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Archiv für die 'Allgemeines' Kategorie

Weinprobe mit dem Weingut Heribert Kerpen aus Wehlen am 16.05.2019

Erstellt von Dieter am 25. Juli 2019

Die Probe wurde vorbereitet und durchgeführt von Herrn Martin Kerpen vom Weingut Kerpen.
Das Weingut bewirtschaftet insgesamt 8,2 ha, von denen derzeit 7,5 ha ausschließlich mit Riesling angepflanzt sind. Zukünftig wird es, verantwortet durch den Sohn Matthias Kerpen, auch ca. 0,5 ha Spätburgunder geben, die sich derzeit in der Anpflanzung befinden. Das Weingut produziert 60.000-70.000 Flaschen pro Jahr, von denen ca. 30 % in den Export, 30 % in den Fachhandel, 30 % an Privatkunden und 10 % an die Gastronomie gehen. Die Weine werden ab Spätleseprädikat bzw. Großen Gewächsen ausschließlich spontan vergoren und im Fuderfass ausgebaut, bei den restsüßen Weinen wird keine Süßreserve verwendet. Im Herbst 2018 hat das Weingut bereits am 23.09. mit der Lese begonnen und musste nur bei den zuletzt gelesenen Weinen (höhere Prädikate) etwas nachsäuern (0,5-1g/l)

Zu den Weinen:

Wein 1:     2018 Blauschiefer Riesling trocken (Gutswein)
11,5 % Alk., 6,4 g/l RZ, 7,0 g/l S
Helles Grüngold, sehr grüne, primäre Nase, Holunderblüte. Limette, Schiefer, im Mund recht weich, milde Säure, gute Würze, etwas dienende Restsüße, wenig nachhaltig, wirkt ein wenig, als ob die Trauben etwas unreif gelesen wurden.

Wein 2:     2018 Graacher Domprobst Riesling Kabinett trocken
11,5 % Alk., 8,7 g/l RZ, 7,4 g/l S
Helles Grüngold, ausdrucksstärkere Nase, etwas Sponti, Minze, Schiefer, aprikosige Frucht, im Mund deutlich spannender als Wein 1, schöne Säure, sehr leicht und tänzerisch, trotzdem feine Würze und gute Länge.

Wein 3:     2017 Wehlener Sonnenuhr „Alte Reben“ Riesling Spätlese trocken
11,5 % Alk., 8,2 g/l RZ, 7,5 g/l S
Reifendes Grüngold, sehr reife, exotische Frucht, eindeutig Botrytis geprägt, etwas Schieferwürze, Kräuter, im Mund schöne Spannung zwischen Säure und der leichten Restsüße, leicht, spritzig.

Wein 4:     2016 Graacher Domprobst Riesling Großes Gewächs BKS Ring
12 % Alk., 8,7 g/l RZ, 6,4 g/l S
Reifendes Grüngold, schon deutlich gereifte Nase nach Kräutern, Melone, Pfirsich, im Mund viel Fülle aber niedere Säure, mittleres Gewicht und Länge, aber harmonisch und trinkig.

Wein 5:     2018 Graacher Himmelreich Riesling Kabinett feinherb
10,5 % Alk., 21 g/l RZ, 7,1 g/l S
Grüngold, reife Frucht, etwas Sponti, grüne, holundrige Noten, Schiefer, im Mund fast trocken wirkend, schöne Säure und Trinkfluss, noch etwas unruhig in seinen Komponenten, leicht, aber gut.

Wein 6:     2008 Graacher Himmelreich Riesling Kabinett feinherb
10 % Alk., ca. 20 g/l RZ, Säurewerte nicht zur Hand
Glänzendes, reifendes Grüngold, noch sehr jugendliche Farbe für sein Alter, deutlich Karamell, Nüsse, Honig, Minze, gelbe Frucht, im Mund deutlich süßer wirkend als Wein 5, hat Spätlese-Charakter, sehr viel Schmelz, ölige Textur, cremig, schöne Würze, feine Säure, gute Länge

Wein 7:     2017 Graacher Domprobst Riesling Spätlese feinherb
10,5 % Alk., 21 g/l RZ, 8,6 g/l S
Glänzendes, reifendes Grüngold, aprikosige Frucht, leichte Botrytis, leichter Sponti, Blüten, etwas puderzuckrig, im Mund zarte Süße, pikante Säure, im Moment sehr unruhig im Süße-/Säurespiel, braucht Zeit

Wein 8:     2018 Wehlener Sonnenuhr „Alte Reben“ Riesling Spätlese feinherb
12 % Alk., 26,4 g/l RZ, 6,4 g/l S
Jugendliches Grüngold, starke Sponti-Noten in der Nase, etwas feuchte Pappe, reife, üppige Frucht, Honignoten, Blüten, Mandeln, im Mund deutlich süßer und voller wirkend als Wein 7, opulent aber von der Säure her eher zurückhaltend, viel Schmelz

Wein 9:     2017 Wehlener Sonnenuhr Riesling Spätlese
7,5 % Alk., ca. 70 g/l RZ, ca. 9 g/l S
Reifendes Grüngold, gelbe, Botrytis geprägte Frucht, Honig, etwas Sponti, Minze, im Mund schöne Fruchtsüße, pikante Säure, besser integriert als bei Wein 7, sehr spannend, leicht, tänzerisch

Wein 10:   2011 Graacher Domprobst Riesling Auslese
7,5 % Alk., 80 g/l RZ, 8 g/l S
Kräftiges, gereiftes Grüngold, Mandeln Karamell, Honig, gelbe, zitrusartige Frucht, Schiefer, im Mund viel Fülle, wenig Säure, wenig Spiel und Komplexität, wirkt etwas plump gegen Wein 9

Wein 11:   2003 Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese
8,0 % Alk., 90 g/l RZ, 6,5 g/l S
Reifes Grüngold, Pfirsichfrucht, Minze, Mandeln, Honig, aber noch viel Frische in Nase und Mund, opulente Süße, schöne Säure für das heiße Jahr, durchaus harmonisch, rund, weinig, gute Länge

Wein 12:   1993 Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese
keine Alkoholangabe auf Etikett, keine Analysewerte zur Hand
Reifes, glänzendes Goldgelb, Nase nach Quitte, Weihrauch, Honig, Nüsse, Karamell, im Mund gute Balance zwischen Süße und Säure, ölig, sehr harmonisch, fein, lang, noch frisch für sein Alter, sehr gut.

Bruderschaftsmeister Dieter Ockelmann bedankte sich im Namen der Weinbruderschaft für die sehr gut zusammengestellte Probe bei Herrn Kerpen.

Verfasser: Bernd

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Fruchtsüße Riesling Kabinett-Weine von Mosel, Saar und Ruwer: „Die Leichtigkeit des Weins” am 25.04.2019

Erstellt von Dieter am 25. Juli 2019

Unser Weinbruder Bernd Kögler hat uns Kabinett-Weine von der Mosel vorgestellt, um zu zeigen, warum der Mosel-Kabinett einen so großen Ruf hat:
Viel Frucht und Eleganz bei wenig Alkohol und einem feinen Süße-Säure-Spiel.
Das kann keine andere Weinregion auf dieser Welt so gut wie die Mosel.
Durch die Klimaänderung sind die Kabinett-Weine inzwischen kleine Spätlesen, aber die Kunst des Winzers besteht darin, den Kabinett-Charakter zu erhalten, was auch den meisten gelang.

Um nicht von den Namen der Weingüter beeinflusst zu werden, wurden die Weine in einer Blindprobe vorgestellt.

1. 2017 Maximin Grünhäuser Abtsberg, C. von Schubert’sche Gutverwaltung,
Mittleres Grüngold, kräutriger Zitrusfrucht, weiße Blüten, Honig, etwas Sponti im Mund, zarte Süße, cremig, schöne Schiefernote, viel Spiel, schöne Säure, pikant, spannend., leicht, phenolisch, sehr komplex.

2. 2017 Eitelsbacher Karthäuserhofberg, Weingut Karthäuserhof
Blasses Grüngold, etwas bonbonige Frucht, traubig, wenig Komplexität, sehr “”clean””, nicht die kräutrige Charakteristik der Ruwer, im Mund ebenso, schöne Säure, aber zu eindimensional.

3. 2017 Piesporter Goldtröpfchen, “Große Lage”, Weingut St.Urbanshof
Etwas kräftigeres Grüngold, reife Pfirsichfrucht, Schiefer, Honig, leichte Botrytis, im Mund etwas Überreife, rosinig, aber schöne Säure.

4. 2017 Piesporter Goldtröpfchen, Weingut Reinhold Haart
Blasses Grüngold, viel erdiger als Nr. 3, leicht verschlossen in der Nase, kräutrig, Holunderblüte, etwas Phenolik, im Mund spürbare Kohlensäure aber pikant und spannend.

5. 2017 Graacher Himmelreich, Weingut Schloß Lieser
Blasses Grüngold, schöne Pfirsichfrucht, zarter Sponti, kräutrig, sehr saftig im Mund, schöne Säure, pikant, die Einzelkomponenten nicht so integriert wie Nr. 6 aber sehr spannend, fein, elegant.

6. 2017, Graacher Himmelreich, Weingut Joh.Jos. Prüm
Blasses Grüngold, reifere Frucht als Nr.5, sehr cremig, nussig, traubig, fast kein Sponti merkbar, im Mund super-weinig, sehr nachhaltig, später auch leichte Note nach feuchter Pappe.
Obwohl der Wein im Vergleich zu früheren Weinen nur noch leichte Sponti-Noten zeigte, hatte ein Teil der Anwesenden Problem mit diesem Wein.

7. 2017 Wehlener Sonnenuhr, Weingut Markus Molitor
Blasses Grüngold, sehr traubige Nase, etwas nasse Pappe oder Pilze, Zitrus, im Mund zarte Süße, knackige Säure, kräutrig, leicht phenolisch. Der Wein wurde nur in Edelstahl ausgebaut.

8. 2017 Wehlener Sonnenuhr, Weingut Schloß Lieser
Blasses Grüngold, deutlicher Sponti, üppigere Frucht als Nr. 5 und Nr. 6, tolle Süße-/Säurespannung, sehr pikant, viel Geschmack und Länge, recht straffer Riesling, hat mehr Biss. Ausgebaut im Fuderfass.

9. 2016 Ockferner Bockstein, Weingut Dr. Heinz Wagner
Sehr blasses Grüngold, etwas Melone, rauchiger Schiefer, im Mund schöne Süße, knackige Säure alles schon etwas integrierter als bei den 2017ern, filigraner und nicht so komplex wie manche Vorgänger, aber rund und gut.
Der Wein wurde von den meisten der Anwesenden zum besten Wein des Abends gewählt.

10. 2017 Ockferner Bockstein, Weingut Maximilian von Othegraven
Blasses Grüngold, etwas Sponti-Noten, rauchiger Schiefer, kräutrig, im Mund schöne Süße-/Säurespannung, phenolisch, pikant, etwas pflanzenbitter im Abgang, positiv anstrengend, nicht so brillant.
Für viele Verkoster fiel dieser Wein im Vergleich zu den anderen deutlich ab.

11. 2017 Ockferner Bockstein, Weingut St.Urbanshof
Etwas reiferes Goldgelb, überreife Botrytis-Noten, Quitte, Südfrucht, im Mund deutliche Überreife, Orangenzeste, Süße wirkt schwer, sehr füllig, kein Kabinett-Charakter.

12. 2017 Ayler Kupp, Riesling, “Fass No. 8”, Weingut Peter Lauer
Blasses Grüngold, pflanzliche, schiefrige Noten, etwas Sponti, wenig Frucht, im Mund zurückhaltende Süße, knackige Säure, sehr pikant, spannend.

13. 2017 Saarburger Rausch, “Erste Lage”, Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken
Blasses Grüngold, üppige Südfrucht aber keine offensichtliche Botrytis, Puderzucker, Honig, etwas Karamell, gekochte Milch, deutlich süßer wirkend als Nr.12, Säure etwas moderater aber sehr trinkig und rund, später auch leichte Note von feuchter Pappe.
Für viele Verkoster fiel dieser Wein im Vergleich zu den beiden Vorgängern ab.
Für die gekonnte Zusammenstellung und Präsentation der Weine möchten wir unserem Weinbruder Bernd Kögler herzlich danken.

Verfasser Dieter und Bernd

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Weinprobe mit gereiften Riesling-Wein vom Weingut Clemens Busch am 24.02.2019

Erstellt von Dieter am 25. Juli 2019

Auf Weinmessen und Wein-Präsentationen werden üblicherweise nur die neueren Jahrgänge vorgestellt. Daher haben wir uns sehr gefreut, dass das Weingut Clemens Busch eine Probe für drei verschiedenen Flights mit Riesling-Weine von jung bis gereift zusammengestellt hat. So hatten wir die seltene Gelegenheit, zu erfahren, wie diese Weine reifen können. Dafür möchten wir uns beim Weingut herzlich bedanken.

Das Weingut von Clemens Busch in Pünderich wurde bereits 1802 erstmals urkundlich erwähnt. Der Weinort Pünderich befindet sich am Eingang des Moselbogens Zeller Hamm, den man entweder noch der Mittelmosel oder schon dem Beginn der Terrassenmosel zuordnen kann.

Im Jahr 1986 haben Clemens und Rita Busch das Weingut mit 11 ha Rebfläche übernommen und arbeiten seitdem nach ökologischen Kriterien. Inzwischen ist die Rebfläche auf 16 ha angewachsen. Ihr Sohn Johannes hat nach einem Weinbaustudium und Praktika bei verschiedenen Betrieben im Weingut angefangen und kümmert sich vor allem um den Außenbetrieb. Der größte Teil der Weinberge liegt in der Lage Pündericher Marienburg. Dort wird fast ausschließlich Riesling neben einer kleinen Menge Spätburgunder und Müller-Thurgau angebaut. Da die offizielle Lage Marienburg nicht zwischen den drei Schieferarten, die hier vorkommen, unterschieden wird, nutzt Clemens Busch die alten Parzellenbezeichnungen wie „Fahrlay“, „Falkenlay“ und „Rothenpfad“ zur Unterscheidung. Die Parzelle „Fahrlay“ bei der Fähre ist vom blauen Schiefer, die Parzelle „Falkenlay“ vom grauen Schiefer geprägt, während der „Rothenpfad“ den Namen vom roten Schiefer hat, der Ähnlichkeit mit dem Gestein vom Roten Hang bei Nierstein hat. Eine weitere Parzelle auf grauem Schiefer ist die „Felsenterrasse“ die mit über 50-jährigen Reben bestockt ist. Von hier kommen oft die besten Weine.

Im Allgemeinen sind die Weine vom grauen Schiefer eher zart und feingliedriger und die vom blauen Schiefer sehr kühl und elegant, wobei hier die Mineralik am stärksten zu erkennen ist. Die Weine vom roten Schiefer sind die rundesten, fruchtigsten und haben am meisten Fülle.

Nach einer mehr oder weniger langen Maischstandzeit (je nachdem, was der Jahrgang fordert) wird schonend abgepresst, spontan vergoren und in großen 1000 l Holzfässern (Moselfudern) gereift.

Die Klärung der Weine erfolgt nur durch Sedimentation und ohne Schönungshilfsmittel. Die Weine werden erst nach längerer Hefelagerung abgefüllt.

Anfangs wurden beide als „Ökos“ belächelt, doch die Qualität ihrer Weine hat die Kritiker inzwischen zum Verstummen gebracht. 2007 wurde ihre Arbeit dann auch vom VDP anerkannt, der das Weingut in den seine Reihen aufgenommen hat.

Nun zu den verkosteten Weinen:

Als erstes kam ein Riesling-Sekt:

1.         2013  Clemens Busch, Riesling Sekt;  brut                    

Goldgelb mit grünen Reflexen, feinperliges Mousseux. In der Nase Aromen von Pfirsich, grünem Apfel, Zitrus und frischen Kräutern. Am Gaumen erfrischend und saftig mit einer feinen mineralischen Struktur.

Im ersten Flight konnten wir dann die Weine vom Rotschiefer verkosten:

2.         2016  Clemens Busch, Riesling, “Vom Roten Schiefer”        

Blasses Gelb mit grünen Reflexen, Zitrus-Steinobstduft,im Bukett, saftige Frucht mit kräutrigen Noten, erdige Mineralik, guter Abgang mit floralen Nuancen.

3.         2013  Clemens Busch, Riesling, “Vom Roten Schiefer”        

Blasses Gelb mit grünen Reflexen, straffer, frischer Wein wieder mit etwas Zitrus-Steinobstduft. Straffe, saftige Frucht im Mund, kräutrige Aromen, zarte Süße und präsente, feine Säure, schon etwas entwickelt, Abgang mit kräutrigen und zitronigen Aromen.

4.         2012  Clemens Busch, Riesling, “Vom Roten Schiefer”        

Helles Gelb mit grünen Reflexen, ein wenig kräutriger Zitrus-Steinobstduft. Klare, feinsaftige Frucht im Mund,  leicht pflanzlich und auch erdig-mineralisch, sehr feine Säure, harmonisch, guter Abgang.

5.         2009  Clemens Busch, Riesling, “Vom Roten Schiefer”        

Helles Gelb, ein pflanzlicher, zart erdiger Duft nach eingemachten gelben Früchten. Weich und leicht süß im Mund, zart erdig, feine Säure, zart würziger Abgang.

Im zweiten Flight kamen die Weine vom Grauschiefer:

6.         2016  Clemens Busch, Riesling, “Vom Grauen Schiefer”     

Sehr blasses Gelb mit grünen Reflexen, eine zurückhaltende, etwas kräutrige Nase mit verhaltenen gelbfruchtigen Aromen. Klare, saftige Frucht, lebendige Säure, pflanzliche Noten und wieder herbe Mineralik am Gaumen, zartfruchtiger Abgang mit kräutrigen Nuancen.

7.         2014  Clemens Busch, Riesling, “Vom Grauen Schiefer”     

Blasses Gelb mit grünen Reflexen,  auberer, geradliniger, schlanker und etwas verhaltener Riesling, zart pflanzliche und nussige Aromen, recht eleganter Stil, nicht völlig trocken, für das Jahr 2014 sehr gut gelungen.

8.         2013  Clemens Busch, Riesling, “Vom Grauen Schiefer”     

Blasses Gelb mit grünen Reflexen, leichter Steinobst-Zitrusduft mit einem Hauch kräutriger Noten, und deutlicher Mineralik. Klar, noch etwas kantig im Mund, mehr Fülle, straffe, feine, leider Spur buttrige Säure, gute Nachhaltigkeit am Gaumen, guter Abgang.

9.         2008  Clemens Busch, Riesling, “Vom Grauen Schiefer”     

Helles Gelb mit grünen Reflexen, leichter Steinobst-Zitrusduft, etwas kräutrige Nuancen, schlanke Frucht und straffe, feine Säure, recht klarer, eleganter Riesling, hat aber schon mehr  Reife und wirkt etwas gezehrt.

Im dritten Flight folgten dann die Großen Gewächse vom Rothenpfad, die ebenfalls vom Rotscheifer stammen:

10.      2016  Pündericher Marienburg, “Rothenpfad, Großes Gewächs”   

Sehr blasses Gelb mit grünen Reflexen, wie bei den Ortsweinen zarter Zitrus-Steinobstduft mit kräutrig-pflanzlichen Noten, erdige Mineralik, aber für ein Großes Gewächs recht zarter, filigraner Riesling, aber fast etwas zu leicht.

11.      2014  Pündericher Marienburg, “Rothenpfad, Großes Gewächs”   

Helles Gelb mit grünen Reflexen,dichter, etwa herberer, aber gut strukturierter Riesling, floralen Aromen und deutliche Mineralik, kühle kräuterige Nuancen. Wirkt weicher als die Ortweine und hat mehr Fülle als der 2016’er Rothenpfad. Für den Jahrgang 2014 sehr gut gelungen.

12.      2012  Pündericher Marienburg, “Rothenpfad, Großes Gewächs”   

Helles Goldgelb, kräftiger, dichter, in der Frucht  recht verhaltener Riesling, deutliche, leicht salzige Mineralik, herbe pflanzliche Noten, etwas getrockneten Suppenkräuter, mit sehr feiner, lebendiger Säure, zeigt schon mehr Reife und stärkere Sekundär-Aromen.

13.      2011  Pündericher Marienburg, “Rothenpfad, Großes Gewächs”   

Helles Goldgelb, dichter, fülliger Riesling, sehr vollreife, gelbe Früchte, dem Erntejahr entsprechend weiche, reife Säure und mehr Süße. Die Mineralik wird durch Reife und Fülle überdeckt.

Bei unserem Weinbruder Uwe Lommertin möchten wir uns noch für die Präsentation der Wein bedanken und dafür dass er den Kontakt zu Clemens Busch hergestellt hat.

Verfasser:  Dieter

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Weinprobe mit Weinen aus dem Priorat, Teil 2 der Süden am 17. Januar 2019

Erstellt von Dieter am 4. Juli 2019

Nachdem wir im Dezember 2018 den nördlichen Teil des Priorats mit den Bodegas Mas Sinen, Cellers de Scala Dei und Buil & Giné verkostet hatten, kommen wir in dieser Probe zum südlichen Teil mit den Bodegas Sangenis i Vaque und der Vinicola del Priorat.

Die Details zum Weinbaugebiet sind schon in der ersten Probe aufgeführt worden, daher gehen wir gleich zu den beiden Weingütern:

Sangenis i Vaque:

Das Familienunternehmen Sangenis i Vaque: wurde von Pere Sangenis und Conxita Vaque nach ihrer Hochzeit 1982 gegründet. Zunächst wurden nur Fassweine produziert, ab 1996 begann dann die Flaschenproduktion.
Die Weinberge stammen vor allem aus der Linie von Frau Vaque und wurden bereits um 1700 angelegt. Frau Vaque hatte den Keller des Großvaters geerbt, der ab Ende des 19. Jahrhunderts schon Weine produziert hat. Herr Sangenis hatte nur Weinberge geerbt, den elterlichen Keller erbte damals sein Bruder.
Nachdem die beiden ältesten Töchter Maria und Nuria ihr Önologiestudium beendet haben, arbeiten auch sie auf dem Weingut mit.
Inzwischen bewirtschaftet die Familie 15 ha (davon 14 ha Rot) mit einem sehr alten Rebenbestand auf Terrassen zwischen 350 und 450 m NN. Mit 45% Granatxa (Grenache) und 35% Carignan werden überwiegend die traditionellen Priorat-Sorten kultiviert. Den Rest teilen sich mit 6% weißer Granatxa (Grenache Blanc), 5% Syrah und Merlot und 4% Cabernet Sauvignon.
Die Bewirtschaftung der Weinberge erfolgt nach ökologischen Gesichtspunkten, so wird für die Düngung nur Schafsmist verwendet. Trotz der niedrigen Niederschlagsmenge von durchschnittlich 400 mm pro Jahr wird nicht bewässert. Der Ausbau der Weine erfolgt zwischen 6 und 18 Monaten im traditionellen Barrique. 85% davon französische Eiche, der Rest amerikanische. Maximale Benutzungsdauer 5 Jahre. Die Weine werden nicht stabilisiert oder gefiltert. Die malolaktische Gärung erfolgt im Tank. Mazeration und Fermentation dauern zwischen 30-50 Tage in keramisch verkleideten Betontanks. Die Flaschenproduktion beträgt 25.000 – 30.000 pro Jahr

Vinícola Gratallops, heute Vinícola del Priorat

Die Gratallops Coop startete 1917. Nach dem Zusammenschluss mit 3 weiteren Kooperativen (El Lloar, La Vilella Baixa und La Vilella Alta) entstand 1991 die Vinícola del Priorat. 125 Mitglieder bewirtschaften heute etwas 205 ha mit 310 Parzellen in einer Höhe von etwa 450 m über NN. Die Bodenstruktur ist wie in Porrera überwiegend Llicorella-Schiefer. Das durchschnittliche Alter der Reben liegt bei über 60 Jahren.
Wie in Porrera liegt auch hier die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge zwischen 300 und 500 mm.
Bis in die 70er Jahre wurden lediglich 10% der Weine auf Flaschen gefüllt, heute sind es 100%, bei einer durchschnittlichen Produktion von ca. 300.000 Flaschen
Durch den Zusammenschluss ergab sich die Möglichkeit die Verarbeitung im Keller zu verbessern und durch eine bessere Selektion höherwertige Weine zu produzieren.

In gewohnter Manier begann unserer Probe mit den einfacheren Weinen

1. 2017 Sangenis i Vaque, “Garbinada”
Dieser Wein stellt die Basisilinie der Bodega dar: Ein sauberer, recht pflaumig-fruchtiger aber einfacherer Wein und einem härterem, adstringierendem, etwas grünem Tannin.

2. 2017 Vinicola del Priorat, “Önix Classic”
Auch hier der Basiswein der Genossenschaft: Ein ordentlicher, einfacher Wein, aber etwas säuerlich im Mund und ebenfalls wie der vorherige Wein ein härteres, adstringierendes, etwas grünes Tannin hat.
Die Trauben wurden entrappt und kalt vormazeriert, anschließen erfolgte die Vergärung bei 25 – 28°C in 25.000 l-Tanks und die weitere Reife dann auf der Flasche. Etwa 100.000 Flaschen wurden produziert

3. 2015 Sangenis i Vaque, “Dara”

Wir sind jetzt eine Qualitätsstufe höher. Der Wein stammt von 25jährigen Reben und zeigt deshalb etwas dichtere Frucht (Waldbeeren, Kirsche). Aber auch er hat noch mehr härtere, adstringierende Tannine, die aber schon etwas reifer und weicher wirken.

4. 2016 Vinicola del Priorat, “Clos Geberat +”

Auch von der Vinicola del Priorat haben wir jetzt eine höhere Qualitätsstufe vor uns. In der Frucht ist es ein noch etwas verhaltener, aber recht weicher Wein mit dunkler Beerenfrucht und feiner Säure Wie beim vorherigen Wein „Dara“ , zeigen sich auch hier noch etwas härtere, adstringierende Tannine.
Die Trauben wurden entrappt und kalt vormazeriert, anschließen wurde bei 25 – 28°C in 5.000 l-Tanks vergoren. Der malolaktische Säureabbau erfolgt dann in Barriques aus französischer Eiche mit anschließender Reifung für 4 Monate. Es wurden 5000 Flaschen produziert.

5. 2014 Sangenis i Vaque, “Vall Por”

Noch etwas höher in der Qualität als der «Dara». Ein sauberer, etwas weicherer Wein mit dichter Frucht (Waldbeeren, Kirsche) und mehr Struktur als der „Dara“. Er hat eine kräftigere, etwas adstringierende Gerbsäure, einen leichten Bitterton und eine Spur Kakao. Sehr schön zu trinken, recht harmonisch, so macht der Wein Spaß.

6. 2006 Sangenis i Vaque, “Vall Por”
Der acht Jahre ältere Gegenpart zum 2014’er “Vall Por”. Auch er ein dichter, weicherer Wein mit Waldbeeren und Kirsche im Mund. Das Tannin ist noch härter als beim 2014’er, mit leichtem Bitterton und Ankläge an Bitterschokolade
Wer reifere Wein bevorzugt, hat ihn etwas höher als den 2014’er bewertet, für die anderen hatte er durch das längere Belüften schon an Frucht verloren und zeigte mehr Alterstöne.

7. 2016 Sangenis i Vaque, “Bancal de Granatxa”

Wir haben hier einen reinsortigen Grenache-Wein vor uns mit klarer, leicht pflaumiger Frucht und festem, etwas adstringierendem Tannin. Er ist nicht so pflaumig breit und belanglos wie viele einfachere Grenache-Weine.

8. 2016 Vinicola del Priorat, “Önix Evolucio”

Ein klarer, gut strukturierter Wein, der im Mund einen Früchtekorb aus roten Beeren, Pflaume, etwas Kirsche, Spur Trockenpflaume, Cassis, widerspiegelt, dazu kommen leichte Kräuter-Noten. Dieser Wein hat Charakter und mehr Biss als die anderen Weine der Genossenschaft.
Aus den über 300 Parzellen der Mitglieder werden für diesen Spitzenwein der Genossenschaft die besten Carignan-, Grenache- und Cabernet Sauvignon-Trauben ausgewählt. Sie wurden entrappt und kalt vormazeriert, anschließen erfolgte bei 28°C in 5.000 l-Tanks für 25 Tage die eigentliche Gärung. Der malolaktische Säureabbau erfolgt danach in Barriques aus französischer Eiche und Reife darin für 12 Monate.

9. 2007 Sangenis i Vaque, “Coranya”

Der Wein besitzt ein feines Bukett nach Süßkirsche. Im Mund ist er dann sehr stoffig mit ebenfalls dichter, süßer Kirschfrucht und feiner Schiefer-Mineralik. Dazu kommt eine dezente Reife und ein Hauch Zartbitterschokolade. Trotz seines Alters immer noch frisch.
Grenache und Carignan stammen von mehr als 30 Jahre alte Reben aus der Lage Coranya. Es erfolgte ein 12-monatiger Ausbau in 2jährigen Barriques aus französischer Eiche und neunen aus amerikanischer Eiche

10. 2005 Sangenis i Vaque, “Coranya”

Dieser Wein aus der Lage Coranya ist noch zwei Jahre älter und auch er ist immer noch frisch und zeigt nur eine zarte Reife. Neben seiner weichen Kirschfrucht präsentiert er sich sehr stoffig und würzig mit einer dezenten Schiefernote ohne dabei breit und plump zu sein.
Die Trauben stammen wie beim 2007’er aus der Einzellage Coranya und auch der Ausbau erfolgte genauso.

11. 2011 Sangenis i Vaque, “Clos Monlleo”

Das ist jetzt der Top-Wein der Bodega, sehr klar und kirschfruchtig im Mund, dicht und vielschichtig mit festem, reifem Tannin. Er präsentiert sich sehr vollmundig und etwas cremig am Gaumen mir einer dezenten Bitternote, die in schönem Kontrast zur Fruchtsüße steht. Der Wein zeigt schon viel von seinem Potential, aber braucht aber sicher noch viel Zeit zum Reifen.
Die Trauben für den Clos Monlleo stammen immer aus hochgelegenen Lagen mit bis zu 80-jährigen Reben. Entsprechend extrem niedrig ist der Ertrag. Der Ausbau erfolgt über 18 Monate in neuen Barriques aus französischer Eiche (Allier). Zur Abfüllung wird Wein wird weder filtriert noch geschönt.

12. 2000 Sangenis i Vaque, “Clos Monlleo”

Als letzter Wein folgte der 11 Jahre ältere Clos Monlleo. Auch er war ein sauberer, recht dichter Wein mit festem, reifem Tannin. Insgesamt wirkte er aber schon etwas gezehrter, mit einer Spur Hanf im Mund und einer beginnenden Ausprägung der Tertiäraromen. Der Wein wurde schon mittags gelüftet, vielleicht hat das ihm das Genick gebrochen.
Der Ausbau des Weines erfolgte wie beim 2011’er, aber der Clos Monlleo bestand bis zum Jahrgang 2004 auch noch zum Teil aus zugekauften Trauben neben einer Selektion der besten Trauben aus den Parzellen für den „Clos Monlleo“ und den „Coranya“.

Verfasser: Dieter

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Probenprogramm 2019

Erstellt von Dieter am 1. März 2019

Leitthemen: Mosel und Spanien                                            Stand: 25.02.2019

Achtung, es können sich einige Termine der Proben noch ändern bzw. die Proben getauscht werden !
Sonderveranstaltung gegen Kostenbeitrag

17.01.2019                Priorat, Teil 2, der Süden

Die Weinregion Priorat in der Provinz Tarragona hat eine Fläche von 1.800 Hektar und ist die älteste Weinbauregion in Katalonien. Im Mittelalter zählte sie zu den bedeutendsten Weinbaugebieten Spaniens, verlor dann aber deutlich an Bedeutung. Erst ab 1989 ist wieder einen deutlichen Anstieg zu verzeichnen, dank Winzern wie Álvaro Palacios und René Barbier. Die Weinberge befinden sich meistens terrassenförmig auf den Llicorella-Schieferböden in einer Höhe von 150–1000 m  an den steilen Hängen der der Serra de Montsant. Wir werden eine interessante Auswahl an Weinen aus dem Südlichen Teil des Gebiets verkosten, die unser Weinbruder Uwe Lommertin vor Ort besorgt hat.

14.02.2019                Gereifte Riesling vom Weingut Clemens Busch

Am Anfang der Terrassenmosel in Pünderich liegt das Weingut von Clemens Busch. Seit 1986 wird es ökologisch bewirtschaftet, seit 2006 sogar biodynamisch. Durch Spontanvergärung und lange Hefelagerung entsteht eine lange Haltbarkeit und enorme Reifefähigkeit der Weine. Wir wollen das in einer Vertikal-Verkostung überprüfen.

21.03.2019                Mitgliederversammlung ohne Wahlen                Nur für Mitglieder
Damit es nicht zu trocken wird, mit Elbling- und Auxerrois-Weinen von der Obermosel.

25.04.2019                Fruchtsüße Kabinett-Rieslinge von Mosel, Saar und Ruwer

„Die Leichtigkeit des Weins” . Unser Weinbruder Bernd Kögler wird uns Kabinett-Weine von der Mosel vorstellen, um uns zu zeigen, warum der Mosel-Kabinett seinen großen Ruf hat. Viel Frucht und Elegant bei wenig Alkohol

16.05.2019                Riesling-Weine von der Mittelmosel mit dem Weingut Kerpen

Martin Kerpen wird uns die Weine der Mittelmosel vorstellen.  Das 8 ha Weingut hat beste Lagen so in der Wehlener Sonnenuhr, im Graacher Domprobst und im Bernkasteler Bratenöfchen. Eichelmann hat das Gut mit 4 Sternen ausgezeichnet.

23.-26.05.2019         Weinreise an die Saar   Sonderveranstaltung

Wir werden unser Quartier in Saarburg aufschlagen und von dort die Winzer Dr.Wagner, Forstmeister Zilliken, Bischöfliche Weingüter, Peter Lauer und van Volxem besuchen. Zusätzlich steht ein Stadtrundgang durch Trier an.
 Alle Plätze sind schon ausgebucht.

06.06.2019                Riesling-Weine von der Terrassenmosel

Die Landschaft der Terrassenmosel unterscheidest sich von Mittel- und der Obermosel durch ein zumeist engeres Tal mit Hängen, an denen auf oft terrassierten Parzellen der Weinbau betrieben wird. Wir werden einen Querschnitt der Weine von Winzern aus Winningen verkosten.

04.07.2019                Weinprobe von der Saar mit dem Weingut Stefan Müller

Das Weingut besitzt 10 ha in Krettnach und Niedermennig. Bisher waren beide Orte wenig bekannt, aber Stefan Müller und andere junge Kollegen haben gezeigt, dass auch hier hervorragende Riesling-Wein erzeugt werden können.

15.08.2019               Deutsche Schaumweine, ein Überblick

Wir schauen uns deutsche Schaumweine an und vergleichen die verschiedenen Herstellungsweisen. Wir werfen einen Blick ins Schaumweinrecht und klären verschiedene Begrifflichkeiten. Was unterscheidet einen „Winzersekt“ von einem „Crémant“? Gibt es Gute Alternativen als Aperitif?

19.09.2019               Spanische Rotweine

Der Importeur und Händler M.a.x.x-Weine aus Bonn wird uns eine repräsentative Probe spanischer Rotweine zusammenstellen.

17.10.2019               Weißweine aus der Region Rueda

Rueda ist inzwischen die Spanische Region für Weißweine. Jahrelang wurden nur unbedeutende Weißweine produziert. Erst als in den 1970er Jahren der Weinerzeuger Marqués de Riscal aus der Rioja mit Unterstützung vom französischen Önologen Emile Peyaud die Rebsorte Verdejo pflanzte und nach modernen Verfahren Weißwein produzierte, begann der große Aufstieg. Unser Weinbruder Uwe Lommertin hat vor Ort für uns eine Auswahl getroffen.

21.11.2019               Terroir, was ist das ?

Alle reden über Terroir, aber jeder meint etwas anderes. Wir werden versuchen mit Hilfe von Herrn Presser vom Dezernat Weinbau beim RP Darmstadt  Licht in das Dunkel zu bekommen und den Begriff Terroir anhand von Beispielen genauer zu definieren.

30.11.2019               Weihnachtsessen           Sonderveranstaltung

Termin und Ort wird noch von einem Orga-Team festgelegt.

12.12.2019               Rioja

Rioja ist wahrscheinlich das bekannteste Weinbaugebiet Spaniens. Auf ca. 63.000 ha werden hier zu 85% Rotweine aus Tempranillo mit Anteilen an Grenache, Graciano und Mazuelo (Carignan) erzeugt. Politisch ist es auf .die drei Bezirke La Rioja, Navarra und das baskische Álava verteilt. Wir werden versuchen, einen Überblick über die Weinbauregion zu bekommen.

Leitthemen 2020:      Rheinhessen, Griechenland und Kroatien

16.01.2020               Barrique-Ausbau

Herr Florian Solymari von der Staatlichen Lehr und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg wird uns über den Barrique-Ausbau detailliert informieren. Die Versuchsanstalt ist eines der Mitglieder in der Hadesgruppe, die sich mit dieser Ausbauart beschäftigen.

27.02.2020               Gereifte Riesling vom Weingut Ernst Loosen

Das Weingut ist seit über 200 Jahren in Familienbesitz und bewirtschaftet Weinberge in den besten Lagen in Bernkastels Erden, Ürzig, Wehlen und Graaach, die teilweise noch mit alten wurzelechten Reben bestockt sind. Wir werden Weine aus diesen Lagen über mehrere Jahrgänge verkosten können.

20.03.2020               Mitgliederversammlung ohne Wahlen     Nur für Mitglieder

Damit es nicht zu trocken wird, mit Weinen aus Rheinhessen

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Weinprobe mit der Rebsorte Gutedel am 22.04.2018

Erstellt von Dieter am 18. Juli 2018

Gutedel ist die wichtigste weiße Rebsorte des Markgräfler Landes. Da wir in unserem Jahresprogramm den Schwerpunkt auf das Markgräflerland gelegt haben, sollte ihr auch eine eigene Probe gewidmet werden.
Sie  ist eine alte Weißwein- und Tafeltraubensorte, die in Frankreich und in der Schweiz Chasselas, im Wallis Fendant genannt wird. Der Anbau für die Wein- und für die Tafeltraubenproduktion ist allerdings weltweit rückläufig.
Für die Herkunft wird publikumswirksam auf Oberägypten verwiesen, wo sie schon vor 5000 Jahren gewachsen sein soll, daneben wird auch das Jordan-Tal als Herkunft zitiert.  Alle diese Angaben beruhen auf Vermutungen, bei denen man mit Hilfe von Ähnlichkeiten im Aussehen (Blattdarstellungen auf Wandmalereien in ägyptischen Gräbern u.s.w.) auf die Sorte geschlossen hat.
Umfangreiche DNA-Analysen an der Universität Neuenburg konnten dagegen keinen Hinweis auf eine Verwandtschaft mit Rebsorten aus dem alten Ägypten oder Palästina finden.
Stattdessen bestehen große Ähnlichkeiten mit autochthonen Rebsorten des westlichen Alpenraumes wie Teroldego, Lagrein und Autesse. Zwar konnten die Elternsorten des Gutedels nicht festgestellt, aber 20 Klonvarianten mit derselben DNA identifiziert werden. Die wahrscheinlichste Hypothese ist, dass der Gutedel seinen Ursprung im Bereich des Genfersees im Kanton Waadt hat.
Im Markgräflerland werden etwa 3000 ha Rebfläche bewirtschaftet. Davon entfallen etwa 40 % auf den Gutedel, der damit die typische Weißwein-Sorte dieser Region ist. Von insgesamt 1146 ha Gutedel in Deutschland stehen 1117 ha, also 97%, im Markgräfler Land.
Um 1780 wurde diese Rebsorte vom badischen Markgrafen Karl Friedrich von Baden aus dem schweizerischen Vevey ins Markgräflerland gebracht.

Weltweit wichtigstes Anbauland für Gutedel ist die Schweiz. Hier sind 3954 ha (Stand 2013) vor allem in der Südschweiz um den Genfer See und an der oberen Rhone damit bestockt. Im Kanton Waadt stehen 2631 und im Kanton Wallis 1643 ha Gutedek (bzw. Chasselas oder Fendant)

Nun zu unseren verkosteten Weinen, von denen 9 aus dem Markgräflerland und 3 aus der Schweiz aus dem Kanton Wallis stammten:

1.        2016  Auggener Gutedel, Kabinett,  Winzergenossenschaft Auggen                                 

Wir hatten hier einen einfachen, breiteren, Spur süßlich parfümierten Gutedel vor uns, der nur wenig Säure zeigte (vielleicht durch malolaktischen Säureabbau) und einen leichten Eisbonbon-Ton durch Kaltvergärung. Dieser Wein ist der Sieger in der Kabinett-Gruppe beim Preis Gutedel-Cup 2017.  Keine Fehler, aber sehr glatt, gefällig und etwas belanglos – zumindest für Riesling-Trinker.

2.        2016  Ballrechten Dottinger Castellberg, Kabinett, Weingut Löffler    

Da gefiel der 2.Preis im Gutedel-Cup doch deutlich besser: Ein sauberer, klarer, fruchtiger Gutedel mit etwas mehr schmeckbarer Säure, die ihm auch die Frische gegeben hat.

3.        2016  Ballrechten Dottinger Castellberg  Roter Gutedel,  QW, Weingut Löffler

Einfacher, etwas breiter Gutedel, nicht so klar wie der Weisse Gutedel vom gleichen Weingut, vielleicht auch, weil er nur ein QW und kein Kabinett ist.

4.       2016  Roter Gutedel, QW, Weinhaus Büchin

Das Weinhaus Büchin hat nur wenig Gutedel und mehr Burgundersorten, aber man kann dort trotzdem mit dem Gutedel umgehen. Von der Stilistik war dieser Wein war deutlich fester srtukturiert und mit strafferer Frucht. Wahrschenlich durch kurze Maische-Standzeit hatte der Weine eine zart Herbe, die ihm mehr Rückgrad und Biss gegeben hat.

5.      2015  Weiler Schlipf, “CS”, QW, Weingut Claus Schneider

Das Weingut ist der Meinung, dieser Gutedel sollte im Gegensatz zu dem 2016’er Jahrgang durch die längere Reife vielschichtiger sein. Leider hat sich das aber nicht bewahrheitet. Im Vergleich zu den anderen Weinen präsentierte er sich zwar knochentrocken, ohne dienliche Süße, hatte aber eine sehr weiche, deutlich buttrige Säure mit unangenehmem Milchsäure-Tönen und  eine recht dumpfe, Spur modrige Frucht – kurzum er war schon viel zu alt.

6.      2016   Gutedel, Kabinett, Privatweingut Schlumberger               

Auch dieser Wein war sehr trocken und ohne dienliche Süße, hatte aber eine sehr klare Frucht mit guter, weicher Säure. So macht ein Gutedel Spaß.

7.      2016  Laufener Altenberg, “Chasslie”, QW, Winzergenossenschaft Laufen- Sulzburg

Chasselie ist eine eine Wortkombination aus „Chasselas“ und „sur lie“ unter der 4 Erzeuger einen  Gutedel vermarkten, der eine längere Lagerung auf der Hefe hatte. Durch diese längere Hefelagerung ist der Wein recht weich, rund und etwas cremig. Abgefüllt wurde dieser Wein mit etwas mehr Gärungskohlensäure, um ihm etwas Frische zu geben .

Das Weingut Ziereisen liegt im Dreiländereck (Deutschland, Schweiz und Frankreich) in Baden. Hans Peter Ziereisen arbeitete früher als Schreiner. Erst als 1991 seine Eltern den Bauernhof aufgaben und keines seiner Geschwister den Hof haben wollte, entschloss er sich, den elterlichen Gemischtbetrieb zu übernehmen. Neben Schweinen und Kühen hatte er 0,5 ha Weinbergsfläche mit dabei, deren Trauben einfach bei der nächsten Winzergenossenschaft abgeliefert wurden.
Er begann also mit 0,5 ha und 6000 Fl. Jahresproduktion und hat nach und nach das Weingut auf 16 ha erweitert. Der Einsatz von Spontanhefen, Maischestandzeit, langer Hefelagerung führte zu „untypischen Weinen“, die öfter bei der amtlichen Weinprüfung abgelehnt wurden, sodass er inzwischen seine Weine als Landweine ohne die amtliche Weinprüfung vermarktet.

8         2015  Gutedel, “Heugumber”, Landwein, Weingut Ziereisen

Das ist die Gutedel-Interpretation für einen Basiswein durch Klaus Peter Ziereisen. Ein sauberer, klarer, gradliniger und gut strukturierter Wein, im Gegensatz zu vielen einfachen Gutedel-Weinen sehr charaktervoll.
Sicher eine Folge von langer Maischestandzeit und Lagerung auf der Hefe.

9.      2014  Gutedel, “Steingrüble”, Landwein, Weingut Ziereisen

Jetzt haben wir den Gutedel aus der gehobenen Selektion vor uns. Im Steilhang auf Kalkstein mit Lössauflage gewachsen, von 30 bis 40 Jahre alten Reben. Nach 6-8 Wochen Maischestandzeit ohne Reinzuchthefen, langer Hefelagerung mit Battonage im alten Holzfass wird dieser Gutedel ohne Filtration abgefüllt. Ein dichter, voller, charaktervoller Wein mit weicher und runder Frucht. Viel Birne, zarte Mineralität mit einem Hauch Thymian und sehr langem Abgang kommt er daher. Das ist kein einfacher Gutedel mehr, man würde eher auf den Burgunder tippen. Das war dann auch unser bestbewerteter Wein des Abends.

Nach den markgräfler Weinen konnten wir dann auch noch 3 Gutedel (Fendants) aus der Schweiz aus dem Kanton Wallis verkosten.

10.      2014  Chasselas en Capitale, “Blanc de Reines”, AOC, Cave Antoine &  Christophe Bertrisey                                                               

Dieser Wein hatte anfangs einen leichten Stinker und vom malolaktischen Säureabbau besaß er nur  wenig Säure , wirkte breit und buttrig mit deutlichem Milchsäure-Ton. Nach einiger Zeit an der Luft verschwanden die Töne aber und eine klare, sauberer Frucht war zu erkennen

11.      2011  Fendant, “Noble Contree”, AOC, Cave Maurice Zuffery                                                      

Nach dem Vinum Weinführer gehört Maurice Zuffery zu den 100 besten schweizer Winzern. Auch dieser Wein hat nach schweizer Art einen malolaktischen Säureabbau hinter sich und daher eine sehr weiche Säure. Er ist weniger Frucht-betont, aber ein sehr sauberer, harmonischer Gutedel (Fendant) mit dichter Struktur. Sein Alter schmeckt man im Gegensatz zu den deutschen Gutedel-Weinen nicht.

12.      2011  Fully, “Plaimont Les Terrasses”, AOC, Domaine de la Rodeline,                                  

Auch dieser Wein hat eine malolaktische Gärung und etwa 7 Monate Hefelagerung hinter sich Wie sein Vorgänger ist er weniger Frucht-betont mit sehr weicher Säure und ebenfalls ohne erkennbare Altersnoten. Er konnte seinen Vorgänger allerdings nicht ganz in der Bewertung erreichen.

Erstaunlicherweise wurden alle drei schweizer Gutedel (Fendants)  trotz ihrer weicheren Säure  und sehr verhaltenen Frucht im Durchschnitt besser bewertet als ihre deutschen Pendants – mit Ausnahme vom 2014‘er  Gutedel, “Steingrüble“ vom Weingut Ziereisen.

Kurze Informationen zu den Weingütern:

Weingut:                 Winzerkeller Auggener Schäf
Ort:                          Auggen
Rebfläche:              340 ha
Beste Lage:            Laufener Altenberg, Auggener Schäf
Rebsorten:             Gutedel, Weissburgunder, Spätburgunder, Chardonnay,  Gewürztraminer, Müller-Th., Muskateller, Regent

Weingut:                 Löffler
Ort:                          Staufen Wettelbrunn
Rebfläche:              14 ha
Beste Lage:            Castellberg, Fohrenberg
Rebsorten:             4,5 ha Gutedel; 3,5 ha Spätburgunder; 1,5 ha Müller-Thurgau; 1,5 ha Weissburgunder; 1,5 Grauburgunder;  0,5 ha Gewürztraminer; 0,3 ha Regent; Sonstige 0,7 ha

Weingut:                 Weinhaus Büchin
Ort:                          Schliengen
Rebfläche:              27 ha
Beste Lage:            Sonnenstück
Böden:                    Lehm, Löss
Rebsorten:             Gutedel, Weissburgunder, Grauburgunder, Spätburgunder, Syrah

Weingut:                 Ziereisen
Ort:                          Efringen-Kirchen
Rebfläche:              16 ha
Jahresproduktion: 110.000 Fl.
Böden:                    Jurakalk
Beste Lage:            auf Lagenbezeichnung wird verzichtet, auch Weinberge in der angrenzenden Schweiz
Rebsorten:             45% Spätburgunder, 25% Gutedel, 11% Weissburgunder,
8% Grauburgunder, 5% Chardonnay, 5% Syrah, 1% Gewürztraminer

Weingut:                 Claus Schneider
Ort:                          Weil am Rhein
Rebfläche:              12 ha
Jahresproduktion: 80.000 Fl.
Beste Lage:            Weiler Schlipf
Böden:                    tiefgründiger Lehm mit hohem Kalkanteil
Rebsorten:             40% Spätburgunder, 25% Gutedel, 15% Weissburgunder,
13% Grauburgunder, 7% Chardonnay

Weingut:                 Privatweingut H.Schlumberger
Ort:                          Sulzburg-Laufen
Rebfläche:              8,5 ha
Jahresproduktion: 60.000 Fl.
Beste Lage:            Laufener Altenberg, Muggarter Berg
Böden:                    Kalksteinverwitterung mit Löss- und Lehmauflage, Kalk­mergel
Rebsorten:             25% Spätburgunder, 20% Weissburgunder, 20% Gutedel,  15% Grauburgunder 4% Chardonnay, 4% Sauvignon-Blanc, 18% übrige

Weingut:                 Maurice Zuffery
Ort:                          Muraz sur Sierre, Valais, CH
Rebflache:              9 ha
Beste Lage:            rechtes Rhoenufer in Sierre, Venthô und Veyras:Les Grand’Rayes in Venthome, Les Glariers und Maison-Rouge, Viouc in Muraz , Anchettes-Combettas unterhalb von Venthome
Rebsorten:             Gutedel (Fendant), Petit Arvine, Chardonriay, Cornalin, Humagne rouge, Pinot Noir, Syrah

Weingut:                 Cave Antoine & Christophe Bétrisey, Artisans du Vin
Ort:                          Saint-Leonard, Valais, CH
Rebfläche:              10 ha /Öko Label VINATURA
Beste Lage:            unterste Talhänge von St.Leonard und Uvrier, rechtes Rhoneufer zwischen Sitten und Siders, Les Virets, Les Planisses, Plan-Loggier, Combaz-Bernard, Zenaille
Rebsorten:             Gutedel (Fendant), Pinot Noir, Gamay, Johannisberg, Arvine,  Syrah, Humagne Rouge, Ermitage, Muskateller, Cornalin (Landroter), Diolinoir

Weingut:                 Domaine de la Rodeline, Yvon & Claudine Roduit-Desfayes
Ort:                          Fully, Valais, CH
Rebfläche:              6 ha
Beste Lage:            Plamont les Terasses (1ha), Les Claives (1 ha)
Rebsorten:             Gutedel (Fendant,Chasselas, Perlant), Petite Arvine, Humagne Blanc,   Marsanne (Ermitage, Hermitage) Cornalin (Rouge du Pays, Landroter), Gamay, Humagne Rouge, Merlot, Syrah, Pinot   Noir (Klävner)

 

Verfasser: Dieter

2018_04 Gutedel Probenergebnis

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Jahresprogramm 2018

Erstellt von Dieter am 17. Januar 2018

Leitthemen: Markgräfler Land und Ungarn                                                                                                                  Stand: 16.01.2018

Achtung, es können sich neben den Terminen der Proben auch der Ort und die Anfangszeit ändern, da wir nicht mehr im Kolping Messehotel in Deutz unsere Proben abhalten !

N=Normalveranstaltung, S=Sonderveranstaltung (Kostenbeitrag)

  Datum   Thema
11.01.2018 N  Markgräfler Land mit Florian Mayer von der WG Britzingen.

Herr Mayer wird nicht nur Weine der Winzergenossenschaft Britzingen vorstellen, sondern uns auch einen allgemeinen Überblick über das Gebiet geben.
Da er vorher im Kölner Weindepot Weine der Winzergenossenschaft vorstellt, ist der Probenbeginn erst um 20:00 Uhr.

22.02.2018 N  Rotweine aus dem Markgräfler Land      Ort : Bürgerzentrum Deutz !

Außer Weißweinen wie den Gutedel hat das Gebiet auch gute Rotweine zu bieten. Wir werden von Spätburgunder bis Syrah interessante Rotweine verkosten.

22.03.2018 N  Mitgliederversammlung mit Wahlen   Ort : Bürgerzentrum Deutz !

Nur für Mitglieder
Damit es nicht zu trocken wird, mit Weinen aus dem Markgräfler Land.

26.04.2018 N Gutedel                         verschobener Termin !

Gutedel ist die Leitsorte des Markgräfler Lands. Un so gibt eine breite Auswahl von einfachen Zechweine bis zu gehobenen Qualitäten. Wir werden aus diesem Angebot verschiedene Weine probieren. So z.B. auch Gewinnerweine vom Gutedel-Cup und Chassela vom Genfer See als schweizer Gegenstück.

03.05.2018 N Schlossgut Ebringen mit Herrn Engelmann

Die Gründer von Schloss Ebringen haben sechs Hektar der Lage „Ebringer Sommerhalde“ aus der Genossenschaft heraus gepachtet, um sie unter der Führung von Verwalter Andreas Engelmann bewirtschaften zu lassen. Eine nachhaltige Pflege der Reben, konsequente Ertragsreduzierung auf 50hl/ha und eine selektive Lese haben zu deutlicher Qualitäts­steigerung geführt, sodass das Weingut inzwischen bei Eichelmann mit 3 Sternen bzw. 2 roten Trauben im Gault Millau Wein Guide belohnt worden ist. Herr Engelmann wird uns durch das Weinangebot führen.

07.06.2018 N  Weingut Büchin mit Herrn Marcus Büchin

Das junge Weingut, das 2007 mit ca. 2.5 ha gestartet ist, hat heute bereits 22 ha und produziert eine Vielzahl verschiedener Markgräfler Weine. Eine Spezialität ist ein Syrah-Sekt, da Herr Büchin für 1 Jahr in Südafrika gearbeitet hat.

Als Ausrichter des Gutedelcups wird er uns auch einige Preisträger-Weine
des Cups mitbringen.

 

 

15.-16.06.2018 S  

GDW-Treffen in Fulda Dieses Jahr ist Treffen der Gemeinschaft der Deutschsprachigen Weinbruderschaften in Fulda.

21.-24.06.2018 S  

Weinreise MarkgräflerlandPassend zu unserem deutschen Thema Markgräflerland werden wir uns auch vor Ort umsehen. Wilfried Schmitz wird mit der bekannten Präzision wieder die mehrtägige Reise organisieren. Von Donnerstag bis Sonntag ist der Besuch der Weingüter Dörflinger, Ziereisen, Lämmlin-Schindler, H. Schlum­berger und Heinemann vorgesehen.

19.07.2018 N   Weißweine aus dem Markgräfler Land  verschobener Termin !

Nicht nur die Leitsorte Gutedel, sondern auch weitere Rebsorten wie Weissburgunder, Chardonnay werden hier erzeugt, von denen wir eine interessante Auswahl verkosten wollen.

30.08.2018 N  Ungarn: Nord Balaton – Balatonfüred-Csopak

Wir widmen uns dem Weingebiet Balatonfüred-Csopak, das für die besten Olaszrizling-Weine (Welschriesling), der meistangebauten weißen Sorte in Ungarn steht. Überraschend lebendige und mineralische Weine, auch wenn mit dem Rheinriesling überhaupt nicht verwandt sind.

20.09.2018 N  Ungarn: Tokaj

Wir erleben die enorme Dynamik, die im traditionsreichen Weingebiet herrscht. Neben den weltweit bekannten süßen Ausbruch-Weinen (Aszu), verkosten wir die charakterstarken, trockenen Weine aus autochthonen Sorten wie Furmint und Harslevelü.

18.10.2018 N  

Chardonnay als Blindprobe.

Die Allerweltsrebe Chardonnay zeigt trotzdem je nach Herkunft sehr unterschiedliche Geschmacksausprägungen. Wir werden versuchen in einer Blindprobe die Herkunft der Weine zuzuordnen.

15.11.2018 N  Ungarn: Villany
Villany ist das Rotweingebiet Nr. 1 in Ungarn. Reinsortige Cabernet Franc Weine sind normalerweise eher eine Seltenheit in der Weinwelt. Wir werden davon einige im Vergleich zum bekannteren „Bruder“ Cabernet Sauvignon sowie die erstklassige Bordeaux-Blends verkosten.
30.11.2018 oder
01.12.2018
S  Weihnachtsessen

Termin und Ort wird noch von einem Orga-Team festgelegt.

06.12.2018 N Priorat, Teil 1

Die Weinregion Priorat in der Provinz Tarragona hat eine Fläche von 1’800 Hektar und ist die älteste Weinbauregion in Katalonien. Im Mittelalter zählte sie zu den bedeutendsten Weinbaugebieten Spaniens, verlor dann aber deutlich an Bedeutung. Erst ab 1989 ist wieder einen deutlichen Anstieg zu verzeichnen, dank Winzern wie Álvaro Palacios und René Barbier. Die Weinberge befinden sich meistens terrassenförmig auf  den Licorella-Schieferböden in einer Höhe von 150–1000 m  an den steilen Hängen der der Serra de Montsant. Wir werden eine hoffentlich interessante Auswahl an Weinen verkosten.

 

 

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Weinprobe mit Rosé-Weinen aus der Provence am 20.07.2017

Erstellt von Dieter am 25. August 2017

Unser ausländisches Thema ist dieses Jahr Südfrankreich und was bot sich da besser an als eine Rosé-Probe im Sommer mit Weinen aus der Provence, dem typischen Rosé-Gebiet Frankreichs. Frankreich ist weltweit das Land mit der prozentual höchsten Rosé-Produktion und auch mit dem größten Eigenverbrauch an Rosé-Weinen. Von 1990 bis 2013 ist ihr Anteil in Frankreich von ca. 10% auf 30% angestiegen und mehr als ein Drittel aller französischen Roséweine stammen aus der Provence.  Entsprechend hoch ist dort der Anteil an der Produktion mit fast 90%.

Als die EU erlauben wollte, Rosé-Weine auch aus weißen Trauben durch Anfärben mit Rotweinen zu produzieren, kam aus der Provence der lautstärkste Protest, sodass dieser Vorschlag wieder in den Schubladen der Brüsseler Bürokratie verschwand.

In der Provence darf Rosé-Wein nur aus Rotwein hergestellt werden: Durch direktes Abpressen der Trauben, durch Abpressen nach einer kurzen Maischstandzeit oder durch das Saignée-Verfahren, bei dem den Trauben für die Rotweinherstellung ein heller Vorlaufmost abgenommen wird. (allerdings darf ein kleiner Anteil an weißen Trauben ebenfalls dem Most zugegeben werden.)‘
Die wichtigsten Rebsorten für Rosé sind Cinsault, Grenache, Mourvédre, Syrah und Tibouren.
Unsere Probe begann mit zwei IGT-Weinen aus der Camargue (die formal schon zum Languedoc und nicht zur Provence gehört)

Nr.1    2015’er Rosé “Tete de Cuvee, Grain de Gris” der Domaine Listel war ein einfacher, schlichter Rosé, den das eine Jahr Reife nicht positiv verändert hatte, denn im Hintergrund tauchten schon muffige, dumpfe Töne auf und der Wein hatte seine Frische bereits verloren. ( 13,09 Punkte) Listel gehört zur Gruppe Vranken Pommery und produziert eher LEH-Qualität.

Nr. 2   2016’er Rosé „Mas Mellot“ der Domaine le Pive konnte ebenfalls nicht begeistern. Er war auch etwas dumpf und hatte deutliche Bittertöne, konnte aber als 2016’er mit etwas mehr Frische punkten. ( 13,44 Punkte) Die Domaine le Pive gehört zur Gruppe Jeanjean, die in Südfrankreich mehrere Weingüter besitzt.

Nr. 3   2016’er Rosé „M“ vom Chateau Minuty  Dieser Wein war in unserer Verkostung der erste AOP-Wein, aus der Appellation Cotes de Provence und kommt aus dem Hinterland von St.Tropez. Ein einfacher, aber sauberer Rosé mit leichten Eisbonbon-Tönen. ( 13,53 Punkte) Das Weingut verarbeitet zugekaufte Trauben und ist in der französischen Gastronomie stark vertreten.

Nr. 4   2016’er Rosé “Le Galantine” der Domaine le Galantine. aus der Appellation Bandol.  Die Rotweine dieser Appellation haben sehr einen hohen Mourvedre-Anteil, was auch für die Roséweine gilt. Der Wein war recht dicht und fruchtig, aber durch den hohen Alkoholgehalt von 13,5% wirkte er auch etwas brandig. Dennoch wurde er recht gut bewertet. (14,66 Punkte)

Zwei Rosés der Domaine Jas d’Esclan (nicht zu verwechseln mit dem benachbarten Chateau Jas d’Esclan) schlossen sich an.

Nr. 5   2016’er Domaine Jas d’Esclans, Rosé besteht aus den vier Rebsorten Grenache 50%, Syrah 25%, Cinsault 15%, Tibouren 10%. Diese Basis-Qualität konnte sich geschmacklich kaum von den Vorgängern absetzen. (13,84 Punkte)

Nr.6    2016’er Domaine Jas d’Esclans, Rosé “Coeur de Loup” Dieser Wein war als Selektionswein deutlich dichter und voller, hatte aber auch einen etwas störenden Bitterton. Dennoch konnte er die vorherigen Weine in der Bewertung übertreffen. (14,66 Punkte)

Nr.7    2016’er Sainte Aix, Domaine de la Grand Seouves Rosé “Aix” war der einzige Rosé aus der westlich gelegenen Appellation Aix en Provence. Seit Jahren ist er einer der weltweit bekanntesten Roséweine. Bei uns konnte er geschmacklich nicht ganz überzeugen. ( 14,09 Punkte) Warum für diesen Wein eine eigene Flasche mit eingeprägten „Aix“, aber als Verschluss aber ein einfacher Presskorken verwendet wird, ist bei einem Wein der mittleren Preisklasse (12 €) nicht ganz verständlich.

Nr. 8   2016’er Chateau de Roquefort, “Rosé Corail” bestand aus den fünf Rebsorten Grenache, Syrah, Cinsault, Carignan, Vermentino (Rolle). Hier ging es qualitativ wieder aufwärts: Eine klare, saubere Frucht mit zarter Herbe und guter Struktur. (14,66 Punkte)

Nr.9.   2016’er St.André de Figuerère, Rosé “Premiere”, war wieder ein von der Mourvèdre-Traube geprägter Wein. Er zeigte sich sauber und klar in der Frucht, wirkte am Gaumen aber etwas blass und es fehlte ihm etwas an Länge. (14,06 Punkte) So konnte er gegenüber seinem Vorgänger nicht ganz mithalten.

Nr.10  2015’er Chateau Les Valentines, Rosé wird der von der Cinsault-Traube geprägt (Cinsault 50%, Grenache 30%, Syrah 10%). Als 2015’er hatte er schon Frische verloren und war insgesamt zwar sauber, aber recht neutral in der Frucht. (13,38 Punkte)

Nr.11  2016’er Chateau Jas d’Esclans, Rosé “Whispering Angles” Dieser Wein kommt nicht von der Domaine sondern vom Chateau Jas d’Esclans und wird durch Grenache von bis zu 90 Jahre alten Reben dominiert. Im Mund Schwarze Johannisbeere und eine angenehme Kräuternote. (14,25 Punkte). Das Weingut wurde 2006 von Sacha Lychine (Chtaeau Prieuré-Lichine in Margaux) übernommen mit dem Anspruch, den besten Rosé der Welt zu produzieren. Der Name „Whisperig Angels“ steht für eine moderne Weinlinie im „Neue-Welt-Stil“. Die höhere Qualitätsanspruch zeigte sich auch daran, dass es der erste Wein unserer Verkostung war, dem man einen ordentlichen Naturkorken gegönnt hatte.

Nr.12. 2015’er Chateau Miraval, Rosé “Miraval”, Dieser Wein ist bekannt geworden als der Promi-Wein von Brad Pitt und Angelina Jolie. Bei dem Bekanntheitsgrad dieses (ehemaligen) Pärchens ist zu befürchten, dass außer viel Marketing-Geschrei nichts Herausragendes herauskommt, aber glücklicherweise wird der Wein von der Familie Perrin vom Chateau Beaucastel in Chateauneuf du Pape gemacht, die das Gut nach der Trennung der beiden auch übernommen hat.

Einerseits ein sauberer, recht fruchtiger, kräutriger, zart herber Rosé, andererseits aber etwas international und glatt. Als 2015’er zeigte er schon Reifenoten, und ist eigentlich zu teuer für diese Qualität (14,00 Punkte).

Nr. 13 2015’er Domaine Jas d’Esclans, Rosé “Cuvee de Loup”,
der dritte Wein dieses Weinguts fiel etwas aus dem Rahmen, denn der Rosé wurde für 2 Monate im Barrique ausgebaut. Entsprechend hoch ging es bei der Diskussion her, ob ein Rosé im Barrique ausgebaut werden sollte. Wer den sehr dezenten Holzton mochte, fand hier einen interessanten Rosé vor (14,25 Punkte).

Nr.14  2016’er Les Vignobles Gueissard, Rosé war eine Zugabe unseres Weinbruders Wilfried anlässlich seines Geburtstags (und daher ohne Wertung). Ein Wein aus der Appellation Bandol und somit Mourvèdre-geprägt (Mourvèdre 50%, Grenache 35%, Cinsault 15%).

Ganz anders als die vorherigen Rosés war er sehr fruchtig, würzig, mit interessanten Geschmacksnoten und somit ein guter Abschluss der Probe.

Unser Referent hat sich bemüht, einen repräsentativen Querschnitt über die Rosé-Weine der Provence zusammen zu stellen. Leider ist das bei uns in Deutschland nicht so einfach, da hier nur relativ wenige Rosés aus der Provence vertrieben werden, die meistens auch noch von größeren Handelsmarken stammen (wie die Nr. 1) und von denen auch nicht immer die jüngsten Jahrgänge vorhanden sind. Denn das hat die Probe gezeigt: die meisten dieser Wein altern recht schnell und die Produzenten scheinen sich auch nicht viel Mühe zu geben, um das zu verhindern. Nur die Weine 11 bis 13 hatten einen Naturkorken, alle anderen besaßen einen einfachen Presskorken, ja zwei der Weine waren sogar mit einem geschäumten Kunststoffkorken verschlossen, der kaum noch eingesetzt wird, da dieser Korken sehr Sauerstoff-durchlässig ist. So verlieren die Weine nach einem halben bis einem Jahr schon deutlich an Frucht und bekommen oxidierte Noten.

Der Trend zum Roséweine steigt seit Jahren, wenn man aber unsere Bewertungen ansieht, war die Begeisterung nicht ganz so hoch.
Da aber das Jahresthema Südfrankreich lautet, musste unbedingt auch eine Rosé-Probe dabei sein, um den Wein-Horizont zu erweitern. Und diesen Überblick zu vermitteln,  ist unserem Referenten sehr gut gelungen.

Verfasser:  Dieter

2017_07_Roséweine aus der Provence Probenergebnis

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Weinprobe mit dem Staatlichen Hofkeller, Würzburg am 29.06.2017

Erstellt von Dieter am 25. August 2017

Eine repräsentative Probe zusammenzustellen von einem Weingut, das seit 1128 existiert und zurzeit 120 ha Reben besitzt, ist nicht einfach. Eben aufgrund der zu vielen Möglichkeiten, die Zahl von etwa 100 Weinen in jedem Jahr bringt.
Dem Weingutsleiter Herrn von den Benken ist es aber perfekt gelungen.  Die Begrenzung auf die zwei wichtigsten Sorten, also Riesling und Silvaner, die wir durch verschiedene VDP-Qualitätsstufen verkosten konnten, und dabei ausschließlich in der trockenen Geschmacksrichtung, fand bei der Weinbruderschaft Zustimmung. Und mit Ausnahme der Weine 8 und 12, die aus dem Jahrgang 2015er waren, haben wir den Jahrgang 2016 kennengelernt.
Besonders interessant und lehrreich war die Möglichkeit, Weine von den verschiedenen Bodenarten in den entsprechenden Terroirs zu vergleichen. Dafür einen besonderen Dank an Herrn von den Benken!
Die erste Bewertung ist die des Verfassers, die zweite ist die Durchschnittsnote aller Verkostungsteilnehmer.

Gutsweinweine
Der erste Flight waren zwei Gutsweinweine, beide jeweils Cuvees von jungen Reben aus den Randersackerer (Marsberg) und Würzburger (Stein/Leiste) Lagen.

Nr. 1.              2016   Silvaner   ( 13,5 / 13,83 Punkte)

Blasses Strohgelb
In der Nase einfach und in der Sorte nicht ganz definiert, Edelstahl-Tank Ausbau, leichte süßliche Note. Auf der Zunge interessanter, frisch mit leichtem Säure-Biss, auch mit leichter Süße und nicht definierter Frucht.

Nr. 2.              2016   Riesling   ( 14,5 / 13,80 Punkte)
Blasses Strohgelb
Zurückhaltend mit interessanten herben Kräuter-Noten, leicht, mineralisch, riecht „trocken“.
Im Geschmack harmonisch mit leichter Süße, irgendwie „saftig-trocken“, Kabinett-Charakter, sehr leicht und positiv-süffig“, im Abgang herbe Noten, die an Kerner oder Müller-Thurgau erinnern.
Sehr gut gemachter Wein in seiner Klasse.

Ortsweine
Die zwei Ortsweine waren aus den Würzburger (Stein) Lagen, von jungen Reben.

Nr. 3.  2016  Würzburger Silvaner    ( 15 / 14,73 Punkte)
                       ( 15 / 14,73 Punkte)
Sehr blasses Strohgelb mit grünen Reflexen
Sehr schöne saubere Nase, eindeutig Silvaner in kalkig-mineralischer Ausprägung, leichte Gemüse (Spinat?) Note.
Am Gaumen leicht, harmonisch mit schöner Säure und zurückhaltender Frucht, alles ist klar bei dem Wein.

Nr. 4.              2016 Würzburger Riesling    ( 15 / 14,73 Punkte)
Etwas kräftigere Farbe als die Weine davor, gelb.
Am Anfang relativ verschlossen, reifere Frucht aber auch die Frische ist da.
Geschmack: leicht, fruchtig-frisch, etwas Pfirsich, erdig, mineralisch, sauber, fränkisch.
Später öffnet sich der Wein mit schöner exotischer (Ananas) Frucht, Mirabelle.
Man spürt einen guten Jahrgang.

Silvaner „Erste Lage“ nach VDP“ (3er Flight)
Vielleicht der interessantester Flight der Probe
Wir konnten drei Erste Lage-Weine aus den drei entferntesten Gebieten, aus dem Norden vom Main-Viereck, dem Norden vom Main-Dreieck und bei dem Wein Nr. 6 aus der östlichsten Ecke des Rebenbestandes. Dabei waren die feinen Unterschiede schön zu spüren, die uns verschiedene Bodenqualitäten gegeben haben.

Nr. 5.              2016 Hörsteiner Abtsberg   (Im Norden vom Main-Viereck, vom Urgestein)  ( 16,5 / 16,10 Punkte)
Blasses Strohgelb
Tief, zurückhaltend, mineralisch, Zitrone.
Am Gaumen auch mineralisch-salzig und trocken, würzig mit langem Abgang, aber leicht und konzentriert. Schöne Säure, harmonisch mit einer leicht wilden“ Note.
Ein Wein mit Charakter, der sein Ursprung (Urgestein-Granit, Basalt) schön darstellt.

Nr. 6.              2016 Handthaler Stollberg (eine von den östlichsten Lagen, vom Keuper)  (   16,5 / 15,87 Punkte)
Blass-grünlich,
Auch interessant, leichte animalische Note, reifere Frucht, lang,
am Gaumen viel Mineral (Gips ?), auch wieder salzig, sehr viel Extrakt, Zitrone; langer Abgang.
Wieder ein Wein mit Charakter, der ohne „Schminke“ gemacht wurde.

Nr. 7.              2016     Hammelburger Trautlestal     (Im Norden vom Main-Dreieck vom Muschelkalk)  ( 16 / 15,57 Punkte)
Etwas reifere Farbe, gelb-grünlich.
Von den drei Weinen der, der am meisten offen ist, viel (süße) Zitrone, exotische Frucht.
Am Gaumen fruchtig-würzig, mit erdigen Noten.
Auch ein typischer Terroir-Silvaner mit Charakter.

Silvaner „Erste Lage“ nach VDP“ aus Würzburg und Randersacker (3er Flight)
Der nächste Flight brachte drei Weine, die die gleiche hohe Qualität der letzten Gruppe hatten, wenn auch eventuell nicht so spannend. Es war aber interessant, drei Weine von dem gleichen Boden (Muschelkalk) von drei verschiedenen (bei Weinen 9 und 10 benachbarten) Lagen zu vergleichen.

Nr. 8.              2015 Randersacker Teufelskeller      ( 16,5 / 15,77 Punkte)
 Schönes blasses Gelb
Schöne reife Fruchtnoten, am Anfang etwas matt, Holz, mineralisch, leichte animalische Note; man würde den Wein älter einschätzen.
Geschmack: intensiv, würzig, kräftige Säure, mineralisch, trocken, leicht robust, wirkt jünger als in der Nase. Mit der Zeit spürt man den hohen Alkohol (13,5%) nicht als störend.
Nr. 9.              2016 Würzburger Innere Leiste   (  16,5 / 15,97 Punkte)
Blasses Strohgelb, grünlich, schön
Nase: schön fruchtig-kalkig, leichte Gemüse-Note (Erbsen), frisch, Mirabelle.
Geschmack: auch frisch, trocken, mit viel Extrakt, cremig, schöner Apfel, langer „kalkiger“ Abgang.
Ein karger und charaktervoller Wein.

Nr. 10.            2016 Würzburger Schloßberg (Lage im Alleinbesitz)  ( 16 / 16,20 Punkte)
Grünliches Strohgelb, etwas kräftiger.
Ähnliche Aromatik, wieder Kalk, mineralisch, klarer Silvaner
Konzentriert, cremig, leichte animalische Note, trocken und leicht.
Noch jung.

In dem letzten Flight haben wir die Gelegenheit gehabt, zwei Weine aus der Parade-Lage Würzburger Stein zu verkosten. Leider stammte der Riesling aus 2015 (Fehler beim Versand), sodass ein direkter Vergleich mit dem 2016’er Silvaner nicht möglich war, aber anderseits gut, da sich der 2015‘er Riesling aus der Sicht des Verfassers als ein großer Wein (auch wegen der zusätzlichen Reife) gezeigt hat.

Nr. 11.            2016 Würzburger Stein Silvaner „Erste Lage“ nach VDP“  ( 16,5 / 16,60 Punkte)
Kräftigeres Strohgelb
In Der Nase zuerst zurückhaltend, aber vornehm, mineralisch (Kalk), würzig, mit feiner Birne.
Am Gaumen sehr trocken, auch kalkig, leicht, harmonisch; im Abgang weißer Pfeffer.
Sehr charaktervoller Wein, natürlich noch zu jung.

Nr. 12.            2015 Würzburger Stein Riesling „Erste Lage“ nach VDP“  ( 18 / 16,57 Punkte)
Reiferes, glänzendes, schönes Gelb
Nase kräftig, komplex, reife (leicht überreife) Frucht, leicht Botrytis, tief, konzentriert, altes (schönes) Holz, sehr lang; Zitronenschale, danach Kräuter (Salbei, erinnert an Hustenbonbon).
Am Gaumen erstaunlich konzentriert und kräftig, dabei immer klar; schöne Aprikose, leicht phenolisch (Maischestandzeit?), sehr, sehr langer Abgang.
Sehr mächtiger, charaktervoller Wein aus einem tollen Jahrgang, der als gutes Beispiel für einen erstklassigen Franken-Riesling steht.
Es war eine hochwertige und sehr interessante Weinprobe, die auch die Einmaligkeit der Stadt Würzburg als Wein-Metropole unterstreicht und den Staatlichen Hofkeller unter den hochklassigen Nachbarn-Weingütern auf gleiche Ebene setzt.

Verfasser: Ceca

2017_06_Staatlicher Hofkeller Probenergebnis

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Weinerlebnisreise nach Franken vom 22. Bis 25.Juni 2017

Erstellt von Dieter am 19. Juli 2017

19 Uhr am Donnerstag ging es für die meisten los: Abendessen à la carte im „Gasthaus Stern“ in Sulzfeld, einem Fachwerkbau aus dem 15. Jahrhundert. Wir hatten noch immer Temperaturen um die 30°C, saßen aber sehr schön in einer weinumrankten Laube. Beendet wurde der Abend hier im Gasthaus mit gut gekühlten Qualitätsweinen aus Sulzfeld.

Sulzfeld am Main ist ein Weinort mit einer gut erhaltenen Befestigungsmauer mit 21 Türmen. Es hat auch sein spätmittelalterliches Ortsbild weitgehend bewahrt. Um den Ort herum sind die drei Weinlagen Sulzfelder Cyriakusberg, Sulzfelder Maustal und der Sulzfelder Sonnenberg. Der Ort wurde 2009 Landessieger beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. Wir haben den Ort am nächsten Tag besichtigt.

Das erste Weingut wurde am Freitagmorgen besucht. Hugo Brennfleck vom gleichnamigen 400 Jahre alten Weingut begrüßte uns um 10.30 Uhr im Hof. Bei einem Rundgang mit ihm erfuhren wir viel über Gebäude, Keller und Ausbau der Weine. Die Familie hat sich entschlossen, trotz der Verkehrsprobleme mitten im Ort zu bleiben. Dazu wurden alle Gebäude saniert, restauriert und innen auch umgebaut. Das Kelterhaus wurde sehr modern auf der anderen Straßenseite neu gebaut. Für den gelungenen Umbau und die Erweiterung gab es mehrere Auszeichnungen.
In einer wunderschönen Degustationsstube haben wir dann 9 Weine kommentiert verkostet. Das 29ha große Gut hat Weingärten im Iphöfer Kalb und Kronsberg, im Escherndorfer Lump, Rödelseer Küchenmeister und in den Sulzfelder Lagen. Da 55% mir Silvaner bestückt sind, waren fast alle Weine von dieser Rebsorte und alle trocken ausgebaut. Die Böden sind entweder Keuper oder Muschelkalk.

Wein Nr. 1    2016 Iphöfer Kronsberg, Silvaner, Kabinett trocken
Gleich mit einem „Paukenschlag“ begann unsere Probe mit diesem sehr trockenen und mineralischen Silvaner vom Keuper.
Wein Nr. 2    2016 Silvaner „ANNA-LENA®“, Kabinett trocken, benannt nach der ältesten Tochter
Ein sauberer, fruchtiger, aber durch die höhere Restsüße ein etwas gefälliger, glatter Silvaner.
Wein Nr. 3    2016 Sulzfelder Sonnenberg, „Blauer Silvaner“, trocken, eine Mutation des Grünen Silvaner
Ein klarer und im Gegensatz zum Gelben Silvaner sehr würzig-fruchtig mit guter Säure
Wein Nr. 4    2016 Iphöfer Kronsberg, Silvaner „Keuper·S“,·trocken
Wieder ein salzig- mineralischer Silvaner vom Keuper, sehr dicht gut strukturierte und mit einer leichten Süße.
Wein Nr. 5    2016 Sulzfelder Maustal, Silvaner „Muschelkalk·S“·, trocken
Das Gegenstück vom Kalkboden, daher wieder recht fruchtig, aber auch sehr dicht.
Wein Nr. 6    2016 „JHB Silvaner·S“·, trocken, Spontangärung, benannt nach dem jüngsten Sohn, Johann Hugo
Ein klarer, fruchtiger Silvaner aus dem Doppelstückfass im Abgang ein Hauch Holz.
Wein, Nr.7    2014 JHB Silvaner·S·, trocken, Spontangärung
Ebenfalls aus dem Doppelstückfass, jahrgangsgemäß aber nicht ganz so elegant.
Wein Nr. 8    2016 Sulzfelder Sonnenberg, Silvaner, „Alte Reben“
Dieser Wein ist eigentlich für die gehobene Gastronomieschiene gedacht. Glücklich wer diesen Wein im Restaurant bekommt! Ein dichter, gut strukturierter, fruchtiger Wein mit zarter Süße.
Neben Silvaner werden zu 20% Burgundersorten, 5% Müller-Thurgau, 5% Riesling und 15% Diverse angebaut. Daher zum Abschluss noch ein Riesling.
Wein Nr. 9    2016, Escherndorfer Lump, „Himmelsleiter“, Riesling, Großes Gewächs, trocken
Als Großes Gewächs kommt dieser Wein sehr dicht, aber auch etwas füllig daher mit einer, deutlichen Riesling-Säure.

Bei den 8 Silvanern hat man sehr gut die Bedeutung des Bodens bemerkt, die Weine vom Muschelkalk sind fruchtbetont, die Weine vom Keuper hingegen mineralisch, salzig.
Hugo Brennfleck hat mit dieser Präsentation die Messlatte für die weiteren Proben, die anstehen, sehr hoch gehängt!

Nach einem kleinen Mittagessen im Vinothek & Vinobistro der Winzerfamilie Luckert trafen wir uns im Weingut Luckert. Da der Name in diesem Ort von mehreren Familien geführt wird, hat dieses Weingut den Beinamen „Zehnthof“, denn sie erwarben in den 70’er Jahren den fürstbischöflichen Zehntkeller.
Ulrich, Wolfgang und Philipp Luckert bewirtschaften mit ihren Familien. rund 17 Hektar Weinberge in den Sulzfelder Lagen.
Der Sohn Philipp führte uns durch den Nachmittag. Im verwinkelten Keller liegen zu 95% Holzfässer (Stück-, Doppelstück- und Barriquefässer). Alle Weine werden im Holzfass ausgebaut oder liegen zumindest für einige Zeit darin. Neben 50% Silvaner werden 15% Riesling und 35% übrige Sorten, darunter auch beachtliche Rotweine, angebaut. Das Weingut ist Mitglied im VDP und im „Naturland-Verband“
Zurück aus dem Keller fand die Probe in der Eingangshalle mit dem großen Reliefbild von Sulzfeld und seinen Weinbergslagen statt.

Wein Nr. 1    2016 Sulzfelder Müller-Thurgau, trocken
Ein fruchtiger, recht runder Müller-Thurgau mit guter Säure und mehr Süße
Wein Nr. 2    2016 Sulzfelder Silvaner, trocken
Ein recht fruchtiger Silvaner, der gute Struktur, etwas Süße und viel Säure für einen Silvaner besitzt.
Wein Nr. 3    2016 Sulzfelder Roter Silvaner, trocken
Ein recht klarer Silvaner mit zarter Herbe und Süße, guter Säure, für uns war der Unterschied zum Gelben Silvaner nicht so groß.
Wein Nr. 4    2016 Sulzfelder Blauer Silvaner, trocken
Hier hatten wir einen fruchtigen, recht weichen und würzigen Silvaner vor uns, der bei leichterer Struktur etwas mehr Süße zeigte.
Wein Nr. 5    2016 Sulzfelder Silvaner „Alte Reben“ trocken
Ein recht fruchtiger, würziger und zart mineralischer Silvaner.
Wein Nr. 6    2016 Sulzfelder Sonnenberg, Silvaner “Gelbkalk”, trocken
Dieser Silvaner hatte eine etwas verhaltene Frucht, war aber trotzdem recht dicht und nachhaltig.
Wein Nr. 7    2016 Sulzfelder Gelber Muskateller, trocken
Dieser Gelber Muskateller war recht fruchtiger, gehörte aber zu den etwas breiteren und stärker parfümierten Gelber Muskatellern. Im Gegensatz zu den Silvanern zeigte er auch mehr Süße.
Wein Nr. 8    2015 Sulzfelder Frühburgunder, trocken
Zum Abschluss ein Frühburgunder: Wenig fruchtig, leichterere Struktur, ein Ton nach Kirschmarmelade mit Nelken.
Wir hatte eine erstklassige Probe mit Weinen, denen man den Ausbau im Holzfass anmerkte, zudem dicht, wohl durch die geringen Erträge. Viele verschiedene Sorten konnten wie vergleichen, der Silvaner war aber in der Überzahl.

Für den Abend hat unser Weinbruder und Organisator ein Wirtshaus ausgesucht, das durch seine 4½ (von 5) Punkten bei Trip-Advisor überzeugte: der Michelskeller. Mehrere Telefonate, Mails und am selben Tag noch ein persönlicher Besuch haben es dann möglich gemacht, dass wir abends dort auf dem Platz speisen konnten. Die Weinkarte enthielt keine definierten Weine, sondern nur die Rebsorten mit der Angabe: Weine aus eigenen Anbaugebieten. Bei einem leckeren Flaschenbier warteten wir dann auf unser Essen. Da alles frisch zubereitet wurde, hatten die letzten um 21.30 Uhr ihren Teller vor sich. Halt! Nicht alle! 3 Bestellungen wurden vergessen. Eigentlich war der Koch zu diesem Zeitpunkt nur vorbeigekommen, um sich zu verabschieden. Also: noch mal Schürze umbinden und wieder an den Herd. So kamen die letzten drei doch noch zu ihrem Essen.

Am Samstagmorgen brachten uns mehrere Taxis zum ca. 12 km entfernten Weinort Rödelsee, genauer gesagt, zum Weingut Weltner.
Paul Weltner begrüßte uns und führte uns sogleich auf die von Wein umrankte Terrasse.  Während der Probe erzählte er vieles zu den Lagen und was er unter „Wein machen“ versteht.
Der VDP-Betrieb hat eine Gutsgröße von 11ha, Hauptrebsorte mit 60% ist der Sylvaner (wird im Weingut wirklich immer mit „y“ geschrieben), es folgen der Riesling mit14%, 8% Weißburgunder, 8%Scheurebe und 10 % Übrige, darunter auch Sauvignon.
Die Lagen sind im Rödelseer Küchenmeister, der insgesamt eine Rebfläche von 70ha hat, in der Rödelseer Schwanleite, und im Julius-Echter-Berg in Iphofen.
Paul Weltners Philosophie: Wenn man die Böden gesund hält, im Weinberg viel Handarbeit macht und rechtzeitig, nicht erst zum Zeitpunkt der Vollreife liest, ist der größte Teil der Arbeit schon getan. So entstehen schlanke aber doch komplexe Weine, die eine hohe Trinkfreude bescheren.

Wein Nr.1     2016 Sommer Cuvée, weiß, trocken
Eine Cuvée aus Sylvaner, Scheurebe und Müller-Thurgau vom Gipskeuper. Ein sauberer, fruchtiger, recht würziger Terrassenwein.
Wein Nr. 2    2016 Sylvaner Rödelsee,
Ein weicher, leicht erdig-mineralischer Silvaner mit Spur von Sponti-Noten
Wein Nr.3     2016 Rödelseer Küchenmeister Sylvaner, trocken
Sauberer, klarer, frischer, zart mineralischer Silvaner, der 4 – 8 Std. auf der Maische gestanden hatte und dadurch auch etwas mehr Struktur zeigte.
Wein Nr. 4    2016 Iphöfer Julius-Echter-Berg Sylvaner, trocken
Wieder vom Keuper und daher ein zart mineralischer, weicher, runder Silvaner. Er zeigte mehr Dichte, war aber noch etwas verschlossen.
Wein Nr. 5    2016 Julius-Echter-Berg Sylvaner „R“ Erste Lage nach VDP, trocken
Dieser Reserve-Wein hatte 12 Mon. auf der Vollhefe gelegen und präsentierte sich als, dichter, voller, nicht breiter, aber cremiger Silvaner.
Wein Nr. 6    2016 Rödelsee Weißer Burgunder, trocken
Hier hatte wir einen fruchtigen, Spur mineralischen Weissburgunder; der noch einen von Hauch Sponti-Noten zeigte.
Wein Nr.7     2016 Rödelseer Küchenmeister, Riesling, trocken
Ein fruchtiger, frischer, zart mineralischer Riesling.
Wein Nr. 8    2016 Rödelseer Küchenmeister Sauvignon Blanc, trocken
Vielleicht ein Exot für Franken, aber hier hatten wir einen frischen, fruchtigen, zart mineralische Sauvignon blanc mit, dezent grüner Frucht, der nicht wie ein Neuseeländer daherkam, sonst vollständig die mineralische Linie des Weinguts passte
Wieder einmal ging eine wunderbare Degustation zu Ende.

Nach dem Abschied brachten uns die Taxis ins von hier 20 km entfernte Frickenhausen.
In der „Fränkischen Weinstube Ehrbar“ haben wie im Gastgarten sehr lecker zu Mittag gegessen.
Hier fand anschließend auch die Weinprobe mit dem Weingut Bickel-Stumpf statt.
Melanie Stumpf-Kröger begrüßte uns und brachte vom nahe gelegenen Betrieb.
8 Weine mit. Nachdem sie den ersten Wein ausgeschenkt hat begann sie mit der spannenden Geschichte der Entstehung des VDP-Weingutes.
Mit einem VW-Käfer fuhr Reimund Stumpf zum ersten Mal 1971 von Thüngersheim nach Frickenhausen um seine neue Freundin Carmen Bickel zu besuchen. Nach der Hochzeit im Jahre 1976 verbanden sie die elterlichen Güter zum Weingut Bickel-Stumpf mit Stammsitz in Frickenhausen und Kellerei in Thüngersheim. Inzwischen liegt der Weinbau in den Händen der Kinder Melanie und Matthias Stumpf. In Frickenhausen findet man vor allem Muschelkalkböden, die Weine mit Schmelz liefern und in Thüngersheim hauptsächlich Buntsandstein, diese Weine sind eher mineralisch. Der Rebsortenspiegel umfasst 65% Silvaner, 15%Riesling und 10%Spätburgunder, zudem Müller-Thurgau, Scheurebe, Domina, Cabernet Dorsa, Portugieser, Blaufränkisch und ein neu gepflanzter Fränkischer Gemischter Satz. Die Weißweine werden in Edelstahltanks ausgebaut, so entstehen klassische, geradlinige Silvaner. Die junge Serie „twentysix“ besteht jeweils aus einem Medley der vielen verschiedenen Rebsorten und wird im Keller von den Kindern Melanie und Matthias kreiert.

Wein Nr.1     2016 Thüngersheimer Silvaner, “Buntsandstein”, trocken („Papas Wein“)
Ein fruchtiger, etwas zarterer, filigraner Silvaner von Buntsandstein und daher zarter als der Silvaner vom Muschelkalk
Wein Nr.2     2016 Frickenhäuser Silvaner, „Muschelkalk”, trocken („Mamas Wein“)
Dieser Silvaner präsentierte sich als dichter und fruchtiger Silvaner mit mehr Fülle als der Silvaner vom Buntsandstein.
Wein Nr.3     2016 Thüngersheimer Johannisberg Silvaner, trocken („Papas Wein“)
Wieder ein klarer, zart mineralischer, fruchtiger und eleganter Silvaner vom Buntsandstein mit feiner Säure.
Wein Nr.4     2016 Frickenhäuser Kapellenberg Silvaner, trocken („Mamas Wein“)
Hier der fruchtige, dichte, aber auch elegante Silvaner aus einer sehr warmen Kalkstein-Lage, der trotzdem noch eine feine Säure hatte.
Wein Nr.5     2015 Frickenhäuser Kapellenberg, Mönchhof, “Großes Gewächs”
Als Großes Gewächs mit Maischestandzeit und Ausbau im 500 l-Fass. Es war ein fruchtiger, dichter, aber nicht fetter Silvaner mit deutlicher Säure und einem Hauch Vanille vom Holzfass.
Wein Nr.6     2016 Thüngersheimer Johannisberg Scheurebe, trocken
Eine dichte, fruchtige, aber nicht aufdringliche Scheurebe mit guter Säure, kaum erkennbar, dass sie spontanvergoren war.
Wein Nr.7     2016 Riesling, “Muschelkalk”, trocken
Und zum Abschluss noch einen Riesling, fränkisch trocken fruchtig mit deutlicher Riesling-Säure
Es hat Spaß gemacht, der Familiengeschichte zuzuhören, die Weine zu verkosten und die Unterschiede der beiden Terroirs zu riechen und zu schmecken. Nach der Verabschiedung fuhren wir wieder zurück nach Sulzfeld (ca. 8 km). Abends hatten wir das beste Essen der Tour, im Gasthaus „Zum goldenen Löwen“. Hier stimmte einfach alles, die Speisen, der Wein und die diversen anderen Getränke.
Eine etwas verkleinerte Truppe traf sich am nächsten Morgen in Würzburg an der Feste Marienberg um an einer Führung teilzunehmen.
Der Marienberg ist schon seit der späten Bronzezeit besiedelt. Dort befand sich im 8. Jh. wahrscheinlich ein Kastell mit einer Kirche, die 741 Bischofskirche wurde. Ab 1200 begann man mit dem Bau einer sehr großen Burg, die im Spätmittelalter und in der Renaissance ausgebaut und erweitert wurde. Nach der Zerstörung 1945 begann man bald mit dem Wiederaufbau, der bis 1990 dauerte.
Wir haben anschließend auch den1300 Quadratmeter große Fürstengarten besucht, von dem aus man einen wunderbaren Blick über die Stadt Würzburg hat.

Im Anschluss fuhren alle zum Weingut Reiss, das hatte nämlich an diesem Wochenende sein Hoffest. Christian Reiss, Eigentümer des Weinguts, begrüßte unsere Gruppe herzlich. Er war am 4. Mai bei uns in Köln zu Gast und hatte uns damals eingeladen. Nach den vielen vorhergegangenen Weinproben wurde nur noch wenig Wein probiert, aber sehr gut gegessen, sowohl bei den Mittagsangeboten als auch am Tortenbuffet.
Damit endete eine sehr interessante Weinerlebnisreise ins Maindreieck!

Ein sehr herzlicher Dank geht an die vier Winzer, Hugo Brennfleck, Philipp Luckert, Paul Weltner und Melanie Stumpf-Kröger. Sie haben alle, jeder auf seine individuelle Art und Weise Ihr Weingut und Ihre Weine sehr gut repräsentiert.
Wir danken auch der „Fränkischen Weinstube Ehrbar“ für die Breitstellung der Terrasse zur Weinprobe, und dem Gasthaus Stern“ in Sulzfeld. Hier gab es für uns immer einen Platz in Gastgarten, obwohl alles ausgebucht war und zu jeder Zeit gut gekühlte Flaschenweine.
Jetzt fehlt noch einer: Wilfried, wir danken Dir, das war wieder toll organisiert, und die Winzer sehr gut ausgesucht! Wie viele Telefonate, Mails und sogar Vorabreisen da wohl nötig waren? Ganz lieben Dank und bis zur nächsten Tour!
Verfasser: Käthe

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