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    November
    • 23

      Weinprobe Piwi- (pilzwiderstandsfähige) Weine als Weine der Zukunft ?

      19:00 -22:00
      23.11.2023

      Für unsere Technikprobe wollen wir pilzwiderstandsfähige Wein probieren. Ein Mitglied  der Organisation „Zukunftsweine“ soll uns die Weine vorstellen, die deutlich umweltfreundlicher erzeugt werden können, da sie viel weniger Pflanzenschutzmittel benötigen. Können die Weine auch vom Geschmack überzeugen ?

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Archiv für die 'Probenberichte 2022' Kategorie

Weinprobe mit dem Weingut Bicking & Bicking, Wallhausen am 23.02.2023

Erstellt von Dieter am 17. März 2023

Unser deutsches Schwerpunktthema in diesem Jahr ist die Nahe. Für unsere erste Weinprobe konnten wir das Weingut Bicking & Bicking aus Wallhausen gewinnen.
Die beiden Brüder Achim und Lukas Bicking haben 2016 das Zellertal (Nordpfalz) verlassen, da ihr Vater nach der Scheidung von seiner Frau das Weingut im Zellertal verkauft hatte. Seine Frau hat dann an der Nahe wieder geheiratet und von ihrem Schwiegervater übernahmen die beiden das Weingut in Wallhausen im Gräfenbachtal, einem kleinen Seitental der Nahe, das in wenigen Jahren wegen fehlender Nachfolge geschlossen werden sollte.
Heute bewirtschaftet der Betrieb 8 ha und ist seit 2018 auf ökologischen Weinbau umgestellt. Möglicherweise wird noch eine Demeter-Zertifizierung angestrebt. Die Rebfläche soll von 8 ha noch auf 10 – 15 ha erweitert werden.
Ziel der beiden Brüder ist es, die vielen unterschiedlichen Böden in Wallhausen für mineralische, charaktervolle Weine zu nutzen.
Die Qualitätspyramide des Weinguts besteht aus Gutswein, Ortswein und Lagenwein.
Nur die Lagenweine werden mit Kork verschlossen, die anderen erhalten den Schraubverschluss.
Bis auf einen Prädikatswein, dem feinherben Riesling Kabinett, sind alle Weine Qualitätsweine.
Sie haben in kurzer Zeit ein so hohes Qualitätsniveau erreicht, dass sie vom Falstaff zum “Newcomer des Jahres” nominiert  und vom Vinum Weinguide zur “Entdeckung des Jahres 2022” gekürt wurden..

Unsere Verkostung startete mit zwei Gutsweinen:

1.              2021  Bicking & Bicking, Weissburgunder
Blasses Gelb im Glas, in der Nase Lindenblüten, Birne, Mirabelle, leicht rauchige Noten, am Gaumen exotische Früchte, Apfel, Birne, Mirabelle, zart nussig, ausgewogen zwischen Frische, Fruchtsäure und feiner Restsüße, mit leichter Cremigkeit.
Der Weißburgunder wurde mit Reinzuchthefe vergoren und für 9 Monate zu 80% im Edelstahl und zu 20% im gebrauchten Barrique ausgebaut

2.              2021  Bicking & Bicking, Riesling                                          
Helles Gelb im Glas, in der Nase Apfel, Pfirsich, Mirabelle, etwas Birne, Zitrusfrüchte, leicht vegetal, am Gaumen gelbe Früchte, Limette und ein Hauch Feuerstein, ein Riesling mit straffer Struktur und kräftiger Säure.
Der Riesling wurde spontan vergoren und zu  50% in Edelstahl und zu 50% im Holz ausgebaut (Barrique, 600 l Fass und 1000 l Fass).

Es folgten vier Riesling Ortsweine.
Bis 2018 erhielten die Weine eine lange Maischestandzeit, seitdem wurde die Maischestandzeit verkürzt und stattdessen werden ganze Trauben zugegeben.

3.              2016  Bicking & Bicking, Riesling, “Vom Schiefer”
Im Glas blasses Gelb mit grünlichen Reflexen, in der Nase blumig-würzig, gelbe Früchte, Pfirsich, Mirabelle, Birne, etwas Hanf und Reifetöne, am Gaumen viel gelbe Früchte, Körper und Harmonie, dazu leichte Reifetöne. Für den Jahrgang 2016 hat der Wein eine untypische, sehr weiche Säure.
Der Ortswein Riesling vom Schiefer wurde nach einer längerer Maischestandzeit (mehr als 12 Stunden) spontan vergoren und zu 50% im Holz ausgebaut. Der Wein blieb 1 Jahr auf der Hefe und wurde danach noch 1 Jahr in der Flasche ausgebaut.

4.              2018  Bicking & Bicking, Riesling, “Vom Schiefer”               
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m Glas blasses Gelb mit grünlichen Reflexen, in der Nase typische Schiefernoten, dazu reife gelbe Früchte, Steinobst, Limettenschale und etwas Kräuter. Am Gaumen exotische Früchte wie Maracuja und Ananas, mit schieferwürziger Mineralität und zarter Herbe im Abgang. Ein klarer, weicher, aber auch straffer Riesling, der recht schlank wirkt und von der Säure her eher an einen 2016er Riesling erinnert
Der Ortswein Riesling vom Schiefer wurde nach einer längerer Maischestandzeit (mehr als 12 Stunden) spontan vergoren und zu 50% im Holz ausgebaut. Der Wein blieb 1 Jahr auf der Hefe und wurde danach noch 1 Jahr in der Flasche ausgebaut.

5.              2020  Bicking & Bicking, Riesling, Alte Reben               
Im Glas blasses Gelb mit grünlichen Reflexen, eine vegetabile Zitrusnase, exotische Früchte und Steinobst. Am Gaumen folgen gelbe Früchte, Apfel, Pfirsich, Mirabelle, Birne, Mandarine, dazu eine geschliffene Säure und zarte Extraktsüße.
Die Rebstöcke für den Riesling „Alte Reben“ sind ca. 45 Jahre alt und waren bei der Übernahme des Weinguts in einem sehr schlechten Zustand sodass sie nur sehr wenig Ertrag brachten. Durch einen radikalen Verjüngungsschnitt konnten sie wieder aufgebaut werden.

6.              2020  Bicking & Bicking, Riesling, “Vom Schiefer”                   
Im Glas blasses Gelb mit grünlichen Reflexen, in der Nase leicht floral, dazu typische Schiefernoten, Steinobst, Apfel, Limettenschale und etwas Kräuter. Am Gaumen sehr geradlinig, exotische Früchte, Pfirsich, Mirabelle, Birne, Zitrusfrüchte, dazu eine würzige Schiefermineralität und  feine, saftige Säure.
Der Ortswein Riesling vom Schiefer wurde nach einer Maischestandzeit von 12 Stunden spontan vergoren und zu 50% im Holz ausgebaut. Der Wein lag ein Jahr auf der Hefe und wurde anschließend noch ein Jahr in der Flasche ausgebaut.

Im nächsten Flight folgten zwei Weine aus anderen Rebsorten:

7.              2018  Bicking & Bicking, Silvaner “Naturburschen ”              
Im Glas helles, leicht trübes Gelb, leicht rauchiges Bukett mit viel Apfel, etwas Birne und Quitte. Am Gaumen ein wenig erdig und medizinisch, gelbe und grüne Früchte und eine dezente Säure.
Die Silvanertrauben wurden sehr reif gelesen, entrappt und nach 2-wöchiger Maischestandzeit im Barrique vergoren. Nach dem Abstich wurde wurde nicht filtriert und nur wenig geschwefelt (20 mg).

8              2020  Bicking & Bicking,  “Blanc de Blanc”               
Helles Gelb im Glas, durch den Barriqueausbau sehr zurückhaltende Frucht in der Nase, Grapefruit, Birne und auch etwas Räucherspeck, am Gaumen spürbarer Holzeinsatz, der die Steinobstfrucht noch überdeckt, Kräuterwürze und zarte Holundernoten.
Für die Cuvée aus Weissburgunder, Grauburgunder und Sauvignon blanc wurden ganze Trauben verwendet, die nur leicht angequetscht und ohne Vorklärung in Barriques (1/3 neu, 2/3 gebraucht) vergoren wurden. Anschließend lag der Wein ein Jahr auf der Hefe.

Mit zwei Rieslinge aus der Lage «Wallhäuser Pastorenberg» ging es weiter.
Die Reben des Pastorenbergs sind ca. 45 Jahre alt, haben lockerbeerige Trauben und stehen auf eisenhaltigem Schiefer.

9.              2018  Wallhäuser Pastorenberg                                              
Im Glas Goldgelb mit grünen Reflexen, zart kräuteriger Duft, Apfel, gelbfruchtige Aromen, Pfirsich, Mirabelle, Birne. Am Gaumen ausgeprägte Mineralität, reife gelbe Frucht, leicht kräuterige und nussige Würze, feine lebendige Säure und fester, nachhaltiger Abgang.
Ein dichter, runder, harmonischer Riesling mit weicherer Säure.
Die Trauben wurden nach einer langen Maischestandzeit von 36 Stunden spontan vergoren und in alten Halbstückfässern vergoren.
Danach lag der Wein weitere 10 Monate auf der Hefe. Anschließend reifte er mindestens 7 Monate in der Flasche.

10.            2020  Wallhäuser Pastorenberg                                                
Im Glas goldgelb mit grünen Reflexen, kräuterig-vegetabile Zitrusnase, gelbfruchtige Aromen, Pfirsich, Mirabelle, Birne. Am Gaumen salzige Mineralität, reife, gelbe, recht kühle Frucht, Limette, leicht kräuterige, nussige Würze und fester, herber Abgang.
Im Vergleich zum 2018er Pastorenberg zeigt dieser Riesling eine straffere, geradlinige Frucht und mehr frische, lebendige Säure.
Die Trauben für den 2020er wurden nach einer kürzeren Maischestandzeit von 12 Stunden spontan vergoren und in alten Halbstückfässern vergoren. Danach lag der Wein weitere 10 Monate auf der Hefe. Anschließend reifte er mindestens 7 Monate in der Flasche.
Den Abschluss der Verkostung bildeten zwei Riesling-Weine aus der Lage „Wallhäuser Felseneck“.
Die Anlage ist ca. 40 Jahre alt und die Reben stehen auf dem seltenen Grünschiefer. (Die Lage ist vor allem durch das Weingut Prinz Salm bekannt, das ebenfalls Parzellen im Felseneck bewirtschaftet).

11.           2020  Wallhäuser Felseneck                                                 
Im Glas Goldgelb mit grünen Reflexen, kräuterig-vegetabile Zitrusnase, gelbfruchtige Aromen, Steinobst, Pfirsich, Mirabelle, Birne. Am Gaumen spürbare Mineralität, mehr apfelige Frucht, Zitronenschale, leicht kräuterige, vegetabile Würze und langer, nachhaltiger Abgang.
Im Vergleich zum Pastorenberg zeigt das Wallhäuser Felseneck mehr Dichte und Finesse, ist aber zur Zeit noch etwas verschlossen. Der Ausbau erfolgte in Edelstahlbehältern, in denen die Weine 12 Monate auf der Hefe lagen.

12.            2021  Wallhäuser Felseneck
Dunkles Gelb mit grünen Reflexen, zart kräuterige Zitrusnase, gelbfruchtige, exotische Aromen, Steinobst, Pfirsich, Mirabelle, Birne. Am Gaumen zarte Mineralität, exotische Frucht, Zitronenschale, leicht kräuterige Würze und langer, nachhaltiger Abgang.
Im Vergleich zum 2020er Wallhäuser Felseneck zeigt der 2021er Felseneck mehr Eleganz und Finesse sowie eine geschliffene, elegante Säure.
Der Ausbau erfolgte in Edelstahlbehältern, in denen die Weine 12 Monate auf der Hefe lagen.
Damit waren wir am Ende unserer Verkostung angelangt, die uns einen guten Einblick in die Qualität der Weine dieses jungen Weingutes gegeben hat und in das, was in Zukunft noch zu erwarten ist. Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Bicking für diese Präsentation.

Verfasser: Dieter

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Weinprobe Spanische Rotweine aus Weinanbaugebiet Toro am 20.10.2022 Teil 2

Erstellt von Dieter am 7. Dezember 2022

Eine Weinprobe zu dem spanische Weinbaugebiet Toro hatte bereits letztes Jahr stattgefunden. Da unser Ex-Weinbruder Uwe aber wegen der Corona-Auflagen nicht dorthin fahren konnte, hatte er die Weine nach „Aktenlage“ in Deutschland gekauft. Aber dieses Jahr hat er es geschafft, trotz Corona seine Fahrrad-Tour in das spanische Weinbaugebiet Toro  durchzuführen und vor Ort interessante Wein für uns zu entdecken.  (Wobei auch die Weine für die Probe im letzten Jahr sehr gut ausgewählt worden waren). Vor Ort hat er diesmal so viele Weine gefunden, die ihm gefallen haben, dass wir im nächsten Jahr noch eine weitere Toro-Probe durchführen werden.                
Für seine  Suche vor Ort und vor allem für den Transport der Weine nach Deutschland hat ihn der Consejo Regulador vom Weinbaugebiet Toro unterstützt, wofür wir uns herzlich bedanken möchten.

Nun zu den verkosteten Weinen:                                                

1.             2018  Bodegas Covitoro, Canus, Crianza               
Dunkles Rubinrot im Glas, in der Nase viele rote Früchte, Kirsche, Pflaume, Brombeere, und etwas Gewürze. Im Mund setzt sich das fort, sehr konzentierte, fast etwas marmeladige Frucht, kräftige Säure und festes Tannin mit Kakao, Kokos- und Vanille-Noten. Sein sauberer, recht dichter, aber etwas breiter, einfacher struktuierter Wein.
Der Wein wurde spontan vergoren und in Holz (30% französische Eiche und 70% amerikanische Eiche) vergoren.

2.             2020  Matsu, El Recio               
Tiefes Dunkelrot im Glas, in der Nase rote und schwarze Früchte, Schokolade und Vanille, im Mund dann dichte, füllige aber auch finessenreiche Frucht, wieder rote und schwarze Früchte, Waldbeeren mit. Im Abgang ein recht samtiges Tannin mit viel Schokolade und Vanille.
DerWein kommt von 90 – 100 Jahre alten Rebstöcken. Die Böden der Weinberge sind sehr karg und liegen nördlich des Dueros auf 600-800 m. Die Handlese der Trauben beginnt Ende September bis Anfang Oktober. Danach gärt der Wein für rund 3 Wochen in Betontanks und wird für 14 Monate in Barriques aus französischer und osteuropäischer Eiche ausgebaut. Danach wird er ungefiltert gefüllt.

3.             2020  Matsu, El Viejo               
Tief kirschrote Farbe und violetten Reflexen im Glas, eine sehr intensive Nase von reifen schwarzen Früchten, Gewürzen, Rauch, Kakao und Vanille, im Mund eine füllige, mächtige, etwas süße Frucht mit sehr reifen, runden, etwas süßlichen Tanninen dazu Gewürze und Röstarmen vom Holz. Der Wein kommt von bis über 100 Jahre alten Rebstöcken. Die kalkhaltigen, sandigen Böden mit hohem Granitgehalt  sind sehr karg und liegen nördlich des Dueros auf 600-800m Die Handlese der Trauben beginnt Ende September bis Anfang Oktober. Danach gärt der Wein für rund 3 Wochen in Betontanks und wird dann für 16 Monate in neuen Barriques aus französischer Eiche ausgebaut und ungefiltert abgefüllt

4.             2018  Vocarraje Abdon Segova, Crianza
Intensive granat- bis kirschrote Farbe mit hellvioletten Rändern. Im Bukett reife rote Früchte, Kirsche, Pflaume und süßes Holz, Butterkaramell. Am Gaumen dann gut strukturiert, weiterhin rote Früchte, dicht aber auch elegant mit zarter Mineralik und feiner Säure. Dann folgen weiche Tannine, dezente, süße Holznoten und Butterkaramell.
Die 40 – 80 Jahre alten Reben stammt von einer 4 Hektar großen Parzelle, mit kiesigen, sandigen und sehr steinigen Böden, die mit Rebstöcken in Gobelet-Erziehung bepflanzt ist.
Bei kontrollierter Temperatur erfolgt die Maischegärung und danach reifen die Weine für 12 – 14 Monate in Barriques aus französischer Eiche

5.             2012  Vocarraje Abdon Segova, “Le Passion”, Reserva  
Kräftiges, leuchtendes Granatrot. In der Nase deutliche Reifetöne neben Aromen von roten Früchten, Kakao, geröstetem Kaffee, Kakao und Karamell. Dass setzt sich im Mund fort, weiche Frucht, aber auch hier deutliche Reifenoten. Der Wein wirkt gezehrt, breit und dumpf, es fehlt die Frische.
Die über 100 Jahre alten Reben stammt von einer 2 Hektar großen Parzelle, mit  sandigen und lehmigen Böden, die mit Rebstöcken in Gobelt-Erziehung bepflanzt ist.
Bei kontrollierter Temperatur erfolgt die Maischegärung und danach reifen die Weine für 20 – 22 Monate in Barriques aus französischer Eiche. Danach erfolgt noch eine 8 – 10-monatige Flaschenlagerung, bis der Wein in den Verkauf kommt.

6.             2020  Rejadorada, Roble                                                
Intensive violett rote Farbe, in der Nase viel schwarze Früchten, Maulbeeren und Brombeeren, dazu Röstaromen und Vanille vom Barrique-Ausbau. Im Mund dann weiter rote und schwarze Beeren kräftige, aber gereifte Tannine, Schokolade, Leder, Röstnoten und süße Vanille
Der Wein stammt von 20 – 40-jährigen Reben und wurde nach der 20 tägigen Maischegärung bei kontrollierter Temperatur für 20 Tage für 6 Monate in amerikanischen und französischen Eichenfässern ausgebaut.

7.             2019  Rejadorada, Sango               
Fast schwarzes purpurrot im Glas, in der Nase Aromen von reifen Brombeeren, Schwarzkirschen, Kaffee, Röstnoten, am Gaumen dann kraftvolle Frucht mit Aromen reifer Früchte, Brombeeren, Kirschen, Pflaumen, Cassis sowie dunkler Schokolade und Kaffee, dazu gut integrierte und abgerundete Tannine dezente Röstnoten vom Barrique-Ausbau.
Der Wein stammt von 70 – 95-jährigen Reben und wurde nach einer Kaltmazeration bei kontrollierter Temperatur Maische vergoren und für 18 Monate in Barriques aus französischer Eiche ausgebaut.

8.             2015  Rejadorada, Aier                                                
Tiefdunkles Purpurrot, in der Nase dunkle Beeren, Waldfrüchte, Kirsche, Pflaume. Im Mund dann dichte, volle Frucht, Brombeere, Pflaume, etwas Schokolade, Gewürze.  Ein dichter, voller, aber noch etwas ruppiger Wein mit gute Struktur und noch sehr hartem Tannin.
Der Wein stammt von 80-jährigen Reben von einem ausgewählten Weinberg (Finca el Sol ) Die nicht entrappten Trauben wurden bei niedriger Temperatur maischevergoren und ohne Schwefelzusatz für 13 Monate in Steinamphoren ausgebaut. Die Vergärung erfolgte teilweise mit einer anderen Hefe Art, (Torulaspora delbrueckii), um die Fruchtaromatik zu fördern.
Abfüllung des Weins erfolgte ohne Klärung oder Filterung,

9.             2019  Bodegas Maires, Crianza           
Tiefdunkles Rubinrot mit violetten Reflexen, in der Nase reife, rote Früchte, Pflaume, Kirsche, dezenter Röstaromen, im Mund dann vollmundig, sehr Frucht-betont, viel Kirsche mit feinen Gewürz-Noten, weicher Säure und einem sehr festen, aber reifen Tannin.
Die Trauben werden nach Selektion im Weinberg und im Weingut entrappt, dann erfolgt Mazeration im Stahl  für 18-20 Tage. und Ausbau im Holz (90% französische Eiche)  mit 1.- und 2.-Belegung. Von der Crianza werden 15.000 – 20.000 Flaschen produziert.


10.           2016  Bodegas Maires, Seleccion               

Tiefdunkles Rubinrot mit violetten Reflexen, in der Nase reife , in der Nase reife, rote Früchte, Pflaume, Kirsche, dezenter Röstaromen, im Mund dann saftig, viel rote Früchte, Kirsche, aber auch etwas Kirschmarmelade, ergänzt von Gewürz-Noten und etwas Bitterschokolade. Auch hier ein sehr festes, aber reifes Tannin.
Die Trauben werden nach Selektion im Weinberg und im Weingut entrappt, dann erfolgt Mazeration im Stahl  für 18-20 Tage. und Ausbau im Holz (90% französische Eiche) mit 1.- und 2.-Belegung. Von der Crianza werden 2.500 – 3.000 Flaschen produziert

11.           2019  San Romano, “Prima”, tinto              
Dunkles Rubinrot mit violetten Reflexen. Der Wein duftet nach dunklen Beeren, schwarzen Kirschen, einem Hauch von Leder, Fleisch, Röstnoten und würziger neuer Eiche. Am Gaumen ist der Wein vollmundig, und vielschichtig, mit feinen Frucht-Noten, reifen, gut eingebundenen Tanninen und einem langen Abgang, der im hinteren Teil ein wenig Wärme vom Alkohol zeigt.
Die 2019er Prima-Abfüllung eine Cuvée aus fünfzehn und fünfzig Jahre alten Rebstöcken die in verschiedenen Parzellen in San Román, Villaester und Morales wachsen.. Der Wein wird spontan vergoren und für 14 Monate in Barriques,  (fünfundsiebzig Prozent französische und fünfundzwanzig Prozent amerikanische Eiche) ausgebaut, bevor er auf Flaschen gezogen. Ziel bei diesem Zweitwein war etwas mehr Frucht und  nicht so viel Fülle und Dichte erzeugen.

12.           2019  San Romano, tinto               
Tiefdunkles Rubinrot mit violetten Reflexen. Im Glas entfaltet sich ein Duft aus schwarzen Kirschen, Granatapfel, dunklen Erdtönen, einem Hauch von Schokolade, feinen Gewürz- und Holznoten. Am Gaumen ist der Wein dicht, vollmundig, reif und ausgewogen für seinen Alkohol mit einem langen, reifen Tannin und langem Abgang, der hinten am Gaumen etwas Wärme vom Alkohol zeigt.
Die Trauben stammen überwiegend von 1977 gepflanzten Reben, aber es gibt auch einige bis zu 100 Jahre alte Reben. Die Böden sind sandig bis steinig.
Nach einer kurzen Mazeration bei niedriger Temperatur wurde der Wein sanft entrappt und in 225- und 500-Liter-Fässern aus französischer und amerikanischer Eiche umgefüllt, ( 20 % neues Holz) und für 24 Monate darin ausgebaut. Danach wurde der Wein mit Eiweiß geklärt, im Februar 2022 abgefüllt und reifte noch 6 Monate in der Flasche.

Unsere Weinbruder Uwe hat uns erneut zeigen können, dass aus den ehemals sehr rustikalen, Alkohol-lastigen Weinen inzwischen doch sehr klare, fruchtbetonte Weine geworden sind auch wenn viele üppiger daherkommen . Für die gelungene Weinprobe möchten wir ihm herzlich danken.

Und im nächsten Jahr geht es mit Teil 3 weiter.

Verfasser: Dieter

Informationen über die Weingüter:

Winzergenossenschaft COVITORO

Die Winzergenossenschaft wurde 1974 gegründet. Sie verarbeitet Trauben von etwa 5.500 ha, davon 800 ha eigener Fläche und produziert jährlich 2 Mio. Flaschen.
90% der Weine sind rot (Tinta de Toro) und 10% weiß (Castellana Malvasia)

Bodegas Matsu

Der Unternehmer José Miguel Arambarri Terrero gründete Ende der 1990er Jahre die Bodegas Matsu. Seine Vintae Luxury Wine Specialists SLU sitzt in Logrono  in der Rioja und betreibt neben Matsu noch weitere Bodegas wie z.B. Bardos oder Haro de Lopez. Matsu (japanisch für Hoffnung) ist ein modernes und nachhaltiges Weinbau-Projekt. Dafür wurden 80 – 100 Jahre alte Weinberge ausgesucht, sie zusammen mit kleinen Winzern bio-dynamisch bearbeitet werden. Der Ausbau der Weine scheint bei Corvitoro zu erfolgen.

Bodegas Vocarraje Abdon Segova

In  den früher 80’er Jahren wurde Vocarraje von Abdon Segova als Diernstleistungsunternehemen für den Weinbau gegründet. 2007 wurde ein eigenes Weingut gegründet, das inzwischen 40 ha bewirtschaftet und etwas 40.000 Flaschen pro Jahr abfüllt. Die Reben sind teilweise 150 Jahre alt.

Bodegas Rejadorada

Das Weingut wurde 1999 von drei miteinander verwandten Spaniern gegründet.         
2003 wird ein neuer Weinkeller in San Román de Hornija gebaut. Es werden 51 ha Weinberge auf sandigen und kiesigen lehmhaltigen Böden bewirtschaftet. Das Alter der Reben liegt zwischen 20 und 112 Jahren. Die jüngeren Rebstöcke werden für die einfacheren Weinen verwendet, für die Selektionen die 65 – 112 Jahre alte Reben. Die Jahresproduktion beträgt ca. 200.000 Flaschen

Bodega Y Vinedos Maires

Das Weingut wurde 2016 von den Cousins Fernando und Pablo Maires gegründet. Auf 17 ha werden ca. 80 – 90.000 Flaschen produziert. 10 – 13.000 Verdejo, 40.000 Roble, 15-20.000 Crianza und 2.5 -3.000 Selecion. 90 % der Reben sind rot (Tinta de Toro) und 10% weiß (Verdejo)

Bodegas y Viñedos  San Romano

Das Weingut wurde 1997 gegründet. ist das zweite Weingut von Mariano García und seiner Familie im Duero-Tal, das nach Bodegas Mauro (1980) gegründet wurde.In den Gemeinden San Román de Hornija, Villaester und Morales de Toro hat San Román 140 Hektar mit Tinta de Toro, Grenache und Malvasia mit einem Durchschnittsalter von 45 Jahren bepflanzt. Seit 2016 wird biodynamisch gearbeitet. Jährlich werden ca. 300.000 Flaschen erzeugt.

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Weinprobe mit dem Weingut Wöhrle, Lahr am 20. Januar 2022

Erstellt von Dieter am 5. Februar 2022

2022 ist unser deutsches Thema das Weinbaugebiet Baden. Für unsere erste Probe im neuen Jahr konnten wir glücklicherweise Herrn Markus Wöhrle als Referenten gewinnen, der uns sein Weingut vorstellte.
Das Weingut wurde von vom Vater Hans Wöhrle bis 1979 als Nebenerwerbsbetrieb mit 4 ha Rebfläche betrieben und die Trauben an den badischen Winzerkeller abgeliefert. Dann bot sich die Möglichkeit, das heruntergewirtschaftete Weingut der Stadt Lahr zu pachten und den Betrieb so zu vergrößern, dass die Trauben nicht mehr an die Genossenschaft abgeliefert werden mussten, sondern der eigene Ausbau möglich wurde. 1991 war Hans Wöhrle einer der Ersten in Baden, der auf ökologischen Weinbau umstellte. 1997 ergab sich dann die Gelegenheit, das Weingut der Stadt Lahr auch zu kaufen. Markus Wöhrle studierte nach einer Winzerausbildung in Geisenheim Weinbau und war dann vier Jahre, bis 2001, Mitarbeiter beim Weingut Müller-Catoir in Neustadt unter der Leitung der Pfälzer Kellermeister-Legende Hans-Günter Schwarz. Von dort hat er auch seine Liebe zu Riesling und Rieslaner mitgebracht. Seit 2004 ist das Weingut Mitglied im VDP und 2014 erfolgte die Umbe­nennung von «Weingut der Stadt Lahr» in «Weingut Wöhrle».

Von den insgesamt 60 ha Rebflächen an den Hängen des 287 m hohen Schutterlindenbergs werden heute 18 ha, auf rund 60 Parzellen verteilt, vom Weingut bewirtschaftet.
Die Böden haben eine dünne bis dicke Lößauflage, darunter ist Kalksteinmergel teilweise auch etwas Sandstein. Das Weingut besitzt Parzellen in der VDP Ersten Lage „Lahrer Kronenbühl“ und in den VDP Großen Lagen „Lahrer Kronenbühl Gottesacker“, „Lahrer Kirchgasse“ (Alleinbesitz) und „Lahrer Herren­tisch“, die zu den besten Lagen in Baden gehören.
Trotz der recht warmen Lagen sorgt ein Kaltluftkorridor dafür, dass nachts die kalte Luft von Schwarzwald durch das Tal der Schutter die Rebhänge kühl hält und so Säure und Frucht erhalten bleiben.
Das Weingut produziert etwa 100.000 Flaschen pro Jahr, die Rebverteilung ist 27% Spätburgunder, 24% Grauburgunder; 17% Weissburgunder, 14% Auxerrois, je 5% Chardonnay und Müller-Thurgau, je 3% Riesling, Muskateller und Rieslaner. Der Anteil an Chardonnay wächst, der Anteil an Riesling geht zurück, da die Burgundersorten in Lahr doch die besseren Qualitäten bringen.
Der erlaubte Maximalertrag beträgt 90 hl/ ha, das Weingut erntet beim Müller-Thurgau als Gutswein 70 hl/ha, beim Weissburgunder oder Grauburgunder als Ortwein nur 50 – 55 hl/ha und bei den Ersten und Großen Gewächsen nochmals weniger.
Es werden die Qualitätsklassen Gutswein, Ortswein und Lagenwein aus Ersten Lagen und Lagenwein aus Großen Lagen erzeugt


Die Lahrer Weinlagen

Als Gutsweine werden ein Müller-Thurgau, das Cuvee Bakat aus diversen Neuzüchtungen, ein Spätburgunder Rosé und ein Spätburgunder vertrieben, die wir aber nicht verkostet haben. Wir starteten mit den Lahrer Ortsweinen

Die Ortsweine erhalten eine Maischestandzeit von 3-4 Std, der klare Most wird dann mit einer neutralen Hefe im Edelstahl bei etwa 22° vergoren, bis der Restzucker unter 1 g/l ist. Die Flaschen werden mir Schraubverschlüssen verschlossen.
Das Ziel des Weinguts ist es, dass bei Ortsweinen die Betriebsstilistik zu erkennen ist.

1.           2020  Lahrer Auxerrois                12,0% Alk.
Im Glas blasses Gelb, in der Nase blumig fruchtige Noten nach Birne, Quitte Mirabelle und etwas Kräutern, am Gaumen gelbes Kernobst, Apfel, Birne, Quitte und eine weiche, aber frische Säure.
Wir haben hier einen zarten, recht eleganten, filigranen und harmonischen Auxerrois mit leicht blumigen Noten.
Das Weingut besitzt seit den 50’er Jahren Auxerrois und ist damit auch bekannt geworden. Inzwischen ist die Weinbergsfläche für Auxerrois bei 2,5 ha, das sind 14% der bewirtschafteten Fläche.

2.           2020  Lahrer Weissburgunder    12,5% Alk.
Der Wein fließt mit blassem, grünstichigem Gelb ins Glas, im Bukett  zeigen sich Apfel, Birne, Mirabelle, Spur Holzapfel und Citrus, am Gaumen hat er leicht mineralische Noten, wieder gelbe Früchte, etwas Nüsse, dazu eine straffe Struktur  und eine dezente Säure.

3.           2020  Lahrer Grauer Burgunder               12,5% Alk.
Der Wein zeigt ein klares, blasses Gelb, in der Nase Stachelbeere, Apfel, reife Birne, Mirabelle, Spur Heu und Wiesenkräuter. Im Mund etwas verhaltene Frucht, aber mehr Fülle und eine leichte Cremigkeit. Kein einfacher Pinot Grigio sondern ein eigenständiger Grauburgunder  mit feiner Säure und Frische.
Das Weingut erzeugt drei Weine aus der Ersten Lage Lahrer Kronenbühl: einen Weissburgunder, einen Grauburgunder und als Rotwein einen Spätburgunder.
Die Erste Lage „Lahrer Kronenbühl“ ist süd- bis südwestlich ausgerichtet, die hier gepflanzten Weissburgunder-Reben sind über 20 Jahre alt. Trauben-Halbierung sorgt für reduziertem Ertrag von etwa 40 hl/ha. Die Trauben-Halbierung erfolgt Anfang Juli, bevor die Trauben weich werden.
Im Gegensatz zu den Ortsweinen erfolgt bei den Lagenweinen eine längere Maischstandzeit über Nacht. Der noch leicht trübe Most wird in gebrauchten Holzfässern (z.B. Tonneaus) spontan vergoren, dann erfolgt ein biologischer Säureabbau und die Weine liegen bis etwas April -Mai auf der Hefe. Nach einer leichten Filtration wird auf Flaschen gefüllt.

Für unsere Verkostung folgten zwei Weißweine aus dem Kronenbühl:

4.           2020  Lahrer Krohnenbühl, Weissburgunder, Erste Lage             13,5% Alk.
Der Wein läuft mit blassem Gelb und grünlichen Reflexen ins Glas. In der Nase Stachelbeere, Apfel, Birne, Mirabelle, Zitrusfrüchte und leicht rauchige Holznoten. Am Gaumen wieder gelbe Früchte, ein wenig Kräuter, dazu eine zarte Mineralik und feine Säure. Wir haben hier einen Weissburgunder der Dichte aber auch gleichzeitig filigrane Struktur aufweist.

5.           2020  Lahrer Krohnenbühl, Grauburgunder, Erste Lage               13,0% Alk.
Im Glas zeigt sich ein blasses Gelb mit einem leichten Rosa-Stich. Ähnlich wie beim Weißburgunder auch hier Fruchtnoten nach Birne, Stachelbeere, Apfel, und Mirabelle, daneben zart rauchige Holznoten. Am Gaumen zeigt der Grauburgunder eine verhaltene Frucht, aber mehr Fülle als der Weissburgunder, eine zarte Cremigkeit und eine gut eingebundene, weiche Säure. Im Abgang sind dann leichte Vanille- und Holznoten zu erkennen.

In der Verkostung stiegen wir die Qualitätpyramide weiter aufwärts mit zwei weiteren Weißweinen aus den Lahrer Große Gewächs-Lagen.

6.           2020  Lahrer Kirchgasse, Grauburgunder, Großes Gewächs        13% Alk.
Auch dieser Grauburgunder zeigt ein blasses Gelb mit einem zarten Rosastich. Leicht rauchiger Duft, gelbes Kernobst, reife Stachelbeeren, Melone, viel Birne und etwas Kräuter, dazu gesellt sich eine leichte Holzwürze. Am Gaumen ist er leicht cremig und nussig, dazu gelbes Kernobst, Mirabelle, viel Birne und etwas Kräuter. Der Wein besitzt Fülle und Struktur, aber auch Eleganz und eine feine Säure. Ein Großes Gewächs, so wie es sein sollte und deshalb erhielt der Wein auch die beste Bewertung des Abends.
Die Große Lage „Lahrer Kirchgasse“ ist nach Süden ausgerichtet. Die Trauben wurden mit 92-93° Oechsle bei physiologischer Reife und mit ausreichender Säure geerntet. Die Weine erhalten eine Maischestandzeit von 18 Std. und werden dann im Holz (Tonneau) spontan vergoren. Nach dem BSA bleiben sie noch länger auf der Hefe und werden danach unfiltriert auf die Flasche gezogen.

7.           2020  Lahrer Gottesacker, Chardonnay, Großes Gewächs           13% Alk.
Ein hellgelber Chardonnay mit einem leicht nussigen und speckigem Bukett, exotischen Früchten, Apfel, Mirabelle und Citrusnoten, dazu zarte Holzanklänge. Im Mund präsentiert er sich komplex mit zarter Mineralik und Eleganz, einer feinen frischen Säure und dezenten Gerbstoffnoten. Dezente Holz- und Karamellnoten bilden dann den Abgang.
Wir hatten hier einen sehr interessanten, vielschichtigen Chardonnay vor uns, der eine dichte, straffe Frucht bei gleichzeitig schlanker Struktur, einer frischen Säure und einem sehr dezenten Holz zeigte.
Damit unterschied er sich deutlich vom bekannten Chardonnay-Stil, der eher eine weiche, füllige Frucht, leicht buttrige Säure und stärkere Barrique-Noten aufweist. Dadurch kam es zu sehr unterschiedlichen Bewertungen. Ein Teil der Verkoster bewertete den Wein sehr hoch und der andere Teil lehnte ihn ab, da er nicht ihrem gewohnten Geschmacksbild entsprach.
Der „Lahrer Kronenbühl Gottesacker“ ist der beste Teil der Lage Lahrer Kronenbühl und inzwischen als Große Lage anerkannt. Er liegt auf einem kleinen Plateau mit Ausrichtung ist nach Süd-Südwesten und hat tiefgründige kalkhaltige Böden.
Um eine noch höhere Qualität zu erreichen, wird in der Großen Lage „Lahrer Kronenbühl Gottesacker“ die Parzelle „Teufelslochgasse“ für die Qualifikation als weiteres Großes Gewächs vorbereitet. Die Parzelle ist etwa 1 ha groß und mit Burgunderklonen extrem dicht (10.000 Stöcke / ha) bepflanzt. So soll sie noch höhere Qualitäten als die „normale“ Lage Gottesacker bringen. Der Antrag auf Anerkennung als Große Lage beim VDP ist gestellt und in 5 Jahren hat diese Lage hoffentlich nachgewiesen, dass sie die entsprechenden Qualitäten erbringt und als Große Lage eingestuft wird.
Z.Z. wird ein Fass dieser Parzelle mit Chardonnay ausgebaut. Diesen Wein haben wir leider nicht verkosten können.

Nach den Weißweinen folgten zwei Spätburgunder- Rotweine
Der Ertrag wird hier noch stärker reduziert als bei den Weißweinen. Die Bepflanzung erfolgte mit kleinbeerigen Pinot Noir-Klonen aus dem Burgund und bei der Ernte wird darauf geachtet, dass die Trauben nicht überreif werden, um die Frische und die beerige Frucht zu erhalten.
Es erfolgt für 3 Wochen ein Maischestandzeit in der Kälte, zur Maische werden noch etwa 20% ganze Trauben mit Stiel zugesetzt. Dann erfolgt für 2 Wochen die normale Maischegärung mit Unterstoßen des Tresterhuts. Die Flüssigkeit wird abgepumpt und z.B. der Spätburgunder SC 16 Monate in Barriques bei 25°C vergoren.

8.           2019  Lahrer Krohnenbühl, Spätburgunder, “SC”, Erste Lage                      13,0% Alk.
Ein mittleres Kirschrot im Glas, ein feiner Duft nach roten und schwarzen Beeren, Pflaumen, Kirschen, dazu kommen Kräuter und zarte Holznoten. Am Gaumen dann sehr saftig und beerig, mit feiner Tanninstruktur und gut eigebundenem Holz. Ein kraftvoller Wein mit einer guten Struktur, noch etwas jung und verhalten, aber er wird seinen Weg gehen.
Da der Wein sich noch verhalten und nicht ausgereift im Glas präsentierte, hatten einige Verkoster Schwierigkeiten, dem Wein eine höhere Bewertung zu geben, sodass die Benotungen bei diesem Wein wieder stark differierte.

9.           2019  Lahrer Kirchgasse, Spätburgunder, Großes Gewächs                         13,0% Alk.
Hier haben wir den Spätburgunder aus der nächsthöheren Qualitätsstufe vor uns. Im Glas ein mittleres Rubinrot, in der Nase sehr rotbeerig, viel Kirsche und ein Hauch Himbeere, dazu eine zarte Holzwürze und etwas Tabak. Am Gaumen ist er noch sehr verschlossen und zeigte eine verhaltene, aber dichte, vielschichtige, rotbeerige Frucht, etwas Kräuter, Nüsse und Tabak gepaart mit frischer Säure und feinkörnigem Tannin. Noch jung und etwas ungehobelt lässt er sein Potential nur erahnen.
Auch hier variierten die Bewertungen stärker, da der Wein sein Potential noch nicht ausspielen konnte und nicht alle auf die Zukunft setzen wollten.

Zum Abschluss unserer Probe durften wir noch einen Wein verkosten, der für das Breisgau etwas Besonderes ist: eine edelsüße Auslese, den einzigen süßen Wein des Weinguts und der dann noch aus einer für das Breisgau ungewöhnlichen Rebsorte erzeugt wurde:

10.         2020  Lahrer Rieslaner, Auslese                7,5% Alk.
Er zeigt sich in hellem Gelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase eine sehr klare Aromatik nach reifer Birne, Mirabelle, Pfirsich und etwas Ananas.  Am Gaumen ist er sehr gradlinig und präzise, viel gelbe Früchte mit einem schönem Süße-Säure-Spiel und sehr klar, da der Weine ohne Botrytis geerntet wurde.
Die vier Jahre der Arbeit beim Weingut Müller Catoir haben bei Markus Wöhrle zum Interesse an der Rieslaner-Rebe für edelsüße Weine geführt. Anfang der 2000’er Jahre wurden die Reben auf leichteren Böden gepflanzt (um die Stiellähme zu vermeiden) und seitdem werden die Trauben zu edelsüßen Weinen ausgebaut. Da die Rebe kaum anfällig für Botrytis ist, bleiben die Weine sehr klar und fruchtbetont – ähnlich wie ein Eiswein.

Damit waren wir am Ende der Probe angelangt, in der wir sehr interessante und hochwertige Weine verkosten durften. Die Befürchtung von Markus Wöhrle, dass er Monologe zu den Weinen halten müsste, hat sich nicht bewahrheitet. Die Stilistik bei einigen Weinen führten zu intensiven Diskussionen, sodass der Abend nicht langweilig wurde. Unserem Referenten möchten wir danken, dass er sich die Zeit genommen hat, bei uns die Weine aus dem Breisgau zu präsentieren.

Er hat mit der ersten Probe des Jahres schon ein Highlight gesetzt hat.

Verfasser: Dieter

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