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    Oktober
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      19:00 -22:00
      17.10.2019
      Pfarrzentrum St.Marien, 3.Stock Kapellenstr.7, 51103 Köln-Kalk

      Rueda ist inzwischen die Spanische Region für Weißweine. Jahrelang
      wurden nur unbedeutende Weißweine produziert. Erst als in den 1970er
      Jahren der Weinerzeuger Marqués de Riscal aus der Rioja mit Unterstützung
      vom französischen Önologen Emile Peyaud die Rebsorte Verdejo pflanzte
      und nach modernen Verfahren Weißwein produzierte, begann der große
      Aufstieg. Unser Weinbruder Uwe Lommertin hat vor Ort für uns eine Auswahl
      getroffen.

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09.06.2011 Weinprobe mit dem Weingut Korrell Johanneshof

Erstellt von Dieter am Sonntag 17. Juli 2011

Nachdem wir bei unserer Weinkulturreise in den nördlichen Teil der Nahe gereist waren, so hatten wir heute Besuch aus dem Zentrum des Gebietes, aus Bad Kreuznach. Das Weingut Johanneshof Korrell (Johanneshof mit e, sonst wären wir bei Knipser in der Pfalz) wurde präsentiert.

Hier zuerst die nüchternen technischen Daten : Weinbergsfläche 23 ha, bestockt zu 50% mit Riesling, je 10% mit Spätburgunder, Weißburgunder, Grauburgunder und zu 20% mit sonstigen Sorten. Die durchschnittliche Jahresproduktion liegt bei ca. 160.000 Flaschen, die zum größten Teil an die Gastronomie und an Privatkunden verkauft werden.

Wer die Veranstaltung „Wein im Schloss“ in Koblenz kennt, weiß, dass das Wiengut dort steter Aussteller ist und hat damit auch die Möglichkeit gehabt, die Weine zu probieren. Im Gault Millau Deutschland hat das Weingut 3 Trauben und  bei den jährlichen Verkostungen der Deutschen Spitzenweine der Zeitschrift Capital liegt das Weingut ebenfalls immer weit vorne.

Das Weingut hat ein viergliedriges Qualitätssystem:

–           Die Gutsweine (ohne Lagenbezeichnung),
–           Die Weine der Linie „Leu“ ohne Lagenbezeichnung  (die wir nicht probiert   haben)
–           Die Selektionsweine „Johannes K“, im allgemeinen ohne  Lagenbezeichnung und
–           Die Spitzenweine mit Lagenbezeichnung als „Große Gewächse“

Da die gehobene Gastronomie einen Großteil der Kunden stellt, hat das Weingut zur Kundebetreuung einen Sommelier – Herrn Martin Bartsch – eingestellt – und er hatte  an diesem Abend de Aufgabe, uns zu betreuen. Herr Bartsch war nach seiner Ausbildung u.a. bei Witzigmann und zuletzt im Restaurant „La Vie“ in Osnabrück als Sommelier tätig, bevor er zum Weingut Korrell wechselte. Durch ihn bekamen wir die Weine einmal aus der Sicht eines Gastronen und Sommeliers vorgestellt.

Als ersten Wein  konnten wir den 2009’er Blauen Frühburgunder „Johannes K“ probieren. Eine erstaunliche Qualität – vor allem, wenn der Wein von einem Weißweingut stammt und auch noch zu einem fairen Preis angeboten wird. Trotz seiner Jugend zeigte er sehr schöne dichte, aber auch runde und weiche Tannien mit leichtem Schokoladen­ton.

„Halbrot“ ging es mit dem 2010’er „Korrell Rosé“ weiter. Ein Cuvee aus Spät­bur­gunder, Portugieser und Schwarzriesling und nicht aus dem Vorabzug für Rotweine gewonnen, sondern direkt abgepresst. Ein klarer, erstaunlich beeren-fruchtiger Rose, der keinen Vergleich mit seinen weißen Brüdern scheuen muss und nicht das Porte­monnais seiner Liebhaber plündert. Es wäre schön, wenn alle Rosés diese Qualität hätten – auch wenn nicht alle Weinbrüder von diesem Rosé ganz überzeugt waren.

Mit einer weißen Basis-Qualität ging es weiter: Ein 2010’er Weißer Burgunder  und daneben ein 2010’er Graue Burgunder. Die Bewertung der beiden Weine durch die Verkoster war im Durchschnitt fast gleich, Der Weiße Burgunder zeigte mehr Säure und Citrusnoten und der Graue Burgunder besaß bei ebenfalls frischer Säure mehr ätherischen Noten. Für beide Weine wurden  auch zugekaufte Trauben verwendet.

Mit dem 2010’er Chardonnay probierten wir den nächsten Wein, der den Übergang von der Basis-Linie zur Selektionslinie darstellt, da hierfür auch die Trauben aus der Selektions-Linie mit verarbeit worden waren. Das merkten wir deutlich am Gaumen: dieser Chardonnay war dichter, fülliger und hatte eine dezente Süße.

Zum Abschluss der Burgunderserie konnten wir den Grauburgunder und den Weißburgunder der Selektionslinie „Johannes K“ probieren.

Der 2010’er Graue Burgunder „Johnnes K“ punktete neben einer feinen Mineralik mit leichtem Nusston und seiner dichter Struktur. Durch die jahrgangsbedingte höhere Säure zeigte er sich sehr charaktervoll und war meilenweit von einem gewöhnlichem „Pinot Grigio“ entfernt.

Der 2010’er Weiße Burgunder „Johannes K“ konnte auf diesem hohen Niveau sogar noch etwas zulegen. Er besaß eine dichte, volle Frucht und war trotzdem noch elegant geblieben. Seine höhere Säure war durch den vorhandenen Restzucker sehr gut gepuffert, sodass sie nicht störte. Ein insgesamt sehr gelungener Wein – und das fanden nicht nur wir, sondern auch die Juroren bei der Capital-Verkostung deutscher Spitzenweine 2010. Dieser Weißburgunder konnte den dritten Platz belegen in der Kategorie „Weiß­burgunder QbA“

Aber nicht nur Burgundersorten stehen im Programm des Weinguts, man kümmert sich auch um den „König Riesling.

Wir starteten wieder mit der Basislinie, dem 2010’er Riesling „vom Tonmergel“. Nach den letzten beiden Burgundern aus der Selektionslinie nur „Prinz Riesling“, aber ein sauberer, klarer Wein zu einem günstigen Preis.
Der Rieslings-Selektionswein, der 2010’er „Johannes K vom Kreuznacher St.Martin“ war schon wieder auf einer Höhe mit seinen beiden Burgunder-Brüdern. Ein dichter, weicherer und recht runder Riesling mit gut gepufferter Säure.
Und dass es noch besser geht, zeigte dann der 2010’er Lagenwein „Paradies“ aus der Lage Kreuznacher Paradies. Ein dichter, vielschichtiger Riesling, noch sehr verschlossen, aber er ließ  das große Potential schon erahnen und braucht sich vor anderen großen Gewächsen der Nahe nicht zu verstecken.

Nachdem elf Wein mit intensiver Diskussion verkostet worden waren, musste es auch noch ein kleines „Bonbon“ geben. Das kam in Form einer edelsüßen 2002’er Riesling Auslese, ebenfalls vom Kreuznacher Paradies. Sie präsentierte sich dicht, aber auch elegant und gradlinig mit altergemäßer, zarter Reife. Die Botrytistöne waren weich gerundert. Allerdings zeigte sich bei diesem Alter der Flaschen schon ein schmeckbarer Unterschied zwischen unserer A- und B- Flasche. Die A-Flasche war doch dichter  und frischer geblieben und hatte sich vielschichtiger  entwickelt.

Dieser Wein war der unangefochtene Liebling des Abends und sogar sonst knauserige Verkoster wurden bei der Punktung spendabel.

Damit ging ein gelungener Abend zu Ende, der uns die hohe Qualität der Weine eindrücklich demonstrierte. Und mit Herrn Martin Bartsch hatten wir einen Referenten, der uns die Weine einmal aus der Sicht der gehobenen Gastronomie vorstellte. Dafür möchten wir ihm und dem Weingut herzlich danken

Verfasser: Dieter Ockelmann

Probenergebnis der Weinprobe vom 09.06.2011 Weingut Korell Johannishof (pdf)

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