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      Riesling-Weine von der Mittelmosel mit dem Weingut Kerpen

      19:00 -22:00
      16.05.2019

      Martin Kerpen wird uns die Weine der Mittelmosel vorstellen.  Das 8 ha Weingut hat beste Lagen so in der Wehlener Sonnenuhr, im Graacher Domprobst und im Bernkasteler Bratenöfchen. Eichelmann hat das Gut mit 4 Sternen ausgezeichnet.

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Archiv für die 'Probenberichte' Kategorie

Weinreise an die Saar vom 23.05. – 26.05.2019

Erstellt von Dieter am 25. Juli 2019

Da unser diesjähriges deutsches Proben-Thema die Mosel ist, war es selbstverständlich, dass auch unsere Weinreise in das Weinbaugebiet Mosel führen musste. Bei früheren Reisen hatten wir schon die Terrassenmosel und die Mittelmosel besucht, sodass sich für dieses Jahr die Saar anbot.

Die Reise dauerte wie immer von Donnerstagnachmittag bis Samstag und Abreise dann am Sonntag (Sonntag will kaum noch ein der Winzer eine Weinprobe abhalten). An- und Abreise musste jeder selbst organisieren, vor Ort konnten wir mit Sammeltaxis die einzelnen Winzer besuchen. Saarburg bot sich als Übernachtungsort an, da hier genügend Hotelbetten für uns zur Verfügung standen und auch die Anreise zu den meisten Winzern recht kurz war.

Unsere erste Probe startete am Donnertag mit dem Weingut Dr. Wagner, nur einen recht kurzen Fußmarsch von unserem Hotel entfernt.

Dort begrüßte uns Christiane Wagner, die uns als erstes durch den Weinkeller führte. Da um die vorletzte Jahrhundertwende neben dem Weingut auch noch eine Weinhandlung betrieben wurde, war der Keller auch entsprechend groß und war durch die noch vorhandenen Fuderfässer (1000 l) knapp zur Hälfte belegt. Es ist immer noch der größte Gewölbekeller an der Saar. Alle Weine werden hier im Holz ausgebaut, um die Frucht zu erhalten, aber auch um den Wein eine leichte Reife zu geben. Recht museumsverdächtig war die Kellerbeleuchtung, die wegen der hohen Feuchtigkeit nur mit 42 V Niederspannung über eine Oberleitung an der Kellerdecke betrieben wird. Nach der Kellerbesichtigung ging es dann wieder an die Sonne in den Garten, wo wir die Weine verkosten konnten.

Das Weingut bewirtschaftet 7 ha in den Lagen Saarburger Rausch, Saarburger Kupp und Ockfener Bockstein. Es wird nur Riesling angebaut. Alle Reben werden in der traditionellen Einzelpfahlerziehung gehalten und so fällt viel Handarbeit bei der Weinbergs Pflege und bei der Ernte an.
1          2015   Dr. Wagner, Saar Riesling,  SektbA,  brut
2          2018   Dr. Wagner, Saar Riesling   QW,  trocken
3          2018   Dr. Wagner, Saar Riesling, Alte Reben  QW,  trocken
4          2017   Dr. Wagner, Saar Riesling, feinherb,  Kabinett,  feinherb
5          2017   Dr. Wagner, Saar Riesling; Generation V,  QW,  feinherb
6          2018   Saarburger Rausch, Josef Heinrich,  Spätlese,  fruchtsüß
7          2018   Ockferner Bockstein,  Auslese,  fruchtsüß

Im Anschluss an die Weinprobe konnten wir dann in der Villa Keller am Saar-Ufer zu Abend essen.

Am nächsten Morgen folgte unsere nächste Weinprobe im Weingut Forstmeister Geltz Zilliken. Auch hier nur ein kurzer Fußmarsch.bis zum Weingut.
Hier betreute uns Dorothee Zilliken, die Chefin. Als erstes ging es wieder in den Keller, der mit 3 Stockwerken der tiefste Keller an der Saar ist und früher einem Weinhändler gehörte. Neben den obligaten Fuderfässern für die Weinbereitung befindet sich dort auch das Flaschenlager, in dem ausgewählte Jahrgänge bei etwa 11°C zur langsamen Reife gelagert werden.
Das Weingut bewirtschaftet 13 ha in den Lagen Saarburger Rausch, Saarburger Kupp und Ockfener Bockstein, die alle nur mit Riesling bepflanzt sind. Vor 110 Jahren war das Weingut Gründungsmitglied des Großen Ringes, dem Vorläufer des VDP, im dem es auch heute noch Mitglied ist.
Im neuen Probierraum konnten wir dann eine Auswahl an Weinen des Hauses verkosten. Einige ältere Weine zeigten uns auch, wie gut diese Weine reifen können. (ein besonderes Erlebnis war die 2010’er Auslese vom Saarburger Rausch, bei der jetzt Süße und Säure  eine perfekte Harmonie gefunden haben.

1          2018   Forstmeister Geltz-Zilliken, Riesling,  QW,  trocken
2          2018   Saarburger Riesling, Alte Reben,  QW,  trocken
3          2018   Forstmeister Geltz-Zilliken, Riesling, Butterfly,  QW,  fruchtsüß
4          2011   Saarburger Rausch, Diabas , Große Lage, QW,  feinherb“
5          2018   Saarburger Riesling,  QW,  fruchtsüß
6          2018   Saarburger Rausch, Erste Lage,  Kabinett,  fruchtsüß
7          2018   Saarburger Rausch, Erste Lage,  Spätlese,  fruchtsüß
8          2004   Saarburger Rausch,  Erste Lage,  Spätlese,  fruchtsüß
9          2010   Saarburger Rausch, Große Lage,  Auslese,  fruchtsüß

Im Anschluss an die Probe brachten uns Sammeltaxis nach Trier zum Restaurant  „Weinwirtschaft“ der Bischöflichen Weingüter für unser Mittagessen. Zur Abwechslung gab es ein Trierer Tapas Menu, abwechslungsreich und gut zubereitet, was den meisten sehr gut gefiel.

Danach probierten wir Weine der Bischöflichen Weingüter. Das Weingut ist 1966 aus dem Weinbergs Besitz des Bischöflichen Konvikts, des Bischöflichen Priesterseminars und der Hohen Domkirche hervorgegangen und bewirtschaften 98 ha Weinberge. Unsere Probe beschränkte sich natürlich auf die Weine von der Saar, denn die Bischöflichen Weingüter besitzen auch Lagen an dem Ruwer und der Mittelmosel.

1          2016   Ayler Kupp, brut,  SektbA,  brut
2          2017   Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, Schieferriesling,  QW,  trocken
3          2016   Wiltinger Riesling,  Kabinett,  trocken
4          2015   Ayler Herrenberg, Monopollage,  QW,  feinherb
5          2017   Ayler Kupp, Spätlese,  feinherb
6          2016   Scharzhofberger,  Kabinett,  fruchtsüß
7          2010   Kanzemer Altenberg, Goldkapsel,  Auslese,  fruchtsüß

Nach der Weinprobe erwartete uns Wilfrieds Tochter Constanze. Sie hat in Trier studiert und wollte uns zu einer kurzen Stadtbesichtigung durch Trier führen. Erstes Ziel war die Konstantinsbasilika. Als Palastaula um 310. n. Chr. von ihrem Namensgeber Kaiser Konstantin gebaut, ist sie heute der größte erhaltene säulenlose Raum der Antike (32,6 m breit, 36 m hoch und 71 m lang.) Leider konnten wir sie nicht von innen besichtigen, da gerade eine Orchesterprobe stattfand.
So ging es zum zweiten Punkt, dem Trierer Dom., der ältestes Bischofskirche Deutschlands, die im frühen 4. Jahrhundert über einer ehemaligen römischen Palastanlage Konstantins errichtet wurde. Der römischen Kernbau, den sogenannten „Quadratbau“ ist mit seinen Originalmauern (bis 26 m hoch ) noch heute zu erkennen. Bis ins 17.Jahrhunder erfolgten noch An- und Umbauten.
Unsere Führung ging dann zum Hauptmarkt und über die Simeonsstraße zur Porta Nigra, dem ab 170 n. Chr. errichteten früheren römischen Stadttor.und heutigen Wahrzeichen der Stadt. Damit hatten wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Trier in einer kurzweiligen Führung gesehen. Dafür möchten wir uns noch bei Constanze herzlich bedanken .

Den Tag beendeten wir mit unserem Abendessen im „Historischen Keller“ in der Trierer Altstadt.

Am nächsten Tag stand das Weingut Peter Lauer in Ayl auf dem Programm. Da unsere Gruppe für den Weinkeller schon zu groß war, „mussten“ wir unsere Probe in das Restaurant „Ayler Kupp“ des Hauses verlegen, was kein Verlust war, da wir die Weinprobe sehr komfortabel genießen konnten.
Das Weingut bewirtschaftet 9 ha und hat nur Riesling im Anbau. Die Lagen sind vor allem die Ayler Kupp mit verschiedenen Parzellen, aber auch am Kanzemer Sonnenberg, Schodener Saarfels, Ayler Schonfels, Scheidterberg und Raufels. Wir starten mit einem trockenen Riesling und kamen über die feinherben bis zu den edelsüßen Weinen. Interessanterweise steigerte sich mit der Süße auch die Säure und immer führte das zu einem finessenreichen Süße-Säure-Spiel.

1          2018   Ayler Kupp, Riesling, Fass No. 2, extra trocken,  QW,  trocken
2          2018   Ayler Kupp, Riesling, Fass No. 25,  QW  feinherb
3          2018   Ayler Kupp, Riesling, Fass No. 4,   QW  feinherb
4          2018   Ayler Kupp, Riesling, Fass No. 6´, Senior,  QW,  feinherb
5          2018   Ayler Kupp, Riesling Kern, Fass No. 9,  QW,   fruchtsüß
6          2018   Ayler Kupp, Riesling, Fass No. 8,  Kabinett,  fruchtsüß
7          2018   Peter Lauer, Saar Riesling, Fass No. 7, Spätlese,  fruchtsüß
8          2018   Ayler Kupp, Riesling, Fass No. 10,  Auslese,  fruchtsüß

Im Restaurant Ayler Kupp konnten wir dann zu Mittag essen. Die Küche zeigte, dass sie ihren guten Ruf nicht zu Unrecht hat.

Unser nächstes und letztes Ziel war eine Weinprobe beim Weingut van Volxem. Da sie im Neubau des Weinguts am Wiltinger Schlossberg stattfinden sollte, beschloss ein Teil der Gruppe, die Mittagspause zu nutzen und zu Fuß dorthin zu laufen. 3 km Entfernung und 40 Min Dauer war für einen Verdauung-Spaziergang gerade richtig. Leider hieß es dann, dass die Probe nicht im Neubau stattfinden könnte, da er noch nicht fertig gestellt sei. So mussten wir noch 2 km weiter zum alten Weingut in Wiltingen laufen. Kurz vor Probenbeginn kam die Wandergruppe dort an, aber dann hieß es, dass die Gruppe zu groß sei und deshalb müsse die Weinprobe doch im neuen Weingut stattfinden. Dank der Mobiltelefone konnte die restliche Gruppe informiert werden, zum Neubau zu fahren und dann eines der Taxis weiterfahren zu lassen, um uns abzuholen.
So kamen wir doch noch halbwegs pünktlich zur Probe. Roman Niewodniczanski persönlich begrüßte uns draußen vor dem neunen Probenraum mit seinem neuen Sekt „1900“ und dann ging es in den noch nicht ganz fertig gestellten Fasskeller.
Hier konnten wir die restlichen Weine verkosten. Roman Niewodniczanski präsentierte dabei die Entwicklung des Weingutes und seine Philosophie des Saarweines. Sein Ziel ist es, dem Saarwein wieder die Reputation zu verschaffen, den er um 1900 hatte und der damals teurer als  Bordeaux-Weine war.
Das Weingut hat ca. 80 ha an verschiedenen Stellen der Saar. In Zukunft kommen noch einige ha dazu, da in Kooperation mit Markus Molitor 14 ha der alten, aus wirtschaftlichen Gründen aufgelassenen Lage Ockferner Geisberg wieder neu bestockt wurde.(Die Weine aus dieser Lage wurden um 1900 genauso hoch bewertet wie die aus dem Scharzhof.) Die bewirtschaften Lagen sind in Wawern Goldberg und Herrenberger, in Kanzem Altenberg und Rothenpfad und in Wiltigen  Kupp, Gottesfuß, Volz und Scharzhofberger Pergentsknoepp.
Zurzeit sind 96% mit Riesling, 4 % mit Weissburgunder bestockt.

Die folgenden Wein haben wir verkostet:

1          2011   Van Volxem, Saar-Riesling, „1900“,  SektbA,  brut
2          2015   Van Volxem, Saar-Riesling,  QW,  trocken
3          2018   Wiltinger Riesling,  QW,  trocken
4          2016   Van Volxem, Riesling, Alte Reben,  QW ,  trocken
5          2016   Wawerner Goldberg, Großes Gewächs,  QW,  trocken
6          2016   Van Volxem, Riesling, Rotschiefer,  QW, feinherb
7          2016   Ockfener Bockstein,  Spätlese,  fruchtsüß

Dazu gab es ein hochwertiges Fingerfood, das bestens zu den Weinen passte. Es war eine sehr interessante, von Roman Niewodniczanski professionell präsentierte Weinprobe. Gegen 17:30 fuhren wir wieder nach Saarburg zurück und ließen den Abend in unserem Hotel mit einem kleinen Essen ausklingen.

So ist auch die diesjährige Weinreise wieder ein voller Erfolg geworden. Hervorragende Weingüter und wieder eine perfekte Probenorganisation von Wilfried. Dafür möchten wir ihm herzlich danken.

Verfasser: Dieter

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Weinprobe mit dem Weingut Stefan Müller aus Krettnach am 04.07.2019

Erstellt von Dieter am 25. Juli 2019

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Die Terrassenmosel – Weine aus Winningen vom unteren Ende der Mosel am 06.06.2019

Erstellt von Dieter am 25. Juli 2019

Die Terrassenmosel – Weine aus Winningen vom unteren Ende der Mosel

Das Deutsche Jahresthema ist für 2019 das Weinbaugebiet Mosel. Neben den bekannten Regionen Mittelmosel, Saar und Ruwer gehört auch die Untermosel oder Terrassenmosel dazu. Daher haben wir auch eine Probe mit Riesling-Weinen der Terrassenmosel zusammengestellt.

Der etwas 100 Flusskilometer lange Abschnitt der Mosel zwischen Pünderich und der Mündung in den Rhein bei Koblenz wird Terrassenmosel (früher Untermosel) genannt. Von der Ober- und der Mittelmosel unterscheidet sich die Landschaft dadurch, dass das Tal enger ist und teilweise hohe und steile Bergflanken hat. Aufgrund der steilen Hänge wird der Weinbau oft auf sehr klein parzellierten Terrassen betrieben. (Daher erfolgte auch die Umbenennung von Untermosel in Terrassenmosel).

Da die Bearbeitung der Terrassen sehr mühsamen ist, ging die Weinbergsfläche in den Steillagen zwischen 1999 und 2009 von 998 ha auf 764 ha zurück. In letzter Zeit sind allerding einige Flächen, die nach den alten Steuerkarten besonders wertvoll waren, wieder rekultiviert worden. Um die Bearbeitung der Terrassenanlagen zu erleichtern, wurden an vielen Stellen Monorackbahnen (Einschienen-Zahnradbahnen) in den Weinbergen verlegt.

Durch die tieferen Lagen, die breite Wasserfläche der Mosel und dadurch, dass die Reben auf Terrassen stehen und eine stärkere Sonneneinstrahlung bekommen, sind die Weine kräftiger und fülliger und weniger filigran als an der Mittelmosel.

Weil Winningen hier mit seinen Weinlagen den Hauptort darstellt, haben wir uns auf diesen Ort mit seinen fünf Weinlagen konzentriert.

Die Winninger Lagen:
(Die Flächenangaben stammen aus dem Buch „Vinothek der Deutschen Weinberg-Lagen„ von 1981, da sont keine Daten für alle 5 Lagen zu erhalten waren)  

Winninger Uhlen   17,4 ha
Südwest, 100% steil
Flach- bis mittelgründiger, frischer, steiniger Schieferverwitterungsboden
Innerhalb der Lage Uhlen existieren noch drei besondere Parzellen,
Blaufüßer Lay, Laubach und Roth Lay, die inzwischen als eigene Lage anerkannt sind.

Winninger Hamm   15,8 ha
Süd – Südwest, 100% steil
Flach- bis mittelgründiger, frischer, steiniger Grauwacken Verwitterungsboden

Winninger Domgarten   121,0 ha
Südost – Süd, 25% steil; 50% hängig; 25% flach
Flach bis überwiegend tiefgründiger, kiesig steiniger Schieferverwitterungsboden und Schwemmlandböden

Winninger Brückstück   10,3 ha
Südsüdost; 100% steil
Flachgründiger, sehr steiniger Grauwacken- und Schieferverwitterungsboden mit mittlerem Feinerdeanteil

Winninger Röttgen   7,0 ha
Südsüdost; 100% steil
Steiniger Grauwacken- und Schieferquarzitverwitterungsboden mit unterschiedlichem Feinerdeanteil

Nun zu den Weinen der Probe:

1          2016   Riesling, brut,  Sektkellerei von Canal
Helles Gelb mit grünen Reflexen. Ein sauberer, sehr fruchtiger, aber recht fülliger Sekt mit süßer, vollreifer Frucht und leichterem Mousseux.

2          2017   Riesling, „Vom Schiefer“, Weingut Richard Weyh
Helles Gelb mit grünen Reflexen, dicht und recht breit, etwas würzige, fruchtige Noten, weiche, füllige Frucht und noch ein Hauch Sponti-Noten

3          2017   Winninger Brückstück, „Terrassen Unikat“, Weingut
Ute Mölich
Helles Gelb mit grünen Reflexen, dicht und gelbfruchtig, zeigt Fülle und Struktur, aber im Abgang ist er dann etwas unsauber.

4          2017   Kröber’s Riesling, „Steinig“, Weingut Rüdiger Kröber
Blasses Gelb mit grünen Reflexen, viel gelbe Frucht, Dichte und Fülle, dazu eine leichte Süße

5          2016   Riesling, „Apollo Viningensis“, Weingut Löwensteinhof
Helles Gelb mit grünen Reflexen, gelbe Früchte, aber etwas breit und füllig, leicht unsaubere Beinoten.

6          2018   Thörnischer St.Michael, feinherb,„Pomona Cellers GmbH“  (Moselland Weinkellerei)
Das war der Pirat aus dem Lidl-Sortiment. Abfüller war die Pomona Cellers GmbH, um zu verschleiern, dass der Wein von der Weinkellerei Moselland stammt. (Nur anhand der AP-Nummer ließ sich die Herkunft erkennen)

Blasses Gelb, Einfacher, etwas breiter, unsauberer Riesling mit faulig dumpfen Beitönen, gute Säure, aber dienliche Süße (Die Süße war nicht angegeben, dürfte aber im Vergleich zu älteren Jahrgängen bei 25 – 30 g Restzucker /l liegen.)

7          2017   Winninger Röttgen, Alte Reben, Weingut Domgartenhof
Blasses Gelb mit grünen Reflexen, straffere, dichte Frucht aber dann unsauber mit etwas Botrytis und Fäulnis.

8          2016   Winninger Uhlen, Weingut Richard Weyh
Das ist der Lagenwein vom Weingut Richard Weyh: Blasses Gelb mit grünen Reflexen, recht gelbfruchtig, Pfirsich, Steinobst, feine Säure und zarte Herbe, mehr Dichte und Struktur als der Riesling „vom Schiefer“, noch etwas Sponti-Noten

9          2017   Riesling, „Apolloterrassen“, Weingut Reiner Fries
Blasses Gelb mit grünen Reflexen, gradlinige, etwas erdig mineralische Frucht mit gelbfruchtigen Aromen, leichtere Struktur, hinten zarte Herbe, Spur Tabak.

10       2017   Winninger Brückstück, „Terrassen, „August Horch Edition 2018“, Weingut Richard Richter
Helles Goldgelb, vegetabile, etwas nussige Aromen, etwas kandierte Zitrusfrucht, Steinobst. Ein dichter, üppiger Riesling mit guter Mineralik aber sehr weicher Säure. Der Wein lebt von seiner Fülle und nicht von der sehr verhaltenen Frucht.

11       2017   Winninger Uhlen, „Baron“, Weingut Freiherr von Heddesdorf
Helles Gelb mit grünen Reflexen, ein dichter, weicher, aber sehr mineralischer Riesling, noch etwas reduktive Noten, leichte Kräuter-Noten und Tabak, viel zeigt mehr Fülle bei guter Säure, recht fester Abgang.

12       2015   Winninger Riesling, Weingut Materne & Schmitt
Helles Gelb mit grünen Reflexen, neben Pfirsich und Zitrus-Frucht auch kräutrige Noten, frische Säure, trotz der Reife noch immer frische Frucht, sehr viel Struktur, hinten dann leichte Bitterstoffe.
Materne & Schmitt pflegen einen sehr eigenwilligen Weinstil, sodass sich bei diesem Wein die Geister schieden, für einige war er sehr gut (mit bis zu 17 Punkten bewertet) für andere fast ungenießbar (mit 12 Punkten bewertet)

13       2017   Gutsriesling, „Von den Terrassen“, Weingut Beate & Matthias Knebel
Helles Gelb mit grünen Reflexen, vollreife Pfirsiche, grüne Äpfel und Zitronenschale, leicht rauchige, etwas salzige Schiefer-Mineralik, lebendige Säure. Ein Wein der trotz der Fruchtfülle nicht fett ist.

14       2017   Winninger Röttgen, „Großes Gewächs“, Weingut Heymann-Löwenstein
Blasses Gelb mit grünen Reflexen, intensive, aber nicht überbordende Frucht nach weißem Pfirsich, Maracuja, Zitrus, Grapefruit, dann die deutliche Mineralik der Schieferterrassen. Die feine Säure erhält dem Wein trotz seiner Dichte und Fülle die Frische und Eleganz. Im Vergleich zu den Großen Gewächsen aus dem Uhlen ist der Röttgen filigraner und verspielter.

Da die Winninger Weine alle deutlich kräftiger und fülliger bei weniger Säure waren als z.B. die Weine von der Mittelmosel, hatten viele Probleme mit ihnen Sie entsprachen nicht ihren Vorstellungen von Moselweinen und fanden sie Riesling untypisch. Das erklärt auch die großen Unterschiede bei der Bepunktung. Aber die Mosel endet erst in Koblenz am Rhein und damit gehören die Weine der Terrassenmosel auch zum Weinbaugebiet Mosel.

Kurze Informationen über die Weingüter:

Sektkellerei von Canal, Wolfgang von Canal
Rebfläche : 3 ha
Lagen : Uhlen, Hamm, Röttgen, Brückenstück, Domgarten

Weingut Richard Weyh,  Peter Weyh
Rebfläche: 5,8 ha
Lagen: Uhlen, Hamm und Röttgen
Rebsorten Riesling, Kemer, Weißburgunder, Spätburgunder

Weingut Ute Möhlich
Rebfläche: 1,5 ha
Lagen: Hamm, Brückstück

Weingut Rüdiger Kröber, Florian & Rüdiger Kröber
Rebfläche: 7,5 ha
Lagen: Uhlen, Hamm, Brückstück, Röttgen
Rebsorten: Riesling, Weißburgunder, Spätburgunder

Weingut Löwensteinhof, Kornelia Kröber Löwenstein & Thomas Löwenstein
Rebfläche: 1,8 ha,
Lagen: Uhlen, Hamm, Domgarten
Rebsorten Riesling. Spätburgunder, Weißburgunder

Weingut Domgartenhof, Günter Kröber & Benedikt Kemper
Rebfläche 1,6 ha
Lagen Uhlen, Röttgen, Domgarten
Rebsorten Riesling

Weingut Fries :  Reiner & Anke Fries
Rebfläche 9,5 ha
Lagen Uhlen, Hamm, Röttgen
Rebsorten Riesling, Weissburgunder. Spätburgunder

Weingut Richard Richter, Thomas und Claus-Martin Richter
Rebfläche 9,5 ha
Lagen Uhlen. Hamm, Röttgen
Rebsorten Riesling, Weissburgunder. Spätburgunder

Weingut Freiherr von Heddesdorf,  Irmgard & Andreas von Canal
Rebfläche: 6 ha
Lagen Uhlen, Domgarten, Brückstück und Röttgen
Rebsorten 100% Riesling

Weingut Materne & Schmitt, Rebecca Materne & Janina Schmitt
Rebfläche: 1,2 ha
Lagen: Brückstück und Röttgen, dazu in Koberner Weißenberg, Fahrberg und in Lehmener Lay, Würzlay, Ausoniusstein
Rebsorten: Riesling

Weingut Reinhard & Beate Knebel, Matthias & Beate Knebel
Rebfläche: 7,0 ha
Lagen: Uhlen, Hamm, Brückstück, Röttgen
Rebsorten Riesling, Weißburgunder

Weingut Heymann-Löwenstein,
Cornelia Heymann-Löwenstein & Reinhard Löwenstein

Rebfläche 16 ha
Lagen: Uhlen, Röttgen dazu in Hatzenport Kirchberg und Stolzenberg
Rebsorten : Riesling

Verfasser: Dieter

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Weinprobe mit dem Weingut Heribert Kerpen aus Wehlen am 16.05.2019

Erstellt von Dieter am 25. Juli 2019

Die Probe wurde vorbereitet und durchgeführt von Herrn Martin Kerpen vom Weingut Kerpen.
Das Weingut bewirtschaftet insgesamt 8,2 ha, von denen derzeit 7,5 ha ausschließlich mit Riesling angepflanzt sind. Zukünftig wird es, verantwortet durch den Sohn Matthias Kerpen, auch ca. 0,5 ha Spätburgunder geben, die sich derzeit in der Anpflanzung befinden. Das Weingut produziert 60.000-70.000 Flaschen pro Jahr, von denen ca. 30 % in den Export, 30 % in den Fachhandel, 30 % an Privatkunden und 10 % an die Gastronomie gehen. Die Weine werden ab Spätleseprädikat bzw. Großen Gewächsen ausschließlich spontan vergoren und im Fuderfass ausgebaut, bei den restsüßen Weinen wird keine Süßreserve verwendet. Im Herbst 2018 hat das Weingut bereits am 23.09. mit der Lese begonnen und musste nur bei den zuletzt gelesenen Weinen (höhere Prädikate) etwas nachsäuern (0,5-1g/l)

Zu den Weinen:

Wein 1:     2018 Blauschiefer Riesling trocken (Gutswein)
11,5 % Alk., 6,4 g/l RZ, 7,0 g/l S
Helles Grüngold, sehr grüne, primäre Nase, Holunderblüte. Limette, Schiefer, im Mund recht weich, milde Säure, gute Würze, etwas dienende Restsüße, wenig nachhaltig, wirkt ein wenig, als ob die Trauben etwas unreif gelesen wurden.

Wein 2:     2018 Graacher Domprobst Riesling Kabinett trocken
11,5 % Alk., 8,7 g/l RZ, 7,4 g/l S
Helles Grüngold, ausdrucksstärkere Nase, etwas Sponti, Minze, Schiefer, aprikosige Frucht, im Mund deutlich spannender als Wein 1, schöne Säure, sehr leicht und tänzerisch, trotzdem feine Würze und gute Länge.

Wein 3:     2017 Wehlener Sonnenuhr „Alte Reben“ Riesling Spätlese trocken
11,5 % Alk., 8,2 g/l RZ, 7,5 g/l S
Reifendes Grüngold, sehr reife, exotische Frucht, eindeutig Botrytis geprägt, etwas Schieferwürze, Kräuter, im Mund schöne Spannung zwischen Säure und der leichten Restsüße, leicht, spritzig.

Wein 4:     2016 Graacher Domprobst Riesling Großes Gewächs BKS Ring
12 % Alk., 8,7 g/l RZ, 6,4 g/l S
Reifendes Grüngold, schon deutlich gereifte Nase nach Kräutern, Melone, Pfirsich, im Mund viel Fülle aber niedere Säure, mittleres Gewicht und Länge, aber harmonisch und trinkig.

Wein 5:     2018 Graacher Himmelreich Riesling Kabinett feinherb
10,5 % Alk., 21 g/l RZ, 7,1 g/l S
Grüngold, reife Frucht, etwas Sponti, grüne, holundrige Noten, Schiefer, im Mund fast trocken wirkend, schöne Säure und Trinkfluss, noch etwas unruhig in seinen Komponenten, leicht, aber gut.

Wein 6:     2008 Graacher Himmelreich Riesling Kabinett feinherb
10 % Alk., ca. 20 g/l RZ, Säurewerte nicht zur Hand
Glänzendes, reifendes Grüngold, noch sehr jugendliche Farbe für sein Alter, deutlich Karamell, Nüsse, Honig, Minze, gelbe Frucht, im Mund deutlich süßer wirkend als Wein 5, hat Spätlese-Charakter, sehr viel Schmelz, ölige Textur, cremig, schöne Würze, feine Säure, gute Länge

Wein 7:     2017 Graacher Domprobst Riesling Spätlese feinherb
10,5 % Alk., 21 g/l RZ, 8,6 g/l S
Glänzendes, reifendes Grüngold, aprikosige Frucht, leichte Botrytis, leichter Sponti, Blüten, etwas puderzuckrig, im Mund zarte Süße, pikante Säure, im Moment sehr unruhig im Süße-/Säurespiel, braucht Zeit

Wein 8:     2018 Wehlener Sonnenuhr „Alte Reben“ Riesling Spätlese feinherb
12 % Alk., 26,4 g/l RZ, 6,4 g/l S
Jugendliches Grüngold, starke Sponti-Noten in der Nase, etwas feuchte Pappe, reife, üppige Frucht, Honignoten, Blüten, Mandeln, im Mund deutlich süßer und voller wirkend als Wein 7, opulent aber von der Säure her eher zurückhaltend, viel Schmelz

Wein 9:     2017 Wehlener Sonnenuhr Riesling Spätlese
7,5 % Alk., ca. 70 g/l RZ, ca. 9 g/l S
Reifendes Grüngold, gelbe, Botrytis geprägte Frucht, Honig, etwas Sponti, Minze, im Mund schöne Fruchtsüße, pikante Säure, besser integriert als bei Wein 7, sehr spannend, leicht, tänzerisch

Wein 10:   2011 Graacher Domprobst Riesling Auslese
7,5 % Alk., 80 g/l RZ, 8 g/l S
Kräftiges, gereiftes Grüngold, Mandeln Karamell, Honig, gelbe, zitrusartige Frucht, Schiefer, im Mund viel Fülle, wenig Säure, wenig Spiel und Komplexität, wirkt etwas plump gegen Wein 9

Wein 11:   2003 Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese
8,0 % Alk., 90 g/l RZ, 6,5 g/l S
Reifes Grüngold, Pfirsichfrucht, Minze, Mandeln, Honig, aber noch viel Frische in Nase und Mund, opulente Süße, schöne Säure für das heiße Jahr, durchaus harmonisch, rund, weinig, gute Länge

Wein 12:   1993 Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese
keine Alkoholangabe auf Etikett, keine Analysewerte zur Hand
Reifes, glänzendes Goldgelb, Nase nach Quitte, Weihrauch, Honig, Nüsse, Karamell, im Mund gute Balance zwischen Süße und Säure, ölig, sehr harmonisch, fein, lang, noch frisch für sein Alter, sehr gut.

Bruderschaftsmeister Dieter Ockelmann bedankte sich im Namen der Weinbruderschaft für die sehr gut zusammengestellte Probe bei Herrn Kerpen.

Verfasser: Bernd

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Fruchtsüße Riesling Kabinett-Weine von Mosel, Saar und Ruwer: „Die Leichtigkeit des Weins“ am 25.04.2019

Erstellt von Dieter am 25. Juli 2019

Unser Weinbruder Bernd Kögler hat uns Kabinett-Weine von der Mosel vorgestellt, um zu zeigen, warum der Mosel-Kabinett einen so großen Ruf hat:
Viel Frucht und Eleganz bei wenig Alkohol und einem feinen Süße-Säure-Spiel.
Das kann keine andere Weinregion auf dieser Welt so gut wie die Mosel.
Durch die Klimaänderung sind die Kabinett-Weine inzwischen kleine Spätlesen, aber die Kunst des Winzers besteht darin, den Kabinett-Charakter zu erhalten, was auch den meisten gelang.

Um nicht von den Namen der Weingüter beeinflusst zu werden, wurden die Weine in einer Blindprobe vorgestellt.

1. 2017 Maximin Grünhäuser Abtsberg, C. von Schubert’sche Gutverwaltung,
Mittleres Grüngold, kräutriger Zitrusfrucht, weiße Blüten, Honig, etwas Sponti im Mund, zarte Süße, cremig, schöne Schiefernote, viel Spiel, schöne Säure, pikant, spannend., leicht, phenolisch, sehr komplex.

2. 2017 Eitelsbacher Karthäuserhofberg, Weingut Karthäuserhof
Blasses Grüngold, etwas bonbonige Frucht, traubig, wenig Komplexität, sehr „“clean““, nicht die kräutrige Charakteristik der Ruwer, im Mund ebenso, schöne Säure, aber zu eindimensional.

3. 2017 Piesporter Goldtröpfchen, „Große Lage“, Weingut St.Urbanshof
Etwas kräftigeres Grüngold, reife Pfirsichfrucht, Schiefer, Honig, leichte Botrytis, im Mund etwas Überreife, rosinig, aber schöne Säure.

4. 2017 Piesporter Goldtröpfchen, Weingut Reinhold Haart
Blasses Grüngold, viel erdiger als Nr. 3, leicht verschlossen in der Nase, kräutrig, Holunderblüte, etwas Phenolik, im Mund spürbare Kohlensäure aber pikant und spannend.

5. 2017 Graacher Himmelreich, Weingut Schloß Lieser
Blasses Grüngold, schöne Pfirsichfrucht, zarter Sponti, kräutrig, sehr saftig im Mund, schöne Säure, pikant, die Einzelkomponenten nicht so integriert wie Nr. 6 aber sehr spannend, fein, elegant.

6. 2017, Graacher Himmelreich, Weingut Joh.Jos. Prüm
Blasses Grüngold, reifere Frucht als Nr.5, sehr cremig, nussig, traubig, fast kein Sponti merkbar, im Mund super-weinig, sehr nachhaltig, später auch leichte Note nach feuchter Pappe.
Obwohl der Wein im Vergleich zu früheren Weinen nur noch leichte Sponti-Noten zeigte, hatte ein Teil der Anwesenden Problem mit diesem Wein.

7. 2017 Wehlener Sonnenuhr, Weingut Markus Molitor
Blasses Grüngold, sehr traubige Nase, etwas nasse Pappe oder Pilze, Zitrus, im Mund zarte Süße, knackige Säure, kräutrig, leicht phenolisch. Der Wein wurde nur in Edelstahl ausgebaut.

8. 2017 Wehlener Sonnenuhr, Weingut Schloß Lieser
Blasses Grüngold, deutlicher Sponti, üppigere Frucht als Nr. 5 und Nr. 6, tolle Süße-/Säurespannung, sehr pikant, viel Geschmack und Länge, recht straffer Riesling, hat mehr Biss. Ausgebaut im Fuderfass.

9. 2016 Ockferner Bockstein, Weingut Dr. Heinz Wagner
Sehr blasses Grüngold, etwas Melone, rauchiger Schiefer, im Mund schöne Süße, knackige Säure alles schon etwas integrierter als bei den 2017ern, filigraner und nicht so komplex wie manche Vorgänger, aber rund und gut.
Der Wein wurde von den meisten der Anwesenden zum besten Wein des Abends gewählt.

10. 2017 Ockferner Bockstein, Weingut Maximilian von Othegraven
Blasses Grüngold, etwas Sponti-Noten, rauchiger Schiefer, kräutrig, im Mund schöne Süße-/Säurespannung, phenolisch, pikant, etwas pflanzenbitter im Abgang, positiv anstrengend, nicht so brillant.
Für viele Verkoster fiel dieser Wein im Vergleich zu den anderen deutlich ab.

11. 2017 Ockferner Bockstein, Weingut St.Urbanshof
Etwas reiferes Goldgelb, überreife Botrytis-Noten, Quitte, Südfrucht, im Mund deutliche Überreife, Orangenzeste, Süße wirkt schwer, sehr füllig, kein Kabinett-Charakter.

12. 2017 Ayler Kupp, Riesling, „Fass No. 8“, Weingut Peter Lauer
Blasses Grüngold, pflanzliche, schiefrige Noten, etwas Sponti, wenig Frucht, im Mund zurückhaltende Süße, knackige Säure, sehr pikant, spannend.

13. 2017 Saarburger Rausch, „Erste Lage“, Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken
Blasses Grüngold, üppige Südfrucht aber keine offensichtliche Botrytis, Puderzucker, Honig, etwas Karamell, gekochte Milch, deutlich süßer wirkend als Nr.12, Säure etwas moderater aber sehr trinkig und rund, später auch leichte Note von feuchter Pappe.
Für viele Verkoster fiel dieser Wein im Vergleich zu den beiden Vorgängern ab.
Für die gekonnte Zusammenstellung und Präsentation der Weine möchten wir unserem Weinbruder Bernd Kögler herzlich danken.

Verfasser Dieter und Bernd

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Weinprobe mit gereiften Riesling-Wein vom Weingut Clemens Busch am 24.02.2019

Erstellt von Dieter am 25. Juli 2019

Auf Weinmessen und Wein-Präsentationen werden üblicherweise nur die neueren Jahrgänge vorgestellt. Daher haben wir uns sehr gefreut, dass das Weingut Clemens Busch eine Probe für drei verschiedenen Flights mit Riesling-Weine von jung bis gereift zusammengestellt hat. So hatten wir die seltene Gelegenheit, zu erfahren, wie diese Weine reifen können. Dafür möchten wir uns beim Weingut herzlich bedanken.

Das Weingut von Clemens Busch in Pünderich wurde bereits 1802 erstmals urkundlich erwähnt. Der Weinort Pünderich befindet sich am Eingang des Moselbogens Zeller Hamm, den man entweder noch der Mittelmosel oder schon dem Beginn der Terrassenmosel zuordnen kann.

Im Jahr 1986 haben Clemens und Rita Busch das Weingut mit 11 ha Rebfläche übernommen und arbeiten seitdem nach ökologischen Kriterien. Inzwischen ist die Rebfläche auf 16 ha angewachsen. Ihr Sohn Johannes hat nach einem Weinbaustudium und Praktika bei verschiedenen Betrieben im Weingut angefangen und kümmert sich vor allem um den Außenbetrieb. Der größte Teil der Weinberge liegt in der Lage Pündericher Marienburg. Dort wird fast ausschließlich Riesling neben einer kleinen Menge Spätburgunder und Müller-Thurgau angebaut. Da die offizielle Lage Marienburg nicht zwischen den drei Schieferarten, die hier vorkommen, unterschieden wird, nutzt Clemens Busch die alten Parzellenbezeichnungen wie „Fahrlay“, „Falkenlay“ und „Rothenpfad“ zur Unterscheidung. Die Parzelle „Fahrlay“ bei der Fähre ist vom blauen Schiefer, die Parzelle „Falkenlay“ vom grauen Schiefer geprägt, während der „Rothenpfad“ den Namen vom roten Schiefer hat, der Ähnlichkeit mit dem Gestein vom Roten Hang bei Nierstein hat. Eine weitere Parzelle auf grauem Schiefer ist die „Felsenterrasse“ die mit über 50-jährigen Reben bestockt ist. Von hier kommen oft die besten Weine.

Im Allgemeinen sind die Weine vom grauen Schiefer eher zart und feingliedriger und die vom blauen Schiefer sehr kühl und elegant, wobei hier die Mineralik am stärksten zu erkennen ist. Die Weine vom roten Schiefer sind die rundesten, fruchtigsten und haben am meisten Fülle.

Nach einer mehr oder weniger langen Maischstandzeit (je nachdem, was der Jahrgang fordert) wird schonend abgepresst, spontan vergoren und in großen 1000 l Holzfässern (Moselfudern) gereift.

Die Klärung der Weine erfolgt nur durch Sedimentation und ohne Schönungshilfsmittel. Die Weine werden erst nach längerer Hefelagerung abgefüllt.

Anfangs wurden beide als „Ökos“ belächelt, doch die Qualität ihrer Weine hat die Kritiker inzwischen zum Verstummen gebracht. 2007 wurde ihre Arbeit dann auch vom VDP anerkannt, der das Weingut in den seine Reihen aufgenommen hat.

Nun zu den verkosteten Weinen:

Als erstes kam ein Riesling-Sekt:

1.         2013  Clemens Busch, Riesling Sekt;  brut                    

Goldgelb mit grünen Reflexen, feinperliges Mousseux. In der Nase Aromen von Pfirsich, grünem Apfel, Zitrus und frischen Kräutern. Am Gaumen erfrischend und saftig mit einer feinen mineralischen Struktur.

Im ersten Flight konnten wir dann die Weine vom Rotschiefer verkosten:

2.         2016  Clemens Busch, Riesling, „Vom Roten Schiefer“        

Blasses Gelb mit grünen Reflexen, Zitrus-Steinobstduft,im Bukett, saftige Frucht mit kräutrigen Noten, erdige Mineralik, guter Abgang mit floralen Nuancen.

3.         2013  Clemens Busch, Riesling, „Vom Roten Schiefer“        

Blasses Gelb mit grünen Reflexen, straffer, frischer Wein wieder mit etwas Zitrus-Steinobstduft. Straffe, saftige Frucht im Mund, kräutrige Aromen, zarte Süße und präsente, feine Säure, schon etwas entwickelt, Abgang mit kräutrigen und zitronigen Aromen.

4.         2012  Clemens Busch, Riesling, „Vom Roten Schiefer“        

Helles Gelb mit grünen Reflexen, ein wenig kräutriger Zitrus-Steinobstduft. Klare, feinsaftige Frucht im Mund,  leicht pflanzlich und auch erdig-mineralisch, sehr feine Säure, harmonisch, guter Abgang.

5.         2009  Clemens Busch, Riesling, „Vom Roten Schiefer“        

Helles Gelb, ein pflanzlicher, zart erdiger Duft nach eingemachten gelben Früchten. Weich und leicht süß im Mund, zart erdig, feine Säure, zart würziger Abgang.

Im zweiten Flight kamen die Weine vom Grauschiefer:

6.         2016  Clemens Busch, Riesling, „Vom Grauen Schiefer“     

Sehr blasses Gelb mit grünen Reflexen, eine zurückhaltende, etwas kräutrige Nase mit verhaltenen gelbfruchtigen Aromen. Klare, saftige Frucht, lebendige Säure, pflanzliche Noten und wieder herbe Mineralik am Gaumen, zartfruchtiger Abgang mit kräutrigen Nuancen.

7.         2014  Clemens Busch, Riesling, „Vom Grauen Schiefer“     

Blasses Gelb mit grünen Reflexen,  auberer, geradliniger, schlanker und etwas verhaltener Riesling, zart pflanzliche und nussige Aromen, recht eleganter Stil, nicht völlig trocken, für das Jahr 2014 sehr gut gelungen.

8.         2013  Clemens Busch, Riesling, „Vom Grauen Schiefer“     

Blasses Gelb mit grünen Reflexen, leichter Steinobst-Zitrusduft mit einem Hauch kräutriger Noten, und deutlicher Mineralik. Klar, noch etwas kantig im Mund, mehr Fülle, straffe, feine, leider Spur buttrige Säure, gute Nachhaltigkeit am Gaumen, guter Abgang.

9.         2008  Clemens Busch, Riesling, „Vom Grauen Schiefer“     

Helles Gelb mit grünen Reflexen, leichter Steinobst-Zitrusduft, etwas kräutrige Nuancen, schlanke Frucht und straffe, feine Säure, recht klarer, eleganter Riesling, hat aber schon mehr  Reife und wirkt etwas gezehrt.

Im dritten Flight folgten dann die Großen Gewächse vom Rothenpfad, die ebenfalls vom Rotscheifer stammen:

10.      2016  Pündericher Marienburg, „Rothenpfad, Großes Gewächs“   

Sehr blasses Gelb mit grünen Reflexen, wie bei den Ortsweinen zarter Zitrus-Steinobstduft mit kräutrig-pflanzlichen Noten, erdige Mineralik, aber für ein Großes Gewächs recht zarter, filigraner Riesling, aber fast etwas zu leicht.

11.      2014  Pündericher Marienburg, „Rothenpfad, Großes Gewächs“   

Helles Gelb mit grünen Reflexen,dichter, etwa herberer, aber gut strukturierter Riesling, floralen Aromen und deutliche Mineralik, kühle kräuterige Nuancen. Wirkt weicher als die Ortweine und hat mehr Fülle als der 2016’er Rothenpfad. Für den Jahrgang 2014 sehr gut gelungen.

12.      2012  Pündericher Marienburg, „Rothenpfad, Großes Gewächs“   

Helles Goldgelb, kräftiger, dichter, in der Frucht  recht verhaltener Riesling, deutliche, leicht salzige Mineralik, herbe pflanzliche Noten, etwas getrockneten Suppenkräuter, mit sehr feiner, lebendiger Säure, zeigt schon mehr Reife und stärkere Sekundär-Aromen.

13.      2011  Pündericher Marienburg, „Rothenpfad, Großes Gewächs“   

Helles Goldgelb, dichter, fülliger Riesling, sehr vollreife, gelbe Früchte, dem Erntejahr entsprechend weiche, reife Säure und mehr Süße. Die Mineralik wird durch Reife und Fülle überdeckt.

Bei unserem Weinbruder Uwe Lommertin möchten wir uns noch für die Präsentation der Wein bedanken und dafür dass er den Kontakt zu Clemens Busch hergestellt hat.

Verfasser:  Dieter

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Weinprobe mit Weinen aus dem Priorat, Teil 2 der Süden am 17. Januar 2019

Erstellt von Dieter am 4. Juli 2019

Nachdem wir im Dezember 2018 den nördlichen Teil des Priorats mit den Bodegas Mas Sinen, Cellers de Scala Dei und Buil & Giné verkostet hatten, kommen wir in dieser Probe zum südlichen Teil mit den Bodegas Sangenis i Vaque und der Vinicola del Priorat.

Die Details zum Weinbaugebiet sind schon in der ersten Probe aufgeführt worden, daher gehen wir gleich zu den beiden Weingütern:

Sangenis i Vaque:

Das Familienunternehmen Sangenis i Vaque: wurde von Pere Sangenis und Conxita Vaque nach ihrer Hochzeit 1982 gegründet. Zunächst wurden nur Fassweine produziert, ab 1996 begann dann die Flaschenproduktion.
Die Weinberge stammen vor allem aus der Linie von Frau Vaque und wurden bereits um 1700 angelegt. Frau Vaque hatte den Keller des Großvaters geerbt, der ab Ende des 19. Jahrhunderts schon Weine produziert hat. Herr Sangenis hatte nur Weinberge geerbt, den elterlichen Keller erbte damals sein Bruder.
Nachdem die beiden ältesten Töchter Maria und Nuria ihr Önologiestudium beendet haben, arbeiten auch sie auf dem Weingut mit.
Inzwischen bewirtschaftet die Familie 15 ha (davon 14 ha Rot) mit einem sehr alten Rebenbestand auf Terrassen zwischen 350 und 450 m NN. Mit 45% Granatxa (Grenache) und 35% Carignan werden überwiegend die traditionellen Priorat-Sorten kultiviert. Den Rest teilen sich mit 6% weißer Granatxa (Grenache Blanc), 5% Syrah und Merlot und 4% Cabernet Sauvignon.
Die Bewirtschaftung der Weinberge erfolgt nach ökologischen Gesichtspunkten, so wird für die Düngung nur Schafsmist verwendet. Trotz der niedrigen Niederschlagsmenge von durchschnittlich 400 mm pro Jahr wird nicht bewässert. Der Ausbau der Weine erfolgt zwischen 6 und 18 Monaten im traditionellen Barrique. 85% davon französische Eiche, der Rest amerikanische. Maximale Benutzungsdauer 5 Jahre. Die Weine werden nicht stabilisiert oder gefiltert. Die malolaktische Gärung erfolgt im Tank. Mazeration und Fermentation dauern zwischen 30-50 Tage in keramisch verkleideten Betontanks. Die Flaschenproduktion beträgt 25.000 – 30.000 pro Jahr

Vinícola Gratallops, heute Vinícola del Priorat

Die Gratallops Coop startete 1917. Nach dem Zusammenschluss mit 3 weiteren Kooperativen (El Lloar, La Vilella Baixa und La Vilella Alta) entstand 1991 die Vinícola del Priorat. 125 Mitglieder bewirtschaften heute etwas 205 ha mit 310 Parzellen in einer Höhe von etwa 450 m über NN. Die Bodenstruktur ist wie in Porrera überwiegend Llicorella-Schiefer. Das durchschnittliche Alter der Reben liegt bei über 60 Jahren.
Wie in Porrera liegt auch hier die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge zwischen 300 und 500 mm.
Bis in die 70er Jahre wurden lediglich 10% der Weine auf Flaschen gefüllt, heute sind es 100%, bei einer durchschnittlichen Produktion von ca. 300.000 Flaschen
Durch den Zusammenschluss ergab sich die Möglichkeit die Verarbeitung im Keller zu verbessern und durch eine bessere Selektion höherwertige Weine zu produzieren.

In gewohnter Manier begann unserer Probe mit den einfacheren Weinen

1. 2017 Sangenis i Vaque, „Garbinada“
Dieser Wein stellt die Basisilinie der Bodega dar: Ein sauberer, recht pflaumig-fruchtiger aber einfacherer Wein und einem härterem, adstringierendem, etwas grünem Tannin.

2. 2017 Vinicola del Priorat, „Önix Classic“
Auch hier der Basiswein der Genossenschaft: Ein ordentlicher, einfacher Wein, aber etwas säuerlich im Mund und ebenfalls wie der vorherige Wein ein härteres, adstringierendes, etwas grünes Tannin hat.
Die Trauben wurden entrappt und kalt vormazeriert, anschließen erfolgte die Vergärung bei 25 – 28°C in 25.000 l-Tanks und die weitere Reife dann auf der Flasche. Etwa 100.000 Flaschen wurden produziert

3. 2015 Sangenis i Vaque, „Dara“

Wir sind jetzt eine Qualitätsstufe höher. Der Wein stammt von 25jährigen Reben und zeigt deshalb etwas dichtere Frucht (Waldbeeren, Kirsche). Aber auch er hat noch mehr härtere, adstringierende Tannine, die aber schon etwas reifer und weicher wirken.

4. 2016 Vinicola del Priorat, „Clos Geberat +“

Auch von der Vinicola del Priorat haben wir jetzt eine höhere Qualitätsstufe vor uns. In der Frucht ist es ein noch etwas verhaltener, aber recht weicher Wein mit dunkler Beerenfrucht und feiner Säure Wie beim vorherigen Wein „Dara“ , zeigen sich auch hier noch etwas härtere, adstringierende Tannine.
Die Trauben wurden entrappt und kalt vormazeriert, anschließen wurde bei 25 – 28°C in 5.000 l-Tanks vergoren. Der malolaktische Säureabbau erfolgt dann in Barriques aus französischer Eiche mit anschließender Reifung für 4 Monate. Es wurden 5000 Flaschen produziert.

5. 2014 Sangenis i Vaque, „Vall Por“

Noch etwas höher in der Qualität als der «Dara». Ein sauberer, etwas weicherer Wein mit dichter Frucht (Waldbeeren, Kirsche) und mehr Struktur als der „Dara“. Er hat eine kräftigere, etwas adstringierende Gerbsäure, einen leichten Bitterton und eine Spur Kakao. Sehr schön zu trinken, recht harmonisch, so macht der Wein Spaß.

6. 2006 Sangenis i Vaque, „Vall Por“
Der acht Jahre ältere Gegenpart zum 2014’er „Vall Por“. Auch er ein dichter, weicherer Wein mit Waldbeeren und Kirsche im Mund. Das Tannin ist noch härter als beim 2014’er, mit leichtem Bitterton und Ankläge an Bitterschokolade
Wer reifere Wein bevorzugt, hat ihn etwas höher als den 2014’er bewertet, für die anderen hatte er durch das längere Belüften schon an Frucht verloren und zeigte mehr Alterstöne.

7. 2016 Sangenis i Vaque, „Bancal de Granatxa“

Wir haben hier einen reinsortigen Grenache-Wein vor uns mit klarer, leicht pflaumiger Frucht und festem, etwas adstringierendem Tannin. Er ist nicht so pflaumig breit und belanglos wie viele einfachere Grenache-Weine.

8. 2016 Vinicola del Priorat, „Önix Evolucio“

Ein klarer, gut strukturierter Wein, der im Mund einen Früchtekorb aus roten Beeren, Pflaume, etwas Kirsche, Spur Trockenpflaume, Cassis, widerspiegelt, dazu kommen leichte Kräuter-Noten. Dieser Wein hat Charakter und mehr Biss als die anderen Weine der Genossenschaft.
Aus den über 300 Parzellen der Mitglieder werden für diesen Spitzenwein der Genossenschaft die besten Carignan-, Grenache- und Cabernet Sauvignon-Trauben ausgewählt. Sie wurden entrappt und kalt vormazeriert, anschließen erfolgte bei 28°C in 5.000 l-Tanks für 25 Tage die eigentliche Gärung. Der malolaktische Säureabbau erfolgt danach in Barriques aus französischer Eiche und Reife darin für 12 Monate.

9. 2007 Sangenis i Vaque, „Coranya“

Der Wein besitzt ein feines Bukett nach Süßkirsche. Im Mund ist er dann sehr stoffig mit ebenfalls dichter, süßer Kirschfrucht und feiner Schiefer-Mineralik. Dazu kommt eine dezente Reife und ein Hauch Zartbitterschokolade. Trotz seines Alters immer noch frisch.
Grenache und Carignan stammen von mehr als 30 Jahre alte Reben aus der Lage Coranya. Es erfolgte ein 12-monatiger Ausbau in 2jährigen Barriques aus französischer Eiche und neunen aus amerikanischer Eiche

10. 2005 Sangenis i Vaque, „Coranya“

Dieser Wein aus der Lage Coranya ist noch zwei Jahre älter und auch er ist immer noch frisch und zeigt nur eine zarte Reife. Neben seiner weichen Kirschfrucht präsentiert er sich sehr stoffig und würzig mit einer dezenten Schiefernote ohne dabei breit und plump zu sein.
Die Trauben stammen wie beim 2007’er aus der Einzellage Coranya und auch der Ausbau erfolgte genauso.

11. 2011 Sangenis i Vaque, „Clos Monlleo“

Das ist jetzt der Top-Wein der Bodega, sehr klar und kirschfruchtig im Mund, dicht und vielschichtig mit festem, reifem Tannin. Er präsentiert sich sehr vollmundig und etwas cremig am Gaumen mir einer dezenten Bitternote, die in schönem Kontrast zur Fruchtsüße steht. Der Wein zeigt schon viel von seinem Potential, aber braucht aber sicher noch viel Zeit zum Reifen.
Die Trauben für den Clos Monlleo stammen immer aus hochgelegenen Lagen mit bis zu 80-jährigen Reben. Entsprechend extrem niedrig ist der Ertrag. Der Ausbau erfolgt über 18 Monate in neuen Barriques aus französischer Eiche (Allier). Zur Abfüllung wird Wein wird weder filtriert noch geschönt.

12. 2000 Sangenis i Vaque, „Clos Monlleo“

Als letzter Wein folgte der 11 Jahre ältere Clos Monlleo. Auch er war ein sauberer, recht dichter Wein mit festem, reifem Tannin. Insgesamt wirkte er aber schon etwas gezehrter, mit einer Spur Hanf im Mund und einer beginnenden Ausprägung der Tertiäraromen. Der Wein wurde schon mittags gelüftet, vielleicht hat das ihm das Genick gebrochen.
Der Ausbau des Weines erfolgte wie beim 2011’er, aber der Clos Monlleo bestand bis zum Jahrgang 2004 auch noch zum Teil aus zugekauften Trauben neben einer Selektion der besten Trauben aus den Parzellen für den „Clos Monlleo“ und den „Coranya“.

Verfasser: Dieter

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Weinprobe mit Weinen aus dem Priorat, Teil 1 mit Weinen aus dem Norden am 06.12.2018

Erstellt von Dieter am 9. Dezember 2018

Das Priorat (katalanisch, Priorato in Spanischen) ist ein Weinbaugebiet in der gleichnamigen Verwaltungsregion. Es liegt etwa 30 km Luftlinie von der Provinzhauptstadt Tarragona entfernt auf den steilen Hügeln der Serra de Montsant.
Der Name der Region leitet sich ab von dem 1183 gegründeten Priorat de la Cartoixa d’Escaladei.(Priorat des Kartäuser-Klosters der Himmelsleiter). Die Ruine des Klosters existiert noch oberhalb des Dorfes Escaladei.
Eine geologische Besonderheit sind hier die Llicorella-Schieferböden Llicorella ist ein meist kupferfarbener, leicht brüchiger Schiefer, dessen rötliche Farbe durch den hohen Eisengehalt hervorgerufen wird. Das DOQ-Gebiet stimmt ziemlich genau mit den Grenzen dieses Bodentyps überein. Umgeben wird das Priorat fast vollständig durch das  Weinbaugebiet Montsant mit seinen kalk- und kieselhaltigen Böden
Innerhalb von Katalonien ist es das älteste Weinbaugebiet, im Mittelalter zählte die Region zu den bedeutendsten Weinbaugebieten Spaniens.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte das Gebiet einen kurzen Boom, den es der Ausbreitung der aus Übersee eingeschleppten Reblaus im übrigen Europa verdankte. Dadurch konnten die katalanischen Winzer ihre Weine in die bereits befallenen Gebiete Europas exportieren. Doch 1894 erreichte die Reblaus schließlich auch das Priorat und beendete damit die exportbedingten Boomjahre schlagartig.
Die Rebfläche, die in diesen Jahren bis zu 10.000 Hektar betragen haben soll, schrumpfte auf weniger als 1.000 Hektar. So wurde das Priorat zum Armenhaus Kataloniens, da es kaum landwirtschaftliche Fläche gibt, die für etwas anderes als Oliven, Mandeln oder Wein geeignet ist.
Noch anfangs der 1980er Jahre war das Priorat eine landschaftlich zwar beeindruckende, aber weinbaulich fast vergessene Region, in der gerade zwei Weingüter und eine Genossenschaftskellerei Weine erzeugten, eher plumpe, alkoholschwere Weine, die fast ausschließlich als Fasswein verkauft wurden.
Die Bevölkerungszahl ging entsprechend bis heute auf ein Drittel zurück und die Landflucht der jüngeren Leute hält weiter an.
Erst Ende der 1980er Jahre begann im Priorat die Renaissance des Weinbaus, als eine kleine Gruppe von Winzerpionieren damit begann, in den steinig-kargen, steilen, vielfach terrassierten Weinbergen komplexe, kräftig-tiefgründige Rotweine mit einem guten Alterungspotenzial zu erzeugen. (z.B. Alvaro Palacio mit dem L’Ermita und Finca Dofi , Clos i Terrasses mit dem Clos Erasmus).
Heute gehören die Rotweine aus dem Priorat, die vor allem aus den beiden traditionellen Traubensorten Garnatxa (Grenache) und Samsó oder Cariñena (Carignan) erzeugt werden, zu Spaniens Vorzeigeweinen und so wurde das Priorat neben der Rioja im Jahr 2001 zur höchsten Qualitätsstufe DOCa erhoben.
Das Anbaugebiet umfasst 1.897 Hektar auf 176 Quadratkilometern in Höhenlagen zwischen 150 und 1000 m u. NN.
Die Erntemenge betrug in den Jahren 2012-2013 nur 9.528 hl, was einen Durchschnittsertrag von lediglich 5 hl/ha ergibt. Allerdings ist der geringe Ertrag den großen Böschungsflächen geschuldet, die sich aus den steilen Hanglagen ergeben.
Die Flächen sind zu ca. 93% mit roten Sorten bepflanzt: Grenache in verschiedenen Varianten, Carignan, etwas Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah uns andere.
Der kleine Rest sind weiße Sorten.
Inzwischen gibt es 99 Weingüter und Kellereien, aber 606 Winzer, von denen die meisten allerdings ihre Trauben an diese Weingüter und Kellereien abliefern.

Zu den Weingütern:
Mas Sinen, Burgos – Porta in Poboleda:
Burgos-Porta ist ein Familienbetrieb mit einer langen Weintradition, die bis ins 19. Jh. zurückreicht und es ist heute ein Gemeinschaftsprojekt von Salvador Burgos und seine Frau Conxita Porta. Bis 2003 waren sie Mitglied der örtlichen Genossenschaft, dessen Vorsitzender Salvador Burgos auch war. Da sie ihre Vorstellungen von biologisch-dynamischem Anbau dort nicht durchsetzen konnten, machten sie sich selbstständig. Auf ca. 16 ha Fläche stehen teilweise 50 Jahre alte Reben auf 300 – 500 m Höhe. Die Produktion beträgt nur 25.000 Flaschen /Jahr, davon sind 97% Rotweine.
Nur vier verschiedene Weine (Mas Sinen Blanc, Mas Sinen Petit, Mas Sinen Negre und Mas Sinen Coster) werden produziert und eine Ausweitung der Produktion ist nicht geplant.

Scala Dei in Escaladei in Escaladei :
Die Bodegas Cellers de Scala Dei sind nach der ehemaligen Kartause «Cartoixa de Santa Maria d’Escaladei» aus dem 12. Jahrhundert benannt.
Nach der Säkularisierung des Kirchenbesitzes durch Mendizabal In den 1830er Jahren haben die Vorfahren der heutigen Besitzer die Ländereien des Klosters von Escaladei erworben und die landwirtschaftliche Gesellschaft Societat Agricola l’Unió gründeten. 1878 wurde der erste Priorat-Wein in Flaschen abgefüllt, der auf der Pariser Weltausstellung vorgestellt und auch gleich prämiert wurde. Nach dem Niedergang durch die Reblaus wurde das Weingut 1974 neu gegründet, und wieder waren es das erste Weingut, das Flaschenweine in der Region abgefüllt hat. Mitte der 2000er Jahre wurde Codorníu Gesellschafter und übernahm die Kontrolle über das Weingut.
Heute werden auf ca. 70 ha Fläche neben etwas Fassweinen etwa 200.000 Flaschen produziert. Die Weinberge (42 verschiedene Parzellen) befinden sich zwischen 400 und 800 m über NN. 95% sind Rotweinreben (davon sind 80% Grenache, der Rest sind Carignan und etwas Cabernet Sauvignon und Syrah. 5% sind Weißweinreben (Grenache blanc, Chenin Blanc) Bereits in den 2000er Jahren wurden neue Produktionstechniken wie die Gärung mit den Rappen oder die Reifung in großen 500- 600 l Fässern im Vergleich zu kleineren Barriques eingesetzt.

Buil & Giné in Viella Baixa
1998 gründete Xavi Buil aus Gratollops das etwas gleichnamige Weingut (der Geburtsname seiner Mutter ist Giné).
Inzwischen besitzt das Weingut etwas 78 ha mit weiteren Flächen in Monsant, Rueda und Toro) und produziert etwa 300.000 Flaschen. Davon sind 90% Rotweine (45% Grenache, 35% Carignan, 25% Merlot sowie Syrah und Cabernet Sauvignon) und 10% Weißweine (60% Grenache blanc, 20% Macabeu, 20% Vognier, Moscatel und Pedro Ximenez).

Wir starteten unsere Verkostung mit einem der seltenen Weißweine aus dem Priorat, hier einem Grenache blanc:

1. 2016 Mas Sinen, Blanco, Celler Burgos Porta,

Ein dichter, in der Frucht sehr verhaltener Wein, dafür aber sehr mineralisch, ja sogar leicht salzig, noch herb adstingierend und knochentrocken. Vergärung und 5 Monate Lagerung im Barrique.
Dann kam als Übergang zu den Rotweinen ein Rosé:

2. 2016 Buil & Giné, Giné Rosat, Bodegas Buil & Giné

Ein klarer, zart kirschfruchtiger, recht würziger Rosé, aber recht herb adstringierende Töne. Kein Vergleich zu den üblichen Sommer-Rosés, auch in der Farbe dunkler. Bis auf den höheren Alkohol eher ein leichter Rotwein.
Im nächsten Flight konnten wir zwei Weine vom Weingut Cellers Scala Dei aus Escaladei verkosten:

3. 2017 Scala Dei, „Garnatxa“, Cellers Scala Dei,

Ein leicht mineralischer Wein mit Waldfrüchten, viel Pflaume und etwas Sauerkirsche. Frische Säure, insgesamt eine einfachere Struktur, aber ein ordentlicher Basiswein.

4. 2015 Scala Dei, “Cartoixa”, Cellers Scala Dei,

Dichter Wein aus der Topselektion mit mehr Struktur und auch harmonischer als der Basiswein Garnatxa, durch den Cabernet Sauvignon Anteil wirkt er etwas straffer. Im Mund Kirschen und Brombeeren, aromatische Kräuter (Rosmarin, Thymian), zartes Holz, in der Nase etwas Veilchen. Noch festes, adstringierendes Tannin.

Nach dem Top-Wein von Scala Dei ging es zurück zur Normalqualität von der Bodegas Buil & Giné mit einem Cuvee aus Grenache und Merlot. Der Ausbau erfolgte nur im Stahl.

5. 2016 Buil & Giné, „GinéGiné“, Bodegas Buil & Giné

Viel Frucht: Plaume, Kirsche, dann etwas Kräuter und eine Spur Lakritze, noch sehr jung und trotz des Merlot-Anteils recht adstringierendes Tannin. Ausbau ohne Holz

Zwei Jahrgänge vom Basis-Wein „Petit“ vom Weingut Celler Burgos Porta folgten. Ein Cuvee aus Grenache, Carignan. Cabernet Sauvignon, Syrah und Merlot Der Ausbau erfolgte für 6 Monate in 500- 600-l Fässern aus französische und amerikanischer Eiche:

6. 2015 Mas Sinen, “Petit”, Celler Burgos Porta

Klare, noch etwas verhaltene Frucht, Kirsche, reife Waldfrüchte wie Blaubeere und Brombeeren, aromatische Kräuter wie Thymian und Rosmarin, etwas Leder, leichte Röstnoten mit leichtem Vanille-Aroma.

7. 2009 Mas Sinen, “Petit”, Celler Burgos Porta

Auch hier klare Frucht, Kirsche, reife Waldfrüchte wie Balubeere und Brombeeren, etwas Kräuter Thymian und Rosmarin), Leder, straffe Struktur, aber schon viel weicher, harmonischer und noch keine Altesnoten. Könnte noch länger liegen.

Im nächsten Flight wurden drei Jahrgänge aus der Mittelklasse-Linie „Negre“ vom Weingut Celler Burgos Porta gegeneinander gestellt. Alle Weine sind ein Cuvee aus Grenache, Carignan, Cabernet Sauvignon und Syrah und reiften 12 Monate in franz. Eichenfässern.

8. 2012 Mas Sinen, „Negre“, Celler Burgos Porta

Mehr Dichte als der Basiswein „Petit“, klare, noch etwas verhaltene Frucht, Schwarzkirsche, reife Waldfrüchte , Brombeere, aromatische Kräuter wie Thymian und Rosmarin, etwas Leder, Schokolade. Noch zu junges, recht kantiges, adstringierendes, etwas ruppiges Tannin.

9. 2009 Mas Sinen, „Negre“, Celler Burgos Porta

Dichte Frucht, dunkle Kirsche und Pflaume, reife Waldfrüchte , Brombeere, mehr würzige, mediterrane Kräuter, Spur Schokolade. Ist etwas weicher und hat schon mehr Reife als der 2012er.

10. 2008 Mas Sinen, „Negre“, Celler Burgos Porta

Dichter, voller Wein mit fester Struktur, dunkle Früche, Kirsche, Pflaume. Zarter Reife, leichte Süße und Spur Hanf. Gut integrierte Säure und Tannine, etwas dunkle Schokolade,
wirkt noch etwas reifer und weicher als der 2009’er.

Und im letzen Flight konnte wir zwei Jahrgänge der Top-Weinlinie „Coster“ vom Weingut Celler Burgos Porta probieren. Beide Weine sind ein Cuvee aus Grenache und Carignan von den ältesten Reben. Ausbau für 12 Monaten Reife in französischen Eichenfässern.

11. 2012 Mas Sinen, „Coster“, Celler Burgos Porta

Ein kräftiges Bouquet nach Kirsche, Pflaume, Brombeere, Zimt, Vanille, im Mund noch sehr frisch, dicht, aber nicht fett, wieder Kirschen, Brombeere, Pflaume mit guter Säure. Tannin und Alkohol sind recht gut eingebunden, aber noch sehr fest und jung, dezentes Holz, etwas Lebkuchengewürze. Der Wein braucht noch viel Zeit, um seine Qualität zu entfalten.

12. 2010 Mas Sinen, „Coster“, Celler Burgos Porta

Wie der Vorgänger sehr präsentes Bouquet nach Kirschen, Pflaume, Brombeere, Gewürzen, am Gaumen noch immer sehr frisch, viele dunkle Früchte, Kirsche, Brombeere, Pflaume. Gute Tannin-Struktur, aber weiterhin recht kantiges, festes, adstringierendes Tannin. Wirkt fast etwas verschlossener als der 2015’er und ist von seinem Höhepunkt noch weit entfernt.

Im Vergleich zu anderen Priorat-Weinen waren die von Mas Sinen deutlich verhaltener in der Frucht mit recht festem, herbem Tannin. Auch die reiferen Jahrgänge hatten noch deutlich harte Tannine und waren noch weit von ihrem Höhepunkt entfernt.
Ein Wermutstropfen dagegen sind die Preise der Weine, die für die gebotene Qualität überproportional hoch sind.
Trootzdem konnten wir sehr interessante Weine verkosten und uns einen ersten Überblick über das nördliche Priorat verschaffen. Da wir von Mas Sinen jeweils mehrere Jahrgänge in der Probe hatten, konnten wir auch einen kleinen Einblick in das Alterungsverhalten der Weine gewinnen.
Alles in Allem eine teure, aber auch sehr interessante Probe. Uwe als Referenten und den beiden Mitsponsoren vielen Dank dafür !

2018_12_Priorat 1 der Norden Probenergebnis

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Weinprobe Ungarn, Villany-Siklos mit Rotweinen am 15.11.2018

Erstellt von Dieter am 9. Dezember 2018

Die Probe wurde vorbereitet und durchgeführt von unserem Weinbruder Svetislav Madzarevic.
Das ungarische Weinanbaugebiet Villany liegt im Südwesten Ungarns nahe der kroatischen Grenze und hat eine Anbaufläche von ca. 2500 ha. Davon sind ca.10 % Weißweintrauben, der Rest Rotweintrauben, die sich folgendermaßen auf die wichtigsten Rebsorten verteilen: 500 ha Cabernet Sauvignon, 380 ha Kekfrankos (Blaufränkisch), 330 ha Cabernet Franc, 300 ha Merlot. Die Weinberge liegen zwischen 150 und 300m Höhe, die Böden sind Löß/Lehm auf Kalkstein und das Klima ist pannonisch-kontinental. Die heutige Probe besteht ausschließlich aus Rotweinen.
Zu den Weinen:
Wein 1:     2015 Cabernet Sauvignon, Weingut Bock Pince, 14% Alk.,
                   Ausbau im großen Holzfass
Dichtes, dunkles Rubin, etwas Räucherspeck und abgehangenes Fleisch in der Nase, etwas Ätherik, erdig, Zimt, Vanille, eher verhaltene Frucht, im Mund noch etwas ruppiges Tannin, kernige Säure, im Moment durchaus anstrengend, aber gute Ausgewogenheit, mittlere Länge, braucht  noch etwas Zeit.
Wein 2:     2015 Cabernet Franc, Weingut Bock Pince, 13% Alk.,
                   Ausbau im großen Holzfass
Etwas helleres, blaustichiges Rubin, Nase kräuterwürzig, floral, Cassis, duftiger als der Cabernet Sauvignon, schlanker im Mund, etwas pfeffrig, das Tannin feiner und die Säure harmonischer als beim Cabernet Sauvignon, nicht so viel Fülle und Kraft, aber Delikatesse und Eleganz, leicht austrocknend im Abgang, kann reifen.
Wein 3:     2015 „Phoenix Cuvee,  Weingut Weninger Gere Kft, 14% Alk.,
Reifer, mittleres Rubin, erdige, ätherische Nase, rote Frucht, im Mund schlank, kühl, etwas staubig-erdige Noten, trockenes Tannin, wenig Charme und Länge.
Wein 4:     2015 „11“ Cuvee, Weingut Sauska Villany, 14,5 Alk.,
Dunkles, dichtes Blaurot, etwas gekochte Brombeerfrucht, Vanille, Ätherik und erdige, pfeffrige Noten, im Mund saftige Frucht, weiches Tannin, schöne Säure, bleibt trotz des hohen Alkohols trinkig, geradliniger, korrekter, internationaler Wein.
Wein 5:     2012 Cabernet Sauvignon, Weingut Mayer Pinceszete, 14,5% Alk.,
                   Ausbau im großen Holzfass
Reifendes, tiefdunkles Rubin, Nase nach Feigen, Datteln, Laub, Unterholz, Ätherik, etwas Eichenholz, im Mund sämige Frucht, präsentes Tannin, milde Säure, durchaus noch kernig und etwas sperrig, adstringierend.
Wein 6:     2012 Cabernet Franc, Weingut Gere Tamas & Zsolt Pinceszete,
                   13,5% Alk.,
Etwas reifere Farbe als Wein Nr. 5, schon leicht oxidierte, karamellige Nase, Kräuterwürze, leicht balsamische und gekochte Frucht, Unterholz, im Mund etwas straffer als Nr. 5, leicht austrocknend im mittellangen Abgang.
Wein 7:     2012 „Medve“ Cuvee, Weingut Maczko Robert Pinceszete, 13,5% Alk.,
Reifendes, dunkles Rubin, etwas Orangenschale, dunkel säuerliche Früchte, etwas Unterholz, im Mund geschliffeneres Tannin als die Vorgänger, schöne Säure, alles sehr gut ausbalanciert, gute Konzentration, mittlere Länge.
Die Weine ab Nr. 8 wurden am Nachmittag vorab dekantiert und in die Originalflaschen zurückgefüllt.
Bei Kopar handelt es sich um eine Lagenbezeichnung
Wein 8:     2014 „Kopar“, Weingut Szemes Pinceszete, 13,5% Alk.,
Reifende, dunkles Rubin, überreife Frucht, Datteln, Feigen etwas Kaffee, Orangenschalen, Gewürznelken, weihnachtlicher Duft, etwas Ätherik, im Mund Bestätigung der Nase, durchaus samtig, schöne Säure, gute Struktur, mittlere Länge, nicht so rustikal wie einige der Vorgänger, oxidiert aber schnell im Glas.
Wein 9:     2013 „Kopar“, Weingut Maczko Robert Pinceszete, 14,5% Alk.,
Reifendes, dunkles Blaurot, Nase nicht so weihnachtlich und überreif wie Nr. 8, eher säuerlich-schwarze Früchte, etwas Kräuterwürze, im Mund erdig, kraftvoll, viel Stoff, reifes Tannin, milde Säure, mehr Länge als Nr. 8.
Wein 10:   2012 Cabernet Sauvignon Barrique, Weingut Gere Atilla Pinceszete,      14,5% Alk.,
Reifendes, dunkles Rubin, ätherische Nase, dunkle Frucht, Vanille, etwas Unterholz, im Mund viel Kraft, präsentes, gut eingebundenes Tannin, viel Fülle, schöne Säure, gute Länge.
Wein 11:   2015  Cuvee„7“ Weingut Sauska Villany, 14,5% Alk.,
Dichtes, dunkles Blaurot, schwarze, säuerliche Frucht, Vanille, Kaffee, Ätherik, im Mund saftige Frucht, poliertes Tannin, schöne Säure, viel Alkohol, sehr gut gemacht, ausgewogen, aber etwas brandig im Abgang. Trotzdem feiner und komplexer als der Vorgänger.
Wein 12:   2015 Cabernet Franc „Selection“, Weingut Weninger Gere Kft,
                   15% Alk.,
Reifes, leicht bräunliches Rubin, pflaumige, leicht überreife Frucht, Kaffee, Karamell, etwa malzige Noten, Paprikapulver, leichte Kräuterwürze, im Mund viel Fülle, Wucht, süßliche Eichenholzwürze, weiches Tannin, gute Säure, schöne Würze und Länge.

Bruderschaftsmeister Dieter Ockelmann bedankte sich im Namen der Wein­bruder­schaft für die sehr gut zusammengestellte Probe und den kenntnisreichen Vortrag von Weinbruder Madzarevic, der die Reihe seiner drei Ungarn-Proben 2018 damit abschließt.

Verfasser: Bernd

2018_11_Ungarn Villany Rotweine Probenergebnis

 

 

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Weinprobe Ungarn, Tokaj mit trockenen und süßen Furmintweinen am 18.10.2018

Erstellt von Dieter am 9. Dezember 2018

Das Weinanbaugebiet Tokaj liegt zum großen Teil (etwa 90 %) in Nord-Ungarn, die übrigen 10% der Süd-Slowakei. Namensgebend ist die alte ungarische Stadt Tokaj. Das 87 Kilometer lange und drei bis vier Kilometer breite Tokajer Weingebiet erstreckt sich zwischen den Flüssen Theiß und Bodrog am Fuße des Tokajer Gebirges. Im Jahre 2002 wurde der ungarische Teil des Weinbaugebiets von Tokaj als Kulturlandschaft in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Angebaut werden ausschließlich weiße, spät reifende Rebsorten:
Furmint ist vermutlich eine autochthone Sorte Ungarns. Erstmals in Ungarn erwähnt wird sie 1623. Zu ihrer Herkunft gibt es bisher keine Belege, aber viele Vermutungen und Geschichten. Zu den bekanntesten zählt, dass die Rebe von italienischen Einwanderern unter König Béla IV. im 13. Jahrhundert nach Ungarn gebracht wurde. Eine andere, etwas plausiblere Erklärung besagt, dass sie im 17. Jahrhundert von der venetischen Prinzessin Formentini mitgebracht wurde. Heute stellt der Furmint 70 % der bestockten Rebfläche im Weinbaugebiet Tokaj. Obwohl die jährlich erzielbaren Mostgewichte ausreichend hoch sind, um Weine mit einem Alkoholgehalt von 14 Volumenprozent oder mehr zu erzielen, bewahrt die Rebsorte eine eher kräftige Säure. Die Weine zeigen eine komplexe Aromatik mit Fruchtnoten (Apfel, Birne, Limette Quitte, Pfirsich, Aprikose) aber auch mineralische und kräutige Noten sowie Anklänge von Feuerstein
Die Rebsorte Hárslevelü (Lindenblättriger) bringt ihre Duftigkeit in den Verschnitt ein. Im Tokajer Weinbaugebiet verfügt die Sorte über einen Anteil von fast 25 %. Sie zeigt eine mehr blumige (Holunder, Pollen) Aromatik mit würzigen und rauchigen Noten
Gelber Muskateller: Die früher reifende Sorte wird in Tokaj nur selten sortenrein zum Tokaji Muscat ausgebaut.
Zéta ist eine Neuzüchtung aus Ungarn aus dem Jahr 1951 aus den Sorten Furmint und Bouvier. Bis in das Jahr 1999 wurde die Sorte Oremus genannt. Sie reift früher als der Furmint, wird aber leicht von der Edelfäule befallen. Die bestockte Rebfläche der 1990 zugelassenen Sorte bei nur einem Prozent.
Der trockene Tokaj eine relativ neue Entwicklung in der Region. Seit den 2000ern setzen mutige Winzer auch auf trockene Weine: Ein gereifter Furmint kann international etablierten Sorten wie Riesling oder Chardonnay aus den besten Weißweinen Regionen wie Rheingau, Mosel oder Burgund durchaus die Stirn bieten. Jahre Die Weine zeigen eine große Mineralität, Komplexität, Struktur und sind für ihre Haltbarkeit bekannt.
Neben den trockenen ausgebauten Weißweinen ist Tokaj natürlich für seine außergewöhnlichen Süßweine bekannt. Hier kann man verschiedene Varianten unterscheiden:
Szamorodni: Das Wort Szamorodni (auf deutsch “ebenso wie er gewachsen ist‘), kommt aus dem Polnischen und bezeichnet eine Tokajer Weinspezialität. Im Unterschied zum Aszú werden die Trockenbeeren nicht selektioniert, d. h., es werden die ganzen Trauben verarbeitet. Diese bestehen aus Beeren ohne und mit Botrytis-Pilz, also aus geschrumpften (konzentrierten) und nicht konzentrierten Beeren. Wie bei der Herstellung von Aszú werden die Fässer nur zu etwa vier Fünfteln mit Wein gefüllt, so dass sich ein Hefe-Film bildet, unter dem der Wein reift. Nach zweijähriger Fassreife und anschließender einjähriger Flaschenreifen darf der Wein vermarktet werden.
Late Harvest (késői szüretelésű): Bezeichnung für rebsortenreine Süßweine mit intensiver, konzentrierter Frucht, die nur in besonderen Jahren erzeugt werden. Sie werden entweder gezielt aus Botrytis-Trauben oder bewusst ohne Botrytis-Trauben hergestellt. Der Ausbau erfolgt reduktiv. Solche Spezialitäten sind sowohl in der Süßegradation als auch in ihrer geschmacklichen Komplexität und Dichte (je nach Jahrgang und Mostkonzentration) mit einer Auslese bis Beerenauslese vergleichbar. Der Restzuckergehalt liegt zwischen 50 und 180 g/l.

Tokaji Cuvée: Hersteller wie István Szepsy oder Pstricius produzieren in manchen Jahren hochwertige Premiumweine, die reduktiv, also nicht nach den weingesetzlichen Àszu-Vorschriften hergestellt werden und daher als Tokaji Cuvée vermarktet werden.

Tokaji Aszú (deutsch „Tokajer Ausbruch“): Für die Herstellung des Aszú werden zwei Komponenten verwendet: Grundwein und edelfaule, rosinenartig geschrumpfte Trauben. Der Grundwein wird aus Trauben hergestellt, die nicht von Edelfäule befallen wurden. Er muss einen hohen natürlichen Alkoholgehalt haben, der den Wein auch ohne Schwefelzugabe stabilisiert. Edelfaule, geschrumpfte Trauben bestehen aus Beeren, bei denen der Schimmelpilz Botrytis cinerea die Beerenhaut perforiert hat. Der Prozess der Edelfäule wird durch einen feuchten Sommerausklang gefördert, an den sich, je nach Witterungsverlauf, vier bis fünf sonnige Herbstwochen anschließen können. Während der Lese, die üblicherweise Anfang November stattfindet, werden die edelfaulen Trauben gesammelt und in Behältern aufbewahrt. Anschließend werden sie zu einer süßen teigartigen Masse geknetet, die mit dem Grundwein vermengt und dann 24–36 Stunden gemaischt wird. Dies ist ausschlaggebend für die besondere Qualität und Spezialität eines Tokaji Aszú.
Wie bei der Herstellung von Tokaji Szamorodni, Fino Sherry und Vin Jaune werden die Fässer nur etwa zu vier Fünfteln mit Wein gefüllt, so dass sich ein Hefefilm (Flor) bildet, der den Wein vor Luftsauerstoff weitgehend schützt und die Reifung und Veresterung des Weins beeinflusst.
Puttony (ungarische für Bütten, die ein Fassungsvermögen von 25 kg haben) sind das traditionelle Maß für die Menge an edelfaulen Trauben, die einem Grundwein beigegeben wird. Die Anzahl der „Puttony“ gibt das Verhältnis zwischen edelfaulen Trauben und Grundwein an. Bei 6 Puttonyos beträgt das Verhältnis etwa 1:1. Die Menge an Grundwein, dem ein Puttony zugegeben wird, beträgt 136,5 Liter. An die zweite Vergärung schließt sich normalerweise eine Holzfasslagerung an. Deren Dauer in Jahren entspricht meist der Anzahl der puttonyok, die dem Grundwein zugegeben wurden. Aufgrund veränderter Kellertechnologie werden diese Zeiten heutzutage jedoch oft nicht mehr eingehalten und der Wein deutlich früher verkauft.

* drei Butten = 75 kg Aszú-Trauben auf 136,5 Liter, 60 bis 90 g/Liter Restzucker
* vier Butten = 100 kg Aszú-Trauben auf 136,5 Liter, 90 bis 120 g/Liter Restzucker
* fünf Butten = 125 kg Aszú-Trauben auf 136,5 Liter, 120 bis 150 g/Liter Restzucker
* sechs Butten = 150 kg Aszú-Trauben auf 136,5 Liter, 150 bis 180 g/Liter Restzucker
* sieben Butten = Aszúeszencia, mind. 180–250 g/Liter Restzucker.

Tokaji Aszúeszencia (Tokajer Ausbruch-Essenz): Dies ist die höchste Kategorie von Aszú-Weinen. Das Verhältnis von Trockenbeeren zum Grundwein entspricht etwa einem siebenbuttigen Aszú. Der Restzucker liegt in der Regel bei etwa 200 g/l, also deutlich über dem Restzuckergehalt eines sechsbuttigen Aszú, doch unter den für eine Eszencia vorgeschriebenen 250 g/l. Somit markiert der Aszúeszencia den Übergang vom Aszú zur Eszencia. Neben der großen Süße besitzt der Aszúeszencia eine hohe Säure, die Alkoholwerte liegen zwischen 12 und 13 Prozent. Das ungarische Weingesetz verlangt eine zehnjährige Fassreife mit anschließender fünfjähriger Flaschenreifung, bevor ein Wein als Tokaji Aszúeszencia vermarktet werden darf. Resultat sind sehr ausgeglichene, komplexe Weine, die frühestens 15 Jahre nach ihrer Ernte in den Handel gelangen. Sie werden nur in besonderen Jahren hergestellt und besitzen eine nahezu unbegrenzte Haltbarkeit.

Tokaji Eszencia (Tokajer Essenz): Aus Aszú-Beeren wird nach der Lese der außergewöhnlichste Tokajer gewonnen, die Eszencia. Im Unterschied zum Tokaji Aszú und dem Aszú Eszencia entsteht die Eszencia ausschließlich aus dem Vorlauf von ungepressten Trockenbeeren. Dafür werden Aszú-Trauben in einem Behälter sorgfältig übereinandergeschichtet, wodurch sich allein durch das Eigengewicht der Trauben etwas Saft am Gefäßboden bildet. Dieser Saft hat eine sirupartige Konsistenz, teilweise an Honig erinnernd, mit einer sehr hohen Konzentration, Dichte, Geschmacksfülle und intensiver Säurestruktur, welche die große Süße balanciert. Der Zuckergehalt muss mindestens 250 g/l betragen, liegt aber bei Spitzenerzeugern oft über 600 g/l (bei über 20 Promille Säure). Aufgrund des hohen, konservierenden Süße- und Säuregehaltes ist es sehr schwierig, die Gärung in Gang zu bringen. Sie dauert oft mehrere Jahre und erreicht nur niedrige Alkoholgrade (ca. 6 Prozent). Von einem Hektar Rebland beträgt die durchschnittliche Erntemenge bei Spitzenerzeugern etwa 1 Liter Essenz. Sie wird oft in 0,1 l Flaschen abgefüllt.
Die von Ceca Madzarevic zusammengestellte Weinprobe fokussierte sich in den ersten beiden Dritteln auf die trockenen Weine des Tokaj mit dem Schwerpunkt auf sortenreinen Furmint (mit einen kleinen Ausflug zur Hárslevelü), um im letzten Drittel sich den klassischen, süßen Tokajern in drei Ausprägungen – Szamorodni, Cuvee, Aszú – zu widmen.

Begonnen wurde mit den trockenen Weinen

1.    2016 Chateau Dereszla, Furmint (11,5% alc.)
Schon dieser als Basiswein des Weinguts (30 ha) mit relativ geringem Alkoholgehalt im Stahltank ausgebaute Furmint, zeigt alle typischen Kennzeichen des trockenen Stils: Im Glas leicht gelber Wein mit in der Nase leichten Noten von Feuerstein, grünem Apfel und Zitrusfrüchten. Im Mund crisp, sehr mineralisch mit adstringierender Säure. Ein schöner Einstieg in die Probe

2.    2016 Oremus, Mandolás, Furmint (13,5% alc.)
Das Weingut im Besitz von Vega-Sicilia mit 82 ha Weinberge im Herzen des Tokaj baut den Mandolás – der Name kommt vom gleichnamigen Vulkangestein der Lage – im kleinen, neuen Eichenfass aus. Auch hier zeigt sich im Glas ein zartes gelb und in Mund und Nase deutlich süßliche Holztöne. Darüber hinaus zeigt der Wein Anklänge von Aprikosen und Lakritz. Vielleicht noch ein bisschen zu jung, um sein ganzes Potenzial schon zu zeigen

3.    2015 Bodrog, Várhegyi, Furmint (13,5% alc.)
Kleines Weingut. Die Reben für den Wein sind vergleichsweise jung (6 Jahre) und stehen auf Rhyolithgestein das überwiegend aus Quarz und Feldspat besteht (Daher auch die im deutschen noch gebräuchliche Bezeichnung von Quarzporphyr).Im Glas leichtes gelb und in der Nase wieder deutliche Noten des Feuersteins und leichte Apfelnoten. Ein sehr mineralischer Wein mit deutlich adstringierender Säure

4.    2015 Bodrog, Lapis, Furmint (13,0% alc.)
Bei Lapis stammt der Wein von über 40 Jahre alten Reben. Ein sehr mineralischer Wein, der aber im Mund etwas ölig, pappig wirkt. Deutliche süße Noten allerdings ohne starke Fruchtaromatik.

5.    2015 Royal Tokaji, Dülöválogatás, Furmint (13,0% alc.)
1990 gegründetes Weingut mit Weinpapst Hugh Johnson als Anteilseigner. Insgesamt 107 ha im Tokaj. Der Wein stammt aus zwei Lagen, der Szt. Tamás und der Nyulászó, beides vulkanische Lehmböden. In der Nase zeigt auch dieser Wein wieder deutliche Noten von Feuerstein, deren Intensität mit etwas Luft allerdings nachlassen. Im Mund mineralisch und fruchtig (Apfel, Aprikose) mit einer schönen Säurestruktur, die den Wein sehr harmonisch erscheinen lassen.

6.    2015 Gróf Degenfeld, Zomborka, Furmint (13,5% alc.)
In der Nase Feuerstein, im Mund sehr frisch mit deutlichen Aprikosen und Apfelnoten mit einem Hauch von Passionsfrucht. Schöne Säurestruktur.

7.    2015 Barta, Öreg Király, Furmint (13,5% alc.)
Der Wein wird 9 Monate in leicht bis mittel getoasteten ungarischen Eichenfässern gelagert (Mix aus Erst- Zweit-, Dritt- und Viertbelegung) gelagert und stammt aus einer der bekanntesten und steilsten Lagen des Tokaj. Bei diesem Wein überwiegen die Zitrusnoten (Grapefruit) gegenüber dem Apfel sowohl in der Nase wie im Mund. Dazu starke mineralische, fast schon steinige Noten, die mit etwas „Standzeit“ weicher werden.

8.    2016 Royal Tokaji, Betsek Hársevelü (13,5% alc.)
Laut Ceca ein typischer Vertreter seine Sorte, der 6 Monate im 300l Eichenfass (5te Belegung) gelagert wird. Mandel und Hönig mit Anklängen von Apfel und Johannisbeeren, ja sogar Curcuma.

Danach folgten 4 Süßweine unterschiedlicher Machart:

9.    2011 Megyer, Szamorodni édes (12,5% alc.)
In der Nase wieder deutlich Anklänge an Feuerstein mit süßlichen Noten. Im Mund Honig und Kräuter aber auch eine Schärfe und Bittertöne, wie ein gespritteter Wein. Erinnert an Oloroso Sherry.

10.    2013, Patricius, Tokaji Cuvee Katinka (12,0% alc.)
In der Nase ähnlich dem Megyer, wobei die Honigtöne noch stärker ausgeprägt sind. Die Schärfe und Bittertöne legen sich mit der Zeit, der Wein wirkt dann weicher und zeigt leichte Reifetöne.

11.    2013 Royal Tokaji, Aszú 5 puttonyos (11,0% alc.)
Ein sehr schön gemachter, klassischer Tokaji mit einem wunderbaren Süße-Säure- Spiel und schönen Noten von Rosinen.

12.    2009 Chateau Dereszla, Aszú 5 puttonyos (11,5% alc.)
In der Nase sehr zurückhaltend, im Mund sehr viele reife Noten, die aber etwas von den Alterstönen überdeckt werden. Im Abgang etwas flach.

Verfasser: Roger

2018_10_Tokaj Furmint Probenergebnis

 

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