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    Oktober
    • 17

      19:00 -22:00
      17.10.2019
      Pfarrzentrum St.Marien, 3.Stock Kapellenstr.7, 51103 Köln-Kalk

      Rueda ist inzwischen die Spanische Region für Weißweine. Jahrelang
      wurden nur unbedeutende Weißweine produziert. Erst als in den 1970er
      Jahren der Weinerzeuger Marqués de Riscal aus der Rioja mit Unterstützung
      vom französischen Önologen Emile Peyaud die Rebsorte Verdejo pflanzte
      und nach modernen Verfahren Weißwein produzierte, begann der große
      Aufstieg. Unser Weinbruder Uwe Lommertin hat vor Ort für uns eine Auswahl
      getroffen.

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02.07.2009 – Weingut Carl Loewen aus Leiwen

Erstellt von Dieter am Sonntag 6. September 2009

Petrus bedenkt uns bei unseren Weinproben anscheinend öfter mit Extremwetter, denn nach Schnee und Sturm im Winter war es heute tropisch feucht-warmes Wetter. Kurz vor Proben­beginn hatte sich noch ein kleines Gewitter ausgeschüttet und so führte bei fast 100% Luftfeuchtigkeit jede kleine Bewegung zu dicken Schweißtropfen.

Glücklicherweise konnten wir die Weine im Kühlraum unseres Probendomizils so weit herunterkühlen, dass sie nach dem Einschenken noch kalt genug waren, um ihre Eleganz und feine Fruchtigkeit zu entfalten.

Wir starteten – sehr ungewohnt – mit einem fruchtsüßen 1999’er „Oldie“: einer Spätlese aus der Leiwener Laurentiuslay. Es war erstaunlich, wie reintönig die Frucht noch war, ohne Firne- oder Petrol-Töne, und die Süße drückte sich jetzt durch einen etwas stärkeren Karamelton aus.

Nach dem „Oldie“ musste die Jugend ran: ein frischer 2008’er Kabinett aus dem Longuicher Herrenberg, ein Wein aus dem neu erworbenen Weingut Carl Schmitt-Wagner.

Nach diesem Vorspiel konnten wir zwei Gutsweine probieren: Zuerst der  2008’er Riesling „Quant“ aus jüngeren Anlagen. Der Name „Quant“ steht für den moselfränkischen Ausdruck „gut“. Ein sauberer, schon recht runder Riesling, der seinem Name alle Ehre machte.

Als zweiter Wein kam dann der 2008’er Riesling „Varidor“. Er entstammt einer Zusammen­arbeit mit der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt in Trier. In alten, über 100-jährigen Wein­bergen wurde nach  Weinstöcken mit kleinbeerigen, goldgelb reifenden Trauben gesucht. Deren Holz wurde dann gezielt vermehrt, um so Rebmaterial zu kommen, das noch nicht auf Höchsterträge selektioniert war.

Im Gegensatz zum „Quant“ zeigte der „Varidor“ mehr Struktur, war aber auch noch deutlich verschlossener.

Als ersten Selektionswein probierten wir einen 2008’er Riesling „Alte Reben“, der aus Lagen stammt, die nach der ersten Flurbereinigung vor ca. 40 Jahren neu bepflanzt wurden. Jetzt sind diese Reben trotz der damals gepflanzten Klone deutlich ertragsschwächer und der Wein zeigt durch die tiefer reichenden Wurzeln der Rebstöcke eine deutliche Mineralik.

Als Krönung der trockenen Weine folgten die 2008’er „Alten Reben“ aus der Lage „Leiwener Laurentiuslay“, Dieser Wein stammt von ca. 90 Jahre alten, noch wurzelechten Reben. Das Ergebnis ist eine intensive, aber elegante, exotische Frucht und eine fast salzige Mineralik. Da macht das Trinken trockener Riesling-Weine Spaß.

Die nächsten beiden Weine waren dann  nicht mehr ganz trocken sondern feinherb aus­ge-baut.

Der 2008’er Riesling „Christophers Wein“ aus der „Dezemer Maximer Klosterlay“, besaß ebenfalls eine intensive, exotische Frucht und deutliche Mineralik.

Nach der Krönung der trockenen Weine  kam die Doppelkrönung mit einem feinherben Wein, dem 2008’er „Maximer Herrenberg, Alte Reben“. Ein sehr klarer, gradliniger, mineralischer Riesling, der von wurzelechten, vor 110 Jahren gepflanzten Reben stammt, Sie stehen im Gegensatz zu den anderen Lagen des Weingutes nicht auf Blauschiefer sondern auf Rot­schiefer und das Klima in Longuich ist etwas kühler als im Leiwener Kessel, so dass dieser Wein eine Ähnlichkeit zu den mineralischen, filigranen Saar-Rieslingen zeigte.

Diese Lage gehörte zum Weingut Schmitt Wagner, das vor eineinhalb Jahren übernommen wurde.

Nach diesen trockenen Weinen mussten wir natürlich auch  im fruchtsüßen Bereich weiter probieren.

So steht die Lage „Thörnicher Ritsch“ für mineralische Rieslinge mit zartem Zitrus-Aroma.

Die 2008’er Spätlese zeigte sich entsprechend mineralisch, noch sehr jung und mit einer kräftigen, aber angenehmen und nicht dominanten Fruchtsäure (9.3g/l). Die 2004’er Auslese dagegen war runder, aber auch fülliger, einfach schon reifer.

Als Abschluss gab es drei Weine aus der Leiwener Toplage „Laurentiuslay“

Die 2008’er Spätlese war sehr gradlinig, zart mineralisch mit feiner Fruchtsäure. Durch die Spontanvergärung besaß sie noch leicht reduktive Töne, die bei einigen Teilnehmern zur Ablehnung führte. Diese Töne waren natürlich bei der 2003’er Spätlese nicht mehr vorhanden. Sie zeigte, wie schon die 99’er Spätlese, noch keine Alterstöne, aber eine dichte, vollreife Frucht. Alle waren erstaunt darüber, dass dieser Riesling trotz des untypisch heißen Jahrgangs nicht fett sondern immer noch sehr elegant war.

Die 2003’er Auslese punktete dann weniger durch ihre Eleganz als durch ihre Fruchtfülle, (120° Oechsle) ohne aber breit und plump zu sein. Das machte sie zum höchst bewerteten Wein des Abends.

Trotz des tropisch feucht-warmen Wetters konnten wir – auch dank der intensiven Vor­kühlung – ein sehr überzeugendes Sortiment verkosten und vielleicht hatten die Weine auch kaum Gelegenheit nach dem Einschenken im Glas warm zu werden, weil sie einfach zu gut schmeckten.

Karl Josef Loewen konnte uns seine Philosophie der Weinbereitung sehr überzeugend demonstrieren. Die ungewohnt gute Punktung zeigte die Zustimmung der Anwesenden zu den verkosteten Weinen.

Probenergebnis 02.07.2009: Carl Loewen aus Leiwen (PDF)

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