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Weinprobe neue Appellationen an der Rhone am 19.10.2017

Erstellt von Dieter am Donnerstag 11. Januar 2018

Nach den fränkischen Weinen standen für den Rest des Jahres die Proben mit südfranzösischen Weinen an. Unsere Probenserie begann mit der Süd-Rhône, der in Deutschland vielleicht bekanntesten Weinbauzone Südfrankreichs. Hier hat sich in den letzten Jahren sehr viel an der Qualität verbessert. Viele unbekannte Gebiete wurden in die Appellation Côtes du Rhône Villages aufgenommen und viele aus der Appellation Côtes du Rhône Villages wurden zu eigenen Appellationen (Crus) aufgewertet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Daneben stehen die Regional-Appellationen in den Randgebieten um
die Côtes du Rhône wie z.B. Côtes du Ventoux, Côtes de Luberon

Seit 1936 gibt es eine regionale Appellation, die Côtes du Rhône, für das Gebiet im Tal, das inzwischen 171 Gemeinden umfasst. Im Osten schließen sich die Côtes du Ventoux an den Hängen um den Mt. Ventoux und südlich davon die Côtes de Luberon an den Hängen des Luberon-Massivs an. Im Kernbereich der Côtes du Rhône sind aufgrund höherer Qualitätsanforderungen 95 Orte in den Bereich der Côtes du Rhône Villages aufgenommen worden und von ihnen dürfen 17 zusätzlich noch ihren Ortsnamen anhängen. Neu aufgenommen in diese Gruppe wurde 2004 Plan de Dieu, (Wein Nr. 4), 2005 Sinargues (Wein Nr. 5). Seguret (Wein Nr. 6) ist seit 1967 unter den Villages-Weinen und steht vor dem Aufstieg der Weine mit eigener Appellation.

Die älteste Appellation („Cru“) seit 1935 ist Chateauneuf du Pape, dann folgten 1971 Gigondas (Wein Nr. 12) und 1990 Vacqueras (Wein Nr. 11). Nach 2000 wurde weiteren Côtes du Rhône Village Weinen der Status eines eigenen Crus für trockene Weine zuerkannt: 2005 Beaume de Venise, 2006 Vinsobres (Wein Nr. 7) und 2010 Rasteau (Wein Nr. 9, 10) und 2016 Cairanne (Wein Nr. 8).

Neben den Appellationen für trockene Weine gibt es noch je eine Appellation für Süßweine: seit 1944 Rasteau für süße Grenache-Wein und seit 1945 Beaume de Venise (Wein Nr. 13,14) für süße Muskat-Weine.

Eine sehr gute interaktive Übersicht der Rhône Weine gibt es unter http://www.Rhône-weine.com/de/appellation .

Unsere Probe startete mit je einem Wein der beiden östlichen Randbereichen und führte dann über Côtes du Rhône- und Côtes du Rhône Village-Weine zu den Orts-Appellationen:

1.        2015  Chateau La Canorgue,   AOP Côtes de Luberon
Jugendliches Purpur, in der Nase satte Frucht, Pfeffer, Gewürze, im Mund ganz trocken, pfeffrig, nicht zu fett, gute Struktur, Harmonie und Länge

2.        2015  Domaine de Fondrèche, „Cuvé e Persia“,  AOP Côtes du Ventoux,
Dunkles Purpur, saftige Frucht, viel süßliche Eichenholzwürze in Nase und Mund, straffes Tannin, viel Alkohol, etwas satt machend.

3.        2014  Domaine de Réméjeanne, „Les Chèvrefeuilles”,  AOP Côtes du Rhône
Jugendliches Rubin, sehr pfeffrig in Nase und Mund, leicht grün und unreif, wenig Kraft, wirkt etwas verwässert, eckig und rau, nicht viel Länge

4.        2014  Domaine Rose Dieu,   AOP Côtes du Rhône Villages Plan de Dieu
Mittleres Purpur etwas bananig in der Nase, auch Vanille, im Mund mehr Fülle als Wein Nr. 3, spürbar Tannin, etwas unruhig und rau.

5.        2014  Chapoutier, „Les Pentues“,  AOP Côtes du Rhône Villages  Sinargues
Reifes Rubin, kühle Frucht, Gewürze und Herbstlaub in der Nase, im Mund samtig, schöne Balance, burgundische Art, harmonisch, guter Trinkfluss.

6.        2015  Domaine de Creve Coeur,  AOP Côtes du Rhône Villages Séguret
Dunkles Purpur, in der Nase satte Feigenfrucht, blumig, etwas Pfeffer, im Mund noch super-raues Tannin, wuchtig, viel Alkohol, derzeit wenig Charme, muss reifen.

7.        2015  Domaine Stephane Usseglio, Vinsobres, „Vieilles Vignes“, AOP Vinsobres
Mittleres Purpur, gekochte Frucht in Nase und Mund, rund, weich, mollig, viel Alkohol, wenig Struktur und Spiel.

8.        2010  Domaine des Escaravailles, „Le Ventabren“,  AOP Côtes du Rhône Villages  Cairanne
Reifendes, dichtes Rubin, leicht balsamische Nase, pfeffrige Frucht, im Mund war die A-Flasche leicht prickelnd, als hätte der Wein nachgegoren (B-Flasche einwandfrei), gute Struktur, rund aber kernig, viel Alkohol.

9.        2012  Domaine Bressy Masson, „Paul Emile“,   AOP Rasteau
Reifendes, dichtes Purpur, komplexe Nase nach Feigen, Gewürzen, Gestein, weißer Pfeffer, im Mund schöne Frucht, etwa Pfeffer, viel Alkohol aber gut ausbalanciert.

10.      2011  Domaine les Aphillanthes, „1921“,  AOP Rasteau  
Reifendes, dichtes Rubin, Nase nach gekochten Früchten, Rumtopf, Herbstwald, im Mund sehr schwer, alkoholisch, mastig.

11.      2014  Domaine La Bouissière,  AOP Vacqueras
Reifendes, dichtes Rubin, pfeffrige Frucht in Nase und Mund, würzig, kernig auf der Zunge, gute Struktur, später auch Lavendelnoten.

12.      2013  Domaine Santa Duc, „Aux Lieux Dits“,  AOP Gigondas
Reifendes, dichtes Rubin, Nase nach Räucherspeck, Röstaromen, grüner Pfeffer, durchaus komplex, im Mund straff, kernig, würzig, noch rau, braucht Zeit.

Zum Abschluss folgten dann noch zwei Süßweine:

13.      2003  Beaume de Venise, „Carte d’Or“,  AOP Beaume de Venise doux
Leicht roséfarbener Bernstein, Nase nach Orangenblüten, Karamell, Apfel, Nüsse, Rosenwasser, im Mund vor allen Süße und Alkohol, wenig Spiel und Finesse

14.      1998  Beaume de Venise, „Carte d’Or“,  AOP Beaume de Venise doux
Dunkles Bernstein, Nase schon etwas gezehrt nach Karamell und Röstnoten, im Mund sehr süß, alkoholisch, satt machend.

Auch in Zukunft werden weitere Gebiete ihre Qualitätsanforderung zu erhöhen, um in der Qualitätspyramide weiter nach oben zu steigen. Vielleicht können wir in 5 Jahren diese Erfolge erneut in einer Probe feststellen.

Angaben zu den Winzern der verkosteten Weine

 Chateau La Canorgue,  „Côtes de Luberon“,
40 ha,  biologisch

Domaine de Fondreche,  „Côtes du Ventoux“,
40 ha, biologisch

Domaine de Réméjeanne, „Côtes du Rhône“,
38 ha,

Domaine Rose Dieu, „Côtes du Rhône Villages, Plan de Dieu“,
2,5 ha, Produktion seit 2002

Maison M.Chapoutier, „Côtes du Rhône Villages, Sinargues“,
350 ha über den ganzen Rhône Bereich und etwas im Roussillon, biodynamisch

Domaine de Crève Coeur, “Côtes Du Rhône Villages Seguret”,
6 ha, biodynamisch

Domaine Stephane Usseglio, (Raymond Usseglio), “Vinsobres”,
16 ha Chateauneuf du Pape, 5 ha Côtes du Rhône, 3 ha IGP,  biodynamisch

Domaine des Escaravailles, “Cairanne”,
65 ha, 7 ha Cairanne

Domaine Bressy Masson, “Rasteau”,
30 ha

Domaine les Aphillanthes, “Rasteau”,
37 ha, biodynamisch

Domaine La Bouissiere, „Vacqueras“,
16,6 ha, 9 ha Gigondas, 5 ha Beaumes de Venise, 2.6 ha Vacqueyras

Domaine Santa Duc, „Gigondas“,
26 ha, 12 ha Gigondas,

Cave de Beaume de Venise,
Die Cave de Beaume de Venise fusionierte 2014 mit der Cave de Vacqueras unter dem neuen Namen „Balma Vinitia“, 156 Mitglieder, 2/3 der Süßweinproduktion von Beaume de Venise

Weiterführende Informationen:

Zum Weinbaugebiet Rhône:                     http://www.Rhône-weine.com/de/
Informationen zu Rhône Winzern:            http://www.chateauneuf.dk/

Verfasser Allgemeiner Text: Dieter, Weinbeschreibungen: Bernd

2017_10_Rhone Probenergebnis

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