial: das Wort „Fritz“ als Assoziation zum italienischen Wort „frizzante“ und „Müller“ steht ganz einfach für Müller-Thurgau. Geboren wurde die Idee bei einem Weinhändler in München, Guido Walter, der sich bei der Realisierung seiner Idee des Müller-Thurgau-Weins (Qualitätswein) vom Weingut Hofmann bediente. Eine gute Idee und ein gutes Produkt dazu, muss man wohl sagen, denn inzwischen hat sich die Idee verselbständigt, so dass es nahe lag, die Produktion in eine eigens hierfür gegründete Fritz Müller verperlt GmbH (!) auszugliedern, an der beide, Jürgen Hofmann und Guido Walter, partnerschaftlich beteiligt sind.

Sensorisch: fruchtig, prickelnd, was auch den schlanken Charakter ausmacht und mit genügend Säure ausgestattet, so dass er als Appetitmacher vorweg oder als erfrischender Sommertrunk genossen werden kann. Hebt sich qualitativ deutlich ab von den sonst in der „Proseccofraktion“ bevorzugten Getränken – und das Ganze zu einem Preis, der den Durst auch noch steigert….

 

Mit den nun folgenden Stillweinen wurde es jetzt aber ernst: alle stammten aus dem Jahr 2011. Angestellt wurden diese nach den immer häufiger anzutreffenden Qualitätslinien der Guts-, Orts- und Lagenweine, leicht angelehnt an der im VdP bereits bestehenden Qualitätshierarchie. Im Rebsortenspiegel des Weingutes nehmen die weißen Burgundersorten 26% ein und –man beachte- 20% allein der Sauvignon Blanc. Letzteres ist allerdings gut nachvollziehbar, wenn man erst einmal diesen Wein aus dem Hause Hofmann probiert hat. Dazu später.

Ziel für Jürgen Hofmann ist es, die Fruchttypizität der einzelnen Rebsorten herauszuarbeiten, aber auch –und dies ist vielleicht noch wichtiger für ihn- die jeweilige Bodenbeschaffenheit über den Wein mit ins Glas zu transportieren. Gerade in der Vielseitigkeit der Böden in Rheinhessen sieht Herr Hofmann das Potenzial zur Vermarktung der rheinhessischen Weine generell. Auch aus diesem Grunde hat er nicht zuletzt noch einige Stammparzellen im „Niersteiner Oelberg“ mit in die Bewirtschaftung aufgenommen, obwohl dieser Weinberg ca. 40km südlich von Appenheim entfernt liegt! Entfernungen scheinen den Familien Hofmann und Willems offensichtlich keine Schwierigkeiten zu bereiten.

 

Als Erster machte der Grüne Silvaner die Runde, je nach Jahrgang im reinen Edelstahltank ausgebaut oder als Mix aus Edelstahlausbau und großem Holzfaß. Auch bei der Vergärung wurde ein Mix angewendet aus Spontanvergärung und einer Innitialzündung/Unterstützung durch Reinzuchthefen. Der Arbeit allein mit Reinzuchthefen steht Herr Hofmann skeptisch gegenüber. Man sollte schon ganz gezielt und gegebenenfalls auch zurückhaltend damit umgehen, da sonst die Gefahr besteht, dass sich eine Uniformität bei den Weinen breit macht. Diesem Vertreter der rheinhessischen Leitsorte stand diese Ausbauart sehr gut, hervorragende Geradlinigkeit in der Gesamtheit, sehr würzig aber doch elegant. Ein Wein, der zu gefallen wusste.

 

Es folgte das erste Pärchen von Rheinhessen- und Moselwein im direkten Vergleich und zwar die beiden Weißburgunder des Gutsweinsegments. Der „Rheinhesse“ von Kalk- und Mergelböden mit Lössauflage – sehr fruchtbar – und der „Moselaner“ – wie sollte es auch anders sein – von grauen Schieferböden und von einem Hang, der nach Südwesten ausgerichtet ist und deshalb eine besonders gute Sonnenausbeute hat. Beide Weine mit 12,5% Alc und einem leicht unterschiedlichen Säuregehalt von 5,8 bzw. 5,3 g/l, und ebenfalls nur mit gering unterschiedlichem Restzucker von 3,6 zu 4,1 g/l. Soweit die Analyse. In der Verkostung allerdings kam uns der Rheinhesse burgundischer, typischer, vor. Es fielen Beschreibungen wie birnig, bananig und Anklänge an Melone mitsamt einer an sich auch erwarteten Cremigkeit.

Der Moselaner erschien uns schlanker als er Rheinhesse, obwohl die Analysewerte dagegen sprachen. Ach hier fanden wir Anklänge an Banane und Melone, doch irgendwie wirkte die wenn auch geringere Saar-Säure belebender. Eigentlich seltsam, wenn man bedenkt, das der Saar-Weißburgunder zudem noch eine malolaktische Gärung abbekommen hatte (stehengeblieben bei etwa 6,0 g/RZ), die diesem Wein allerdings auch eine ähnliche Cremigkeit wie dem Rheinhessenwein mitgegeben hatte. Ein interessanter Vergleich von zwei Weinen, die bereits zu diesem Zeitpunkt der Probe aufhorchen ließen.

 

Beim letzten Wein aus der Gutswein-Linie handelte es sich um den Guts-Riesling oder auch Einstiegsriesling, wie Herr Hofmann ihn qualifizierte. Eine Vermählung von Trauben aus der Umgebung von Appenheim (Kalkböden) mit Traubengut vom „Roten Hang“ in Nierstein (rotliegender Schiefer), also aus verschiedenen Ortslagen und deshalb ohne Orts- oder Lagennnamen auf dem Etikett. Mineralität und Würze standen hier im Vordergrund, gepaart mit einer reifen Säure und Kräuternoten. Herr Hofmann bestätigte denn auch, dass bei diesem Wein sehr reifes aber gesundes Lesegut die Basis war, woraus sich ein Most im Auslesebereich ergeben hatte. Dennoch war dieser Wein nicht üppig oder dick sondern eher feingliedrig und rassig. Ein eigentlich schon gehobener Riesling als Einstiegswein!

 

Nun war es an der Reihe, die Ortsweine zu probieren, Weine aus einem begrenzten aber ausschließlichen Anbaugebiet mit der Berechtigung des Zusatzes des entsprechenden Ortsnamens, Weine die also eine engere Begrenzung der Herkunft haben als die Gutsweine.

 

Im Rahmen der Definition der Qualitätsabstufungen kam das Gespräch auch auf die jeweilige Verschlussart. So werden die Guts- und Ortsweine allesamt mit Drehverschluss abgefüllt, während die gehobene Linie, die Lagenweine, mit Naturkork versehen wird. Dahinter steckt kein Marketinggedanke sondern Überzeugung, wie Herr Hofmann auf Befragen bestätigte. Inzwischen wird diese unterschiedliche Handhabung bei den Verschlüssen auch von der Kundschaft – auch der älteren – akzeptiert.

Auch der schwierige Jahrgang 2010 war ein Diskussionsthema. Hier klärte uns Herr Hofmann dahingehend auf, dass man sich in den Familienweingütern – entgegen der sonstigen Gepflogenheiten in normalen Jahrgängen – rechtzeitig zur Vollbegrünung der Weinberge entschlossen und alles Mögliche angepflanzt habe, was Wasser abzieht (z.B. Klee, Raps, Getreide, etc.). Normalerweise ist in diesen Weinbergen nur jede zweite Rebzeile begrünt. Außerdem hat eine frühzeitige Entblätterung geholfen, die Rebzeilen gut zu durchlüften, mit dem Nebeneffekt, dass die einzelne Beere dadurch auch eine dickere Beerenhaut erhält und insofern bei eventuell später doch noch eintretender Hitze nicht so schnell einen „Sonnenbrand“ bekommt.

 

Bei dem ersten Ortswein, den wir ins Glas bekamen, handelte es sich um den „Appenheimer Weißer Burgunder“ von dem ältesten Weißburgunder-Weinberg „Appenheimer Eselspfad“, der aber als Ortswein auf die Einzellagenbezeichnung verzichten musste. Mit 13% Alc war er ein strammer Bursche, doch ausgewogen in Säure und Restzucker hinterließ er einen guten Eindruck mit Melonen und Birnen am Gaumen. Das Vollmundige und Cremige dieses Weins wurde auch noch unterstützt durch einen Hauch von Barriquenote. Dieser Wein, so berichtete Herr Hofmann, hatte eine Maischestandzeit von 10-12 Stunden hinter sich, ein Umstand, der ihm mehr Würze und Farbe mitgegeben und durch die Erhöhung der Phenolanteile auch sensorisch verbessert hatte. Bei diesem Wein durchbrachen wir mit unserer Durchschnittsbewertung das erste Mal die 15-Punkte-Mauer an diesem Abend, und das bei einer ziemlich homogenen Punktekette aller Beteiligten.

 

Der zweite Wein dieser Qualitätsstufe war ein Appenheimer Grüner Silvaner, ebenfalls mit 13% Alc ausgestattet und aus 100% spontanvergorenem Lesegut aus derselben Lage, nämlich dem „Eselspfad“, im alten großen Holzfaß ausgebaut und von ca. 40-jährigen Rebstöcken stammend. Letzteres bedeutet für den Winzer: „…viel Laub, viele Triebe = viel Arbeit…“, wie Herr Hofmann zugeben musste. Dafür servierte er uns allerdings ein wunderbares Produkt. Der Aufwand hatte sich gelohnt. Dies ist tatsächlich der Top-Silvaner des Weinguts, der mit seinem Schmelz und seiner Würze dem „Burgunder-Silvaner-Typ“ zugerechnet werden kann, wie Herr Hofmann seinen Winzerkollegen Tesch an dieser Stelle zitierte. Das Gegenstück hierzu: der „Riesling-Silvaner-Typ“…

 

Es folgte als nächster Wein ein wunderbarer Appenheimer Sauvignon Blanc, der uns mit 2,8 g/l Restzucker nicht nur analytisch trocken ansprang. Er hatte allerdings viel Spiel und Eleganz mit einem Hauch von Stachelbeere und Holunder, aber eben nicht in einer aufdringlichen Art. Grüne Noten aufgrund einer Unreife durch zu frühes Lesen hasst Herr Hofmann „wie die Pest“, so outete er sich. Nicht unerwähnt bleiben darf, dass das Weingut Hofmann eines der ersten Güter war, die den Sauvignon Blanc in diese Anbauregion gebracht und hierzu französische Klone von der Loire verwendet hat. Wichtig ist für Herrn Hofmann die Feststellung, dass er die Rebstöcke an unterschiedlichen Standorten gesetzt hat um die Diversität der Böden mit in den Wein einzubringen. Hier vereint sich schließlich die Mineralik der Böden mit der Frucht der Beeren. Es ist noch zu erwähnen, dass auch bei diesem Wein eine Maischestandzeit – diesmal allerdings über einen Zeitraum von 24 Stunden – stattgefunden hat, wobei Trockeneis zum Kühlen des Mostes zum Einsatz kam.

 

Die nächsten beiden Weine boten sich wieder an, als Pärchen verkostet zu werden, schließlich trafen hier der Appenheimer Riesling „vom Muschelkalk“ auf den Saar-Riesling „Schiefer“. Hier begannen sich die Geister zu scheiden. Die einen bevorzugten den etwas molligeren Rieslingtyp vom Muschelkalk, von noch recht jungen Reben gelesen, aber dennoch schon als „kleiner Hundertgulden“-Wein (in Anlehnung an die Toplage) bezeichnet. Die anderen bevorzugten den etwas schlankeren aber doch auch mit etwas Schmelz versehenen Saar-Riesling, der bei etwa gleichem Säuregehalt fast doppelt soviel Restzucker enthielt, dafür allerdings von alten Reben stammte (30-jährig), spontanvergoren und im Großen Holzfaß ausgebaut worden war. Das Lesegut zu diesem Wein kam aus der Steillage des „Oberemmeler Rosenberg“, einem Parallelhang zum allseits bekannten „Scharzhofberg“.

 

Die Krönung der Probe bestand schließlich in der Verkostung der beiden Lagenweine Riesling „Hundertgulden“ (Appenheim) und Riesling „Oelberg“ (Nierstein). Bei diesen beiden Weinen kann man berechtigterweise vom „hauseigenen Großen Gewächs“ sprechen. Während der „Hundertgulden“ vom Muschelkalk aus dem Tertiärzeitalter stammt, der mit 50-jährigen Reben bestockt ist und als steile Südhanglage die Appenheimer Toplage darstellt, handelt es sich beim „Niersteiner Oelberg“ –sicherlich eine der bekanntesten deutschen Lagen – um Gesteinsboden aus Schieferton und dem Sandstein des Rotliegenden, die dem Wein Mineralität und Würze verleihen. Es fielen noch Stichworte wie „Aprikose“ und „tropische Früchte“.

Von beiden Weinen kann man wohl behaupten, dass sie „ein Maul voll Wein“ bieten und deshalb auch ihren Beitrag dazu geleistet haben, dass wir bei der Bewertung dieser beiden Weine deutlich die 16 Punkte-Marke überschritten hatten. Sie untermauern gleichzeitig auch die Tatsache, dass der Weinführer Gault-Millau dem Weingut Hofmann 2010 die dritte Traube nicht länger vorenthalten konnte, zumal die gesamte Weinlinie bei der Jury – und auch bei uns – guten Eindruck hinterlassen hatte.

 

Hierzu auch von unserer Seite nochmals herzlichen Glückwunsch, verbunden mit großem Dank für diese gelungene Probe!

 

 

Verfasser: Wolfgang Klug

Probenergebnis der Probe vom 14.6.2012 Weingut  Hofmann (PDF)

 

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10.5.2012 Weinprobe mit dem Weingut Seehof, Westhofen

Erstellt von Dieter am 27. Juni 2012

Weingut Seehof, Westhofen, Probe vom 10.05.2012

 

So, die Probe ist vorbei. Ich denke, es war ein guter Abend. Alle Teilnehmer sind gegangen, unser Gast auch. Alle schienen zufrieden.

Eigentlich hat auch alles gut geklappt.

Die Vorbereitungen waren rechtzeitig abgeschlossen, alle Gläser poliert, ausreichend Wasser vorhanden, die Tische eingedeckt, Brot war auch da, – eigentlich wie immer.

Die Probenliste kam im letzten Augenblick, die Flaschen konnten noch rechtzeitig beschriftet werden; auch nicht zum ersten Mal.

 

Die Probe war, wie in der letzten Zeit häufig, gut besucht, fast dreißig Teilnehmer.

Unser Gast heute, Florian Fauth vom Weingut Seehof, jung, sehr nett, sehr offen für alle Fragen und kompetent in seinen Antworten.

 

Begonnen wurde der Abend mit einem 2009 Riesling Sekt brut – Premium.

Feinperlig, frisch, rieslingtypisch fruchtig, dank des biologischen Säureabbaus und langem Hefelager (18 Monate) aber nicht hart. Ein eleganter Sekt, ein gelungener Einstieg in den Abend.

Aber noch stehen 12 weitere Weine auf der Probeliste.

So folgt als einziger Rotwein der 2009 Spätburgunder „Derby“ trocken aus der Westhofener Steingrube. Im Namen findet sich der sportliche Erfolg von Vater Ernst Fauth als Gespannfahrer wieder, im Glas hingegen ein ziegelroter, transparenter Spätburgunder. Weich am Gaumen mit verhaltenem Duft zeigte sich hier ein harmonischer Wein ohne Ecken und Kanten.

 

Nun kann man diskutieren, ob der nachfolgende Pinot Noir Rose als Rotwein im strengeren Sinne anzusehen ist. Von der Rebsorte her ein klares Ja, von der Vinifizierung ein klares Nein.

Das Ergebnis jedenfalls ist ein duftiger und leichter Rosé-Wein mit Charakter, der bei warmen Temperaturen Lust auf ein gut temperiertes zweites oder drittes Glas macht, kein Wein zum philosophieren, ein Wein zum trinken.

Spargelzeit = Silvanerzeit? Nicht zwingend aber auch. Der vorgestellte grüne Silvaner 2011 ist als Basiswein mit 6 g Säure und 3,5 g Restzucker überraschend cremig. Ein langes Hefelager bietet die entsprechende Erklärung.

Aufmerken lässt der folgende 2011 Westhofener Auxerrois trocken „vom Kalkstein“. Duftig in der Nase, verleiht ihm sein felsiger Untergrund eine angenehme Säure und Frische. Die Kombination von Holz und Edelstahl (20% altes Barrique/80% Edelstahl) steht dem Wein sehr gut.

Mit diesem Wein haben wir das Segment der Ortsweine erreicht. Das Weingut Seehof verfolgt, wie mittlerweile zahlreiche andere Winzer, konsequent die Umstellung der Weinbezeichnung hin zu Gutsweinen, Ortsweinen und für das Spitzensegment die Lagenweine.

So sind auch die drei folgenden Weine Ortsweine: „Westhofener vom Kalkstein“.

Frisch gefüllt zeigt sich der Weiße Burgunder 2011 trocken mit deutlich eingebundener Säure, fast schon etwas weich. Aber das hochreife Lesegut (97° Oechsle) bringt eben einen gehaltvollen und keinen kantigen Wein hervor (und das ist auch gut so).

Schmelz, Fülle und dezentes Holz zeichnen den 2011 Grauer Burgunder trocken aus, kurzum er schmeichelt sich erfolgreich ein und bleibt in Erinnerung, selbst wenn das Glas bereits leer ist.

 

Pause, – Abfrage der bisherigen Weinbewertungen, angeregte Diskussion über gemeinsame und unterschiedliche Eindrücke, teilweise kontrovers, aber kein Antrag auf Ausschluss wegen mangelndem Geschmack.

 

Es folgen die Rieslinge, für manchen die „Königsklasse“.

2011 Westhofener Riesling „vom Kalkstein“, schöne Säure und Mineralität, zart salzig, sehr klar und sauber gemacht, ein schöner Riesling vereint die besten Lagen des Weinguts.

 

Boden – das Stichwort der folgenden zwei Lagenweine:

2011 Westhofener Morstein Riesling trocken und 2010 Westhofener Steingrube Riesling trocken.

Die Lage Morstein befindet sich in 140-280 m über NN. Mit einer Ausrichtung von Südwest bis Süd kommt dieses besonders dem Riesling zugute, da dieser die beste Assimilationsleistung in den Abendstunden zeigt. Das privilegierte Kernstück umfasst ca. 50 ha im Mittelhang des großen Morsteins.

Der Boden besteht aus tonigem Mergel mit Kalkstein in der Oberschicht, entstanden aus den Korallenbänken des tertiären Urmeeres.

Die Westhofener Steingrube führt ihren Namen auf einen alten, bereits im Mittelalter erwähnten Steinbruch zurück.

Löß-Lehmboden mit hohem Kalkstein- und Eisengehalt, nach Süden ausgerichtete leichte Hanglage

Das Ziel, bei beiden Weinen den Boden herausstellen und weniger eine bestimmte Frucht, ist gelungen.

Beiden Weinen ist gemeinsam, dass eher die gelben Früchte, wie reifer Pfirsich und Aprikose, den Eindruck bestimmen.

Die Steingrube wirkt mineralischer, mit zarter Salzigkeit.

Was soll ich zu diesen Weinen noch alles sagen?

Sie sind Spitzenweine, dicht, aromenreich mit wunderbarer Länge, kurz, jeder ein Genuss. Unterschiede? Ja, aber kann ich alle Nuancen zutreffend wiedergeben? Was bleibt: Probieren und genießen.

Gleiches gilt für die 2009 Westhofener Morstein Riesling trocken „Alte Reben“.

Viel Schmelz, etwas Holz, cremig, reife Frucht und schöne Mineralität.

 

Der Abend ist fast vorbei, noch stehen zwei Scheureben auf dem Programm.

Nach den ausgezeichneten Rieslingweinen eine spannende Fortsetzung.

2011 Westhofener Scheurebe trocken “vom Kalkstein“, ein Hauch von Stachelbeere, exotische Früchte, eine präsente Säure und ein schöner Abgang .

Aber dann das Finale mit der 2011 Westhofener Morstein Scheurebe Trockenbeerenauslese: ein ganzer Korb an exotischen reifen Früchten, eine eingebundene aber deutliche Säure gepaart mit einer fruchtigen Süße und Mineralität und einem sehr, sehr, sehr langen Nachhall. Das Glas ist schon lange leer, der Wein ist aber immer noch in der Nase, auf der Zunge … .

 

Ja, ich bin mir sicher, es war ein guter, ein sehr guter Abend. Das Weingut Seehof hat wirklich tolle Weine. Rheinhessen wurde heute ganz stark vertreten.

Was bleibt, ist, die Gläser zusammen zu räumen, das Licht zu löschen und Florian Fauth ein herzliches „Danke und bis bald“ hinterher zu rufen.

 

 

Verfasser: Jörg Kleimeier

 

 

Probenergebnis der Probe vom 10.5.2012 Weingut Seehof (PDF)

 

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