• Veranstaltungen

    < 2020 >
    November
    • 19

      Spanien, Rotweine aus Toro

      19:00 -22:00
      19.11.2020

      Lange stand dieses Gebiet im Schatten der Nachbarregion Ribera del Duoro, da die Wein recht rustikal, sehr breit und auch alkoholisch waren. Unser Weinbruder Uwe Lommertin will vor Ort Weine für uns aussuchen, die zeigen, dass sich das inzwischen positiv verändert hat.
      Leider durfte die Probe wegen des zweiten Corona-Lockdowns nicht mehr durchgeführt werden und muss aus 2021 verschoben werden.

    • 28

      Weihnachtsessen

      18:30 -23:00
      28.11.2020

      Termin und Ort wird noch von einem Orga-Team festgelegt.

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Archiv für die 'Allgemeines' Kategorie

Weinprobe Rotweine aus Kroatien am 03.12.2020

Erstellt von Dieter am 5. Dezember 2020

Unser Weinbruder Ceca Madzarevic hat eine Weinprobe mit Rotweinen aus Istrien vorbereitet. Leider durfte die Probe wegen des zweiten Corona-Lockdowns nicht mehr durchgeführt werden und muss aus 2021 verschoben werden.    

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Weinprobe Rotweine aus dem spanischen Weinbaugebiet Toro am 19.11.2020

Erstellt von Dieter am 5. Dezember 2020

Unser Weinbruder Uwe Lommertin hat eine Weinprobe mit Rotweinen aus dem spanischen Weinbaugebiet Toro vorbereitet. Leider durfte die Probe wegen des zweiten Corona-Lockdowns nicht mehr durchgeführt werden und muss aus 2021 verschoben werden.    

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Weinprobe Weißweine aus Kroatien am 18.10.2020

Erstellt von Dieter am 5. Dezember 2020

Unser Weinbruder Ceca Madzarevic hat eine Weinprobe mit Weißweinen aus Istrien vorbereitet. Leider durfte die Probe wegen der Corona-Pandemie nicht mehr durchgeführt werden und muss aus 2021 verschoben werden.    

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Weinreise an den Roten Hang, Nierstein vom 22. -25.10.2020

Erstellt von Dieter am 5. Dezember 2020

Unsere Weinreise hatten wir in das Weinbaugebiet Rheinhessen geplant, passend zu unserem deutschen Weinthema 2020. Hier bot sich Nierstein mit dem bekannten Roten Hang an. Schon früher war der Rote Hang für hochwertige Weine bekannt.

Deshalb wollten wir vom 18.-21. Juni nach Nierstein fahren. Dann aber kam durch die Corona-Pandemie der erste Lockdown und wir mussten zuhause bleiben.
In der Hoffnung, dass im Herbst es wieder besser werden würde, hatten wir die Reise dann auf den 22. – 25. Oktober verlegt. Alles sah über den Sommer gut aus, aber dann stiegen die Infektionszahlen wieder und plötzlich wurde über Rheinlandpfalz ein Beherbergungsverbot verhängt. Kurz vor unserem Reisetermin wurde das Verbot aber wieder aufgehoben und wir durften doch noch fahren. Allerdings war die Teilnehmerzahl von 20 auf 11 geschrumpft.

Und dann  kam das nächste Problem:  für den Freitagmorgen war eine Probe im Weingut St.Antony angesetzt. Bei einer Nachfrage zwei Tage vorher, wusste plötzlich niemand von der Veranstaltung im Weingut. Die Verantwortliche, die die Probe zugesagt hatte, war nicht mehr im Weingut beschäftigt und man konnte angeblich auch keine Unterlagen dazu mehr finden. Man verwies dann auf die Entscheidung der Geschäftsführung, die Veranstaltung nicht durchzuführen.

Mit großen Mühen konnte dann aber unser Weinbruder Wilfried als Organisator eine Probe in der Staatlichen Weinbaudomäne Oppenheim buchen. Hier war man bereit, uns unter den entsprechenden Hygienebedingungen in dem großen, hohen Probensaal und mit entsprechenden räumlichen Abständen die Weine zu präsentien

Staatliche Weinbaudomäne Oppenheim

Die Staatliche Weinbaudomäne wurde 1895 von Ernst Ludwig, Großherzog von Hessen, gründet und besaß damals 83 ha Rebfläche. Heute ist sie im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz als Lehr- und Versuchsbetrieb mit 23,7 ha der besten Lagen entlang der Rhein­terrassen von Dienheim, Oppenheim über Nierstein, Nackenheim bis nach Bodenheim. Angebaut werden vor allem die klassischen Rebsorten wie z.B. Riesling, Silvaner, Spätburgunder.
Ein Schwerpunkt ist der Ausbau von Rieslingweinen, um die gesamte Bandbreite des rheinhessischen Terroirs wiederzugeben. Denn die Domäne besitzt viele Spitzenlagen mit Böden von Rotliegenden über Kalkmergel bis zu Löß. Neben dem Riesling wird besonders der Silvaner als die klassische rheinhessische Rebsorte, gepflegt.
Eine Besonderheit ist die 2,1 ha große Monopollage Niersteiner Glöck, die zu den hochwertigsten Lagen der Roten Hangs zählt und gleichzeitig auch die älteste Weinbergslage Deutschlands ist. Das belegt eine Schenkungsurkunde aus dem Jahr 742.  

Nun zu den Weinen:

1.1               2016  Domaine Oppenheim, Sekt “Cuvee Ernst Ludwig”, brut                                          
Ein dichter, vielschichtiger Sekt aus Grauburgunder, Chardonnay und Weissburgunder mit exotischer Frucht nach Stachelbeere, Apfel, Birne und Mirabelle mit zarter Reife und dezenten Brioche-Noten.

1.2               2019  Domaine Oppenheim, Silvaner                   
Ein sauberer, etwas verhaltener, zart mineralischer Basis-Silvaner mit dem Duft und der Frucht von Birne, Aprikose und Mirabelle.

1.3               2019  Domaine Oppenheim, Scheurebe                            
Eine zart fruchtige Scheurebe mit exotischer Frucht nach Stachelbeere, Apfel, Birne, Grapefruit, Holunder, Cassis-Blättern, zart grünen Noten und frischer Säure. Der Wein erscheint wie ein zarter Sauvignon blanc.

1.4               2019  Domäne Oppenheim, Riesling                   
Frucht   Würzige, gelbe, etwas exotische Frucht, Pfirsich, Mirabelle, Spur Birne, Apfel, zarte Zitrusaromen.

1.5               2019  Domaine Oppenheim, Silvaner “Vom Rotliegenden”                                                  
Ein typischer Ortswein mit dichter Frucht wie Birne, Mirabelle, etwas Holzapfel, dazu eine leicht salzige Mineralität mit den typischen Noten vom Roten Hang und fruchtiger Säure.   Geerntet wurde mit 88° Oechsle und dann im Edelstahl ausgebaut.

1.6               2019  Oppenheimer Herrenberg, Silvaner, Selection Rheinhessen
Der Oberklasse-Silvaner mit leichten Spontanvergärungsnoten, mit dichter, etwas fülliger Frucht und den reifen Aromen von Birne, Aprikose, Mirabelle, einer leichten Süße und frischer, weicher Säure.
Der Most wurde spontan vergoren und der Wein dann im Tonneau ausgebaut. Ein Silvaner der schon burgundische Strukturen zeigt.

1.7.              2019  Domaine Oppenheim, Riesling “Kalkmergel”
Im Bukett sind gelbe Früchte und Zitrusnoten zu finden, im Mund finden sich dann neben leicht salziger Mineralik wieder gelbe Früchte, Pfirsich, Mirabelle, Birne und Zitrusaromen. Dazu kommt eine belebende Säure. Ein saftiger und fruchtiger Riesling.

1.8               2019  Niersteiner Glöck, Riesling “Großes Gewächs”                   
Im Bukett intensive Birnenaromen und zarte, rauchige Feuersteinnoten. Am Gaumen noch etwas verhalten, aber reifer Pfirsich, viel Birne, Mirabelle, Zitrusnoten und eine feine, gut eingebundene Säure. Der Wein zeigt viel Körper und eine gute Länge.

1.9               2018  Niersteiner Glöck, Riesling “Großes Gewächs”  
Im Bukett intensive Birnenaromen, Mirabelle, Pfirsich und etwas Hanf. Am Gaumen dann viel gelbe Früchte, reifer Pfirsich, Birne, Mirabelle, etwas Reife und Klempnerhanf. Der Wein ist recht weich, zeigt viel Körper, Fülle und eine gute Länge, aber auch leichte Reifenoten und etwas Klempnerhanf.

1.10              2019  Domaine Oppenheim, Riesling “Jubiläumswein 125 Jahre Weinbauschule”                           
In der Nase exotische Frucht mit einem Hauch Holz, am Gaumen dann gelbe Früchte, Pfirsich, Mirabelle, etwas Birne. Ein dichter, weicher, fruchtiger Riesling mit guter Säure.
Nach der Spontan-Vergärung wurde der Wein im Tonneau und Barrique ausgebaut, wobei dieser Jubiläums-Riesling auch in dem Holzfass ausgebaut wurde, das die Domäne als Geschenk zur 1275-Jahr-Feier der ältesten Weinlage Deutschlands, dem Niersteiner Glöck, erhielt.

1.11              2018  Oppenheimer Herrenberg, Riesling, Auslese
Ein würziges, exotisches Bukett, dazu Steinobst, dann im Mund mehr Fülle, Pfirsich, reife Stachelbeere, Mirabelle, Birne und eine dezente, filigrane Süße mit feiner, frischer Säure. 

Die nachstehenden drei Weine konnten in der Vinothek noch zusätzlich zum Probenprogramm probiert werden:

1.12              2017  Niersteiner Spätburgunder                   
Ein würziger, recht weicher Spätburgunder, dunkle Früchte, Pflaume, Kirsche, eine leichte Süße und zarte Röst- und Schokoladen-Noten, insgesamt aber etwas breit und krautig

1.13              2018  Domaine Oppenheim, Pinot G                   
Ein weicher, dichter und eleganter Spätburgunder mit reifen roten Früchten, Kirsche, Pflaume, leicht rauchigen Noten und einer zarten Pfeffernote.
Die Trauben stammen aus der Großen Gewächs-Lage Niersteiner Glöck. (Spätburgunder ist in Rheinhessen nicht für Große Gewächse zugelassen)

1.14              2016  Domäne Oppenheim, Grauburgunder N               
Ein sehr klarer, recht würziger Grauburgunder mit dezentem Maischeton, feinem Fruchtaromen von Birne, Apfel, Holzapfel und frischer Säure und zart herben Tanninen.
Der Wein entstand, als der Hype um maischevergorene „Orangeweine“ begann, und plötzlich viele unsaubere, oft nicht verkehrsfähige Weine auf dem Markt kamen, Hier wollte die Domäne zeigen, dass man bei präzisem Arbeiten auch einen sauberen, klaren maischevergorenen Wein erzeugen kann.

Nach der Probe ging es per Großraumtaxi zurück nach Nierstein, damit wir im „Ristorante Winzerhaus“ unser Mittagessen einnehmen konnten.
Auch die für den Nachmittag vorgesehene Probe beim Weingut Kühling Gillot wurde wegen der inzwischen gestiegenen Infektionszahlen kurzfristig abgesagt.
Glücklicherweise gelang es wiederum einen würdigen Ersatz zu finden:
Das Weingut Kai Schätzel war bereit, uns unter entsprechenden Hygiene-Auflagen eine interessante Weinprobe anzubieten.    

Weingut Kai Schätzel
Es besteht schon seit etwa 650 Jahren in Nierstein. Nach der Betriebsübernahme von seinen Eltern 2008 wurden von Kai Schätzel im Vergleich zu den Nachbarweingütern extreme Änderungen eingeführt.
Denn durch die Klimaveränderung wird es wärmer, die Trauben reifen viel früher und produzieren mehr Zucker, der bei der Vergärung dann auch mehr Alkohol bildet. Dadurch verringert sich die Möglichkeit elegante, im Alkohol gemäßigte Weine zu erzeugen. Um die Reife und die Zuckerbildung heraus zu zögern, ist Kai Schätzels Alternative, die Laubwand zu reduzieren für eine geringere Fotosyntheseleistung der Reben und zwischen den Rebzeilen Kräuter als Nährstoffkonkurrenz  zu pflanzen, um so die Zuckerbildung zu verlangsamen und dadurch auch den Wasserbedarf zu vermindern. So kann er reife Trauben ernten, die aber im Durchschnitt nur 86 -88 °Oechsle und gleichzeitig eine kräftige Säure haben. Die daraus gewonnenen, trockenen Weine sind dadurch schlank und filigran, haben nur 11 – 12% Alkohol und eine frische Säure wie Moselweine.
Im Keller wird möglichst wenig eingegriffen. Nach einer Maischestandzeit wird spontan vergoren und im großen Holz ausgebaut. Nach länger Hefelagerung werden die Jungweine dann frühestens ab Mai gefüllt.

2.1               2019  Kai Schätzel, “Naturweiss”                   
Ein gelblicher, etwas trüber Wein aus Riesling, Müller Thurgau, Silvaner und Weissburgunder mit einem leichten Hefeschleier in der Nase. Im Mund ist er dann verhalten, aber sehr sauber und präzise, viel Apfel, etwas Aprikose, Grapefruit, Bitterorangen und eine leichte Hefewürze.
Ziel war ein Wein, der möglichst ohne zusätzliche Eingriffe erzeugt werden sollte, maischevergoren aber nicht wie ein Orangewein im bekannten Sinne, denn die Gärung wurde so geführt, dass der Wein immer unter einer CO2-Schutzschicht von der der eigenen Gärungskohlensäure blieb und so vor Oxidation geschützt wurde. Anschließend wurde nicht mehr filtriert und auch kein SO2 zur Stabilisierung zugegeben. Das ist ein maischevergorener Wein mit Frische und Biss, ohne oxidative Noten.

2.2               2018  Niersteiner Silvaner                   
Ein zurückhaltendes Bukett nach Birne, gelbem Apfel, Quitte mit einem Hauch Hefenoten. Im Mund setzt sich das fort, gelbe Früchte, Apfel, Birne, Melone, ein Hauch Grapefruit und eine feine Kräutrigkeit, dazu eine leichte Salzigkeit und dezente Gerbstoffe im Abgang.
Die Trauben stammen aus dem Hipping von 30 – 40 jährigen Reben. Nach 5 – 6 tägiger Maischstandzeit wurde die Maische mit allen Trubstoffen spontan vergoren und für 10 Monate auf der Vollhefe gereift. Wir haben hier einen großartigen Silvaner vom Niveau eines Großen Gewächses (Silvaner ist in Rheinhessen nicht für GG zugelassen), der trotz des geringen Alkohols von 11% Dichte und Struktur aufweist.

2.3               2019  Kai Schätzel, Riesling                   
In der Nase Pfirsich, Apfel, etwas Zitrus und Grapefruit-Noten, dazu leichte Hefewürze. Im Mund geht es dann weiter mit einer feinen, salzigen Mineralik, gelben, etwas exotischen Früchten, wieder Pfirsich, Apfel, Mirabelle, Grapefruit und Zitrus. „Nur“ ein Gutswein, aber mit Frische und feiner Frucht. Dazu kommt eine kräftige, gut integrierte Säure, wie bei einem Mosel-Riesling.

2.4               2018  Niersteiner Riesling                   
In der Nase Pfirsich, Apfel, etwas Orangen- und Grapefruit-Noten, dazu eine leichte Hefewürze, Kräuter, Hanf und Feuerstein. Im Mund geht es dann weiter mit einer feinen, salzigen Mineralik, gelben, reifen Früchten, wieder Pfirsich, Apfel, Mirabelle, Orangenschale und Quitte. Abgerundet wird der Wein durch eine feine Kräuter-Würze, Hanf sowie Feuersteinnoten. Ein Ortwein, der überwiegend aus den Lagen Ölberg, Hipping und Pettenthal stammt. Es ist ein typischer Riesling von Roten Hang mit seiner frischen, gut integrierten Säure, wieder wie bei einem Mosel-Riesling.

2.5               2018  Niersteiner Oelberg, “Großes Gewächs”                   
In der Nase etwas Spontannoten, aber auch gradliniger Duft nach Pfirsich, Aprikose, Birne und Kräutern, im Mund setzt sich das dann weiter fort mit deutlicher, salziger Mineralik und einer kräftigen, aber reifen, gut integrierten Säure. Danach kommt ein langer Abgang. Das ist ein Wein vom Roten Hang mit ganz eigener Ausprägung.
Die Trauben stammen von 40 jährigen Reben und werden als Ganztrauben mit den Füßen eingemaischt und die Maische wird bis zu einer Woche unter Kohlendioxid-Atmosphäre (von zugegebenen Trockeneis) stehen gelassen. Ohne Filtration wird bgepreßt und im Stückfass spontan vergoren.

Danach konnten wir noch zwei restsüße Rieslinge probieren:

2.6               2019  Kai Schätzel, Riesling                                                  
Ein zartes Bukett nach Pfirsich, Mirabelle, Birne und Citrus, im Mund dann etwas verhalten aber eine zarte Mineralik und ein feines Süße-Säure-Spiel. Dieser Wein ist gradlinig und recht filigran und hat mehr Ähnlichkeit mit einem restsüßen Mosel-Riesling als einem aus Rheinhessen.

2.7               2019  Niersteiner Riesling, Kabinett                       
Ein zart fruchtiges, leicht exotisches Bukett, Pfirsich, Mirabelle, Birne, Citrus. Am Gaumen zeigt sich dann eine feine Mineralik, frische Säure und eine dezente Süße.
Ein restsüßer Kabinett-Riesling nach Mosel-Art: fruchtig, filigran und mit feinem Süße-Säure-Spiel.

Weingut Gehring
Für unser Abendessen hatten wir das Restaurant vom Weingut Gehring, am Ortsrand von Nierstein gelegen, ausgesucht.
Die Vorfahren der Gerings stammten von der Schwäbischen Alp und waren Küfer. Als in den 50’er Jahren die Winzer lieber die einfacher zu pflegenden Kunststoff- und Edelstahltanks kauften, wurden kaum noch Holzfässer geordert und desshalb entschlossen sich die Gerings 1959 ein Weingut zu gründen. Weil es im Ortskern von Nierstein zu eng wurde und der  Aussiedlerhof vom Weingut Ullrich zum Verkauf anstand, wurde 2001  die Gelegenheit zur Betriesbverlagerung genutzt. Zur Erweiterung der Geschäftsbasis wurden ein Weinlokal, Gästezimmer und ein großer Stllplatz für Wohnmobile geschaffen. 2015 wurde noch ein Eventpavillon errichtet.
Inzwischen werden 16 ha Weinberge bewirtschaftet.
Vor dem Essen gab es eine kleine, kurzfristig organisierte Weinprobe im großen Festzelt neben dem Restaurant.

3.1               2019  Gehring, “Herr Müller geht fremd”                   
Müller Thurgau, Gelber Muskateller                   
Würziges, etwas exotisches Bukett, im Mund dann sehr aromatisch, Stachelbeere, Apfel, Birne, Mirabelle, etwas Holunder, Muskat. Sauberer, sehr würziger, frischer Wein, nicht groß aber ordentlich gemacht.
Beim Nachpflanzen eines Müller-Thurgau-Weinbergs wurden fälschlich Muskateller Reben als Ersatz gesetzt. Da aber der Wein aus diesem gemischten Satz interessante Aromen zeigte, wurde er als “Herr Müller geht fremd” in das Sortiment übernommen.

3.2               2019  Niersteiner Oelberg, Gelber Orleans                   
Würzige, etwas verhaltene Frucht, Stachelbeere, Apfel, Birne, Mirabelle, Spur Holzapfel, dezente Zitrusnoten, mit einer deutlichen Säure und einer leichten Herbe.
Aufgrund der Klimaveränderung wurde der Gelbe Orleans, der am Roten Hang schon einmal vor 200 Jahren heimisch war, neu ausgepflanzt. 2016 wurden die ersten Trauben erntet. Der Most wurde in großen Holzfässern spontan vergoren und danach für mindestens 10 Monate auf der Feinhefe ausgebaut.

3.3               2019  Niersteiner Bildstock, Grauer Burgunder, Alte Reben         
Ein weiches Bukett nach Birne, Apfel, reifer Stachelbeere mit dezenten Holznoten, im Mund dann Kraft und eine feine Frucht mit leichter Süße und weichen Holzaromen. Ein recht fruchtiger Grauburgunder, der spontan vergoren und dann im neuen Tonneau ausgebaut wurde.

3.4               2018  Niersteiner Oelberg, Chardonnay, Alte Reben
Ein etwas breites Bukett, sehr verhaltene, breitere Frucht, etwas Birne, Apfel, kaum Feinheiten und wenig Säure, im Abgang dann etwas frischere Säure.

3.5               2018  Niersteiner Bildstock, Frühburgunder                      
Ein mittleres Kirschrot, in der Nase rote Früchte, Kirsche, Pflaume, am Gaumen dann wieder rote Früchte, noch etwas Trockenpflaume und etwas Kamillentee. ein festes, weiches Tannin. Für das Jahr 2018 zeigt der Weine eine frische, animierende Säure.
Die beiden nachfolgenden Wein wurden dann beim Abendessen probiert:

3.8               2019  Niersteiner Hipping, Riesling                    
Ein würziges Bukett, Pfirsich, Mirabelle, Apfel, Birne, etwas Kräuter im Mund. Ein sauberer, recht dichter, etwas breiterer, fülligerer Riesling mit weicher Frucht, aber deutlicher Säure .

3.9               2019  Niersteiner Pettenthal, Riesling                    
Auch dieser Riesling zeigt  ein würziges Bukett, Pfirsich, Mirabelle, Apfel, Birne, etwas Pfirsich-Likor und ein Hauch salzige Mineralik im Mund. Ein sauberer, recht recht eleganter Riesling, mit frischer Säure, der etwas mehr Fnessen zeigte als der Hipping.

Am Samstagmorgen folgte endlich die erste Probe nach Plan:

Weingut Lisa Bunn
Bastian Strebel und Lisa Bunn haben ihren elterlichen Weingütern, den ehemaligen Margarethenhof in Nierstein und das Weingut Strebel in Wintersheim zum neuen Weingut Lisa Bunn zusammengelegt. Mit einer Rebfläche von 21 ha decken sie mit Nierstein im Norden und Wintersheim im Süden unterschiedliche Böden und Microklimata ab.
Die Weine aus dem Roten Hang stehen für viel Mineralität, Salzigkeit und Würze. Wintersheim hat die höchsten und damit die an den spätesten reifenden Lagen in Rheinhessen. Die dortigen tiefgründigen Lösslagen stehen für fülligere Frucht und Saftigkeit.
Die Ernte erfolgt von Hand, die Weine machen eine lange Maischestandzeit durch und nach der Spontangärung liegen die Weine lange auf der Feinhefe bis zur Abfüllung.

4.1               2019  Lisa Bunn, Pinot Reserve, Sekt, brut nature                  
Spätburgunder, Chardonnay, Pinot Meunier (Schwarzriesling)                          
Dieser Sekt zeichnet sich durch eine feine Perlage aus, in der Nase zeigen sich Birne, Mirabelle, Stachelbeere und Apfel mit einem leichten Hefeschleier, im Mund dann etwas verhalten aber harmonisch mit feiner Säure.
Der Grundwein wurde im Tonneau ausgebaut.

4.2               2019  Lisa Bunn, Sauvignon blanc                   
Ein sehr dezenter, nicht lauter Sauvignon, Stachelbeere, Apfel und Birne in der Nase, im Mund sehr zurückhaltende Frucht, wieder Stachelbeere, Apfel, dazu aber auch etwas Cassis, Mango und Maracuja. Eine frische Säure stützt den Wein.

4.3               2018  Niersteiner Riesling, “Vom Rotliegenden”    
Dieser Ortswein bleibt etwas verhalten im Bukett, am Gaumen kommen Pfirsich, Birne, Mirabelle, grüner Apfel und etwas Kräuter und das typische Rote Hang-Aroma, dazu eine kräftige, frische Säure und in Abgang leichte Mocca-Noten.

4.4               2018  Niersteiner Hipping                                                  
Anfangs zeigt der Wein leicht reduktive Noten im Bukett, an der Luft entwickelt er aber exotische Aromen, Pfirsich, Quitte, Birne, Ananas und Mirabelle. Am Gaumen kommt dann noch eine feine Mineralität mit Feuersteinnoten und einer knackigen, gut integrierten Säure zum Vorschein. Ein dichter, nachhaltiger, nicht vordergründiger Riesling mit typischer Roter Hang Mineralität.

4,5.               2018  Niersteiner Orbel                   
In der Nase würzige, exotische und stärker vollreife Noten, am Gaumen Apfel, Pfirsich, Mirabelle, Birne, Citrus und wieder die feine Mineralität mit Feuersteinnoten und einer knackigen, feinen geschliffenen, frischen Säure.
Der Wein zeigt stärker vollreife Aromen und wirkt etwas zarter, weicher als der Hipping.

4.6               2017  Dienheimer Tafelstein, Chardonnay, “Reserve”                
Im Bukett Birne, Apfel, Spur Mirabelle, ein leichter Kaffee-Duft und sehr dezente Holznoten, am Gaumen dann eine feine Balance zwischen eleganter Frucht, frischer, gut integrierter Säure und sehr dezentem Holz. Ein sehr gut komponierter Chardonnay, in sich sehr stimmig, mit Eleganz, Frische und trotzdem dichter Struktur.

4.7               2017  Lisa Bunn, Grauer Burgunder, “Reserve”                   
Ein fülliges, vollreifes Bukett, gelbe Früchte, Birne, reifer Apfel, Mirabelle und vom Holz­ausbau ein Hauch rauchig, am Gaumen dicht, cremig, mit weicher, vollreifer Frucht und Fülle, zusätzlich etwas Honigmelone und rauchiges Karamell.
Die Trauben wurden nach 24 Std. Maischstandzeit spontan vergoren und in getoasteten 500 l Fässer vergoren. Bis Februar wurde die Hefe wöchentlich aufgerührt und dann der Wein ohne Aufrühren bis zum September auf der Hefe belassen.

4,8               2017  Winterheimer Spätburgunder                   
Ein würziges Bukett nach roten Beeren, Kirsche, Pflaume, im Mund recht straff mit guter Säure und leicht adstringierendem Tannin.

4.9               2016  Lisa Bunn, Merlot, “Reserve”                    .
Ein würziges Bukett nach reifen, dunklen Beeren, viel Brombeere, Kirsche und ein leichter Ton von dunkler Schokolade. Das Holz ist trotz der neuen Fässer sehr dezent und nicht aufdringlich. Mit einem langen Abgang verabschiedet sich der Wein.
Die Trauben wurden entrappt und 3 Wochen in 500 l Bütten auf der Maische vergoren.
Danach reifte der Merlot für 2 Jahre in neuen Barriques.

4.10              2018  Niersteiner Himmelsthal, Auslese                   
In der Nase viel reife, gelbe Früchte, Pfirsich, Mirabelle, Birne, reife Stachelbeere, am Gaumen dann viel vollreifes Obst mit dezenter Süße, aber recht weicher Säure.
Eine recht dichte, weiche Riesling-Auslese, die aber etwas glatt und gefällig wirkt. (Aufgrund des heißen Jahrgangs 2018 ?)

Nach einem kleinen Mittagesse in unserem Hotel ging es per Großraumtaxi dann nach Nackenheim zum Weingut Gunderloch. Da das Weingut nur einen kleinen Verkostungsraum hatte, mußten wir aufgrund der Hygieregeln draußen auf der Terrasse die Probe durchführen. Glücklicherweise schien die Sonne, es war noch recht warm und der Regen blieb fern.
Weingut Gunderloch
Das Weingut Gunderloch wurde 1890 vom Mainzer Bankier Carl Gunterloch gegründet.
Er kaufte den Dalheimer Hof aus dem säkularisierten Besitz des Kloster Dalheim sowie Weinberge in Nackenheim, vor allem in der Lage Rothenberg. Inzwischen hat mit Johannes Hasselbach die sechste Generation die Verantwortung über 24 ha Weinberge übernommen.
Wir starteten mit einem Pärchen an Gutsweinen:

5.1               2019  Gunderloch, Riesling, “vom roten Schiefer”    
Im Bukett die typische Aromatik vom Rotliegenden des  Roten Hangs, kräutrig, etwas Pfirsich, Birne, Quitte, Grapefruit. Im Mund eine mineralische, kräutrige Würze, gelbes Steinobst, Zitrusaromatik und eine feine Säure. Ein typischer, mineralischer Riesling vom Roten Hang. Die Trauben stammen aus verschiedenen Niersteiner Lagen.

5.2               2019  Gunderloch, Riesling, “Als wär’s ein Stück von mir”                                           
Diesen Wein hat Johannes Hasselbach als Gegenstück zum Riesling „vom roten Schiefer“ geschaffen.
Auch hier Im Bukett die wieder die typische Aromatik vom Rotliegenden des  Roten Hangs, kräutrig, etwas Pfirsich, Birne, Quitte, Grapefruit, aber zarter als beim Riesling vom Roten Hang. Im Mund eine mineralische, zart kräutrige Würze, viel gelbes Steinobst, Zitrusaromatik und eine feine, frische Säure. Der Wein wirkt gradliniger, schlanker als der Riesling „vom roten Schiefer“ und hat deutlich mehr Säure.
Die Trauben stammen aus einer Junganlage im Nackenheimer Rothenberg und von etwa 35 Jahre alten Reben aus dem Niersteiner Hipping
Es folgte ein weiteres Paar von Ortweinen aus Nierstein bzw. Nackenheim:

5.3               2019  Niersteiner Riesling                                                  
Im Bukett finden sich noch leicht hefige Noten, Pfirsich, Aprikose, Limetten, dazu die Aromatik vom Rotliegenden, im Mund bleibt der Wein schlank mit feiner Mineralik, leicht kräutriger Würze, gelben Früchte, einer frischen Säure und zarter Phenolik. Er steht eine Stufe höher als der Ortswein und hat mehr Dichte aber trotzdem Eleganz und ist fest und nachhaltig im Abgang.

5.4               2019  Nackenheimer Riesling                                                  
n der Nase ist er erstaunlich kühl und elegant, im Mund folgen dann eine klare, straffe, deutlich mineralische Frucht, dazu Pfirsich, Mirabelle, grüner Apfel, Grapefruit sowie eine markante Säure und dezente Phenolik. Ein klarer, gradliniger, eleganter Wein, der zartere Noten vom Roten Hang aufweist als der Niersteiner Riesling. Diese Trauben stammen vom Nackenheimer Rotenberg und stellen die Selektion für den  Zweitwein vom Großen Gewächs dar.
Als Abschluß der trockenen Rieslinge folgen noch zwei Große Gewächse:

5.5               2019  Niersteiner Pettenthal, “Großes Gewächs”               
Feine reife gelbe Frucht, Melone und Grapefruit in der Nase, im Mund dann viel Pfirsich, Aprikose, Melone, Grapefruit und fast keine Zitrusnoten, etwas erdige Mineralität, eine präsente, etwas hintergründige Säure und ein langer Nachhall. Ein wirklich Großes Gewächs vom Roten Hang

5.6               2019  Nackenheimer Rothenberg, “Großes Gewächs”                                                  
Feine gelbe Früchte, Pfirsich, Mirabelle, Aprikose, Birne im Bukett, im Mund eine deutliche, salzige Mineralität, wieder gelbe Früchte, etwas mehr Limette und viel Säure-Biss. Ein elegantes, filigranes und gradliniges Großes Gewächs vom Nackenheimer Rothenberg mit aussergewöhnlicher Mineralität.

5.7               2019  Gunderloch, Jean Baptiste, feinherb                   
Zart würziger, exotischer Duft, elegante, zart mineralische, exotische Frucht, Pfirsich, Mirabelle, Birne, Ananas dazu eine zarte Süße, die durch die frische Säure ergänzt wird.
Eine angenehme frische Frucht, die gleichzeitig auch schlank ist und eine zarte Süße machen diesen Wein so saftig.
Es ist der erfolgreichste Wein mit der höchsten Verkaufsmenge des Weinguts.

5.8               2019  Nackenheimer Rothenberg, Spätlese                    
Ein intensiver Steinobst-Duft, Pfirsich, Aprikose, Mirabelle, Birne, am Gaumen ein kräftiger Körper mit feiner Mineralik und einem feinen Süße-Säure-Spiel.
Das war ein dezent süßer Wein als Abschluss unserer Probe.

Da wir nach der letzten Probe noch in unserem Hotel übernachtet haben und erst am nächsten Morgen nach hause gefahren sind, konnten wir dort abends in Eigenregie eine Weinprobe mit Weinen vom Weingut St. Antony durchführen.
Als wir die Weine im Weingut abgeholten und erzählten, dass wir damit eine Weinprobe im Hotel durchführen wollten, war der Mitarbeiter, der uns bediente sehr erstaunt, warum wir die Probe nicht im Weingut durchführen würden. Nach der Absage, die wir vorher bekommen hatten, etwas eigenartig, aber Corona scheint vieles durcheinander zu bringen.

Weingut St.Antony
1912 kaufte die Gutehoffnungshütte aus dem Ruhrgebiet im Süden von Nierstein eine Kalkgrube für die Eisenherstellung. Dazu gehörten auch die benachbarten Weinberge. Als nach dem 1.Weltkrieg der Kalk aus Nierstein nicht mehr benötigt wurde, begann man die Weinberge selbst zu bewirtschaften. Ab 1920 wurde Wein produziert, der nur im Konzern verbraucht wurde. In den 80iger Jahren wurde die Gutehoffnungshütte umstrukturiert und gehörte dann zur MAN (Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg). 1955 wurde die Kalkgrube verkauft und der Erlös für die Erneuerung und Erweiterung des Weinguts benutzt. Damals wurden auch weitere Spitzenlagen in Nierstein gekauft. 1986 wurde das Weingut in St.Antony umbenannt, nach der ersten Eisenhütte der Gutehoffnungshütte. 1990 wurde das Weingut Mitglied im VDP, 2005 erfolgte der Verkauf an den Investor Detlev Meyer (Hawesco, Jacques Weindpot)

6.1               2019  St.Antony, Riesling, “Rotschiefer”                   
Der Wein zeigte ein zart kräutriges Bukett mit reifem Pfirsich, Mirabelle, Steinobst. Dann folgte am Gaumen eine weichere, zart cremige Frucht, Birne, Grapefruit, etwas Citrus, dazu eine frische Säure, deutliche Rote Hang Mineralik, und eine leicht herbe Phenolik. Ein saftiger, voller Riesling mit den dezenten mineralischen Aromen vom Roten Hang.
Die Trauben stammen von bis zu 30 Jahre alten Reben, zu etwa 50% aus dem Pettenthal und zu je 25% aus dem Orbel und dem Ölberg.

6.2               2019  Niersteiner Riesling                                                  
Ein Duft nach gelben Früchten, Pfirsich, Mirabelle, Quitte, im Mund setzt sich das dann neben der leicht salzigen Mineralik fort, dazu eine frische Säure und ein leicht herb adstringierender Nachhall. Ein Ortswein auf hohem Niveau, der noch mehr Struktur und Finesse hat als der Gutswein.
Dieser Wein stammt in diesem Jahr komplett von jüngeren Reben aus dem Pettenthal.
Die Trauben wurden langsam abgepresst, spontan vergoren und nur im Edelstahl ausgebaut.

6.3               2019  Niersteiner Brudersberg, “Großes Gewächs”       
Reife gelbe Früchte, Pfirsich, Mirabelle, Citrus in der Nasen, eine feine mineralische Eleganz im Mund dazu gelbe Früchte, Pfirsich, Mirabelle, Birne, etwas Melone, reifer Apfel, Orangenschale. Die dichte Frucht wird durch eine feine, nachhaltige Säure unterstützt.
Wir haben hier ein sehr duftiges, reifes „Großes Gewächs“, das etwas filigraner, eleganter als der Orbel wirkt.

6.4               2019  Niersteiner Orbel, “Großes Gewächs”                   
Würziges, exotisches Bukett, Pfirsich, Mirabelle, Birne, ein Hauch Kräuter, im Mund dann etwas verhalten, mit gelben Früchten, etwas Zitrusssromen Er besitzt eine dichte Struktur, dazu die typische Mineralik vom Roten Hang sowie eine lebendige Säure. Ein konzentriertes „Großes Gewächs“, das Dichte zeigt und gleichzeitig sehr elegant ist.

6.5               2018  Niersteiner Orbel, “Großes Gewächs”                   
Weiches, recht vollreifes Bukett nach Pfirsich, Mirabelle, reifer Stachelbeere, am Gaumen dann cremige, vollreife aber nicht fette gelbe Frucht, dezente Rote Hang-Mineralik, zusätzlich noch etwas Birne und leichte Hanfnoten.
Der Wein ist jahrgangsgemäß fülliger und hat recht vollreife Noten, besitzt aber trotzdem eine weiche, frische Säure.

6.6               2018  St.Antony, Blaufränkisch                                       
Im Bukett Kirsche und Brombeere, dazu ein Hauch Holz, am Gaumen recht rund und saftig, schöne Kirschfrucht, aber auch Pflaume und etwas Brombeere. Eine frische Säure und festes Tannin mit einer sehr zarten Holznote runden den Wein ab.
Die Trauben stammen aus den Blaufränkisch-Parzellen im Pettenthal und im Orbel. Alle Fässer, die nicht für den Blaufränkisch „Rothe Bach“ verwendet wurden, gingen als Zweitwein in diesen Ortwein. Ausgebaut wurde der Wein im Barrique und im Tonneau.
Da einige Parzellen im Roten Hang für den Riesling zu heiss wurden, ließ das Weingut die Reben auf Blaufränkisch umpfropfte. Die Reiser stammten aus dem Südburgenland vom Weingut Uwe Schiefer.

Damit endeten unsere Weinproben am Roten Hang. Für viele war die teilweise dominante Mineralik sehr fordernd und nicht so einfach zu verstehen, aber es wurde deutlich, warum der Rote Hang schon früher zu den großen Lagen in Deutschland zählte und inzwischen dabei ist, seine alte Stellung wieder zu erlangen.
Pandemie-bedingt hatte sich die Zahl der Teilnehmer fast halbiert, aber für die noch mitgekommen waren, war es ein Erlebnis, diese Weine zu verkosten.
Mit unserem in den Oktober verlegten Reisetermin hatten wir sehr viel Glück, da zuerst ein Übernachtungsverbot bestand, das dann kurz vorher aufgehoben wurde. Und eine Woche später hätte ebenfalls alles Pandemie-bedingt abgesagt werden müssen.
Erfreulich war, dass alle die Weinreise gesund überstanden haben.
Unserem Weinbruder Wilfried müssen wir aufrichtig für seine Bemühungen danken, vor allem dafür, dass er für die beiden Weingüter, die ihre Proben abgesagt hatten, in der kurzen Zeit noch einen ebenbürtigen Ersatz gefunden hatte. Auch bei den beteiligten Weingütern möchten wir uns bedanken, dass sie die Weinproben noch durchgeführt haben.

Verfasser: Dieter

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Weinprobe Griechenland mit Herrn Haris Papapostolou von „The Winehouse“ aus Ulm am 24.09.2020

Erstellt von Dieter am 5. Dezember 2020

Für unser diesjähriges Probenprogramm hatten wir für ausländische Proben auch zwei mit griechischen Weinen vorgesehen. So konnten wir für unsere 2. Griechenlandprobe Herrn Haris Papapostolou aus Ulm begrüßen. Er hatte als Gastronom angefangen und sich aber seit 2 Jahren dann nur noch auf Wein fokussiert. In Ulm betreibt er mit einem Partner die Weinhandlung „The Winehouse“ und bietet ein interessantes Angebot an ungewöhnlichen griechischen Weinen an, die alle von kleinen, in Deutschland unbekannten Winzern stammen.

Aus diesem Sortiment hatte er für uns eine Probe zusammengestellt.

Unsere Probe startete mit 5 Weißweinen

1.       2018  Markogianni Winery, Retsina „Ritinitis“,     
          Peloponess, Olympia;  Rebsorte Roditis,        

In der Nase würzige Aromen von reifer Stachelbeere, Birne, Mango, Zitrone, etwas Kräuter, was sich im Mund fortsetzt. Eine frische Säure und ein leicht herber, kräutriger Abgang ohne die berüchtigten Eukalyptus- und Harztöne, die den normalen Retsina auszeichnen. Ein beachtenswerter Retsina!
Die Trauben werden von Hand gepflückt und in kleine Kisten gelegt. Nach der Lese werden sie sofort in den Weinkeller gebracht, auf 8°C gekühlt, entrappt und vor der Vorgärung mazeriert. Das Harz wird während der Gärung zugesetzt und der Wein nach der Gärung drei Monate lang unter häufigem Umrühren auf der Hefe belassen.

2.       2019  Aslanis Winery, „Malagiousia“          
          Makedonia; Rebsorte Malagiousia        
In der Nase exotische Frucht, Kiwi, Birne, Mirabelle, im Mund dann noch etwas Holunder, Walderdbeere, Melone. Dazu kommen eine frische, ausgewogene Säure und ein zart herber Abgang.
Mit geringen Erträgen und einer sorgfältigen Vinifikation erzeugt die Familie Aslanis ihre Weine mit Finesse und Typizität. Malagouzia ist eine alte griechische Rebsorte, die vor 40 Jahren fast ausgestorben wäre.

3.       2019  Argyros Estate, “Atlantis”        
          Santorin; Rebsorte Assyrtiko, Athiri, Aidani     

In der Nase ein etwas vollreifer, exotischer Duft, Birne, Mirabelle, Zitrus, im Mund dann kühlere Mineralität und eine frische Säure.
Atlantis ist eine weichere Version der eher mineralischen und Säure-betonten Assyrtiko Traube. Die Rebsorte wurde mit zwei weiteren autochthonen Trauben assembliert um einen weicheren, runderen Wein zu erzeugen. Die Trauben stammen von über 60 jährigen Reben, die im ursprünglichen alten Santorin Stil angebaut wurden (Die Reben werden zu einer niedrigen, kreisförmigen Korbformen erzogen, um so Schutz gegen den rauen Wind und die Sonne der heißen Insel zu bieten)..

4.       2018  Tsikrikonis Vineyards, „Assyrtiko“    
          Makedonia; Rebsorte Assyrtiko

Würziges Bukett nach Steinobst, Birne, Zitrus, etwas Kräutern und Blüten, am Gaumen reife mineralische Frucht, etwas Feuerstein. Der Wein ist durch 8 Monate Hefelager voll und harmonisch, besitzt aber auch eine frische Säure.
Dieser Assyrtikos stammt vom Weinberg “Asvestaria” der aus reinem Kalkstein besteht und schon 2006 mit Assyrtiko bepflanzt wurde.
Durch den kühlen Meereswind tagsüber und kalte Winde aus den Bergen in der Nacht entsteht ein spezielles Mikroklima wodurch dieser Assyrtikos seine Frische und Feuerstein-Mineralität erhält.

5.       2017  Moschopolis Winery, “6”
          Thessaloniki; Rebsorte Assyrtiko
Würziges Bukett nach Melone, Birne, Pfirsich und Zitrus dann auch noch florale Noten. Im Mund dann Struktur und Fülle, ohne fett zu sein, eine lebendige Säure und zarte Holznoten, etwas Vanille und Karamell, im Abgang kommen dann nussige Noten.
Für den Moschopolis „6“ wird Assyrtiko in einem steinigen sehr steilen Weinberg über dem Meer in einer besonderen Reberziehung angebaut. Die Trauben hängen in einer Höhe von ca. 1.80 m über dem Boden, um sie vor der Sonne und vor hohen Bodentemperaturen zu schützen.
Dadurch verändert sich der Charakter der Rebsorte und die Weine bleiben filigraner. Der Wein wird mit Spontan-Hefen vergoren und unfiltriert abgefüllt

Nach den Weißweinen wendeten wir uns drei Rosé-Weinen zu:

6.       2019  Argyros Estate, “Atlantis”, Rosé        
        Santorin; Rebsorte Assyrtiko, Mandilaria         

Ein kräftig farbiger Rosé mit einem Bukett von gelbfruchtigem Obst wie Apfel, Birne, Mirabelle und der Mandilaria geschuldet von rotfruchtigem Obst wie Kirsche und Walderdbeere.Im Mund fällt eine zarte Mineralik und eine frische Säure vom Assyrtiko auf. Die leichte Tannin-Herbe gibt etwas mehr Struktur.
Die Weinberge für Atlantis Rosé, die in Episkopi, Pyrgos und Megalochori liegen, weisen ein Durchschnittsalter zwischen 60-80 Jahren auf. Wie beim Weißwein dieses Weinguts werden auch beim Rosé die Reben im alten Santorinischen Korbschnitt erzogen.

7.       2019  Thymiopoulos Vineyards, „Rosé de Xinomavro“        
          Makedonia, Naoussa; Rebsorte Xinomavro    

Ein Rosé mit mittlerem Lachsrosa, in der Nase Birne, Mirabelle, Quitte, Johannisbeere, Erdbeere und Tomatenmark. Im Mund dann recht kräftig mit frischer Säure und leicht herben Tanninen. Ein kräftiger Rosé, der zum Essen einlädt. Der Ausbau erfolgte für 6 Monate im Holz und es wurden nur ca.- 2.000 Flaschen hergestellt

8.       2007  Thymiopoulos Vineyards, „Rosé de Xinomavro, Reserve“     
          Makedonia, Naoussa; Rebsorte Xinomavro    

Der große Bruder vom vorhergehenden Rosé, der 4 Jahre im gebrauchten großen Holz (500 l) gelegen hat und dann noch 8 Jahre auf der Flasche gereift ist. Und dieser Rose ist gerade erst auf den Markt gekommen! Kann der noch gut sein oder ist der schon im Weinhimmel gelandet?
Ein mittleres Orange mit gelbbraunen Reflexen, in der Nase Birne, Mirabelle, Quitte, Johannisbeere, Erdbeere, Rosmarin und Tomatenmark. Im Mund dann kräftig und nachhaltig mit frischer Säure und leicht herben, aber reifen Tanninen.
Ganz unerwartet begegnen wir hier einem erstaunlichen Rosé, der noch nicht müde, sondern immer noch frisch und fruchtig ist, ohne Altersnoten mit dichter Struktur und langem Nachhall. Kaum zu glauben, dass das ein Rosé ist!

Zum Abschluss der Probe folgten noch fünf Rotweine:

9.       2018  Aslanis Winery, „Limnio“         
          Makedonia; Rebsorte Limnio      

In der Nase würzige Frucht nach roten Beeren, Pflaume, Kirsche, Sauerkirsche und Erdbeeren und zarte Holznoten. Im Mund setzt sich das fort mit feiner Säure und geschliffenen Tanninen, dazu kommen leichte Gewürze-Noten.
Ein fruchtig eleganter Wein, der 8 Monate im Holz lag und Feinheit wie ein Pinot zeigt.

10.     2017  Markogianni Winery, „Mandilaria“  
         Mandilaria, Peloponess, Olympia 

Im Bukett rote Früchte, Pflaume, etwas Kirsche und Brombeere, kräftige, dichte, aber nicht fette Frucht mit frischer Säure, wirkt etwas wie ein Südfranzose vom Mittelmeer.
Der Wein stammt aus biologischem Anbau, ist aber nicht offiziell zertifiziert.

11.     2017  Thymiopoulos Vineyards, „Naoussa Alta“  
          Makedonia, Naoussa; Rebsorte Xinomavro    

Ein würziges Bukett mit roten Früchten, Pflaume, Brombeere, Kirsche, im Mund dann ein leichter Körper aber eine deutliche Fruchtkonzentration, auch noch etwas Erdbeere, Tomatenmark, Fenchel und eine Spur Zimt. Der Wein wirkt schon etwas reifer mit weicheren, seidigen Tanninen und einer kräftigen Säure.
Der Ausbau erfolgte für 12 Monate im 600 l großen, gebrauchten Holzfass

12.     2018  Muses Estate, „Mouchtaro“              
         Zentralgriechenland; Rebsorte Mouchtar

In der Nase feines Aroma von Pflaume, Brombeere, Kirsche, etwas Kräuter, Veilchen, im Mund dann recht vollmundig mit Blaubeere, Kräuter und etwas Sellerie, dazu frische Säure und abgerundete Tannine.
Die sehr seltene griechische Sorte Mouchtaro wurde durch Athanasios Zacharias vor dem Aussterben gerettet. Die Rebe wird ausschließlich im Tal der Musen, am Fuße des Berges Helicon, angebaut. Auf 550-650 m Höhe sorgen die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht für eine aromatische Reife und Erhalt der Säure. Das Weingut wird inzwischen von seinen Enkeln, Nikos, Stelios und Panagiotis Zacharias fortgeführt, die auch auf biologischen Anbau umgestellt haben.

13.     2017  Anatolikos Vineyards, „MV“                
        Trakien, Rebsorten Mavroudi 60%, Cabernet Sauvignon 20%, Merlot 20%.

Dieser Wein ist eine recht ungewöhnliche Cuvée aus Mavroudi 60%, Cabernet Sauvignon 20%, Merlot 20%. Er zeigt ein ausdruckstarkes Bukett von roten Früchten, Pflaume, Kirsche, Brombeere und Cassis. Im Mund dann deutliche Konzentration und etwas Blaubeere, eine gute Säure und intensive, reife Tannine, dazu etwas Leder und Schokolade. Vom Holzausbau wird etwas Zimt und Vanille beigesteuert.
Die Reben stehen im nördlichsten Küstenweinberg Griechenlands auf Sand mit felsigem Untergrund. Durch die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht und die ständige kühle Meeresbrise reifen aromatische Trauben mit guter Säure heran. Der biologische Anbau und die geringen Erträge, (40 – 500 kg / ha) sorgen für gute Konzentration.
Die Cuvée der drei Rebsorten reifte auf der Feinhefe für 12 Monate in französischen Eichenfässern und wurde dann ungefiltert abgefüllt.

Damit ging eine Weinprobe zu Ende, die für alle eine positive Überraschung war: Keine breiten, säurearmen Weißweine und keine füllig, fetten Rotweine sondern ausdrucksstarke, schlanke Wein mit einer frischen Säure. Sie kamen nicht von den bekannten, großen Produzenten, sondern von kleinen, hier noch unbekannten Produzenten.
Die Probe startete mit einem Retsina, normalerweise ein einfacher, belangloser Weißwein, den man am besten im Urlaubsland trinkt. Dieser Retsina dagegen hatte Charakter und Struktur und war als Wein ernst zu nehmen. Das galt auch für die nachfolgenden Weißweine.
Auch bei den Rosé-Weinen gab es eine positive Überraschung: Ein Wein, der 13 Jahre nach der Ernte in den Verkauf gekommen ist und trotz dieses hohen Alters für einen Rosé eine dichte Struktur und immer noch Frucht und Frische zeigte.
Und auch die Rotweine zeigten keine Schwächen. Keine breiten fetten und überreifen Wein, sondern ebenfalls feine Frucht, frische Säure und Finesse.
Es war eine Probe mit einem Querschnitt an Weinen aus autochthonen Rebsorten, die uns gezeigt hat, dass in Griechenland sehr interessante Weine produziert werden. Dafür möchten wir Herrn Papapostolou sehr herzlich danken.

Verfasser: Dieter

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Mitgliederversammlung am 10.09.2020

Erstellt von Dieter am 5. Dezember 2020

Da wir durch den ersten Lockdown der Corona-Pandemie unsere Mitgliederversammlung am 19.03.2020 nicht durchführen konnten, haben wir die erste – und im Nachherein auch einzige Möglichkeit genutzt, sie nachzuholen.

Vorgesehen war, Weine aus Rheinhessen als erste Einstimmung in unsere deutsches Jahresthema „Rheinhessen“ zu verkosten. Durch die Verschiebung auf September war es jetzt aber der Abschluss unseres Jahresthemas.

Da wir die Weine in der Mitgliederversammlung nicht werten, folgt hier nur die Auflistung der verkosteten Weine.

2018 Niersteiner Riesling, QW
Weingut Seebrich, Nierstein
Alkohol 12 %, 7,00..€

2018 Riffel, Riesling, QW
Weingut Riffel, Bingen-Büdesheim
Alkohol 12 %, Restzucker 5,1 g/l, Säure 7,5 g/l, 7,90 €

2018 Gutzler, Riesling, QW
Weingut Gerhard Gutzler, Gundheim
Alkohol 12 %, 8,20.. €

2018 Gröhl, Riesling, “Roter Hang”, QW
Weingut Eckehart Gröhl, Weinolsheim
Alkohol 12,5 %, Restzucker 4,2 g/l, Säure 8,2 g/l, 8,90 €

2018 Eva Vollmer, Roter Riesling, QW
Weingut Eva Vollmer, Mainz Ebersheim
Alkohol 13,1 %, Restzucker 0,8 g/l, Säure 6,4 g/l, 12,50 €

2017 Domaine Oppenheim, Riesling “G zum 1275 Jubiläum 742-2017”, QW
Staatliche Weinbaudomäne Oppenheim, Oppenheim
Alkohol 12 %, Restzucker 2,0 g/l, Säure 8,5 g/l, 8,50.. €

2017 Bodenheimer Hoch, Riesling, “Rheinhessen Selection” , QW
Weingut der Stadt Mainz, Mainz
Alkohol 13 %, 10,00.. €

2016 Dalsheimer Riesling, QW
Weingut Scherner Kleinhanß, Flörsheim-Dalsheim
Alkohol 12,3 %, Restzucker 4,4 g/l, Säure 7,3 g/l, 8,00.. €

2016 Ockenheimer Hockemühle, Riesling, Rheinhessen Selection, QW
Weingut Jäger, Ockenheim
Alkohol 13 %, Restzucker 3,6 g/l, Säure 7,5 g/l, 9,50. €

2016 Essenheimer Teufelspfad, Riesling, QW
Weingut Brummund, Ober Hilbesheim
Alkohol 13 %, Restzucker 4,3 g/l, Säure 6,9 g/l, 13,90 €

2016 Oppenheimer Sackträger, Riesling, QW
Weingut Louis Guntrum, Nierstein
Alkohol 13 %, Restzucker 6,9 g/l, Säure 7, 8 g/l, 15,00.. €

2018 Landgraf, Riesling, Kabinett
Weingut Landgraf, Saulheim
Alkohol 10 %, 7,50.. €

Verfasser: Dieter

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Weinprobe mit dem Weingut Ökonomierat Joh. Geil Erben am 20.08.2020

Erstellt von Dieter am 5. Dezember 2020

Wir konnten für unsere Probe Johannes Geil-Bierschenk begrüßen, der trotz der Corona-Pandemie sich zu uns gewagt hatte, um sein Weingut vorzustellen.
Das Weingut wurde 1871 gegründet und seitdem von Generation zu Generation weitergegeben.  Johannes absolvierte ein Studium in Geisenheim, erweiterte dann seine Kenntnisse in Australien und Südafrika und kam danach zum Weingut zurück und führt es seitdem zusammen mit seinem Vater Karl.
Das Weingut bewirtschaftet inzwischen 32 ha in Bechtheim auf Lösslehm- und Kalkmergel-Böden. Die besten Lagen sind der Bechtheimer Geyersberg, Rosengarten und Hasensprung. Außer Riesling (31 Prozent) werden verschiedene Burgundersorten, Dornfelder, Silvaner und weitere Rebsorten angebaut.Produziert werden etwa 280.000 Flaschen pro Jahr.
Das Weingut ist Mitglied bei „Maxime Herkunft Rheinhessen“ und eines der Gründungsmitglieder der Vereinigung „Massage in a Bottle“.

Unsere Probe startete mit einem Gelber Muskateller als Gutswein.

1.       2019  Oekonomierat Johann Geil, Muskateller              
Ein kräftiges, intensiv-aromatisches Bukett mit Orangenschale und würzigem Muskatton, am Gaumen dann gelber Pfirsich, Mirabelle, Birne, Zitrus, Orangenschale und Muskatnuss: Ein trockener, klarer, frischer, etwas lauterer aber nicht vorlauter Muskateller mit feinem Säurespiel.
Der Wein ist ein Cuvee aus Gelber Muskateller mit etwas rotem Muskateller, die Reben stehen auf schwerem Kalkmergel

Es folgten vier rebsortenreine Ortsweine, die beim Weingut mit „S“ gekennzeichnet sind.

2.       2019  Bechtheimer Riesling, “S”                        
In der Nase würzig, zart exotische Früchte, Apfel, Pfirsich, Mirabelle, Spur Birne, mehr Citrusnoten, im Mund dann würzig, opulent, mehr Zitrusnoten, dazu zarte Kräuter-Noten und ein feines Säurespiel.
Die Trauben stammten von etwas 15 Jahre alten Reben aus den Lagen Geiersberg, Rosengarten, Stein und Hasensprung. Sie wurden mit 90 – 92 ° Oechsle gelesen

3.       2019  Bechtheimer Grüner Silvaner “S”                    
Ein zartes Bukett nach Birne, Mirabelle, etwas Holzapfel und einem feinen Kräuterduft. Im Mund dann kräftige, volle Frucht. eine feine Säure und dichte Struktur. Ein rheinhessischer Silvaner, der mehr von der Fülle als von der Mineralik lebt. Der Ertrag der Reben wurde deutlich reduziert, die Trauben dann vollreif gelesen und zu einem Drittel im Holzfass ausgebaut, um ihm etwas Weichheit und Cremigkeit zu gebe

4.       2019  Bechtheimer Weißer Burgunder, “S”                 
Im Bukett reife Birnen, Mirabellen, etwas Aprikosen und weiße Blüten. Im Mund dann eine geschmeidige Fülle und Cremigkeit, zarte Mineralik und leicht nussige Noten.
Ein Weissburgunder mit Fülle, Dichte und Harmonie, aber auch mit Eleganz.
Die Trauben stammten von kalkhaltigen Böden und wurden zu 60% spontan vergoren. Ausbau im 2000-l Fass, und 10-15% je im Tonneau und in Edelstahl.

5.       2019  Bechtheimer Chardonnay, “S”           .
Ein würziges Bukett nach vollreifen, exotischen Früchten mit einem Hauch Vanille, am Gaumen dann feiner Schmelz und einem Hauch Orangen und Ananas.
Klarer, dichter, weicher, harmonischer Chardonnay mit feiner Säure, präziser Frucht, sehr schön eingebundenem, nicht zu dominantem Holz.

Ein Flight mit einer Vertikalen von drei Riesling-Lagenweinen aus dem Bechtheimer Hasensprung folgte:
Der Hasensprung gehört zu den kühleren Lagen und hat mehr Kalkstein im Boden.

6.       2012  Bechtheimer Hasensprung                         
Im Bukett Zitrus- und Steinobstaromatik mit leicht vegetabilen Noten, am Gaumen leicht mineralisch mit exotischen Früchten, Pfirsich, Mirabelle und einer feinen Säure. Eine kurze Maischestandzeit sorgt für leichte Herbe im Hintergrund. Dem Alter geschuldet, besitzt der Wein eine zarte Reife mit leichten Petrolnoten, aber immer noch frisch und saftig. Insgesamt ein klarer, dichter, harmonischer Riesling aus der Magnumflasche.

7.       2016  Bechtheimer Hasensprung         
In der Nase würzig mit exotischen Früchten, Apfel, Pfirsich, Mirabelle, Birne, und ein Hauch Hanf. Im Mund dann dicht und sehr elegant, mineralisch mit fast salziger Mineralik, dezente Zitrusnoten und eine kräftige, aber gut eingebundene Säure.Ein typischer Wein für den Jahrgang 2016.

8.       2019  Bechtheimer Hasensprung              
In der Nase exotische Früchte, Pfirsich, Mirabelle, Birne. Im Mund dann dicht aber auch elegant mit feiner Säure. Insgesamt wirkt der Wein noch sehr verschlossen. Er wurde Ende Juni gefüllt und braucht noch eine Zeit sich zu entwickeln. Trotzdem zeigt er schon ein großes Potential

Ein weiterer Flight mit einer Vertikalen von zwei Riesling-Lagenweinen, dieses mal  aus dem Bechtheimer Geyersberg folgte:

9.       2014  Bechtheimer Geyersberg        
Ein würziges, leicht nussiges Bukett, gelbe Früchte, reifes Kern- und Steinobst mit erdigen mineralischen Anklängen und leichtem Hanfton. Im Mund dann leicht erdig-mineralisch, wieder gelbe Früchte und etwas vegetabile Noten. Dazu eine saftige, weiche Säure. Jahrgangsbedingt zeigte der Wein schon einen leichten Hanf- und Petrolton, besaß aber eine dichte, volle Frucht und war kein bisschen müde.

10.     2019  Bechtheimer Geyersberg           
Ganz anders zeigte sich dieser Wein. In der Nase deutlich frischer mit exotischen Früchten, Pfirsich, Mirabelle, etwas Citrus, im Mund dann würzige Mineralik mit deutlicher Steinobstaromatik und frischer Säure.
Ein klarer, gradliniger, eleganter, mineralischer Riesling mit fester Struktur. Er war schon sehr prägnant, braucht aber noch Zeit, um sein Potential auszufüllen.

Nach den Riesling-Weinen folgen noch zwei Spezialitäten des Weinguts:

11.     2019  Oekonomierat Johann Geil, Weißer Burgunder, Reserve
In der Nase leicht rauchig mit dem Duft von gelben Früchten und etwas Vanille. Am Gaumen dann mineralische Noten, etwas Nüsse, gelbe Früchte wie Birne, Mirabelle.
Der Wein zeigt sich geschmeidig und voluminös aber nicht fett, leicht cremig und sehr harmonisch. Leichte Holznoten mit einem leichten Vanille-Touch folgen.
Ein Spitzen-Weißburgunder, der es mit den vorherigen Riesling-Weinen bequem aufnehmen kann.
Die Trauben stammen vom ältesten Weissburgunder-Weinberg aus der Lage Bechtheimer Stein. Dort finden die Reben auf den tiefgründigen Lössboden ideale Wachstumsbedingungen. Nach kurzer Maischestandzeit wurde der Wein für 10 Monate in Tonneau und in Barriques ausgebaut

12.     2015  Bechtheimer Geyersberg, Frühburgunder
Im Bukett roten und schwarze Beeren, Pflaume, Kirsche, zart Kräuter und rauchige Holznoten, im Mund wieder Beerenfrucht, Kirsch, Pflaume und leichte Kräuter-Noten. Eine frische Säure, ein feinkörniges Tannin eine leichte Alkoholwärme runden den Wein ab. Dazu kommen rauchige Holznoten mit leichtem Schokoladenanklang.
Dieser Wein wird nur in guten Jahren bei kleinen Erträgen produziert. Er zeigt sich jetzt gut abgerundet auf dem Höhepunkt.

Dieser Wein markierte das Ende einer hochwertigen Probe, in der uns Johannes Geil-Bierschenk uns einen Überblick über die Weine des Weingutes und die dahinterstehende Philosophie gegeben hat.
Dafür möchten wir uns herzlich bedanken.

Verfasser: Dieter

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Weinprobe mit dem Weingut Lithos am 23.7.2020

Erstellt von Dieter am 5. Dezember 2020

Auf der Bacharacher Sommernacht 2019, ein Weinfest am Rheinufer mit abschließendem Feuerwerk, und was wichtiger ist, mit den Bacharacher Spitzenwinzern Toni Jost, Ratzenberger und Dr.Kauer sowie einer hervorragenden Gastronomie, fand der Chronist den Stand eines Weingutes, das er noch nicht kannte, Weingut Lithos und das auch noch aus dem Nachbarort Oberwesel. Beim Probieren stellte sich heraus, dass der Winzer Christos Theodoropoulos hervorragende Rieslinge erzeugt.  Dr.Kauer äußerte dazu, dass solche jungen Winzer genau das wären, was der Mittelrhein jetzt brauche.
Grund genug, ihn einzuladen und zu bitten, seine Weine durch griechische Weine aus der Heimat seiner Familie zu ergänzen.

Christos Theodoropoulos stammt aus dem weinfernen Krefeld. Bei Urlauben bei seinem Großvater in Griechenland fand er seine Liebe zum Weinbau. In Deutschland machte er daraufhin eine Ausbildung zum Winzer und anschließend zum Weinbautechniker in Bad Kreuznach.  Nach Tätigkeiten als Außenbetriebsleiter und Kellermeister machte er sich auf die Suche nach einem geeigneten Weingut. In Oberwesel wurde er fündig und übernahm 2015 den 350 Jahre alten Traditionsbetrieb Lahnert in einem abgelegenen Ortsteil von Oberwesel mit 2,5 ha, bestückt mit 25-60 Jahren alten Reben, hauptsächlich Riesling. Von Anfang an setzte er auf Qualität. Eine erste Erwähnung im Vinum Weinführer ist der Lohn für diese Anstrengungen.
Weingut Theodoropoulos wollte er als Namen nicht verwenden, zu kompliziert für deutsche Zungen. Daher wählte er den griechischen Ausdruck Lithos, was Stein bedeutet, auch um auf seine griechischen Wurzeln hinzuweisen.
Er stellte uns eine Probe mit 5 Weinen vom Mittelrhein, 1 Rotwein, den sein Großvater nach seinen Vorgaben erzeugt hat und 8 griechischen Weinen, die er direkt in Griechenland beschafft hat.
Als No.1 stellte er uns einen 2019er Wein vor, den er einfach „Der Weisse trocken“ nennt, einen Gemischten Satz aus Müller Thurgau, Faber und Kerner, ein leichter, eleganter, etwas blumiger und dezent fruchtiger  Wein mit wenig Säure. Unsere Wertung für diesen einfachen Wein lag bei 13,67 Punkten.

Die No. 2, der 2018er Gutswein Riesling trocken, war da schon ein anderes Kaliber, ein vollreifer Wein mit schöner, etwas exotischer Frucht, ein verhalten fruchtiger und typischer Riesling, der auch bei einem späteren privaten Nachprobieren gefiel. 14,5 Punkte war die Wertung dafür.

No. 3, der Lagenwein 2017 „Engehöller Bernstein“ Riesling, zeigte neben typischer Frucht, zarte Herbe und Saftigkeit eine kräftige, gut eingebundene Säure und mineralische Noten mit Feuerstein-Anklängen. Obwohl solche mineralischen Weine bei uns oft zu kontroversen Bewertungen führen, gaben wir ihm 15,13 Punkte.

No.4, der 2018er „Engehöller Bernstein“ Riesling zeigte etwas mehr Fülle und Würze, ein etwas weicherer Riesling mit weniger Säure als No.3. Er wurde etwas niedriger mit 14,92 Punkten bewertet.

No.5, der 2018er Riesling „Meisterstück“ trocken stammt vom rekultivierten Kapellenberg, ein robuster kräftiger und etwas kantiger sowie mineralischer und dennoch weicher Riesling.
Er wurde erst nach einer 24-stündigen Maischestandzeit abgepresst. Er spaltete die Wertungen unserer Teilnehmer und erhielt 15,5 Punkte im Schnitt, bei einer Varianz zwischen 13,5 und 17,0 Punkten.

Damit hatten wir die trockenen Mittelrhein-Weißweine des Gutes durchprobiert, und wir widmeten uns jetzt den für uns eher ungewohnten griechischen Weinen.

No.6, der 2018 Foloi Fumé ein Weißwein vom Weingut Mercouri Estate (Ilias) aus der Rebsorte Roditis zeigte Schmelz und wirkte etwas fett und breit., im Hintergrund schmeckte man etwas Holz.
Er erhielt 14,5 Punkte im Schnitt.

No.7, 2018er Eukereia von Olympic Estate aus der bekannten Sorte Assyrtiko sowie Malgousia, ebenfalls aus dem Ilias-Gebiet, zeigte verhaltene Frucht und war etwas kurz. Er war für uns schwierig zu bewerten und erhielt 14,41 Punkte.

No.8, 2018er Oreino Monopati ebenfalls von Olympic Estate, eine Cuvée der internationalen Sorte Chardonnay mit der einheimischen Assyrtiko, ein etwas breiter Wein mit wenig Säure. Er erhielt 14,32 Punkte bei einer Varianz von 4,5 Punkte (12,5 -17,0), was ein Zeichen ist, dass wir solche Weine nicht gewohnt sind.

No.9, 2018er Kallisto von Mercouri Estate, eine reiner Assyrtiko konnte da eher gefallen.
Der interessante, dichte Wein wies eine zarte Herbe auf.
Er erhielt 15,5 Punkte im Schnitt, bei einer Varianz von 14,0 bis immerhin 18,0 Punkten.

Das war der letzte Weißwein.

No.10, 2014 Pheidas von Olympic Estates, eine Cuvée aus Agiorgiko und dem internationalen Merlot, wies Kirsch-, Himbeer- und leicht grasige Töne auf. Wir werteten ihn mit 14 ,46 Punkten.

Mit No. 11 kamen wir mit dem ersten Rotwein zurück zum Mittelrhein: ein 2018er Engehöller Bernstein Spätburgunder vom Weingut Lithos. Dieser Wein wurde in gebrauchten Barriques ausgebaut und war noch etwas verschlossen, ein gradliniger Spätburgunder mit würzigen Tönen von roten Früchten. Mit einer geringen Varianz bekam der Wein 15,58 Punkten und zählte damit zu den höchstbewerteten des Abends.

No.12 der 2016er Anonimo aus der Rebsorte Agiorgitiko, der vom Großvater in Griechenland in der Region Nemea nach den Maßgaben von Christos Theodoropoulos ausgebaut wurde. Würzige Frucht, rote Beeren, etwas Kirsche zeichneten diesen sauberen und dichten Wein aus.
Er wurde mit 15,25 Punkten (13-16) recht hoch bewertet,

No.13, 2004er Nemaea, ein Argiorgitiko vom bekannten Weingut Boutari zeigte das Alterungspotential dieser griechischen Rebsorte auf. Ein sauberer, gut gemachter und gereifter Wein. Wenn er auch nicht mehr ganz auf dem Höhepunkt war, bekam er doch 15,0 Punkte.

 No.14, 2016 Antaris von Mercouri Estates (Ilias) aus der schon im August reifenden Avgoustiatis und der französischen Sorte Mourvedre  zeigte einen schönen, dichten Rotwein mit Schmelz, Kraft, einem festen Tannin, der aber nicht jedem gefiel. Bei Wertungen zwischen 13,0 und 16,5 Punkten ergab sich ein Mittelwert von guten 15,33 Punkten.

No.15, 2015 “Cava” von Mercouri Estates aus Refosco und Mavrodaphne war mit 17,5 Punkten der Favorit des Chronisten, ein dichter, fruchtiger und straffer Wein mit würziger Frucht und Beerenaromen. Im Schnitt ergab sich aber ein Wert von 15,5 Punkten.

Wir sind gespannt, wie sich die Weine einer weiteren Griechenlandprobe im Herbst präsentieren…

Verfasser Wilfried

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Weinprobe mit dem Weingut Dr.Loosen, Bernkastel am 27.02.2020

Erstellt von Dieter am 21. März 2020

Da normalerweise bei Verkostungen nur die neuesten Jahrgänge präsentiert werden, haben wir uns gefreut, dass es wieder gelungen ist, eine Horizontal-Verkostung über mehrere Jahrgänge vorgestellt zu bekommen. Dieses Mal hatte sich das Weingut Ernst Loosen aus Bernkastel bereit erklärt, uns verschiedene Weine aus mehreren Jahrgängen zu präsentieren. Als Vertreter des Weinguts war Desiree Schröder gekommen – die sich allerdings zu uns durchkämpfen musste, da die Autobahn durch die Eifel, plötzlich durch massiven Schneefall blockiert wurde. Sie hatte aber den Mut behalten und kam – wenn auch mit deutlicher Verspätung – bei uns unversehrt an, bevor die Autobahn ganz gesperrt wurde.

So konnten wir doch vier unterschiedliche Jahrgänge der folgenden Lagen verkosten:

Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Erdener Treppchen Kabinett

Die Weinprobe startete mit der Lage Graacher Domprobst:

Direkt über dem Ort Graach gelegen befindet sich in sehr steiler Südsüdwest-Ausrichtung der Graacher Dompropst. Er wird vom Graacher Himmelreich umgeben und stellt so das Herzstück der Graacher Lagen dar. Seinen Namen Domprobst erhielt er, da dem Trierer Dompropst früher ein Drittel des Weinzehnten von Graach zustand.
Durch seine Topografie ist der Dompropst gut gegen Wind und Frost geschützt. Die Erwärmung des sehr steinigen Devonschiefer-Verwitterungsbodens bewirkt eine gleichmäßige Reife der Trauben. Viele Wasseradern im Weinberg können die Rebstöcke gut mit Wasser versorgen. Die Steillage Dompropst ist aufgrund der sehr guten Weinqualitäten als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert.

1          2018   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit grünen Reflexen zeigt in der Nase würzige, etwas exotische Frucht, am Gaumen gelbe Früchte, Pfirsich, Mirabelle, sehr dicht, weichere Säure, mehr Süße, im Abgang dann zarte Adstringenz. Jahrgangsbedingt ein Wein mit mehr Fülle und Restsüße

2          2017   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, in der Nase reifer Pfirsich, Golden Delicius, Birne, Mirabellen, dazu etwas Grapefruit, am Gaumen dann sehr extraktreich mit Kraft, animierender Säure und der moseltypischen Schiefernote. Hat noch mehr Fülle als der 2016’er Domprobst.

3          2016   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, feines Bukett von Früchten wie weißer Pfirsich, Apfel, Birne, Mirabellen, dazu etwas Limettenaroma, am Gaumen dann deutliche, salzige Mineralik, sehr pikante, mundfüllende Säure., Ein eleganter, mineralischer, vielschichtiger Riesling.

4          2015   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit zart grünen Reflexen, Florale Noten, Stein- und Steinobst, etwas Citrus im Bukett, im Mund auch noch feine Kräuter-Noten und dichte Frucht, feine, weichere Säure. Hat aber nicht die Eleganz und Mineralik wie der 2016’er Domprobst und zeigt schon leichte Reifenoten.

Der nächste Flight brachte uns die Lage Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Die Lage Himmelreich umschließt den Graacher Domprobst und ist nach Süd-Südwest bis Südwest ausgerichtet

Durch seine Topografie ist das Himmelreich ähnlich wie der Domprobst gut gegen Wind und Frost geschützt. Der Boden besteht aus leicht erwärmbarem Blau- und Grauschiefer und bewirkt auch hier eine gleichmäßige Reife der Trauben. Viele Wasseradern können die Rebstöcke gut mit Wasser versorgen. Die Weinberge liegen auf 110 bis 260 Metern über NN und sind mit 45 bis 65 Prozent moderat steil. Teilweise stehen die Reben aufgrund ihres Alters noch in traditioneller Einzelpfahlerziehung. Der Name Himmelreich kommt vermutlich aus dem keltischen und bedeutet „kleiner Hügel“. Die Lage ist aufgrund der sehr guten Eigenschaften ebenfalls als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert. Die verkosteten Weine stammen von drei Parzellen, die sich seit 1911 im Besitz der Familie Loosen befinden und die wahrscheinlich bis zu 130 Jahre alt sind.

5          2016   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, in der Nase sehr präzise Frucht, am Gaumen sehr konzentriert, Pfirsich, Apfel, Birne, Mirabellen, Limette, deutlich salzige Mineralik, feine, elegante Säure., Ein mineralischer, vielschichtiger Riesling mit großer Raffinesse und noch etwas konzentierter und feiner als der 2016’er Graacher Domprobst.

6          2015   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, in der Nase präzise und fruchtbetont, am Gaumen vollmundig und üppig, Pfirsich, gelbes Steinobst, Ananas, Zitrusaromen und zarte Schiefer-Note, recht straffe Säure und ein langer Nachhall. Dieser 2015’er Riesling ist dichter, harmonischer als der 2016’er und zeigt eine rundere und weichere, fülligere Frucht.

7          2014   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit einem Hauch grüner Reflexe, in der Nase präzise, recht klare, gradlinige Frucht, am Gaumen dann Apfel, Birne, Pfirsich, Mirabellen und etwas Limette, eine zarte salzige Mineralik, frische Säure. Der Wein hat nicht die Finessen des 2016’er oder die Fülle des 2015‘, ist aber für den 2014’er Jahrgang sehr gut

8          2013   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit einem Hauch grüner Reflexe, in der Nase fruchtbetont, am Gaumen recht vollmundig Pfirsich, gelbes Steinobst, Ananas, Zitrusaromen und zarte Schiefer-Note, recht feste Säure Dieser 2013’er Riesling ist dichter, und voller als der 2014’er und zeigt eine zarte Reife.

Der letzte Flight brachte uns dann restsüße Kabinettweine aus der Lage Erdener Treppchen

Die Lage Erdener Treppchen als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert, zieht sich gegenüber vom Ort Erden in 110 bis 260 Meter über NN entlang der Mosel. Sie ist nach Südwesten ausgerichtet und mit einer Hangneigung von 50 bis 80 Prozent recht steil. Die Rebhänge sind von wärmespeichernden Weinbergsmauern durchzogen, die Hauptrebsorte Riesling wächst in Einzelpfahlerziehung. Die Böden bestehen aus roter Tonschieferverwitterung mit hohem Gesteinsanteil. Die Lage ist nach einer vor Jahrhunderten gebauten Steintreppe benannt, die in die steilen Weinberge führt.

9          2018   Erdener Treppchen   Kabinett, Große Lage

Helles Grüngelb, Im Bukett reife, gelbe Früchte, im Mund dann weiter gelbe Früchte, Pfirsich, Aprikose, Maracuja, etwas Zitrusaromatik, feines Süße -Säure-Spiel im Abgang dann mehr adstringierende Herbe. Jahrgangsbedingt mehr Fülle und Dichte, aber weniger Säure und Finesse.

10       2017   Erdener Treppchen Kabinett, Große Lage

Helles Grüngelb, frisch fruchtig, leichte Zitrusnase, im Mund dann gelbe Früchte, Pfirsich, Aprikose, Maracuja, etwas Ananas, Zitrusaromatik, feine Mineralik, Eleganz, feines Süße -Säure-Spiel. Das war ein klassischer, eleganter und mineralischer Kabinett.  

11       2012   Erdener Treppchen Kabinett, Große Lage

Helles Gelb, leicht grünliche Reflexe, leichte Zitrusnase, etwas Minze im Mund dann gelbe Früchte, reife Äpfel, Pfirsich, Birnen, Zitrusaromatik, feines Süße -Säure-Spiel, im Abgang zarte Mandarinen-Noten. Der Wein hat eine straffe Frucht und zeigte noch keine Altersnoten.

12       2011   Erdener Treppchen Kabinett, Große Lage

Helles Gelb, leicht grünliche Reflexe, leichte Zitrusnase, etwas Orangenschale, im Mund dann reife Äpfel, Pfirsich, Birnen, Zitrusaromatik, ein Hauch Kräuter, feines Süße -Säure-Spiel, im Abgang zarte Mandarinen- und Orangen-Noten. Der Wein ist weicher, fülliger und immer noch sehr frisch.

Damit waren die drei Flights leider beendet. Es hätte noch so weitergehen können, denn die Weine wurden erstaunlich gut bewertet und selten hatten wir eine so hohe Punktung. Auch die Preisgestaltung war für diese Qualitäten sehr moderat.

Wir möchten uns deshalb beim Weingut und bei Frau Schröder herzlich bedanken, dass wir die seltene Gelegenheit bekommen haben, zu erfahren, wie gut diese Weine reifen können und bei Frau Schröder, dass sie trotz der widrigen Umstände doch zu uns gekommen ist.

Verfasser: Dieter



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Weinprobe Barrique-Ausbau am 16.01.2020

Erstellt von Dieter am 21. Februar 2020

Bei unserer Weinprobe um Thema Barrique-Ausbau konnte wir Herrn Florian Solymari vom Staatsweingut Weinsberg begrüßen.

Nach seiner Ausbildung zum Weinküfer (jetzt Weintechnologe) im Staatsweingut Weinsberg und dem Fachabitur studierte er dann von 2013 bis 2016 in Geisenheim und arbeitete danach in Kalifornien im Napa Valley. Als der alte Kellermeister vom Staatsweingut Weinsberg in Rente ging, bewarb er sich auf diese Stelle und wurde auch angestellt. Seit 2016 ist er dort als Kellermeister und zusätzlich auch an der Weinbauschule Weinsberg tätig.
Das Staatweingut Weinsberg ist eines von drei Staatsweingütern in Baden-Württemberg, (neben Meersburg und Freiburg – Blankenhornsberg). 40 ha werden an den Standorten Weinsberg, Gundelsheim und Burg Wildeck bewirtschaftet, die Kellerei ist in Weinsberg und hat eine Kellerkapazität von ca. 600.000 l.

Nun zum Thema Barrique-Ausbau:
Die Verwendung von Barriques (225 -228 l Volumen) zum Weinausbau war in Deutschland nicht üblich. Die Weine wurden zwar auch im Holz ausgebaut, aber in deutlich größeren Gebinden (Halbstück-Fässer, (500 – 600 l) Stück-Fässer (1000 -1200 l), Doppelstück-Fässer (2000 -2400 l) Zusätzlich wurden diese Fässer „weingrün“ gemacht, um Holztöne zu vermeiden. Ab der 70’er Jahre begannen dann einzelne Winzer mit dem Barrique-Ausbau zu experimentieren.  Die Ergebnisse wurden sehr kontrovers diskutiert und die Weine wurden bei der amtlichen Weinprüfung als untypisch abgelehnt. Sie wurden deshalb als Land- oder Tafelweine vermarktet, da bei ihnen keine amtliche Weinprüfung erforderlich ist. Im Oktober 1986 haben sich sechs Winzer aus Württemberg unter dem Namen Hades zusammengeschlossen, um gemeinsam Erfahrungen damit zu sammeln und den Ausbau im Barrique zu fördern.
Der Name Hades für die Gruppe hat nichts mit dem griechischen Gott der Unterwelt zu tun, sondern ist aus den Initialen der Mitglieder zusammengesetzt: H = Fürst zu Hohenlohe, A = Graf Adelmann, D = Drautz – Able, E = Ellwanger, S = Sonnenhof und Staatsweingut Weinsberg.
Der Einsatz von kleinen Holzfässern aus französischer oder schwäbischer Eiche war die Basis für die Gruppe, aber es wurden noch weitere Kriterien zur Steigerung der Weinqualität vereinbart, so z.B. reduzierter Ertrag für extraktreiche Weine, gesundes und reifes Lesegut. Bei Rotweinen wird darauf geachtet, dass auch eine ausreichende Menge von Tanninen und Farbstoffen für die anschließende Holzfasslagerung vorhanden ist. Die fertigen Weine werden innerhalb dieser Gruppe verkostet und dürfen nur nach Freigabe in der charakteristischen Schlegelflasche abgefüllt werden.

Um eine Holzaromatik zu erreichen, gibt es mehrere Verfahren;

Zugabe von Holzextrakt
Zugabe von Holzspänen (Chips)
das Ausrüsten der Tanks mit Holzlatten
und der Ausbau in Holzfässern besonders Barriques
Während bei den ersten drei Verfahren der Wein nur mit dem Holzgeschmack aromatisiert wird, erfolgt beim Barrique-Ausbau auch eine Microoxidation durch die Holzporen und ein teilweiser Austausch der Tannine des Weines gegen des Holzes.

Als Holz wird meistens feinporiges Eichenholz verwendet, aber teilweise auch Akazie und Esskastanie. Neben der europäischen Eiche wird – vor allem in Spanien amerikanische Eiche verwendet, die zu einer intensiveren Aromatik nach Vanille, Karamell und Gewürznoten führt.

Die Herkunft des Eichenholzes spielt eine wesentliche Rolle, da je nach den Wuchsbedingungen die Porengröße des Holzes unterschiedlich ist (bei den französischen Hölzern gilt folgende Reihenfolge: Troncais feinporig, Allier und Vogesen kleinporig, Bourgogne und Nevers mittelporig und Limousin grobporig)
Je größer die Poren sind, desto stärker die Oxidation und der Austausch von Tannine und Holzaromen.

Die für den Barrique-Ausbau verwendeten Fässer sind 225 l bzw. 228 l groß (ein wesentlicher Unterschied !, denn die 225 l-Fässer werden in Bordeaux und die etwas größeren im Burgund verwendet, die burgundischen Fässer sind etwas bauchiger als die aus dem Bordeaux)

Das Holz dafür stammt von 100 bis 180 Jahre alten, gleichmäßig gewachsenen  Eichen, die dann zu Brettern zersägt und im Freien mehrere Jahre gelagert werden  (Je 1 cm Daubenstärke 1 Jahr Lagerung) Die Bretter werden danach auf die passende Länge gebracht und an den Seiten schräg angeschnitten. Diese Bretter (Dauben) werden dann an der oberen Seite zusammengesetzt und über Feuer zum Fass gebogen. Danach werden die Fässer getoastet, (schwach getoastet 5 Min bei 120- 180°C , medium getoastet 10 Min bei 200°C und stark getoastet für 15 Min bei 230°C)
Abschließend  werden noch die Spundlöcher gebohrt, die Fassböden eingesetzt, die Fässer außen geschliffen und die Fassringe durch verzinkte Ringe ersetzt.
Ein interessantes Video zu den handwerklichen Arbeitsschritten der Fassherstellung ist unter https://pdodswr-a.akamaihd.net/swr/swr-fernsehen/im-suedwesten/899916.xl.mp4 zu finden.

Unsere Weinprobe begann mit drei Weißweinen aus der Hades-Serie:

1. 2015  Staatsweingut Weinsberg, Chardonnay, “Hades”      
Zartes Gelb, Bukett nach Apfel, Birne, Melone, im Mund dann kräftig und voluminös, leicht nussig mit rauchigen Holzaromen, aber auch etwas buttrig. Der Wein gewinnt an der Luft und verliert die Yoghurt- und Butter-Noten
Nach 36 stündiger Maische-Standzeit und Vergärung erfolgte der Ausbau für 6 Monaten in ungetoasteten, neuen  Barriques.

2. 2016  Staatsweingut Weinsberg, Fumé Blanc, “Hades”   Sauvignon blanc             
Helles Gelb, Bukett nach Birne, Quitte, etwas Cassis und Holznoten, am Gaumen dann nachhaltig mit kräftigem Körper aber etwas verhaltener, weicher, runder Frucht und leichten Holz-und Vanille-Noten.
Die Reben stehen  auf  Keupermergel mit verwittertem Kiesel-Sandstein. Nach 36 stündiger Maische-Standzeit und Vergärung erfolgte der Ausbau für 6 Monate in ungetoasteten, neuen Barriques.

3. 2018  Abstatter Burg Wildeck,  Grauburgunder, “Großes Gewächs”  Helles Gelb, Bukett nach gelber Birne, Quitte, im Mund dann vollreife Frucht, etwas Haselnuss, Honig,, Vaniile, Röstaromen. Langer Abgang. Wirkt insgsamt recht füllig und  süß im vergleich zu den beiden Weinen davor.
Die Reben stehen  in der Lage Abstatter Burg Wildeck auf  Keupermergel mit verwittertem Kiesel-Sandstein. Ausrichtung nach Süden, Steigung  14%- 40% in einer Höhe von 330 – 370 m über NN.  Nach 36 stündiger Maische-Standzeit und Spontanvergärung erfolgte der Ausbau für 6 Monate in ungetoasteten, neuen  Barriques.

Nach den Weissweinen ging es zu den Rotweine, zuerst folgten drei Spätburgunder :

4. 2015  Abstatter Burg Wildeck, “Erste Lage”, Spätburgunder  
Dunkles Rubinrot, würziges Bukett, rote Beeren, reife Kirsche, Johannisbeere, im  Mund kraftvolle, weiche Frucht, warmes Tannin, dezente Holznoten. Die Reben stehen  in der Lage Abstatter Burg Wildeck auf  Keupermergel mit verwittertem Kiesel-Sandstein. Der Ausbau erfolgte zu 30% – 40% in neuem Holz

5. 2015  Gundelsheimer Wolklenstein, “Erste Lage”, Spätburgunder Dunkles Rubinrot,  würzige, leicht rauchige Nase, im Mund dann vielschichtig, mehr Fülle, rote Beeren, Süßkirsche ,etwas reife Pflaume. Reifes Tannin, etwas mehr Holzaromatik.
Der Ausbau erfolgte zu 30% – 40% in neuem Holz

6. 2016  Gundelsheimer Himmelreich, “Großes Gewächs”, Spätburgunder
Dunkles Rubinrot, würzige, leicht rauchige Nase, im Mund dann vielschichtig, etwas üppigere aber elegante ,nicht fette Frucht, rote Beeren, Süßkirsche, Pflaume, rauchig würzige Note.

Nach den Spätburgunder-Weinen folgten zwei Lemberger- (Blaufränkisch-) Weine:

7. 2016  Weinsberger Wanne, “Erste Lage”, Lemberger
Dunkles, bläuliches Rot, im Bukett Waldbeeren, Kräuter, im Mund dann auch Süßkirsche und Pflaume mit festem Tannin und zarten Holznoten.
Der Barrique-Ausbau erfolgte zu 30% – 40% in neuem Holz

8. 2013  Weinsberger Schemelsberg, “Großes Gewächs“, Lemberger
Dunkles Rubinrot, im Bukett wieder Waldbeeren mit einem Hauch Schokolade, am Gaumen dichte, vielschichtige Frucht, Pflaume, Kirsche, ein  Hauch Pfeffer, festes, strafferes Tannin und dezente Holznoten.
Die Reben stehen  in der Lage Weinsberger Schemelsberg  auf  Lehm,  Ausrichtung nach Süd- Südwest, Steigung  35%- 40% in einer Höhe von 240 – 280 m über NN.  Auch hier erfolgte der Barrique-Ausbau zu 30% – 40% in neuem Holz.

Da Weinsberg auch ein Versuchsweingut ist, wird auch mit anderen, nicht heimischen Rebsorten gearbeitet.
Der erste Wein aus dieser Kategorie war ein typisches Bordeaux-Cuvee:

9. 2017  Staatsweingut Weinsberg, Grande Reserve,    
Cabernet Sauvignon 60%, Merlot 25%, Cabernet Franc 15%                  
Tiefdunkles, etwas blaustichiges Rot, im Bukett Pflaume, Kirsche, Brombeere und etwas Cassis, dazu etwas Vanille und Röstaromen. Im Munde dichte, vielschichtige Beerenfrucht mit kräftigem Tannin, dazu wieder Vanille und Röstaromen. Die Trauben für diesen Wein stammten vom Schemelsberg.

10. 2016  Staatsweingut Weinsberg, Syrah Reserve  
Dunkles Purpurrot, im Bukett dunkle Beerenfrüchte, etwas Kaffee, im Mund dann Brombeere, Pflaume, Kirsche. Wieder ein kräftiges Tannin, Kafffee und dezenten Holzaromen.

11. 2015  Staatsweingut Weinsberg, Nebbiolo 
Dunkles Kirschrot, im  Bukett rote Beeren, Brombeere,am Gaumen noch Kirsche, Pflaume, etwas Schokolade. Die Tanninstruktur ist deutlich härter, noch etwas adstringierend ruppig.Insgesamt leichtere Struktur, eher wie ein Nebbiolo aus dem nördlichen Piemont

12. 2012  Staatsweingut Weinsberg, Tempranillo 
Tiefdunkles Rot, im Bukett rote Beeren, Röstaromen, am Gaumen noch Pflaume, Kirsche, etwas Tabak, kräftiges Tannin mit Holz- und Röstaromen, langer Nachhall.
Zusätzlich hatten wir noch zweimal einen Sekt und einen Roséwein, die von Mitgliedern zu einem besonderen Anlass gespendet wurden und ohne Wertung liefen.

13. 2017  Dirk Kessler, Rotling Sekt, trocken, 
Müller Thurgau, Dornfelder            
Sektmanufaktur Dirk Kessler, Wintrich

14. Ralf Trautwein, Pinot – Chardonnay Sekt, brut,     
Spätburgunder, Chardonnay
Weingut Ralf Trautwein, Bötzingen               

15. 2017  Weinmanufaktur Hartmut Bick, Spätburgunder Rosé, Blanc de Noir, “440”
Spätburgunder          
Weinmanufaktur Hartmut Bick, ( Teilzeitkellermeister vom Weingut Ziereisen)

Damit endete unsere Probe. Wir hatten eine interessante Darstellung der Barrique-Herstellung und des Barrique-Ausbaus und konnten uns durch die präsentierten Weine selber ein gutes Bild machen. Die duchgängig gute Bewertung zeigt die hohe Qualität der vorgestellten Weine. Dafür möchten wir Herrn Florian Solymari herzlich danken.

Verfasser:  Dieter

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