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      Pfarrzentrum St.Marien, 3.Stock Kapellenstr.7, 51103 Köln-Kalk

      Rueda ist inzwischen die Spanische Region für Weißweine. Jahrelang
      wurden nur unbedeutende Weißweine produziert. Erst als in den 1970er
      Jahren der Weinerzeuger Marqués de Riscal aus der Rioja mit Unterstützung
      vom französischen Önologen Emile Peyaud die Rebsorte Verdejo pflanzte
      und nach modernen Verfahren Weißwein produzierte, begann der große
      Aufstieg. Unser Weinbruder Uwe Lommertin hat vor Ort für uns eine Auswahl
      getroffen.

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04. bis 07.06 2015 Weinreise in den Rheingau

Erstellt von Dieter am Montag 22. Juni 2015

Nach dem Einchecken der Teilnehmer in unserem Hotel war der erste Treffpunkt am Abend der Gutsausschank des Weingut Koegler, der in einem wunderschönen Garten in der Altstadt von Eltville liegt.
Das Weingut hat 36 ha in Eltville, Walluf und Kiederich, davon sind 70% der Lagen mit Riesling, 20 % mit Spätburgunder und je 5% mit Grüner Veltliner und bestockt. Im Gault Millau Weinführer hat sich das Weingut schon seit längerer Zeit 2 Trauben erkämpft.
Hier konnten alle etwas essen – das Speiseangebot war sehr gut –  und dazu die Weine des Hauses probieren. Allerdings war bei den trockenen Weinen schnell das Angebot auf der Weinkarte des Gutaus­ausschankes erschöpft. Durch etwas intensiveres Nachhaken, gab es dann aber doch noch zwei weitere Weine für uns.

Die nachfolgend aufgeführten Weine haben wir im Laufe des Abends verkostet:
2014  J.Koegler, Rheingau Riesling, QW, trocken
2013  J.Koegler, Riesling „1467“, QW ,feinherb
2013  J.Koegler, Riesling, „Alta Villa“, QW, trocken
2011  Eltviller Sonnenberg, „Erstes Gewächs“, QW, trocken
2010  Eltviller Sonnenberg, „Erstes Gewächs“, QW, trocken
2007  J.Koegler, Riesling, „Johannes G. Koegler“, QW, trocken
2014  J.Koegler, Grüner Veltliner, QW, trocken
2014  J.Koegler, Blanc de Noir, QW, Spätburgunder, trocken

Nachdem diese Weine verkostet waren, wollte ein Teil der Teilnehmer noch weiter zusammen sitzen und ein andere Weine verkosten. Mit dem Anleger 511 direkt am Rheinufer fand sich dann eine Location, die auch eine interessante Weinauswahl hatte. Leider war um 22:30 Uhr schon die letzte Bestellung und danach gab es nichts mehr. Da augenscheinlich nach 23:00 Uhr in Eltville „die Bürgersteige hochgeklappt wurden“, blieb uns nur noch der Rückweg zum Hotel.
Nach einem reichlichen und ausgiebigen Frühstück ging es am nächsten Morgen per Taxi zum Weingut Leitz in Rüdesheim und von dort in die Weinberge bis zur Kapelle am Berg Rottland, Von hier aus hat man eine gute Aussicht auf den Rhein, die Rüdesheimer Lagen, das Niederwald-Denkmal und die Abtei St.Hildegard.  Zu Fuß ging es dann bei bestem Sonnenschein an den Weinberglagen des Weingutes vorbei zurück zum Weingut.

Hier gab es für uns eine Weinprobe mit 8 Weinen:
2013 Leitz, Riesling, „Eins, Zwei, Dry,“ QW, trocken
2014 Leitz, Riesling, „Eins, Zwei, Dry“, QW, trocken
2014 Rüdesheimer Riesling, QW, trocken
2014 Rüdesheimer Riesling, „Magic Mountain“, QW, trocken
2013 Rüdesheimer Berg Rottland, Hinterhaus, Großes Gewächs, QW, trocken
2013 Rüdesheimer Berg Schloßberg, Ehrenfels, Großes Gewächs, QW, trocken
2014 Rüdesheimer Kirchenpfad, Kabinett, feinherb
2014 Rüdesheimer Magdalenenkreuz, Spätlese, fruchtsüß

Das Weingut hat 43 ha fast ausschließlich in Rüdesheimer Lagen, davon sind 98% mit Riesling und die restlichen 2% mit Spätburgunder bestockt. Seit Jahren gehört es im Gault Millau Weinführer zu den mit vier Trauben ausgezeichneten Weingütern im Rheingau. Und auch bei anderen Weinführern ist es so hoch eingestuft. Wir konnten das gut nachvollziehen, denn auch für uns war es das beste Weingut der gesamten Tour. Die meisten Weine gehen allerdings ins Ausland, das Weingut verkauft 85% seiner Produktion dorthin.

Nach eine kleinen Vesper ging es per Taxi zum Bio-Weingut Jakob Peter Kühn in Oestrich.
Als Demeter-Weingut wird hier eine andere Philosophie gelebt. 2002 wurde das Weingut auf biologischen Weinbau umgestellt und ist inzwischen ein zertifizierter Demeter-Betrieb. Durch diese Umstellung hat sich der Stil deutlich geändert. Und seitdem gehen die Urteile über das Weingut deutlich auseinander von fast untrinkbar bis hervorragend. So wurde kürzlich die Klassifikation zum „ersten Gewächs“ für einen Wein verweigert, der später in der Szene als einer der größten trockenen Rieslinge Deutschlands gefeiert wurde. Sicher sind diese Weine nicht so einfach zu trinken, da sie oft recht eigenwillig und nicht so vordergründig fruchtig sind, aber wir waren sehr zufrieden mit der Qualität der Weine.
Auch dieses Weingut ist im Gault Millau Weinführer mit 4 Trauben eingestuft.
Das Weingut hat 20 ha, die zu 90% mit Riesling und zu 10% mit Spätburgunder bestockt sind. Die Lagen sind in Oestrich und angrenzend in Mittelheim und Hallgarten.

2011 Peter Jakob Kühn, Rheingau Riesling, Sekt, brut
2014 Peter Jakob Kühn, Riesling, „Jacobus“, QW, trocken
2012 Peter Jakob Kühn, Riesling, „Quarzit“, QW, trocken
2013 Mittelheimer St.Nikolaus, „Großes Gewächs“, QW, trocken
2014 Oestricher Lenchen, Große Lage, Kabinett, fruchtsüß
2011 Oestricher Lenchen, Große Lage, Spätlese, fruchtsüß
2013 Mittelheimer St.Nikolaus, Auslese, fruchtsüß

Abends folgte dann der Besuch in Martinsthal im Weingut Diefenhardt, Das Weingut hat 18 ha, zu 85% mit Riesling und zu 15% mit Spätburgunder bestockt. Der Gault Millau Weinführer führt das Weingut mit 2 Trauben. Hier begrüßte uns Peter Seyfardt, der z.Z. Vorsitzender des Rheingauer Weinbauverbandes ist und zeigte uns seinen Keller. Eine  kleine Weinprobe gehörte natürlich auch noch dazu. Anschließend konnten wir im Restaurant etwas essen und noch weitere Weine aus dem Sortiment probieren.

Diefenhardt, Riesling, brut, SektbA, Riesling, brut
2014 Diefenhardt, „Estate Riesling“, QW, trocken
2014 Diefenhardt, Riesling, „JS, Alte Reben“, Riesling, QW, trocken
2005 Martinsthaler Langenberg, 1.Gewächs, Riesling, QW, fruchtsüß
2013 Diefenhardt, Riesling, „Charta“, Riesling, QW, trocken
2014 Martinsthaler Wildsau, Riesling, Kabinett, trocken
2013 Rauenthaler Rothenberg, Riesling, QW, trocken
2012 Martinsthaler Wildsau, Großes Gewächs, Spätburgunder, QW, trocken

Am Samstagmorgen führte uns unser erster Besuch zum Weingut Allendorf. Das Weingut gehört mit 70 ha zu den größten des Rheingaus. Der Rebspiegel ist 72% Riesling, 25% Spätburgunder und 3% übrige Sorten. Auch dieses Weingut wird mit 2 Trauben eigestuft. Heute war hier der Tag des offenen Kellers – es wäre also Selbstbedienung bei der  Verkostung angesagt gewesen. Aber Fritz Allendorf ließ es sich nicht nehmen, uns nach einem Begrüßungssekt persönlich in den Farbenraum und danach in den Keller zu führen. Es war interessant und auch überraschend, wie sich das Aroma des Weins (2014 Riesling, „Save Water Drink Riesling“), in Abhängigkeit von der Beleuchtungsfarbe – bei dem einen mehr und bei dem anderen etwas weniger – veränderte.
In blauem und grünem Licht wurde der Wein als würziger empfunden als in weißem Licht, Das blaue Licht ließ den Wein bitterer erscheinen.
Danach ging es in den Barrique-Keller für eine kleine Probe mit 3 weiteren Weinen.
2013 Allendorf, Riesling, brut, „Rafinesse“, SektbA, Riesling
2014 Winkler Hasensprung, QW, Roter Riesling, trocken
2014 Allendorf, Riesling, „Save Water Drink Riesling“, QW, trocken
2014 Winkeler Jesuitengarten, Großes Gewächs, QW, Riesling, trocken
2012 Assmannshäuser Höllenberg, QW, Spätburgunder, trocken

Die Verkostung dauerte dann doch länger als geplant, so dass nur noch kurze Zeit für die freie Verkostung der anderen Weine zur Verfügung stand und der Mittagsimbiss deshalb ausfallen musste.

Um 15 Uhr stand die nächste Probe im Schloss Reinhardshausen an. Dieses Weingut hat 76 ha Rebfläche, davon etwa 25 ha in der Monopol-Lage „Insel Mariannenaue“. Bestockt ist die gesamte Fläche zu 80% mit Riesling, 7% Weissburgunder, 5% Spätburgunder, 3% Sauvignon blanc und 5% anderen Sorten. Über viele Jahre wird das Gut mit 3 Trauben im Gault Millau Weinführer eingestuft. Im März 2013 erfolgte ein Besitzerwechsel und seitdem gehört das Weingut der Familie Lergenmüller, die damit der größte private Weinproduzent in Deutschland ist.

Nach einem Begrüßungs-Secco ging es zum Rheinufer, um mit dem kleinen Fährboot zur Insel Mariennenaue überzusetzen. (Die Insel steht unter strengem Naturschutz und ist nur unter besonderen Auflagen zu besuchen)  Unser Fährboot war schon ein altes Schätzchen aus den 50’er Jahren, als Auto hätte es sich ein „H-Kennzeichen“ verdient. Trotzdem erreichten wir nach kurzer Fahrt und wohlbehalten – ohne Seekranke –die Insel und wanderten dort um die östlichen Rebanlagen mit Silvaner Reben. Herr Lergenmüller – der für uns seit unserer Südpfalzreise (Weingut St.Annaberg) ein kein Unbekannter ist – ließ es sich nicht nehmen, uns zu führen. Der Rebenspiegel ist hier auf der Insel anders als auf dem Festland, mehr Burgunder-geprägt (Weissburgunder, Grauburgunder, Chardonnay). Dazu kommen noch Silvaner und Sauvignon blanc Am neu renovierten Gutshaus gab es im Schatten einer kleinen Halle dann eine Probe mit zwei Inselweinen und zwei Festlandsweinen.

Schloss Reinhardshausen, Riesling Secco, „Von der Insel Mariannenaue“, Perlwein
2014 Schloss Reinhardshausen, Grüner Silvaner, „Von der Insel Mariannenaue“, QW Silvaner, trocken
2014 Schloss Reinhardshausen, Inselsatz, „Von der Insel Mariannenaue“, QW Weissburgunder, Silvaner, Sauvignon blanc, trocken
2013 Hattenheimer Wisselbrunnen, Kabinett, Riesling, fruchtsüß
2012 Erbacher Schloßberg, Spätlese, Riesling, fruchtsüß

Nach unserer Rückkehr zum Schloss, bestand die Möglichkeit in der Vinothek noch einige Weine aus dem Sortiment zu verkosten.

Dann mussten wir uns wieder sputen, denn für den Abend war die Teilnahme an der festlichen Weinprobe des Rheingauer Weinkonvents im Rahmen seiner Großen Konventstage geplant.

Der Transport erfolgte wieder mit zwei Großraumtaxis ins Kloster Eberbach. Im Mönchs-Refektorium gab es zur Stärkung vor der Weinprobe noch ein rustikales Büfett. Dann folgte die kommentierte Weinprobe unter dem Thema „Der Wein in der Bibel“. Die Referentin hatte Weinbau gelernt und dann ein theologisches Studium abgeschlossen. So war sie bibelfest genug, um alle Stellen zu zitieren, in denen Wein und Weinbau erwähnt wurden. Leider zog sich die Moderation aber etwas in die Länge und zuletzt war es mehr eine Sonntagspredigt mit leichtem Bezug zu Wein als eine Weinprobe mit Bezug zur Bibel. Unterstützt wurde sie von der amtierenden Rheingauer Weinkönigin. Neben zwei Spätburgundern und einem israelischen Rotwein von den Golan-Höhen folgten Riesling-Weine aus dem Rheingau. Nach der Qualität aufsteigend 6 jüngere Wein vom Kabinett bis zum Ersten Gewächs und dann 7 ältere Riesling Weine aus der Schätzkammer des Weinkonvents .Wie befürchtet  waren die Kabinett-Weine aus 1991 und 1994 doch schon etwas gezehrt und morbide, während sich die beiden nachfolgenden Spätlesen aus dem östlichen Teil des Rheingaus gut gehalten hatten. Auch die beiden Auslesen konnten noch punkten. Nicht ganz unerwartet wurde dann die 2002’er Beerenauslese der Höhepunkt des Abends.

2015_06 Weine Rheingauer Weinkonvent

Bei der  Rückfahrt war dann unsere Gruppe zweigeteilt. Der erste Teil wurde vom bestellten Taxi zügig zurückfahren, der zweite Teil wartete vergebens auf das Taxi, denn es war von anderen Besuchern vorher abgefangen und umgeleitet worden. Daher kam es auch nicht mehr dazu, gemeinsam am Rhein am Anleger 511 noch weitere Weine zu probieren, denn um 22.30 Uhr wird dort schon Schluss gemacht.
Am nächsten Morgen nahm noch der Teil der Gruppe, der noch nicht nach Hause wollte, an einer geführten Altstadtbesichtigung teil. Nach dem Mittagessen im Restaurant Krone war dann endgültig Schluss und auch restlichen Teilnehmer fuhren nachhause.
Es war eine sehr interessante Fahrt, die von unserem Weinbruder Wilfried hervorragend organisiert worden war. Dafür möchten wir ihm danken. Und natürlich beim Wettergott. dass das Wetter bei dieser Tour auch mitgespielt hat.

Verfasser: Dieter

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