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      Rueda ist inzwischen die Spanische Region für Weißweine. Jahrelang
      wurden nur unbedeutende Weißweine produziert. Erst als in den 1970er
      Jahren der Weinerzeuger Marqués de Riscal aus der Rioja mit Unterstützung
      vom französischen Önologen Emile Peyaud die Rebsorte Verdejo pflanzte
      und nach modernen Verfahren Weißwein produzierte, begann der große
      Aufstieg. Unser Weinbruder Uwe Lommertin hat vor Ort für uns eine Auswahl
      getroffen.

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22.11.2012 Autochtone Rebsorten Spaniens

Erstellt von Dieter am Sonntag 9. Dezember 2012

Spanien besitzt eine große Anzahl an autochtonen Rebsorten, von denen Tempranillo die bekannteste ist. Während der Reblauskatastophe sind aus dem Bordeaux Winzer mit ihren Bordeaux-typischen Reben nach Nordspanien gekommen. und Cabernet Sauvignon oder Merlot sind auch in Spanien heimisch geworden. Andererseits haben sich Rebsorten mit spanischen Wurzeln, wie Grenache oder Mourvedre, in den Mittelmeerraum ausgebreitet.
Daher war es das Ziel für diese Weinprobe eine Auswahl an spanischen autochtonen Rebsorten vorzustellen.
Die in Spanien noch am meisten vertretene weiße Rebsorte, die Airen, wurde nicht vorgestellt, da sie ein Massenträger mit minderer Qualität ist.

Pardillo (Pardina) wird überwiegend in den südwestlichen Weinbauregionen La Mancha, Albacete, Badajoz, Cuenca, Extremadura, Ribeira del Guardiana und Tierra de Baros angebaut. Rebfläche ca. 31.400 ha. (2007)
Viura (Macabeo) ist in Nordspanien die am häufigsten angebaute weiße Rebsorte. In den Regionen Penedès und Conca de Barberà ist sie ein Bestandteil im Schaumwein Cava. Der weisse Rioja besteht ebenfalls überwiegend aus Viura Rebfläche 34.300 ha (2007).
Verdejo wird fast ausschließlich in den kastilischen Regionen Cigales, Toro und Rueda angebaut wird. Früher wurden stark oxidierte sherryartige Weine aus Verdejo hergestellt, heute stellt man mit Hilfe moderner Technik frische, fruchtige Wein her, die zunehmend Erfolg haben. Fläche ca. 7.500 ha (2007)
Godello gilt als autochthone Sorte der Region Galicien. Dort wird sie u. a. in den Appellationen Monterrei, Ribeira Sacra, Ribeiro und Valdeorras aber auch in der D.O. Bierzo angebaut. Fläche ca. 1.100 ha (2007)
Treixadura (Trajadura) wird hauptsächlich in Portugal angebaut. In Spanien wird sie in Galicien und dort vor allem im Anbaugebiet Rías Baixas angebaut. Rebfläche ca. 205 ha.
Tempranillo ist die bedeutendste rote Rebsorte in Spanien. Die Rebsorte ist eventuell mit dem Spätburgunder verwandt. Angebaut wird sie in der DO Rioja, Ribera del Duero, Toro, Penedes, Navarra, in der La Mancha u.a. Je nach Herkunft kann sie breit und füllig bis fruchtig elegant und säurebetont sein. Daher haben wir auch Wiene aus drei verschiedenen Regionen verkostet. Rebfläche ca. 207.000 ha.
Prieto Picudo wird hautsächlich in Kastilien León angebaut. Sie liefert niedrige Erträge und damit sehr konzentrierte Weine. Rebfläche ca. 6000 ha.
Sie erbringt tieffarbene Weine mit Moschusaroma. Bemerkenswert ist das ausgezeichnete Verhältnis von Schalen zu Fruchtfleisch, das einen hohen Gehalt an Geschmacks-, Gerb- und Farbstoffen mit sich bringt. Die üppige Frucht und die hohen Säurewerte sorgen für saftige Frische.
Monastrell (Mourvedre) ist von Spanien auch nach Südfrankreich gekommen und spielt z.B. an der Rhone eine wichtige Rolle für Cuvees. In Spanien wird die Rebsorte vor allem in Jumilla und Yecla angebaut Rebfläche ca. 65.100 Hektar
Mencía wird in Galicien und Kastilien, insbesondere in den Anbaugebieten Bierzo, Rías Baixas, Valdeorras und Vinos de León angebaut.. Sie erbringt oft leichte, recht duftige, eher hellrote Weine. Rebfläche ca. 11.330 ha
Bobal ist eine der wichtigsten roten Rebsorten in Spanien. Die Traube besitzt eine kräftige Säure und erbringt relativ niedrige Alkoholgehalte, oft dient sie daher als Verschnittpartner für Mourvedre. Aus alten Reben können teilweise erstaunlich vielschichtige Weine produziert werden. Bobal wird vor allem in den Regionen Albacete, Alicante, Cuenca und Utiel-Requena angebaut. Rebfläche ca. 92.630 ha

Garnacha (Grenache) ist wie schon der Mourvedre ebenfalls von Spanien nach Südfrankreich gekommen und wird bei vielen Cuvees eingesetzt. Auf Sardinien ist die Rebsorte unter dem Namen „Cannonau“ bekannt. In Spanien selbst wird sie vor allem im Osten und Norden angebaut, so in Regionen wie Ampurdán-Costa Brava, Bierzo, Calatayud, Campo de Borja, Cariñena, Costers del Segre, La Mancha, Navarra, Penedès, Priorat, Ribera del Duero, Rioja, Somontano, Tarragona, Terra Alta, Utiel-Requena und Vinos de Madrid. Rebfläche ca. 86.600 ha

Nach den allgemeinen Informationen zu den Rebsorten nun die verkosteten Weinen:
Wir begannen mit den Weißweinen:
1.) der 2011’er „Zorzalina, Pardina“, ein Pardillo aus der DO Ribera del Guardiana, stammte von der Bodegas Vinaolive SA, einer Gebiets-Genossenschaft in der Extremadura. Es war ein einfacher, sehr grüner, unreif geernteter Wein, der deutliche nach grüner Stachelbeere und Zitrone schmeckte.
2.) der 2011er Finca Antigua, ein Viura aus der La Mancha war zart fruchtig, hatte aber ebenfalls etwas grüne, unreifer Noten und war etwas blass im Abgang. Die Finca Antigua gehört zur bekannten Kellerei Martinez Bujanda aus dem Rioja .
3.) der 2008er Blanco Nieva, „Pie Franco“ ein Verdejo von der Bodegas Vinedos de Nieva aus Rueda stammt aus einer Einzellage von alten Reben, war daher recht vielschichtig und hatte nicht so vorlaute Holunder-Töne – was ihm einige Verkoster allderdings als untypisch vorhielten.
4.) der 2011’er Ollo de Galo, Godello von der Bodegas Mencia De Dos S.L, aus dem Valdeorras zeigte – typisch für diese Rebsorte – intensive Töne von grünem Apfel.
5.) der 2011er Vina Mein, aus 80% Treixadura, mit etwas Godello, Loureira, Torrontes, Albarino, Lado, Albilla von der gleichnamigen Bodega aus dem Ribeiro zeigte eine klare Frucht mit zart salzig mineralischen Anklägen.
Dann wechselten wir zu den autochtonen Rotweinen. Da der Tempranillo die wichtigste Rebsorte Spaniens, ist verkosteten wir drei Weine mit verschiedener Stilistik aus unterschiedlichen Anbaugebieten.
6.) der 2005er Bodegas Tornero, „Laudano“, Semi-Crianza aus Castilien. Der Tempranillo heißt hier Cencibel und das Klima ist hier deutlich heißer als z.B. in Rioja, dadurch wird der Wein deutlich fülliger, pflaumiger, süßer und alkoholischer. Die Säure war schon fast untypisch niedrig für einen Tempranillo und das Tannin weicher, runder. Insgesamt machte der Wein bereits einen sehr reifen Eindruck
7.) der 1995er Herencia Remondo, Reserva aus der Rioja von der Bodegas Palacios Remondo
Ein sauberer, klarer, eleganter, typischer Rioja im traditionellen Stil mit dezenter Reife ohne Alterstöne, noch etwas adstringierendem Tannin – und das, obwohl er aus Rioja Baja, dem heißeren Teil der Riojas kam, dem breite und füllige Wein nachgesagt werden.
8.) der 2005er Del Jaro, „Sembro“, roble aus dem Ribera del Duero
Der Tempranillo heißt hier Tinto del Pais. Ein sauberer, dichter, fruchtiger Tempranillo, mit frischer Säure und festem Tannin. Nicht so elegant wie der Herencia Remondo, aber in der Frucht und im Tannin typisch für einen Ribera del Duero. Die Bodegas y Viñedos del Jaro, S.L. gehören mit der Finca El Quiñón zum Imperium der Familie Osborne, die für ihren Brandy bekannt ist.

9.) der 2004er Casar de Burbia, ein Mecia aus Bierzo von der gleichnamigen Bodega präsentierte sich ganz anders als viele einfache, helle Mencia-Weine. Ein dunkler, dichter, klarer Wein mit Ecken und Kanten und festem, leicht schokoladigem Tannin. Die Weinkellerei wurde 1989 gegründet und hat 27 Hektar in unmittelbarer Nähe des Jakobswegs. Hier wachsen auf mehr als 700 m Höhe die ältesten Mencia-Weinstöcke des Herkunftsgebiets D.O. Bierzo. Das Weingut hat sich deshalb auch auf die Mencia-Rebe spezialisiert.
10.) der 2006er Bodegas Otero, Reserva, ein Prieto Picudo aus der DPO Valles de Benavente. Ein sauberer, dichter, etwas kantiger Wein, mit zarter Süße und härterer Gerbsäure, etwas mehr Bittertöne und Kakaonoten.
11.) der 2010er Casa Castillo, Crianza, ein Monastrell aus Jumilla.
Ein sauberer, pflaumig fruchtiger Wein mit festem, etwas kantigerem Tannin, aber recht weich für einen Monastrell.
12.) der Domino de la Vega, Cuvee Artemayor VI, ein Bobal aus Utiel Requena.
Ein sauberer, klarer, eleganter, gut strukturierter Bobal mit festem, etwas schokoladigem Tannin. Diesem Wein ist ein Jahrgangcuvee aus 2005, 2006 und 2007 ist und von über 80 jährigen Reben stammt, die direkt neben dem Weingut wachsen. Das Weingut ist vor allem für Cava bekannt, macht daneben aber auch Stillweine. Der Artemayor ist das Spitzenprodukt unter den Rotweinen des Gutes.
13.) der 2009er Acustic Celler, „Auditori“, ein Garnacha aus Montsant
Für einen Grenache besitzt er ein ungewöhnlich tiefdunkles, bläuliches Rot, eine sehr dichte, vollreife Frucht mit viel Feige, Trockenpflaume, Rosinen und einem festem, reifem Tannin.
Der Auditori ist der Spitzenwein des jungen Winzers Albert Jané (aus der Familie Jané Ventura) der sich mit dem Project Acustic den Traum vom eigenen Weingut erfüllte. Die Trauben für diesen Wein stammen von 80 – 100 Jahre alten Rebstöcken aus Schieferlagen in 500 bis 700 m Höhe. Dieser Wein braucht sich vor den renommierten Weinen aus dem benachtbarten Priorat nicht zu verstecken.
Das war der letzte Wein der Rebsortenprobe. Für die Anwesenden war es kein leichter Abend, da – vor allem bei den Weißweinen – das Geschmacksbild doch deutlich anders als bei den deutschen Weinen oder den Weinen aus internationalen Rebsorten war.

Verfasser: Dieter Ockelmann

Probenergebnis Autochtone Rebsorten Spaniens 22.11.2012 (pdf)

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