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Archiv für die 'Allgemeines' Kategorie

Weinprobe Spanische Rotweine aus der Region Toro am 02.12.2021

Erstellt von Dieter am 7. Januar 2022

Lange stand dieses Gebiet im Schatten der Nachbarregion Ribera del Duoro, da die Weine recht rustikal, sehr breit und vor allem alkoholisch waren. Unser Weinbruder Uwe Lommertin wollte auf seiner Spanienreise vor Ort Weine für uns aussuchen, um uns zu zeigen, dass sich das inzwischen positiv verändert hat.
Leider konnte er seine Reise wegen der Corona-Pandemie nicht mehr durchführen. Stattdessen hat er aber in Deutschland eine interessante Auswahl an Toro-Weinen finden können. Die Probe war für den Dezember 2020 vorgesehen, da dann aber der große Lockdown vor Weihnachten zugeschlagen hatte, mussten wir diese Probe auf den Dezember 2021 verschieben. Und dieses Mal konnten wir die Probe endlich durchführen.

1.             2018  Finca Sobreneo, Roble                                            

Intensive rubinrote Farbe mit violetten Reflexen, ein sehr fruchtiges Bukett nach Kirsche, Pflaume, etwas Holunderbeere mit zarten Gewürze-Noten. Am Gaumen wieder viel Frucht, Süßkirsche, Pflaume, Brombeere mit frischer Säure und weichen Tanninen, vom Holz kommen noch etwas Gewürz-Noten und Vanille. Ein sauberer, fruchtiger Wein, nicht groß und anspruchsvoll, aber es macht Spaß ihn zu trinken.
Der Basiswein der Bodegas Sobreno reift für 4 Monate in gebrauchten amerikanischen Eichenholzfässern und anschließend 4 weitere Monate in der Flasche.

2.             2016  Finca Sobreneo, Crianza                                         

Intensive Granatrot mit violetten Reflexen, in der Nase neben roten Früchten wie Kirsche, Pflaume auch leichte Gewürz-Aromen, im Mund dann mehr Fülle, etwas fleischiger, viel rote Früchte, leichte Reife, eine weichere Säure, zartes Holz, der Wein wirkt aber noch etwas verschlossen mit einem recht adstringierendem Tannin.
Nach einer sorgfältigen Weinlese werden die Trauben entrappt, anschließen erfolgt die Maischegärung, vier Tage bei 10ºC und dann etwa 16 Tage bei maximal 28ºC. Danach reift der Wein etwa 8 Monate in amerikanischen, maximal 4 Jahre alten Barriques und dann 6 Monate auf der Flasche.

3.             2017  Rejadorada, Roble                                                    

Farbe: intensives Kirschrot mit violetten Rändern. Im Bukett feine Frucht-Noten, Pflaume, gekochte Sauerkirsche, Brombeere, Maulbeere, dazu leichte Röstaromen. Am Gaumen weich, rund und saftig mit schönen Fruchtaromen, weiche Säure und festes Tannin mit leichten Schokoladen- und Kakao-Tönen, Vanille und Gewürznoten.
Der Wein stammt von 15 – 30-jährigen Rebstöcken und wird nach der Gärung für 6 Monate im Barrique ausgebaut. 

4.             2016  Rejadorada, “Novellum”, Crianza                            

Der Wein zeigt ein dunkles Kirschrot mit violetten Reflexen.  In der Nase Aromen von dunklen Früchten mit einem Anklang an Röstaromen, Vanille und Lorbeer. Im Mund eine harmonisch ausgewogene Frucht, Waldfrüchte, Pflaume, etwas Kirsche, Brombeere, eine weiche Säure und feste, aber weiche Tannine, dazu Schokolade, Kakao, dezente Holz- und Gewürz-Noten.
Die Rebstöcke sind zwischen 25 und 50 Jahre alt. Nach einer Handlese erfolgt die Maischegärung bei 23°C. Anschließend erfolgt für mindesten 12 Monate der Ausbau in Barriques aus französischer und amerikanischer Eiche und eine etwa 2-jährige Flaschenreife.

5.             2017  Vetus, “Flor de Vetus”                                             

Im Glas erscheint ein tiefdunkles Kirschrot. Das Aroma ist fruchtbetont, Kirsche, Pflaume, Brombeere und leichte Röstnoten. Im Mund setzt sich die Frucht fort, mit weicher Säure und weichem Tannin. Feine Röstnote, etwas Gewürze und Karamell schließen sich im Abgang an, Insgesamt ein fruchtiger aber etwas karger Wein, es fehlt ihm die Dichte und Struktur.
Die Reben wurden 1990 auf einem 20 Hektar Weinberg auf 700m Höhe gepflanzt. Die Reberziehung erfolgt im Gobelet-System. Nach der Lese wurden die Trauben entrappt und teilweise noch gemahlen. Nach der Maischegärung erfolgte der Ausbau für 9 Monate in Barriques aus 50% französischer und 50% amerikanischer Eiche

6.             2016  Vetus, “Flor de Vetus”                                             

Der Wein fließt mit tiefem Kirschrot und violettem Rand ins Glas. Es entwickelt sich ein fruchtiges Bukett nach Kirsche, Waldbeeren, Pflaume und zarten Röstnoten. Im Mund dann kräftig, etwas cremig mit reifen, roten Früchten, einer frischen Säure und festen Tanninen. Im Abgang feine Röstnoten, etwas Lakritze, Schokolade und Gewürze. Der 2016’er Flor de Vetus zeigt deutlich mehr Frucht, Struktur und Fülle als der 2017‘er.
Nach der Maischegärung fand der Ausbau über 10 Monate in Barriques aus französischer und amerikanischer Eiche statt

7.             2016  Teso La Monja, Romanico                                       

Tiefes, schimmerndes Rubinrot. Im Glas entwickeln sich deutliche Aromen von Pflaumen, Kirschen, Cassis, sowie Anklänge von Gewürzen und Holzaromen. Am Gaumen mit würzigen Kirsch- und dunklen Beerenaromen, Kräutern, die von einer saftigen Säure und einem festem, reifen Tannin gestützt werden. Der Abgang ist lang und saftig und hinterlässt neben Tabak, Schokolade und Gewürzen eine leicht süße Note.
Dieser Basiswein ist vollmundig, frisch und ausgewogenen und bietet für seinen Preis viel Frucht.
Der Ausbau erfolgte nach einer längeren Maischstandzeit  zu 60% für 6 Monaten in gebrauchter französischer Eiche und zu 40% im Stahl.

8.             2016  Teso La Monja, Almirez                                             

Der Almirez präsentiert sich im Glas mit einem kräftigen, dichten Purpur mit violetten Reflexen. In der Nase Aromen von Kirschen, Pflaumen, Gewürze, geröstetem Kaffee, Vanille und Röstnoten.
Die Weinberge für den Almirez befinden sich bei den Orten Valdefinjas und Toro auf einer Meereshöhe von 750 bis 850 m und umfassen etwas 42 ha. Die Rebstöcke sind zwischen 15 und 65 Jahren alt.
Die Ernte und die Selektion der Trauben erfolgt händisch. Die Maischestandzeit und Gärung wurden bei 26 – 28 °C über insgesamt 21 Tage durchgeführt. Anschließend folgt nach dem malolaktischen Säureabbau der Ausbau über 12 -14 Monate in Barrique-Fässern aus französischer Eiche. Es wurden 30 % neue Fässer und 70 % gebrauchte, ältere Fässer verwendet.

9.             2015  Divina Proporcion, Abracadabra                             

Dunkle kirschrote Farbe. In der Nase ziegen sich Fruchtaromen von Pflaume, Kirsche, Brombeere, Blaubeere, etwas Unterholz und Vanille. Am Gaumen gute Dichte, etwas cremig, viel Frucht, im Abgang dann ein sehr straffes, aber reifes Tannin, leichte Süße, Kakao, etwas Zedernholz und Vanille.
Die erste Flasche hatte leider einen Korkfehler und war dadurch dumpf und breit.
Die Tauben werden für  mindestens vier Tage einer Kaltmazeration unterzogen. Danach erfolgt die Maischegärung über 14 Tage bei 24ºC. Anschließend erfolgt der Ausbau für 14 Monate in gebrauchten Barriques..

10.           2015  Finca Sobreneo, Reserva                                          .

Tiefdunkle kirschrote Farbe mit dunkelvioletten Rändern, ein kräftiges Bukett, vor allem nach reifem, rotem Obst und Röstaromen, Gewürznelken und Vanille. Im Mund ist der Wein dann samtig und weich, viel Frucht, Pflaume, Kirsche, Brombeere, weiche Säure und ein festes, adstringierendes Tannin. Dazu kommen deutliche Röstaromen, Schokolade Gewürznelken und Vanille. Ein kräftiger, gut strukturierter Wein, der aber etwas glatt und international wirkt.
Die Trauben werden entrappt und 5 Tage bei 7ºC kaltmazeriert, daran schließt sich Maischegärung bei maximal 28°C für etwa 15 Tage an. Danach reift der Wein 14 Monate in amerikanischen Eichenfässern, die Hälfte in neuen, die andere Hälfte in einmal verwendeten Fässern. Anschließend bleibt er 12 Monate in der Flasche, bevor er auf den Markt kommt.

11.           2017  Volior

Dunkles Kirschrot mit leicht violetten Rändern. In der Nase dichte Frucht nach Kirsche, Waldbeeren und etwas Vanille und Karamell. Im Mund dann dichte Struktur mit viel Pflaume, Schwarzkirsche, weiche Säure und festes, reifes Tannin. Dazu kommen dezente Holznoten, Vanille und eine Spur Karamell.
Die Trauben für diesen Wein  stehen auf kargen, sandigen und steinigen Böden auf etwa 670 m Höhe.Über den Ausbau ist nur bekannt, dass der Wein über 6 Monate in französischer Eiche reifte.       
Der eigentliche Hersteller ist nicht bekannt, es scheint sich um eine Sonderfüllung für Vinos.de zu handeln.

12.           2017  Teso La Monja, Victorino                                           

Rubinrot mit violetten Reflexen. Der Wein präsentiert sich mit einem vielschichtigen Bukett an Fruchtaromen, Pflaume, Kirsche, Brombeere mit etwas Kräuter, Kakao und Vanille. Am Gaumen ist der Wein dicht strukturiert, saftig mit deutliche Frucht-Aromen, mit feiner Säure, sehr gut eingebundenen, seidigen und weichen Tanninen und einer sehr dezenten Holzaromatik.
Es war kurz gesagt ein dichter, vielschichtiger Wein, der allen gefiel, ohne dabei gefällig zu werden.
Die Trauben wurden per Hand gelesen, dann entrappt und auf traditionelle Weise gequetscht. Die Maischegärung erfolgt über 21 Tage bei 26 – 28 °C, anschließend der malolaktische Säureabbau und Ausbau über 20 Monate in Barriques aus neuer französischer Eiche.

Unsere Weinbruder Uwe hat uns zeigen können, dass aus den ehemals sehr rustikalen, Alkohol-lastigen Weinen inzwischen doch sehr klare, fruchtbetonte Weine geworden sind. Für das nächste Jahr will er versuchen, nochmals eine Auswahl an Weinen vor Ort zu besorgen.  Für die gelungene Weihnachtsprobe möchten wir ihm herzlich danken.

Verfasser: Dieter

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Weinprobe Portugal Teil 2 am 25.11.2021

Erstellt von Dieter am 7. Januar 2022


Für diesen Termin war die Fortsetzung unserer Portugal-Weinproben vorge­sehen. Da die Referentin aber den neuen Corona-Regeln leider nicht entsprechen konnte, mussten wir die Probe im Interesse unserer Mitglieder absagen und auf das nächste Jahr verschieben.

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Weinprobe Portugal Teil 1 am 28.10.2021

Erstellt von Dieter am 7. Januar 2022

Portugal war für 2021 unser ausländisches Thema und sollte in zwei Weinproben abgehandelt werden. Daher freuten wir uns, dass wir für unsere erste Portugal-Probe Herrn Bernhard Schmitz als kompetenten Referenten begrüßen konnten. Er organi­siert öfter Weinreisen nach Portugal und verkauft unter dem Namen „Vollmundig, Feine Weine“ auch portugiesische Weine.
Portugal hat eine Rebfläche von etwa 240.000 ha (von der Fläche her die siebtgrößte der Welt) mit einer Jahresproduktion von etwa 6,5 Millionen Hektoliter. In der Rang­liste der weltweiten Jahresproduktion liegt Portugal damit knapp hinter Deutschland auf Rang 11. In den letzten 5 Jahren konnte Portugal seine Jahresproduktion um 8 % steigern und hat insbesondere im Export einige Erfolge. Etwa 15 % der Bevölkerung Portugals leben direkt oder indirekt vom Weinanbau.
Portugal hat heute fünf Weinbauzonen mit über 40 Qualitätswein-Anbau-gebieten, davon 26 mit DOC-Status. DOC heißt Denominação de Origem Contro-lada („geschützte Ursprungsbezeichnung“) und entspricht dem französischen AOP-System „Appellation d’Origine Protégée“. Sechs Regionen erzeugen IPR-Weine (Indicação de Proveniencia Regulamentada), entsprechend den französischen VDQS-Weinen; sie stellen eine Vorstufe zur DOC dar, acht Regionen haben Land-weine (Vinhos Regionais), entsprechend den französischen IGP-Weinen (Indication Geographique Protégée“; „geschützte geografische Herkunft“). Der Rest sind Tafelweine (Vinho de Mesa).
Portugal besitzt noch über 500 autochthone Rebsorten, die sogenannten Castas. Zur Weinproduktion sind 341 Sorten zugelassen (Stand 2013).

Das Land lässt sich in unterschiedliche Klimazonen unterteilen:
Im Norden kühl und feucht, in der Mitte warm und im Süden heiß und trocken.

Unsere verkosteten Weine stammen aus den folgenden Gebieten:
Minho (Vinho Verde)

Minho ist die größte portugiesische Weinregion mit ca. 34.000 ha und liegt im Nordwesten von Portugal zwischen Atlantik und dem Fluss Minho. Die fast ausschließlich erzeugten Weißweine tragen die Herkunftsbezeichnungen Vinho Verde DOC und Vinho Regional Minho. Der Weinanbau auf Terrassen, die bis auf 1400 m hoch liegen, geht auf die Römer zurück.
Die Weinreben stehen hier auf lockeren Granitböden, die auch dafür sorgen, dass trotz der hohen Niederschläge die Böden gut entwässert werden.
Eine Besonderheit der Region ist der Hochausbau. Die Reben ranken oft noch an Pergolen, Bäumen oder Stangen meterhoch, begrenzen oft Felder oder bilden Gänge.
Diese Form des Anbaus verhindert, dass die Feuchtigkeit in Bodennähe die Trauben faulen lässt und der Boden unter den Reben noch z.B. für den Gemüseanbau ge-nutzt werden kann.

Douro
Das Weinanbaugebiet des Douro im Nordosten von Portugal umfasst ca. 20.000 ha und ist die älteste abgegrenzte Weinregion der Welt. Neben dem bekannten Port-wein, dessen Qualitätskriterien der 1756 vom Marquis de Pombal festgelegt wurden, gibt es inzwischen auch trockene Rot- und Weißweine. Die Terrassen-Landschaft im Douro-Tal ist UNESCO Welterbe. Die Böden sind von Granit und Schiefer geprägt und liefern daher recht mineralische Weine, das Klima ist hier deutlich wärmer und trockener als im Norden.

Bairrada
Diese Weinanbaugebiet zeichnet sich durch sein mildes Klima aus. Es erstreckt sich an der Küste des Atlantiks entlang und rund um die Stadt Coimbraa. Hier werden Rot-, Weiß- und Schaumweine angebaut. Star der Rebsorten ist die Barga.
Die Reben stehen hier auf schweren, fruchtbaren Ton-Böden geprägt. Diese Region liegt nicht direkt an der Atlantik-Küste, dennoch ist der maritime Einfluss auf das Klima ausgeprägt.

Dao
Das Gebiet liegt zwischen Barada im Westen und Duoro im Nordosten und besitzt ca. 20.000 ha Anbaufläche für Wein. Es ist in 7 Unterregionen unterteilt. Die Region wird von den Gebirgen Serra do Buçaco und Serra do Caramulo durchzogen und deshalb sind die Weingärten typischerweise in Terrassenform angelegt. Dão ist ebenso wie die Wein-Region Douro durch Gebirge nach Westen hin von atlantischen Einflüssen weitgehend abgeschirmt, dadurch hat das Klima kontinentale beziehungsweise mediterrane Einflüsse. Die Winter sind regenreich und relativ rau, die Sommer heiß und trocken, der Herbst ist lang und kühl. Die Reben stehen über-wiegend auf Granitboden in Hochlagen. Nur im Osten gibt es einige kleine Bereiche mit Schiefer.

Lisboa
Diese Weinbauregion mit 30.000 ha Rebfläche liegt im zentralen Westen nördlich von Lissabon und zieht sich nach Norden an der Atlantikküste entlang bis zur Stadt Leiria. Der bis 2008 gültige Name Estremadura wurde geändert, um eine Verwechs-lung mit der spanischen Region Extremadura zu vermeiden. Das Klima wird stark vom nahen, kühlen Atlantik beeinflusst und zeichnet sich durch relativ milde Winter und warme, aber nicht übermäßig heiße Sommer aus. Durch die von Westen kom-mende, feuchte Meeresluft gibt es ausreichend Niederschläge für den Weinbau. Die mittelschweren Böden sind sandig oder lehmhaltig mit unterschiedlichem Kalkanteil. 

Alentejo
Mit rund 22.000 Hektar Weinanbaufläche, davon ca. 11.800 ha für DOC-Weine, ist der Alentejo das größte Weinanbaugebiet in Portugal. Das entspricht rund 10% des gesamten Weinanbaus in Portugal. Das Klima ist heiß und trocken, die Tempera-turen erreichen im Sommer über 40°C.
Bis Ende der 70’er Jahre war das Gebiet nicht für Wein bekannt, sondern für riesige Weizenfelder (deshalb auch als der Brotkorb Portugals bezeichnet), sowie für Olivenh­­aine und Korkeichenwälder. Mehr als die Hälfte der Weltproduktion an Korken stammt aus Portugal und davon wieder der größte Teil aus dem Alentejo.

Unsere Verkostung startete mit 3 Weißweinen:

1.             2020  Quinta de Gomariz, Loureiro                                    Minho 
                Loureiro                  

Der im Stahl ausgebaute, zitronengelbe Vinho Verde aus der Rebsorte Loueiro duftet nach Zitrus, Apfel und etwas floralen Noten. Am Gaumen zeigt er sich leicht mineralisch mit deutlichen Zitrus- und Stachelbeere-Aromen. Neben etwas Honigtönen und einer zarten Süße zeigt sich eine frische, lebendige Säure. Insgesamt ein recht ausbalancierter, frischer und trinkanimierender Wein.
Die Quinta de Gomariz hat eine Fläche von etwa 17 Hektar und liegt zwischen Porto und Braga, in der Region Vale do Ave, dem Herzen der Region Vinho Verde.

2.             2019  Adega de Moncao, “Deu la Deu”                              Minho
                Alvarinho                                                                              

Auch hier ein im Stahl ausgebauter zitronengelber Vinho Verde, diesmal aus der Rebsorte Alvarinho. In der Nase tropische Früchte neben blumigen Noten. Im Mund dann Zitrus, Apfel, Stachelbeere, etwas Honig, pflanzliche Noten und eine feste Säure. Leicht bittere Noten im Abgang. Ein recht intensiver, sehr trockener, breiter, fülligerer Wein mit viel Citrus-Noten.
Der Most der der ersten und zweiten Pressung wird nach einer eine Standzeit von 1 Tag bei 14°C dann temperaturkontrolliert bei 18-20°C kaltvergoren.
1958 gründeten 25 Weinbauern in der Kernregion für den Alvarinho, der Unterregion Moncao e Melgaco, die Genossenschaft von Moncao. Die Trauben für den Deu-La-Deu sind eine Selektion aus den besten Parzellen der Genossenschaft.

3.             2019  Quinta do Vallado, “Prima”                                      Duoro branco 

                Moscatel Galegö  (Gelber Muskateller)                                  

Ein hell strohgelber Wein mit einem feinwürzigen, leicht floralen Bukett, im Mund dann aber ein knochentrockener Wein mit Apfel, Birne, Mirabelle, viel Citrus aber nur sehr zarten Muskattönen, dazu kommt eine frische Säure.
Der Wein stammt von 30 Jahre alten Moscatel-Reben. Die Vergärung dauerte ca. 1 Monat bei 14-16°C nach dem portugiesischen Bica Aberta Verfahren (Beerenhülsen, Stiele und Traubenkerne werden vor der Gärung entfernt). Danach wurde er noch drei Monate in Edelstahltanks gelagert.
Die Quinta do Vallado in der Nähe von Peso da Regua wurde 1716 gegründet und ist eine der ältesten und bekanntesten Quintas des Douro-Tals.
Das Weingut besitzt ca. 64 ha Weinberge, von denen 26 ha mit alten Reben von mehr als 60 Jahren bepflanzt sind.

Nach den Weißweinen folgten drei Rosé-Weine:

4.             2019  Quinta de Chocapalha, Mar da Palha, Rosè              Tejo

                Tinta Roriz 50%, Touriga Nacional  50%,

Ein heller, intensiv lachsfarbiger Rosé mit einem Duft nach Johannisbeeren, Erdbeeren, und etwas Brombeeren, im Mund setzt sich das fort mit leichter, etwas breiter Struktur, frischer Säure und einem guten Abgang.Das Weingut wurde In den 1980er Jahren von Alice und Paulo Tavares da Silva erworben und umfasst heute ca. 45 ha Weinberge.

5.             2019  Quinta da Lapa, “Nana” Rosé                                   Tejo

                Touriga nacional 50%, Aragonez 50%,

Ein heller, lachsfarbiger Rosé mit einem Bukett nach roten Beeren, Zitrusfrüchten und Blumen. Im Mund dann mehr vollreife Sommerfrüchte, Johannisbeere und etwas Zitrus. Ein sauberer, fruchtiger Rosé mit frischer Säure.
Die Quinta da Lapa wurde vor 1733 gegründet und besitzt ca. 72 ha Weinberge in Manique do Intendente. Sie liegen in einer für den Weinbau begünstigten Lage, da durch den Bergrücken des Montejunto die Weinberge vor den kalten, feuchten Winden des Atlantiks geschützt sind.

6.             2017  Quinta da Lapa, “Clarete”

                Castellao 50%, Trincadera 50%                                           

Ein recht dunkler, rubinroter Rosé mit deutlich rotbeerigen Aromen in der Nase, die sich dann am Gaumen fortsetzen, viel Sauerkirsche, Pflaume und Brombeere. Der Ausbau im Holz ist kaum erkennbar, der Wein zeigt frische Säure und wirkt aber etwas kantig und karg. Für den Wein wurden weiße und rote Trauben nach einem von mittelalterlichen Mönchen entwickelten Rezept verschnitten und dann 12 Monate in Barriques aus französischer und amerikanischer Eiche ausgebaut.

Zum Abschluß wurden sechs Rotweine vorgestellt:

7.             2015  Quinta do Entroco, “Baga Blend”                   Beirada, Beira Alta 

                Baga 90%, Merlot 10%                                                       

Der Wein zeigt ein dunkles, gedecktes Rot mit leichtem Blaustich. Am Gaumen rote und schwarze Früchte, die sich im Mund fortsetzen, Pflaume, Waldbeeren wie Brombeere und Blaubeere. Eine kräftige, frische Säure und kräftige aber schon weichere Tannine, etwas Kakao und vom Barrique-Ausbau leichte Gewürz- und Rösttöne Der Wein wirkt noch etwas breiter und etwas ungehobelt, aber der 10%ige Anteil an Merlot hat die Frucht verstärkt und das Tannin etwas weicher gemacht.
Der Wein wurde 6 Monate in Barriques aus französischer Eiche ausgebaut.
Die Quinto do Entroco wurde 2000 in São Lourenço do Bairro von Dao Sui übernommen und gehört zur Gruppe Global Wines.
2005 wurde ein futuristischer Weinkeller in einem runden Gebäude, das einem riesigen Weinfass ähnelt, eröffnet. Neben dem Weinkeller gibt es auch ein Restaurant und einen Veranstaltungsraum.

8.             2016  Quinta de Cabriz, Reserva                                        Dao

                Touriga Nacional 40%, Alfrocheiro 30%, Aragonez 30%        

Ein tiefdunkler, intensiv rubinroter Wein mit leicht balsamischer, beeriger und etwas kräutriger Nase. Am Gaumen Waldbeeren, Pflaume, Kirsche und etwas Kräuter. Feste, gut eingebundene Tannine sowie zarte Rösttöne- und Vanillenoten vom Barrique-Ausbau. Der Wein hat ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.
Der Wein wurde 9 Monate in Barriques aus französischem Holz ausgebaut.
Die Quinta de Cabriz liegt in Carregal do Salak im Dao-Gebiet zwischen den beiden Hauptflüssen dem Mondego und dem Dao und besitzt 38 ha Weinberge und gehört ebenfalls zur Gruppe Global Wines.

9.             2017  Quinta do Crasto, Crasto Superiore                         Duoro tinto 

                Touriga Roriz, Touriga National, Touriga Barroca, Touriga Franca, Sousao    

Eine tiefe, rotviolette Farbe zeichnet den Wein aus. Einem intensiven Bukett nach Waldbeeren und leichten Gewürznoten folgt am Gaumen dichte Frucht nach Pflaume, Kirsche, Brombeere und anderen Waldbeeren. Eine feine Säurestruktur mit festen, runden, seidigen Tannine und dezente Holznoten runden den Wein ab. Der Wein wurde 12Monate in Barriques ausgebaut.
Die Ursprünge der Quinta do Crasto, in Sambrosa gehen zurück bis in das Jahr 1615. Inzwischen ist sie im Besitz der Familie Roquette. Von den 130 ha sind 70 ha mit Reben bepflanzt. Trotz moderner Technik wie Ausbau im Stahltank werden auch noch die traditionellen “Lagares” (offene Granitgärtanks) verwendet. Das Weingut gehört zu den großen bekannten Portwein-Produzenten.

10.           2013  Aneto, Reserve, tinto                                                Duoro tinto

                Touriga National 50%,  Touriga Franca 50%                        

Ein intensiv dunkler, rubinroter Wein mit kräftige Nase nach dunkelroten und schwarzen Früchten, Pflaume, Brombeere, etwas Kirsche, dazu leichte Gewürze-Noten, Zedernholz und etwas Leder, am Gaumen weiter dunkle, reife Früchte, Waldbeeren, dichte Struktur. Im Finale festes, reifes Tannin, dezentes Holz, und zarte Gewürz- und Vanillenoten.
Die sorgfältig selektierten Trauben wurden vollständig entrappt und in „Lagares” mit den Füßen gestampft, allerdings in einer Edelstahlvariante mit integrierter Kühlung und nicht in den traditionellen Granitbecken. Danach reifte der Weine für 12 Monate in neuen und alten 300 l-Fässern aus französischer Eiche.
Der Weinmacher Francisco Montenegro war früher bei einem der großen Portweinhäuser beschäftigt und hat 2001 das Weingut Aneto aufgebaut. Er besitzt neun Hektar Rebfläche in der Nähe von Régua sowie sieben Hektar für rote Rebsorten, in der Nähe von Pinhão.

11.           2017  Herdade do Rocim, Alicante Bouschet                     Alentejo

                Alicante Bouschet                                                              

Mit dunkelroter, fast schwarzer Farbe fließt der Wein ins Glas. In der Nase finden sich roten Früchte, etwas Schokolade und Gewürze. Im Mund folgt dann eine dichte, würzige, füllige Frucht nach roten Beeren, Pflaume, etwas Brombeere, Kirsche und Kräutern. Das Tannin ist noch sehr fest und adstringierend.
Nach manueller Lese in 12 kg Kisten wurden die Trauben auf dem Sortiertisch ausgelesen und im traditionellen Lagar “fußgetreten”. Danach folgte für 10 Monate der Ausbau in französischen Eichenfässern und anschließend mindestens 5 Monate Lagerung in der Flasche.
Die Herdade do Rocim besitzt 70 ha Weinberge, 53 ha für rote und 17 ha für weiße Rebsorten. 20 ha sind noch mit alten Rebstöcken bepflanzt. Die Weinberge sind teilweise zertifizierte ökologische Anbaufläche oder sie befinden sich in der Umstellung auf den ökologischen Landbau.

12.           2014  Herdada do Espora, Reserva                                    Alentejo.               

                Alicante Bouschet, Trincadeira, Aragonez, Cabernet Sauvignon

Ein intensiv dunkler, rubinroter Wein, der nach rotem Obstkompott mit einem Hauch Gewürzen, Schokolade und Tabak riecht. Dann folgen im Mund wieder reife rote Früchte, Pflaume, Kirsche etwas Cassis, Bitterschokolade und leichte Gewürz- und Tabaknoten. Ein dichter, gut strukturierter, vielschichtiger Wein mit festem, aber reifem Tannin. Das war nicht zu Unrecht der bestbewertete Wein des Abends.
Der Wein wurde für 12 Monate in Barriques (70% franz, und 30% amerik. Eiche) ausgebaut.
Die Herdade do Esporão lässt sich bis in das Jahr 1267 zurückverfolgen. Das Gut liegt ca. 190 km südöstlich von Lissabon in der Nähe des Städtchens Reguengos de Monsaraz und umfasst ca.  2000 ha. Davon sind ca. 450 ha mit Reben bestockt, ein weiterer Teil mit Olivenbäumen oder Korkeichen. Es wurde 1973 von der Weinhandelsfirma Finagra gekaufte, aber ein Jahr später während der Nelkenrevolution durch die Arbeiter besetzt und selbstverwaltet geführt.  Seit 1979 ist das Gut wieder im Besitz der ursprünglichen Eigentümer, diese durften aber anfangs ihre Weine nur in der örtlichen Genossenschaft keltern. Nachdem ab 1987 in neueste Kellertechnik und in die Erneuerung der Weinberge investiert wurde, konnte 1989 der erste Wein selbst abgefüllt und unter dem Namen „Esporao“ vertrieben werden.

Damit waren wir am Ende der Probe. Es konnte leider nur ein kleiner Einblick in die Weinwelt Portugals sein, aber für die kompetente Zusammenstellung und Präsentation der Weine möchten wir uns bei Herrn Bernhard Schmitz herzlich bedanken

Verfasser: Dieter

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Weinprobe Istrien: Rotweine mit der Rebsorte Teran am 23.09.2021

Erstellt von Dieter am 7. Januar 2022

Unser ausländisches Thema für 2020 war Istrien, dafür hatte unser Weinbruder Ceca je eine Weißweinprobe und eine Rotweinprobe mit der autochthonen Rebsorten zusammengestellt. Durch den Corona-Lockdown 2020 mussten die beiden Proben ins Jahr 2021 verschoben werden.
Nach der Weißweinprobe mit dem istrische Malvazija (Malvasia) im Juni wollten wir nun die Rotweinprobe mit der Rebsorte Teran oder auch Terrano durchführen.
Terrano ist eine Rotweinsorte, die vor allem an der östlichen Adria angebaut wird und ähnlich wie Refosco dal Peduncolo Rosso im Friaul eine Varietät der Sorte Refosco ist. Im italienischen DOC-Bereich Carso ( Karst) nördlich von Triest wird der Terrrano del Carso angebaut. In Slowenien wird die Rebsorte im Anbaugebiet Kras (Karst) Kras Teran und in Kroatien auf der Halbinsel Istrien Teran genannt.
Die Varietät Teran entstand auf den Karstböden der Region und auf den am Mittel­meer häufigen Terra Rossa Böden.
Die Sorte ergibt tiefdunkelrote, fruchtige Weine mit eine guten Säure und kräftigem Tannin. Deshalb kann ein Ausbau in Barriques sinnvoll sein, um die oft rustikalen Tannine zu zähmen. Refosk wird die Sorte im slowenischen Istrien genannt, während sie auf dem slowenischen Karst und in Kroatien als Teran bezeichnet wird. Der Unterschied in der Bezeichnung ist sinnvoll, da vom Karst vollere Wein kommen als von der Mittelmeerküste.

1.         2015  Marijan Arman, Teran   
            Refosko (Teran),   13,7% Alk.

Im Glas eine dunkle, rote Farbe, in Nase dann würzig nach Waldbeeren, Brombeere, Blaubeere, Pflaume und viel Sauerkirsche, was sich im Mund dann fortsetzt. Ein recht fruchtiger Wein, aber mit einer etwas bissigen, spitzen Säure und etwas grobem, adstringierendem Tannin. Ein Teran aus der Basislinie, recht einheitlich bewertet wurde.
Dieser Wein wurde im großen Holzfass ausgebaut.

2.         2015  Coronica, Teran   
           Refosko (Teran) ,    13,7% Alk.

Der Wein kommt mit dunkelroter Farbe ins Glas und verströmt dann deutlich rote Beeren und etwas animalsche Noten. Am Gaumen recht fruchtig nach roten und schwarzen Johannisbeeren, Kirschen, Blaubeeren und Sauerkischen. Er zeigt eine ausgeprägte Frische durch die deutliche, aber auch spitze Säure. Im Hintergrund leicht animalische Töne und ein härteres, adstringierendes Tannin.
Auch dieser Wein wurde als einfacherer Teran aus der Basislinie eingestuft und die Meinungen gingen hier wenig auseinander.
Der Ausbau erfolgt traditionell mit kurzer Reife im Holzfass.    

3.       Pirat

Hier war ein dem Teran ähnlicher Wein mit viel Säure und Tannin, wie z.B. ein Baga aus Portugal vorgesehen, der aber nicht mehr besorgt werden konnte.

4.         2015  Cattunar, Teran, “4Terre”                                            
           Refosko (Teran) ,     13,5% Alk.

Im Glas leuchtet der Teran im intensiven Rot. In der Nase Pflaume, Brombeere, Kirsche und etwas und Kräuter. Im Mund setzt sich das mit deutlichem Sauerkirsch-Ton und festem Tannin und dezenten Holznoten, Nelke, Schokolade und Kräutern fort. Ein Wein mit mittlerem Körper, aber weicherer, reiferer Frucht, besser integrierter Säure und  reiferem Tannin.
Der Wein stammt von zwei Weinbergen in südwestlicher Ausrichtung. Die Reben sind 30 Jahre alt und werden in Guyot-Erziehung gehalten. Der Boden besteht aus Kalkstein, Dolomit, Lehm und Flysch.
Nach der Handlese im Oktober wurde der Wein bis zu 90 Tagen auf der Maische gelassen und dann in Holzfässern und im Edelstahl ausgebaut.

5.         2017  Matosevic, “Grimalda Crno”
             Merlot 60%, Refosko (Teran) 30%, Cabernet Sauvignon 10%,   13,0 % Alk.

Ein dunkelroter Wein mit viel roter Frucht in der Nase. Am Gaumen dann dichte Frucht, Pflaume, reife Kirsche, Brombeere und etwas Cassis. Dazu kommt eine deutliche, etwas dominante Säure und ein festes, aber schon reiferes Tannin mit Schokolade-Noten und Holz-Noten nach Rauch und geröstetem Brot. Ein recht voller und körperreicher Wein, der aber etwas untypisch für die Gegend ein Bordeaux-Cuvee mit seinen 60% Merlot und 10% Cabernet Sauvignon repräsentiert. Das war der Wein, bei dem die Beurteilungen ab stärksten auseinander gingen.
Maischestandzeit und Vergärung für 1 – 2 Wochen, dann Ausbau für 15 Monaten in französischer Eiche, danach weiterer Ausbau im Edelstahl und auf der Flasche.

6.         2017  Benvenuti, Caldierosso
       Refosko (Teran) 50%, Merlot 17%, Nebbiolo 16%, Tempranillo 17%,   13,0% Alk.

Ein rubinroter Wein aus einem ungewöhnlichem Cuvee aus Refosko (Teran), Merlot, Nebbiolo, Tempranillo. In der Nase etwas erdige Noten, Kompott und Veilchen. Im Mund dann ein dichter, kirschfruchtiger Wein, etwas Brombeere, Blaubeere, Pflaume, Sauerkirsche und würzige Kräuter. Das setzt sich mit den gut integrierten Tanninen und den dezenten Holznoten fort. Eine kräftige, aber recht gut eingebundene Säure hält den Wein frisch.
Die Trauben wachsen in zwei Weinbergen, Španjole und St. Elisabetta, 300 m über dem Meeresspiegel. Jede Sorte wird separat vinifiziert. Es  folgt eine 10-tägige Maischegärung, dann der Verschnitt und anschließen wird der Wein für 12 Monate in slawonischer Eiche ausgebaut.

7.         2015  Marijan Arman, Teran Rezerva                                         
           Refosko (Teran),       13,7% Alk.

Ein dunkelroter Wein, der eine intensive Nase nach Brombeeren, Pflaumen,  Zeder, Tabak, und Veilchen zeigt. Leider zeigen sich aber auch schon deutlich oxidierte Noten, was sich im Mund dann fortsetzt.
Er besitzt ein festes, dichter Tannin und leichte Holznoten nach Mokka, Bitterschokolade, Zeder und Tabak, daneben aber auch wieder breite oxidierte Noten. Die Säure ist unharmonisch spitz, fast wie eine Todessäure eines Weines, der sich schon etwas verabschiedet hat. Er fällt zwischen den anderen beiden Weine deutlich ab. Schade.
Dieser Teran Reserva reifte 12 Monate in Barriques.

8          2017  Benvenuti, Teran “Anno Domino”                               
          Refosko (Teran) ,      13,5% Alk.  

Im Glas zeigt sich der Wein mit dunklem Rubinrot. Im Bukett dunkle Waldfrucht,  Kirsche, Blaubeere und Brombeere, im Mund dann kräftig und körperreich, mehr rote Beeren, neben Kirsche und Brombeere auch etwas Himbeere, mediterrane Kräuter und dezente Holznoten.
Ein dichter Wein mit interessanter Frucht, der nach einer Maischegärung von 20 Tagen für 24 Monate in Barriques reifte.

9.         2011  Cattunar, Teran “Barrique”                                          
           Refosko (Teran) ,     13,0% Alk.

Im Glas dunkles Rubinrot, dann ein würzige Bukett, rote Beeren, Pflaume, etwas Kirsche und Brombeere, was sich dann im Mund fortsetzt. Ein weicher, recht eleganter, weicher Wein mit zarter Süße, dezentem Holz mit Gewürz-Aromen, aber noch festem, adstringierendem Tannin. Es zeigt sich ein interessantes Spiel zwischen der deutlichen Säure des Teran und den Holznoten der Barriques.
Der Teran Barrique wird aus voll ausgereiften Trauben hergestellt, nach längerer Maischstandzeit vergoren und drei bis vier Jahre in kleinen Barriques gereift.

10.       2013  Cattunar, Teran “Kappi”                                                
           Refosko (Teran),     13,6% Alk.

Der Wein zeigt eine intensivem dunkelrote Farbe, das Bukett dunkelfruchtig, Pflaume, Brombeere, Kirsche mit einem Hauch Zimt und Nelken. Leider kommen auch hier wieder leicht oxidierte Noten auf.
Am Gaumen dann weiter , Pflaume, Brombeere, Kirsche, etwas Sauerkirsche. Der Rebsorte entsprechend wieder  eine kräftige Säure und vom Holz Gewürznoten nach Kaffee, Kakao, Tabak Vanille und Nelken. Leider wirkt alles aber durch das harte, kantige Tannin recht unharmonisch.
Die Trauben stammen von zwei Weinbergen in südwestlicher Ausrichtung. Die Reben sind 30 Jahre alt und werden in Guyot-Erziehung gehalten. Der ist Boden rot und grau aus Kalkstein, Dolomit, Lehm, Flysch.
Der Wein wurde aus vollreifen und teilweise auch am Stock getrockneten Trauben hergestellt. Er wird bis zu 150 Tagen auf der Maische gelassen, dann für 2 – 3 Jahre in Holzfässern verschiedener Größe und im Edelstahl bzw. Amphoren ausgebaut.

11.      2016  Coronica, Gran Teran                                                    
          Refosko (Teran),     14,0% Alk.     

Der Wein läuft mit tiefdunkler, rubinroter Farbe ins Glas. Er duftet nach roten Beeren, Pflaume, Brombeere, Blaubeere und etwas mediterranen Kräuternoten. Im Mund zeigt er sich dann reif und vollmundig, viel reife Frucht, Pflaume, Kirsche, Brombeere mit frischer, gut integrierter Säure und geschmeidigen Tanninen. Neben den Fruchtaromen sind im Abgang dann auch Kakao, Schokolade und Vanille zu erkennen.
Hier ist es gelungen einen dichten aber auch fein strukturierten Wein mit frischer, gut eingebundener Säure und geschmeidigen Tanninen aus dieser etwas ruppig-rustikalen Rebsorte zu erschaffen. Deshalb war das auch der Wein mit der zweibesten Bewertung des Abends.
Der Gran Teran als Spitzenrotwein des Weinguts wird nur in guten Jahren produziert. Nach der Maischegärung erfolgt der Ausbau in Holzfässern verschiedener Größe, je nach Bedarf

12.       2007  Cattunar, Cuvee “Tre regine”                                        
           Refosko (Teran) 50%, Cabernet Sauvignon 25%, Merlot 25% ,   13,4% Alk.

Der Wein hat eine dunkelrote Farbe. In der Nase zeigen sich Waldboden, dunkle Beeren, Pflaume, Brombeere, Blaubeere und etwas Sauerkirsch-Kompott. Über allem liegt ein Hauch von Bretanomyces.
Im Mund dominieren dann die Waldfrüchte mit einem Hauch Vanille und einer zarten Süße. Das Tannin ist straff, aber reif und weich, im Abgang zeigt sich Kakao, Schokolade und etwas Vanille.
Ein interessanter Wein mit feiner Reife, bei man es geschafft ,hat die Säure und das Tannin zu zähmen.
Die Trauben stammen von drei Weinbergen in südwestlicher Ausrichtung. Die Reben sind 30, 25 und 60 Jahre alt und werden in Guyot-Erziehung gehalten. Der ist Boden rot und besteht aus Kalkstein, Flysch und roter Erde.
Der Wein ist ein Cuvee aus Refosko (Teran) 50%, Cabernet Sauvignon 25% und Merlot 25%. Merlot und Cabernet Sauvignon wurden einer Maischegärung von 40 – 60 Tagen, der Teran von 90 – 100 Tagen unterzogen. Für 2-4 Jahre wurde der Teran dann in Barriques und Merlot und Cabernet Sauvignon in Ton-Amphoren ausgebaut. Danach erfolgte die Cuveetierung und Abfüllung auf Flaschen.

Damit waren wir am Ende der Probe angekommen, auf der wir die verschiedensten Charaktere der Teran-Weine verkosten konnten, von recht rustikal mit spitzer Säure und kantigem Tannin bis zu recht elegant im Barrique gezähmten Weine mit frischer Säure und weicherem Tannin.
Wir möchten unserem Weinbruder Ceca dafür danken, dass er vor Ort die Weine zusammengesucht hat. Aufgrund der Chorona-Verordnung konnte er die Probe nicht mehr moderieren, sodaß diese Aufgabe dem Verfasser dieses Berichtes zufiel.

Informationen zu den Weingütern:

Marijan Arman,  (Wein 1 und 7)
Das Weingut Marijan Arman befindet sich in der Gemeinde Vizinada, im Hinterland von Novigrad. Seit 1880 wird Weinbau betrieben, aber erst 1990 wurde von Marijan Arman das heutige Weingut begründet. Auf 11 ha werden zu 60 Rot- und zu 40% Weißweine produziert. Die Weingärten erstrecken sich auf den Hängen am Flusses Mirna. Durch die südwestliche Ausrichtung wird eine optimale Sonnenbestrahlung ermöglicht.

Coronica,  (Wein 2 und 11)
Das Weingut liegt zwischen Umag und Novigrad im Ort Korenki und wurde 1992 von Moreno Coronica gegründet. Die Weinberge sind auf den nährstoffreichen Terra Rossa-Böden.

Cattunar,  (Wein 4, 9, 10, 12)
Das Weingut Cattunar aus Brtonigla im Westen Istriens ist seit Generationen im Weinbau tätig. Franco Cattunar und seine Frau Vesna haben 1985 das Weingut übernommen und in die Modernisierung des Weinguts und den Weintourismus investiert. Auf insgesamt 56 ha Weinbergen stehen neben einheimische Rebsorten wie Malvasia, Teran und Muškat Momjanski auch internationale Sorten wie Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Merlot und Sauvignon Blanc. Das Weingut hat sich darauf spezialisiert, seine 4 Bodentypen: grauer Boden, schwarzer Boden, roter Boden und weißer Boden in den Weinen auch erkennbar zu machen.

Matosevic,  (Wein 5)
Das Weingut hat zwei Produktionsstandorte: einmal im Nordwesten in Buje, wo mit Partner Trauben produziert werden und in Zentral-Istrien, in der Nähe des Dorfes Grimalda, wo zwei Weine der  Grimalda White und der Grimalda Red hergestellt werden.

Benvenutti,  (Wein 6 und 8)
Das 6 ha große Weingut der Familie Benvenutti liegt in Kaldir, in der Nähe der Kleinstadt Motuvun im Herzen der Region Istrien. Produziert werden 90% Rotweine und 10% Weißweine.

Verfasser: Dieter

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Der Einfluss des Klimawandels auf unsere Rebsorten, Weinprobe am 15.07.2021

Erstellt von Dieter am 7. Januar 2022

Für unsere Technikprobe konnten wie Herrn Reinhard Antes gewinnen, der in Heppenheim an der Bergstraße einen der wenigen in Deutschland noch vorhandenen Rebzuchtbetriebe leitet.

Der Betrieb wurde1952 durch seinen Vater Vinzenz Antes gegründet und 1994 an die Brüder Reinhard und Helmut Antes übergeben. Inzwischen arbeiten auch schon ihre Kinder mit. Der Betrieb wurde aufgespalten in die Reinhard und Helmut Antes GbR, die mit 48 ha der größte Weinbaubetrieb der hessischen Bergstraße ist und neben dem Weinbau auch Rebenveredlung, Unterlagenproduktion und Edelreis­produktion betreibt und die Antes Weinbau Service GmbH, die den Rebenverkauf weltweit betreibt. Dazu gehören auch Beratung, Planung, Projekt-Management und Ausführung. Es werden Edelreiser in eigenen Vermehrungsanlagen produziert und dafür Versuchs- Vergleichs- und Adaptionsanlagen betrieben. Über 400 Sorten und Klone sind im Anbau, dabei erlauben viele verschiedene Klone einer Sorte den direkten Vergleich der Klone, daneben sind über 100 historische Sorten in der Erhaltungszüchtung und auf 3,5 ha wird eine Piwi-Vergleichsanlage (für pilzwiderstandsfähigen Rebsorten) mit rund 75 verschiedenen neuen Piwi-Sorten betrieben.

Etwa 2500 Kunden werden betreut. Der Rebveredler stellt die Verbindung zwischen den Züchtern und den Winzern und umgekehrt dar. Dadurch besteht oft ein sehr langes Vertrauensverhältnis zwischen Winzer bzw. Weingut und dem Rebveredler.  Er muss dazu über die betrieblichen Besonderheiten des Weinguts Bescheid wissen. (Strategie, Marktposition des Weingutes, ist es ein Fasswinzer, ein Premiumwinzer bzw. ein Biobetrieb etc.), um eine gute Beratung leisten zu können.

Nun zum Thema Klimaveränderung:

Die Rebe stellt folgende Anforderungen an ihren Lebensraum: Jahresdurchschnittstemperatur: 9-13 °C
Winterdurchschnittstemperatur über 0 °C
Tiefste Wintertemperatur: ca. minus 20 °C
Durchschnittstemperatur während der Blüte (Juni): nicht unter 15 °C
Mittlere Juli-Temperatur: ca. 20 °C,
Jährliche Sonnenscheindauer: Mindestens 1300 Std, Optimum: 1700-2000 Std, davon während der Vegetation: 1100-1600 Std.

Diese Bedingungen werden in zwei Bändern entlang der gemäßigten und subtropischen Zonen der Erde erreicht.

Früher galt für die Nordhalbkugel der 30. Grad bis 51. Grad nördlicher Breite, heute ist das Band bis auf 58 Grad nördlicher Breite (Norwegen) verschoben.
Auf Grund der Meeresströmung des Golfstroms ist das Band auf der Nordhalbkugel breiter.

Für die Südhalbkugel galt früher der 30. bis 40. Grad südlicher Breite, heute ist das Band bis auf 45 Grad südlicher Breite (Neuseeland) verschoben.

Die einzelnen Rebsorten haben unterschiedliche Wärmeansprüche und daraus ergibt sich in Deutschland ein Band von 5-6 Wochen für die Reifezeiten z.B. für:
Müller-Thurgau:  Anfang September und damit wird bei uns jetzt zu früh reif
Cabernet Sauvignon: Ende Oktober, und damit wurde früher bei uns nicht reif.

Durch die Klimaerwärmung wandert der Weinbau nach Norden, bzw. in höhere Lagen und frühreifende Rebsorten sterben aus. Rebsorten aus südlicheren Gebieten können inzwischen auch bei uns gepflanzt werden und ausgereifte Trauben liefern.

Die gestiegenen Durchschnittstemperaturen in Deutschland haben zur Folge:
–  zu frühe Reife der Traube
–  zu frühe Fäulnis, weil es zur Reifezeit noch feucht und sehr warm ist
–  mehr Krankheiten, weil es wärmer ist,
–  mehr Extremereignisse, wie Trockenschäden durch fehlenden Regen und hohe Temperaturen, Unwetterschäden durch Regen, Sturm oder Hagel.
–  weniger Säure, weil es in der Reifezeit nachts zu warm ist und dadurch
auch geringere Haltbarkeit (Weißweine)
–  zu hohe Alkoholgehalte durch mehr Zuckerproduktion

Für die Rebzüchter ergeben sich folgende Möglichkeiten, auf die Auswirkungen der Klimaveränderung zu reagieren
–  Suche nach Klonen, die lockerbeeriger sind, festere Schalen haben oder später reifen.
–  Adaption von Rebsorten aus südlicheren Gebieten an unser Klima.
– Neuzüchtungen, die vor allem eine bessere Pilzresistenz zeigen.

Diese Möglichkeiten hat unser Referent versucht, an den nachfolgenden Weinen zu demonstrieren. Die Weine stammen alle von den Bergsträsser Winzer Eg, Heppenheim.

1.       2019  Bergsträßer Winzer, Goldmuskateller Sekt, trocken    

Ein goldgelber Sekt, in der Nase exotische Noten, reife Stachelbeere, Birne, Mirabelle, Citrus und sehr dezente Muskatnoten. Im Mund setzt sich das fort mit einer breiteren Frucht und etwas dienlicher Süße, aber auch frischer Säure. Ein würziger Sekt, der fast allen gefällt.
Goldmuskateller gehört wie der Gelber Muskateller zur großen Familie der Muska­teller. Im Vergleich zum Gelben Muskateller ist er etwas fäulnisfester, da die Trauben lockerbeerig, die Beerenhäute dickschalig sind und die Sorte etwa 14 Tage später reift als z.B. Riesling. Da die Rebsorte eine gute Säurestruktur hat und niedrigere Most­gewichte erreicht, eignet sie sich gut für Sektherstellung.

2.       2019  Heppenheimer Steinkopf, Rotling, „Botschafterwein“, feinherb  

Helles, gelbliches Rosa. Ein verhaltener Duft, aber im Mund recht saftig, Birne, Mirabelle­, Erdbeere, etwas Johannisbeere, Rhabarber und Grapefruit. Dazu kommen eine dezente Säure, leicht herbe Noten und eine etwas dienliche Süße.
Das Cuvée besteht aus einem spätreifenden, historischem Rebsatz, der aufgrund seiner späteren Reife mit der Klimaveränderung besser zurechtkommt.

3.       2019  Bergsträßer Rotwein, „Cuvee Melampus“   

Der Wein kommt mit einem hellen, gelblichen Rot in das Glas. In der Nase würzige Noten nach grüner Paprika, Kirsche, Brombeere, Cassis, am Gaumen recht intensive, etwas breitere Beerenfrucht mit frischer Säure und zarten Holznoten.
Diese Cuvée ist der erste Wein aus fünf innovativen, neuen Rebsorten, die durch das Weinbauinstitut Freiburg gekreuzt wurden. Die 5 Rebsorten wurden 2015 in einer Pilot-Fläche erstmals gepflanzt, und sind so neu, dass sie noch keinen Namen tragen.
Die hohe Pilztoleranz dieser Sorten ermöglicht weniger bis keine Fungizid-Sprit­zun­gen.

4.       2018  Bergsträßer Winzer, „Cuvee Centurio“

Dunkles Rubinrot, im Bukett Aromen von Pflaume, Schwarzkirsche und dunklen Beeren mit einer leichten Tabaknote, am Gaumen kommt eine weiche, frische Säure, ein festes, schokoladiges Tannin und leichte Rauchnoten vom Barrique-Ausbau dazu. Die Weichheit und Fülle des Merlots lässt nur noch wenig vom Spätburgunder erken­nen.
Hier haben wir eine Cuvée aus einer traditionellen Rebsorte und einer Rebsorte aus südlichen Gebieten.

5.       2018  Heppenheimer Steinkopf, Merlot, “Superior” 

Ein intensives, dunkles Purpurrot zeichnet den Wein aus. Er zeigt ein weiches, fülliges Bukett nach Pflaume, Schwarzkirsche und Brombeere mit dezenten Holznoten, im Mund folgt dann ein klarer, kraftvoller Körper, mit angenehmer Säure, feiner Tannin­Struktur, sowie leichten Schokoladen- und dezenten Holznoten.
Merlot als südländische Sorte reift aufgrund der Klimaveränderung inzwischen auch in Deutschland aus.

6.       2020  Heppenheimer Eckweg, Roter Riesling, Kabinett, feinherb         

Helles Strohgelb im Glas, in der Nase viel grüner Apfel, Zitrus, Pfirsich, exotische Früchte, im Mund dann würzig mit zart Mineralität, frischer Säure und dezenter Süße. Im Gegensatz zum weißen Riesling zeigt die Rebsorte eine etwas breitere, fülligere Frucht.
Der Rote Riesling ist eine Mutation des Weißen Rieslings und war fast vollständig verschwunden. 1991 begann die Universität Geisenheim, den Roten Riesling züchterisch zu bearbeiten und 2002 konnte er wieder angepflanzt werden. Aus Marketing-Gründen wird gerne behauptet, dass der Rote Riesling die Urform des Rieslings ist, 2016 wurde aber durch verschiedene molekularbiologische Unter­suchungen nachgewiesen, dass der Rote Riesling eine Mutation des Weißen Rieslings ist (Presseinformation des Julius-Kühn Institutes vom 16.12.2016).
Die Weine des Roten Rieslings sind fast immer etwas kräftiger und stoffiger als die des Weißen Rieslings. Analytisch feststellbar ist ein 2 bis 3 g/l höherer zuckerfreier Extrakt. Bei weiterer Klimaänderung könnte der Rote Riesling Vorteile haben, da er mit seinen rötlichen Trauben wegen schützender Stoffe in der Beerenschale größerer Hitze bes­ser verträgt als der Weiße Riesling mit seinen hellen Trauben.

7.       2020  Heppenheimer Steinkopf, Rosa Chardonnay, Spätlese  

Helles Grüngold, sehr aromatisch im Bukett, Birne, exotische Früchte, Birne, Grapefruit, eine Spur Honigmelone. Im Mund breiter, aber recht ausgewogen, würzig süßliche Früchte mit angenehmer Säure und leichter Restsüße.
Die Chardonnay-Variante ist eine lockerbeerige Selektion von Klonen mit robusterer, roter Beerenschale. Diese Variante könnte bei weiterer Klimaänderung Vorteile haben, da sie wegen schützender Stoffe In der Beerenschale größerer Hitze besser wider­stehen kann als weiße Trauben.

8.       2019  Heppenheimer Schlossberg, Grauburgunder, Spätlese

Helles Gelb, Duft nach gelben Früchten, Honigmelone, Birne und Banane, im Mund recht dicht und füllig, sehr weich und zart cremig mit sehr dezenter Säure.
Diese traditionelle Sorte ist eine Selektion von kleinbeerigen, lockerbeerigen Klonen, die sich nicht abdrücken und daher weniger leicht faulen. Damit kann die Rebsorte auch in Zukunft noch bestehen.

9.       2019  Heppenheimer Schlossberg, Souvignier Gris, Spätlese

Helles Gelb, feiner Duft nach gelben und exotischen Früchten, im Mund recht würzig, stoffig mit sehr weicher Säure und mehr Restsüße. Der Wein zeigt neutralere, burgunderartige Frucht wie Grauburgunder und in Anklängen auch etwas wie ein Chardonnay, ist aber breiter und es fehlt etwas Eleganz.
Souvignier Gris ist eine Kreuzung Cabernet Sauvignon als (als Muttersorte, ♀) und Bronner als (als Vatersorte, ♂), der wiederum aus der Kreuzung von Merzling (als Muttersorte, ♀) × Gm 6494 (als Vatersorte, ♂) entstanden ist.
Diese Neuzüchtung kann den Grauburgunder in Zukunft vielleicht ersetzen, da sie lockerbeerig ist und daher eine gute Toleranz gegenüber Pilzkrankheiten besitzt. Vorteilhaft ist auch ein sehr langes Erntefenster, sodass vom Qualitätswein über Kabinett und Spätlese bis zu Eiswein alle Weintypen abgedeckt werden können. Im Charakter sind die Weine kräftig-stoffig, meist neutraler oder nur leicht fruchtig.

10.     2018  Heppenheimer Stemmler, Solaris, Auslese    

Helles Gelb, würziger, exotisch-fruchtiger Duft nach reifer Stachelbeere, Birne, Mirabelle, im Mund dann würzige, vollreife Frucht, wieder Birne, Mirabelle, reife Stachelbeere, dazu feine Säure und angenehme Süße. Als Auslese zeigt der Wein eine leichte Botrytis-Note.
Solaris wurde 1975 am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg aus den Sorten Merzling (als Muttersorte, ♀) und Gm 6493 (als Vatersorte, ♂) gekreuzt. Sie hat eine hohe bis sehr hohe Toleranz gegenüber Pilzkrankheiten und eignet sich für die Verwendung als Federweißer, für trockene sowie für edelsüße Weine. Sie ist universell einsetzbar z.B. bei hohem Peronospora-Druck, auch in Lagen über 1000 m Höhe (Südtirol und Trento) und ist deshalb in Nordeuropa (Dänemark, Schweden und Norwegen) Kultsorte geworden.

11.     2018  Heppenheimer Stemmler, Auslese     

Helles Gelb, würzig exotisches Bukett, Birne, reifer Apfel, Birne und ein zarter Muskat­ton, am Gaumen dicht und würzig, Holunder, mit feiner Säure und deutlicher, ange­nehmer Süße.
Muscaris wurde 1987 am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg aus den Sorten Solaris (als Muttersorte, ♀) und Gelber Muskateller (als Vatersorte, ♂) gekreuzt. Sie hat eine hohe bis sehr hohe Toleranz gegenüber Pilzkrankheiten und eignet sich für Perlweine wie auch für Appetitiv- und für hochwertige Dessert-Weine.

12.     2020  Heppenheimer Stemmler, Souvignier Gris, Eiswein

Hell bernsteinfarben, würziges, vollreifes Bukett, viel gelbe Früchte, am Gaumen sehr sauber und dicht, aber etwas breiter und fülliger, wieder viel gelbe Früchte, Birne, Mirabelle, Aprikose, reife Stachelbeere. Der Wein zeigt eine deutliche Süße, die aber durch die frische Säure gut kompensiert wird.
Die Rebeigenschaften sind wieder dieselben wie bei Nr. 9, dem Heppenheimer Schlossberg.

Damit waren wir am Ende der Verkostung angekommen, in der uns Herr Reinhard Antes einen kleinen Ausblick auf Aufgaben der Rebveredler und die mögliche Zukunft des Weinbaus in Deutschland gegeben hat. Wir möchten ihm ganz herzlich danken für seine Präsentation zum Einfluss des Klimawandels auf unsere Rebsorten.

Verfasser: Dieter

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Weinprobe Istrien, Teil 1: Malvazija (Malvasier) am 24.06.2021

Erstellt von Dieter am 5. Oktober 2021

Auf der ersten von 2 geplanten Verkostungen mit den istrischen Weinen haben wir versucht etwas Licht in das noch nicht ganz klar definierte Wissen über die weiße Sorte Malvazija zu bringen. Schon da fängt es an, da wir die sogenannte istrische Malvazija verkostet haben, die, wie die istrische Winzer betonen, zu unterscheiden ist von den übrigen Sorten mit dem gleichen Namen, die in vielen Weingebieten (meist im Mittelmeer) zu finden sind.

Viele Weinbegeisterten behaupten, dass das Istrien als Weingebiet ein von den interessantesten noch nicht ganz entdeckten Weingebieten nicht nur in Kroatien, sondern in ganz Europa ist. Zuerst Dank der zwei autochthonen Sorten: weißem Malvasier und rotem Teran.

Für den Moderator der Probe und Verfasser dieser Zeilen hat die Tatsache, dass der Termin um fast 1 Jahr in die Zukunft verschieben werden musste, eine gewisse Spannung gebracht: wie werden sich die „einfacheren“ Weine mit dem ungeplanten zusätzlichen Alter präsentieren?

Die Probe begann mit einem Paar:

  • Alba 2018 von Matosevic (14,5 Punkte)

Der Wein hat sich wie erwartet gezeigt als ein typischer und immer zuverlässiger Vertreter der Sorte und in verschiedenen Jahrgängen mit konstanter  Qualität (in einer unprätentiösen Art):

Herb, frisch (immer noch) – fruchtig – blumig (typisch), leicht herb (Heu), Pfirsich
Trocken, schöne, interessante (und für Malvazija typische!) Salzigkeit; spürbarer Alkohol

und

  • Malvazija von Benvenutti  (14,0 Punkte)

Nicht ganz saubere Nase (Traubengut ?), undefiniert
Auch salzig, mittlere Säure, viel „Stoff“, Alkohol, besser im Geschmack
Für den Verfasser leichte Enttäuschung für einen Wein aus hoch gelegenen Lagen.

Das nächste Paar war ein „blindes“: die Idee war, eine andere, möglicherweise ähnliche mediterrane Sorte mit Malvazija zu vergleichen:

  • Malagouzia 2019  Alpha Estate  (15,0 Punkte)

Eine Sorte, nach Meinung des Verfassers nicht nur mit dem ähnlichen Namen aus
Nord Griechenland. Der Wein zeigte sich überzeugend, expressiv, herb – blumig, intensiv in der Nase und am Gaumen auch mit viel Extrakt und kräftigerer Säure. Modern gemacht und, da doch ein Jahr jünger als der nächste, von meisten als Pirat erkannt.

Ähnlich wie der Wein von Matosevic (Salzigkeit)

  • „4 Terre“ – Siva zemlja (grau Erde) 2018  Cattunar  (15,5+ Punkte)

Der erste von 4 Weinen von Cattunar in der Probe

(In dieser Verkostung für den Verfasser der überzeugendste Winzer mit allen  Weinen!)

Schöne gelb-goldene Farbe. Konzentriert, fruchtig, schon in der Nase „cremig“
Überzeugend und klar, Orange, herbe Blumen, Linde.
Kompakte Struktur, viel Stoff, dicht, fruchtig-mineralisch, cremig

Bei dem Wein spürt man Terroir (dieses Mal „flisch“, ein kalkiger Löß, typisch für Istrien), was auch das „Thema“ von Cattunars 4 Malvazier von 4 verschiedenen Bodentypen ist.

  • „4 Terre“ – Crvena zemlja (rote Erde) 2018  Cattunar  (15,5+ Punkte)

Die Nase ist ein bisschen „robuster“ als bei dem Wein davor; man spürt wieder das Terroir und die eisenhaltige rote Erde – metallisch, würzig

Wieder viel Stoff, schöner „Gripp“, leicht bitter. Schöne „rustikale“ Idee.

  • „4 Terre“ – Crna zemlja (schwarze Erde) 2018  Cattunar  (16,5 Punkte)

Reifere Farbe; sehr tief, interessant und eigenartig: Löwenzahn, Orange, Konzentriert, sehr viel Extrakt, schöne Säure, wieder Eisen.

Viel Charakter, toller  Wein!

  • Grand Cru 2018 Marijan Arman (15- Punkte)

Farbe schon sehr reif. Honig, Melone, etwas breiter, schon leicht oxidiert.
Viel Stoff, trocken, leicht phenolisch, Birnenschale, matt.

(auch eine leichte Enttäuschung, diesem Wein hat das zusätzliche Jahr leider geschadet)

  • Alba Robinia 2018 Matosevic  (16,5 Punkte)

Blasses Gold. Konzentrierte Nase, Zoo, bittere Kräuter, überzeugend und interessant
Am Gaumen salzig, konzentriert und doch zurückhaltend, frisch, schöne Säure, langer Abgang.
Ähnelt einem guten Szürkebarat aus Ungarn. Noch jung; Potenzial.

Ein Wein ausgebaut in Barrique aus Akazien!

  • Alba Antiqua 2015  Matosevic  (16,5 Punkte)

Kräftigeres, dunkleres Gold

Riecht „cremig“, konzentriert, Orange-Wine-Richtung, Gewürze, Orangenschale, Gewürznelken. Am Gaumen spannend, die Komponenten halten sich schwer zusammen, kräftige Säure.

Einige Tage Mazeration und 30 Monate in Barrique aus zwei Holzarten geben dem Wein Charakter und Noten, die nicht jedem gefallen müssen.

  • Rezerva 2015 Marijan Arman  (16+ Punkte)

(Auf dieser Stelle wurde der Wein Nr. 11 verkostet)

Sehr schöne, goldene Farbe. Zurückhaltend, schön nussig, Honig, animalische Note.
Am Gaumen konzentriert, salzig, Zitrone, leicht phenolisch, Kalk.

In einem schönen Alter, gutes Handwerk. Zu Trüffel-Gerichten!

  • „Colina“ 2016 Cattunar  (16,5 Punkte)

Kräftiges schönes Gold. Konzentriert, Honig, Rauch, geröstete Mandeln.
Gripp, phenolisch, Barrique, kalkig, sehr salzig; Alkohol.

Charakter.

  • Grimalda  2017  Matosevic  (16,5 Punkte)

Eine Cuvee aus Chardonnay, Malvazija und Sauvignon blanc, aus einer besonderen Lage. Schöne gelb-goldene Farbe. Kräftige, schöne und überzeugende Kräuter (Sauvignon!), Feuerstein (Boden!), Schießpulver. Frisch, cremig und saftig. Harmonisch in Balance. Sehr gutes Handwerk! Noch jung. Wein mit Charakter.

Resümee: einige Gemeinsamkeiten zeigen die verkosteten Weine sowohl als Sortentypizität als auch das „istrische“ Handwerk- und Terroir: herbe blumige Noten eher als eine bestimmte Fruchtigkeit.  Deutliche Salzigkeit, gute Präsentation der verschiedenen Terroirs und gute Essensbegleiter (was dem Probenleiter als weitere Aufgabe zur Vertiefung des Themas in der Zukunft gerne entgegenkommen darf)

Verfasser: Ceca Madzarevic

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Virtuelle Weinprobe mit dem Weingut Reibold, Freinsheim am 27.05.2021

Erstellt von Dieter am 5. Oktober 2021

Da uns die Corona-Pandemie weiterhin im Griff hatte, haben wir versucht, auch für den Mai eine virtuelle Weinprobe zu organisieren. Im südlichen Teil der Nordpfalz, in Freinsheim, sind wir dann fündig geworden . Bisher machten dort nur die Brüder Steffen und Andreas Rings von sich reden, allerdings hatten sie bei uns schon  im Juli 2017 ihre Weine vorgestellt.
Aber fast unbemerkt haben sich daneben die Brüder Philipp und Johannes Reibold nach vorne gearbeitet und sind vom Weinführer Vinum zu den Aufsteigern der Pfalz 2021 gewählt worden. Glücklicherweise waren die Brüder auch kurzfristig bereit, für uns eine Weinprobe zusammen zu stellen. Drei Weine aus ihrem Spitzensegment könnten wir im Mai verkosten.

Zum Weingut

Das Weingut wurde von der Familie als  landwirtschaftlicher Mischbetrieb betrieben.
1976 stellte der Vater Hans-Dieter Reibold den Betrieb auf reine Weinherstellung um und begann auch die Selbstvermarktung. Seine Söhne Philipp und Johannes haben eine Winzerausbildung bei renommierten Weingütern wie Knipser und Fuhrman Eymael gemacht und danach ihr Wissen bei zahlreichen Reisen durch Kalifornien, Kroatien und Georgien erweitert. 2012 sind sie als Mitinhaber und Kellermeister beim Weingut eingestiegen, 2014 wurde auf biologischen Weinbau umgestellt und 2017 bekam das Weingut das Zertifikat als ökologisch arbeitender Betrieb.
Das Weingut besitzt  15 Hek­tar Weinberge in den Lagen Freinsheimer Musikantenbuckel, Großkarlbacher Burgweg und Herxheimer Honigsack. Die Fläche ist zu 60 % mit weißen und zu 40 % mit roten Sorten bestockt. Die Pfälzer Sortenvielfalt wurde deutlich reduziert auf Riesling, Chardonnay und Sauvignon blanc sowie kleine Mengen Grauburgunder, Weissburgunder und Scheurebe bei den Weißweinen, bei den Rotweinen auf Spätburgunder, St.Laurent und etwas Merlot und Cabernet-Neuzüchtungen. Als Besonderheit kommt noch Grenache Noir dazu. Hier sind die Brüder Reibold die ersten Winzer in Deutschland, die diese Rebsorte anbauen.
Und eine weitere Besonderheit: am Neuleininger Schlossberg, der vor 140 Jahren noch mit Reben bestockt war, wurde das Gestrüpp gerodet und dort etwa 600 Chardonnay-Setzlinge gepflanzt. Die Lage im roten Kalk geht bis auf 330 m Höhe und ist damit eine der höchsten in der Pfalz. Durch die extrem steile Lage (68% Hangneigung) und durch den sehr felsigen Untergrund mussten die Reben in Einzelstockerziehung gepflanzt werden. Das Ergebnis werden wir in einigen Jahren sehen.

Aus dem Weinguts-Sortiment haben wir drei Weine verkostet:

2019 Riesling Großkarlbacher Burgweg „Im großen Garten“

Der Wein ist noch etwas verschlossen in der Nase, mit Steinobst, Stachelbeere, Birne, Zitrusfrucht, im Mund ebenfalls noch etwas verhalten, aber kompakt, mit guter Struktur und Dichte, dazu kommen eine feine, salzige Mineralik, Grapefruit, Guave und feine Kräuter-Noten. Die Säure ist noch etwas dominant, aber gut eingebunden. Ein langer Nachhall mit dezenten, feinen Tanninen bildet das Finale.

Die Lage Großkarlbacher Burgweg ist 60 ha groß, liegt auf 137 – 190 m Höhe und ist  zu 70% hängig, 30% flach, die Böden sind Löß, teilweise auch tertiärer Kalksteinverwitterungsboden. „Im großen Garten“ ist die beste Parzelle in diesem Weinberg, die auch als Große Lage beim VDP zertifiziert ist. Mitbesitzer ist z.B. das Weingut Knipser und Phillip Kuhn. Und wie die Zeiten sich ändern:
1981 war der Weinberg mit Portugieser zu 35%, Müller-Thurgau zu 30% und Silvaner zu 15% bestockt, heute dürften dort fast nur noch Edelsorten wie Riesling, Chardonnay und Spätburgunder stehen.
Die Parzelle des Weingutes war seit 1985 nur als Acker genutzt und erst vor einiger Zeit neu bepflanzt. Der Riesling wurde mit hoher Pflanzdichte gesetzt.
Im Weinberg wurde die Begrünung nicht gemulcht, sondern nur gewalzt um den Boden vor der Hitze zu isolieren und Wasser zu sparen. (Außerdem kann das Mulchen zum falschen Zeitpunkt größere Mengen Stickstoff freisetzten)
Die Weißweine werden nur morgens von 5:30 bis 12:00 Uhr geerntet, damit sie noch kühl bleiben und nicht schon eine Maischegärung beginnen. Einfachere Qualitäten werden mit dem Vollernter nachts eingebracht.

2019 Chardonnay  aus dem Freinsheimer Musikantenbuckel.

Ein würziges Bukett nach Apfel, Birne, Holzapfel, Mirabelle und zarten Röstnoten. Im Mund dann auch noch getrocknete Früchte und feine Nussaromen mit einem Hauch Süße und einer feinen, gut gepufferten Säure.
Ein gradliniger, eleganter Chardonnay mit feiner Holzwürze, noch etwas verschlossen, aber er gewinnt deutlich an der Luft.

Die Lage Freinsheim Musikantenbuckel ist 180 ha groß, liegt auf  114 – 163 m Höhe, und ist zu 10% steil, 75% hängig, 15% flach, Es sind leichte, lehmige Sandböden, vereinzelt auch mit Löß durchzogen. Für die Burgunder-Sorten wird mit einer hohen Pflanzdichter von 7000 – 7500 Stock pro Ha und einem Pflanzabstand von 70 cm gearbeitet. Es wurden  hand-selektierte Trauben aus dem Musikantenbuckel verwendet, die spontan in 2.und 3. belegten Barriques vergoren wurden. Die 5-monatige Reife erfolgte in gebrauchtem Holz bei nur kurzer Lagerung auf der Hefe.

2018 Spätburgunder Großkarlbacher Burgweg „Im großen Garten“

In der Nase sehr rotbeerig und Kirsch fruchtig mit rauchigen Holznoten. Im Mund elegant mit feiner Mineralik und  zarten Himbeer-Noten. Eine frische Säure, mittleres Tannin und stärkere Holznoten runden den Wein ab. Ein eleganter Spätburgunder mit sicher großem Reifepotential, der aber jetzt noch etwas vom Holz geprägt ist.

Die Edelreiser für den Spätburgunder stammen von einer Selektion burgundischer Reben des Weinguts Knipser, die im Großkarlbacher Burgweg 1993/94 gepflanzt wurden. (Das Rebmaterial enthält unterschiedliche Klone, wie es im Burgund oft üblich ist).
Die Reben wurden 2018 nicht mehr entblättert, um einen Sonnenbrand der Trauben und damit zusätzliche Bittertöne zu verhindern. Nach einer Vorlese wurde dann der Rest in einem Lesegang geerntet und für diesen Wein verwendet.
Nach selektive Handlese, Maischegährung und 18-monatigem Ausbau in neuen und 2. belegten Barriques erfolgte anschließend eine unfiltrierte Abfüllung auf die Flasche.

Herrn Philipp Winkler, der für das Weingut die virtuelle Probe moderiert hat, möchten wir für die die umfassende und kurzweilige Information über ein für uns noch weitgehend unbekanntes Weingut danken. Die drei präsentierten Wein waren der Beweis, dass das Weingut nicht  ohne Grund vom Weinführer Vinum zum Aufsteiger der Pfalz 2021 gewählt worden ist.

Verfasser: Dieter

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Virtuelle Weinprobe mit dem Weingut Matthias Gaul Teil 2 – Spätburgunder am 29.April 2021

Erstellt von Dieter am 13. Mai 2021

Da durch den verlängerten Lockdown weiterhin keine normalen Proben möglich waren, haben wir auch für den April 2021 die geplante virtuelle Weinprobe mit dem Weingut Matthias Gaul aus Asselheim durchgeführt.
Näheres zum Weingut und zum Ort Asselheim findet sich im Bericht der letzten Probe vom 25.05.2021.
Da das Weingut eine Liebe zu den Rotweinen, vor allem zum Spätburgunder, hat, haben wir diesmal drei Pinot Noirs verkosten.
Wie beim letzten Mal hat uns Tobias Müller als technischer Betriebsleiter und Kellermeister durch die Probe geführt.

Der Hof vom Weingut

Folgende Spätburgunder, die vom Weingut alle als Pinot Noirs bezeichnet werden, um die Nähe zum burgundischen Vorbild zu demonstrieren, haben wir verkostet:

2018  Pinot Noir                                      
In der Nase zeigt sich rotbeerige Frucht mit floralen Noten. Im Mund dann eine zart mineralische Frucht mit roten Beeren, viel Kirsche, etwas Himbeere und Kräutern.
Ein weicher, seidiger und burgundischer Körper mit einer samtigen Tannin Struktur und sehr zarten Holznoten.
Ein klarer, gradliniger, sehr kirschfruchtiger etwas  leichterer Spätburgunder, der viel Spaß macht und dabei nicht belanglos ist.

Die Reben stehen auf steinigen Kalkböden im unteren Hang der Asselheimer Weinberge. 40% stammen von kleinbeerigen Geisenheimer Klonen und 60% von Spätburgunder-Klonen aus dem Burgund. Zur Ertragsreduzierung wird auf einen Trieb zurückgeschnitten und vor und während der Lese sorgfältig selektioniert, um nur gesundes und reifes Lesegut zu bekommen. Die Trauben werden entrappt und nach einer zweitägigen Kaltmazeration erfolgt die traditionelle Maischegärung, wobei der Tresterhut regelmäßig von Hand untergestoßen wird. Danach reift der Wein für etwa 9 Monate in gebrauchten französischen Barriques. Um die Farbe zu stabilisieren, wurde mit etwas mehr Gärungskohlensäure abgefüllt.

2018  Asselheimer Pinot Noir                
Im Bukett ist eine deutliche Beerenfrucht mit sehr feinen Gewürznoten zu erkennen. Am Gaumen folgten dann eine elegante, weiche Frucht von Kirschen, etwas Erdbeere und rote Beeren, dazu kommen eine zarte Mineralik, eine frische, belebende Säure und seidige Tannine. Feine Gewürznoten und ein Hauch Vanille runden den Wein ab. Das ist keine breiter, pflaumig-überreifer Spätburgunder, sondern ein Wein, der sich nicht vor den französischen Burgundern verstecken muss und das zu einem sehr fairen Preis.

Die Reben von Spätburgunder-Klonen aus dem Burgund sind rund 30 Jahre alt und stehen auf steinigen Kalkböden mit Lehmanteil in Asselheim Lagen auf etwa 200 m Höhe mit südlicher Ausrichtung.
Die Trauben werden am Stock halbiert, um eine lockere Traubenstruktur zu bekommen und vor und während der Lese wird sorgfältig selektioniert, um nur gesundes und reifes Lesegut zu bekommen. Die Erntemenge wurde mit ca. 3000 kg/ha sehr niedrig gehalten, um eine entsprechend gute Traubenqualität zu bekommen. Es folgt eine traditionelle Maischegärung, wobei der Tresterhut regelmäßig von Hand untergestoßen wird und eine dreitägige Nachmazeration. Danach reift der Wein für etwas 12 Monate in neuen und in gebrauchten, bis zu 5 Jahre alten französischen Barriques.

2018  Pinot Noir “Steinrassel”                
In der Nase deutliche Beerenfrucht mit Kirsche und Himbeere, dazu dezente Holzaromen
und feine Gewürznoten, Vanille und Zimt. Im Mund dann vielschichtige, dichte und trotzdem elegante Frucht, rote Beeren, Kirsche, Pflaume, etwas Himbeere und Walderdbeere, dazu eine feine Mineralik und frische Säure. An der Luft werden die weichen, reifen Tannine durch zarte Schokoladen- und Mocca Noten und ein dezentes, abgestimmtes Holz ergänzt. Der Pinot Noir “Steinrassel” ist eine weitere Steigerung zum Asselheimer Pinot Noir.

Die Reben von Spätburgunder-Klonen aus dem Burgund sind rund 30 Jahre alt und stehen auf steinigen Kalkböden einer ausgewählten Asselheimer Parzelle in fast 300 m Höhe mit südlicher Ausrichtung. Gerade in einem so heißen Jahr wie 2018 konnten die Reben von der kühlen Lage profitieren.
Die Trauben werden am Stock halbiert, um eine lockere Traubenstruktur zu bekommen und vor und während der Lese wird sorgfältig selektioniert,. So erhält man ein gesundes und reifes Lesegut. Es folgt eine traditionelle Maischegärung, wobei der Tresterhut regelmäßig von Hand untergestoßen wird. Danach reift der Wein für etwas 18 Monate in neuen französischen Barriques.

Das Jahr 2018 aus Sicht des Weinguts
Für das Weingut startete das Weinjahr recht gut. Vom Winter waren genug Wasserreserven im Boden und das Frühjahr startete ohne Frost. Im Mai gab es während der Blüte etwas Regen, sodass die Blüten etwas verrieselten. Das war aber sogar positiv, da es dadurch zu einer lockeren Beerenstruktur kam. Ab Juli wurde es dann heiß. Da die Traubenzone nicht entblättert worden war kam es nicht zu einem Sonnenbrand der Trauben und auch nicht zu einem „Verkochen“ der Beeren durch die Hitze.
Mitte August waren die Reife so weit fortgeschritten, dass die Trauben für den Asselheimer Pinot Noir mit 88 – 90°Oechsle und ausreichend Säure gelesen werden konnten. Trotz des Ausdünnens konnte eine sehr gute Erntemenge eingebracht werde.
Ende September war es noch bis zu 30° warm, sodass eine Riesling-Trockenbeerenauslese mit 340°Oechsle gelesen werden konnte. (Normalerweise produziert das Weingut keine süßen Weine, aber diese Gelegenheit wollte man sich nicht entgehen lassen.)

Zum Terroir und der Reberziehung
Die Rebzeilen am Asselheimer Hang sind so ausgerichtet, dass die stetigen Winde aus dem westlich gelegenen Tal über die Reben hinweg ziehen können, Sie sorgen für ein kühleres Klima und damit für die langsamere Reifung der Trauben. Zusätzlich lassen sie die Reben nach Regenfällen schnell wieder abtrocknen, sodass Pilzkrankheiten kaum auftreten.
Da die in Deutschland übliche hohe Laubwand zu höheren Zuckerwerten der Trauben und damit auch zu höheren Alkoholgehalten führen, werden die neuen Spätburgunder-Anlagen nach dem burgundischen Vorbild mit deutlich niedrigerer Laubwand und engerem Zeilenabstand (80 cm) angelegt. Dadurch wird die Photosynthese Leistung der Reben geringer, es wird weniger Zucker gebildet und die Trauben reifen später. Durch die engeren Zeilenabstände werden die Trauben weniger besonnt und sind so nicht der Gefahr eines Sonnenbrandes ausgesetzt.
Um den Ertrag pro Stock niedrig zu halten, wird die Stockdichte von 5.000 auf bis zu 15.000 Reben pro Hektar erhöht.
Der Nachteil dieser Pflanzung ist, dass die üblichen Traktoren nicht mehr zwischen die Rebzeilen passen. Deshalb hat das Weingut einen französischen Überzeilen-Traktor angeschafft, der die Rebzeile in die Mitte des Traktors nimmt und so rechts und links mit den 80 cm breiten Zeilen auskommt.
Nach den Spätburgunder-Pflanzungen wurde auch ein Chardonnay-Weinberg auf diese Art angelegt.
Mit diesen Maßnahmen soll die Qualität der Spätburgunder weiter erhöht werden. Die drei verkosteten Weine zeigten deutlich die Auswirkungen dieser Philosophie. Vom Gutswein über den Ortwein zum Selektionswein konnten wir die Steigerung der Qualität schmecken. Tobias Müller hat uns wie beim letzten Mal umfassend und kurzweilig mit den nötigen Informationen versorgt.

Dafür vielen Dank.

Verfasser: Dieter

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Virtuelle Weinprobe mit dem Weingut Matthias Gaul Teil 1 – Weißweine am 25.März 2021

Erstellt von Dieter am 1. April 2021

Da durch den verlängerten Lockdown weiterhin keine normalen Proben möglich waren, haben wir auch für den März und den April 2021 je eine virtuelle Weinprobe organisiert, diesmal mit dem Weingut Matthias Gaul.
Das Weingut  liegt , in Grünstadt Asselheim, etwa 10 km Luftlinie entfernt südlich vom Zellertal, dem Ort der letzten beiden virtuellen Weinproben.
Da das Haardtgebirge nach Westen bei Asselheim durchbrochen ist, sorgen Westwinde für eine gute Belüftung der Weinberge. Die Reben trocknen nach Regen schnell ab und es besteht kaum die Gefahr von Pilzerkrankungen.
Die drei Ortslagen Goldberg, St.Stefan und Schloss sind nach Süden ausgerichtet und haben Böden aus tertiärem Kalkstein und teilweise Tonmergel. Die beiden erstgenannten Lagen am Asselheimer Berg gehören mit 160 – 300 Höhenmetern zu den höchsten Lagen der Pfalz.
Asselheim galt früher als sehr kühler Weinort, in dem selten reife Trauben geerntet werden konnten, heute hat sich das aufgrund der Klimaerwärmung geändert und nun sind die kühleren Lagen ein großer Vorteil.
Das Weingut wird z.Z. in dritter Generation von Matthias Gaul geleitet. Sein Großvater vermarktete schon 1956 Flaschenweine, sein Vater Werner stellte dann vollständig auf Flaschenwein-Vermarktung um. Matthias Gaul studierte 1990-1995 in Geisenheim und war dann noch in mehreren Weinregionen tätig. Durch die internationale Erfahrung wurden schon früh für Deutschland neue Rebsorten angepflanzt (1990 Chardonnay, 1996 Cabernet Sauvignon, 1998 Cabernet Franc und 2005 Tempranillo.)
Das Weingut bewirtschaftet 35 ha und produziert jährlich etwa 280.000 Flaschen, je zur Hälfte Weiß- und Rotweine. Spätburgunder ist die bevorzugte Rebsorte und steht auf 8 ha in den kühleren Lagen. (Eine Besonderheit ist eine Parzelle, in der der Spätburgunder in Einzelstockerziehung mit 15.000 Stöcke pro Hektar extrem eng gepflanzt wurde)
Die Liebe zu den Rotweinen, vor allem zum Spätburgunder hat sich ausgezahlt. 2015 und 2017 hat das Weingut den Deutschen Rotweinpreis für Spätburgunder gewonnen, 2020 für einen Cabernet Franc Wein.
Zu den Rotweinen werden wir am 29.04.2021 im zweiten Teil der virtuellen Weinproben mit dem Weingut Matthias Gaul kommen.
Ausgebaut werden heute die Weine mit dem Kellermeister und Betriebsleiter Tobias Müller, Hierfür stehen im Keller etwa 120 Edelstahltanks und 550 Barriques zur Verfügung stehen.

Das Weingut Matthias Gaul

Tobias Müller stammt von der Mittelhaardt und hat eine Ausbildung im Weingut Müller Catoir mit dem bekannten Betriebsleiter Hans-Günter Schwarz abgeschlossen. Danach absolviert er ein Studium in Geisenheim und ging für zwei Jahre zum Weingut Laibach in Südafrika. Nach weiteren Zwischenstationen war er Betriebsleiter im Rheingauer Weingut Chat Sauvage, dass sich auf Spätburgunder und Chardonnay spezialisiert hat. Von da aus war es dann ein einfacher Schritt, zurück in die Pfalz zum Weingut Matthias Gaul zu wechseln, zumal man ebenfalls eine Vorliebe für Spätburgunder pflegt.
Er hat uns bei dieser virtuellen Weißweinprobe begleitet, bei der wir mit ihm folgende Weine verkoste haben:

1. 2019  Matthias Gaul, Riesling “Terrain calcaire”
In der Nase intensive Frucht nach Apfel, Stachelbeere, etwas Mirabelle, Kräuter und nur einem Hauch Pfirsich. Im Mund neben den Kräuternoten anfangs etwas breite Fruchtaromen, die dann  aber an der Luft verschwinden. Dafür drängt sich  eine intenensive Mineralik nach vorne und es entwickeln sich mehr Apfel- und Zitrusnoten. Gelber Pfirsich ist kaum noch zu schmecken. Eine kräftige, aber weiche, gut gepufferte Säure stützt den Wein. Im Abgang kommen dann zart herbe Noten. Es ist erstaunlich, wie sich der Wein an der Luft entwickelt und seinen Charakter verändert.
Der Wein stammt von bis zu 50-jährigen Reben die auf steinigem Muschelkalkboden stehen. Der Wein wurde spontan vergoren und dann der letzte Rest Zucker mit neutraler Hefe zu Ende vergoren.

2. 2019  Matthias Gaul, Grauer Burgunder                                                
Im Bukett zart exotische Frucht, Birne Stachelbeere, Apfel,ein Hauch Haselnuss und Kräutern.
Am Gaumen dann recht dicht, aber nicht fett, wieder Birne Stachelbeere, Apfel,ein Hauch Kräuter.
Die klare Säure gibt ihm Eleganz und einen Frische-Kick, sodass der Wein einen guten Trinkfluß hat, aber nicht belanglos wird wie mancher Pinot Grigio.

3. 2018  Matthias Gaul, “Cuvee Pas de deux”       
Dieses Cuvee aus 90% Chardonnay und 10% Weißburgunder zeigt ein würziges Bukett nach Apfel, Birne, Holzapfel, etwas Mirabelle, Melone und Hauch exotischen Früchten, dazu kommt ein dezenter, leicht rauchiger Barrique-Ton. Im Mund zeigt er neben Apfel und Birne auch florale Noten. Auch hier ist eine frische, weiche, gut eingebundene Säure und dann stärkere, aber nicht unangenehme Holznoten. Wir haben hier einen runden, harmonischen, recht cremigen Wein, der sich als vielseitiger Essensbegleiter empfiehlt.
Der Ausbau der beiden Rebsorten erfolgte getrennt, jeweils zu in 100 % im Barrique. Der Chardonnay wurde einer Battonage (regelmäßiges Aufrühren der Hefe nach der Vergärung) unterzogen und hat so seine Cremigkeit erhalten. Beim Weißburgunder wurde darauf geachtet, dass der Wein keinen malolaktischen Säureabbau durchmachte. So sorgen die 10% Weißburgunder dass das Cuvee eine feine, frische und elegante Säure auszeichnet.
Dieser Wein ist in der Gastronomie sehr erfolgreich.

Nach diesen drei Weinen wurde noch kurz über allgemeinere Themen gesprochen und um 22:30 die Probe beendet, damit auch noch genug Themen für die Rot­weinprobe im April übrigbleiben.
Die Teilnehmer der Proben haben einen sehr umfangreichen Überblick über das Weingut und die Weine bekommen. Wir möchten Herrn Tobias Müller dafür danken, dass er sich die Zeit für uns genommen hat.

Verfasser: Dieter


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Virtuelle Weinprobe mit dem Weingut Schwedhelm am 25.Februar 2021, Teil 2 Riesling Weine

Erstellt von Dieter am 1. April 2021

Nach der erfolgreichen virtuellen Weinprobe Teil 1 mit Burgunderweinen haben wir uns jetzt den Rieslingweinen zugewandt.
Informationen zum Weingut finden sich bereits im Bericht der Probe vom Januar 2021.
Während bei Burgunderweinen bekannt ist, dass sie von stark kalkhaltigem Boden profitieren, ist das bei Riesling Weinen nicht unbedingt der Fall, da der Kalk die Säure stark puffert und bei wenig Säure dann zu breiten, nicht eleganten Weinen führt.
Aufgrund der hohen, kühlen Lagen im Zellertal sollten die Weine aber ausreichend Säure besitzen, um frisch und elegant zu bleiben.

Georg Schwedhelm hat uns drei Riesling Weine aus dem Weingut präsentiert:

2019  Zellertaler Riesling         
Ein würziges Bukett mit exotischen Früchten, Pfirsich, Mirabelle, Apfel, Birne, Citrus, im Mund kommt dann eine salzige Mineraltät zum Vorschein, gepaart mit einer packenden, frischen Säure.
Ein gelungener, eleganter, frischer Ortswein mit einem sehr guten Preis-Leistungs­verhältnis.
Die Trauben wachsen mit reiner Südausrichtung in jungen Parzellen aus dem Kreuzberg und dem Schwarzer Herrgott. Der Boden besteht hier aus Ton und Mergel mit massiven Kalkeinschlüssen.
Nach kurzer Maischestandzeit wurden die Trauben abgepresst und im Edelstahltank spontan vergoren. Nach 7 Monaten auf der Hefe erfolgte die Abfüllung.

2018  Zellertaler Kreuzberg                    
In der Nase exotische Früchte, Pfirsich, Mirabelle, Apfel, Birne, aber auch schon eine leichte Reife, im Mund präsentiert sich dann eine dichte, fülligere Struktur und eine sehr zarte Mineralik.Dem Jahrgang geschuldet, ist es ein dichter, vollreifer Riesling mit recht weicher Säure und stärker adstringierender Herbe
Die Trauben stammen aus dem Zeller Kreuzberg, Die Parzellen auf einer Höhe von etwa 240 Metern Höhe liegen in reiner Südlage und haben eine Hangneigung bis zu 27%. Der Boden besteht aus Kalkstein und tonigem Lehm.
Die vollreif gelesenen Trauben machten eine Maischestandzeit von 8 Stunden durch, wurden abgepresst und der Most im Edelstahl spontan vergoren. Um den Wein trocken zu vergären wurde mit Reinzuchthefen nachgegoren und bis Ende Mai auf der Hefe gelassen..

2019  Zellertaler Schwarzer Herrgott             
In der Nase ist dieser Wein noch etwas verschlossen, zarte Aromen von Apfel, Pfirsich, Mirabelle, Birne, Citrus. Auch Gaumen ist der Wein noch recht verschlossen und öffnet sich dann langsam an der Luft. Eine extreme, salzige Mineralik, eine kräftige, aber durch den Kalkstein im Boden gut integrierte Säure und feine Cremigkeit zeichnen ihn aus. Schon jetzt macht er Druck am Gaumen und läßt sein Potential erahnen.
Das ist ein toller, komplexer Riesling, der in ein paar Jahren sein Potential voll ausspielen wird. Mit seiner kräftigen Säure und salzigen Mineralik würde man so einen Riesling eher an der Mosel erwarten.
Die Trauben stammen aus der 9,8 ha großen Lage Zeller Schwarzer Herrgott, die beim VDP als Große Lage eingestuft ist. Der Boden ist geprägt von massivem Kalkstein mit Tonmergel.  Die reine Südausrichtung und eine Neigung von über 30 Prozent bieten hier hervorragende Bedingungen, um einen großen Riesling zu erzeugen. Die Trauben für den Riesling Schwarzer Herrgott wachsen in der ältesten Weinbergs-Parzelle im Zellertal, die noch heute von zwei Seiten mit Kalksteinmauern und einer christlichen Gebetsnische umgeben ist.
Nach zweifacher Vorselektion wurden die vollreifen Trauben einer Maischestandzeit von 18 Stunden unterzogen. Der abgepresste Most wurde dann in einem älteren Tonneau und in einem Edelstahltank spontan angegoren, danach mit Reinzuchthefe beimpft und kühl zu Ende vergoren. Nach mehrmaliger Batonnage reifte der Wein bis Mai auf der Hefe.

Noch eine kleine Information zur Weinbergslage Schwarze Herrgott:
Die Weinbergslage zählt zu den ältesten urkundlich erwähnten Lagen in Deutschland. Des Heiligen Philipp von Zell, ein irischer Mönch. christianisierte um 700 n. Chr. diese Region und gründete ein Kloster bei Zell (cellular). Im frühen Mittelalter war Zell einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Deutschlands. Philipp pflanzte in dieser Lage, die nicht weit von seinem Kloster entfernt lag, seinen Messweinberg. Damit die Mönche nicht jedes Mal für ihre Gebete zum Kloster zurücklaufen mussten, errichteten sie dort ein Kreuz, das mit der Zeit schwarz verwitterte und der Lage seinen Namen gab.
Mitten durch die Lage Schwarzer Herrgott verläuft die Grenze zwischen Rheinhessen und der nördlichen Pfalz, wobei der rheinhessische, östliche Teil heute „Zellerweg am schwarzen Herrgott“ heißt.

Mit dem letzten Wein war dann unsere virtuelle Weinprobe beendet. Georg Schwedhelm konnte uns zeigen, dass die kühlen Lagen im Zellertal tatsächlich zu kräftiger, frischer Säure führen, die durch den hohen Kalkgehalt aber nicht zur Belanglosigkeit reduziert wird, sondern frisch und animierend bleibt und durch die gute Pufferung auch angenehm und nicht aggressiv wird.

Georg Schwedhelm möchten wir nochmals für die Führung durch die Probe herzlich danken und hoffen, dass es ihm gelingt, die Weine aus dem Zellertal wieder zu altem Glanz zu helfen.

Verfasser: Dieter

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