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    < 2019 >
    Oktober
    • 17

      19:00 -22:00
      17.10.2019
      Pfarrzentrum St.Marien, 3.Stock Kapellenstr.7, 51103 Köln-Kalk

      Rueda ist inzwischen die Spanische Region für Weißweine. Jahrelang
      wurden nur unbedeutende Weißweine produziert. Erst als in den 1970er
      Jahren der Weinerzeuger Marqués de Riscal aus der Rioja mit Unterstützung
      vom französischen Önologen Emile Peyaud die Rebsorte Verdejo pflanzte
      und nach modernen Verfahren Weißwein produzierte, begann der große
      Aufstieg. Unser Weinbruder Uwe Lommertin hat vor Ort für uns eine Auswahl
      getroffen.

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08.05.2010 Weinkulturreise in den Rheingau

Erstellt von Dieter am Montag 10. Mai 2010

Eintägige Weinkulturreise in den Rheingau am 8.Mai 2010

Samstag morgen, 7:30 Uhr am Bahnhof Deutz / Messe.

Was nur treibt erwachsene Menschen an einem düsteren Wochenendmorgen um diese Uhrzeit aus dem Bett?

Die jährliche Weinkulturreise der Weinbruderschaft zu Köln hat für heute den Besuch von drei Winzern im Rheingau mit Rahmenprogramm geplant.


Wetterabhängig standen Schönwetter-Plan A oder Schlechtwetter-Plan B bereit. Aber bereits bei der Ankunft im Schloss Vollrads in Oestrich – Winkel war sicht- und spürbar, dass der optimistische Plan A verfolgt werden konnte. Die Sonne schien, der Himmel war blau.

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Pünktlich um 10:00 Uhr begann Herr Cavallo vom Schloss Vollrads seine Führung mit einem Glas Sekt am Wassergraben des herrschaftlichen Wohnturms. Heute ein Archiv, ist er für Besichtigungen nicht mehr zugänglich. Nach einer Einführung in die Geschichte des Schlosses folgte bei einer Schlenderprobe die Besichtigung der übrigen Gebäude. Besonders sehenswert war das Lederzimmer im Haupthaus . Die Wandbespannung besteht aus Ziegenhäuten und wurde Ende des 17. Jahrhunderts gefertigt. Weltweit gibt es nur wenige Räume mit derartigen Ledertapeten. Der Aufwand zur Erhaltung und Pflege ist sehr hoch und gelingt nur durch die Hilfe der Nassauischen Sparkasse und des Fördervereins. Die Wände des Schlosses, dekoriert mit den Porträts der Grafen von Greiffenclau, den Besitzern des Gutes seit dem 14. Jahrhundert, spiegeln die Verflechtungen von gesellschaftlicher und religiöser Macht in jenen Jahrhunderten wider.

Im festlichen Salon des Herrenhauses war bereits für die Weinbrüderschaft eingedeckt. In diesem wunderschönen Raum (Höhe über 2 Geschosse, Erker) endete unsere Schlenderweinprobe mit der abschließenden Verkostung 4 weiterer Wein des Weinguts. Bei der Diskussion über einen 2006er Wein konnten wir Herrn Cavallo überzeugen, dass Probieren über Studieren geht und durch eine weitere Flasche aus dem Jahrgang konnten wir einen direkten Vergleich ziehen.

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Die Weinprobe, von Herrn Cavallo mit Leidenschaft moderiert, in diesen, sonst nicht für die Öffentlichkeit zugänglichen Bereichen des Schlosses Vollrads, hat uns Gästen sehr gefallen.

So trafen wir mit leichter Verspätung zum Mittagessen im Gutsrestaurant Schloss Vollrads ein. Im Greiffenclau-Saal war für das Mittagessen eingedeckt und das vorbestellte 2 – Gang –Menü wurde ohne Längen serviert.

Der Frühlingssalat als Vorspeise und das Fisch – / bzw. Fleischgericht als Hauptgericht entsprach den Erwartungen der Teilnehmer und das Ambiente tat ein Übriges für ein gelungenes Mittagessen.
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Das Wetter spielte weiter mit, so dass wir am Hang des Rheintals zu einem Verdauungsspaziergang aufbrechen konnten. Unser Ziel: der Friedhof Hallgarten. Hier sollte uns der Bus aufsammeln, um uns nach Kiedrich, unserer letzten Station, zu bringen. Auf dem letzten Stück des Weges ließ es sich Herr Ohlig vom Weingut Ohlig nicht nehmen, uns mit einem Schluck „Leichtsinn“ für den restlichen Weg zu „dopen“ und uns über die aktuelle Entwicklung im Weinberg nach dem langen und teilweise harten Winter zu unterrichten. Wir freuen uns, dieses Gespräch mit Herrn Ohlig auf dem Kölner Weinmarkt fortzusetzen.

k300_img_0311_kIn Kiedrich angekommen, stand als erste angenehme Pflicht der Besuch des Weinguts Robert Weil von unserem Ehrenweinbruder Wilhelm Weil auf dem Programm. Im Garten des Gutes konnten wir bei herrlichem Wetter die 3 aktuellen trockenen Lagenweine Turmberg, Klosterberg und Gräfenberg Jahrgang 2009 probieren. Die wiederbelebte Lage Turmberg gibt es bereits mehrere Jahre, die Lage Klosterberg wird jedoch erst seit 2 Jahren allein ausgebaut. Zuvor fanden die dortigen Trauben nur Eingang in die Lagencuvees. Durch die globale Erwärmung erreichen die Trauben im Klosterberg nun aber auch die Reife, die sie nach den Qualitätsansprüchen des Gutes benötigen, um in einer eigenen Kollektion ausgebaut zu werden. Trotz seines übervollen Terminkalenders nahm Wilhelm Weil sich die Zeit, und erklärte anhand dieser Weine seine Philosophie sowie die neue Einordnung seiner Guts-, Lagen- und Prädikatsweine.

k300_img_0322_kNoch den letzten Schluck Gräfenberg im Mund, legten wir die wenigen Schritte zum benachbarten Weingut Speicher-Schuth zurück. Dieses Weingut bietet ebenfalls Rieslingweine, unter anderem auch aus dem Gräfenberg an, und das gab uns die Möglichkeit, die Philosophie dieses Weingutes zu erschmecken. Herr Schuth präsentierte seine Weine an verschiedenen Orten des Weingutes. Dem Winzersekt zur Begrüßung folgten 2 Weine im Keller, in dem teilweise noch die 2009er vor sich hin gärten. Herr Schuth baut seine Weißweine im Edelstahltank aus, die Spätburgunder im Holzfass. Zum Abschluss der Vorstellung des Weinguts wechselten wir zum Holzfasskeller, in dem die Rotweine lagerten und der Abfüllung harrten.

k300_img_0328_kIn dem mit Teelichtern stimmungsvoll beleuchteten Keller konnten wir die beiden Spätburgunder Rotweine (Holzfass- und Barriqueausbau) mit dem von Herrn Schuth ausgesuchten Geschmacksverstärker, einer Trüffelschokolade probieren. Eine interessante Kombination, die die Geschmacksknospen öffnete und dadurch den Wein noch intensiver erschloss.

Im Probenraum des Weinguts endete die Führung durch das Weingut mit einem Winzervesper und der Nachverkostung schon probierter Weine bzw. noch nicht verkosteter Weine.


k300_img_0332_k1Durch unseren Besuch lernten wir einen Winzer aus Leidenschaft kennen, der seine eigenen Vorstellungen von gutem Wein verfolgt und dessen Weine, vor allem seine Spätburgunder, gefielen.

Das herrliche Frühlingswetter, die interessanten Führungen, die angenehme Atmosphäre führten dazu, dass der Aufbruch deutlich später als geplant erfolgte. Dank einer Sperrung der Autobahn wurde uns zum Abend noch eine Lichterfahrt entlang des Rheins zwischen Kiedrich und Koblenz geboten.
Ja, der Tag begann früh, viel wurde gesehen, geschmeckt und unternommen, aber es war ein angenehmer Tag, mit gutem Wein und guten Gesprächen und ohne Stress.

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