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Archiv für die 'Probenberichte' Kategorie

Weinprobe Rotweine aus Kroatien am 03.12.2020

Erstellt von Dieter am 5. Dezember 2020

Unser Weinbruder Ceca Madzarevic hat eine Weinprobe mit Rotweinen aus Istrien vorbereitet. Leider durfte die Probe wegen des zweiten Corona-Lockdowns nicht mehr durchgeführt werden und muss aus 2021 verschoben werden.    

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Weinprobe Rotweine aus dem spanischen Weinbaugebiet Toro am 19.11.2020

Erstellt von Dieter am 5. Dezember 2020

Unser Weinbruder Uwe Lommertin hat eine Weinprobe mit Rotweinen aus dem spanischen Weinbaugebiet Toro vorbereitet. Leider durfte die Probe wegen des zweiten Corona-Lockdowns nicht mehr durchgeführt werden und muss aus 2021 verschoben werden.    

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Weinprobe Weißweine aus Kroatien am 18.10.2020

Erstellt von Dieter am 5. Dezember 2020

Unser Weinbruder Ceca Madzarevic hat eine Weinprobe mit Weißweinen aus Istrien vorbereitet. Leider durfte die Probe wegen der Corona-Pandemie nicht mehr durchgeführt werden und muss aus 2021 verschoben werden.    

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Weinreise an den Roten Hang, Nierstein vom 22. -25.10.2020

Erstellt von Dieter am 5. Dezember 2020

Unsere Weinreise hatten wir in das Weinbaugebiet Rheinhessen geplant, passend zu unserem deutschen Weinthema 2020. Hier bot sich Nierstein mit dem bekannten Roten Hang an. Schon früher war der Rote Hang für hochwertige Weine bekannt.

Deshalb wollten wir vom 18.-21. Juni nach Nierstein fahren. Dann aber kam durch die Corona-Pandemie der erste Lockdown und wir mussten zuhause bleiben.
In der Hoffnung, dass im Herbst es wieder besser werden würde, hatten wir die Reise dann auf den 22. – 25. Oktober verlegt. Alles sah über den Sommer gut aus, aber dann stiegen die Infektionszahlen wieder und plötzlich wurde über Rheinlandpfalz ein Beherbergungsverbot verhängt. Kurz vor unserem Reisetermin wurde das Verbot aber wieder aufgehoben und wir durften doch noch fahren. Allerdings war die Teilnehmerzahl von 20 auf 11 geschrumpft.

Und dann  kam das nächste Problem:  für den Freitagmorgen war eine Probe im Weingut St.Antony angesetzt. Bei einer Nachfrage zwei Tage vorher, wusste plötzlich niemand von der Veranstaltung im Weingut. Die Verantwortliche, die die Probe zugesagt hatte, war nicht mehr im Weingut beschäftigt und man konnte angeblich auch keine Unterlagen dazu mehr finden. Man verwies dann auf die Entscheidung der Geschäftsführung, die Veranstaltung nicht durchzuführen.

Mit großen Mühen konnte dann aber unser Weinbruder Wilfried als Organisator eine Probe in der Staatlichen Weinbaudomäne Oppenheim buchen. Hier war man bereit, uns unter den entsprechenden Hygienebedingungen in dem großen, hohen Probensaal und mit entsprechenden räumlichen Abständen die Weine zu präsentien

Staatliche Weinbaudomäne Oppenheim

Die Staatliche Weinbaudomäne wurde 1895 von Ernst Ludwig, Großherzog von Hessen, gründet und besaß damals 83 ha Rebfläche. Heute ist sie im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz als Lehr- und Versuchsbetrieb mit 23,7 ha der besten Lagen entlang der Rhein­terrassen von Dienheim, Oppenheim über Nierstein, Nackenheim bis nach Bodenheim. Angebaut werden vor allem die klassischen Rebsorten wie z.B. Riesling, Silvaner, Spätburgunder.
Ein Schwerpunkt ist der Ausbau von Rieslingweinen, um die gesamte Bandbreite des rheinhessischen Terroirs wiederzugeben. Denn die Domäne besitzt viele Spitzenlagen mit Böden von Rotliegenden über Kalkmergel bis zu Löß. Neben dem Riesling wird besonders der Silvaner als die klassische rheinhessische Rebsorte, gepflegt.
Eine Besonderheit ist die 2,1 ha große Monopollage Niersteiner Glöck, die zu den hochwertigsten Lagen der Roten Hangs zählt und gleichzeitig auch die älteste Weinbergslage Deutschlands ist. Das belegt eine Schenkungsurkunde aus dem Jahr 742.  

Nun zu den Weinen:

1.1               2016  Domaine Oppenheim, Sekt “Cuvee Ernst Ludwig”, brut                                          
Ein dichter, vielschichtiger Sekt aus Grauburgunder, Chardonnay und Weissburgunder mit exotischer Frucht nach Stachelbeere, Apfel, Birne und Mirabelle mit zarter Reife und dezenten Brioche-Noten.

1.2               2019  Domaine Oppenheim, Silvaner                   
Ein sauberer, etwas verhaltener, zart mineralischer Basis-Silvaner mit dem Duft und der Frucht von Birne, Aprikose und Mirabelle.

1.3               2019  Domaine Oppenheim, Scheurebe                            
Eine zart fruchtige Scheurebe mit exotischer Frucht nach Stachelbeere, Apfel, Birne, Grapefruit, Holunder, Cassis-Blättern, zart grünen Noten und frischer Säure. Der Wein erscheint wie ein zarter Sauvignon blanc.

1.4               2019  Domäne Oppenheim, Riesling                   
Frucht   Würzige, gelbe, etwas exotische Frucht, Pfirsich, Mirabelle, Spur Birne, Apfel, zarte Zitrusaromen.

1.5               2019  Domaine Oppenheim, Silvaner “Vom Rotliegenden”                                                  
Ein typischer Ortswein mit dichter Frucht wie Birne, Mirabelle, etwas Holzapfel, dazu eine leicht salzige Mineralität mit den typischen Noten vom Roten Hang und fruchtiger Säure.   Geerntet wurde mit 88° Oechsle und dann im Edelstahl ausgebaut.

1.6               2019  Oppenheimer Herrenberg, Silvaner, Selection Rheinhessen
Der Oberklasse-Silvaner mit leichten Spontanvergärungsnoten, mit dichter, etwas fülliger Frucht und den reifen Aromen von Birne, Aprikose, Mirabelle, einer leichten Süße und frischer, weicher Säure.
Der Most wurde spontan vergoren und der Wein dann im Tonneau ausgebaut. Ein Silvaner der schon burgundische Strukturen zeigt.

1.7.              2019  Domaine Oppenheim, Riesling “Kalkmergel”
Im Bukett sind gelbe Früchte und Zitrusnoten zu finden, im Mund finden sich dann neben leicht salziger Mineralik wieder gelbe Früchte, Pfirsich, Mirabelle, Birne und Zitrusaromen. Dazu kommt eine belebende Säure. Ein saftiger und fruchtiger Riesling.

1.8               2019  Niersteiner Glöck, Riesling “Großes Gewächs”                   
Im Bukett intensive Birnenaromen und zarte, rauchige Feuersteinnoten. Am Gaumen noch etwas verhalten, aber reifer Pfirsich, viel Birne, Mirabelle, Zitrusnoten und eine feine, gut eingebundene Säure. Der Wein zeigt viel Körper und eine gute Länge.

1.9               2018  Niersteiner Glöck, Riesling “Großes Gewächs”  
Im Bukett intensive Birnenaromen, Mirabelle, Pfirsich und etwas Hanf. Am Gaumen dann viel gelbe Früchte, reifer Pfirsich, Birne, Mirabelle, etwas Reife und Klempnerhanf. Der Wein ist recht weich, zeigt viel Körper, Fülle und eine gute Länge, aber auch leichte Reifenoten und etwas Klempnerhanf.

1.10              2019  Domaine Oppenheim, Riesling “Jubiläumswein 125 Jahre Weinbauschule”                           
In der Nase exotische Frucht mit einem Hauch Holz, am Gaumen dann gelbe Früchte, Pfirsich, Mirabelle, etwas Birne. Ein dichter, weicher, fruchtiger Riesling mit guter Säure.
Nach der Spontan-Vergärung wurde der Wein im Tonneau und Barrique ausgebaut, wobei dieser Jubiläums-Riesling auch in dem Holzfass ausgebaut wurde, das die Domäne als Geschenk zur 1275-Jahr-Feier der ältesten Weinlage Deutschlands, dem Niersteiner Glöck, erhielt.

1.11              2018  Oppenheimer Herrenberg, Riesling, Auslese
Ein würziges, exotisches Bukett, dazu Steinobst, dann im Mund mehr Fülle, Pfirsich, reife Stachelbeere, Mirabelle, Birne und eine dezente, filigrane Süße mit feiner, frischer Säure. 

Die nachstehenden drei Weine konnten in der Vinothek noch zusätzlich zum Probenprogramm probiert werden:

1.12              2017  Niersteiner Spätburgunder                   
Ein würziger, recht weicher Spätburgunder, dunkle Früchte, Pflaume, Kirsche, eine leichte Süße und zarte Röst- und Schokoladen-Noten, insgesamt aber etwas breit und krautig

1.13              2018  Domaine Oppenheim, Pinot G                   
Ein weicher, dichter und eleganter Spätburgunder mit reifen roten Früchten, Kirsche, Pflaume, leicht rauchigen Noten und einer zarten Pfeffernote.
Die Trauben stammen aus der Großen Gewächs-Lage Niersteiner Glöck. (Spätburgunder ist in Rheinhessen nicht für Große Gewächse zugelassen)

1.14              2016  Domäne Oppenheim, Grauburgunder N               
Ein sehr klarer, recht würziger Grauburgunder mit dezentem Maischeton, feinem Fruchtaromen von Birne, Apfel, Holzapfel und frischer Säure und zart herben Tanninen.
Der Wein entstand, als der Hype um maischevergorene „Orangeweine“ begann, und plötzlich viele unsaubere, oft nicht verkehrsfähige Weine auf dem Markt kamen, Hier wollte die Domäne zeigen, dass man bei präzisem Arbeiten auch einen sauberen, klaren maischevergorenen Wein erzeugen kann.

Nach der Probe ging es per Großraumtaxi zurück nach Nierstein, damit wir im „Ristorante Winzerhaus“ unser Mittagessen einnehmen konnten.
Auch die für den Nachmittag vorgesehene Probe beim Weingut Kühling Gillot wurde wegen der inzwischen gestiegenen Infektionszahlen kurzfristig abgesagt.
Glücklicherweise gelang es wiederum einen würdigen Ersatz zu finden:
Das Weingut Kai Schätzel war bereit, uns unter entsprechenden Hygiene-Auflagen eine interessante Weinprobe anzubieten.    

Weingut Kai Schätzel
Es besteht schon seit etwa 650 Jahren in Nierstein. Nach der Betriebsübernahme von seinen Eltern 2008 wurden von Kai Schätzel im Vergleich zu den Nachbarweingütern extreme Änderungen eingeführt.
Denn durch die Klimaveränderung wird es wärmer, die Trauben reifen viel früher und produzieren mehr Zucker, der bei der Vergärung dann auch mehr Alkohol bildet. Dadurch verringert sich die Möglichkeit elegante, im Alkohol gemäßigte Weine zu erzeugen. Um die Reife und die Zuckerbildung heraus zu zögern, ist Kai Schätzels Alternative, die Laubwand zu reduzieren für eine geringere Fotosyntheseleistung der Reben und zwischen den Rebzeilen Kräuter als Nährstoffkonkurrenz  zu pflanzen, um so die Zuckerbildung zu verlangsamen und dadurch auch den Wasserbedarf zu vermindern. So kann er reife Trauben ernten, die aber im Durchschnitt nur 86 -88 °Oechsle und gleichzeitig eine kräftige Säure haben. Die daraus gewonnenen, trockenen Weine sind dadurch schlank und filigran, haben nur 11 – 12% Alkohol und eine frische Säure wie Moselweine.
Im Keller wird möglichst wenig eingegriffen. Nach einer Maischestandzeit wird spontan vergoren und im großen Holz ausgebaut. Nach länger Hefelagerung werden die Jungweine dann frühestens ab Mai gefüllt.

2.1               2019  Kai Schätzel, “Naturweiss”                   
Ein gelblicher, etwas trüber Wein aus Riesling, Müller Thurgau, Silvaner und Weissburgunder mit einem leichten Hefeschleier in der Nase. Im Mund ist er dann verhalten, aber sehr sauber und präzise, viel Apfel, etwas Aprikose, Grapefruit, Bitterorangen und eine leichte Hefewürze.
Ziel war ein Wein, der möglichst ohne zusätzliche Eingriffe erzeugt werden sollte, maischevergoren aber nicht wie ein Orangewein im bekannten Sinne, denn die Gärung wurde so geführt, dass der Wein immer unter einer CO2-Schutzschicht von der der eigenen Gärungskohlensäure blieb und so vor Oxidation geschützt wurde. Anschließend wurde nicht mehr filtriert und auch kein SO2 zur Stabilisierung zugegeben. Das ist ein maischevergorener Wein mit Frische und Biss, ohne oxidative Noten.

2.2               2018  Niersteiner Silvaner                   
Ein zurückhaltendes Bukett nach Birne, gelbem Apfel, Quitte mit einem Hauch Hefenoten. Im Mund setzt sich das fort, gelbe Früchte, Apfel, Birne, Melone, ein Hauch Grapefruit und eine feine Kräutrigkeit, dazu eine leichte Salzigkeit und dezente Gerbstoffe im Abgang.
Die Trauben stammen aus dem Hipping von 30 – 40 jährigen Reben. Nach 5 – 6 tägiger Maischstandzeit wurde die Maische mit allen Trubstoffen spontan vergoren und für 10 Monate auf der Vollhefe gereift. Wir haben hier einen großartigen Silvaner vom Niveau eines Großen Gewächses (Silvaner ist in Rheinhessen nicht für GG zugelassen), der trotz des geringen Alkohols von 11% Dichte und Struktur aufweist.

2.3               2019  Kai Schätzel, Riesling                   
In der Nase Pfirsich, Apfel, etwas Zitrus und Grapefruit-Noten, dazu leichte Hefewürze. Im Mund geht es dann weiter mit einer feinen, salzigen Mineralik, gelben, etwas exotischen Früchten, wieder Pfirsich, Apfel, Mirabelle, Grapefruit und Zitrus. „Nur“ ein Gutswein, aber mit Frische und feiner Frucht. Dazu kommt eine kräftige, gut integrierte Säure, wie bei einem Mosel-Riesling.

2.4               2018  Niersteiner Riesling                   
In der Nase Pfirsich, Apfel, etwas Orangen- und Grapefruit-Noten, dazu eine leichte Hefewürze, Kräuter, Hanf und Feuerstein. Im Mund geht es dann weiter mit einer feinen, salzigen Mineralik, gelben, reifen Früchten, wieder Pfirsich, Apfel, Mirabelle, Orangenschale und Quitte. Abgerundet wird der Wein durch eine feine Kräuter-Würze, Hanf sowie Feuersteinnoten. Ein Ortwein, der überwiegend aus den Lagen Ölberg, Hipping und Pettenthal stammt. Es ist ein typischer Riesling von Roten Hang mit seiner frischen, gut integrierten Säure, wieder wie bei einem Mosel-Riesling.

2.5               2018  Niersteiner Oelberg, “Großes Gewächs”                   
In der Nase etwas Spontannoten, aber auch gradliniger Duft nach Pfirsich, Aprikose, Birne und Kräutern, im Mund setzt sich das dann weiter fort mit deutlicher, salziger Mineralik und einer kräftigen, aber reifen, gut integrierten Säure. Danach kommt ein langer Abgang. Das ist ein Wein vom Roten Hang mit ganz eigener Ausprägung.
Die Trauben stammen von 40 jährigen Reben und werden als Ganztrauben mit den Füßen eingemaischt und die Maische wird bis zu einer Woche unter Kohlendioxid-Atmosphäre (von zugegebenen Trockeneis) stehen gelassen. Ohne Filtration wird bgepreßt und im Stückfass spontan vergoren.

Danach konnten wir noch zwei restsüße Rieslinge probieren:

2.6               2019  Kai Schätzel, Riesling                                                  
Ein zartes Bukett nach Pfirsich, Mirabelle, Birne und Citrus, im Mund dann etwas verhalten aber eine zarte Mineralik und ein feines Süße-Säure-Spiel. Dieser Wein ist gradlinig und recht filigran und hat mehr Ähnlichkeit mit einem restsüßen Mosel-Riesling als einem aus Rheinhessen.

2.7               2019  Niersteiner Riesling, Kabinett                       
Ein zart fruchtiges, leicht exotisches Bukett, Pfirsich, Mirabelle, Birne, Citrus. Am Gaumen zeigt sich dann eine feine Mineralik, frische Säure und eine dezente Süße.
Ein restsüßer Kabinett-Riesling nach Mosel-Art: fruchtig, filigran und mit feinem Süße-Säure-Spiel.

Weingut Gehring
Für unser Abendessen hatten wir das Restaurant vom Weingut Gehring, am Ortsrand von Nierstein gelegen, ausgesucht.
Die Vorfahren der Gerings stammten von der Schwäbischen Alp und waren Küfer. Als in den 50’er Jahren die Winzer lieber die einfacher zu pflegenden Kunststoff- und Edelstahltanks kauften, wurden kaum noch Holzfässer geordert und desshalb entschlossen sich die Gerings 1959 ein Weingut zu gründen. Weil es im Ortskern von Nierstein zu eng wurde und der  Aussiedlerhof vom Weingut Ullrich zum Verkauf anstand, wurde 2001  die Gelegenheit zur Betriesbverlagerung genutzt. Zur Erweiterung der Geschäftsbasis wurden ein Weinlokal, Gästezimmer und ein großer Stllplatz für Wohnmobile geschaffen. 2015 wurde noch ein Eventpavillon errichtet.
Inzwischen werden 16 ha Weinberge bewirtschaftet.
Vor dem Essen gab es eine kleine, kurzfristig organisierte Weinprobe im großen Festzelt neben dem Restaurant.

3.1               2019  Gehring, “Herr Müller geht fremd”                   
Müller Thurgau, Gelber Muskateller                   
Würziges, etwas exotisches Bukett, im Mund dann sehr aromatisch, Stachelbeere, Apfel, Birne, Mirabelle, etwas Holunder, Muskat. Sauberer, sehr würziger, frischer Wein, nicht groß aber ordentlich gemacht.
Beim Nachpflanzen eines Müller-Thurgau-Weinbergs wurden fälschlich Muskateller Reben als Ersatz gesetzt. Da aber der Wein aus diesem gemischten Satz interessante Aromen zeigte, wurde er als “Herr Müller geht fremd” in das Sortiment übernommen.

3.2               2019  Niersteiner Oelberg, Gelber Orleans                   
Würzige, etwas verhaltene Frucht, Stachelbeere, Apfel, Birne, Mirabelle, Spur Holzapfel, dezente Zitrusnoten, mit einer deutlichen Säure und einer leichten Herbe.
Aufgrund der Klimaveränderung wurde der Gelbe Orleans, der am Roten Hang schon einmal vor 200 Jahren heimisch war, neu ausgepflanzt. 2016 wurden die ersten Trauben erntet. Der Most wurde in großen Holzfässern spontan vergoren und danach für mindestens 10 Monate auf der Feinhefe ausgebaut.

3.3               2019  Niersteiner Bildstock, Grauer Burgunder, Alte Reben         
Ein weiches Bukett nach Birne, Apfel, reifer Stachelbeere mit dezenten Holznoten, im Mund dann Kraft und eine feine Frucht mit leichter Süße und weichen Holzaromen. Ein recht fruchtiger Grauburgunder, der spontan vergoren und dann im neuen Tonneau ausgebaut wurde.

3.4               2018  Niersteiner Oelberg, Chardonnay, Alte Reben
Ein etwas breites Bukett, sehr verhaltene, breitere Frucht, etwas Birne, Apfel, kaum Feinheiten und wenig Säure, im Abgang dann etwas frischere Säure.

3.5               2018  Niersteiner Bildstock, Frühburgunder                      
Ein mittleres Kirschrot, in der Nase rote Früchte, Kirsche, Pflaume, am Gaumen dann wieder rote Früchte, noch etwas Trockenpflaume und etwas Kamillentee. ein festes, weiches Tannin. Für das Jahr 2018 zeigt der Weine eine frische, animierende Säure.
Die beiden nachfolgenden Wein wurden dann beim Abendessen probiert:

3.8               2019  Niersteiner Hipping, Riesling                    
Ein würziges Bukett, Pfirsich, Mirabelle, Apfel, Birne, etwas Kräuter im Mund. Ein sauberer, recht dichter, etwas breiterer, fülligerer Riesling mit weicher Frucht, aber deutlicher Säure .

3.9               2019  Niersteiner Pettenthal, Riesling                    
Auch dieser Riesling zeigt  ein würziges Bukett, Pfirsich, Mirabelle, Apfel, Birne, etwas Pfirsich-Likor und ein Hauch salzige Mineralik im Mund. Ein sauberer, recht recht eleganter Riesling, mit frischer Säure, der etwas mehr Fnessen zeigte als der Hipping.

Am Samstagmorgen folgte endlich die erste Probe nach Plan:

Weingut Lisa Bunn
Bastian Strebel und Lisa Bunn haben ihren elterlichen Weingütern, den ehemaligen Margarethenhof in Nierstein und das Weingut Strebel in Wintersheim zum neuen Weingut Lisa Bunn zusammengelegt. Mit einer Rebfläche von 21 ha decken sie mit Nierstein im Norden und Wintersheim im Süden unterschiedliche Böden und Microklimata ab.
Die Weine aus dem Roten Hang stehen für viel Mineralität, Salzigkeit und Würze. Wintersheim hat die höchsten und damit die an den spätesten reifenden Lagen in Rheinhessen. Die dortigen tiefgründigen Lösslagen stehen für fülligere Frucht und Saftigkeit.
Die Ernte erfolgt von Hand, die Weine machen eine lange Maischestandzeit durch und nach der Spontangärung liegen die Weine lange auf der Feinhefe bis zur Abfüllung.

4.1               2019  Lisa Bunn, Pinot Reserve, Sekt, brut nature                  
Spätburgunder, Chardonnay, Pinot Meunier (Schwarzriesling)                          
Dieser Sekt zeichnet sich durch eine feine Perlage aus, in der Nase zeigen sich Birne, Mirabelle, Stachelbeere und Apfel mit einem leichten Hefeschleier, im Mund dann etwas verhalten aber harmonisch mit feiner Säure.
Der Grundwein wurde im Tonneau ausgebaut.

4.2               2019  Lisa Bunn, Sauvignon blanc                   
Ein sehr dezenter, nicht lauter Sauvignon, Stachelbeere, Apfel und Birne in der Nase, im Mund sehr zurückhaltende Frucht, wieder Stachelbeere, Apfel, dazu aber auch etwas Cassis, Mango und Maracuja. Eine frische Säure stützt den Wein.

4.3               2018  Niersteiner Riesling, “Vom Rotliegenden”    
Dieser Ortswein bleibt etwas verhalten im Bukett, am Gaumen kommen Pfirsich, Birne, Mirabelle, grüner Apfel und etwas Kräuter und das typische Rote Hang-Aroma, dazu eine kräftige, frische Säure und in Abgang leichte Mocca-Noten.

4.4               2018  Niersteiner Hipping                                                  
Anfangs zeigt der Wein leicht reduktive Noten im Bukett, an der Luft entwickelt er aber exotische Aromen, Pfirsich, Quitte, Birne, Ananas und Mirabelle. Am Gaumen kommt dann noch eine feine Mineralität mit Feuersteinnoten und einer knackigen, gut integrierten Säure zum Vorschein. Ein dichter, nachhaltiger, nicht vordergründiger Riesling mit typischer Roter Hang Mineralität.

4,5.               2018  Niersteiner Orbel                   
In der Nase würzige, exotische und stärker vollreife Noten, am Gaumen Apfel, Pfirsich, Mirabelle, Birne, Citrus und wieder die feine Mineralität mit Feuersteinnoten und einer knackigen, feinen geschliffenen, frischen Säure.
Der Wein zeigt stärker vollreife Aromen und wirkt etwas zarter, weicher als der Hipping.

4.6               2017  Dienheimer Tafelstein, Chardonnay, “Reserve”                
Im Bukett Birne, Apfel, Spur Mirabelle, ein leichter Kaffee-Duft und sehr dezente Holznoten, am Gaumen dann eine feine Balance zwischen eleganter Frucht, frischer, gut integrierter Säure und sehr dezentem Holz. Ein sehr gut komponierter Chardonnay, in sich sehr stimmig, mit Eleganz, Frische und trotzdem dichter Struktur.

4.7               2017  Lisa Bunn, Grauer Burgunder, “Reserve”                   
Ein fülliges, vollreifes Bukett, gelbe Früchte, Birne, reifer Apfel, Mirabelle und vom Holz­ausbau ein Hauch rauchig, am Gaumen dicht, cremig, mit weicher, vollreifer Frucht und Fülle, zusätzlich etwas Honigmelone und rauchiges Karamell.
Die Trauben wurden nach 24 Std. Maischstandzeit spontan vergoren und in getoasteten 500 l Fässer vergoren. Bis Februar wurde die Hefe wöchentlich aufgerührt und dann der Wein ohne Aufrühren bis zum September auf der Hefe belassen.

4,8               2017  Winterheimer Spätburgunder                   
Ein würziges Bukett nach roten Beeren, Kirsche, Pflaume, im Mund recht straff mit guter Säure und leicht adstringierendem Tannin.

4.9               2016  Lisa Bunn, Merlot, “Reserve”                    .
Ein würziges Bukett nach reifen, dunklen Beeren, viel Brombeere, Kirsche und ein leichter Ton von dunkler Schokolade. Das Holz ist trotz der neuen Fässer sehr dezent und nicht aufdringlich. Mit einem langen Abgang verabschiedet sich der Wein.
Die Trauben wurden entrappt und 3 Wochen in 500 l Bütten auf der Maische vergoren.
Danach reifte der Merlot für 2 Jahre in neuen Barriques.

4.10              2018  Niersteiner Himmelsthal, Auslese                   
In der Nase viel reife, gelbe Früchte, Pfirsich, Mirabelle, Birne, reife Stachelbeere, am Gaumen dann viel vollreifes Obst mit dezenter Süße, aber recht weicher Säure.
Eine recht dichte, weiche Riesling-Auslese, die aber etwas glatt und gefällig wirkt. (Aufgrund des heißen Jahrgangs 2018 ?)

Nach einem kleinen Mittagesse in unserem Hotel ging es per Großraumtaxi dann nach Nackenheim zum Weingut Gunderloch. Da das Weingut nur einen kleinen Verkostungsraum hatte, mußten wir aufgrund der Hygieregeln draußen auf der Terrasse die Probe durchführen. Glücklicherweise schien die Sonne, es war noch recht warm und der Regen blieb fern.
Weingut Gunderloch
Das Weingut Gunderloch wurde 1890 vom Mainzer Bankier Carl Gunterloch gegründet.
Er kaufte den Dalheimer Hof aus dem säkularisierten Besitz des Kloster Dalheim sowie Weinberge in Nackenheim, vor allem in der Lage Rothenberg. Inzwischen hat mit Johannes Hasselbach die sechste Generation die Verantwortung über 24 ha Weinberge übernommen.
Wir starteten mit einem Pärchen an Gutsweinen:

5.1               2019  Gunderloch, Riesling, “vom roten Schiefer”    
Im Bukett die typische Aromatik vom Rotliegenden des  Roten Hangs, kräutrig, etwas Pfirsich, Birne, Quitte, Grapefruit. Im Mund eine mineralische, kräutrige Würze, gelbes Steinobst, Zitrusaromatik und eine feine Säure. Ein typischer, mineralischer Riesling vom Roten Hang. Die Trauben stammen aus verschiedenen Niersteiner Lagen.

5.2               2019  Gunderloch, Riesling, “Als wär’s ein Stück von mir”                                           
Diesen Wein hat Johannes Hasselbach als Gegenstück zum Riesling „vom roten Schiefer“ geschaffen.
Auch hier Im Bukett die wieder die typische Aromatik vom Rotliegenden des  Roten Hangs, kräutrig, etwas Pfirsich, Birne, Quitte, Grapefruit, aber zarter als beim Riesling vom Roten Hang. Im Mund eine mineralische, zart kräutrige Würze, viel gelbes Steinobst, Zitrusaromatik und eine feine, frische Säure. Der Wein wirkt gradliniger, schlanker als der Riesling „vom roten Schiefer“ und hat deutlich mehr Säure.
Die Trauben stammen aus einer Junganlage im Nackenheimer Rothenberg und von etwa 35 Jahre alten Reben aus dem Niersteiner Hipping
Es folgte ein weiteres Paar von Ortweinen aus Nierstein bzw. Nackenheim:

5.3               2019  Niersteiner Riesling                                                  
Im Bukett finden sich noch leicht hefige Noten, Pfirsich, Aprikose, Limetten, dazu die Aromatik vom Rotliegenden, im Mund bleibt der Wein schlank mit feiner Mineralik, leicht kräutriger Würze, gelben Früchte, einer frischen Säure und zarter Phenolik. Er steht eine Stufe höher als der Ortswein und hat mehr Dichte aber trotzdem Eleganz und ist fest und nachhaltig im Abgang.

5.4               2019  Nackenheimer Riesling                                                  
n der Nase ist er erstaunlich kühl und elegant, im Mund folgen dann eine klare, straffe, deutlich mineralische Frucht, dazu Pfirsich, Mirabelle, grüner Apfel, Grapefruit sowie eine markante Säure und dezente Phenolik. Ein klarer, gradliniger, eleganter Wein, der zartere Noten vom Roten Hang aufweist als der Niersteiner Riesling. Diese Trauben stammen vom Nackenheimer Rotenberg und stellen die Selektion für den  Zweitwein vom Großen Gewächs dar.
Als Abschluß der trockenen Rieslinge folgen noch zwei Große Gewächse:

5.5               2019  Niersteiner Pettenthal, “Großes Gewächs”               
Feine reife gelbe Frucht, Melone und Grapefruit in der Nase, im Mund dann viel Pfirsich, Aprikose, Melone, Grapefruit und fast keine Zitrusnoten, etwas erdige Mineralität, eine präsente, etwas hintergründige Säure und ein langer Nachhall. Ein wirklich Großes Gewächs vom Roten Hang

5.6               2019  Nackenheimer Rothenberg, “Großes Gewächs”                                                  
Feine gelbe Früchte, Pfirsich, Mirabelle, Aprikose, Birne im Bukett, im Mund eine deutliche, salzige Mineralität, wieder gelbe Früchte, etwas mehr Limette und viel Säure-Biss. Ein elegantes, filigranes und gradliniges Großes Gewächs vom Nackenheimer Rothenberg mit aussergewöhnlicher Mineralität.

5.7               2019  Gunderloch, Jean Baptiste, feinherb                   
Zart würziger, exotischer Duft, elegante, zart mineralische, exotische Frucht, Pfirsich, Mirabelle, Birne, Ananas dazu eine zarte Süße, die durch die frische Säure ergänzt wird.
Eine angenehme frische Frucht, die gleichzeitig auch schlank ist und eine zarte Süße machen diesen Wein so saftig.
Es ist der erfolgreichste Wein mit der höchsten Verkaufsmenge des Weinguts.

5.8               2019  Nackenheimer Rothenberg, Spätlese                    
Ein intensiver Steinobst-Duft, Pfirsich, Aprikose, Mirabelle, Birne, am Gaumen ein kräftiger Körper mit feiner Mineralik und einem feinen Süße-Säure-Spiel.
Das war ein dezent süßer Wein als Abschluss unserer Probe.

Da wir nach der letzten Probe noch in unserem Hotel übernachtet haben und erst am nächsten Morgen nach hause gefahren sind, konnten wir dort abends in Eigenregie eine Weinprobe mit Weinen vom Weingut St. Antony durchführen.
Als wir die Weine im Weingut abgeholten und erzählten, dass wir damit eine Weinprobe im Hotel durchführen wollten, war der Mitarbeiter, der uns bediente sehr erstaunt, warum wir die Probe nicht im Weingut durchführen würden. Nach der Absage, die wir vorher bekommen hatten, etwas eigenartig, aber Corona scheint vieles durcheinander zu bringen.

Weingut St.Antony
1912 kaufte die Gutehoffnungshütte aus dem Ruhrgebiet im Süden von Nierstein eine Kalkgrube für die Eisenherstellung. Dazu gehörten auch die benachbarten Weinberge. Als nach dem 1.Weltkrieg der Kalk aus Nierstein nicht mehr benötigt wurde, begann man die Weinberge selbst zu bewirtschaften. Ab 1920 wurde Wein produziert, der nur im Konzern verbraucht wurde. In den 80iger Jahren wurde die Gutehoffnungshütte umstrukturiert und gehörte dann zur MAN (Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg). 1955 wurde die Kalkgrube verkauft und der Erlös für die Erneuerung und Erweiterung des Weinguts benutzt. Damals wurden auch weitere Spitzenlagen in Nierstein gekauft. 1986 wurde das Weingut in St.Antony umbenannt, nach der ersten Eisenhütte der Gutehoffnungshütte. 1990 wurde das Weingut Mitglied im VDP, 2005 erfolgte der Verkauf an den Investor Detlev Meyer (Hawesco, Jacques Weindpot)

6.1               2019  St.Antony, Riesling, “Rotschiefer”                   
Der Wein zeigte ein zart kräutriges Bukett mit reifem Pfirsich, Mirabelle, Steinobst. Dann folgte am Gaumen eine weichere, zart cremige Frucht, Birne, Grapefruit, etwas Citrus, dazu eine frische Säure, deutliche Rote Hang Mineralik, und eine leicht herbe Phenolik. Ein saftiger, voller Riesling mit den dezenten mineralischen Aromen vom Roten Hang.
Die Trauben stammen von bis zu 30 Jahre alten Reben, zu etwa 50% aus dem Pettenthal und zu je 25% aus dem Orbel und dem Ölberg.

6.2               2019  Niersteiner Riesling                                                  
Ein Duft nach gelben Früchten, Pfirsich, Mirabelle, Quitte, im Mund setzt sich das dann neben der leicht salzigen Mineralik fort, dazu eine frische Säure und ein leicht herb adstringierender Nachhall. Ein Ortswein auf hohem Niveau, der noch mehr Struktur und Finesse hat als der Gutswein.
Dieser Wein stammt in diesem Jahr komplett von jüngeren Reben aus dem Pettenthal.
Die Trauben wurden langsam abgepresst, spontan vergoren und nur im Edelstahl ausgebaut.

6.3               2019  Niersteiner Brudersberg, “Großes Gewächs”       
Reife gelbe Früchte, Pfirsich, Mirabelle, Citrus in der Nasen, eine feine mineralische Eleganz im Mund dazu gelbe Früchte, Pfirsich, Mirabelle, Birne, etwas Melone, reifer Apfel, Orangenschale. Die dichte Frucht wird durch eine feine, nachhaltige Säure unterstützt.
Wir haben hier ein sehr duftiges, reifes „Großes Gewächs“, das etwas filigraner, eleganter als der Orbel wirkt.

6.4               2019  Niersteiner Orbel, “Großes Gewächs”                   
Würziges, exotisches Bukett, Pfirsich, Mirabelle, Birne, ein Hauch Kräuter, im Mund dann etwas verhalten, mit gelben Früchten, etwas Zitrusssromen Er besitzt eine dichte Struktur, dazu die typische Mineralik vom Roten Hang sowie eine lebendige Säure. Ein konzentriertes „Großes Gewächs“, das Dichte zeigt und gleichzeitig sehr elegant ist.

6.5               2018  Niersteiner Orbel, “Großes Gewächs”                   
Weiches, recht vollreifes Bukett nach Pfirsich, Mirabelle, reifer Stachelbeere, am Gaumen dann cremige, vollreife aber nicht fette gelbe Frucht, dezente Rote Hang-Mineralik, zusätzlich noch etwas Birne und leichte Hanfnoten.
Der Wein ist jahrgangsgemäß fülliger und hat recht vollreife Noten, besitzt aber trotzdem eine weiche, frische Säure.

6.6               2018  St.Antony, Blaufränkisch                                       
Im Bukett Kirsche und Brombeere, dazu ein Hauch Holz, am Gaumen recht rund und saftig, schöne Kirschfrucht, aber auch Pflaume und etwas Brombeere. Eine frische Säure und festes Tannin mit einer sehr zarten Holznote runden den Wein ab.
Die Trauben stammen aus den Blaufränkisch-Parzellen im Pettenthal und im Orbel. Alle Fässer, die nicht für den Blaufränkisch „Rothe Bach“ verwendet wurden, gingen als Zweitwein in diesen Ortwein. Ausgebaut wurde der Wein im Barrique und im Tonneau.
Da einige Parzellen im Roten Hang für den Riesling zu heiss wurden, ließ das Weingut die Reben auf Blaufränkisch umpfropfte. Die Reiser stammten aus dem Südburgenland vom Weingut Uwe Schiefer.

Damit endeten unsere Weinproben am Roten Hang. Für viele war die teilweise dominante Mineralik sehr fordernd und nicht so einfach zu verstehen, aber es wurde deutlich, warum der Rote Hang schon früher zu den großen Lagen in Deutschland zählte und inzwischen dabei ist, seine alte Stellung wieder zu erlangen.
Pandemie-bedingt hatte sich die Zahl der Teilnehmer fast halbiert, aber für die noch mitgekommen waren, war es ein Erlebnis, diese Weine zu verkosten.
Mit unserem in den Oktober verlegten Reisetermin hatten wir sehr viel Glück, da zuerst ein Übernachtungsverbot bestand, das dann kurz vorher aufgehoben wurde. Und eine Woche später hätte ebenfalls alles Pandemie-bedingt abgesagt werden müssen.
Erfreulich war, dass alle die Weinreise gesund überstanden haben.
Unserem Weinbruder Wilfried müssen wir aufrichtig für seine Bemühungen danken, vor allem dafür, dass er für die beiden Weingüter, die ihre Proben abgesagt hatten, in der kurzen Zeit noch einen ebenbürtigen Ersatz gefunden hatte. Auch bei den beteiligten Weingütern möchten wir uns bedanken, dass sie die Weinproben noch durchgeführt haben.

Verfasser: Dieter

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Weinprobe Griechenland mit Herrn Haris Papapostolou von „The Winehouse“ aus Ulm am 24.09.2020

Erstellt von Dieter am 5. Dezember 2020

Für unser diesjähriges Probenprogramm hatten wir für ausländische Proben auch zwei mit griechischen Weinen vorgesehen. So konnten wir für unsere 2. Griechenlandprobe Herrn Haris Papapostolou aus Ulm begrüßen. Er hatte als Gastronom angefangen und sich aber seit 2 Jahren dann nur noch auf Wein fokussiert. In Ulm betreibt er mit einem Partner die Weinhandlung „The Winehouse“ und bietet ein interessantes Angebot an ungewöhnlichen griechischen Weinen an, die alle von kleinen, in Deutschland unbekannten Winzern stammen.

Aus diesem Sortiment hatte er für uns eine Probe zusammengestellt.

Unsere Probe startete mit 5 Weißweinen

1.       2018  Markogianni Winery, Retsina „Ritinitis“,     
          Peloponess, Olympia;  Rebsorte Roditis,        

In der Nase würzige Aromen von reifer Stachelbeere, Birne, Mango, Zitrone, etwas Kräuter, was sich im Mund fortsetzt. Eine frische Säure und ein leicht herber, kräutriger Abgang ohne die berüchtigten Eukalyptus- und Harztöne, die den normalen Retsina auszeichnen. Ein beachtenswerter Retsina!
Die Trauben werden von Hand gepflückt und in kleine Kisten gelegt. Nach der Lese werden sie sofort in den Weinkeller gebracht, auf 8°C gekühlt, entrappt und vor der Vorgärung mazeriert. Das Harz wird während der Gärung zugesetzt und der Wein nach der Gärung drei Monate lang unter häufigem Umrühren auf der Hefe belassen.

2.       2019  Aslanis Winery, „Malagiousia“          
          Makedonia; Rebsorte Malagiousia        
In der Nase exotische Frucht, Kiwi, Birne, Mirabelle, im Mund dann noch etwas Holunder, Walderdbeere, Melone. Dazu kommen eine frische, ausgewogene Säure und ein zart herber Abgang.
Mit geringen Erträgen und einer sorgfältigen Vinifikation erzeugt die Familie Aslanis ihre Weine mit Finesse und Typizität. Malagouzia ist eine alte griechische Rebsorte, die vor 40 Jahren fast ausgestorben wäre.

3.       2019  Argyros Estate, “Atlantis”        
          Santorin; Rebsorte Assyrtiko, Athiri, Aidani     

In der Nase ein etwas vollreifer, exotischer Duft, Birne, Mirabelle, Zitrus, im Mund dann kühlere Mineralität und eine frische Säure.
Atlantis ist eine weichere Version der eher mineralischen und Säure-betonten Assyrtiko Traube. Die Rebsorte wurde mit zwei weiteren autochthonen Trauben assembliert um einen weicheren, runderen Wein zu erzeugen. Die Trauben stammen von über 60 jährigen Reben, die im ursprünglichen alten Santorin Stil angebaut wurden (Die Reben werden zu einer niedrigen, kreisförmigen Korbformen erzogen, um so Schutz gegen den rauen Wind und die Sonne der heißen Insel zu bieten)..

4.       2018  Tsikrikonis Vineyards, „Assyrtiko“    
          Makedonia; Rebsorte Assyrtiko

Würziges Bukett nach Steinobst, Birne, Zitrus, etwas Kräutern und Blüten, am Gaumen reife mineralische Frucht, etwas Feuerstein. Der Wein ist durch 8 Monate Hefelager voll und harmonisch, besitzt aber auch eine frische Säure.
Dieser Assyrtikos stammt vom Weinberg “Asvestaria” der aus reinem Kalkstein besteht und schon 2006 mit Assyrtiko bepflanzt wurde.
Durch den kühlen Meereswind tagsüber und kalte Winde aus den Bergen in der Nacht entsteht ein spezielles Mikroklima wodurch dieser Assyrtikos seine Frische und Feuerstein-Mineralität erhält.

5.       2017  Moschopolis Winery, “6”
          Thessaloniki; Rebsorte Assyrtiko
Würziges Bukett nach Melone, Birne, Pfirsich und Zitrus dann auch noch florale Noten. Im Mund dann Struktur und Fülle, ohne fett zu sein, eine lebendige Säure und zarte Holznoten, etwas Vanille und Karamell, im Abgang kommen dann nussige Noten.
Für den Moschopolis „6“ wird Assyrtiko in einem steinigen sehr steilen Weinberg über dem Meer in einer besonderen Reberziehung angebaut. Die Trauben hängen in einer Höhe von ca. 1.80 m über dem Boden, um sie vor der Sonne und vor hohen Bodentemperaturen zu schützen.
Dadurch verändert sich der Charakter der Rebsorte und die Weine bleiben filigraner. Der Wein wird mit Spontan-Hefen vergoren und unfiltriert abgefüllt

Nach den Weißweinen wendeten wir uns drei Rosé-Weinen zu:

6.       2019  Argyros Estate, “Atlantis”, Rosé        
        Santorin; Rebsorte Assyrtiko, Mandilaria         

Ein kräftig farbiger Rosé mit einem Bukett von gelbfruchtigem Obst wie Apfel, Birne, Mirabelle und der Mandilaria geschuldet von rotfruchtigem Obst wie Kirsche und Walderdbeere.Im Mund fällt eine zarte Mineralik und eine frische Säure vom Assyrtiko auf. Die leichte Tannin-Herbe gibt etwas mehr Struktur.
Die Weinberge für Atlantis Rosé, die in Episkopi, Pyrgos und Megalochori liegen, weisen ein Durchschnittsalter zwischen 60-80 Jahren auf. Wie beim Weißwein dieses Weinguts werden auch beim Rosé die Reben im alten Santorinischen Korbschnitt erzogen.

7.       2019  Thymiopoulos Vineyards, „Rosé de Xinomavro“        
          Makedonia, Naoussa; Rebsorte Xinomavro    

Ein Rosé mit mittlerem Lachsrosa, in der Nase Birne, Mirabelle, Quitte, Johannisbeere, Erdbeere und Tomatenmark. Im Mund dann recht kräftig mit frischer Säure und leicht herben Tanninen. Ein kräftiger Rosé, der zum Essen einlädt. Der Ausbau erfolgte für 6 Monate im Holz und es wurden nur ca.- 2.000 Flaschen hergestellt

8.       2007  Thymiopoulos Vineyards, „Rosé de Xinomavro, Reserve“     
          Makedonia, Naoussa; Rebsorte Xinomavro    

Der große Bruder vom vorhergehenden Rosé, der 4 Jahre im gebrauchten großen Holz (500 l) gelegen hat und dann noch 8 Jahre auf der Flasche gereift ist. Und dieser Rose ist gerade erst auf den Markt gekommen! Kann der noch gut sein oder ist der schon im Weinhimmel gelandet?
Ein mittleres Orange mit gelbbraunen Reflexen, in der Nase Birne, Mirabelle, Quitte, Johannisbeere, Erdbeere, Rosmarin und Tomatenmark. Im Mund dann kräftig und nachhaltig mit frischer Säure und leicht herben, aber reifen Tanninen.
Ganz unerwartet begegnen wir hier einem erstaunlichen Rosé, der noch nicht müde, sondern immer noch frisch und fruchtig ist, ohne Altersnoten mit dichter Struktur und langem Nachhall. Kaum zu glauben, dass das ein Rosé ist!

Zum Abschluss der Probe folgten noch fünf Rotweine:

9.       2018  Aslanis Winery, „Limnio“         
          Makedonia; Rebsorte Limnio      

In der Nase würzige Frucht nach roten Beeren, Pflaume, Kirsche, Sauerkirsche und Erdbeeren und zarte Holznoten. Im Mund setzt sich das fort mit feiner Säure und geschliffenen Tanninen, dazu kommen leichte Gewürze-Noten.
Ein fruchtig eleganter Wein, der 8 Monate im Holz lag und Feinheit wie ein Pinot zeigt.

10.     2017  Markogianni Winery, „Mandilaria“  
         Mandilaria, Peloponess, Olympia 

Im Bukett rote Früchte, Pflaume, etwas Kirsche und Brombeere, kräftige, dichte, aber nicht fette Frucht mit frischer Säure, wirkt etwas wie ein Südfranzose vom Mittelmeer.
Der Wein stammt aus biologischem Anbau, ist aber nicht offiziell zertifiziert.

11.     2017  Thymiopoulos Vineyards, „Naoussa Alta“  
          Makedonia, Naoussa; Rebsorte Xinomavro    

Ein würziges Bukett mit roten Früchten, Pflaume, Brombeere, Kirsche, im Mund dann ein leichter Körper aber eine deutliche Fruchtkonzentration, auch noch etwas Erdbeere, Tomatenmark, Fenchel und eine Spur Zimt. Der Wein wirkt schon etwas reifer mit weicheren, seidigen Tanninen und einer kräftigen Säure.
Der Ausbau erfolgte für 12 Monate im 600 l großen, gebrauchten Holzfass

12.     2018  Muses Estate, „Mouchtaro“              
         Zentralgriechenland; Rebsorte Mouchtar

In der Nase feines Aroma von Pflaume, Brombeere, Kirsche, etwas Kräuter, Veilchen, im Mund dann recht vollmundig mit Blaubeere, Kräuter und etwas Sellerie, dazu frische Säure und abgerundete Tannine.
Die sehr seltene griechische Sorte Mouchtaro wurde durch Athanasios Zacharias vor dem Aussterben gerettet. Die Rebe wird ausschließlich im Tal der Musen, am Fuße des Berges Helicon, angebaut. Auf 550-650 m Höhe sorgen die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht für eine aromatische Reife und Erhalt der Säure. Das Weingut wird inzwischen von seinen Enkeln, Nikos, Stelios und Panagiotis Zacharias fortgeführt, die auch auf biologischen Anbau umgestellt haben.

13.     2017  Anatolikos Vineyards, „MV“                
        Trakien, Rebsorten Mavroudi 60%, Cabernet Sauvignon 20%, Merlot 20%.

Dieser Wein ist eine recht ungewöhnliche Cuvée aus Mavroudi 60%, Cabernet Sauvignon 20%, Merlot 20%. Er zeigt ein ausdruckstarkes Bukett von roten Früchten, Pflaume, Kirsche, Brombeere und Cassis. Im Mund dann deutliche Konzentration und etwas Blaubeere, eine gute Säure und intensive, reife Tannine, dazu etwas Leder und Schokolade. Vom Holzausbau wird etwas Zimt und Vanille beigesteuert.
Die Reben stehen im nördlichsten Küstenweinberg Griechenlands auf Sand mit felsigem Untergrund. Durch die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht und die ständige kühle Meeresbrise reifen aromatische Trauben mit guter Säure heran. Der biologische Anbau und die geringen Erträge, (40 – 500 kg / ha) sorgen für gute Konzentration.
Die Cuvée der drei Rebsorten reifte auf der Feinhefe für 12 Monate in französischen Eichenfässern und wurde dann ungefiltert abgefüllt.

Damit ging eine Weinprobe zu Ende, die für alle eine positive Überraschung war: Keine breiten, säurearmen Weißweine und keine füllig, fetten Rotweine sondern ausdrucksstarke, schlanke Wein mit einer frischen Säure. Sie kamen nicht von den bekannten, großen Produzenten, sondern von kleinen, hier noch unbekannten Produzenten.
Die Probe startete mit einem Retsina, normalerweise ein einfacher, belangloser Weißwein, den man am besten im Urlaubsland trinkt. Dieser Retsina dagegen hatte Charakter und Struktur und war als Wein ernst zu nehmen. Das galt auch für die nachfolgenden Weißweine.
Auch bei den Rosé-Weinen gab es eine positive Überraschung: Ein Wein, der 13 Jahre nach der Ernte in den Verkauf gekommen ist und trotz dieses hohen Alters für einen Rosé eine dichte Struktur und immer noch Frucht und Frische zeigte.
Und auch die Rotweine zeigten keine Schwächen. Keine breiten fetten und überreifen Wein, sondern ebenfalls feine Frucht, frische Säure und Finesse.
Es war eine Probe mit einem Querschnitt an Weinen aus autochthonen Rebsorten, die uns gezeigt hat, dass in Griechenland sehr interessante Weine produziert werden. Dafür möchten wir Herrn Papapostolou sehr herzlich danken.

Verfasser: Dieter

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Mitgliederversammlung am 10.09.2020

Erstellt von Dieter am 5. Dezember 2020

Da wir durch den ersten Lockdown der Corona-Pandemie unsere Mitgliederversammlung am 19.03.2020 nicht durchführen konnten, haben wir die erste – und im Nachherein auch einzige Möglichkeit genutzt, sie nachzuholen.

Vorgesehen war, Weine aus Rheinhessen als erste Einstimmung in unsere deutsches Jahresthema „Rheinhessen“ zu verkosten. Durch die Verschiebung auf September war es jetzt aber der Abschluss unseres Jahresthemas.

Da wir die Weine in der Mitgliederversammlung nicht werten, folgt hier nur die Auflistung der verkosteten Weine.

2018 Niersteiner Riesling, QW
Weingut Seebrich, Nierstein
Alkohol 12 %, 7,00..€

2018 Riffel, Riesling, QW
Weingut Riffel, Bingen-Büdesheim
Alkohol 12 %, Restzucker 5,1 g/l, Säure 7,5 g/l, 7,90 €

2018 Gutzler, Riesling, QW
Weingut Gerhard Gutzler, Gundheim
Alkohol 12 %, 8,20.. €

2018 Gröhl, Riesling, “Roter Hang”, QW
Weingut Eckehart Gröhl, Weinolsheim
Alkohol 12,5 %, Restzucker 4,2 g/l, Säure 8,2 g/l, 8,90 €

2018 Eva Vollmer, Roter Riesling, QW
Weingut Eva Vollmer, Mainz Ebersheim
Alkohol 13,1 %, Restzucker 0,8 g/l, Säure 6,4 g/l, 12,50 €

2017 Domaine Oppenheim, Riesling “G zum 1275 Jubiläum 742-2017”, QW
Staatliche Weinbaudomäne Oppenheim, Oppenheim
Alkohol 12 %, Restzucker 2,0 g/l, Säure 8,5 g/l, 8,50.. €

2017 Bodenheimer Hoch, Riesling, “Rheinhessen Selection” , QW
Weingut der Stadt Mainz, Mainz
Alkohol 13 %, 10,00.. €

2016 Dalsheimer Riesling, QW
Weingut Scherner Kleinhanß, Flörsheim-Dalsheim
Alkohol 12,3 %, Restzucker 4,4 g/l, Säure 7,3 g/l, 8,00.. €

2016 Ockenheimer Hockemühle, Riesling, Rheinhessen Selection, QW
Weingut Jäger, Ockenheim
Alkohol 13 %, Restzucker 3,6 g/l, Säure 7,5 g/l, 9,50. €

2016 Essenheimer Teufelspfad, Riesling, QW
Weingut Brummund, Ober Hilbesheim
Alkohol 13 %, Restzucker 4,3 g/l, Säure 6,9 g/l, 13,90 €

2016 Oppenheimer Sackträger, Riesling, QW
Weingut Louis Guntrum, Nierstein
Alkohol 13 %, Restzucker 6,9 g/l, Säure 7, 8 g/l, 15,00.. €

2018 Landgraf, Riesling, Kabinett
Weingut Landgraf, Saulheim
Alkohol 10 %, 7,50.. €

Verfasser: Dieter

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Weinprobe mit dem Weingut Ökonomierat Joh. Geil Erben am 20.08.2020

Erstellt von Dieter am 5. Dezember 2020

Wir konnten für unsere Probe Johannes Geil-Bierschenk begrüßen, der trotz der Corona-Pandemie sich zu uns gewagt hatte, um sein Weingut vorzustellen.
Das Weingut wurde 1871 gegründet und seitdem von Generation zu Generation weitergegeben.  Johannes absolvierte ein Studium in Geisenheim, erweiterte dann seine Kenntnisse in Australien und Südafrika und kam danach zum Weingut zurück und führt es seitdem zusammen mit seinem Vater Karl.
Das Weingut bewirtschaftet inzwischen 32 ha in Bechtheim auf Lösslehm- und Kalkmergel-Böden. Die besten Lagen sind der Bechtheimer Geyersberg, Rosengarten und Hasensprung. Außer Riesling (31 Prozent) werden verschiedene Burgundersorten, Dornfelder, Silvaner und weitere Rebsorten angebaut.Produziert werden etwa 280.000 Flaschen pro Jahr.
Das Weingut ist Mitglied bei „Maxime Herkunft Rheinhessen“ und eines der Gründungsmitglieder der Vereinigung „Massage in a Bottle“.

Unsere Probe startete mit einem Gelber Muskateller als Gutswein.

1.       2019  Oekonomierat Johann Geil, Muskateller              
Ein kräftiges, intensiv-aromatisches Bukett mit Orangenschale und würzigem Muskatton, am Gaumen dann gelber Pfirsich, Mirabelle, Birne, Zitrus, Orangenschale und Muskatnuss: Ein trockener, klarer, frischer, etwas lauterer aber nicht vorlauter Muskateller mit feinem Säurespiel.
Der Wein ist ein Cuvee aus Gelber Muskateller mit etwas rotem Muskateller, die Reben stehen auf schwerem Kalkmergel

Es folgten vier rebsortenreine Ortsweine, die beim Weingut mit „S“ gekennzeichnet sind.

2.       2019  Bechtheimer Riesling, “S”                        
In der Nase würzig, zart exotische Früchte, Apfel, Pfirsich, Mirabelle, Spur Birne, mehr Citrusnoten, im Mund dann würzig, opulent, mehr Zitrusnoten, dazu zarte Kräuter-Noten und ein feines Säurespiel.
Die Trauben stammten von etwas 15 Jahre alten Reben aus den Lagen Geiersberg, Rosengarten, Stein und Hasensprung. Sie wurden mit 90 – 92 ° Oechsle gelesen

3.       2019  Bechtheimer Grüner Silvaner “S”                    
Ein zartes Bukett nach Birne, Mirabelle, etwas Holzapfel und einem feinen Kräuterduft. Im Mund dann kräftige, volle Frucht. eine feine Säure und dichte Struktur. Ein rheinhessischer Silvaner, der mehr von der Fülle als von der Mineralik lebt. Der Ertrag der Reben wurde deutlich reduziert, die Trauben dann vollreif gelesen und zu einem Drittel im Holzfass ausgebaut, um ihm etwas Weichheit und Cremigkeit zu gebe

4.       2019  Bechtheimer Weißer Burgunder, “S”                 
Im Bukett reife Birnen, Mirabellen, etwas Aprikosen und weiße Blüten. Im Mund dann eine geschmeidige Fülle und Cremigkeit, zarte Mineralik und leicht nussige Noten.
Ein Weissburgunder mit Fülle, Dichte und Harmonie, aber auch mit Eleganz.
Die Trauben stammten von kalkhaltigen Böden und wurden zu 60% spontan vergoren. Ausbau im 2000-l Fass, und 10-15% je im Tonneau und in Edelstahl.

5.       2019  Bechtheimer Chardonnay, “S”           .
Ein würziges Bukett nach vollreifen, exotischen Früchten mit einem Hauch Vanille, am Gaumen dann feiner Schmelz und einem Hauch Orangen und Ananas.
Klarer, dichter, weicher, harmonischer Chardonnay mit feiner Säure, präziser Frucht, sehr schön eingebundenem, nicht zu dominantem Holz.

Ein Flight mit einer Vertikalen von drei Riesling-Lagenweinen aus dem Bechtheimer Hasensprung folgte:
Der Hasensprung gehört zu den kühleren Lagen und hat mehr Kalkstein im Boden.

6.       2012  Bechtheimer Hasensprung                         
Im Bukett Zitrus- und Steinobstaromatik mit leicht vegetabilen Noten, am Gaumen leicht mineralisch mit exotischen Früchten, Pfirsich, Mirabelle und einer feinen Säure. Eine kurze Maischestandzeit sorgt für leichte Herbe im Hintergrund. Dem Alter geschuldet, besitzt der Wein eine zarte Reife mit leichten Petrolnoten, aber immer noch frisch und saftig. Insgesamt ein klarer, dichter, harmonischer Riesling aus der Magnumflasche.

7.       2016  Bechtheimer Hasensprung         
In der Nase würzig mit exotischen Früchten, Apfel, Pfirsich, Mirabelle, Birne, und ein Hauch Hanf. Im Mund dann dicht und sehr elegant, mineralisch mit fast salziger Mineralik, dezente Zitrusnoten und eine kräftige, aber gut eingebundene Säure.Ein typischer Wein für den Jahrgang 2016.

8.       2019  Bechtheimer Hasensprung              
In der Nase exotische Früchte, Pfirsich, Mirabelle, Birne. Im Mund dann dicht aber auch elegant mit feiner Säure. Insgesamt wirkt der Wein noch sehr verschlossen. Er wurde Ende Juni gefüllt und braucht noch eine Zeit sich zu entwickeln. Trotzdem zeigt er schon ein großes Potential

Ein weiterer Flight mit einer Vertikalen von zwei Riesling-Lagenweinen, dieses mal  aus dem Bechtheimer Geyersberg folgte:

9.       2014  Bechtheimer Geyersberg        
Ein würziges, leicht nussiges Bukett, gelbe Früchte, reifes Kern- und Steinobst mit erdigen mineralischen Anklängen und leichtem Hanfton. Im Mund dann leicht erdig-mineralisch, wieder gelbe Früchte und etwas vegetabile Noten. Dazu eine saftige, weiche Säure. Jahrgangsbedingt zeigte der Wein schon einen leichten Hanf- und Petrolton, besaß aber eine dichte, volle Frucht und war kein bisschen müde.

10.     2019  Bechtheimer Geyersberg           
Ganz anders zeigte sich dieser Wein. In der Nase deutlich frischer mit exotischen Früchten, Pfirsich, Mirabelle, etwas Citrus, im Mund dann würzige Mineralik mit deutlicher Steinobstaromatik und frischer Säure.
Ein klarer, gradliniger, eleganter, mineralischer Riesling mit fester Struktur. Er war schon sehr prägnant, braucht aber noch Zeit, um sein Potential auszufüllen.

Nach den Riesling-Weinen folgen noch zwei Spezialitäten des Weinguts:

11.     2019  Oekonomierat Johann Geil, Weißer Burgunder, Reserve
In der Nase leicht rauchig mit dem Duft von gelben Früchten und etwas Vanille. Am Gaumen dann mineralische Noten, etwas Nüsse, gelbe Früchte wie Birne, Mirabelle.
Der Wein zeigt sich geschmeidig und voluminös aber nicht fett, leicht cremig und sehr harmonisch. Leichte Holznoten mit einem leichten Vanille-Touch folgen.
Ein Spitzen-Weißburgunder, der es mit den vorherigen Riesling-Weinen bequem aufnehmen kann.
Die Trauben stammen vom ältesten Weissburgunder-Weinberg aus der Lage Bechtheimer Stein. Dort finden die Reben auf den tiefgründigen Lössboden ideale Wachstumsbedingungen. Nach kurzer Maischestandzeit wurde der Wein für 10 Monate in Tonneau und in Barriques ausgebaut

12.     2015  Bechtheimer Geyersberg, Frühburgunder
Im Bukett roten und schwarze Beeren, Pflaume, Kirsche, zart Kräuter und rauchige Holznoten, im Mund wieder Beerenfrucht, Kirsch, Pflaume und leichte Kräuter-Noten. Eine frische Säure, ein feinkörniges Tannin eine leichte Alkoholwärme runden den Wein ab. Dazu kommen rauchige Holznoten mit leichtem Schokoladenanklang.
Dieser Wein wird nur in guten Jahren bei kleinen Erträgen produziert. Er zeigt sich jetzt gut abgerundet auf dem Höhepunkt.

Dieser Wein markierte das Ende einer hochwertigen Probe, in der uns Johannes Geil-Bierschenk uns einen Überblick über die Weine des Weingutes und die dahinterstehende Philosophie gegeben hat.
Dafür möchten wir uns herzlich bedanken.

Verfasser: Dieter

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Weinprobe mit dem Weingut Lithos am 23.7.2020

Erstellt von Dieter am 5. Dezember 2020

Auf der Bacharacher Sommernacht 2019, ein Weinfest am Rheinufer mit abschließendem Feuerwerk, und was wichtiger ist, mit den Bacharacher Spitzenwinzern Toni Jost, Ratzenberger und Dr.Kauer sowie einer hervorragenden Gastronomie, fand der Chronist den Stand eines Weingutes, das er noch nicht kannte, Weingut Lithos und das auch noch aus dem Nachbarort Oberwesel. Beim Probieren stellte sich heraus, dass der Winzer Christos Theodoropoulos hervorragende Rieslinge erzeugt.  Dr.Kauer äußerte dazu, dass solche jungen Winzer genau das wären, was der Mittelrhein jetzt brauche.
Grund genug, ihn einzuladen und zu bitten, seine Weine durch griechische Weine aus der Heimat seiner Familie zu ergänzen.

Christos Theodoropoulos stammt aus dem weinfernen Krefeld. Bei Urlauben bei seinem Großvater in Griechenland fand er seine Liebe zum Weinbau. In Deutschland machte er daraufhin eine Ausbildung zum Winzer und anschließend zum Weinbautechniker in Bad Kreuznach.  Nach Tätigkeiten als Außenbetriebsleiter und Kellermeister machte er sich auf die Suche nach einem geeigneten Weingut. In Oberwesel wurde er fündig und übernahm 2015 den 350 Jahre alten Traditionsbetrieb Lahnert in einem abgelegenen Ortsteil von Oberwesel mit 2,5 ha, bestückt mit 25-60 Jahren alten Reben, hauptsächlich Riesling. Von Anfang an setzte er auf Qualität. Eine erste Erwähnung im Vinum Weinführer ist der Lohn für diese Anstrengungen.
Weingut Theodoropoulos wollte er als Namen nicht verwenden, zu kompliziert für deutsche Zungen. Daher wählte er den griechischen Ausdruck Lithos, was Stein bedeutet, auch um auf seine griechischen Wurzeln hinzuweisen.
Er stellte uns eine Probe mit 5 Weinen vom Mittelrhein, 1 Rotwein, den sein Großvater nach seinen Vorgaben erzeugt hat und 8 griechischen Weinen, die er direkt in Griechenland beschafft hat.
Als No.1 stellte er uns einen 2019er Wein vor, den er einfach „Der Weisse trocken“ nennt, einen Gemischten Satz aus Müller Thurgau, Faber und Kerner, ein leichter, eleganter, etwas blumiger und dezent fruchtiger  Wein mit wenig Säure. Unsere Wertung für diesen einfachen Wein lag bei 13,67 Punkten.

Die No. 2, der 2018er Gutswein Riesling trocken, war da schon ein anderes Kaliber, ein vollreifer Wein mit schöner, etwas exotischer Frucht, ein verhalten fruchtiger und typischer Riesling, der auch bei einem späteren privaten Nachprobieren gefiel. 14,5 Punkte war die Wertung dafür.

No. 3, der Lagenwein 2017 „Engehöller Bernstein“ Riesling, zeigte neben typischer Frucht, zarte Herbe und Saftigkeit eine kräftige, gut eingebundene Säure und mineralische Noten mit Feuerstein-Anklängen. Obwohl solche mineralischen Weine bei uns oft zu kontroversen Bewertungen führen, gaben wir ihm 15,13 Punkte.

No.4, der 2018er „Engehöller Bernstein“ Riesling zeigte etwas mehr Fülle und Würze, ein etwas weicherer Riesling mit weniger Säure als No.3. Er wurde etwas niedriger mit 14,92 Punkten bewertet.

No.5, der 2018er Riesling „Meisterstück“ trocken stammt vom rekultivierten Kapellenberg, ein robuster kräftiger und etwas kantiger sowie mineralischer und dennoch weicher Riesling.
Er wurde erst nach einer 24-stündigen Maischestandzeit abgepresst. Er spaltete die Wertungen unserer Teilnehmer und erhielt 15,5 Punkte im Schnitt, bei einer Varianz zwischen 13,5 und 17,0 Punkten.

Damit hatten wir die trockenen Mittelrhein-Weißweine des Gutes durchprobiert, und wir widmeten uns jetzt den für uns eher ungewohnten griechischen Weinen.

No.6, der 2018 Foloi Fumé ein Weißwein vom Weingut Mercouri Estate (Ilias) aus der Rebsorte Roditis zeigte Schmelz und wirkte etwas fett und breit., im Hintergrund schmeckte man etwas Holz.
Er erhielt 14,5 Punkte im Schnitt.

No.7, 2018er Eukereia von Olympic Estate aus der bekannten Sorte Assyrtiko sowie Malgousia, ebenfalls aus dem Ilias-Gebiet, zeigte verhaltene Frucht und war etwas kurz. Er war für uns schwierig zu bewerten und erhielt 14,41 Punkte.

No.8, 2018er Oreino Monopati ebenfalls von Olympic Estate, eine Cuvée der internationalen Sorte Chardonnay mit der einheimischen Assyrtiko, ein etwas breiter Wein mit wenig Säure. Er erhielt 14,32 Punkte bei einer Varianz von 4,5 Punkte (12,5 -17,0), was ein Zeichen ist, dass wir solche Weine nicht gewohnt sind.

No.9, 2018er Kallisto von Mercouri Estate, eine reiner Assyrtiko konnte da eher gefallen.
Der interessante, dichte Wein wies eine zarte Herbe auf.
Er erhielt 15,5 Punkte im Schnitt, bei einer Varianz von 14,0 bis immerhin 18,0 Punkten.

Das war der letzte Weißwein.

No.10, 2014 Pheidas von Olympic Estates, eine Cuvée aus Agiorgiko und dem internationalen Merlot, wies Kirsch-, Himbeer- und leicht grasige Töne auf. Wir werteten ihn mit 14 ,46 Punkten.

Mit No. 11 kamen wir mit dem ersten Rotwein zurück zum Mittelrhein: ein 2018er Engehöller Bernstein Spätburgunder vom Weingut Lithos. Dieser Wein wurde in gebrauchten Barriques ausgebaut und war noch etwas verschlossen, ein gradliniger Spätburgunder mit würzigen Tönen von roten Früchten. Mit einer geringen Varianz bekam der Wein 15,58 Punkten und zählte damit zu den höchstbewerteten des Abends.

No.12 der 2016er Anonimo aus der Rebsorte Agiorgitiko, der vom Großvater in Griechenland in der Region Nemea nach den Maßgaben von Christos Theodoropoulos ausgebaut wurde. Würzige Frucht, rote Beeren, etwas Kirsche zeichneten diesen sauberen und dichten Wein aus.
Er wurde mit 15,25 Punkten (13-16) recht hoch bewertet,

No.13, 2004er Nemaea, ein Argiorgitiko vom bekannten Weingut Boutari zeigte das Alterungspotential dieser griechischen Rebsorte auf. Ein sauberer, gut gemachter und gereifter Wein. Wenn er auch nicht mehr ganz auf dem Höhepunkt war, bekam er doch 15,0 Punkte.

 No.14, 2016 Antaris von Mercouri Estates (Ilias) aus der schon im August reifenden Avgoustiatis und der französischen Sorte Mourvedre  zeigte einen schönen, dichten Rotwein mit Schmelz, Kraft, einem festen Tannin, der aber nicht jedem gefiel. Bei Wertungen zwischen 13,0 und 16,5 Punkten ergab sich ein Mittelwert von guten 15,33 Punkten.

No.15, 2015 “Cava” von Mercouri Estates aus Refosco und Mavrodaphne war mit 17,5 Punkten der Favorit des Chronisten, ein dichter, fruchtiger und straffer Wein mit würziger Frucht und Beerenaromen. Im Schnitt ergab sich aber ein Wert von 15,5 Punkten.

Wir sind gespannt, wie sich die Weine einer weiteren Griechenlandprobe im Herbst präsentieren…

Verfasser Wilfried

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Weinprobe mit dem Weingut Wagner Stempel, Siefersheim am 25.06.2020

Erstellt von Dieter am 5. August 2020

Die Probe wurde vorbereitet und durchgeführt von Herrn Oliver Müller vom Weingut Wagner Stempel.

Das Weingut wurde gegründet im Jahr 1845, ist ein reiner Familienbetrieb und bewirtschaftet insgesamt 20 ha von denen derzeit ca., 55 % mit Riesling, 25 % mit weißen Burgundersorten, 10 % mit Silvaner, 5 % mit Sauvignon Blanc, und Scheurebe und 5 % mit Spätburgunder angepflanzt sind, Die Böden um Siefersheim (quasi die Brücke zwischen Rheinhessen und Nahe) sind vulkanischen Ursprungs und deshalb vorwiegend Porphyr (im Unterschied zum sonst in Rheinhessen eher dominierenden Kalkstein). Das Weingut baut praktisch ausschließlich trockene Weine aus.

Zu den Weinen:

Wein 1: 2015 TIRIUS (Sekt) Blanc de Blanc Brut nature

12 % Alk., 0,8 g/l RZ, 10,0 g/l S

Helles, leicht roséfarbenes Blassgold, zunächst etwa hefig in der Nase, rauchige, kräutrige, zitrusfruchtige Noten, cremig, relativ schnell abklingende Perlage, etwas phenolische Struktur (lag im 500 l Holzfass), versektet durch Raumland, schöne Säure, cremig auch im Mund, geradlinig, aber nicht viel Länge.

Wein 2:   2019 Silvaner Gutswein,

12 % Alk., 5,5 g/l RZ, 7,5 g/l S

Helles Grüngold, erdige Noten, Zitrusfrucht, Johannisbeer- und Holunderblüten, ungewöhnlich fruchtig für Silvaner, im Mund weinig, moderate Säure, schlank, salzig, angenehm, aber etwas Silvaner-untypisch und mit wenig Länge am Gaumen.

Wein 3:   2019 Silvaner Reserve
12,5 % Alk., 3,2 g/l RZ, 6,7 g/l S

Kräftiges Grüngold, Nase von frischem Eichenholz geprägt, etwas pflanzliche, gemüsige Noten, im Mund mehr Körper als der Gutswein, auch hier deutliche Eichenaromen, eher noch säuremilder, aber mehr Gewicht und Länge, leicht pflanzenbitter im Abgang.

Wein 4:   2019 Weissburgunder Gutswein

12 % Alk., 4,8 g/l RZ, 6,4 g/l S

Helles Grüngold, birnige Nase, weiße Blüten, etwas rauchige Noten, im Mund sehr säuremild, geradlinig, etwas dienende Restsüße spürbar, einfacher, korrekter Wein.

Wein 5:   2019 Weißburgunder Reserve

13 % Alk., 2,9 g/l RZ, 6,4 g/l S

Etwas kräftigeres Grüngold, wieder deutliche Holznoten, Zitrusfrucht, etwas Muskatnuss, im Mund deutlich würziger als der Gutswein, das Holz besser eingebunden als beim Silvaner Reserve, hat Körper und Frische.

Wein 6:   2019 Sauvignon Blanc Gutswein

12 % Alk., 3,7g/l RZ, 6,9 g/l S

Helles Blassgold, starke, fast extreme Johannisbeer- und Holunderblütennoten in der Nase, im Mund seifige Textur, cremig, frische Säure, gute Länge.

Wein 7:   2019 Sauvignon Blanc Reserve

12,5 % Alk., 2,4g/l RZ, 6,9 g/l S

Etwas kräftigeres Grüngold, leichte Holzwürze (Ausbau in Akazienholzbarriques) Johannisbeerblüte, deutlich komplexer in Nase und Mund als der Gutswein, mundwässernde Säure, gute Fülle, etwas phenolische Struktur, gelbfruchtig auch im Mund, gute Länge.

Wein 8:   2019 Riesling Gutswein

12 % Alk., 5,1 g/l RZ, 8,2 g/l S

Jugendliches Grüngold, fast exotische Frucht, noch leicht hefig, rauchig, kräuterwürzig, schlank im Mund, schöne Säure, etwas dienende Restsüße spürbar, gute Würze.

Wein 9:   2019 Siefersheimer Riesling Porphyr

12,5 % Alk., ca 4,7 g/l RZ, 8,2 g/l S

Glänzendes Grüngold, gelbe, rauchig – kräutrige Nase, etwas Pfirsich, im Mund viel Schmelz, knackige Säure, schöne Cremigkeit, noch etwas verschlossen, purer, trockener als der Gutsriesling.

Wein 10:   2019 Siefersheimer Riesling Rotliegend

13 % Alk., 4,8 g/l RZ, 7 g/l S

Glänzendes Grüngold, gelbfruchtige Nase, sehr duftig, Blüten, im Mund fülliger, nicht so säurebetont wie der Riesling vom Porphyr, etwas mehr Restsüße merkbar, mildere Säure, rund, weinig, gute Länge, aber etwas gefällig.

Wein 11:    2019 Siefersheimer Riesling Melaphyr

12 % Alk., 3,4 g/l RZ, 8,4 g/l S

Glänzendes Grüngold, rauchige, fast verbrannte Noten in der Nase, viel Kräuterwürze, eher zurückhaltende Frucht, viel Würze, sehr pur, säurebetont durchaus fordernd, fast karg, schöne Würze, gute Länge.

Wein 12:   2018 Riesling GG Höllberg

13 % Alk., 2,5 g /l RZ, 6,5 g/l S

Reifendes Grüngold, rauchige, gelbfruchtige Nase, Kräuterwürze, im Mund viel Fülle, eher milde Säure, nicht so puristisch wie der Riesling vom Melaphyr, aber sehr cremig, mit guter Harmonie und Länge

Wein 13:   2018 Riesling GG Heerkretz

13 % Alk., 1,3 g /l RZ, 7,5 g/l S

Helles Grüngold, sehr kräuterwürzige, erdige Nase, kühler, mehr Phenolik, Säure und Frucht im Mund, sehr würzig-salzig, mehr Ecken und Kanten als das GG vom Höllberg

Wein 14:   2017 Riesling GG Scharlachberg (komplett im Edelstahl ausgebaut)

Reifes Grüngold, schon etwas gereifte Nase, minzig, schiefrig, viel Würze, schlank, knackige Säure, fordernd und kraftvoll zugleich, kernig, markant anders als die Siefernheimer Weine, sehr pur.

Wein 15:   2015 Riesling A.D.M.

Kräftiges Goldgelb, Nase nach Honig und Quitte, nussig, im Mund enorme Fülle, etwas Eichenholz merkbar, schöne Säure, viel Schmelz, Würze und Cremigkeit, nicht gerade tänzerisch, sondern viel von allem, eher als Essensbegleiter geeignet, speziell, aber mit individueller Persönlichkeit.

Bruderschaftsmeister Dieter Ockelmann bedankte sich im Namen der Weinbruderschaft für die sehr gut zusammengestellte Probe und seinen engagierten Vortrag bei Herrn Müller.

Verfasser:  Bernd Kögler

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Weinprobe mit Weinen aus Westhofen am 28.05.2020

Erstellt von Dieter am 5. August 2020

Nach über 2 Monaten Corona-Lockdown konnte wir endlich wieder eine Weinprobe durchführen. Allerdings mit entsprechenden Hygiene- und Abstandsregeln. Dadurch ist leider auch die Anzahl der Teilnehmer begrenzt. Aber glücklicherweise wurde die Höchstzahl an möglichen Teilnehmern bei dieser Probe noch nicht erreicht.

Nach unserem vorher geplanten Probenprogramm hätten wir eine Probe mit dem Weingut Manz duchgeführt, aber wegen der Corona-Pandemie wurde diese Probe vom Weingut abgesagt. Deshalb haben wir unsere im April ausgefallene Probe „Westhofen“ nachgeholt, da die Weine schon vorhanden waren.

Westhofen  gehört zum Bereicht Wonnegau und liegt im Rheinhessischen Hinterland, etwas  10 km vom Rhein entfernt. Vor 40 Jahren galt es noch als unbekanntes Weingebiet. In einem Weinführer von damals stand  über das inzwischen hochrenommierte Weingut Keller: Das Weingut macht sehr gute Weine, aber es fehlen ihm die großen Lagen. Die damaligen „unbedeutenden“ Lagen wie Westhofener Aulerde oder Morstein zählen heute zu den deutschen Spitzenlagen, beim VDP als Große Lage anerkannt. Und das Weingut Keller verkauft heute mit dem „G-Max“ den teuersten und gefragtesten trockenen Wein. Daran sieht man, dass es Rheinhessen inzwischen geschafft hat, der Weinwelt zu beweisen, dass heute von engagierten Winzern aus diesen Lagen Spitzenweine produziert werden.

Westhofen ist ein Ort im Wonnegau mit ca 3.200 Einwohnern und etwa  15 bis 20  Winzerbetrieben. Mit 787 ha bestockter Rebfläche, davon 75 Prozent Weißwein- und 25 Prozent Rotweinsorten ist es die zweitgrößte Weinbaugemeinde Rheinhessens.

Die Weinlagen des Ortes sind:

Morstein, 151 Hektar, Meereshöhe: 150-240 m, Löß, Kalkstein, Mergel, sandiger bis steiniger, toniger Lehm, 80% hängig, 20% flach, Exposition: Süd

Brunnenhäuschen, 31 Hektar, Meereshöhe: 185-240 m, Gehängelehm, steiniger, sandiger bis toniger Lehm, 100% hängig, Exposition: Süd

Steingrube, 145 Hektar, Meereshöhe: 140-180 m, Löß, Kalkstein, sandiger bis steiniger Lehm, 80% hängig, 20% flach, Exposition: Süd

Kirchspiel, 43 Hektar, Meereshöhe: 140-200 m, Löß, Gehängelehm, sandiger bis toniger Lehm, 5% steil, 90% hängig, 5% flach, Exposition: Süd

Aulerde, 102 Hektar, Meereshöhe: 130-200 m, Löß, Gehängelehm, sandiger bis toniger Lehm, 60% hängig, 40% flach, Exposition: Südsüdost

Benn, 7 Hektar, Meereshöhe: 140-180 m, Löß, sandiger Lehm, 80% hängig, 20% flach, Exposition: Süd

Rotenstein, 304 Hektar, Meereshöhe: 140-170 m, Löß, Lehm, sandiger bis steiniger Lehm, 70% hängig, 30% flach, Exposition: Nordost bis Ost

(Die Lagen, von denen wir Weine verkostet haben, sind fett gedruckt.)

Unser Weinbruder Oliver hat es noch kurz vor dem Corona-Lockdown geschafft  für uns bei den fünf Westhofener Weingütern  Katharina Wechsler, K.F. Groebe, Wittmann, Seehof und Hirschhof  eine repäsentative Probe der Weine aus dem Ort zusammenzustellen.

Obwohl eigentlich unser Focus auf  Riesling-Weinen  lag, musste auch ein Silvaner in die Probe. Vor 100 Jahren war in Rheinhessen 2/3 der Fläche mit Silvaner bepflanzt und auch heute noch ist es das weltgrößte Anbaugebiet für diese Rebsorte (noch vor Franken). Aber nicht diese statistischen Werte waren der Grund dafür, einen Silvaner in unsere Probe aufzunehmen sondern seine besondere Qualität.

Deshalb war unser erster Wein der

1.    2017  Westhofener Silvaner, Alte Reben vom Weingut Katharina Wechsler.

In der Nase Stein- und Kernobst, nussige, pflanzliche, und Kräuter-würzige Noten. Reife Frucht mit hoher Mineralität, sehr salzig, aber auch leicht cremig, deutliche, aber sehr gut eingebundene Säure, durch die Maischestandzeit eine zarte Herbe. Ein langer Nachhall.

Die Reben, die über 40 Jahre alt sind, stehen auf einem 1 ha großen Weinberg, der durch eine Sandsteinmauer umsäumt ist und deshalb auch den Zusatznamen „Clos Kathrin“ trägt. Aufgrund des Alters der Reben wird nur ein niedriger Ertrag erreicht. 12 h Stunden Maischestandzeit  als Ganztraube und ein langes Hefelager erzeugen eine vielschichtige Cremigkeit und Eleganz.

Der zweite Wein war dann aber ein Riesling.

2.       2018  Riesling “1763” vom Weingut K.F.Groebe

Würzige, etwas exotische Nase, gelbe Pfirsiche, Aprikose, Citrus, etwas florale Noten. Im Mund dann weicher, vollmundiger und saftig durch eine zarte Süße, dazu eine frische, harmonische Säure.

Dieser Wein ist der Lieblingswein des Winzers, der durch die leichte Restsüße recht charmant daher kommt (ohne süß zu schmecken).

Weiter ging die Probe mit dem

3.   2018  Riesling trocken vom Weingut Katharina Wechsler

In der Nase Steinobst, Grapefruit, Pfirsich und Citrus, am Gaumen dann klar und schlank, feine Mineralik, delikate Frucht nach Pfirsich und Apfel und eine gut eingebundene Säure.

Die Trauben stammen aus den Westhofener Lagen Benn, Kirchspiel sowie Aulerde und dem Osthofener Goldberg von Löss- und Lehm-Böden. Ausgebaut wurde der Wein in Edelstahl

Nun folgten zwei Rieslinge vom gleichen Winzer:

4.   2018  Riesling trocken vom Weingut Wittmann

In der Nase gelbe und weiße Früchte, Pfirsich, sehr reife Zitrusfrucht, im Mund dann klare Frucht Stachelbeere Pfirsich, Mirabelle, Birne, Citrus, Grapefruit mit zarter salziger Kalksteinmineralik, dabei eine  elegante Säurstruktur. Ein rheinhessen-typischer Gutswein.

Die Trauben stammen von den Westhofener kalkhaltigen Böden, Ausgebaut wurde der Wein im großen Holzfass.

5.    2018  Wittmann, Riesling “vom Kalkstein” vom Weingut Wittmann:

In der Nase wieder gelbe Früchte, Zitrus, am Gaumen dann aber deutlich reifer und fülliger, dabei aber auch eine elegante Struktur, feine Kräuter-Noten, eine leicht salzige Kalksteinminmeralik und eine langer Nachhall.

Eine Steigerung des Gutweines, da auch Trauben aus den großen Lagen verwendet wurden.

Eine Qualitätsstufe höher folgten dann drei weitere Rieslinge als Ortsweine:

6.    2018  Westhofener Riesling “vom Kalkstein” vom Weingut Seehof

In der Nase reifes Steinobst, Apfel, Birne und Pfirsich, im Mund dann gelbe Früchte, Pfirsich, Ananas und leicht kräutrige Noten mit einem gut eingebundenem Säuregerüst. Im Vergleich zum Wein Nr. 5, dem Riesling Kalkstein vom Weingut Wittmann, recht weich mit einer leichteren Struktur.

7.    2018  Westhofener Riesling vom Weingut K.F.Groebe

Im Bukett etwas pflanzliche und florale Noten, exotische Früchte, Steinobst und Zitrus, am Gaumen mineralische Anklänge, reife, weiche Frucht, gelbe Früchte, etwas Pfirsich, Mirabelle, Zitrus, zarte Süße und eine saftige Säure.

Die Reben stammen aus den Lagen Aulerde und Kirchspiel und wurden nach ca. 6 Std Maischstandzeit abgepreßt, durch Sedimantation geklärt und im Holzfass spontan vergoren und ausgebaut. Nach lager Lagerung auf der Feinhefe wurde abgefüllt.

8.    2018  Westhofener Riesling trocken vom Weingut Wittmann

In der Nase Sommerapfel, Zitronengras, reife Zitrusfrucht, Quitte, Grapefruit, im Mund dann viel Druck aber auch Eleganz, salzige Mineralik, gelbes Steinobst, Pfirsich, Grapefruit, Orangenschale, reife Quitte, dazu kommt eine delikate Säure.

Die Reben stammen den Lagen für das Große Gewächs und sind im Edelstahl und im Stückfass (1.200 l) ausgebaut. Da die 0,75 l-Flaschen ausverkauft waren mussten wir die Magnum-Große verkosten, was aber sicher vorteilhaft war.

9.    2018  Westhofener Kirchspiel, Riesling vom Weingut Seehof

Der Wein hat ein Bukett nach gelben Früchten, deutlich Pfirsich, etwas Birne und Mirabelle, im Mund dann wieder die gelben Früchte, eine zarte Mineralität und eine lebendige Säure. Wie bei den anderen Weine dieses Weingutes ein recht ruchtiger Wein, aber eine leichtere Struktur.

10.    2018  Westhofener Aulerde, Riesling Großes Gewächs vom Weingut    K.F.Groebe           

Der Wein zeigt ein vielschichtiges Bukett von Pfirsich und reifen Aprikosen, Mirabelle und Birne, im Mund dann ein enormes Fruchtspiel mit feiner Mineralik und opulenter Länge im Abgang. Ein Wein zeigt sich noch etwas verhalten, wird aber zu Recht als Großes Gewächs geführt mit seiner Opulenz, weichen Säure und dem Stil des Weingutes entsprechend mit etwas mehr Süße.

Die Trauben stammen aus einem Weinberg mit über 50 Jahre alten Reben im Zentrum der Lage Aulerde. Nach schonender Kelterung erfolgte die Spontanvergärung und der weitere Ausbau im 1200 l Stückfass.

11.    2018  Westhofener Benn,  Riesling vom Weingut Katharina Wechsler

In der Nase reife gelbe Früchte mit kräutrig-pflanzliche Noten, am Gaumen dann saftige, recht mineralische Frucht, (Pfirsich, Mirabelle, Aprikose) und wieder leicht kräutrig-pflanzliche Noten. Dazu eine straffe, frische Säure, die den Wein sehr schlank wirken lässt. Der Wein hat weniger Alkohol und mehr Säure als die beiden anderen Lagenweine und wirkt dadurch recht straff und schlank, ohne dünn zu sein

Der Wein stammt aus der 7 ha großen Monopollage Westhofener Benn.

12.    2018  Westhofener Morstein, Riesling Auslese vom Weingut Hirschhof

Würziges Bukett von reifen Stachelbeere, Mirabelle, Pfirsich, exotischen Früchen, im Mund dann weiche, runde, würzigere Frucht mit reifer Stachelbeere, gelben Früchten, Pfirsich, Trockenobst, Orangenschale dazu dezente Süße und Honig. Der Wein hat einen recht dichten, harmonischen Körper aber wirkt etwas breit und füllig, zeigt weniger Frische.

Damit waren wir am Ende dieser sehr gut zusammengestellten Probe angekommen und wollen unserem Weinbruder Oliver dafür danken, dass er sich die Mühe gemacht hat uns diese Probe vor Ort zu besorgen.

Zu den Weingütern:

Weingut Katharina Wechsler

18 ha, ca. 120.000 Flaschen, 40% Riesling, 30% Burgundersorten. 10% Scheurebe, 6% Silvaner, 14% übrig Sorten

Mitglied  Maxime Herkunft

Weingut Wittmann

28 ha, ca. 180.000 Flaschen, 70% Riesling, 20% Burgundersorten, 5% Silvaner, 5% übrige Sorten

Mitglied: VDP, Naturland, Message in a bottle, Respekt Biodyn

Weingut K.F.Groebe

8,5 ha, ca, 50.000 Flaschen, 70% Riesling, 18% Burgundersorten, 12% Silvaner

Mitglied: VDP

Weingut Seehof, Familie Fauth

16,5 ha, ca. 80.000 Flaschen, 32% Riesling, 28% weiße Burgundersorten. 9% Müller Thurgau, 7% Scheurebe, 7% Silvaner, 7% Spätburgunder, 10% übrige Sorten

Mitglied  Maxime Herkunft, Message in a bottle

Weingut Hirschhof, Familie Zimmer

30 ha, 220.000 Flaschen, 35% Riesling, 30% Burgundersorten. 20% rote Sorten, 15% übrige Sorten

Mitglied  Ecovin

Verfasser: Dieter

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