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      19:00 -22:00
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      Pfarrzentrum St.Marien, 3.Stock Kapellenstr.7, 51103 Köln-Kalk

      Rueda ist inzwischen die Spanische Region für Weißweine. Jahrelang
      wurden nur unbedeutende Weißweine produziert. Erst als in den 1970er
      Jahren der Weinerzeuger Marqués de Riscal aus der Rioja mit Unterstützung
      vom französischen Önologen Emile Peyaud die Rebsorte Verdejo pflanzte
      und nach modernen Verfahren Weißwein produzierte, begann der große
      Aufstieg. Unser Weinbruder Uwe Lommertin hat vor Ort für uns eine Auswahl
      getroffen.

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14.07.2011 Weinprobe mit dem Weingut Kruger-Rumpf

Erstellt von Dieter am Mittwoch 20. Juli 2011

14.07.2011 Das Weingut Kruger-Rumpf von der Nahe
vertreten durch Georg Rumpf

 

In der Fortsetzung unserer Nahe-Proben-Reihe war diesmal das Weingut Kruger-Rumpf aus Münster-Sarmsheim bei uns zu Gast. Die Weinprobe wurde von Georg Rumpf präsentiert, der inzwischen zusammen mit seinem Vater Stefan Rumpf das Weingut führt.

Der Weinbau hat in der Familie seit 1708 Tradition. Bis 1984, als Stefan Rumpf das Weingut von seinen Eltern übernahm, wurden die Weine überwiegend im Fass vermarktet. Stefan Rumpf stellte den Betrieb auf Selbstvermarktung um und gliederte dem Weingut eine Weinstube an, die übrigens laut „Der Feinschmecker“ zu den 300 besten Gasthäusern auf dem Lande gehört. Heute erfolgt der Weinverkauf zu 35 % direkt an den Endverbraucher, zu 35 % an die Gastronomie und zu 30 % über den Export (u. A. Nordamerika und Skandinavien).

Die Weinberge liegen in den Münster-Sarmsheimer Lagen Pittersberg (5,5 ha, Devon-Schiefer), Dautenpflänzer (1,7 ha, Quarzitverwitterung mit Löß-Lehm), Rheinberg (1,9 ha, überwiegend Quarzit und Schiefer), Kapellenberg  (4 ha, Quarzitverwitterung mit Löß-Lehm) sowie dem Dorsheimer Burgberg (0,8 ha, Lehmboden mit Schiefer und Quarzit). Dazu kommt noch im Anbaugebiet Rheinhessen eine Lage im Binger Scharlachberg (1 ha, Quarzitverwitterung mit Schiefer).

Die Rebfläche beträgt ca. 25 ha und ist zu 70 % mit Riesling bestockt, darunter über 50 Jahre alte Rebstöcke in den Lagen Pittersberg und  Dauterpflänzer. Jeweils 10 % sind mit Weißburgunder und Silvaner bepflanzt. Die Burgundersorten Grauburgunder, Frühburgunder und Spätburgunder, sowie Chardonnay, Scheurebe und Gewürztraminer runden das Sortiment ab.

Das Weingut ist seit 1992 Mitglied im VDP. In den aktuellen Ausgaben vom Gault Millau Wein Guide Deutschland hat das Weingut 3 Trauben und im Eichelmann Deutschlands Weine  4 Sterne. Daneben hat das Weingut bei diversen Wettbewerben viele Auszeichnungen und Preise gewonnen.

Die Probe begann mit einem 2010er Weißer Burgunder, trocken, ein gradliniger und unkomplizierter Wein, der zu 80 % im Edelstahl und zu 20 % im 1.200 l Holzfass ausgebaut wurde. Darauf folgte ein Weißer Burgunder „S“, trocken, ebenfalls aus dem Jahr 2010. Hierfür wurden die Trauben der gleichen Anlage ca. 1 bis 2 Wochen später gelesen, die durch die längere Zeit am Stock eine höhere Reife hatten. Beim Ausbau gaben die längere Maischestandzeit sowie der Ausbau im großen Holzfass (2 bis 4 Jahre alt) dem Wein ein größere Tiefe, aber auch, wie bei der Probe angemerkt wurde, noch deutlich spürbare Holznoten. Beide Weine überzeugten durch ihre Frische und Frucht.

Als dritter Wein folgte ein 2010er Münsterer Silvaner, trocken. Ein Wein, der durchaus begeistern konnte und seinen eigenen Charakter hat. Die alten Reben (Mitte der 50er Jahre gepflanzt) sowie die langsame Gärung und der Ausbau im großen alten Holzfass geben dem Wein einen kräftigen und doch schmelzigen Ausdruck.

 

 

Die nächsten Weine sollten die große Bandbreite der Rieslinge des Weingutes präsentieren.

Das Weingut hat dafür ein vierstufiges Qualitätssystem aufgebaut:

·         Terroirweine  (ohne Lagenbezeichnung),

·         Ortsweine (ohne Lagenbezeichnung)

·         klassifizierte Lagenweine

  • „Große Gewächse” mit Lagenbezeichnung

Dieser Probenteil begann mit 2010er Quarzit Riesling, trocken, eine Cuvée aus 2 Lagen (Kapellenberg und Dautenpflänzer). Dieser Wein wird trotz aller Jahrgangsunterschiede mit einer gewissen Geschmackskonstanz abgefüllt. Dies soll durch die unterschiedlichen Anteile von im Edelstahl (80 – 90 %) sowie im großen Holzfass ausgebauten Weinen erreicht werden. Bei diesem Wein gab es eine längere Diskussion, insbesondere wegen des Ziels, hier quasi einen Markenwein zu schaffen. Darauf folgte ein 2010er Münsterer Riesling, trocken, sowie ein 2010er Pittersberg Riesling, ebenfalls trocken. Beide Weine konnten durch ihre schöne Frucht und Harmonie überzeugen. Als krönender Abschluss in der Reihe der trockenen Rieslinge folgten zwei „Große Gewächse“ – ein 2009er Pittersberg Riesling sowie ein 2009er Dautenpflänzer Riesling. Diese beiden Weine stellten, wie nicht anders zu erwarten war, den Höhepunkt der Probe der trockenen Rieslingweine dar. Beide Weine überzeugten durch ihre Würze, intensive Fruchtaromen und Fülle, zwei wahre große Gewächse. Darauf folgte ein 2010er Dautenpflänzer Riesling, feinherb. Dieser Wein konnte durch seine wunderschöne Balance zwischen Säure und einer feinen Restsüße sogar eingefleischte ‚Trockentrinker’ in der Probenrunde für sich gewinnen. Mit dem nächsten Wein, einem 2009er Binger Scharlachberg Riesling Spätlese, erfolgte ein Ausflug nach Rheinhessen. Dieser Wein präsentierte sich würzig und kraftvoll sowie mit einer reifen Frucht. Den Abschluss der Rieslingprobe bildete eine 2009er Pittersberg Riesling Auslese, ein Wein, der neben der Süße noch ein feines Säurespiel hatte. Dieser Wein wurde von Parker mit 93 Punkten bewertet.

Last but not least wurde die Probe mit einem 2009er Spätburgunder „M“ abgeschlossen. Seit 2002 wird neben den Weißweinen in dem Weingut auch Rotwein erzeugt. Die Weine werden zu 100 % im Barrique (Erst-, Zweit- und Drittbelegung) ausgebaut. Dieser Wein, obwohl noch viel zu jung, hatte bereits eine gute Konzentration, rote Früchte in der Nase und einen dezenten Johannisbeerton. Die Bewertung für diesen Wein erreichte mit 16,28 Punkten als Mittelwert die höchste Punktzahl des Abends, was aber auch daran gelegen haben mag, dass nicht alle Probenteilnehmer diesen Wein bewertet hatten.

Damit ging ein gelungener Abend zu Ende, der uns die durchgängig hohe Qualität der Weine eindrücklich demonstrierte. Mit Georg Rumpf hatten wir einen Referenten, der uns die Philosophie ‚seines’ Weinguts mit entsprechendem Engagement und natürlich auch der dazugehörigen Sachkenntnis vorstellte. Dafür möchten wir ihm ganz herzlich danken

Verfasser: Christian Beyer   

Probenergebnis der Weinprobe vom 14.07.2011 Weingut Kruger-Rumpf (PDF)

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