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      Pfarrzentrum St.Marien, 3.Stock Kapellenstr.7, 51103 Köln-Kalk

      Rueda ist inzwischen die Spanische Region für Weißweine. Jahrelang
      wurden nur unbedeutende Weißweine produziert. Erst als in den 1970er
      Jahren der Weinerzeuger Marqués de Riscal aus der Rioja mit Unterstützung
      vom französischen Önologen Emile Peyaud die Rebsorte Verdejo pflanzte
      und nach modernen Verfahren Weißwein produzierte, begann der große
      Aufstieg. Unser Weinbruder Uwe Lommertin hat vor Ort für uns eine Auswahl
      getroffen.

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16.04.2009 – Luxemburger Mosel-Probe mit Weingut Krier Bisenius

Erstellt von Dieter am Donnerstag 30. April 2009

Das Weingut Domaine Viticole Krier – Bisenius wurde uns von Herrn J.P. Krier vorgestellt. Wir lernten an diesem Abend Herr Krier als Winzer kennen, der seinen Beruf mit Herz und Seele ausübt. Die Probe war sehr kurzweilig, der Winzer ließ seine Weine für sich sprechen und verstand es, uns an seiner Idee vom Wein teilhaben zu lassen. Über sein Weingut hinaus verschaffte uns Herr Krier einen tiefen Einblick in die Luxemburger Weinwelt; es sei verständlich, dass der Luxemburger Wein in Europa nicht den besten Ruf hätte, erläuterte er, da die Luxemburger überwiegend nur Wein der einfachen Qualität ins Ausland verkauft hätten. Der gute Wein sei im Land konsumiert worden. Mittlerweile würden aber große Anstrengungen sowohl im Bereich der Qualität als auch der Vermarktung unternommen.

Obwohl Luxemburg eine sehr lange Weinbautradition besitzt, ist das Jahr 1709 einschneidend gewesen. Durch den strengen Winter wurden die Rebstöcke in Luxemburg fast vollständig zerstört. Der Weinbau nahm erst wieder ab 1880 nennenswert zu. Zu der Zeit wurden ca. 90% Elbling angebaut, der fast ausschließlich als Grundwein exportiert wurde.

Heute werden ca. 1.350 ha Weinfläche in Luxemburg bearbeitet. Müller-Thurgau (Rivaner) beansprucht gut 30% der Anbaufläche, gefolgt von Auxerrois und Pinot Gris (Grauburgunder) mit je 14%, dem Riesling mit 13%, dem Pinot Blanc (Weißburgunder) mit 11% und dem Elbling mit 9,5%. Der Weißwein dominiert mit über 90% der Anbaufläche den Weinbau in Luxemburg. Der Anteil des Pinot Noir (Spätburgunder) als einzige angebaute Rotweintraube, beträgt lediglich 6,8%.  Die Weinanbaufläche wird in Luxemburg aktuell zu 58% von Winzergenossenschaften, zu 14% von Weinhandlungen und zu 28% von Privatwinzern bewirtschaftet.

Das Weingut Krier-Bisenius verfügt über 6 ha Weinbaufläche. Je 1.4 ha teilen sich Rivaner, Pinot Noir, Pinot Gris und Riesling. Diese Verteilung ist nicht landestypisch. Die vorhandenen Böden (tonige bis schwer tonige Braunerde, sandig-lehmige Böden über Ton, sandige Böden mit Löslehm) lassen bei diesen Sorten einen qualitativ hochwertigen Ausbau zu. Pro Hektar (ha) sind ca. 5.500 Stöcke gepflanzt. Bei einem Durchschnittsertrag von 7.600 Liter / ha produziert das Weingut bis zu 45.000 Liter Wein im Jahr. Alle Qualitäten nach luxemburgischem Weinrecht (Marque Nationale, Vin Classe, Premier Cru und Grand Premier Cru) werden produziert. Bei Elbling und Pinot Noir beschränkt sich das Weingut auf die Qualität Marque Nationale.

Die Weinberge des Weinguts haben nur Hanglagen mit 25 bis 45° Neigung. Die Trauben werden ausschließlich handgelesen. Herr Krier steht der Maschinenlese offen gegenüber. Wenn man vor der Maschinenlese eine negative Auslese von Hand vornimmt, kann man dieselben Qualitäten ernten wie bei der Handlese .

Im Weinberg setzt er nur organische Dünger ein. Bei Pinot Noir und Pinot Gris (Spät- und Grauburgunder) werden die Trauben teilweise halbiert.

Im Keller wird mit Reinzuchthefen gearbeitet. In der Verkostung stellte er 2 Weine vor, die teilweise spontan vergoren waren. Bei Oechslezahlen unter 85° wird chaptalisiert. Der Ausbau erfolgt in Edelstahltanks und französischen Barriquefässern. Seine Ausbauphilosophie stellte er anhand von Fassproben der 2008er Weine vor. Diese entwickeln sich nun langsam, da sich die Keller erst jetzt erwärmen.

Die Probe begann mit den 3 zum Verkauf stehenden Cremants. Die Lagen für die Versektung werden bereits bei Anbau (Anschnitt etc.) festgelegt. Überreife Trauben werden nicht verwendet. 1300 Kg Trauben ergeben im Schnitt 1000 Liter Most, für die Cremant-Herstellung aber dürfen mittels Ganztraubenpressung nur 1000 Liter aus 1500 Kg Trauben ausgepresst werden.  Der Ausbau der Cremants erfolgt im traditionellen Stil. Im Weingut beträgt das Hefelager mindestens 9 Monate. Ab 18 Monaten Hefelager bemerkt man deutliche Unterschiede. Als Dossage wird meistens rektifiziertes Traubenmost-Konzentrat verwendet.

1.            2007 Cremant Brut aus Riesling – Auxerrois und Pinot blanc. Abgefüllt in 04/08. Dossage: 8.5 ml. Sehr frischer, fruchtiger Sekt mit grünen Noten. Es erfolgte kein biologischer Säureabbau.

2.            2007 Cremant  Riesling: Hergestellt aus verschiedenen Riesling Lagen: Abgefüllt in 04/08. Dossage: 8.5 ml. Sehr dichte Nase mit einem herben Ton. Hefelager noch deutlich spürbar sektiger.

3.            Cremant Pinot Noir Rose: Der Sekt wurde in alten Barriquefässern vergoren. Zur Säurereduzierung wurden vor der Versektung 40 % des Grundweines mit biologischem Säureabbau beimpft. Intensive Himbeeraromen und Hefelager in der Nase.

Den Übergang von den Cremants zu den Weißweinen erfolgte über den Rosewein des Weinguts.

4.            2008 Pinot Noir Rose, Der Wein hat auch teilweise einen biologischen Säureabbau erfahren, der ihm zu mehr Schmelz verhelfen sollte. Die Farbe, ein helles Rot, deutet auf längeren Kontakt mit der Beerenhaut hin. Die deutlich schmeckbare Tanninstruktur bestätigt dies. Die fruchtige Nase wird im Mund bestätigt. Der Wein ist saftig und macht Lust auf einen nächsten Schluck

5.            2008 Auxerrois, Lage: Fouslach wurde wie der Rose ebenfalls in der Marque Nationale Qualität vorgestellt. Fast farblos im Glas mit einer typischen Nase. Fülle im Mund, jedoch noch zu jung und unharmonisch.

6.            2008 Pinot blanc, Lage: Goldberg: Grand Premier Cru. Sehr frisch und fruchtig.  Stachelbeer-Note.

7.            2002 Pinot blanc, Lage: Goldberg, zeigte, wie sich der Wein entwickelt. Ebenfalls ein Grand Premier Cru. Leichter Reifeton im Glas. Glänzt noch, keine Eintrübung. Reife Nase. Die Lese 2002 in Luxemburg war von Übermengen und Fäulnis geprägt. Da das Weingut zu der Zeit bereits mengenreduziert arbeitete und bei der Lese auf reifes, gesundes Lesegut geachtet wurde, gelang ein gesunder und langlebiger Wein.

8.            2008 Riesling, Lage: Kourschels. Premier Cru Qualität mit sehr fruchtiger, mineralischer Nase. Frucht und Säure auch im Mund schmeckbar. 75% Spontanvergärung.

9.            2008 Pinot Gris, Lage Foulschette: Gran Premier Cru Qualität. Leichtes Grün im Glas, Frucht in Nase und Mund. Schlank mit Kraft . Angenehme Säurestruktur. 30% Spontanvergärung.

10.        2007 Pinot Noir in der Marque Nationale Qualität. Ausgebaut im Barrique. Abgefüllt in 11/08. Die Lese ergab 103° Oechsle bei einem Ertrag von 50 hl /ha. Die Trauben wurden entrappt. Die Mazeration dauerte 4 Tage, dann Maischegärung. Die verwendeten neuen Fässer erhielten eine mittlere Toastung. Auch ohne die von Herrn Krier abgelehnte Mostkonzentration hat der Wein ein schönes dichtes Rot im Glas sowie ein typische Nase. Im Mund jedoch noch zu jung und unharmonisch.

11.            Den Abschluss der Probe bildeten 2 Gewürztraminer. Zunächst der gerade abgefüllte 2008er in der Grand Premier Cru Qualität. Im Glas mit einem zarten Rosè. In der Nase typisch und im Mund schon sehr dicht.

12.            Der 2003er in der Vendange tardive = Spätlese Qualität wurde mit 120° Oechsle bei einem Ertrag von 7 hl / ha geerntet. Die rötlichen Töne im Glas zeugten von Reife, die sich auch in der Nase wiederfand. Daneben war deutlich Minze zu riechen. Im Mund präsentierte sich der Wein dicht, saftig und mit Kraft.

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Herrn Krier für die interessante Probe und die überzeugende Präsentation des Weinguts, verbunden mit der Hoffnung, dass dieses nicht seiner letzter Besuch bei der Weinbruderschaft war.

Erstellt von Uwe Lommertin

Probenergebnis 16.04.2009: Weingut Krier Bisenius (PDF)

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