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      19:00 -22:00
      04.07.2019
      Pfarrzentrum St.Marien, 3.Stock Kapellenstr.7,   51103 Köln-Kalk
      Pfarrzentrum St.Marien, 3.Stock Kapellenstr.7, 51103 Köln-Kalk

      Das Weingut besitzt 10 ha Weinbergsfläche in Krettnach und Niedermennig. Bisher waren
      beide Orte wenig bekannt, aber Stefan Müller und auch andere junge Kollegen
      haben gezeigt, dass hier ebenfalls hervorragende Riesling-Wein erzeugt werden
      können.  Das Weingut wurde im Vinum Weinführer 2018 noch mit 2 Sternen bewertet, im neuen Führer von 2019 sind es bereit 3 Sterne. So können wir uns auf eine interssante Probe freuen

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Archiv für die 'Allgemeines' Kategorie

Weinprobe mit Weinen aus dem Priorat, Teil 2 der Süden am 17. Januar 2019

Erstellt von Dieter am 4. Juli 2019

Nachdem wir im Dezember 2018 den nördlichen Teil des Priorats mit den Bodegas Mas Sinen, Cellers de Scala Dei und Buil & Giné verkostet hatten, kommen wir in dieser Probe zum südlichen Teil mit den Bodegas Sangenis i Vaque und der Vinicola del Priorat.

Die Details zum Weinbaugebiet sind schon in der ersten Probe aufgeführt worden, daher gehen wir gleich zu den beiden Weingütern:

Sangenis i Vaque:

Das Familienunternehmen Sangenis i Vaque: wurde von Pere Sangenis und Conxita Vaque nach ihrer Hochzeit 1982 gegründet. Zunächst wurden nur Fassweine produziert, ab 1996 begann dann die Flaschenproduktion.
Die Weinberge stammen vor allem aus der Linie von Frau Vaque und wurden bereits um 1700 angelegt. Frau Vaque hatte den Keller des Großvaters geerbt, der ab Ende des 19. Jahrhunderts schon Weine produziert hat. Herr Sangenis hatte nur Weinberge geerbt, den elterlichen Keller erbte damals sein Bruder.
Nachdem die beiden ältesten Töchter Maria und Nuria ihr Önologiestudium beendet haben, arbeiten auch sie auf dem Weingut mit.
Inzwischen bewirtschaftet die Familie 15 ha (davon 14 ha Rot) mit einem sehr alten Rebenbestand auf Terrassen zwischen 350 und 450 m NN. Mit 45% Granatxa (Grenache) und 35% Carignan werden überwiegend die traditionellen Priorat-Sorten kultiviert. Den Rest teilen sich mit 6% weißer Granatxa (Grenache Blanc), 5% Syrah und Merlot und 4% Cabernet Sauvignon.
Die Bewirtschaftung der Weinberge erfolgt nach ökologischen Gesichtspunkten, so wird für die Düngung nur Schafsmist verwendet. Trotz der niedrigen Niederschlagsmenge von durchschnittlich 400 mm pro Jahr wird nicht bewässert. Der Ausbau der Weine erfolgt zwischen 6 und 18 Monaten im traditionellen Barrique. 85% davon französische Eiche, der Rest amerikanische. Maximale Benutzungsdauer 5 Jahre. Die Weine werden nicht stabilisiert oder gefiltert. Die malolaktische Gärung erfolgt im Tank. Mazeration und Fermentation dauern zwischen 30-50 Tage in keramisch verkleideten Betontanks. Die Flaschenproduktion beträgt 25.000 – 30.000 pro Jahr

Vinícola Gratallops, heute Vinícola del Priorat

Die Gratallops Coop startete 1917. Nach dem Zusammenschluss mit 3 weiteren Kooperativen (El Lloar, La Vilella Baixa und La Vilella Alta) entstand 1991 die Vinícola del Priorat. 125 Mitglieder bewirtschaften heute etwas 205 ha mit 310 Parzellen in einer Höhe von etwa 450 m über NN. Die Bodenstruktur ist wie in Porrera überwiegend Llicorella-Schiefer. Das durchschnittliche Alter der Reben liegt bei über 60 Jahren.
Wie in Porrera liegt auch hier die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge zwischen 300 und 500 mm.
Bis in die 70er Jahre wurden lediglich 10% der Weine auf Flaschen gefüllt, heute sind es 100%, bei einer durchschnittlichen Produktion von ca. 300.000 Flaschen
Durch den Zusammenschluss ergab sich die Möglichkeit die Verarbeitung im Keller zu verbessern und durch eine bessere Selektion höherwertige Weine zu produzieren.

In gewohnter Manier begann unserer Probe mit den einfacheren Weinen

1. 2017 Sangenis i Vaque, „Garbinada“
Dieser Wein stellt die Basisilinie der Bodega dar: Ein sauberer, recht pflaumig-fruchtiger aber einfacherer Wein und einem härterem, adstringierendem, etwas grünem Tannin.

2. 2017 Vinicola del Priorat, „Önix Classic“
Auch hier der Basiswein der Genossenschaft: Ein ordentlicher, einfacher Wein, aber etwas säuerlich im Mund und ebenfalls wie der vorherige Wein ein härteres, adstringierendes, etwas grünes Tannin hat.
Die Trauben wurden entrappt und kalt vormazeriert, anschließen erfolgte die Vergärung bei 25 – 28°C in 25.000 l-Tanks und die weitere Reife dann auf der Flasche. Etwa 100.000 Flaschen wurden produziert

3. 2015 Sangenis i Vaque, „Dara“

Wir sind jetzt eine Qualitätsstufe höher. Der Wein stammt von 25jährigen Reben und zeigt deshalb etwas dichtere Frucht (Waldbeeren, Kirsche). Aber auch er hat noch mehr härtere, adstringierende Tannine, die aber schon etwas reifer und weicher wirken.

4. 2016 Vinicola del Priorat, „Clos Geberat +“

Auch von der Vinicola del Priorat haben wir jetzt eine höhere Qualitätsstufe vor uns. In der Frucht ist es ein noch etwas verhaltener, aber recht weicher Wein mit dunkler Beerenfrucht und feiner Säure Wie beim vorherigen Wein „Dara“ , zeigen sich auch hier noch etwas härtere, adstringierende Tannine.
Die Trauben wurden entrappt und kalt vormazeriert, anschließen wurde bei 25 – 28°C in 5.000 l-Tanks vergoren. Der malolaktische Säureabbau erfolgt dann in Barriques aus französischer Eiche mit anschließender Reifung für 4 Monate. Es wurden 5000 Flaschen produziert.

5. 2014 Sangenis i Vaque, „Vall Por“

Noch etwas höher in der Qualität als der «Dara». Ein sauberer, etwas weicherer Wein mit dichter Frucht (Waldbeeren, Kirsche) und mehr Struktur als der „Dara“. Er hat eine kräftigere, etwas adstringierende Gerbsäure, einen leichten Bitterton und eine Spur Kakao. Sehr schön zu trinken, recht harmonisch, so macht der Wein Spaß.

6. 2006 Sangenis i Vaque, „Vall Por“
Der acht Jahre ältere Gegenpart zum 2014’er „Vall Por“. Auch er ein dichter, weicherer Wein mit Waldbeeren und Kirsche im Mund. Das Tannin ist noch härter als beim 2014’er, mit leichtem Bitterton und Ankläge an Bitterschokolade
Wer reifere Wein bevorzugt, hat ihn etwas höher als den 2014’er bewertet, für die anderen hatte er durch das längere Belüften schon an Frucht verloren und zeigte mehr Alterstöne.

7. 2016 Sangenis i Vaque, „Bancal de Granatxa“

Wir haben hier einen reinsortigen Grenache-Wein vor uns mit klarer, leicht pflaumiger Frucht und festem, etwas adstringierendem Tannin. Er ist nicht so pflaumig breit und belanglos wie viele einfachere Grenache-Weine.

8. 2016 Vinicola del Priorat, „Önix Evolucio“

Ein klarer, gut strukturierter Wein, der im Mund einen Früchtekorb aus roten Beeren, Pflaume, etwas Kirsche, Spur Trockenpflaume, Cassis, widerspiegelt, dazu kommen leichte Kräuter-Noten. Dieser Wein hat Charakter und mehr Biss als die anderen Weine der Genossenschaft.
Aus den über 300 Parzellen der Mitglieder werden für diesen Spitzenwein der Genossenschaft die besten Carignan-, Grenache- und Cabernet Sauvignon-Trauben ausgewählt. Sie wurden entrappt und kalt vormazeriert, anschließen erfolgte bei 28°C in 5.000 l-Tanks für 25 Tage die eigentliche Gärung. Der malolaktische Säureabbau erfolgt danach in Barriques aus französischer Eiche und Reife darin für 12 Monate.

9. 2007 Sangenis i Vaque, „Coranya“

Der Wein besitzt ein feines Bukett nach Süßkirsche. Im Mund ist er dann sehr stoffig mit ebenfalls dichter, süßer Kirschfrucht und feiner Schiefer-Mineralik. Dazu kommt eine dezente Reife und ein Hauch Zartbitterschokolade. Trotz seines Alters immer noch frisch.
Grenache und Carignan stammen von mehr als 30 Jahre alte Reben aus der Lage Coranya. Es erfolgte ein 12-monatiger Ausbau in 2jährigen Barriques aus französischer Eiche und neunen aus amerikanischer Eiche

10. 2005 Sangenis i Vaque, „Coranya“

Dieser Wein aus der Lage Coranya ist noch zwei Jahre älter und auch er ist immer noch frisch und zeigt nur eine zarte Reife. Neben seiner weichen Kirschfrucht präsentiert er sich sehr stoffig und würzig mit einer dezenten Schiefernote ohne dabei breit und plump zu sein.
Die Trauben stammen wie beim 2007’er aus der Einzellage Coranya und auch der Ausbau erfolgte genauso.

11. 2011 Sangenis i Vaque, „Clos Monlleo“

Das ist jetzt der Top-Wein der Bodega, sehr klar und kirschfruchtig im Mund, dicht und vielschichtig mit festem, reifem Tannin. Er präsentiert sich sehr vollmundig und etwas cremig am Gaumen mir einer dezenten Bitternote, die in schönem Kontrast zur Fruchtsüße steht. Der Wein zeigt schon viel von seinem Potential, aber braucht aber sicher noch viel Zeit zum Reifen.
Die Trauben für den Clos Monlleo stammen immer aus hochgelegenen Lagen mit bis zu 80-jährigen Reben. Entsprechend extrem niedrig ist der Ertrag. Der Ausbau erfolgt über 18 Monate in neuen Barriques aus französischer Eiche (Allier). Zur Abfüllung wird Wein wird weder filtriert noch geschönt.

12. 2000 Sangenis i Vaque, „Clos Monlleo“

Als letzter Wein folgte der 11 Jahre ältere Clos Monlleo. Auch er war ein sauberer, recht dichter Wein mit festem, reifem Tannin. Insgesamt wirkte er aber schon etwas gezehrter, mit einer Spur Hanf im Mund und einer beginnenden Ausprägung der Tertiäraromen. Der Wein wurde schon mittags gelüftet, vielleicht hat das ihm das Genick gebrochen.
Der Ausbau des Weines erfolgte wie beim 2011’er, aber der Clos Monlleo bestand bis zum Jahrgang 2004 auch noch zum Teil aus zugekauften Trauben neben einer Selektion der besten Trauben aus den Parzellen für den „Clos Monlleo“ und den „Coranya“.

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Probenprogramm 2019

Erstellt von Dieter am 1. März 2019

Leitthemen: Mosel und Spanien                                            Stand: 25.02.2019

Achtung, es können sich einige Termine der Proben noch ändern bzw. die Proben getauscht werden !
Sonderveranstaltung gegen Kostenbeitrag

17.01.2019                Priorat, Teil 2, der Süden

Die Weinregion Priorat in der Provinz Tarragona hat eine Fläche von 1.800 Hektar und ist die älteste Weinbauregion in Katalonien. Im Mittelalter zählte sie zu den bedeutendsten Weinbaugebieten Spaniens, verlor dann aber deutlich an Bedeutung. Erst ab 1989 ist wieder einen deutlichen Anstieg zu verzeichnen, dank Winzern wie Álvaro Palacios und René Barbier. Die Weinberge befinden sich meistens terrassenförmig auf den Llicorella-Schieferböden in einer Höhe von 150–1000 m  an den steilen Hängen der der Serra de Montsant. Wir werden eine interessante Auswahl an Weinen aus dem Südlichen Teil des Gebiets verkosten, die unser Weinbruder Uwe Lommertin vor Ort besorgt hat.

14.02.2019                Gereifte Riesling vom Weingut Clemens Busch

Am Anfang der Terrassenmosel in Pünderich liegt das Weingut von Clemens Busch. Seit 1986 wird es ökologisch bewirtschaftet, seit 2006 sogar biodynamisch. Durch Spontanvergärung und lange Hefelagerung entsteht eine lange Haltbarkeit und enorme Reifefähigkeit der Weine. Wir wollen das in einer Vertikal-Verkostung überprüfen.

21.03.2019                Mitgliederversammlung ohne Wahlen                Nur für Mitglieder
Damit es nicht zu trocken wird, mit Elbling- und Auxerrois-Weinen von der Obermosel.

25.04.2019                Fruchtsüße Kabinett-Rieslinge von Mosel, Saar und Ruwer

„Die Leichtigkeit des Weins“ . Unser Weinbruder Bernd Kögler wird uns Kabinett-Weine von der Mosel vorstellen, um uns zu zeigen, warum der Mosel-Kabinett seinen großen Ruf hat. Viel Frucht und Elegant bei wenig Alkohol

16.05.2019                Riesling-Weine von der Mittelmosel mit dem Weingut Kerpen

Martin Kerpen wird uns die Weine der Mittelmosel vorstellen.  Das 8 ha Weingut hat beste Lagen so in der Wehlener Sonnenuhr, im Graacher Domprobst und im Bernkasteler Bratenöfchen. Eichelmann hat das Gut mit 4 Sternen ausgezeichnet.

23.-26.05.2019         Weinreise an die Saar   Sonderveranstaltung

Wir werden unser Quartier in Saarburg aufschlagen und von dort die Winzer Dr.Wagner, Forstmeister Zilliken, Bischöfliche Weingüter, Peter Lauer und van Volxem besuchen. Zusätzlich steht ein Stadtrundgang durch Trier an.
 Alle Plätze sind schon ausgebucht.

06.06.2019                Riesling-Weine von der Terrassenmosel

Die Landschaft der Terrassenmosel unterscheidest sich von Mittel- und der Obermosel durch ein zumeist engeres Tal mit Hängen, an denen auf oft terrassierten Parzellen der Weinbau betrieben wird. Wir werden einen Querschnitt der Weine von Winzern aus Winningen verkosten.

04.07.2019                Weinprobe von der Saar mit dem Weingut Stefan Müller

Das Weingut besitzt 10 ha in Krettnach und Niedermennig. Bisher waren beide Orte wenig bekannt, aber Stefan Müller und andere junge Kollegen haben gezeigt, dass auch hier hervorragende Riesling-Wein erzeugt werden können.

15.08.2019               Deutsche Schaumweine, ein Überblick

Wir schauen uns deutsche Schaumweine an und vergleichen die verschiedenen Herstellungsweisen. Wir werfen einen Blick ins Schaumweinrecht und klären verschiedene Begrifflichkeiten. Was unterscheidet einen „Winzersekt“ von einem „Crémant“? Gibt es Gute Alternativen als Aperitif?

19.09.2019               Spanische Rotweine

Der Importeur und Händler M.a.x.x-Weine aus Bonn wird uns eine repräsentative Probe spanischer Rotweine zusammenstellen.

17.10.2019               Weißweine aus der Region Rueda

Rueda ist inzwischen die Spanische Region für Weißweine. Jahrelang wurden nur unbedeutende Weißweine produziert. Erst als in den 1970er Jahren der Weinerzeuger Marqués de Riscal aus der Rioja mit Unterstützung vom französischen Önologen Emile Peyaud die Rebsorte Verdejo pflanzte und nach modernen Verfahren Weißwein produzierte, begann der große Aufstieg. Unser Weinbruder Uwe Lommertin hat vor Ort für uns eine Auswahl getroffen.

21.11.2019               Terroir, was ist das ?

Alle reden über Terroir, aber jeder meint etwas anderes. Wir werden versuchen mit Hilfe von Herrn Presser vom Dezernat Weinbau beim RP Darmstadt  Licht in das Dunkel zu bekommen und den Begriff Terroir anhand von Beispielen genauer zu definieren.

30.11.2019               Weihnachtsessen           Sonderveranstaltung

Termin und Ort wird noch von einem Orga-Team festgelegt.

12.12.2019               Rioja

Rioja ist wahrscheinlich das bekannteste Weinbaugebiet Spaniens. Auf ca. 63.000 ha werden hier zu 85% Rotweine aus Tempranillo mit Anteilen an Grenache, Graciano und Mazuelo (Carignan) erzeugt. Politisch ist es auf .die drei Bezirke La Rioja, Navarra und das baskische Álava verteilt. Wir werden versuchen, einen Überblick über die Weinbauregion zu bekommen.

Leitthemen 2020:      Rheinhessen, Griechenland und Kroatien

16.01.2020               Barrique-Ausbau

Herr Florian Solymari von der Staatlichen Lehr und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg wird uns über den Barrique-Ausbau detailliert informieren. Die Versuchsanstalt ist eines der Mitglieder in der Hadesgruppe, die sich mit dieser Ausbauart beschäftigen.

20.02.2020               Gereifte Riesling vom Weingut Ernst Loosen

Das Weingut ist seit über 200 Jahren in Familienbesitz und bewirtschaftet Weinberge in den besten Lagen in Bernkastels Erden, Ürzig, Wehlen und Graaach, die teilweise noch mit alten wurzelechten Reben bestockt sind. Wir werden Weine aus diesen Lagen über mehrere Jahrgänge verkosten können.

20.03.2020               Mitgliederversammlung ohne Wahlen     Nur für Mitglieder

Damit es nicht zu trocken wird, mit Weinen aus Rheinhessen

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Weinprobe mit der Rebsorte Gutedel am 22.04.2018

Erstellt von Dieter am 18. Juli 2018

Gutedel ist die wichtigste weiße Rebsorte des Markgräfler Landes. Da wir in unserem Jahresprogramm den Schwerpunkt auf das Markgräflerland gelegt haben, sollte ihr auch eine eigene Probe gewidmet werden.
Sie  ist eine alte Weißwein- und Tafeltraubensorte, die in Frankreich und in der Schweiz Chasselas, im Wallis Fendant genannt wird. Der Anbau für die Wein- und für die Tafeltraubenproduktion ist allerdings weltweit rückläufig.
Für die Herkunft wird publikumswirksam auf Oberägypten verwiesen, wo sie schon vor 5000 Jahren gewachsen sein soll, daneben wird auch das Jordan-Tal als Herkunft zitiert.  Alle diese Angaben beruhen auf Vermutungen, bei denen man mit Hilfe von Ähnlichkeiten im Aussehen (Blattdarstellungen auf Wandmalereien in ägyptischen Gräbern u.s.w.) auf die Sorte geschlossen hat.
Umfangreiche DNA-Analysen an der Universität Neuenburg konnten dagegen keinen Hinweis auf eine Verwandtschaft mit Rebsorten aus dem alten Ägypten oder Palästina finden.
Stattdessen bestehen große Ähnlichkeiten mit autochthonen Rebsorten des westlichen Alpenraumes wie Teroldego, Lagrein und Autesse. Zwar konnten die Elternsorten des Gutedels nicht festgestellt, aber 20 Klonvarianten mit derselben DNA identifiziert werden. Die wahrscheinlichste Hypothese ist, dass der Gutedel seinen Ursprung im Bereich des Genfersees im Kanton Waadt hat.
Im Markgräflerland werden etwa 3000 ha Rebfläche bewirtschaftet. Davon entfallen etwa 40 % auf den Gutedel, der damit die typische Weißwein-Sorte dieser Region ist. Von insgesamt 1146 ha Gutedel in Deutschland stehen 1117 ha, also 97%, im Markgräfler Land.
Um 1780 wurde diese Rebsorte vom badischen Markgrafen Karl Friedrich von Baden aus dem schweizerischen Vevey ins Markgräflerland gebracht.

Weltweit wichtigstes Anbauland für Gutedel ist die Schweiz. Hier sind 3954 ha (Stand 2013) vor allem in der Südschweiz um den Genfer See und an der oberen Rhone damit bestockt. Im Kanton Waadt stehen 2631 und im Kanton Wallis 1643 ha Gutedek (bzw. Chasselas oder Fendant)

Nun zu unseren verkosteten Weinen, von denen 9 aus dem Markgräflerland und 3 aus der Schweiz aus dem Kanton Wallis stammten:

1.        2016  Auggener Gutedel, Kabinett,  Winzergenossenschaft Auggen                                 

Wir hatten hier einen einfachen, breiteren, Spur süßlich parfümierten Gutedel vor uns, der nur wenig Säure zeigte (vielleicht durch malolaktischen Säureabbau) und einen leichten Eisbonbon-Ton durch Kaltvergärung. Dieser Wein ist der Sieger in der Kabinett-Gruppe beim Preis Gutedel-Cup 2017.  Keine Fehler, aber sehr glatt, gefällig und etwas belanglos – zumindest für Riesling-Trinker.

2.        2016  Ballrechten Dottinger Castellberg, Kabinett, Weingut Löffler    

Da gefiel der 2.Preis im Gutedel-Cup doch deutlich besser: Ein sauberer, klarer, fruchtiger Gutedel mit etwas mehr schmeckbarer Säure, die ihm auch die Frische gegeben hat.

3.        2016  Ballrechten Dottinger Castellberg  Roter Gutedel,  QW, Weingut Löffler

Einfacher, etwas breiter Gutedel, nicht so klar wie der Weisse Gutedel vom gleichen Weingut, vielleicht auch, weil er nur ein QW und kein Kabinett ist.

4.       2016  Roter Gutedel, QW, Weinhaus Büchin

Das Weinhaus Büchin hat nur wenig Gutedel und mehr Burgundersorten, aber man kann dort trotzdem mit dem Gutedel umgehen. Von der Stilistik war dieser Wein war deutlich fester srtukturiert und mit strafferer Frucht. Wahrschenlich durch kurze Maische-Standzeit hatte der Weine eine zart Herbe, die ihm mehr Rückgrad und Biss gegeben hat.

5.      2015  Weiler Schlipf, „CS“, QW, Weingut Claus Schneider

Das Weingut ist der Meinung, dieser Gutedel sollte im Gegensatz zu dem 2016’er Jahrgang durch die längere Reife vielschichtiger sein. Leider hat sich das aber nicht bewahrheitet. Im Vergleich zu den anderen Weinen präsentierte er sich zwar knochentrocken, ohne dienliche Süße, hatte aber eine sehr weiche, deutlich buttrige Säure mit unangenehmem Milchsäure-Tönen und  eine recht dumpfe, Spur modrige Frucht – kurzum er war schon viel zu alt.

6.      2016   Gutedel, Kabinett, Privatweingut Schlumberger               

Auch dieser Wein war sehr trocken und ohne dienliche Süße, hatte aber eine sehr klare Frucht mit guter, weicher Säure. So macht ein Gutedel Spaß.

7.      2016  Laufener Altenberg, „Chasslie“, QW, Winzergenossenschaft Laufen- Sulzburg

Chasselie ist eine eine Wortkombination aus „Chasselas“ und „sur lie“ unter der 4 Erzeuger einen  Gutedel vermarkten, der eine längere Lagerung auf der Hefe hatte. Durch diese längere Hefelagerung ist der Wein recht weich, rund und etwas cremig. Abgefüllt wurde dieser Wein mit etwas mehr Gärungskohlensäure, um ihm etwas Frische zu geben .

Das Weingut Ziereisen liegt im Dreiländereck (Deutschland, Schweiz und Frankreich) in Baden. Hans Peter Ziereisen arbeitete früher als Schreiner. Erst als 1991 seine Eltern den Bauernhof aufgaben und keines seiner Geschwister den Hof haben wollte, entschloss er sich, den elterlichen Gemischtbetrieb zu übernehmen. Neben Schweinen und Kühen hatte er 0,5 ha Weinbergsfläche mit dabei, deren Trauben einfach bei der nächsten Winzergenossenschaft abgeliefert wurden.
Er begann also mit 0,5 ha und 6000 Fl. Jahresproduktion und hat nach und nach das Weingut auf 16 ha erweitert. Der Einsatz von Spontanhefen, Maischestandzeit, langer Hefelagerung führte zu „untypischen Weinen“, die öfter bei der amtlichen Weinprüfung abgelehnt wurden, sodass er inzwischen seine Weine als Landweine ohne die amtliche Weinprüfung vermarktet.

8         2015  Gutedel, „Heugumber“, Landwein, Weingut Ziereisen

Das ist die Gutedel-Interpretation für einen Basiswein durch Klaus Peter Ziereisen. Ein sauberer, klarer, gradliniger und gut strukturierter Wein, im Gegensatz zu vielen einfachen Gutedel-Weinen sehr charaktervoll.
Sicher eine Folge von langer Maischestandzeit und Lagerung auf der Hefe.

9.      2014  Gutedel, „Steingrüble“, Landwein, Weingut Ziereisen

Jetzt haben wir den Gutedel aus der gehobenen Selektion vor uns. Im Steilhang auf Kalkstein mit Lössauflage gewachsen, von 30 bis 40 Jahre alten Reben. Nach 6-8 Wochen Maischestandzeit ohne Reinzuchthefen, langer Hefelagerung mit Battonage im alten Holzfass wird dieser Gutedel ohne Filtration abgefüllt. Ein dichter, voller, charaktervoller Wein mit weicher und runder Frucht. Viel Birne, zarte Mineralität mit einem Hauch Thymian und sehr langem Abgang kommt er daher. Das ist kein einfacher Gutedel mehr, man würde eher auf den Burgunder tippen. Das war dann auch unser bestbewerteter Wein des Abends.

Nach den markgräfler Weinen konnten wir dann auch noch 3 Gutedel (Fendants) aus der Schweiz aus dem Kanton Wallis verkosten.

10.      2014  Chasselas en Capitale, „Blanc de Reines“, AOC, Cave Antoine &  Christophe Bertrisey                                                               

Dieser Wein hatte anfangs einen leichten Stinker und vom malolaktischen Säureabbau besaß er nur  wenig Säure , wirkte breit und buttrig mit deutlichem Milchsäure-Ton. Nach einiger Zeit an der Luft verschwanden die Töne aber und eine klare, sauberer Frucht war zu erkennen

11.      2011  Fendant, „Noble Contree“, AOC, Cave Maurice Zuffery                                                      

Nach dem Vinum Weinführer gehört Maurice Zuffery zu den 100 besten schweizer Winzern. Auch dieser Wein hat nach schweizer Art einen malolaktischen Säureabbau hinter sich und daher eine sehr weiche Säure. Er ist weniger Frucht-betont, aber ein sehr sauberer, harmonischer Gutedel (Fendant) mit dichter Struktur. Sein Alter schmeckt man im Gegensatz zu den deutschen Gutedel-Weinen nicht.

12.      2011  Fully, „Plaimont Les Terrasses“, AOC, Domaine de la Rodeline,                                  

Auch dieser Wein hat eine malolaktische Gärung und etwa 7 Monate Hefelagerung hinter sich Wie sein Vorgänger ist er weniger Frucht-betont mit sehr weicher Säure und ebenfalls ohne erkennbare Altersnoten. Er konnte seinen Vorgänger allerdings nicht ganz in der Bewertung erreichen.

Erstaunlicherweise wurden alle drei schweizer Gutedel (Fendants)  trotz ihrer weicheren Säure  und sehr verhaltenen Frucht im Durchschnitt besser bewertet als ihre deutschen Pendants – mit Ausnahme vom 2014‘er  Gutedel, „Steingrüble“ vom Weingut Ziereisen.

Kurze Informationen zu den Weingütern:

Weingut:                 Winzerkeller Auggener Schäf
Ort:                          Auggen
Rebfläche:              340 ha
Beste Lage:            Laufener Altenberg, Auggener Schäf
Rebsorten:             Gutedel, Weissburgunder, Spätburgunder, Chardonnay,  Gewürztraminer, Müller-Th., Muskateller, Regent

Weingut:                 Löffler
Ort:                          Staufen Wettelbrunn
Rebfläche:              14 ha
Beste Lage:            Castellberg, Fohrenberg
Rebsorten:             4,5 ha Gutedel; 3,5 ha Spätburgunder; 1,5 ha Müller-Thurgau; 1,5 ha Weissburgunder; 1,5 Grauburgunder;  0,5 ha Gewürztraminer; 0,3 ha Regent; Sonstige 0,7 ha

Weingut:                 Weinhaus Büchin
Ort:                          Schliengen
Rebfläche:              27 ha
Beste Lage:            Sonnenstück
Böden:                    Lehm, Löss
Rebsorten:             Gutedel, Weissburgunder, Grauburgunder, Spätburgunder, Syrah

Weingut:                 Ziereisen
Ort:                          Efringen-Kirchen
Rebfläche:              16 ha
Jahresproduktion: 110.000 Fl.
Böden:                    Jurakalk
Beste Lage:            auf Lagenbezeichnung wird verzichtet, auch Weinberge in der angrenzenden Schweiz
Rebsorten:             45% Spätburgunder, 25% Gutedel, 11% Weissburgunder,
8% Grauburgunder, 5% Chardonnay, 5% Syrah, 1% Gewürztraminer

Weingut:                 Claus Schneider
Ort:                          Weil am Rhein
Rebfläche:              12 ha
Jahresproduktion: 80.000 Fl.
Beste Lage:            Weiler Schlipf
Böden:                    tiefgründiger Lehm mit hohem Kalkanteil
Rebsorten:             40% Spätburgunder, 25% Gutedel, 15% Weissburgunder,
13% Grauburgunder, 7% Chardonnay

Weingut:                 Privatweingut H.Schlumberger
Ort:                          Sulzburg-Laufen
Rebfläche:              8,5 ha
Jahresproduktion: 60.000 Fl.
Beste Lage:            Laufener Altenberg, Muggarter Berg
Böden:                    Kalksteinverwitterung mit Löss- und Lehmauflage, Kalk­mergel
Rebsorten:             25% Spätburgunder, 20% Weissburgunder, 20% Gutedel,  15% Grauburgunder 4% Chardonnay, 4% Sauvignon-Blanc, 18% übrige

Weingut:                 Maurice Zuffery
Ort:                          Muraz sur Sierre, Valais, CH
Rebflache:              9 ha
Beste Lage:            rechtes Rhoenufer in Sierre, Venthô und Veyras:Les Grand’Rayes in Venthome, Les Glariers und Maison-Rouge, Viouc in Muraz , Anchettes-Combettas unterhalb von Venthome
Rebsorten:             Gutedel (Fendant), Petit Arvine, Chardonriay, Cornalin, Humagne rouge, Pinot Noir, Syrah

Weingut:                 Cave Antoine & Christophe Bétrisey, Artisans du Vin
Ort:                          Saint-Leonard, Valais, CH
Rebfläche:              10 ha /Öko Label VINATURA
Beste Lage:            unterste Talhänge von St.Leonard und Uvrier, rechtes Rhoneufer zwischen Sitten und Siders, Les Virets, Les Planisses, Plan-Loggier, Combaz-Bernard, Zenaille
Rebsorten:             Gutedel (Fendant), Pinot Noir, Gamay, Johannisberg, Arvine,  Syrah, Humagne Rouge, Ermitage, Muskateller, Cornalin (Landroter), Diolinoir

Weingut:                 Domaine de la Rodeline, Yvon & Claudine Roduit-Desfayes
Ort:                          Fully, Valais, CH
Rebfläche:              6 ha
Beste Lage:            Plamont les Terasses (1ha), Les Claives (1 ha)
Rebsorten:             Gutedel (Fendant,Chasselas, Perlant), Petite Arvine, Humagne Blanc,   Marsanne (Ermitage, Hermitage) Cornalin (Rouge du Pays, Landroter), Gamay, Humagne Rouge, Merlot, Syrah, Pinot   Noir (Klävner)

 

Verfasser: Dieter

2018_04 Gutedel Probenergebnis

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Jahresprogramm 2018

Erstellt von Dieter am 17. Januar 2018

Leitthemen: Markgräfler Land und Ungarn                                                                                                                  Stand: 16.01.2018

Achtung, es können sich neben den Terminen der Proben auch der Ort und die Anfangszeit ändern, da wir nicht mehr im Kolping Messehotel in Deutz unsere Proben abhalten !

N=Normalveranstaltung, S=Sonderveranstaltung (Kostenbeitrag)

  Datum   Thema
11.01.2018 N  Markgräfler Land mit Florian Mayer von der WG Britzingen.

Herr Mayer wird nicht nur Weine der Winzergenossenschaft Britzingen vorstellen, sondern uns auch einen allgemeinen Überblick über das Gebiet geben.
Da er vorher im Kölner Weindepot Weine der Winzergenossenschaft vorstellt, ist der Probenbeginn erst um 20:00 Uhr.

22.02.2018 N  Rotweine aus dem Markgräfler Land      Ort : Bürgerzentrum Deutz !

Außer Weißweinen wie den Gutedel hat das Gebiet auch gute Rotweine zu bieten. Wir werden von Spätburgunder bis Syrah interessante Rotweine verkosten.

22.03.2018 N  Mitgliederversammlung mit Wahlen   Ort : Bürgerzentrum Deutz !

Nur für Mitglieder
Damit es nicht zu trocken wird, mit Weinen aus dem Markgräfler Land.

26.04.2018 N Gutedel                         verschobener Termin !

Gutedel ist die Leitsorte des Markgräfler Lands. Un so gibt eine breite Auswahl von einfachen Zechweine bis zu gehobenen Qualitäten. Wir werden aus diesem Angebot verschiedene Weine probieren. So z.B. auch Gewinnerweine vom Gutedel-Cup und Chassela vom Genfer See als schweizer Gegenstück.

03.05.2018 N Schlossgut Ebringen mit Herrn Engelmann

Die Gründer von Schloss Ebringen haben sechs Hektar der Lage „Ebringer Sommerhalde“ aus der Genossenschaft heraus gepachtet, um sie unter der Führung von Verwalter Andreas Engelmann bewirtschaften zu lassen. Eine nachhaltige Pflege der Reben, konsequente Ertragsreduzierung auf 50hl/ha und eine selektive Lese haben zu deutlicher Qualitäts­steigerung geführt, sodass das Weingut inzwischen bei Eichelmann mit 3 Sternen bzw. 2 roten Trauben im Gault Millau Wein Guide belohnt worden ist. Herr Engelmann wird uns durch das Weinangebot führen.

07.06.2018 N  Weingut Büchin mit Herrn Marcus Büchin

Das junge Weingut, das 2007 mit ca. 2.5 ha gestartet ist, hat heute bereits 22 ha und produziert eine Vielzahl verschiedener Markgräfler Weine. Eine Spezialität ist ein Syrah-Sekt, da Herr Büchin für 1 Jahr in Südafrika gearbeitet hat.

Als Ausrichter des Gutedelcups wird er uns auch einige Preisträger-Weine
des Cups mitbringen.

 

 

15.-16.06.2018 S  

GDW-Treffen in Fulda Dieses Jahr ist Treffen der Gemeinschaft der Deutschsprachigen Weinbruderschaften in Fulda.

21.-24.06.2018 S  

Weinreise MarkgräflerlandPassend zu unserem deutschen Thema Markgräflerland werden wir uns auch vor Ort umsehen. Wilfried Schmitz wird mit der bekannten Präzision wieder die mehrtägige Reise organisieren. Von Donnerstag bis Sonntag ist der Besuch der Weingüter Dörflinger, Ziereisen, Lämmlin-Schindler, H. Schlum­berger und Heinemann vorgesehen.

19.07.2018 N   Weißweine aus dem Markgräfler Land  verschobener Termin !

Nicht nur die Leitsorte Gutedel, sondern auch weitere Rebsorten wie Weissburgunder, Chardonnay werden hier erzeugt, von denen wir eine interessante Auswahl verkosten wollen.

30.08.2018 N  Ungarn: Nord Balaton – Balatonfüred-Csopak

Wir widmen uns dem Weingebiet Balatonfüred-Csopak, das für die besten Olaszrizling-Weine (Welschriesling), der meistangebauten weißen Sorte in Ungarn steht. Überraschend lebendige und mineralische Weine, auch wenn mit dem Rheinriesling überhaupt nicht verwandt sind.

20.09.2018 N  Ungarn: Tokaj

Wir erleben die enorme Dynamik, die im traditionsreichen Weingebiet herrscht. Neben den weltweit bekannten süßen Ausbruch-Weinen (Aszu), verkosten wir die charakterstarken, trockenen Weine aus autochthonen Sorten wie Furmint und Harslevelü.

18.10.2018 N  

Chardonnay als Blindprobe.

Die Allerweltsrebe Chardonnay zeigt trotzdem je nach Herkunft sehr unterschiedliche Geschmacksausprägungen. Wir werden versuchen in einer Blindprobe die Herkunft der Weine zuzuordnen.

15.11.2018 N  Ungarn: Villany
Villany ist das Rotweingebiet Nr. 1 in Ungarn. Reinsortige Cabernet Franc Weine sind normalerweise eher eine Seltenheit in der Weinwelt. Wir werden davon einige im Vergleich zum bekannteren „Bruder“ Cabernet Sauvignon sowie die erstklassige Bordeaux-Blends verkosten.
30.11.2018 oder
01.12.2018
S  Weihnachtsessen

Termin und Ort wird noch von einem Orga-Team festgelegt.

06.12.2018 N Priorat, Teil 1

Die Weinregion Priorat in der Provinz Tarragona hat eine Fläche von 1’800 Hektar und ist die älteste Weinbauregion in Katalonien. Im Mittelalter zählte sie zu den bedeutendsten Weinbaugebieten Spaniens, verlor dann aber deutlich an Bedeutung. Erst ab 1989 ist wieder einen deutlichen Anstieg zu verzeichnen, dank Winzern wie Álvaro Palacios und René Barbier. Die Weinberge befinden sich meistens terrassenförmig auf  den Licorella-Schieferböden in einer Höhe von 150–1000 m  an den steilen Hängen der der Serra de Montsant. Wir werden eine hoffentlich interessante Auswahl an Weinen verkosten.

 

 

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Weinprobe mit Rosé-Weinen aus der Provence am 20.07.2017

Erstellt von Dieter am 25. August 2017

Unser ausländisches Thema ist dieses Jahr Südfrankreich und was bot sich da besser an als eine Rosé-Probe im Sommer mit Weinen aus der Provence, dem typischen Rosé-Gebiet Frankreichs. Frankreich ist weltweit das Land mit der prozentual höchsten Rosé-Produktion und auch mit dem größten Eigenverbrauch an Rosé-Weinen. Von 1990 bis 2013 ist ihr Anteil in Frankreich von ca. 10% auf 30% angestiegen und mehr als ein Drittel aller französischen Roséweine stammen aus der Provence.  Entsprechend hoch ist dort der Anteil an der Produktion mit fast 90%.

Als die EU erlauben wollte, Rosé-Weine auch aus weißen Trauben durch Anfärben mit Rotweinen zu produzieren, kam aus der Provence der lautstärkste Protest, sodass dieser Vorschlag wieder in den Schubladen der Brüsseler Bürokratie verschwand.

In der Provence darf Rosé-Wein nur aus Rotwein hergestellt werden: Durch direktes Abpressen der Trauben, durch Abpressen nach einer kurzen Maischstandzeit oder durch das Saignée-Verfahren, bei dem den Trauben für die Rotweinherstellung ein heller Vorlaufmost abgenommen wird. (allerdings darf ein kleiner Anteil an weißen Trauben ebenfalls dem Most zugegeben werden.)‘
Die wichtigsten Rebsorten für Rosé sind Cinsault, Grenache, Mourvédre, Syrah und Tibouren.
Unsere Probe begann mit zwei IGT-Weinen aus der Camargue (die formal schon zum Languedoc und nicht zur Provence gehört)

Nr.1    2015’er Rosé „Tete de Cuvee, Grain de Gris“ der Domaine Listel war ein einfacher, schlichter Rosé, den das eine Jahr Reife nicht positiv verändert hatte, denn im Hintergrund tauchten schon muffige, dumpfe Töne auf und der Wein hatte seine Frische bereits verloren. ( 13,09 Punkte) Listel gehört zur Gruppe Vranken Pommery und produziert eher LEH-Qualität.

Nr. 2   2016’er Rosé „Mas Mellot“ der Domaine le Pive konnte ebenfalls nicht begeistern. Er war auch etwas dumpf und hatte deutliche Bittertöne, konnte aber als 2016’er mit etwas mehr Frische punkten. ( 13,44 Punkte) Die Domaine le Pive gehört zur Gruppe Jeanjean, die in Südfrankreich mehrere Weingüter besitzt.

Nr. 3   2016’er Rosé „M“ vom Chateau Minuty  Dieser Wein war in unserer Verkostung der erste AOP-Wein, aus der Appellation Cotes de Provence und kommt aus dem Hinterland von St.Tropez. Ein einfacher, aber sauberer Rosé mit leichten Eisbonbon-Tönen. ( 13,53 Punkte) Das Weingut verarbeitet zugekaufte Trauben und ist in der französischen Gastronomie stark vertreten.

Nr. 4   2016’er Rosé „Le Galantine“ der Domaine le Galantine. aus der Appellation Bandol.  Die Rotweine dieser Appellation haben sehr einen hohen Mourvedre-Anteil, was auch für die Roséweine gilt. Der Wein war recht dicht und fruchtig, aber durch den hohen Alkoholgehalt von 13,5% wirkte er auch etwas brandig. Dennoch wurde er recht gut bewertet. (14,66 Punkte)

Zwei Rosés der Domaine Jas d’Esclan (nicht zu verwechseln mit dem benachbarten Chateau Jas d’Esclan) schlossen sich an.

Nr. 5   2016’er Domaine Jas d’Esclans, Rosé besteht aus den vier Rebsorten Grenache 50%, Syrah 25%, Cinsault 15%, Tibouren 10%. Diese Basis-Qualität konnte sich geschmacklich kaum von den Vorgängern absetzen. (13,84 Punkte)

Nr.6    2016’er Domaine Jas d’Esclans, Rosé „Coeur de Loup“ Dieser Wein war als Selektionswein deutlich dichter und voller, hatte aber auch einen etwas störenden Bitterton. Dennoch konnte er die vorherigen Weine in der Bewertung übertreffen. (14,66 Punkte)

Nr.7    2016’er Sainte Aix, Domaine de la Grand Seouves Rosé „Aix“ war der einzige Rosé aus der westlich gelegenen Appellation Aix en Provence. Seit Jahren ist er einer der weltweit bekanntesten Roséweine. Bei uns konnte er geschmacklich nicht ganz überzeugen. ( 14,09 Punkte) Warum für diesen Wein eine eigene Flasche mit eingeprägten „Aix“, aber als Verschluss aber ein einfacher Presskorken verwendet wird, ist bei einem Wein der mittleren Preisklasse (12 €) nicht ganz verständlich.

Nr. 8   2016’er Chateau de Roquefort, „Rosé Corail“ bestand aus den fünf Rebsorten Grenache, Syrah, Cinsault, Carignan, Vermentino (Rolle). Hier ging es qualitativ wieder aufwärts: Eine klare, saubere Frucht mit zarter Herbe und guter Struktur. (14,66 Punkte)

Nr.9.   2016’er St.André de Figuerère, Rosé „Premiere“, war wieder ein von der Mourvèdre-Traube geprägter Wein. Er zeigte sich sauber und klar in der Frucht, wirkte am Gaumen aber etwas blass und es fehlte ihm etwas an Länge. (14,06 Punkte) So konnte er gegenüber seinem Vorgänger nicht ganz mithalten.

Nr.10  2015’er Chateau Les Valentines, Rosé wird der von der Cinsault-Traube geprägt (Cinsault 50%, Grenache 30%, Syrah 10%). Als 2015’er hatte er schon Frische verloren und war insgesamt zwar sauber, aber recht neutral in der Frucht. (13,38 Punkte)

Nr.11  2016’er Chateau Jas d’Esclans, Rosé „Whispering Angles“ Dieser Wein kommt nicht von der Domaine sondern vom Chateau Jas d’Esclans und wird durch Grenache von bis zu 90 Jahre alten Reben dominiert. Im Mund Schwarze Johannisbeere und eine angenehme Kräuternote. (14,25 Punkte). Das Weingut wurde 2006 von Sacha Lychine (Chtaeau Prieuré-Lichine in Margaux) übernommen mit dem Anspruch, den besten Rosé der Welt zu produzieren. Der Name „Whisperig Angels“ steht für eine moderne Weinlinie im „Neue-Welt-Stil“. Die höhere Qualitätsanspruch zeigte sich auch daran, dass es der erste Wein unserer Verkostung war, dem man einen ordentlichen Naturkorken gegönnt hatte.

Nr.12. 2015’er Chateau Miraval, Rosé „Miraval“, Dieser Wein ist bekannt geworden als der Promi-Wein von Brad Pitt und Angelina Jolie. Bei dem Bekanntheitsgrad dieses (ehemaligen) Pärchens ist zu befürchten, dass außer viel Marketing-Geschrei nichts Herausragendes herauskommt, aber glücklicherweise wird der Wein von der Familie Perrin vom Chateau Beaucastel in Chateauneuf du Pape gemacht, die das Gut nach der Trennung der beiden auch übernommen hat.

Einerseits ein sauberer, recht fruchtiger, kräutriger, zart herber Rosé, andererseits aber etwas international und glatt. Als 2015’er zeigte er schon Reifenoten, und ist eigentlich zu teuer für diese Qualität (14,00 Punkte).

Nr. 13 2015’er Domaine Jas d’Esclans, Rosé „Cuvee de Loup“,
der dritte Wein dieses Weinguts fiel etwas aus dem Rahmen, denn der Rosé wurde für 2 Monate im Barrique ausgebaut. Entsprechend hoch ging es bei der Diskussion her, ob ein Rosé im Barrique ausgebaut werden sollte. Wer den sehr dezenten Holzton mochte, fand hier einen interessanten Rosé vor (14,25 Punkte).

Nr.14  2016’er Les Vignobles Gueissard, Rosé war eine Zugabe unseres Weinbruders Wilfried anlässlich seines Geburtstags (und daher ohne Wertung). Ein Wein aus der Appellation Bandol und somit Mourvèdre-geprägt (Mourvèdre 50%, Grenache 35%, Cinsault 15%).

Ganz anders als die vorherigen Rosés war er sehr fruchtig, würzig, mit interessanten Geschmacksnoten und somit ein guter Abschluss der Probe.

Unser Referent hat sich bemüht, einen repräsentativen Querschnitt über die Rosé-Weine der Provence zusammen zu stellen. Leider ist das bei uns in Deutschland nicht so einfach, da hier nur relativ wenige Rosés aus der Provence vertrieben werden, die meistens auch noch von größeren Handelsmarken stammen (wie die Nr. 1) und von denen auch nicht immer die jüngsten Jahrgänge vorhanden sind. Denn das hat die Probe gezeigt: die meisten dieser Wein altern recht schnell und die Produzenten scheinen sich auch nicht viel Mühe zu geben, um das zu verhindern. Nur die Weine 11 bis 13 hatten einen Naturkorken, alle anderen besaßen einen einfachen Presskorken, ja zwei der Weine waren sogar mit einem geschäumten Kunststoffkorken verschlossen, der kaum noch eingesetzt wird, da dieser Korken sehr Sauerstoff-durchlässig ist. So verlieren die Weine nach einem halben bis einem Jahr schon deutlich an Frucht und bekommen oxidierte Noten.

Der Trend zum Roséweine steigt seit Jahren, wenn man aber unsere Bewertungen ansieht, war die Begeisterung nicht ganz so hoch.
Da aber das Jahresthema Südfrankreich lautet, musste unbedingt auch eine Rosé-Probe dabei sein, um den Wein-Horizont zu erweitern. Und diesen Überblick zu vermitteln,  ist unserem Referenten sehr gut gelungen.

Verfasser:  Dieter

2017_07_Roséweine aus der Provence Probenergebnis

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Weinprobe mit dem Staatlichen Hofkeller, Würzburg am 29.06.2017

Erstellt von Dieter am 25. August 2017

Eine repräsentative Probe zusammenzustellen von einem Weingut, das seit 1128 existiert und zurzeit 120 ha Reben besitzt, ist nicht einfach. Eben aufgrund der zu vielen Möglichkeiten, die Zahl von etwa 100 Weinen in jedem Jahr bringt.
Dem Weingutsleiter Herrn von den Benken ist es aber perfekt gelungen.  Die Begrenzung auf die zwei wichtigsten Sorten, also Riesling und Silvaner, die wir durch verschiedene VDP-Qualitätsstufen verkosten konnten, und dabei ausschließlich in der trockenen Geschmacksrichtung, fand bei der Weinbruderschaft Zustimmung. Und mit Ausnahme der Weine 8 und 12, die aus dem Jahrgang 2015er waren, haben wir den Jahrgang 2016 kennengelernt.
Besonders interessant und lehrreich war die Möglichkeit, Weine von den verschiedenen Bodenarten in den entsprechenden Terroirs zu vergleichen. Dafür einen besonderen Dank an Herrn von den Benken!
Die erste Bewertung ist die des Verfassers, die zweite ist die Durchschnittsnote aller Verkostungsteilnehmer.

Gutsweinweine
Der erste Flight waren zwei Gutsweinweine, beide jeweils Cuvees von jungen Reben aus den Randersackerer (Marsberg) und Würzburger (Stein/Leiste) Lagen.

Nr. 1.              2016   Silvaner   ( 13,5 / 13,83 Punkte)

Blasses Strohgelb
In der Nase einfach und in der Sorte nicht ganz definiert, Edelstahl-Tank Ausbau, leichte süßliche Note. Auf der Zunge interessanter, frisch mit leichtem Säure-Biss, auch mit leichter Süße und nicht definierter Frucht.

Nr. 2.              2016   Riesling   ( 14,5 / 13,80 Punkte)
Blasses Strohgelb
Zurückhaltend mit interessanten herben Kräuter-Noten, leicht, mineralisch, riecht „trocken“.
Im Geschmack harmonisch mit leichter Süße, irgendwie „saftig-trocken“, Kabinett-Charakter, sehr leicht und positiv-süffig“, im Abgang herbe Noten, die an Kerner oder Müller-Thurgau erinnern.
Sehr gut gemachter Wein in seiner Klasse.

Ortsweine
Die zwei Ortsweine waren aus den Würzburger (Stein) Lagen, von jungen Reben.

Nr. 3.  2016  Würzburger Silvaner    ( 15 / 14,73 Punkte)
                       ( 15 / 14,73 Punkte)
Sehr blasses Strohgelb mit grünen Reflexen
Sehr schöne saubere Nase, eindeutig Silvaner in kalkig-mineralischer Ausprägung, leichte Gemüse (Spinat?) Note.
Am Gaumen leicht, harmonisch mit schöner Säure und zurückhaltender Frucht, alles ist klar bei dem Wein.

Nr. 4.              2016 Würzburger Riesling    ( 15 / 14,73 Punkte)
Etwas kräftigere Farbe als die Weine davor, gelb.
Am Anfang relativ verschlossen, reifere Frucht aber auch die Frische ist da.
Geschmack: leicht, fruchtig-frisch, etwas Pfirsich, erdig, mineralisch, sauber, fränkisch.
Später öffnet sich der Wein mit schöner exotischer (Ananas) Frucht, Mirabelle.
Man spürt einen guten Jahrgang.

Silvaner „Erste Lage“ nach VDP“ (3er Flight)
Vielleicht der interessantester Flight der Probe
Wir konnten drei Erste Lage-Weine aus den drei entferntesten Gebieten, aus dem Norden vom Main-Viereck, dem Norden vom Main-Dreieck und bei dem Wein Nr. 6 aus der östlichsten Ecke des Rebenbestandes. Dabei waren die feinen Unterschiede schön zu spüren, die uns verschiedene Bodenqualitäten gegeben haben.

Nr. 5.              2016 Hörsteiner Abtsberg   (Im Norden vom Main-Viereck, vom Urgestein)  ( 16,5 / 16,10 Punkte)
Blasses Strohgelb
Tief, zurückhaltend, mineralisch, Zitrone.
Am Gaumen auch mineralisch-salzig und trocken, würzig mit langem Abgang, aber leicht und konzentriert. Schöne Säure, harmonisch mit einer leicht wilden“ Note.
Ein Wein mit Charakter, der sein Ursprung (Urgestein-Granit, Basalt) schön darstellt.

Nr. 6.              2016 Handthaler Stollberg (eine von den östlichsten Lagen, vom Keuper)  (   16,5 / 15,87 Punkte)
Blass-grünlich,
Auch interessant, leichte animalische Note, reifere Frucht, lang,
am Gaumen viel Mineral (Gips ?), auch wieder salzig, sehr viel Extrakt, Zitrone; langer Abgang.
Wieder ein Wein mit Charakter, der ohne „Schminke“ gemacht wurde.

Nr. 7.              2016     Hammelburger Trautlestal     (Im Norden vom Main-Dreieck vom Muschelkalk)  ( 16 / 15,57 Punkte)
Etwas reifere Farbe, gelb-grünlich.
Von den drei Weinen der, der am meisten offen ist, viel (süße) Zitrone, exotische Frucht.
Am Gaumen fruchtig-würzig, mit erdigen Noten.
Auch ein typischer Terroir-Silvaner mit Charakter.

Silvaner „Erste Lage“ nach VDP“ aus Würzburg und Randersacker (3er Flight)
Der nächste Flight brachte drei Weine, die die gleiche hohe Qualität der letzten Gruppe hatten, wenn auch eventuell nicht so spannend. Es war aber interessant, drei Weine von dem gleichen Boden (Muschelkalk) von drei verschiedenen (bei Weinen 9 und 10 benachbarten) Lagen zu vergleichen.

Nr. 8.              2015 Randersacker Teufelskeller      ( 16,5 / 15,77 Punkte)
 Schönes blasses Gelb
Schöne reife Fruchtnoten, am Anfang etwas matt, Holz, mineralisch, leichte animalische Note; man würde den Wein älter einschätzen.
Geschmack: intensiv, würzig, kräftige Säure, mineralisch, trocken, leicht robust, wirkt jünger als in der Nase. Mit der Zeit spürt man den hohen Alkohol (13,5%) nicht als störend.
Nr. 9.              2016 Würzburger Innere Leiste   (  16,5 / 15,97 Punkte)
Blasses Strohgelb, grünlich, schön
Nase: schön fruchtig-kalkig, leichte Gemüse-Note (Erbsen), frisch, Mirabelle.
Geschmack: auch frisch, trocken, mit viel Extrakt, cremig, schöner Apfel, langer „kalkiger“ Abgang.
Ein karger und charaktervoller Wein.

Nr. 10.            2016 Würzburger Schloßberg (Lage im Alleinbesitz)  ( 16 / 16,20 Punkte)
Grünliches Strohgelb, etwas kräftiger.
Ähnliche Aromatik, wieder Kalk, mineralisch, klarer Silvaner
Konzentriert, cremig, leichte animalische Note, trocken und leicht.
Noch jung.

In dem letzten Flight haben wir die Gelegenheit gehabt, zwei Weine aus der Parade-Lage Würzburger Stein zu verkosten. Leider stammte der Riesling aus 2015 (Fehler beim Versand), sodass ein direkter Vergleich mit dem 2016’er Silvaner nicht möglich war, aber anderseits gut, da sich der 2015‘er Riesling aus der Sicht des Verfassers als ein großer Wein (auch wegen der zusätzlichen Reife) gezeigt hat.

Nr. 11.            2016 Würzburger Stein Silvaner „Erste Lage“ nach VDP“  ( 16,5 / 16,60 Punkte)
Kräftigeres Strohgelb
In Der Nase zuerst zurückhaltend, aber vornehm, mineralisch (Kalk), würzig, mit feiner Birne.
Am Gaumen sehr trocken, auch kalkig, leicht, harmonisch; im Abgang weißer Pfeffer.
Sehr charaktervoller Wein, natürlich noch zu jung.

Nr. 12.            2015 Würzburger Stein Riesling „Erste Lage“ nach VDP“  ( 18 / 16,57 Punkte)
Reiferes, glänzendes, schönes Gelb
Nase kräftig, komplex, reife (leicht überreife) Frucht, leicht Botrytis, tief, konzentriert, altes (schönes) Holz, sehr lang; Zitronenschale, danach Kräuter (Salbei, erinnert an Hustenbonbon).
Am Gaumen erstaunlich konzentriert und kräftig, dabei immer klar; schöne Aprikose, leicht phenolisch (Maischestandzeit?), sehr, sehr langer Abgang.
Sehr mächtiger, charaktervoller Wein aus einem tollen Jahrgang, der als gutes Beispiel für einen erstklassigen Franken-Riesling steht.
Es war eine hochwertige und sehr interessante Weinprobe, die auch die Einmaligkeit der Stadt Würzburg als Wein-Metropole unterstreicht und den Staatlichen Hofkeller unter den hochklassigen Nachbarn-Weingütern auf gleiche Ebene setzt.

Verfasser: Ceca

2017_06_Staatlicher Hofkeller Probenergebnis

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Weinerlebnisreise nach Franken vom 22. Bis 25.Juni 2017

Erstellt von Dieter am 19. Juli 2017

19 Uhr am Donnerstag ging es für die meisten los: Abendessen à la carte im „Gasthaus Stern“ in Sulzfeld, einem Fachwerkbau aus dem 15. Jahrhundert. Wir hatten noch immer Temperaturen um die 30°C, saßen aber sehr schön in einer weinumrankten Laube. Beendet wurde der Abend hier im Gasthaus mit gut gekühlten Qualitätsweinen aus Sulzfeld.

Sulzfeld am Main ist ein Weinort mit einer gut erhaltenen Befestigungsmauer mit 21 Türmen. Es hat auch sein spätmittelalterliches Ortsbild weitgehend bewahrt. Um den Ort herum sind die drei Weinlagen Sulzfelder Cyriakusberg, Sulzfelder Maustal und der Sulzfelder Sonnenberg. Der Ort wurde 2009 Landessieger beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. Wir haben den Ort am nächsten Tag besichtigt.

Das erste Weingut wurde am Freitagmorgen besucht. Hugo Brennfleck vom gleichnamigen 400 Jahre alten Weingut begrüßte uns um 10.30 Uhr im Hof. Bei einem Rundgang mit ihm erfuhren wir viel über Gebäude, Keller und Ausbau der Weine. Die Familie hat sich entschlossen, trotz der Verkehrsprobleme mitten im Ort zu bleiben. Dazu wurden alle Gebäude saniert, restauriert und innen auch umgebaut. Das Kelterhaus wurde sehr modern auf der anderen Straßenseite neu gebaut. Für den gelungenen Umbau und die Erweiterung gab es mehrere Auszeichnungen.
In einer wunderschönen Degustationsstube haben wir dann 9 Weine kommentiert verkostet. Das 29ha große Gut hat Weingärten im Iphöfer Kalb und Kronsberg, im Escherndorfer Lump, Rödelseer Küchenmeister und in den Sulzfelder Lagen. Da 55% mir Silvaner bestückt sind, waren fast alle Weine von dieser Rebsorte und alle trocken ausgebaut. Die Böden sind entweder Keuper oder Muschelkalk.

Wein Nr. 1    2016 Iphöfer Kronsberg, Silvaner, Kabinett trocken
Gleich mit einem „Paukenschlag“ begann unsere Probe mit diesem sehr trockenen und mineralischen Silvaner vom Keuper.
Wein Nr. 2    2016 Silvaner „ANNA-LENA®“, Kabinett trocken, benannt nach der ältesten Tochter
Ein sauberer, fruchtiger, aber durch die höhere Restsüße ein etwas gefälliger, glatter Silvaner.
Wein Nr. 3    2016 Sulzfelder Sonnenberg, „Blauer Silvaner“, trocken, eine Mutation des Grünen Silvaner
Ein klarer und im Gegensatz zum Gelben Silvaner sehr würzig-fruchtig mit guter Säure
Wein Nr. 4    2016 Iphöfer Kronsberg, Silvaner „Keuper·S“,·trocken
Wieder ein salzig- mineralischer Silvaner vom Keuper, sehr dicht gut strukturierte und mit einer leichten Süße.
Wein Nr. 5    2016 Sulzfelder Maustal, Silvaner „Muschelkalk·S“·, trocken
Das Gegenstück vom Kalkboden, daher wieder recht fruchtig, aber auch sehr dicht.
Wein Nr. 6    2016 „JHB Silvaner·S“·, trocken, Spontangärung, benannt nach dem jüngsten Sohn, Johann Hugo
Ein klarer, fruchtiger Silvaner aus dem Doppelstückfass im Abgang ein Hauch Holz.
Wein, Nr.7    2014 JHB Silvaner·S·, trocken, Spontangärung
Ebenfalls aus dem Doppelstückfass, jahrgangsgemäß aber nicht ganz so elegant.
Wein Nr. 8    2016 Sulzfelder Sonnenberg, Silvaner, „Alte Reben“
Dieser Wein ist eigentlich für die gehobene Gastronomieschiene gedacht. Glücklich wer diesen Wein im Restaurant bekommt! Ein dichter, gut strukturierter, fruchtiger Wein mit zarter Süße.
Neben Silvaner werden zu 20% Burgundersorten, 5% Müller-Thurgau, 5% Riesling und 15% Diverse angebaut. Daher zum Abschluss noch ein Riesling.
Wein Nr. 9    2016, Escherndorfer Lump, „Himmelsleiter“, Riesling, Großes Gewächs, trocken
Als Großes Gewächs kommt dieser Wein sehr dicht, aber auch etwas füllig daher mit einer, deutlichen Riesling-Säure.

Bei den 8 Silvanern hat man sehr gut die Bedeutung des Bodens bemerkt, die Weine vom Muschelkalk sind fruchtbetont, die Weine vom Keuper hingegen mineralisch, salzig.
Hugo Brennfleck hat mit dieser Präsentation die Messlatte für die weiteren Proben, die anstehen, sehr hoch gehängt!

Nach einem kleinen Mittagessen im Vinothek & Vinobistro der Winzerfamilie Luckert trafen wir uns im Weingut Luckert. Da der Name in diesem Ort von mehreren Familien geführt wird, hat dieses Weingut den Beinamen „Zehnthof“, denn sie erwarben in den 70’er Jahren den fürstbischöflichen Zehntkeller.
Ulrich, Wolfgang und Philipp Luckert bewirtschaften mit ihren Familien. rund 17 Hektar Weinberge in den Sulzfelder Lagen.
Der Sohn Philipp führte uns durch den Nachmittag. Im verwinkelten Keller liegen zu 95% Holzfässer (Stück-, Doppelstück- und Barriquefässer). Alle Weine werden im Holzfass ausgebaut oder liegen zumindest für einige Zeit darin. Neben 50% Silvaner werden 15% Riesling und 35% übrige Sorten, darunter auch beachtliche Rotweine, angebaut. Das Weingut ist Mitglied im VDP und im „Naturland-Verband“
Zurück aus dem Keller fand die Probe in der Eingangshalle mit dem großen Reliefbild von Sulzfeld und seinen Weinbergslagen statt.

Wein Nr. 1    2016 Sulzfelder Müller-Thurgau, trocken
Ein fruchtiger, recht runder Müller-Thurgau mit guter Säure und mehr Süße
Wein Nr. 2    2016 Sulzfelder Silvaner, trocken
Ein recht fruchtiger Silvaner, der gute Struktur, etwas Süße und viel Säure für einen Silvaner besitzt.
Wein Nr. 3    2016 Sulzfelder Roter Silvaner, trocken
Ein recht klarer Silvaner mit zarter Herbe und Süße, guter Säure, für uns war der Unterschied zum Gelben Silvaner nicht so groß.
Wein Nr. 4    2016 Sulzfelder Blauer Silvaner, trocken
Hier hatten wir einen fruchtigen, recht weichen und würzigen Silvaner vor uns, der bei leichterer Struktur etwas mehr Süße zeigte.
Wein Nr. 5    2016 Sulzfelder Silvaner „Alte Reben“ trocken
Ein recht fruchtiger, würziger und zart mineralischer Silvaner.
Wein Nr. 6    2016 Sulzfelder Sonnenberg, Silvaner „Gelbkalk“, trocken
Dieser Silvaner hatte eine etwas verhaltene Frucht, war aber trotzdem recht dicht und nachhaltig.
Wein Nr. 7    2016 Sulzfelder Gelber Muskateller, trocken
Dieser Gelber Muskateller war recht fruchtiger, gehörte aber zu den etwas breiteren und stärker parfümierten Gelber Muskatellern. Im Gegensatz zu den Silvanern zeigte er auch mehr Süße.
Wein Nr. 8    2015 Sulzfelder Frühburgunder, trocken
Zum Abschluss ein Frühburgunder: Wenig fruchtig, leichterere Struktur, ein Ton nach Kirschmarmelade mit Nelken.
Wir hatte eine erstklassige Probe mit Weinen, denen man den Ausbau im Holzfass anmerkte, zudem dicht, wohl durch die geringen Erträge. Viele verschiedene Sorten konnten wie vergleichen, der Silvaner war aber in der Überzahl.

Für den Abend hat unser Weinbruder und Organisator ein Wirtshaus ausgesucht, das durch seine 4½ (von 5) Punkten bei Trip-Advisor überzeugte: der Michelskeller. Mehrere Telefonate, Mails und am selben Tag noch ein persönlicher Besuch haben es dann möglich gemacht, dass wir abends dort auf dem Platz speisen konnten. Die Weinkarte enthielt keine definierten Weine, sondern nur die Rebsorten mit der Angabe: Weine aus eigenen Anbaugebieten. Bei einem leckeren Flaschenbier warteten wir dann auf unser Essen. Da alles frisch zubereitet wurde, hatten die letzten um 21.30 Uhr ihren Teller vor sich. Halt! Nicht alle! 3 Bestellungen wurden vergessen. Eigentlich war der Koch zu diesem Zeitpunkt nur vorbeigekommen, um sich zu verabschieden. Also: noch mal Schürze umbinden und wieder an den Herd. So kamen die letzten drei doch noch zu ihrem Essen.

Am Samstagmorgen brachten uns mehrere Taxis zum ca. 12 km entfernten Weinort Rödelsee, genauer gesagt, zum Weingut Weltner.
Paul Weltner begrüßte uns und führte uns sogleich auf die von Wein umrankte Terrasse.  Während der Probe erzählte er vieles zu den Lagen und was er unter „Wein machen“ versteht.
Der VDP-Betrieb hat eine Gutsgröße von 11ha, Hauptrebsorte mit 60% ist der Sylvaner (wird im Weingut wirklich immer mit „y“ geschrieben), es folgen der Riesling mit14%, 8% Weißburgunder, 8%Scheurebe und 10 % Übrige, darunter auch Sauvignon.
Die Lagen sind im Rödelseer Küchenmeister, der insgesamt eine Rebfläche von 70ha hat, in der Rödelseer Schwanleite, und im Julius-Echter-Berg in Iphofen.
Paul Weltners Philosophie: Wenn man die Böden gesund hält, im Weinberg viel Handarbeit macht und rechtzeitig, nicht erst zum Zeitpunkt der Vollreife liest, ist der größte Teil der Arbeit schon getan. So entstehen schlanke aber doch komplexe Weine, die eine hohe Trinkfreude bescheren.

Wein Nr.1     2016 Sommer Cuvée, weiß, trocken
Eine Cuvée aus Sylvaner, Scheurebe und Müller-Thurgau vom Gipskeuper. Ein sauberer, fruchtiger, recht würziger Terrassenwein.
Wein Nr. 2    2016 Sylvaner Rödelsee,
Ein weicher, leicht erdig-mineralischer Silvaner mit Spur von Sponti-Noten
Wein Nr.3     2016 Rödelseer Küchenmeister Sylvaner, trocken
Sauberer, klarer, frischer, zart mineralischer Silvaner, der 4 – 8 Std. auf der Maische gestanden hatte und dadurch auch etwas mehr Struktur zeigte.
Wein Nr. 4    2016 Iphöfer Julius-Echter-Berg Sylvaner, trocken
Wieder vom Keuper und daher ein zart mineralischer, weicher, runder Silvaner. Er zeigte mehr Dichte, war aber noch etwas verschlossen.
Wein Nr. 5    2016 Julius-Echter-Berg Sylvaner „R“ Erste Lage nach VDP, trocken
Dieser Reserve-Wein hatte 12 Mon. auf der Vollhefe gelegen und präsentierte sich als, dichter, voller, nicht breiter, aber cremiger Silvaner.
Wein Nr. 6    2016 Rödelsee Weißer Burgunder, trocken
Hier hatte wir einen fruchtigen, Spur mineralischen Weissburgunder; der noch einen von Hauch Sponti-Noten zeigte.
Wein Nr.7     2016 Rödelseer Küchenmeister, Riesling, trocken
Ein fruchtiger, frischer, zart mineralischer Riesling.
Wein Nr. 8    2016 Rödelseer Küchenmeister Sauvignon Blanc, trocken
Vielleicht ein Exot für Franken, aber hier hatten wir einen frischen, fruchtigen, zart mineralische Sauvignon blanc mit, dezent grüner Frucht, der nicht wie ein Neuseeländer daherkam, sonst vollständig die mineralische Linie des Weinguts passte
Wieder einmal ging eine wunderbare Degustation zu Ende.

Nach dem Abschied brachten uns die Taxis ins von hier 20 km entfernte Frickenhausen.
In der „Fränkischen Weinstube Ehrbar“ haben wie im Gastgarten sehr lecker zu Mittag gegessen.
Hier fand anschließend auch die Weinprobe mit dem Weingut Bickel-Stumpf statt.
Melanie Stumpf-Kröger begrüßte uns und brachte vom nahe gelegenen Betrieb.
8 Weine mit. Nachdem sie den ersten Wein ausgeschenkt hat begann sie mit der spannenden Geschichte der Entstehung des VDP-Weingutes.
Mit einem VW-Käfer fuhr Reimund Stumpf zum ersten Mal 1971 von Thüngersheim nach Frickenhausen um seine neue Freundin Carmen Bickel zu besuchen. Nach der Hochzeit im Jahre 1976 verbanden sie die elterlichen Güter zum Weingut Bickel-Stumpf mit Stammsitz in Frickenhausen und Kellerei in Thüngersheim. Inzwischen liegt der Weinbau in den Händen der Kinder Melanie und Matthias Stumpf. In Frickenhausen findet man vor allem Muschelkalkböden, die Weine mit Schmelz liefern und in Thüngersheim hauptsächlich Buntsandstein, diese Weine sind eher mineralisch. Der Rebsortenspiegel umfasst 65% Silvaner, 15%Riesling und 10%Spätburgunder, zudem Müller-Thurgau, Scheurebe, Domina, Cabernet Dorsa, Portugieser, Blaufränkisch und ein neu gepflanzter Fränkischer Gemischter Satz. Die Weißweine werden in Edelstahltanks ausgebaut, so entstehen klassische, geradlinige Silvaner. Die junge Serie „twentysix“ besteht jeweils aus einem Medley der vielen verschiedenen Rebsorten und wird im Keller von den Kindern Melanie und Matthias kreiert.

Wein Nr.1     2016 Thüngersheimer Silvaner, „Buntsandstein“, trocken („Papas Wein“)
Ein fruchtiger, etwas zarterer, filigraner Silvaner von Buntsandstein und daher zarter als der Silvaner vom Muschelkalk
Wein Nr.2     2016 Frickenhäuser Silvaner, „Muschelkalk“, trocken („Mamas Wein“)
Dieser Silvaner präsentierte sich als dichter und fruchtiger Silvaner mit mehr Fülle als der Silvaner vom Buntsandstein.
Wein Nr.3     2016 Thüngersheimer Johannisberg Silvaner, trocken („Papas Wein“)
Wieder ein klarer, zart mineralischer, fruchtiger und eleganter Silvaner vom Buntsandstein mit feiner Säure.
Wein Nr.4     2016 Frickenhäuser Kapellenberg Silvaner, trocken („Mamas Wein“)
Hier der fruchtige, dichte, aber auch elegante Silvaner aus einer sehr warmen Kalkstein-Lage, der trotzdem noch eine feine Säure hatte.
Wein Nr.5     2015 Frickenhäuser Kapellenberg, Mönchhof, „Großes Gewächs“
Als Großes Gewächs mit Maischestandzeit und Ausbau im 500 l-Fass. Es war ein fruchtiger, dichter, aber nicht fetter Silvaner mit deutlicher Säure und einem Hauch Vanille vom Holzfass.
Wein Nr.6     2016 Thüngersheimer Johannisberg Scheurebe, trocken
Eine dichte, fruchtige, aber nicht aufdringliche Scheurebe mit guter Säure, kaum erkennbar, dass sie spontanvergoren war.
Wein Nr.7     2016 Riesling, „Muschelkalk“, trocken
Und zum Abschluss noch einen Riesling, fränkisch trocken fruchtig mit deutlicher Riesling-Säure
Es hat Spaß gemacht, der Familiengeschichte zuzuhören, die Weine zu verkosten und die Unterschiede der beiden Terroirs zu riechen und zu schmecken. Nach der Verabschiedung fuhren wir wieder zurück nach Sulzfeld (ca. 8 km). Abends hatten wir das beste Essen der Tour, im Gasthaus „Zum goldenen Löwen“. Hier stimmte einfach alles, die Speisen, der Wein und die diversen anderen Getränke.
Eine etwas verkleinerte Truppe traf sich am nächsten Morgen in Würzburg an der Feste Marienberg um an einer Führung teilzunehmen.
Der Marienberg ist schon seit der späten Bronzezeit besiedelt. Dort befand sich im 8. Jh. wahrscheinlich ein Kastell mit einer Kirche, die 741 Bischofskirche wurde. Ab 1200 begann man mit dem Bau einer sehr großen Burg, die im Spätmittelalter und in der Renaissance ausgebaut und erweitert wurde. Nach der Zerstörung 1945 begann man bald mit dem Wiederaufbau, der bis 1990 dauerte.
Wir haben anschließend auch den1300 Quadratmeter große Fürstengarten besucht, von dem aus man einen wunderbaren Blick über die Stadt Würzburg hat.

Im Anschluss fuhren alle zum Weingut Reiss, das hatte nämlich an diesem Wochenende sein Hoffest. Christian Reiss, Eigentümer des Weinguts, begrüßte unsere Gruppe herzlich. Er war am 4. Mai bei uns in Köln zu Gast und hatte uns damals eingeladen. Nach den vielen vorhergegangenen Weinproben wurde nur noch wenig Wein probiert, aber sehr gut gegessen, sowohl bei den Mittagsangeboten als auch am Tortenbuffet.
Damit endete eine sehr interessante Weinerlebnisreise ins Maindreieck!

Ein sehr herzlicher Dank geht an die vier Winzer, Hugo Brennfleck, Philipp Luckert, Paul Weltner und Melanie Stumpf-Kröger. Sie haben alle, jeder auf seine individuelle Art und Weise Ihr Weingut und Ihre Weine sehr gut repräsentiert.
Wir danken auch der „Fränkischen Weinstube Ehrbar“ für die Breitstellung der Terrasse zur Weinprobe, und dem Gasthaus Stern“ in Sulzfeld. Hier gab es für uns immer einen Platz in Gastgarten, obwohl alles ausgebucht war und zu jeder Zeit gut gekühlte Flaschenweine.
Jetzt fehlt noch einer: Wilfried, wir danken Dir, das war wieder toll organisiert, und die Winzer sehr gut ausgesucht! Wie viele Telefonate, Mails und sogar Vorabreisen da wohl nötig waren? Ganz lieben Dank und bis zur nächsten Tour!
Verfasser: Käthe

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Weinprobe mit dem Weingut Glaser-Himmelstoß, Nordheim am 18.05.2017

Erstellt von Dieter am 19. Juli 2017

Im Rahmen unserer Weinproben zum Jahresthema Franken konnten wir das Weingut Glaser Himmelstoss begrüßen, das von Herrn Wolfgang Glaser persönlich vorgestellt wurde.

Die Weingüter Hans Himmelstoss in Dettelbach und Siegfried Glaser in Nordheim wurden 1977 durch die Heirat von Monika Himmelstoss und Wolfgang Glaser zusammengelegt.
Heute befindet sich die gemeinsame Betriebsstätte mit dem Weinkeller in Nordheim, während die Gebäude in der Altstadt von Dettelbach für eine Vinothek und das Restaurant genutzt werden.

Rebfläche: 15ha, Jahresproduktion: ca.100.000 Flaschen
Rebsorten: 26% Silvaner, 25% Müller-Thurgau, 10% Riesling, 6% Spätburgunder, 33% übrige Sorten
Durchschnittsertrag: 45 hl/ha
Die Lagen des Weinguts befinden sich in den Gemeinden Nordheim, Sommerach und Dettelbach.

Das Grundgestein des Nordheimer Vögeleins ist der obere Muschelkalk. Dieser Fels besitzt eine Auflage von Sanden aus dem Fichtelgebirge. Die Hangausrichtung der Weinberge geht von Südwest bis Nordwest.
Der Sommeracher Katzenkopf grenzt an den Nordheimer Vögelein an. Dort liegt auf dem Gestein des oberen Muschelkalks eine Auflage aus Kalk- und Kalkmergel­gestein. Die Hangausrichtung der Weinberge ist Südsüdost bis Südwest
Der Dettelbacher Berg-Rondell ist ein klassischer Prallhang, der sich von Südsüdost nach Südsüdwest zieht. Die Reben stehen hier direkt auf dem mit Lehm versetzten Verwitterungsgestein des oberen Muschelkalks.

Durch diese unterschiedlichen Böden hat das Weingut die Möglichkeit sehr differenzierte Weine herzustellen.

Die Probe begann mit einem (nicht bewerteten) 2014 Sekt Riesling brut, vom Weingut Oekonomierat Johann Geil, der von unserem Weinbruder Klaus Meurer anlässlich seines 50.Geburtstags gestiftet wurde.
Blasses Grüngold mit zarter Perlage, leicht vollreife Noten, recht cremig im Mund, ein gutes Gewicht für 12,0% Alkohol, frische Säure und harmonisch abgestimmt.

Der offizielle, fränkische Teil unsere Weinprobe startete mit einem 2016’er Dettelbacher Müller Thurgau von 50 Jahre alten Reben, die Muschelkalk stehen.
Während der einfachere Rivaner aus dem Trauben der ersten Lese mit Ganztrauben-Pressung und anschließend normaler Vergärung gewonnen wurde, wurden für diesen Wein die Trauben entbeert und bei 10 – 15°C vergoren. Für etwas mehr Struktur wurden noch mit 5% maischevergorenem Müller Thurgau verschnitten

So entstand ein dichter, würziger, aber auch zarter, nicht aufdringlicher Müller Thurgau mit dezenter Herbe.

Es folgten dann vier Silvaner aus unterschiedlichen Lagen und unterschiedlichen Methoden der Weinbereitung.

Bei Verkostungen mit guten weißen Burgundern oder auch Grüner Veltliner-Weinen aus der Wachau war im Weingut aufgefallen, dass die die eigenen Silvaner Schwächen beim Alterungsvermögen zeigten. So war z.B. bei vollreifen Silvaner-Trauben die stabilisierende Säure teilweise verloren gegangen. Um die Alterungsfähigkeit wieder zu verbessern, wurde daher mit (anteilig) maischevergorenen Weinen experimentiert, um so Tannine aus der Beerenhaut zu extrahieren und die Weine besser zu stabilisieren.

Unser erster Silvaner war der 2015’er Dettelbach Silvaner
Dieser Ortwein war „normal“ vergoren worden und zeigte sich als dichter, zart mineralischer und fruchtiger Silvaner ohne große Anspüche auf lange Lagerung

Eine Steigerung war dann der 2015’er Sommeracher Katzenkopf, eine Erste Lage nach VDP, vom Kalkmergel mit dünner Flugsandauflage, der nicht aus Grünem Silvaner, sondern aus Gelbem Silvaner gekeltert worden war und auch länger auf der Hefe gelegen hatte. Dadurch zeigte er mehr Dichte und Fülle bei guter Frucht und zart vollreife Noten.

Dann folgte der 2015’er Dettelbacher Berg Rondell, ebenfalls eine Erste Lage nach VDP. Ein Grüner Silvaner aus Trauben, die von 50 Jahre alten Reben stammten, nach 24 Std. Maischestandzeit spontan vergoren und danach im Edelstahl weiter ausgebaut wurden.
Durch die Kraft der alten Reben hatte der Wein eine dichte, weiche Frucht, ebenfalls zart vollreife Noten und durch die längere Maischestandzeit eine leichte Herbe am Gaumen.

Den Abschluss macht dann ein ganz anderer Wein, der 2015’er Dettelbacher Silvaner, maischevergoren. Unter Trockeneiszugabe (um eine Oxidation zu verhindern) standen die Trauben 3 Wochen auf der Maische und wurden dann im kleinen, aber nicht getoasteten Holz ausgebaut.
Dadurch war ein ungewöhnlicher Silvaner entstanden, der eine sehr dichte, sehr trockene, aber weiche Frucht besaß und neben einer leichtern Herbe mit einer Spur Kräutertönen austrumpfte.

Neben der fränkischer Leitsorte Silvaner durfte der Riesling natürlich nicht fehlen

Zuerst verkosteten wir einen leicht restsüßer 2015‘er Nordheimer Riesling, Kabinett
Das war ein sauberer, fruchtiger Riesling im echten Kabinett-Stil, der ein feines Süße-Säure-Spiel zeigte. Unter den allgemeinen trockenen Weinen in Franken hätten wir diesen Reis-Stil nicht erwartet.

Als Steigerung folgte der trocken ausgebaute 2015’er Dettelbacher Berg Rondell, Erste Lage nach VDP.
Ein dichter, zart mineralischer, eleganter Riesling der auch eingefleischten Mosel-Liebhabern gefiel.

Eine Spezialität des Weingutes ist der Traminer. Hier konnten wir zwei trockene Weine probieren.

Als Ortswein war der 2016‘er Nordheimer Traminer im Edelstahl ausgebaut und dadurch recht fruchtig und frisch.
Der zweite Wein war dann der 2015‘er Nordheimer Traminer, der im Barrique vergoren war und während der Hefelagerung eine Battonage erfuhr.
Er zeigte mehr Kraft und Dichte und eine weichere, aber sehr zurückhaltende, dezente Traminerfrucht.

Zum Portfolio des Weinguts gehören auch Burgunderweine, von denen drei trocken Burgunder folgten:

Der 2015’er Nordheimer Weissburgunder „Denker“
war ein, dichter , eleganter  und weicher, Weissburgunder mit zart exotischen Noten und leichter Süße

Sein Pendant als Grauburgunder, der 2015’er Nordheimer Grauburgunder „Denker“
lag auf gleichem Qualitätsniveau: Ein dichter, recht fruchtiger Grauburgunder mit zarter Süße.

Ganz anders präsentierte sich dann der 2015’er Dettelbacher Grauburgunder, denn er war maischevergoren. Dadurch hatte er mehr Dichte und Struktur, war aber noch verschlossen und nicht so fruchtbetont. Ihm sollte man noch Zeit lassen zum Reifen lassen.

Quasi als „Nachtisch“ durften wir dann noch zwei edelsüße Weine probieren.

Der 2013’er Dettelbacher Berg Rondell, Erste Lage nach VDP war eine Müller Thurgau-Beerenauslese, im Sauternes-Stil im Barrique vergoren und dadurch neben zarten Holztönen, mehr Alkohol zart vollreifen, süßsauren Noten, leichte Botrytis und sehr dezentes Holz zeigte.

Die Silvaner-Trockenbeerenauslese 2015’er Sommeracher Katzenkopf, Erste Lage nach VDP war dagegen klassisch vergoren und ausgebaut worden.
Eine dichte, fruchtige, fette Trockenbeerenauslese mit dezenter Süße und feiner, süßsaurer Frucht.

Damit waren entgültig am Ende unserer Probe angekommen, die uns einen guten Einblick in Weine des Weinguts gegeben hat. Die Probe war gleichzeitig ein hervorragendes Lehrstück, wie der Winzer aufgrund der Lage und der Ausbauart die Eigenschaften des Weines verändern kann. Dafür möchten wir uns bei Herrn Wolfgang Glaser bedanken und dass er sich trotz der dringend anstehenden Arbeiten im Weinberg doch die Zeit genommen hat, uns zu besuchen.

Verfasser: Dieter

2017_05_Weingut Glaser Himmelstoß Probenergebnis

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Weinprobe mit dem Weingut Christian Reiss, Würzburg vom 04.05.2017

Erstellt von Dieter am 10. Mai 2017

Christian Reiss, Eigentümer des Weinguts, war persönlich anwesend um das Weingut und seine Weine vorzustellen.
Das Weingut wurde 1960 durch seinen Vater begründet, der mit diesem Jahrgang auch erstmalig selber abfüllte. Davor war gemischte Landwirtschaft betrieben worden. Er selbst ist ausgebildeter Weinbautechniker, hat schon in den 90er Jahren die Kellertechnik des Weinguts verantwortet und es ab 2003 vollständig vom Vater übernommen. Heute wird das Gut mit 3 Sternen im Gault Millau bewertet.
Das Weingut verfügt über 17,5 ha Rebfläche, die Rebsortenverteilung ist:
35 % Silvaner
15 % Müller-Thurgau
10 % Burgunderrebsorten
10 % Riesling
30 % verteilt auf viele andere Rebsorten wie Traminer, Scheurebe, Morio-Muskat, Bachus, Portugieser, Schwarzriesling, Spätburgunder
Die Böden sind größtenteils reine Muschelkalkböden, die besten Lagen der Würzburger Stein und der Randersackerer Pfülben.
Seine Zukunft sieht das Weingut verstärkt bei den Weißweinen. Besonders wichtig ist Christian Reiss die Fruchtigkeit seiner Weine. Er setzt den Großteil seines Weins nicht über den Handel sondern an Privatkunden ab und hat dazu jedes Jahr zahlreiche Veranstaltungen auf dem Weingut.

Zu den Weinen:
Die Probe begann mit einem (nicht bewerteten) 2014 Sekt Silvaner brut, Methode Champenoise, gestiftet von unserer Weinschwester Petra Tenne anlässlich Ihres kurz zurückliegenden 60.Geburtstags.
Blasses Grüngold, zarte Perlage, noch etwas  hefige Zitrusfrucht, sehr cremig im Mund, viel Gewicht für 12,5% Alkohol, gute Säure, harmonisch abgestimmt, mittlere Länge.
Wein 1: 2016 Würzburger Stein Müller-Thurgau, Kabinett trocken
Ein mittels Ganztraubenpressung und Kaltvergärung zu 100 % mit Reinzuchthefen im Edelstahl erzeugter Wein.
Muskatig-süßliche Nase, traubige Frucht, rund im Mund, milde Säure, etwas dienende Restsüße, ein einfacher, unkomplizierter, gut gemachter Wein.
Wein 2: 2016 Würzburger Pfaffenberg Grauer Burgunder, Kabinett trocken
Ebenfalls mit Ganztraubenpressung erzeugt aber mit höherer Gärtemperatur.
Helles Grüngold, sehr primärfruchtige Nase, weiße Blüten, Nüsse, im Mund ganz trocken, gutes Gewicht, milde Säure, geradlinig, mittlere Länge.
Wein 3: 2016 Würzburger Pfaffenberg Spätburgunder Kabinett Blanc de noirs trocken
Dieser Wein wurde nach Ganztraubenpressung  zu 10 % spontan vergoren.
Leichte Apricot-Farbe, traubig, erdbeerfruchtige Nase, gute Würze, schöne Säure, trocken, nicht viel Spiel, aber sauber und gut.
Wein 4: 2016 Veitshöchheimer Sonnenschein Riesling Kabinett trocken
Dieser Wein wurde nach Ganztraubenpressung im Edelstahl kaltvergoren, war aber 2 Monate auf der Feinhefe im Holzfass
Helles Grüngold, sehr traubig-primäre, süßliche Nase, etwas Eiche (großes Holzfass), im Mund cremig, weinig, der Alkohol durch die Säure gut gepuffert, schöne Würze, gute Länge.
Wein 5: 2016 Randersackerer Pfülben Riesling Spätlese trocken
Erzeugt von 28 Jahre alten Reben mit einem Ertrag von 40 hl/ha, spontan vergoren, dabei bei 6,5 g RZ/l in der Gärung stehen geblieben, ca. 3 Monate im Holz, wurde erst dese Woche leicht filtriert und zurück in den Edelstahl gebracht, Fassmuster.
Der Wein wurde kontrovers beurteilt, auch Christian Reiss selbst sah ihn nach dem Schock des Umziehens momentan nicht in guter Trinkverfassung.
Reifendes Grüngold, gelbfruchtige, würzige, erdige Nase, im Mund sehr weich, trotz 7,9 g/l Säure relativ wenig Spiel, unruhig, die Elemente Süße, Säure und Alkohol stehen etwas nebeneinander.
Wein 6: 2016 Würzburger Pfaffenberg Traminer Spätlese trocken
Reifendes Grüngold, deutliches Rosen-Litschi-Aroma, sehr süßlich in der Nase, im Mund mit viel Gewicht, niederer Säure, etwas dienender Restsüße, leicht sättigend, nicht viel Länge
Wein 7: 2015 Randersackerer Sonnenstuhl Silvaner Spätlese „Holzfass“ trocken
Von diesem Wein wurden 30% für 10 Tage auf der Maische gelassen, anschließend, wie die restlichen 70 % spontan im Barrique vergoren.
Glänzendes Goldgelb, etwas Neuholz in der Nase, birnige, florale und kräuterige Noten, im Mund etwas Karamell- und Röstaromen, viel Fülle, weinige Säure, trotz des hohen Alkohol nicht brandig, aber wenig Silvaner-Typizität.
Wein 8: 2015 Würzburger Pfaffenberg Weißer Burgunder Spätlese Holzfass trocken
Für diesen Wein wurde starke Ertragsreduzierung mittels Traubenteilung im Frühjahr, grüner Lese im August und Vorlese duchgeführt, er wurde 6-12 h auf der Maische gelassen und anschließen in Barriques (davon 1/3 neu) spontan vergoren mit zweimal wöchentlicher Batonnage, und anschließendem BSA.
Dunkles Goldgelb, Nase deutlich vom Holz geprägt (eher vanillig als rauchig-röstig), etwas Anis, im Mund viel Gewicht, Alkohol durch Säure gut gepuffert, rund, weinig.
Wein 9: 2015 Silvaner Spätlese Amphore trocken
Dieser Wein wurde nach einer Woche Maischestandzeit in 250l Amphoren aus Kreta spontan vergoren und verblieb danach 9 Monate in der Amphore, wurde aber geschwefelt und filtriert (also kein klassischer Orange-Wein)
Dunkles Goldgelb, etwas rosinige Überreife und starke Karamellnote in der Nase, im Mund ganz trocken, niedere Säure, schwer aber nicht plump, allerdings sehr sattmachend.
Wein 10: 2016 Würzburger Pfaffenberg Scheurebe Kabinett
Mit Reinzuchthefen im Edelstahl bei 12-13 Grad Celsius vergoren, Gärstopp durch weitere Abkühlung.
Helles Grüngold, traubig, grünliche, grasige Aromen, im Mund zarte Süße, schöne Säure, leicht und gut
Wein 11: 2016 Thüngersheimer Scharlachberg Rieslaner Spätlese
Helles Grüngold, Nase nach Muskat und exotischen Früchten, schönes Süße-/Säurespiel, allerdings stehen diese Elemente derzeit noch etwas nebeneinander.
Wein 12: 2015 Randersackerer Pfülben Riesling Beerenauslese
Reifes Goldgelb, Nase nach Honig, exotischer Frucht, Nüsse, im Mund sehr süß, dürfte zur perfekten Harmonie noch mehr als die 8,6 g/l Säure haben, ölig, viel Geschmacksfülle, sehr lang.

Bruderschaftsmeister Dieter Ockelmann bedankte sich im Namen der Weinbruderschaft für die sehr gut zusammengestellte Probe und den kenntnisreichen und enthusiastischen Vortrag von Herrn Reiss mit einem Geschenk der Weinbruderschaft für seine Vinothek.

Verfasser: Bernd

2017_04_Weingut Reiss Probenergebnis

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Weinprobe Rotweine aus Franken vom 16.03.2017

Erstellt von Dieter am 10. Mai 2017

Franken als sechstgrößtes deutsches Weinbaugebiet, hatte 2016 nach der Statistik der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau 6.237 ha. Nimmt man die Rebflächen in ganz Bayern, so kommt man auf 6.310 ha, wovon 6.057 ha im Ertrag sind.
Die Rotweinsorten hatten nur einen Anteil von 18,8 %, ( 1.139 ha).
Das ist für ein eigentlich als Weißweingebiet bekanntes Anbaugebiet doch schon eine ganze Menge.
Dabei wird Spätburgunder auf 4,4% (266 ha) und Domina auf 5,5 % (333 ha) der
Rebfläche angebaut. Andere Rotweinsorten liegen bei 2,4% und weniger je Sorte.
Trotz der leichten Dominanz der Anbaufläche der Domina haben wir uns mit einer Ausnahme auf den Spätburgunder beschränkt.
Die bekanntesten Rotweinlagen befinden sich am Untermain im Mainviereck (Bürgstadt und Klingenberg) sowie im badischen Taubertal (Badisches Frankenland, Tauberfranken).
Randersacker (Sonnenstuhl) im Maindreick und das zum Steigerwald zählende Wiesenbronn können wohl eher als Rotweininseln bezeichnen werden.
Dennoch haben viele Winzer zur Abrundung ihres Angebots etwas Rotwein auf ihrer Weinkarte.

Die Weine wurden auf einer Rundreise im Dezember 2016 eingesammelt. Viele der bekannteren und auch uns eher unbekannten Winzer waren zu diesem Zeitpunkt weitgehend ausverkauft, besonders bei ihren Spitzenweinen, die wir uns im Rahmen unseres Budgets sowieso nicht hätten leisten können.

Nun zu unseren verkosteten Weinen (Angaben zu den Weingütern am Ende des Berichtes):

Nr. 1:  2015 Domina, Weingut Schmitt’s Kinder, Randersacker
Zu Beginn gab es den (wohlweislich) einzigen Nicht-Spätburgunder.
Domina ist eine Kreuzung aus Blauer Portugieser und Spätburgunder; gezüchtet im Geilweilerhof (Pfalz) von Peter Morio. Wegen ihrer guten Frostbeständigkeit hat sie sich besonders in Franken ausgebreitet. Von den 381 ha in Deutschland stehen allein 333 ha in Franken. Es gibt mehr Domina- als Spätburgunderflächen in Franken (s.o.).
Die Domina ergibt Weine mit hohem Gerbstoffgehalt, die gegeben falls auch hohe Säurewerte aufweisen können und eine gewisse Zeit zum Reifen brauchen.
Genau diese Eigenschaften führten bei diesem typischen Dominawein zu einer sehr unterschiedlichen Wertung.
Abgesehen von einem Probenteilnehmer, der den Wein untrinkbar fand (10 Punkte) gab es Wertungen zwischen 12,5 und 15,5 Punkten, wobei die höchsten Wertungen gerade wegen des doch reifen Tannins im Wein vergeben wurden. Im Schnitt ergab das 13,76 Punkte und damit knapp die schwächste Wertung der Probe.
Nr. 2:  2015 Wiesenbronner Spätburgunder, Weingut Roth Wiesenbronn, BioWein
Ein Wein aus klassischer Maischegärung ausgebaut im grossen Holzfass, dessen Holz von Wiesenbronner Eichen stammt, um somit der angestrebten Regionalität Rechnung zu tragen.
Dieser VDP-Ortswein ist ein typischer Spätburgunder mit dunklen Beeren in der Nase, fruchtig und kräftig und nicht breit. Wir werteten ihn mit 14,26 Punkten bei einer Varianz von 3 Punkten.
Nr.3:  2014 Veitshöchheimer Spätburgunder, Weingut Bürgerspital Würzburg.
Ein sauber vinifizierter Spätburgunder, gereift im großen Holzfass, ohne besondere Eigenschaften.
Mit im Schnitt 13,95 Punkten bei einer Varianz von 2,5 Punkten zählte er zu den 3 unter 14 Punkten gewerteten Weinen, im Vergleich zum Qualitätsniveau bei den Weißweinen des Bürgerspitals eine eher schwache Wertung.
Nr.4:  2015 Spätburgunder „Tradition“, Weingut Rudolf Fürst, Bürgstadt

Dieser Spätburgunder ist die Basisqualität des Spitzenweingutes.
Er wird zu 80% in gebrauchten Barriques und zu 20% in Doppelstückfässern ausgebaut.
Die Spätburgunderart war deutlich herausgearbeitet. Unsere Wertung ergab im Schnitt 14,67 Punkte bei 2,5 Punkten Varianz.
Nr.5:  2014 Wiesenbronner Wachthügel, „Pinot Noir“, Weingut Roth Wiesenbronn, BioWein
„Pinot Noir“ heisst der Wein, weil er etwas in Richtung französischen Stils in gebrauchten Barriques ausgebaut ist. Es kann als feinfruchtig mit zart-würzigen Aromen beschrieben werden. Wir bewerten mit 14,79 Punkten bei einer Varianz von 2 Punkten.
Nr. 6:  2014 Spätburgunder „Buntsandstein“, Weingut der Stadt Klingenberg (Benedikt Baltes)

Dieser VDP-Gutswein wurde vom Weingut als betont schlank und mineralisch beschrieben.
Uns störte eine scharfe Note im Wein, was zu einer Wertung von nur 13,81 Punkten im Schnitt führte (bei 3 Punkten Abweichung). Er war der 3. mit weniger als 14 Punkten bewertete Wein des Abends.
Nr. 7:  2014 Spätburgunder Reserve, Weingut Arnold, Randersacker
Auf der Internetseite des Weingutes stand die interessante Information, dass schon Karl der Dicke, der letzte Karolinger, der über das ganze Frankenreich herrschte, den Spätburgunder im Jahre 884 an den Bodensee brachte, von wo aus er in Deutschland seinen Siegeszug als beste deutsche Rotweinrebe antrat.
Der Wein stammt vom Kapellenberg in Eibelstadt, dem Nachbarort von Randersacker, vom fränkischen Muschelkalk. Nach 14-tägiger Mazeration reifte dieser Wein 15 Monate im großen Holzfass.
Obwohl es Stimmen gab, die den Wein als untypisch für einen Spätburgunder bezeichneten, erhielt er mit 15,07 Punkten bei einer Varianz von nur 2 Punkten eine recht hohe Wertung.
Nr. 8:  2013 Randersackerer Sonnenstuhl, „Tradition“, Weingut Schmitt’s Kinder Randersacker
Der Sonnenstuhl ist eine Erste Lage des VDP und zählt zum oberen Muschelkalk. Der Boden ist gut erwärmbar sodass sich Spätburgunder dort besonders wohl fühlt.
Er wurde durchgehend als wirklich guter Spätburgunder bewertet, was sich in der Tageshöchstnote von 15,93 Punkten mit nur 1,5 Punkten Varianz ausdrückte, und das von einem Winzer, der vorwiegend Weissweine erzeugt und nur 8% Spätburgunderflächen hat.
Hier spielte wohl auch der Jahrgang 2013 eine Rolle, der auch in Franken besser war als der 2014er.
Nr. 9:  2012 Randersackerer Ewig Leben, Spätlese, Weingut Bardorf, Randersacker
Dieser Wein war der gereifteste der Probe.
Auch hier empfand der eine oder andere den Wein etwas untypisch für einen Spätburgunder.
Lakritztöne und Anklänge an Merlot wurden entdeckt und es fiel anderseits der Begriff „lecker“.
Aus dieser etwas zwiespältigen Bewertung heraus erhielt der Wein 14,69 Punkte bei 2,5 Punkten Varianz.
Nr.10:  2014 Grossheubacher Spätburgunder, Weingut der Stadt Klingenberg (Benedikt Baltes)
Der Wein stammt aus den besten Grossheubacher Lagen vom Buntsandstein.
Dieser Ortswein wurde trotz unterschiedlicher Meinungen mit 15,10 Punkten (bei jedoch 3,5 Punkten Varianz) deutlich besser bewertet als der Gutswein „Buntsandstein“ des gleichen Weingutes (Nr.6)
Nr.11:  2014 Bürgstädter Spätburgunder, wbu Rudolf Fürst, Bürgstadt.
Auch hier hatten wir einen Ortswein im Glas. Wie schon der Basiswein „Tradition“ von Fürst (Nr.4) wurde er zu 80 % im Barrique und zu 20 % im Doppelstückfass ausgebaut.
Bei den Kommentaren wurde von gut herausgearbeiteter Burgundernote gesprochen, ein Spätburgunder, wie er sein soll. Dennoch wurde er von dem einen oder anderen recht kritisch bewertet, wovon die Varianz von 3,5 Punkten zeugt. Als Mittel kamen 15,38 Punkte heraus.
Nr.12:  2014 Reicholdsheimer First, Spätburgunder „R“, Weingut Conrad Schlör ,Reicholzheim (Baden)
Dieser Wein aus der Ersten Lage „First“ wurde nach klassischer Gärung ca. 18 Monate im gebrauchten Barrique ausgebaut. Seine Frucht wurde von vielen als nicht spätburgunder-typisch bezeichnet, was sich auch in der Varianz der Punktung mit 3,5 Punkten niederschlug. Er erhielt im Mittel ein Punktung von 15,26.
Fazit:
Es mag dem vorherrschenden Jahrgang 2014 geschuldet sein, dass einige im Durchschnitt ihrer gesamten Punktung unter 14 Punkten blieben. Oder aber, dass Spätburgunder aus Franken nicht so ganz ihrem Bild vom deutschen Spätburgunder entsprachen, dass eher von der Ahr, der Pfalz oder dem Kaiserstuhl geprägt war.
Auch konnten wir nicht die Spitzenweine der besten Güter in die Probe nehmen, da das unser Budget bei weitem überschritten hätte. Das beste Traubenmaterial kommt nun einmal in die Spitzenweine. Vielleicht war auch deshalb der Spätburgunder vom Weissweinwinzer Schmitt’s Kinder der beste Wein der Probe, der wohl sein bestes Traubenmaterial in diesen Wein tun konnte.
Bei den Toppwinzern waren die Großen Gewächse oder vergleichbare Weine im Dezember 2016 fast alle ausverkauft, bei Fürst zu Preisen von deutlich über 100 €/Flasche.

Die Weingüter:
Randersacker (Maindreieck)

Weingut Wilhelm Arnold             (Wein Nr. 7)
Rebfläche:             11 ha
Beste Lagen:         Pfülben + Sonnenstuhl
Boden:                    Oberer Muschelkalk
Rotweine:               Spätburgunder, Zweigelt, Cuvées
Vorwiegend Weissweine

Weingut Stefan Badorf    (Wein Nr. 9)
Rebfläche:             3 ha
Beste Lagen:         Teufelskeller, Marsberg, Dabug und Sonnenstuhl
Boden:                    tiefgründiger blauer Muschelkalk
Rotweine:               Spätburgunder, Schwarzriesling, Lemberger, Domina

Weingut Schmitt’s Kinder          (Weine 1 + 8)
Rebfläche:             14 ha
Beste Lagen:         Pfülben, Sonnenstuhl, Marsberg und Teufelskeller
Boden:                    Muschelkalkverwitterungsböden
Rotweine:               8% Spätburgunder,  etwas Domina

Würzburg (Maindreieck)

Weingut Bürgerspital       (Wein Nr. 3)
Rebfläche:             120 ha
Beste Lagen:         Stein, Stein-Harfe, Innere Leiste und Lagen von Veitshöchsheim  bis Randersacker
Boden:                    Muschelkalk
Geschichte:            Stiftung 1316 (700 Jahre Jubiläum 2016)
Rotweine:               10% insgesamt : Spätburgunder, Domina , Blaufränkisch,  Cabernet Sauvignon, Merlot

Wiesenbronn (Steigerwald)

Weingut Roth       (Wein Nr. 2 + 5)

Rebfläche:             23,5  ha
Beste Lagen:         Wiesenbronner Heller Berg, Wachhügel und Geißberg, Abtswinder Altenberg
Boden:                    Keuper
Rotweine 45 %:     15% Spätburgunder, 10% Lemberger, 20 %: Cabernet Colon,  Portugieser, Domina, Regent und Schwarzriesling

Bürgstadt (Mainviereck)

Rudolf Fürst         (Weine Nr. 4 + 11)
Rebfläche:             20,3 ha
Beste Lagen:         Centgrafenberg, Hundsrück, Großheubacher Bischofsberg,  Klingenberger Schlossberg
Boden:                    Buntsandstein mit Lehm- und Tonauflage, Muschelkalk
Rotweine:               50% Spät- und Frühburgunder   (aber auch immerhin  18 % Riesling)

Klingenberg (Mainviereck)
Weingut Benedikt Baltes, (ehem. Weingut der Stadt Klingenberg)
( Weine Nr. 6 + 10)

Rebfläche:             14 ha
Beste Lagen:         Klingenberger Schlossberg, Großheubacher Bischofsberg
Boden:                    roter Buntsandstein aus dem Trias
Rotweine:               80  % Spätburgunder sowie Portugieser   Ziel : 100 % Spätburgunder

Tauberfranken (Baden)

Wertheim-Reicholzheim
Weingut Konrad Schlör 
(Wein Nr.12)
Rebfläche:             6,3 ha
Beste Lage:           Reicholzheimer First
Boden:                   Muschelkalk
Rotweine:             22% Spätburgunder, 20% Schwarzriesling

Verfasser: Wilfried

2017_03_Rotweine aus Franken Probenergebnis

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