• Veranstaltungen

    < 2019 >
    April 01 - April 07
    • 01
      Keine Veranstaltungen
    • 02
      Keine Veranstaltungen
    • 03
      Keine Veranstaltungen
    • 04
      Keine Veranstaltungen
    • 05
      Keine Veranstaltungen
    • 06
      Keine Veranstaltungen
    • 07
      Keine Veranstaltungen
  • Neuigkeiten abonnieren!


     

Archiv für die 'Probenberichte 2018' Kategorie

Weinprobe Rotweine aus dem Markgräflerland am 22.02.2018

Erstellt von Dieter am 18. Juli 2018

Eine kurze Einleitung zum Markgräflerland. Auf die Geschichte der Region wird nicht weiter eingegangen.
Das Markgräflerland liegt im äußersten Südwesten Badens und Deutschlands. Im Westen (Elsass) und Süden wird es vom Rhein begrenzt, im Osten vom Hochschwarzwald und im Norden vom Breisgau (Freiburg).
Die Gesamtrebfläche beträgt 3.167 ha, wovon 2.118 ha auf Weisswein und 1049 ha auf Rotwein entfällt. Die Hauptweissweinsorte ist mit 1071 ha der Gutedel (ca. 40 % der Fläche), den wir in unserer Probe im April vorstellen, gefolgt von den weissen Burgundersorten (Grau- und Weissburgunder, Chardonnay sowie Auxerrois) die wir im Mai verkosten.
Der Spätburgunder umfasst ca. 30 %    der Rebfläche. In unserer Probe legen wir daher auch den Schwerpunkt auf diese Rebsorte, zeigen aber auch für das Gebiet neuere Rebsorten, die sich durch den Klimawandel mehr und mehr ausbreiten.
Die Reben gedeihen in einem nur wenige Kilometer schmalen Vorbergsbereich zwischen der Ebene des Oberrheingrabens und dem Schwarzwald auf einer Höhe zwischen 230 bis 480 m ü.d.M.
Mehrheitlich wachsen die Reben auf Löss- und schweren Mergelböden sowie auf tonigen Lehmen.

Informationen zu den verschiedenen Winzern stellen wir unten nach den Probenbeschreibungen dar.

Zu den Weinen:

Wein No.1    2013 Mauchener Sonnenstück, Spätburgunder Rotwein, Kabinett
                    Friedrich Sommerhalter, Mauchen

Dieser Einstiegswein von einem Winzer, der in keinem Weinführer erwähnt ist, traditionell auf der Maische vergoren war, von kräftiger Statur mit einem an Brombeeren erinnernden Duft und fruchtiger Aromatik, erzielte Punkte zwischen 12,5 und 15,0 mit einem Mittelwert von 14,0 Punkten.

Wein No.2    2014 Heitersheimer Sonnhohle, Spätburgunder, QW, Bio
                    Weingut Zähringer, Heitersheim

Auch hier fanden wir Brombeernoten, verbunden mit schwarzen Kirschen und einer kräftigen Struktur. Im Weingut wurde uns geraten, diesen Ortswein und nicht einen hochwertigeren „Vierling“- oder Selektionswein in die Probe zu nehmen, da der einfachere Wein die Charakteristik besser darstelle.
Unsere Punktwertung lag zwischen 13,0 und 15,5 Punkten bei einem Durchschnitt von 14,8 Punkten.

Wein No. 3   2016 Spätburgunder, QW
                    Weingut Hermann Dörflinger, Müllheim

Sämtliche trockenen Weine von Hermann Dörflinger sind durchgegoren, wie er auch auf seiner Preisliste ausdrücklich vermerkt, und liegen in der Regel unter 2,0 gr. Restzucker. Dieser noch sehr junge Spätburgunder ist traditionell ohne Barrique ausgebaut und einfach ein schnörkelloser Spätburgunder wie man ihn sich vorstellt.
Bei den Punkten lagen wir zwischen 13,5 und 15,50 Punkten bei einem Mittelwert von 14,32 Punkten.
Dieses Weingut werden wir auf unserer Weinreise im Juni besuchen.

Wein No. 4   2013 Spätburgunder „S”, QW
                    Privatweingut H. Schlumberger, Laufen

Mit diesem Wein verließen wir die einfachen Weine, wie der Zusatz -S- aussagt.
Schlumberger ist das einzige VDP-Weingut in der Probe.
Dieser konzentrierte Wein, kein Wunder bei einem Ertrag von unter 60 hl/ha, spaltete die Verkostungsrunde. Die niedrigste Wertung lag bei 12,0 (= gerade noch trinkbar) und die höchste bei 16,0 Punkten, was einen Durchschnitt von (nur) 14,65 Punkten ergab.
Auch dieses Weingut werden wir auf unserer Weinreise besuchen.

Wein No. 5   2011 Weiler Schlipf, Spätburgunder „CS“, QW
                    Weingut C. Schneider, Weil am Rhein.

Bei der Beschaffung holte der Juniorchef extra den schon mehr gereiften 2011er heraus, der eigentlich nicht mehr im Verkauf war. Generell seien die Weine des Weingutes Spätentwickler und nach angemessner Lagerzeit einfach besser.
Wir werteten mit 15,21 Punkten im Schnitt endlich über 15 Punkte, bei einer Spanne von 14,0 bis 16,5 Punkten.

Wein No.6    2014 Tschuppen, Pinot Noir, Badischer Landwein, unfiltriert
                    Weingut Ziereisen, Efringen-Kirchen

Hans-Peter Ziereisen nimmt mit seinen Weinen nicht an der Qualitätsweinprüfung teil, da er seine Weine durch ihre andere Machart bei dieser Prüfung für nicht richtig bewertet sieht. 17 badische Landweinwinzer denken genauso und stellen ihre Wein auf dem badischen Landweinmarkt aus. Diese Idee wird von Vincenz Kling unter­stützt.
Seine Weine sind einfach anders und schmecken auch anders: sie sind alle spontan­vergoren und die Rotweine werden nach einer 22-monatigen Fassreife auf der Hefe unfiltriert abgefüllt. Er ist der Überzeugung, dass durch die Filtration Geschmacks­nuancen verloren gehen. Die eventuell leichte Trübung und das Depot nimmt er in Kauf.
Dieser Stil gefiel nicht allen, sodass der Wein „nur“ 14,82 Punkte im Schnitt bekam, bei einer Schwankung zwischen 13 und 16 Punkten, also zwischen fast Ablehnung und nahezu Begeisterung.

Wein No.7    2014 Pinot noir, QW, Barrique
                    Weingut Markus Büchin, Schliengen

Markus Büchin wird sich mit seinen Weinen noch bei uns in Köln vorstellen. Er ist aus seiner Zeit in Südafrika ein großer Fan des Syrahs, die wir in dieser Probe nur von Fritz Wassmer vorstellen (s.u.).
Dieser Wein hatte eine moderne Stilistik mit Saft und Fülle, wobei das Barrique nicht durchschmeckte.
Der eine oder andere hielt diesen Wein für den besten der Probe, was sich in der zweitbesten Bewertung des Abends mit 15,82 Punkten niederschlug, auch hier wieder eine Differenz von 14,50 bis 16,50 Punkten. Bei den notorisch niedrig Bewertenden war er der am besten bewertete Wein.

Wein No. 8   2015 Müllheimer Sonnhalde, Spätburgunder Spätlese, „Aus alten Reben“
                    Weingut Hermann Dörflinger, Müllheim.

Mit diesem und dem folgenden Wein gleicher Qualitätsstufe vom gleichen Wein­gut aber verschiedener Machart (Nr. 9, Barrique) und Lage wollten einige Unterschiede schmeckbar machen.
Dieser Wein aus dem großen Holzfass schnitt mit durchschnittlich 15,71 Punkten, Varianz 13,5 bis 16,5 Punkte leicht besser als No. 9 ab. Ausschlaggebend war wohl, dass er nicht im Barrique war.

Wein No.9    2015 Müllheimer Reggenhag, Spätburgunder Spätlese, „Im Barrique gereift“
                    Weingut Hermann Dörflinger, Müllheim.

Wie der Vorgänger, war dieser Wein durchgegoren, sogar mit etwas weniger Restzucker. Den Lagenunterschied konnten wir nicht so wahrnehmen, vielleicht auch weil er im Barrique war. Dadurch gab es auch die etwas geringere Wertung von 15,56 Punkten im Schnitt bei Wertungen zwischen 13,0 und 16,5 Punkten.

Wein No.10  2012 Spätburgunder „M “, QW, Barrique
                    Weingut Fritz Waßmer, Bad Krotzingen-Schlatt.

Dieses Weingut hat seinem 2015 Kenzinger Roter Berg Merlot im letzten Jahr den Deutschen Rotweinpreis in seiner Kategorie gewonnen. Unser Versuch, eine Flasche davon zu ergattern, schlug fehl. Im Vinum Weinführer ist der Siegerwein genau wie der „M“ mit 89 Punkten bewertet, und das bei einem Bruchteil des Preises de „M“. Vielleicht hatten die bei der Rotweinpreisjury eine andere Flasche?
Der gereifte Spätburgunder „M“ war für einige der beste Spätburgunder des Abends bei einer Höchstwertung von 17 Punkten. Da andere auch hier nicht über 13,5 Punkte herauskamen, gab es einen Durchschnitt von 16,0 Punkten, die beste Wertung der Probe.

Wein No 11  2014 Syrah, QW, Barrique
                  Weingut Fritz Waßmer, Bad Krotzingen-Schlatt.

Syrah ist mittlerweile im Markgräflerland häufiger anzutreffen, der Klimaerwärmung sei Dank.
Er fand jedoch nicht so den Anklang bei der Probenrunde und erzielt nur 15,29 Punkte im Schnitt, bei einer Varianz zwischen 13,5 und 16,5 Punkten.

Wein No.12  2015 Cuvee Felix, Cabernet Franc & Merlot“, QW, Barrique
                    Weingut Fritz Waßmer, Bad Krotzingen-Schlatt.

Dieser Wein gewann beim Deutschen Rotweinpreis 2017 den 2.Preis bei den Cuvées. Im Gegensatz zu dem Gewinnerwein (s.o.) war zu den normalen Konditionen zu haben.
Er weckte bei uns nicht so die ganz große Begeisterung und bekam 15,38 Punkte im Schnitt, bei Wertungen zwischen 13,5 und immerhin 17,0 Punkten.
Zur Wertung allgemein: Der Mittelwert aller probierten Weine lag bei 15,08 Punkten bei einem Minimum von 13,29 und einem Maximum von 16,21 Punkten, also fast 3 Punkte Unterschied.
Es gab sogar eine Wertung mit nur 12 Punkten.
Man muss sich fragen, ob einige Teilnehmer einfach keine (deutschen) Rotweine mögen, denn die Durchschnitts-Minimumpunktung von 13,29 steht für technisch einwandfreie Weine, trinkbar, aber nicht gut, und das bei Weinen von guten (* +**) bis sehr guten (***) Winzern.

Informationen zu den Winzern:
Bewertungen:   * bis  *** Sterne Vinum Weinguide 2018, in Klammern Gault-Millau 2017

1.      Weingut:             Friedrich Sommerhalter

Ort:                                Schliengen-Mauchen
Rebfläche:                    8 ha
Jahresproduktion :    20.000 Fl.
Beste Lagen:               Mauchener Sonnenstück
Böden:                          Lehm, Löss
Rebsorten:                   45% Spätburgunder, 30% Gutedel, Rest Chardonnay,  Grauburgunder, Weißburgunder
Durchschnittsertrag:  k.A. (Grosse Schwankungen Gutedel bis Spätburgunder)

2.      Weingut:             Zähringer** (*)

Ort:                       Heitersheim
Verbände:                   Ecovin, Demeter, Slow Food
Rebfläche:                  20 ha
Jahresproduktion :     300.000 Fl.
Beste Lagen:               Heitersheimer Sonnhohle und Maltesergarten, Dottinger  Castellberg
Böden:                         Mittelschwerer toniger Lehm, Löss
Rebsorten:                  30% Spätburgunder, 20%   Grauburgunder, 15% Gutedel,
je 10% Chardonnay u.Weißburgunder, 15% übrige Sorten
Durchschnittsertrag:  k.A.

3.      Weingut:            Hermann Dörflinger *+ (**)

Ort :                        Müllheim
Rebfläche:                  21 ha
Jahresproduktion :     140.000 Fl.
Beste Lagen        :     Müllheimer Reggenhag, Pfaffenstück u.Sonnhalde;
Badenweiler Römerberg
Böden:                         kalkhaltiger Löss, Braunjura, sandiger Lehm
Rebsorten:                  37% Gutedel, 23 %Spätburgunder, 12% Weißburgunder,
10% Grauburgunder, 18% übrige Sorten
Durchschnittsertrag:  65 hl/ha

4.      Privatweingut:     H.Schlumberger *** (***+)

Verbände:                   VDP
Ort:                        Sulzburg-Laufen
Rebfläche:                  8,5 ha
Jahresproduktion :     60.000 Fl.
Beste Lagen        :     Laufener Altenberg Laufen und Weingarten, Muggarter Berg
Böden:                         Kalksteinverwitterung mit Löss- und Lehmauflage,  Kalkmergel
Rebsorten:                  25% Spätburgunder, je 20% Gutedel und Weißburgunder,
15% Grauburgunder, je 4% Chardonnay+Sauvignon Blanc, 7% übrige So.
Durchschnittsertrag:  55 hl/ha

5.      Weingut:             Claus Schneider *** (***+)

Ort :                       Weil am Rhein
Rebfläche:                  12 ha
Jahresproduktion :     80.000 Fl.
Beste Lagen        :     Weiler Schlipf
Böden:                         tiefgründiger Lehm mit hohem Kalkanteil
Rebsorten:                  40% Spätburgunder, 25% Gutedel, 15% Weißburgunder,
13% Grauburgunder, 7% Chardonnay,
Durchschnittsertrag:  52 hl/ha

6.      Weingut:             Ziereisen **** (***+)

Ort :                      Efringen-Kirchen
Rebfläche:                  16 ha
Jahresproduktion :     110.000 Fl.  Weine z.T. ungefiltert
Beste Lagen:               auf Lagenbezeichnung wird verzichtet. Hat auch Weinberge in der Schweiz
Böden:                         Jurakalk
Rebsorten:                  45% Spätburgunder, 25% Gutedel, 11% Weißburgunder,
8 % Grauburgunder, je 5% Chardonnay u. Syrah, 1%
Gewürztraminer
Durchschnittsertrag:  50 hl/ha

7.      Weingut:             Büchin          – (*)

Ort :                      Schliengen
Rebfläche:                  27 ha
Jahresproduktion :
Beste Lagen:                 Sonnenstück
Böden:                         Lehm, Löss
Rebsorten:                  Gutedel, Weißburgunder, Grauburgunder, Spätburgunder, Syrah
Durchschnittsertrag:

8.      Weingut:             Fritz Waßmer          ***+  (***+)

Ort :                       Bad Krozingen-Schlatt
Rebfläche:                  38 ha
Jahresproduktion :     192.000 Fl.
Beste Lagen:               Malterdinger + Kenzinger Bienenberg (Breisgau)
Böden:                         Löss mit Kalkverwitterungsgestein, roter Ton, Muschel­ kalk, Mergel
Rebsorten:                  61% Spätburgunder, 13% Grauburgunder, 12% Weißburgunder, je 3 % Chardonnay uns Syrah, 8% übrige
Sorten (Merlot, Frühburgunder, Cabernet Franc,
Auxerrois, Viognier, Sauvignon blanc)
Durchschnittsertrag:  38 hl/ha

 

Verfasser: Wilfried

2018_02_Rotweine aus dem Markgräflerland Probenergebnis

Abgelegt unter Probenberichte, Probenberichte 2018 | Keine Kommentare »

Weinprobe Britzingen im Markgräfler Land am am 11.01.2018

Erstellt von Dieter am 4. April 2018

Das neue Jahr begann mit einer Probe zum Thema Markgräfler Land. Dazu konnten wir Herrn Florian Meier von der Winzergenossenschaft Britzingen begrüßen. Er war dienstlich für drei Tage in Köln und so konnten wir ihn überreden, anschließend an seine Präsentation der Winzergenossenschaft bei uns eine Probe abzuhalten.

Im Markgräfler Land wird schon seit der Römerzeit Wein angebaut. Ab 773 nach Christi ist der Weinbau auch urkundlich nachgewiesen.

Die Weinbereitung war sehr lange recht einfach: die geernteten Trauben abpressen, gären lassen und dann in Gefäße geben die mit etwas Schwefel ausgeräuchert wurden.  Entsprechend war die Qualität auch Verkauf erzeugt. Viel Geld war damit allerdings nicht zu verdienen. Die Arbeit wurde in den evangelischen, markgräflichen Gebieten zusätzlich noch durch die Realteilung erschwert, wodurch die Bauern teilweise nur 100 Stöcke pro Parzelle besaßen. Durch den Bau der Eisenbahn im Rheintal konnte auswärtige, billiger Ware verkauft werden. 1875 war ein sehr kalter, nasse Sommer mit entsprechend katastrophaler Ernte, und die Weinpreise wurden von den Weinkommissionären stark gedrückt, so dass viele Bauern den Weinbau aufgaben.

Als Gegenreaktion ermutigten die örtlichen Pfarrer die Bauern sich zu Genossen­schaften zusammen zu schließen umso Qualität und Preise zu erhöhen. Die heutige Britzinger Winzergenossenschaft wurde 1950 gegründet. Heute hat sie ca. 200 Mitglieder, 190 ha Rebfläche und zählt damit in Baden zu den (zu) kleinen Genossenschaften. Da man sich aber rechtzeitig auf Qualität besonnen hat, kann man auch als kleine Genossenschaft rentabel arbeiten.

Unsere Probe begann mit einem Crémant. Die Winzergenossenschaft hat sich auf Sektherstellung spezialisiert. Während man 2000 vier verschiedene Sekte mit ca. 10.000 Flaschen produzierte, sind es heute 12 Sorten mit einer Menge von 90.000 Flaschen. Für die Sekterzeugung nach Champagner-Vorbild wurden 3,5 ha Schwarzriesling (Pinot Meunier) angepflanzt, von denen 2 ha nur für die Sekterzeugung gebraucht werden.

  1. 2013 Britzinger Crémant, „Rosé“, brut der Winzergenossenschaft Britzingen ist eine Cuvée aus Spätburgunder, Chardonnay und Schwarzriesling. Nach einer Ganztraubenpressung stand der Most 5 Tage auf der Maische. Die zweite Gärung erfolgte dann klassisch als Flaschengärung.

Ein gut gemachter, sauberer, recht fruchtiger, runder, sehr weicher Sekt, eine Spur buttrig und im Abgang etwas herberer.

Es folgte ein Pärchen aus den alten Rebsorten Gutedel bzw. Elbling. Gutedel hat sich seit 5000 Jahren genetisch praktisch nicht verändert, was durch Funde von Traubenkernen in den Grabstätten der Pharaonen in Luxor belegt ist. Im Markgräfler Land war der Gutedel früher stark vertreten, in einer sehr kühlen Wetterphase um 1700 zog sich der Anbau dieser Rebe aber in die südliche Alpenregion zurück, da in Baden die Trauben nicht mehr ausreifen konnten. Erst der Markgraf von Baden förderte um 1800 wieder den erneuten Anbau.

International ist die Rebsorte als Chasselas vom Genfer See bekannt und erzielt dort auch stolze Preise. Im Veneto ist diese Rebe als Marzemino Bianco bekannt, dient aber nur zur Erzeugung einfacher Weine. Eine Weiterzüchtung als Tafeltraube wird unter dem Namen Madeleine Royal vermarktet.

  1. 2016 Britzinger Rosenberg, Gutedel der Winzergenossenschaft Britzingen

Ein sauberer, fruchtiger, etwas verhaltener, weicherer Gutedel mit leichterer Struktur, aber angenehm zu trinken.

Der Gegenpart dazu war ein Roter Elbling, die seltene Mutation des Weißen Elblings

  1. 2015 Hellershof Zilliken, Roter Elbling vom Weingut Hellershof Zilliken aus Nittel an der Obermosel. In Nittel steht der Elbling auf Muschelkalk in einer Lage mit sehr warmem Mikro-Klima.

Ein, etwas herb fruchtiger, leicht adstringierender Elbling, sehr klar mit guter Säure

Als nächstes Pärchen konnten wir zwei Chardonnay-Weine aus Britzingen verkosten. Da der Chardonnay im Markgräfler Land dem Weissburgunder sehr ähnlich werden kann, wird in Britzingen darauf geachtet, dass etwa ein Drittel der wird Fläche mit einem Duftklon bepflanzt wird, um dem Chardonnay eine eigene Würze zu geben.

  1. 2016 Britzinger Chardonnay, Kabinett der Winzergenossenschaft Britzingen wurde mit einem Ertrag von ca. 65 hl/ha geerntet und im Edelstahl ausgebaut.

Ein klarer, fruchtiger, zart blumiger, duftiger Chardonnay mit leichterer Struktur, der aber trotzdem nicht dünn wirkte.

  1. 2015 Badenweiler Römerberg, Chardonnay „Premium“ Spätlese der Winzergenossenschaft Britzingen

Der Wein wurde mit niedrigerem Ertrag von 50 hl/ha geerntet und im Holz ausgebaut (Halbstückfässer und 4- und mehrjährige Barriques).

Ein dichter, etwas fülligerer Chardonnay, mehr Struktur, Extrakt und Länge, aber auch etwas Rauchnoten und Räucherspeck vom Holzfass-Ausbau.

Unser drittes Pärchen waren zwei Grauburgunder, die zeigten wie unterschiedlich die Weine der gleichen Rebsorte durch unterschiedliche Herkunft und Ausbauart sein können.  Beide waren mit einem Ertrag von 40 – 50 hl/ha geerntet worden. der

  1. 2016  Grauburgunder Qualitätswein vom Weingut Hellershof Zilliken aus Nittel an der Obermosel steht wie der Rote Elbling wieder auf Muschelkalk

Ein klarer, zarterer, fruchtbetonter, recht eleganter, leicht mineralischer Grauburgunder mit feiner Säure und mehr Kohlensäure abgefüllt. Im Abgang ist er dann leichter.

  1. Der 2015 Britzinger Sonnhole, „Exclusiv“ Grauburgunder der Winzergenossenschaft Britzingen steht dagegen auf Lößlehm und gehört zur „Exklusiv-Serie“, die 1992 eingeführt wurde, um einen deutlichen Unterschied zum damals breiten, Honig-süßen Ruländer zu zeigen. Es dürfen hier nur Trauben aus alten Anlagen (älter als 25 Jahre) verwendet werden und die Ernte muss manuell erfolgen.

Ein dichter, weicher, runder, weicher Grauburgunder, anfangs etwas zurückhaltende Frucht, dann aber kommt schnell eine würzige Note, die bis zum Abgang bleibt. Insgesamt ein weicher, runder, etwas barocker Wein, der aber trotzdem noch eine frische Säure besitzt.

Als viertes Pärchen verkosteten wir zwei Spätburgunder, wieder mit etwas gleichem Ertrag von 45 -50 hl/ha, aber unterschiedlicher Herkunft und Ausbauart.

  1. Der 2014 Britzinger Rosenberg, Spätburgunder „St.Jacobus“ der Winzergenossenschaft Britzingen                 

wurde zu je einem Drittel in neuem und 1- bzw. 2-jährigen Barriques ausgebaut.

Durch das wärmere Klima hat er mehr Tannine und wurde deshalb mehr in gebrauchtem Holz ausgebaut. Sauberer, recht klarer, kräutrig-fruchtiger Spätburgunder mit feiner Säure, kaum Barrique-Tönen aber auch einem Hauch stumpferer Tannine

  1. Der 2016 Spätburgunder, „Edition Ponsart Nr.27“ der Winzergenossenschaft Mayschoss-Altenahr wurde nur in neuem Holz ausgebaut. Durch die Verwendung von lockerbeerigen Klonen, die dadurch auch viele kleinbeerigen Trauben haben, zeigt der Wein eine dunklere Farbe. Ein dichter und eleganter, gradliniger sehr kirsch-fruchtiger Spätburgunder mit weicherem Tannin und sehr dezentem Holzton.

Beide Weine gewinnen an der Luft. Beim Vergleich muss man aber auch berücksichtigen, dass der Britzinger Spätburgunder schon mehr Reife zeigt und aus dem schwierigen Jahr 2014 stammt, während der Ahr-Spätburgunder durch seine Jugend noch deutlich mehr Frucht besitzt und aus dem an der Ahr sehr guten Jahr 2016 stammt.

Beim letzten Pärchen konnten wir dann einen Merlot aus Britzingen mit einem Merlot-Cabernet Sauvignon-Cuvee aus Rheinhessen vergleichen.

  1. Der 2015 Hirschhof, „Platzhirsch“, Cuvée aus Merlot und Cabernet Sauvignon vom Weingut Hirschhof aus Westhofen                

Eine deutliche Beerenfrucht mit weichem, leichterem Tannin, und mehr Holz-Tönen. Der Cabernet Sauvignon-Einfluss ist deutlich erkennbar.

  1. Der 2013 Badenweiler Römerberg, Merlot „St.Paulus“ der Winzergenossenschaft Britzingen              

Dieser Merlot stammt aus einer reinen Kalk-Lage, die zu den wenigen Steillagen im Markgräfler Land gehört. Ein niedriger Ertrag von etwa 50 hl/ha und Handarbeit bei der Ernte haben zu diesem eigenständigen Merlot geführt.

Ein klarer, recht dichter, fruchtiger, leicht pfeffriger Wein, durch den Barrique-Ausbau zeigt er eine recht weiche Frucht, mit festem, noch etwas kantiges Tannin

Zum Abschluss gab es dann noch ein süßes Bonbon.  2015 war ein sehr gutes Jahr in Britzingen, denn von Ende August bis Mitte November herrschte warmes, trockenes Wetter und so konnten die Trauben zum optimalen Zeitpunkt geerntet werden. Diese Gelegenheit hat die Winzergenossenschaft genutzt, eine große Palette an edelsüßen Weinen zu erzeugen. Aufgrund der kleinen Mengen wurde diese Beerenauslese in 90-l Glasballons ausgebaut und bei 13-14°C bis Ende April vergören.

  1. Die 2015 Britzinger Sonnhole, Gewürztraminer Beerenauslese der Winzergenossenschaft Britzingen                 

Ein dichter, nicht fetter Gewürztraminer, mit dezenter, erkennbarer aber nicht überparfümierter Gewürztraminer-Frucht, Die Süße ist trotz des hohen Restzuckers durch die weiche, kräftige Säure gut eingebunden und wirkt nicht pappig

Damit waren wir am Ende unserer Probe angekommen. Herrn Florian Meier müssen wir dafür danken, dass er sich nach seiner Arbeit noch die Zeit genommen hat, uns diese Weine zu präsentieren. Es war eine Probe der „anderen Art“, da er nicht nur Weine aus dem eigenen Hauses vorgestellt hat, sondern geschickt einige Weine aus anderen Anbaugebieten, Rebsorten und mit verschiedenen Herstellarten als Kontrast dagegen gestellt hat. Und es ist ihm gelungen, zu zeigen wie unterschiedlich gute Weine sein können.

Verfasser: Dieter

2018_01_Weinprobe Britzingen Probenergebnis

Abgelegt unter Probenberichte, Probenberichte 2018 | Keine Kommentare »