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      Wir werden den Roten Hang von Nierstein aus erkunden. Der Rote Hang ist eine Steillage aus Rotliegendem, einer Ton- und Sandstein-Formation , die sich von Nackenheim bis Schwabsburg erstreckt und Wein von speziellem Charakter hervorbringt.

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      1993 hat Daniel Wagner im elterlichen Weingut in Siefersheim in der Rheinhessischen Schweiz südöstlich von Bad Kreuznach die Regie übernommen das damals es noch ein typischen Gemischtbetrieb mit Schwerpunkt Ackerbau und einem kleinen Teil Weinbau war. Den Weinbau hat er immer weiter ausgebaut, neue Flächen bestockt und den Keller ausgebaut. 2004 wurde er Mitglied im VDP und 2009 vom Weinführer Gault Millau zum Aufsteiger des Jahres erhoben. Die Weinberge haben eine besondere Charakteristik, denn die Weine wachsen auf dem vulkanische Verwitterungsgestein Rheolit, einer speziellen Porphyr-Art. Das hat er konsequent genutzt und so die beiden Siefersheimer Lagen Heerkretz und Höllberg wieder bekannt gemacht. Wir werden sich interessante Weine verkosten können.

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Archiv für die 'Probenberichte 2019' Kategorie

Weinprobe „Was ist Terroir“ am 21.11.2019

Erstellt von Dieter am 21. Februar 2020

Wenn bei Wein von Terroir die Rede ist, dann hat jeder seine eigene Vorstellung davon, aber keiner weiss genau, was Terroir eigentlich ist.
Deshalb hatten wir Herrn Ing, C.Presser vom Hessischen Dezernat Weinbauamt in Eltville als Fachmann zu uns eingeladen.
Sein Aufgabenbereicht umfasst den Weinbau im Rheingau und an der  Hessischen Bergstraße, sodass er sich mit dem Thema Terroir bestens auskennt.
Zum Terroir gehören nicht nur Lage, Klima und Boden, wie oft vereinfacht behauptet wird, sondern auch der Winzer und die Anbau- und Ausbauart.
Fixe bzw. langfristige Parameter des Terroirs sind Lage, Klima, Boden und Anbau, die variablen sind der Winzer und der Ausbau der Weine.

Bei den Böden sind drei wesentliche Typen im Rheingau vorhanden: Sand- und Schiefer-artige Böden. Hier gehört auch der Taunusquarzit dazu, ein Sandstein, der durch Druck und Kieselsäure verfestigt wurde, Diese Böden sind neutral bis sauer. Als zweite Bodenart kommt dann Kalkstein. Hier sind die Böden alkalisch und als dritter Typ die Löss- und Tonböden, die durch den Kalkanteil auch leicht alkalisch sind.

Diese drei Bodentypen stehen in einem Dreiecksverhältnis: Sand steht für hohe Säure im Wein, Kalk für Weichheit und Ton für Fülle und Körper. Zwischen diesen drei Extremwerten bewegen sich die entsprechenden Weine.
1A     Der Sandstein ist recht neutral im pH und verwittert zu grobkörnigem, sehr nährstoffarmen Substrat. Die Säure wird nicht gepuffert und ist dadurch stärker, die Mineralik aber schwächer ausgeprägt. Im Aroma überwiegen blumige Noten, Apfel, Zitrus und Grapefruit, aber weniger gelbfruchtige Noten von Pfirsich, Maracuja, Honigmelone usw. Auch die Bitternoten sind nicht ausgeprägt
1B    Bei Schiefer führt der kalkfreie, leicht saure Boden zu einem Geschmacksprofil mit spritziger Säure, mehr Mineralik und blumigen, gelbfruchtigen Aromen (Pfirsich, Aprikose, Mango, Maracuja, Honigmelone und Honig sowie Karamel, auch etwas Zitrone, Grapefruit, Apfel.
1C    Bei  Taunus-Quarzit ist der Boden neutral bis leicht sauer und verleiht dem Wein spritzige Säure und Mineralität. Von den Fruchtaromen überwiegen Zitrus, Grapefruit, Apfel und grüne Noten. Pfirsich, Aprikose, Mango, Maracuja, Honigmelone und Bitternoten sind dagegen schwächer ausgeprägt.
2       Kalkstein-Boden, der alkalisch ist führt dazu, dass die Säure gepuffert und dadurch weicher wird. die Mineralik dagegen ist weniger ausgeprägt. Das Aroma ist nicht so blumig und gelbfruchtig, dafür kommen mehr Apfel, Citrus und Grapefruit und  auch die Bittertöne stärker durch.
3A     Auf den kalkhaltigen und sehr nährstoffreichen Lössböden hat die Rebe alles, um üppige Weine zu produzieren. Säure und Mineralik sind ebenso wie grüne Aromen nicht ausgeprägt, dafür aber ist fast das gesamte Aromaspiel von blumig über Honigmelone, Mango, Maracuja, Pfirsich, Aprikose, Apfel bis zu Zitrus und Grapefruit vorhanden.
3B    Auf  Tonmergel zeigen die Weine ebenfalls weiche Säure, aber viel Mineralik und eine Aromatik ähnlich wie auf den Lössböden.Um unseren Gaumen und die Nase „weingrün“ zu machen, starteten wir noch ohne direkten Bezug zu unserer Terroir-Verkostung mit einem

2019  Spätburgunder Weissherbst               
Weingut Alois Dahn, Oestrich Winkel                                                      
Blasses Gelb, leichter Rosastich. Der gerade gefüllte Weißherbst vom neuen Jahrgang zeigte sich noch etwas wild und parfümiert, aber recht frisch mit würziger, leicht exotischer Frucht,  Apfel, Stachelbeere, etwas Johannisbeere, leichte Süße. Im Abgang noch etwas mehr Herbe

Nachdem wir uns „eingetrunken“ hatten, folgten die „Terroir-Weine:“

2018  Johannishof, Riesling, „Terra Nostra“
Weingut Johannishof, Johannisberg                                                      
Die Trauben für diesen Wein kommen von Rebanlagen um das Weingut in Johannisberg, Die Böden sind Taunus-Quarzit mit einer Lössauflage.  
Blasses Grüngold, würzige  etwas breitere Frucht, Apfel, Birne, Grapefruit, Citrus, Pfirsich, frische, spritzige Säure.

2018  Laquai, Lorcher Schlossberg, Riesling, „vom Schiefer“
Weingut Gilbert & Gundolf Laquai, Lorch                                            

Die Reben  stehen auf dem typischen Mittelrhein-Schiefer.
Blasses Grüngold, frische, mineralische, dem Jahr 2018 geschuldet etwas vollreife Frucht, Pfirsich, Steinobst, Birne, frische Säure, zartere und filigrane Struktur.

2018  Hochheimer Hofmeister, „Riesling vom Kalkstein“
Weingut Rebenhof, Hochheim
                                                                   
Diese Reben stehen auf Kalkstein.
Ein würziges Bukett, exotische, weichere, vollere Frucht, mehr Citrus-Noten und Grapefruit mit einer weichen, gut gepufferten Säure.

2018  Vinum Autmundis, Riesling, „terre rouge“
Winzergenossenschaft Vinum Autmundis, Groß Umstadt, Hessische Bergstraße
Die Reben stehen auf rotem Sandstein an der Hessischen Bergstraße. Blasses Gelb, würziges Bukett mit etwas blumigen Noten, im Mund dichte, weiche Frucht, Apfel, Birne, weniger Pfirsich, kaum Bitternoten

2016  Oestricher Doosberg, Großes Gewächs,
Weingut Karl, Hallgarten     
Die Reben stehen auf fruchtigbaren, kalkhaltigen und sehr nährstoffreichen Lössböden. Der Ausbau erfolgte im großen Holz.
Helles Grüngold, blumig würziges Bukett, dichte, fülligere Frucht, Pfirsich, Aprikose, Mirabelle, Birne, zarte Süße, weiche, gut gepufferte Säure.
Die Fülle kann auch durch die starke Ertragsreduktion (1 Traube pro Stock) hervorgerufen sein, der Ausbau erfolgte im großen Holz.

2018  Laquai, Riesling, „vom Löss“
Weingut Gilbert & Gundolf Laquai, Lorch                                            
Die Reben stehen auf Schiefer mit einer Lössauflage, der Ausbau erfolgte nur in Edelstahl. Blasses Grüngold, würzige, exotische und sehr mineralische Frucht, Pfirsich, Mirabelle; Birne; Apfel, deutliche Säure, straffe Struktur. Die Ausprägung auf die Weinaromatik ist dadurch nicht so stark wie beim Riesling vom Schiefe

2018  Hochheimer Hölle, „Großes Gewächs“
Weingut Franz Künstler, Hochheim                                                       

Die 50 Jahre alten Reben stehen auf Tonmergel der sich durch hohen Kalkanteil auszeichnet.
Helles Strohgelb, gelbfruchtiges Bukett mit Kräuter-Noten, dichte, volle, aber zart mineralische Frucht, Pfirsich, Aprikosem Apfel, Quitte, florale Noten, Kräuter-Würze, feine, weiche, gut gepufferte  Säure

2018  Laquai, Riesling, „Vom Quarzit, Lorcher Steillage“, feinherb
Weingut Gilbert & Gundolf Laquai, Lorch                                            
Die Reben stehen auf Taunus-Quarzit mit einer Lössauflage im Lorcher Bodenthal-Steinberg. Helles grüngold, leicht blumiges Bukett, am Gaumen  zart mineralische, blumig und gelbfruchtig (Pfirsich, Aprikose, Steinobst, etwas Birne, Citrus), gute, spritzige Säure, die durch die zarte Süße abgemildert wird, kaum Bitternoten.

2018  Hochheimer Hölle, „Riesling vom Löss“, feinherb    
Weingut Rebenhof, Hochheim
Die Reben stehen Tonmergel mit Lössauflage. Dadurch haben wir wieder Säure, Mineralik und Aromatik ähnlich wie bei Wein 9.
Helles Grüngold,  Klarer, fruchtiger, dichter, recht eleganter Riesling mit feiner Süße / Säure.

Nach den Riesling-Weinen, die einen direkten Vergleich des Terroirs erlauben, konnten wir noch einige weitere Weine verkosten.

Es folgte ein Roter Riesling, eine farbliche Mutation des weißen Rieslings, die sich durch rötliche Beeren auszeichnet. Durch Genanalyse wurde nachgewiesen, dass es nicht die Urform des weißen Rieslings ist, sondern nur eine Mutation. davon

2018  Vinum Autmundis, Roter Riesling „vom Herrenberg“ Winzergenossenschaft Vinum Autmundis, Groß Umstadt Hessische Bergstraße
Die Reben stehen auf rotem Sandstein an der Hessischen Bergstraße.
Helles, grünstichiges Gelb, würziges Bukett nach grünem Apfel, Grapefruit, im Mund dann vollmundig, Apfel, Grapefruit, etwas Birne, Pfirsich und Eisbonbon, frische, etwas breitere Säure und mehr Herbe, Grapefruit.

Als Übergang zu den beiden Rotweinen folgte ein Rosé:

2019  Alois Dahn, St.Laurent Rosé, feinherb    
Weingut Alois Dahn, Oestrich Winkel                                                     Helles, klares, zartes lachsrosa, würziges Bukett, klare recht saftige Frucht nach Stachelbeere, Birne, Johannisbeere , gute Säure.

2018  Eltviller Langenstück, Spätburgunder
Weingut H.J. Ernst, Eltville-Erbach                                                          
Der Boden besteht neben tiefgründigen Lößen und Lößlehmen auch aus tertiären Ton- und Mergelböden mit Kiesanteilen.
Helles Rubinrot, dichte, weiche, etwas füllige und kräftige, stoffige Frucht. Kirsche, Pflaume, rote Beeren, gute Säure, weiches Tannin. Der Wein ist noch sehr jung und unruhig, er muss sich noch finden

2016  Hochheimer Stein, Erste Lage, Spätburgunder
Weingut Franz Künstler, Hochheim                                                       
Der Boden ist sandig bis kiesig mit Beimengungen von Löss mit tertiärem Mergel im Untergrund. Der Ausbau erfolgte im Barrique.
Helles Rubinrot mit Spur gelben Rand, am Gaumen dichte, aber auch elegante Frucht, Kirsche, dunkle Waldbeeren, ein Hauch schwarze Johannisbeere, frische, animierende Säure, feine Tannine, Spur Tabak, zartes Holz.

Damit waren wir am Ende der Probe angekommen. Es war ein komplexes, aber sehr interessantes Thema, das Herr Presser hervorragend dargestellt hat. Nicht nur von der theoretischen sondern auch von der sensorischen Seite, da er die entsprechenden Weine ausgesucht hatte. Dabei zeigte sich, dass nicht nur die bekannten Winzer, sondern auch kleinere, unbekannte Winzer das Terroir in ihren Weinen sehr gut herausgearbeitet hatten.

Für diese Probe möchten wir uns ganz herzlich bei Herrn Presser bedanken

Verfasser: Dieter

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Weißweine aus Rueda am 17.10.2019

Erstellt von Dieter am 21. Februar 2020

Die D.O. Rueda liegt im Zentrum der spanischen Hochebene Meseta im Norden Spaniens. Das Gebiet gehört zu der autonomen Region Kastilien–Léon, mit den Provinzen Valladolid, Segovia und Àvila. Den Norden des Anbaugebiets durchfließt der Duero.

Das Gebiet hat eine lange Geschichte der Weinproduktion. Erst durch den Befall mit der Reblaus kam der Weinbau zum Erliegen. Bei den Neupflanzungen entschied man sich dann für ertragreiche Sorten wie die Palomino, die aber nur mittelmäßige Weinqualitäten lieferten. Nur mit oxidierten, aufgespriteten Weinen vom Sherry-Typ erhielt man bessere Weine, die aber international nie beachtet worden sind.

Bis in die 80er Jahre wurden diese Weine in großer Menge produziert. Erst nach 1970 Jahren kam es zu einer entscheidenden Änderung. Der bekannte Weinproduzent Marques de Riscal aus der Rioja suchte ein Gebiet für die Herstellung von Weißweinen hoher Qualität. So wurde man auf Rueda mit der Rebsorte Verdejo aufmerksam. Durch moderne Techniken wie schneller Transport zum Weingut nach der Ernte, das Pressen der Trauben unter Kühlung / Schutzgas und eine gekühlte, reduktive Vergärung konnten klare, frische, fruchtige Weine erzeugt werden. Seitdem ist Rueda für seine Weißweine bekannt und die Produktion hat sich seit den neunziger Jahren etwa verzehnfacht.
1982 erhielt das Gebiet für Weißweine die DO Rueda zuerkannt und seit 2008 auch für Rotweine.

5 Weißweintypen sind als Rueda DO zugelassen:

• Rueda Verdejo (mind. 85 % Verdejo und 11,5 Vol%)
• Rueda (mind. 50 % Verdejo und 11 Vol%)
• Rueda Sauvignon Blanc (mind. 85 % SB und 11,5 Vol%)
• Rueda Espumoso (Schaumwein)
• Rueda Dorado (oxidativer, sherryartiger, aufgespriteter Wein

95% der Produktion sind inzwischen Weißweine, 5% Rotweine

Die weiße Hauptrebsorte ist Verdejo (87%) mit steigender Tendenz.
Daneben sind noch Viura mit 7%, Sauvignon blanc mit 6% und Restbestände an Palomino mit 0,15% zugelassen Letzterer darf aber für DO-Weine nicht mehr neu ausgepflanzt werden.
Für die Rotweine sind es die Rebsorten Tempranillo, Cabernet Sauvignon, Merlot und Grenache.

Durch den großen Erfolg der Weißweine ist die Produktion seitdem deutlich angestiegen:

• 1996: 12.000.000 Fl.
• 2006: 33.000.000 Fl.
• 2016: 85.000.000 Fl.
• 2017: 83.500.000 Fl.

Entsprechend hat sich die Weinbergsfläche auf 16.358 Hektar (2018) vergrößert.
Produziert wird von 69 Kellereien in 74 Ortschaften und 1.525 WinzernDie Böden sind überwiegend
• Schwemmland und Kiesterrassen am Duero
• Kalkablagerungen in höheren Lagen mit steinigen und sandigen Böden (vor allem im Südosten)
Die Weinberge liegen in einer Höhe zwischen 600 bis 800m.

Das Klima:
Ausgeprägt kontinentales Klima mit starken Tag-Nacht-Schwankungen mit kurzen, aber heißen Sommern und kalten Wintern.
Der Niederschlag beträgt pro Jahr nur 300 – 500 mm bei 2600 Sonnenstunden pro Jahr.
Die Weinprobe wurde von unserem Weinbruder Uwe Lommertin organisiert und vorgestellt.
Die Weine wurden uns dankenswerterweise vom Consejo Regulador de la Rueda zur Verfügung gestellt.

Wie verkosteten die verschiedene Weintypen der DO Rueda:
Einen Schaumwein (Rueda Espumoso)
Frische Weißweine aus Verdejo und/ oder Sauvignon blanc,
Kräftigere Weißweine aus Verdejo mit längerer Lagerung auf der Feinhefe
Kräftigere Weißweine mit Ausbau im Barrique
Einen traditionell oxidativ ausgebauten Weißwein (Rueda dorado)

Nur zur Verkostung der Weine:

0          2016 Juve y Camps, „Cinta Purpura“, Brut Reserva         ohne Bewertung
Dieser Schaumwein von Juve y Camps aus den Rebsorten Xarel-lo, Macabeo und Parellada ist ein klassischer Cava. Er wurde von einem Weinbruder aufgrund seines Geburtstags gesponsert und daher nicht bewertet.
Reifes Blassgelb, rauchig grüne, hefige Nase, traubige Frucht, etwas Birne, Akazienhonig, schöne Säure. Leicht bitter im Abgang, etwas dienende Süße.

1.         Palacio de Bornos, Verdejo, Espumoso brut                           12,68 Punkte
Der Grundwein wurde bei 16°C im Stahl vergoren, dann erfolgte die zweite Gärung auf der Flasche mit 24-monatiger Reifung auf der Feinhefe.
Blasses Grüngold, pflanzliche Nase, Hefenoten im Mund, säurearm, wenig Spiel, pflanzliche Bitternoten im Abgang. Einerseits Primäraromen wie reife Trauben, andererseits aber auch schon Sekundäraromen (Erdnüsse, Brioche).

2.        2018 Alvarez Y Diez, Sauvignon blanc, „Mantel blanco“       13,65 Punkte
Die Trauben wurden entrappt und nach dem Anpressen einige Stunden kalt mazeriert. Nach dem Abpressen wurde im Edelstahl bei max. 17°C vergoren.
Jugendliches Grüngelb, reife Honigmelone, etwas Holunderblüte, grüne Paprika, etwas grasige Noten im Mund, viel Würze, weiche, aber breite Säure, wenig Länge im Abgang, etwas Restsüße. Insgesamt aber Sauvignon blanc-typisch, mit eher internationaler Ausprägung.

3.        2018 Bodegas Hnos Del Villar, Sauvignon blanc „Oro di Castilla“   13,68 Punkte
Nach Nachternte um eine aufheizen der Trauben zu vermeiden, wurde unter Trockeneis-Kühlung abgepresst. Danach erfolgte eine langsame, kühle Vergärung und vier Monate Reifung auf der Feinhefe mit Battonage.
Kräftiges Grüngelb, in der Nase ein leicht reduktiver Stinker, weißer Pfeffer, grüne Noten, etwas Säure-betonter als der Nr. 2 „Mantel Bianco“, aber etwas leichtere Struktur und Spur buttrige Töne.

4.         018 Naia, Verdejo, „K-Naia“                                                           14,94 Punkte 
Die Trauben stammen von meist über 40-jährigen Rebanlagen mit Gobelet-Erziehung. Der Ausbau erfolgte zu 85% in Stahltanks und 15% in 10.000 Liter Holzfässern aus französischer Eiche.
Blassgold, etwas matt, Honigmelone, Limette, etwas Holunderblüte (die 15% Sauvignon blanc sind deutlich zu erkennen) im Mund mehr Fülle aber auch Würze, sehr cremig, im Abgang etwas pflanzenbitter, ein gut gemachter Easy-to-drink- Einstiegswein.

5.        2018 Yllera, Verdejo, „Tierra Buena“,                                          14,32 Punkte
Nach 8 – 12 Std Kaltmazeration wurde abgepresst und bei maximal 17°C vergoren.
Glänzendes Grüngold, etwas grasig in der Nase und im Mund, sehr pflanzliche Noten (Kräuternoten, frisch gemähtes Gras), vor allem im Mund, dann pflanzenbitterer Abgang.

6.        2018 Pago Traslagares, Verdejo                                                    14,00 Punkte
Die Trauben kommen aus einem 25-jährigem Weinberg. Nach der Vergärung reifte der Wein noch einige Zeit auf der Feinhefe.
Kräftiges Grüngold, gelbfruchtig aber auch pflanzlich grün, im Mund viel Fülle, rund, weinig, aber nicht so würzig wie 04 K-Naia, Der Wein besitzt eine gute Cremigkeit, hat aber mehr Bitternoten und zeigt im Abgang eine wenig gepufferte, spitze Säure.

7.        2018 Emina, Verdejo                                                                         14,18 Punkte
Der Wein wurde 14 Tage kühl vergoren und reifte dann noch 3 Monate auf der Feinhefe.
Jugendliches Grüngold, eine etwas rauchig pflanzliche Nase (Fenchel, Thymian), in Nase und Mund grüne Holunder-Noten wie ein Sauvignon blanc Der Wein ist einfacher strukturiert und zeigt wenig Charakter, Auch hier mehr Bitternoten und im Abgang eine wenig gepufferte, spitze Säure.

8.        2018 Martinsancho, Verdejo                                                         14,09 Punkte
Die Trauben wurden entrappt, kalt mazeriert, abgepresst und 18 – 20 Tage bei 14° vergoren. Danach erfolgte 4 Monate Reifung auf der Feinhefe.
Jugendliches blasses Goldgelb, in der Nase ein leicht reduktiver Stinker. Der Wein besitzt mehr Fülle und viel Alkohol, später kommen dann auch noch Aromen von Anis und Fenchel zum Vorschein.

9.         2018 Verdeal, Verdejo                                                                    14,06 Punkte
Die Trauben stammen von 25 Jahre alten Reben. Sie wurden entrappt, kalt mazeriert und dann abgepresst. Nach einer gekühlten Standzeit des Mostes wurde bei 14 – 16°C vergoren und danach auf der Feinhefe gelagert.
Etwas blasses, mattes Grüngold, leicht parfümierte, pflanzlich grüne Noten, Holunderblüte, im Mund cremig, weinig, gute Würze, mehr vollreife Noten, etwas dienliche Süße, nur sehr geringe Bitternoten.

10.      2017 Bodegas Palacio 1894, Verdejo superiore, „Caserio de Duenas 14,15 Punkte
Die Trauben stammen aus 3 verschiedenen Lagen mit unterschiedlicher Höhe und verschiedenen Bodenarten. Sie wurden bei Sonnenaufgang geerntet. Nach leichtem Abpressen erfolgte die Gärung zu je einem Drittel in Stahl, Holz und Beton. Danach erfolgte wieder für 5 Monate Reifung auf der Feinhefe.
Glänzendes Grüngold, etwas verbranntes Gummi in Nase und Mund, gute Cremigkeit aber wenig Charme, etwas bitter, später etwas Zitronenmelisse, wirkt insgesamt etwas glatt.

11.      2017 Sanz, Verdejo, „V Malcorta“                                              14,47 Punkte
Die Trauben stammen von einem speziellen Verdejo-Klon (Verdejo Malcorta ist ein spät-reifender Verdejo-Klon, der seinen Namen bekam, weil er im Handling sehr aufwendig ist – Malbec corta = schlecht zu schneiden). Sie wurden nach der Ernte kalt mazeriert und nach dem Abpressen kühl im Edelstahltank vergoren (unter 15°C).
Kräftiges Grüngold, in der Nase wieder ein leicht reduktiver Stinker, etwas Holunderblüte, frische grüne Kräuter, leichte Cremigkeit. Zarte herber Abgang.

12.      2017 Burdigala, Verdejo, „Campo Alegre“                                   15,03 Punkte
Die Trauben wurden 8 -12 Std kalt mazeriert, dann abgepresst und 10 Tage kühl vergoren. Danach erfolgte der Ausbau zu je einem Drittel im Stahltank, Beton-Ei und in 600 l-Fässern.
Kräftiges Grüngold, deutliche parfümierte, fruchtige Noten der Kaltvergärung, Eisbonbon, Limette, Stachelbeere, etwas Neuholz, leichte Cremigkeit. Im Vergleich zu den vorherigen Verdejo-Weinen sehr international, wenig eigenständiger Charakter.   

13.      2017 Shaya, Verdejo, „Habis Fermento en Barrica“                  14,47 Punkte
Der Wein wurde im Holz vergoren und reifte für 7 Monate in 500-600 l Fässern auf der Feinhefe.
Reifes, etwas matt Grüngold, dichte Frucht mit viel Fülle und Körper aber nicht so viel Substanz wie der Wein vorgibt. Deutlich Holz, viel Vanille, adstringierender Eichenton, insgesamt aber rund und gute Struktur.

14.      2017 Jose Pariente, Verdejo, „Fermento en Barrica“               14,85 Punkte
Die Trauben stammen von alten Reben im Gobelet-Schnitt und wurde im Barrique (in neuen und 1-jährigen Fässer aus französischer Eiche) vergoren, danach erfolgte der Ausbau für 7 Monate auf der Feinhefe unter regelmäßiger Battonage.
Reifes Grüngold, leichter Stinker, deutlich grüne Noten, viel Kraft und Würze, frische Kräuter (Basilikum, Eisenkraut), etwas Neuholz (Vanille, Butter, Toast), leider dienende Restsüße und eine eigenartige Kombination von grünen Kräuter-Noten und Holz, insgesamt aber gut gemacht.

15.      Hjos de Aberto Guiterrez, Verdejo, „Dorado“                             14,06 Punkte
Der Wein wurde nach der alten traditionellen, oxidativen Methode hergestellt. Er wurde nach der Vergärung in 16 l Glasballons vom Januar bis zum Herbst dem Wetter ausgesetzt und dann in Fässer mit Kamhefe umgefüllt und reifet dort noch 3 Jahre nach dem Solera-Prinzip.
Reifer Bernsteinton, schöne Sherry Nase (Oloroso), Hasel- und Walnüsse, Trockenfrüchte, Karamellton, Jod-Ton, leichte Süße aber trotzdem trocken, erinnert an Sherry, ist aber durch den hohen Alkohol brandig und durch mehr Säure unausge­wogen.

Damit waren wir am Ende der Probe. Für uns neue Erfahren, eine Zusammenstellung von verschiedenartigen Weissweine aus Rueda zu verkosten. Die Verkoster ließen sich in drei Gruppen aufteilen: die Liebhaber mehr fruchtbetonter Weine vom Anfang der Probe, die der der kräftigeren Wein mit längerer Hefelagerung und der im Barrique ausgebauten Weine vom Ende der Probe. Die beste Bewertung erhielt der Verdejo „Campo Alegre“. Für den interessanten Querschnitt über die Weißweine aus Rueda möchten wir uns noch einmal beim Consejo Regulador de la Rueda und natürlich bei unserem Referenten Uwe bedanken.

Verfasst von Dieter, Weinbeschreibungen Bernd und Dieter

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Spanien – Rotweine mit dem Weinhändler Maxx – Weine am 19.09.2019

Erstellt von Dieter am 20. Februar 2020

Das Thema war Spaniens Rotweine ohne Rioja (da wir die Rioja-Weine als Dezember-Probe im Jahresprogramm hatten)
Aus dem riesigen „Weinmeer“ Spanien, war keine leichte Aufgabe, eine Auswahl zu treffen, ohne einige (viele) Weine nicht zu berücksichtigen (und gleichzeitig in unserem Budget zu bleiben). Die Aufgabe haben die weinkompetenten und erfahrenen Spaniens Weinkenner Herr Bergermann und Herr Llorente überzeugt geschafft.

1     2015          Bodegas Orvalaiz, „ Septentrion“, Crianza   
DO Navarra      
Tempranillo, Merlot      Orvalaiz ist eine bekannte Bodega aus Navarra.
Sehr schönes, mittelreifes Rot
Nase „weinig“ sehr fruchtig, „warm“, aber mit Frische; saure Kirsche, Barrique; durchdringend.
Harmonisch, relativ. scharf im Tannin, Gewürze, Nougat; noch jung

2     2018          Los Aguilares Tinto       Bodegas Cortijo Los Aguilares
DO Andalusien

Tempranillo, Merlot,   gewachsen auf Lehm-Kalk Boden
violett, jung, „warm“ sogar „heiß“- fruchtig, „gebackene“ auch wild-animalische Noten; nicht 100%-ig reine Frucht aber überzeugend.
Süßlich, marmeladig, fruchtig, harmonisch, mit kräftiger Säure und viel Kraft
Natürlich noch zu jung. Unterschiedlich bewertet.

3     2017          Son Puig „Estiu“ Bodegas Son Puig,                      
DO Mallorca      
Bodegas Son Puig ist ein kleines Weingut mit nur 25ha Rebfläche
Tempranillo, Merlot, Cabernet Sauvignon, Caillet, 3 Monate Barrique
Nicht ganz klares Rot, merkwürdige Note, Himbeere, ev. Kreide; frisch, leicht unsauber, süßlich, saftig, rel. einfach, viel Restzucker, leicht CO2, künstliches Kaugummi Aroma

4     2015          Alicante Bouchet, „La Barbacana“,      Bodegas La Senda,  
DO Bierzo

Alicante Bouchet,         großes Holz
Schönes, dunkles Rot, schöne tiefe Beerenfrucht, dunkle Kirsche, leicht animalisch und (über)reif, Sauerkirsche, Heidelbeere, Saftig, harmonisch, schönes leicht bissiges Tannin, bisschen robust, bissige Säure, Noch jung

5     2013          El Vinculo, Crianza,   Bodegas Alejandro Fernandez  
DO La Mancha

Tempranillo
Dunkel-Rot, wirkt jünger, schöne Gewürze, Puderzucker, „spanisch“-parfümiert, weiße Schokolade, Kokos, typisch (einfacher) Tempranillo, süßliche Frucht, aber gleichzeitig bisschen austrocknend, eher einfach, hält sich nicht kompakt.

6     2016          Condado de Haza, Crianza   Bodegas Alejandro Fernandez                                                                                                      
DO Ribera del Duero
Tempranillo,   bekannter Wein aus dem Alejandro Fernandez- „Imperium“; gewachsen auf Kalkböden
Dunkel, Rot-Violett, jung, durchdringende, scharfe Frucht-Noten, Pinie, Kiefer, Zeder, Kokos, im Geschmack saftige Kirsche, bisschen rustikal, ohne Finesse, aber überzeugend und gut.

7     2017          Erial,  Bodegas Erial  Epifanio Rivera         
DO Ribera del Duero
Tempranillo      aus dem Dorf Pesquera, Ausbau 70% französische und 30% amerikanische Barriques.
Kräftiges, dunkles Violett, jung, zuerst verschlossen, kalkig; später Heidelbeere und Zeder, Barrique, sehr schöne Frucht, kräftiges Tannin, Gewürze, Puderzucker, noch jung. Etwas plakativ

8     2010          Las Norias,    Finca La Mejorada                  
IGP Castilla y Leon
Tempranillo
Sehr schönes dunkles und reifes Rot         
Altes Holz, leicht ausgetrocknet, interessant mit Charme und Charakter, Sauerkirsche.
Schöne animalische (Ziege, Käse) Noten, Speck. Im Abgang leicht Pinie; Wein mit Charakter, für den Verfasser der schönste in der Probe

9     2013          Valpiculata Crianza   Bodegas Valpiculata               
DO Toro
Tempranillo        150 Jahre Reben, Kleinertrag 15hl/ha
Sehr schöne, dichte, reife und lebendige Farbe, zurückhaltend, leicht fein animalisch, Pilze, fruchtig (Mispeln), Alkohol. Gut gemachter Tempranillo

9a   1999          Valpiculata Crianza    Bodegas Valpiculata              
DO Toro
Tempranillo         ein reifes „Geschenk“ der Firma Maxx-Weine! Danke schön!
Sehr schöne, reife Farbe, Altes Holz, Ziegel – erdig, etwas Bretanomyces, Fruchtsüße, sehr wenig Säure, leider auch sehr kurz. Aber interessant!   

10   2015          Vetus    Bodegas Vetus                                 
DO Toro
Tempranillo
Dicht, violett, wirkt jünger, interessant parfümiert, Gewürze, Kirsche, Kokos, Leder, kalkig, saftig, marmeladig, harmonisch, konzentrierte schöne Frucht (erinnert an die Weine aus Apulien), hat von allem vielleicht zu viel

11   2016          Predicat      Cellers Griffoll Declara                           
DOCa Priorat
Grenache, Carignan, Merlot
konzentriertes dichtes Rot, nicht ganz klar, fruchtig, jugendlich, durchdringend, einfach und überzeugend, konzentrierte Frucht, mineralisch, würzig (Pfeffer), lebendig und frisch, mit Kraft (Alkohol). Ein Wein aus Priorat, der für den Preis mehr gibt, als man es von der Weingegend erwartet!

12   2012          La Morera de Montsant,            Celler Pasanau      
DOCa Priorat
Grenache, Cabernet Sauvignon, Syrah,     gewachsen auf 750m Höhe
Andere Farbe als die Weine davor (eher schwarz, sehr dünner Rand)
Sehr konzentriert, likörartig, eingelegte Sauerkirsche, Kokos, sehr lang.
Am Gaumen auch sehr konzentriert, sirupartig (Syrah?), frische Sauer­kirsche, Gewürze, mineralisch, lang, voll, kräftig. Abgang Barrique; von allem sehr viel, etwas überladen aber klar in der Idee und qualitativ sehr gut.
Kontrovers benoteter Wein.

Wir hatten in dieser Probe gute Weine in einem mittleren/gehobenen Qualitäts- und Preissegment Segment ohne negativen „Ausrutscher“.
Vielen Dank an die Maxx-Weine!

Verfasser: Ceca Madzarevic

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Schaumweine aus Deutschland am 15.08.2019

Erstellt von Dieter am 18. Februar 2020

Der Bericht ist leider noch in Arbeit

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Weinprobe mit dem Weingut Stefan Müller aus Krettnach am 04.07.2019

Erstellt von Dieter am 27. Juli 2019

Der Chronist stieß anlässlich des „SaarRieslingSommers“ 2018 auf einen ihm völlig unbekannten Winzer namens Stefan Müller aus Krettnach an der Saar. Weder hatte er von diesem Winzer noch von dem Ort Krettnach je gehört. Das stellte sich bald als vinophile Bildungslücke heraus.

Die Weine begeisterten ihn – und wie sich herausstellte, nicht nur ihn.
Der Gault-Millau feierte ihn als „Entdeckung des Jahres 2018“. Der Vinum Weinguide 2018 schrieb: “Hier ist einer auf der Überholspur unterwegs. Stefan Müllers 2016er Weine haben uns nachhaltig beeindruckt“.
Kein Wunder, dass seine 2017er schon ausverkauft waren und er erst nach Füllung seiner 2018er im Juli zu uns kommen konnte.

Das Weingut hat 10 ha und wird bereits in der 3.Generation in der Familie geführt. Es liegt im Konzer Tälchen an der unteren Saar.
Mit 80% ist der Riesling die Hauptrebsorte, der Rest sind Weiß- und Spätburgunder. Alte Reben, z.T. wurzelecht werden im Weingut besonders gepflegt.

Auf synthetischen Dünger und auf jegliche Behandlungs- und Schönungsmittel wird verzichtet. Vergoren wird ausschließlich mit wilden Hefen, ausgebaut im klassischen Fuderfass und im Edelstahltank. Stefan Müller ist ein Vertreter des Minimalismus im Weinbau, d.h. möglichst wenig Eingriffe im Weinberg und im Keller. Dazu kommen geringe Erträge pro ha von meist recht alten Reben.

Stefan Müller hat 2013 mit Mitte 20 das Weingut nach seinem Studium in Veitshöchheim übernommen. Er wird unterstützt von der Sommelière Johanna Lapinski.

Nun zu den Weinen, bis auf den Spätburgunder alle aus dem Jahr 2018.

Generell wird bei der Vinifikation Ganztraubenpressung, Spontan-vergärung und Lagerung auf der Vollhefe durchgeführt. Wenn bei der Spontanvergärung die Gärung zum Stillstand kommt, wird sie nicht mit Reinzuchthefe wieder in Gang gebracht.

Wir begannen mit dem 2018er Weissburgunder trocken, gewachsen im Krettnacher Euchariusberg auf Blauschiefer, Der Ertrag lag bei nur 50 hl/ha.
Alkohol 12,5% vol., Säure 6,4 g/l, Restzucker 8,4 g/l ergaben einen weichen und runden Wein mit dennoch einer gewissen Spritzigkeit. Unsere Wertung lag bei diesem Einstiegswein schon bei 14,5 Punkten.

Als No. 2 probierten wir den 2018er (Basis-)Riesling trocken. Gewachsen auf Rotschiefer im Niedermenninger Herrenberg. Die Reben wurden schon 1963 gepflanzt, sodass der Ertrag selbst bei diesem Einstiegswein auch nur bei 55 hl/ha lag.
Ein knackiger und saftiger Wein.
Alkohol 11,5% vol., Säure 8,6 g/l, Restzucker 7,1 g/l.
14,2 Punkte ergaben sich als Durchschnittswert.

Das waren die trockenen Weinen.

Wein No.3 2018er Riesling „Tandem“ feinherb steht für eine Idee von Stefan Müller und Johanna Lapinski und für den gemeinsamen Start 2013.
Gewachsen ist er auf Blauschiefer im Krettnacher Euchariusberg – Stefan Müller benennt, beginnend mit diesem Wein, sogar die Weinbergs-(Gewann-)Namen. Die Rebstöcke sind mind. 40 Jahre alt und der Ertrag liegt bei den für das Gut üblichen 55 hl/ha.
Alkohol 12,0% vol., Säure 9,1 g/l, Restzucker 13,5 g/l, also im Halbtrockenbereich.
Das Ziel, einen saftigen, fruchtbetonten Wein mit viel Zitrus, Apfel und Pfirsich zu erzeugen, wurde erreicht und von uns mit 14,9 Punkten bewertet.

Zum vierten wurde uns der 2018er Riesling feinherb vorgestellt. Er stammt von alten Reben (Pflanzjahr 1962) aus dem Niedermenniger Herrenberg (Rotschiefer) mit einem Ertrag von 55 hl/ha.
Alkohol 10,5% vol., Säure 9,4 g/l, Restzucker 21,0 g/l.
Ein eleganter Wein mit knackiger Säure und Fruchtnoten.
Er wurde mit 14,7 Punkten minimal schwächer als sein Vorgänger bewertet.

Mit der No. 5 erreichen wir mit dem 2018er Niedermenniger Herrenberg feinherb Kabinett den Prädikatsweinbereichbereich.
Auch dieser Wein stammt von recht alten Weinstöcken (1973) mit 60 hl/ha Ertrag.
Alkohol 9,5% vol., Säure 9,9 g/l, Restzucker 25,0 g/l.
Der Wein ist geprägt von Fruchtnoten und einer knackigen Säure (9,9%!), die von einer feinen Süße gepuffert wird.
15,4 Punkte waren das Ergebnis unserer Verkostung dieses Weines.

Weiter ging es im feinherben Bereich mit No. 6, dem 2018er Niedermenniger Sonnenberg, Riesling Spätlese.
Auch er auf Rotschiefer gewachsen und mit einem Ertrag von nur 42 hl/ha und 92°Öchsle gelesen.
Ein eleganter mit Apfel- und Birnenaromen und feiner, saftiger Süße.
Alkohol 11,0% vol., Säure 9,5 g/l, Restzucker 31,0 g/l.
Unsere „Trockentrinker“ griffen hier im Schnitt zu immerhin 15,7 Punkten.

Der letzte feinherbe Wein (No.7) war der 2018er Krettnacher Altenberg, Kabinett.
Er stammte von recht jungen Reben (2014) bei einem Ertrag von nur 45 hl/ha.
Ein typischer Kabinettwein, der repräsentativ für die Saar ist.
In der Nase noch zurückhaltend lässt er aber feine Fruchtnoten spüren.
Die strahlend frische Säure lässt die doch schon recht hohe Süße nicht vermuten.
Alkohol 9,0% vol., Säure 10,0 g/l, Restzucker 43,0 g/l.
Er war einer unserer Favoriten und wurde mit 16,0 Punkten bewertet.

No.8 war der 2018er Niedermenniger Sonnenberg, Kabinett „Alte Reben“.
Die 1962 gepflanzten Reben stehen auf Rotschiefer und ergaben einen Ertrag von 50 hl/ha.
Obwohl er nur 1 g/l mehr Restzucker und etwas mehr Säure wie No.7 hat, lag er doch deutlich im süßen Bereich mit einem erkennbaren Sponti Ton.
Alkohol 9,0 % vol., Säure 10,4 g/l, Restzucker 44,0 g/l.
Er gefiel uns nicht ganz so gut wie No.7 und wurde mit 15,6 Punkten bewertet.

Mit No.9 dem 2018er Niedermenniger Sonnenberg „Alte Reben“. verkosteten wir die Spätleseausführung von No.8, und um es vorwegzunehmen, unseren Favoriten des Abends. Bei nahezu gleichen Alkohol- und Säurewerten war er deutlich komplexer.
Alkohol 9,5% vol., Säure 10,4 g/l, Restzucker 50,0 g/l.
16,4 Punkte waren die Spitzenwertung der Probe.

Als letzter Riesling kam mit No. 10 der 2018er Krettnacher Euchariusberg, Spätlese „Alte Reben“
Die auf Blauschiefer gewachsene Reben stammen aus dem Jahr 1964 und ergaben einen Ertrag von nur 40 hl/ha.
Er ist geprägt von Bukett und Geschmack von vielen gelben Früchten bei einer klaren Säurestruktur: ein saftiger und lebendiger Wein.
Alkohol 7,5% vol., Säure 10,1 g/l, Restzucker 72,0 g/l
Mit 16,2 Punkten erhielt er die zweithöchste Wertung des Abends.

Jetzt galt es, wieder auf trockene Wein zurückzuprobieren.

Auch der 2018er Rosé trocken des Gutes als 11.Wein stammt aus Ganztraubenpressung sowie Zugabe des Saftentzugs vom Spätburgunder-Rotwein.
Die Lage ist der Niedermenninger Sonnenberg mit Reben die 1998 gepflanzt und mit einem Ertrag von 60 hl/ha gelesen wurden.
Typische Noten von roten Früchten (Kirsche, Himbeere…) prägen diesen typischen Sommerwein.
Alkohol 12,5% vol., Säure 5,3 g/l, Restzucker 8,0 g/l.
Nach den großartigen Rieslingen tat er sich etwas schwer, und er wurde nur mit 14,4 Punkten bewertet.

No.12 zum Schluss, der 2017er Spätburgunder trocken.Die Reben stehen auf dem Niedermenniger Sonnenberg auf Rotschiefer mit teilweise hohem Feinerde-Anteil.
Mit 30 hl/ha weist er einen sehr niedrigen Ertrag auf.
Kirsche und Gewürznoten prägen diesen Wein. Der Ausbau im Barrique geben dem Wein Struktur und Harmonie, ohne dass die Holznoten in den Vordergrund treten.
Dieser rare Rotwein von der Saar wurde von uns mit 14,9 Punkten bewertet.

Fazit: Normalerweise sind wir auf trockene Weine geeicht. Weine mit Süße werden von den meisten Weinbrüdern fast immer abgewertet.
Daher ist es etwas verblüffend, dass die beiden höchstbewerteten Weine im süßen Bereich lagen, gefolgt von 2 feinherben Weinen.  „Schuld“ daran ist sicher das ausgewogen Säure-/Süße-Spiel, d.h. frische Weine mit deutlicher Süße, die etwas anderes als Weine sind, die überwiegend von ihrer Süße dominiert sind.
Hier liegt die Stärke des Saarweins.
Kompliment an den Winzer, der es verstanden hat in dem schwierigen Jahr 2018, – was Säure betraf, – solche frischen, säuregeprägten Weine zu erzeugen.
Selten wurde in unseren Proben für unsere Verhältnisse so hoch gewertet.

Verfasser: Wilfried

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Die Terrassenmosel – Weine aus Winningen vom unteren Ende der Mosel am 06.06.2019

Erstellt von Dieter am 26. Juli 2019

Die Terrassenmosel – Weine aus Winningen vom unteren Ende der Mosel

Das Deutsche Jahresthema ist für 2019 das Weinbaugebiet Mosel. Neben den bekannten Regionen Mittelmosel, Saar und Ruwer gehört auch die Untermosel oder Terrassenmosel dazu. Daher haben wir auch eine Probe mit Riesling-Weinen der Terrassenmosel zusammengestellt.

Der etwas 100 Flusskilometer lange Abschnitt der Mosel zwischen Pünderich und der Mündung in den Rhein bei Koblenz wird Terrassenmosel (früher Untermosel) genannt. Von der Ober- und der Mittelmosel unterscheidet sich die Landschaft dadurch, dass das Tal enger ist und teilweise hohe und steile Bergflanken hat. Aufgrund der steilen Hänge wird der Weinbau oft auf sehr klein parzellierten Terrassen betrieben. (Daher erfolgte auch die Umbenennung von Untermosel in Terrassenmosel).

Da die Bearbeitung der Terrassen sehr mühsamen ist, ging die Weinbergsfläche in den Steillagen zwischen 1999 und 2009 von 998 ha auf 764 ha zurück. In letzter Zeit sind allerding einige Flächen, die nach den alten Steuerkarten besonders wertvoll waren, wieder rekultiviert worden. Um die Bearbeitung der Terrassenanlagen zu erleichtern, wurden an vielen Stellen Monorackbahnen (Einschienen-Zahnradbahnen) in den Weinbergen verlegt.

Durch die tieferen Lagen, die breite Wasserfläche der Mosel und dadurch, dass die Reben auf Terrassen stehen und eine stärkere Sonneneinstrahlung bekommen, sind die Weine kräftiger und fülliger und weniger filigran als an der Mittelmosel.

Weil Winningen hier mit seinen Weinlagen den Hauptort darstellt, haben wir uns auf diesen Ort mit seinen fünf Weinlagen konzentriert.

Die Winninger Lagen:
(Die Flächenangaben stammen aus dem Buch „Vinothek der Deutschen Weinberg-Lagen„ von 1981, da sont keine Daten für alle 5 Lagen zu erhalten waren)  

Winninger Uhlen   17,4 ha
Südwest, 100% steil
Flach- bis mittelgründiger, frischer, steiniger Schieferverwitterungsboden
Innerhalb der Lage Uhlen existieren noch drei besondere Parzellen,
Blaufüßer Lay, Laubach und Roth Lay, die inzwischen als eigene Lage anerkannt sind.

Winninger Hamm   15,8 ha
Süd – Südwest, 100% steil
Flach- bis mittelgründiger, frischer, steiniger Grauwacken Verwitterungsboden

Winninger Domgarten   121,0 ha
Südost – Süd, 25% steil; 50% hängig; 25% flach
Flach bis überwiegend tiefgründiger, kiesig steiniger Schieferverwitterungsboden und Schwemmlandböden

Winninger Brückstück   10,3 ha
Südsüdost; 100% steil
Flachgründiger, sehr steiniger Grauwacken- und Schieferverwitterungsboden mit mittlerem Feinerdeanteil

Winninger Röttgen   7,0 ha
Südsüdost; 100% steil
Steiniger Grauwacken- und Schieferquarzitverwitterungsboden mit unterschiedlichem Feinerdeanteil

Nun zu den Weinen der Probe:

1          2016   Riesling, brut,  Sektkellerei von Canal
Helles Gelb mit grünen Reflexen. Ein sauberer, sehr fruchtiger, aber recht fülliger Sekt mit süßer, vollreifer Frucht und leichterem Mousseux.

2          2017   Riesling, „Vom Schiefer“, Weingut Richard Weyh
Helles Gelb mit grünen Reflexen, dicht und recht breit, etwas würzige, fruchtige Noten, weiche, füllige Frucht und noch ein Hauch Sponti-Noten

3          2017   Winninger Brückstück, „Terrassen Unikat“, Weingut
Ute Mölich
Helles Gelb mit grünen Reflexen, dicht und gelbfruchtig, zeigt Fülle und Struktur, aber im Abgang ist er dann etwas unsauber.

4          2017   Kröber’s Riesling, „Steinig“, Weingut Rüdiger Kröber
Blasses Gelb mit grünen Reflexen, viel gelbe Frucht, Dichte und Fülle, dazu eine leichte Süße

5          2016   Riesling, „Apollo Viningensis“, Weingut Löwensteinhof
Helles Gelb mit grünen Reflexen, gelbe Früchte, aber etwas breit und füllig, leicht unsaubere Beinoten.

6          2018   Thörnischer St.Michael, feinherb,„Pomona Cellers GmbH“  (Moselland Weinkellerei)
Das war der Pirat aus dem Lidl-Sortiment. Abfüller war die Pomona Cellers GmbH, um zu verschleiern, dass der Wein von der Weinkellerei Moselland stammt. (Nur anhand der AP-Nummer ließ sich die Herkunft erkennen)

Blasses Gelb, Einfacher, etwas breiter, unsauberer Riesling mit faulig dumpfen Beitönen, gute Säure, aber dienliche Süße (Die Süße war nicht angegeben, dürfte aber im Vergleich zu älteren Jahrgängen bei 25 – 30 g Restzucker /l liegen.)

7          2017   Winninger Röttgen, Alte Reben, Weingut Domgartenhof
Blasses Gelb mit grünen Reflexen, straffere, dichte Frucht aber dann unsauber mit etwas Botrytis und Fäulnis.

8          2016   Winninger Uhlen, Weingut Richard Weyh
Das ist der Lagenwein vom Weingut Richard Weyh: Blasses Gelb mit grünen Reflexen, recht gelbfruchtig, Pfirsich, Steinobst, feine Säure und zarte Herbe, mehr Dichte und Struktur als der Riesling „vom Schiefer“, noch etwas Sponti-Noten

9          2017   Riesling, „Apolloterrassen“, Weingut Reiner Fries
Blasses Gelb mit grünen Reflexen, gradlinige, etwas erdig mineralische Frucht mit gelbfruchtigen Aromen, leichtere Struktur, hinten zarte Herbe, Spur Tabak.

10       2017   Winninger Brückstück, „Terrassen, „August Horch Edition 2018“, Weingut Richard Richter
Helles Goldgelb, vegetabile, etwas nussige Aromen, etwas kandierte Zitrusfrucht, Steinobst. Ein dichter, üppiger Riesling mit guter Mineralik aber sehr weicher Säure. Der Wein lebt von seiner Fülle und nicht von der sehr verhaltenen Frucht.

11       2017   Winninger Uhlen, „Baron“, Weingut Freiherr von Heddesdorf
Helles Gelb mit grünen Reflexen, ein dichter, weicher, aber sehr mineralischer Riesling, noch etwas reduktive Noten, leichte Kräuter-Noten und Tabak, viel zeigt mehr Fülle bei guter Säure, recht fester Abgang.

12       2015   Winninger Riesling, Weingut Materne & Schmitt
Helles Gelb mit grünen Reflexen, neben Pfirsich und Zitrus-Frucht auch kräutrige Noten, frische Säure, trotz der Reife noch immer frische Frucht, sehr viel Struktur, hinten dann leichte Bitterstoffe.
Materne & Schmitt pflegen einen sehr eigenwilligen Weinstil, sodass sich bei diesem Wein die Geister schieden, für einige war er sehr gut (mit bis zu 17 Punkten bewertet) für andere fast ungenießbar (mit 12 Punkten bewertet)

13       2017   Gutsriesling, „Von den Terrassen“, Weingut Beate & Matthias Knebel
Helles Gelb mit grünen Reflexen, vollreife Pfirsiche, grüne Äpfel und Zitronenschale, leicht rauchige, etwas salzige Schiefer-Mineralik, lebendige Säure. Ein Wein der trotz der Fruchtfülle nicht fett ist.

14       2017   Winninger Röttgen, „Großes Gewächs“, Weingut Heymann-Löwenstein
Blasses Gelb mit grünen Reflexen, intensive, aber nicht überbordende Frucht nach weißem Pfirsich, Maracuja, Zitrus, Grapefruit, dann die deutliche Mineralik der Schieferterrassen. Die feine Säure erhält dem Wein trotz seiner Dichte und Fülle die Frische und Eleganz. Im Vergleich zu den Großen Gewächsen aus dem Uhlen ist der Röttgen filigraner und verspielter.

Da die Winninger Weine alle deutlich kräftiger und fülliger bei weniger Säure waren als z.B. die Weine von der Mittelmosel, hatten viele Probleme mit ihnen Sie entsprachen nicht ihren Vorstellungen von Moselweinen und fanden sie Riesling untypisch. Das erklärt auch die großen Unterschiede bei der Bepunktung. Aber die Mosel endet erst in Koblenz am Rhein und damit gehören die Weine der Terrassenmosel auch zum Weinbaugebiet Mosel.

Kurze Informationen über die Weingüter:

Sektkellerei von Canal, Wolfgang von Canal
Rebfläche : 3 ha
Lagen : Uhlen, Hamm, Röttgen, Brückenstück, Domgarten

Weingut Richard Weyh,  Peter Weyh
Rebfläche: 5,8 ha
Lagen: Uhlen, Hamm und Röttgen
Rebsorten Riesling, Kemer, Weißburgunder, Spätburgunder

Weingut Ute Möhlich
Rebfläche: 1,5 ha
Lagen: Hamm, Brückstück

Weingut Rüdiger Kröber, Florian & Rüdiger Kröber
Rebfläche: 7,5 ha
Lagen: Uhlen, Hamm, Brückstück, Röttgen
Rebsorten: Riesling, Weißburgunder, Spätburgunder

Weingut Löwensteinhof, Kornelia Kröber Löwenstein & Thomas Löwenstein
Rebfläche: 1,8 ha,
Lagen: Uhlen, Hamm, Domgarten
Rebsorten Riesling. Spätburgunder, Weißburgunder

Weingut Domgartenhof, Günter Kröber & Benedikt Kemper
Rebfläche 1,6 ha
Lagen Uhlen, Röttgen, Domgarten
Rebsorten Riesling

Weingut Fries :  Reiner & Anke Fries
Rebfläche 9,5 ha
Lagen Uhlen, Hamm, Röttgen
Rebsorten Riesling, Weissburgunder. Spätburgunder

Weingut Richard Richter, Thomas und Claus-Martin Richter
Rebfläche 9,5 ha
Lagen Uhlen. Hamm, Röttgen
Rebsorten Riesling, Weissburgunder. Spätburgunder

Weingut Freiherr von Heddesdorf,  Irmgard & Andreas von Canal
Rebfläche: 6 ha
Lagen Uhlen, Domgarten, Brückstück und Röttgen
Rebsorten 100% Riesling

Weingut Materne & Schmitt, Rebecca Materne & Janina Schmitt
Rebfläche: 1,2 ha
Lagen: Brückstück und Röttgen, dazu in Koberner Weißenberg, Fahrberg und in Lehmener Lay, Würzlay, Ausoniusstein
Rebsorten: Riesling

Weingut Reinhard & Beate Knebel, Matthias & Beate Knebel
Rebfläche: 7,0 ha
Lagen: Uhlen, Hamm, Brückstück, Röttgen
Rebsorten Riesling, Weißburgunder

Weingut Heymann-Löwenstein,
Cornelia Heymann-Löwenstein & Reinhard Löwenstein

Rebfläche 16 ha
Lagen: Uhlen, Röttgen dazu in Hatzenport Kirchberg und Stolzenberg
Rebsorten : Riesling

Verfasser: Dieter

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Weinreise an die Saar vom 23.05. – 26.05.2019

Erstellt von Dieter am 25. Juli 2019

Da unser diesjähriges deutsches Proben-Thema die Mosel ist, war es selbstverständlich, dass auch unsere Weinreise in das Weinbaugebiet Mosel führen musste. Bei früheren Reisen hatten wir schon die Terrassenmosel und die Mittelmosel besucht, sodass sich für dieses Jahr die Saar anbot.

Die Reise dauerte wie immer von Donnerstagnachmittag bis Samstag und Abreise dann am Sonntag (Sonntag will kaum noch ein der Winzer eine Weinprobe abhalten). An- und Abreise musste jeder selbst organisieren, vor Ort konnten wir mit Sammeltaxis die einzelnen Winzer besuchen. Saarburg bot sich als Übernachtungsort an, da hier genügend Hotelbetten für uns zur Verfügung standen und auch die Anreise zu den meisten Winzern recht kurz war.

Unsere erste Probe startete am Donnertag mit dem Weingut Dr. Wagner, nur einen recht kurzen Fußmarsch von unserem Hotel entfernt.

Dort begrüßte uns Christiane Wagner, die uns als erstes durch den Weinkeller führte. Da um die vorletzte Jahrhundertwende neben dem Weingut auch noch eine Weinhandlung betrieben wurde, war der Keller auch entsprechend groß und war durch die noch vorhandenen Fuderfässer (1000 l) knapp zur Hälfte belegt. Es ist immer noch der größte Gewölbekeller an der Saar. Alle Weine werden hier im Holz ausgebaut, um die Frucht zu erhalten, aber auch um den Wein eine leichte Reife zu geben. Recht museumsverdächtig war die Kellerbeleuchtung, die wegen der hohen Feuchtigkeit nur mit 42 V Niederspannung über eine Oberleitung an der Kellerdecke betrieben wird. Nach der Kellerbesichtigung ging es dann wieder an die Sonne in den Garten, wo wir die Weine verkosten konnten.

Das Weingut bewirtschaftet 7 ha in den Lagen Saarburger Rausch, Saarburger Kupp und Ockfener Bockstein. Es wird nur Riesling angebaut. Alle Reben werden in der traditionellen Einzelpfahlerziehung gehalten und so fällt viel Handarbeit bei der Weinbergs Pflege und bei der Ernte an.
1          2015   Dr. Wagner, Saar Riesling,  SektbA,  brut
2          2018   Dr. Wagner, Saar Riesling   QW,  trocken
3          2018   Dr. Wagner, Saar Riesling, Alte Reben  QW,  trocken
4          2017   Dr. Wagner, Saar Riesling, feinherb,  Kabinett,  feinherb
5          2017   Dr. Wagner, Saar Riesling; Generation V,  QW,  feinherb
6          2018   Saarburger Rausch, Josef Heinrich,  Spätlese,  fruchtsüß
7          2018   Ockferner Bockstein,  Auslese,  fruchtsüß

Im Anschluss an die Weinprobe konnten wir dann in der Villa Keller am Saar-Ufer zu Abend essen.

Am nächsten Morgen folgte unsere nächste Weinprobe im Weingut Forstmeister Geltz Zilliken. Auch hier nur ein kurzer Fußmarsch.bis zum Weingut.
Hier betreute uns Dorothee Zilliken, die Chefin. Als erstes ging es wieder in den Keller, der mit 3 Stockwerken der tiefste Keller an der Saar ist und früher einem Weinhändler gehörte. Neben den obligaten Fuderfässern für die Weinbereitung befindet sich dort auch das Flaschenlager, in dem ausgewählte Jahrgänge bei etwa 11°C zur langsamen Reife gelagert werden.
Das Weingut bewirtschaftet 13 ha in den Lagen Saarburger Rausch, Saarburger Kupp und Ockfener Bockstein, die alle nur mit Riesling bepflanzt sind. Vor 110 Jahren war das Weingut Gründungsmitglied des Großen Ringes, dem Vorläufer des VDP, im dem es auch heute noch Mitglied ist.
Im neuen Probierraum konnten wir dann eine Auswahl an Weinen des Hauses verkosten. Einige ältere Weine zeigten uns auch, wie gut diese Weine reifen können. (ein besonderes Erlebnis war die 2010’er Auslese vom Saarburger Rausch, bei der jetzt Süße und Säure  eine perfekte Harmonie gefunden haben.

1          2018   Forstmeister Geltz-Zilliken, Riesling,  QW,  trocken
2          2018   Saarburger Riesling, Alte Reben,  QW,  trocken
3          2018   Forstmeister Geltz-Zilliken, Riesling, Butterfly,  QW,  fruchtsüß
4          2011   Saarburger Rausch, Diabas , Große Lage, QW,  feinherb“
5          2018   Saarburger Riesling,  QW,  fruchtsüß
6          2018   Saarburger Rausch, Erste Lage,  Kabinett,  fruchtsüß
7          2018   Saarburger Rausch, Erste Lage,  Spätlese,  fruchtsüß
8          2004   Saarburger Rausch,  Erste Lage,  Spätlese,  fruchtsüß
9          2010   Saarburger Rausch, Große Lage,  Auslese,  fruchtsüß

Im Anschluss an die Probe brachten uns Sammeltaxis nach Trier zum Restaurant  „Weinwirtschaft“ der Bischöflichen Weingüter für unser Mittagessen. Zur Abwechslung gab es ein Trierer Tapas Menu, abwechslungsreich und gut zubereitet, was den meisten sehr gut gefiel.

Danach probierten wir Weine der Bischöflichen Weingüter. Das Weingut ist 1966 aus dem Weinbergs Besitz des Bischöflichen Konvikts, des Bischöflichen Priesterseminars und der Hohen Domkirche hervorgegangen und bewirtschaften 98 ha Weinberge. Unsere Probe beschränkte sich natürlich auf die Weine von der Saar, denn die Bischöflichen Weingüter besitzen auch Lagen an dem Ruwer und der Mittelmosel.

1          2016   Ayler Kupp, brut,  SektbA,  brut
2          2017   Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, Schieferriesling,  QW,  trocken
3          2016   Wiltinger Riesling,  Kabinett,  trocken
4          2015   Ayler Herrenberg, Monopollage,  QW,  feinherb
5          2017   Ayler Kupp, Spätlese,  feinherb
6          2016   Scharzhofberger,  Kabinett,  fruchtsüß
7          2010   Kanzemer Altenberg, Goldkapsel,  Auslese,  fruchtsüß

Nach der Weinprobe erwartete uns Wilfrieds Tochter Constanze. Sie hat in Trier studiert und wollte uns zu einer kurzen Stadtbesichtigung durch Trier führen. Erstes Ziel war die Konstantinsbasilika. Als Palastaula um 310. n. Chr. von ihrem Namensgeber Kaiser Konstantin gebaut, ist sie heute der größte erhaltene säulenlose Raum der Antike (32,6 m breit, 36 m hoch und 71 m lang.) Leider konnten wir sie nicht von innen besichtigen, da gerade eine Orchesterprobe stattfand.
So ging es zum zweiten Punkt, dem Trierer Dom., der ältestes Bischofskirche Deutschlands, die im frühen 4. Jahrhundert über einer ehemaligen römischen Palastanlage Konstantins errichtet wurde. Der römischen Kernbau, den sogenannten „Quadratbau“ ist mit seinen Originalmauern (bis 26 m hoch ) noch heute zu erkennen. Bis ins 17.Jahrhunder erfolgten noch An- und Umbauten.
Unsere Führung ging dann zum Hauptmarkt und über die Simeonsstraße zur Porta Nigra, dem ab 170 n. Chr. errichteten früheren römischen Stadttor.und heutigen Wahrzeichen der Stadt. Damit hatten wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Trier in einer kurzweiligen Führung gesehen. Dafür möchten wir uns noch bei Constanze herzlich bedanken .

Den Tag beendeten wir mit unserem Abendessen im „Historischen Keller“ in der Trierer Altstadt.

Am nächsten Tag stand das Weingut Peter Lauer in Ayl auf dem Programm. Da unsere Gruppe für den Weinkeller schon zu groß war, „mussten“ wir unsere Probe in das Restaurant „Ayler Kupp“ des Hauses verlegen, was kein Verlust war, da wir die Weinprobe sehr komfortabel genießen konnten.
Das Weingut bewirtschaftet 9 ha und hat nur Riesling im Anbau. Die Lagen sind vor allem die Ayler Kupp mit verschiedenen Parzellen, aber auch am Kanzemer Sonnenberg, Schodener Saarfels, Ayler Schonfels, Scheidterberg und Raufels. Wir starten mit einem trockenen Riesling und kamen über die feinherben bis zu den edelsüßen Weinen. Interessanterweise steigerte sich mit der Süße auch die Säure und immer führte das zu einem finessenreichen Süße-Säure-Spiel.

1          2018   Ayler Kupp, Riesling, Fass No. 2, extra trocken,  QW,  trocken
2          2018   Ayler Kupp, Riesling, Fass No. 25,  QW  feinherb
3          2018   Ayler Kupp, Riesling, Fass No. 4,   QW  feinherb
4          2018   Ayler Kupp, Riesling, Fass No. 6´, Senior,  QW,  feinherb
5          2018   Ayler Kupp, Riesling Kern, Fass No. 9,  QW,   fruchtsüß
6          2018   Ayler Kupp, Riesling, Fass No. 8,  Kabinett,  fruchtsüß
7          2018   Peter Lauer, Saar Riesling, Fass No. 7, Spätlese,  fruchtsüß
8          2018   Ayler Kupp, Riesling, Fass No. 10,  Auslese,  fruchtsüß

Im Restaurant Ayler Kupp konnten wir dann zu Mittag essen. Die Küche zeigte, dass sie ihren guten Ruf nicht zu Unrecht hat.

Unser nächstes und letztes Ziel war eine Weinprobe beim Weingut van Volxem. Da sie im Neubau des Weinguts am Wiltinger Schlossberg stattfinden sollte, beschloss ein Teil der Gruppe, die Mittagspause zu nutzen und zu Fuß dorthin zu laufen. 3 km Entfernung und 40 Min Dauer war für einen Verdauung-Spaziergang gerade richtig. Leider hieß es dann, dass die Probe nicht im Neubau stattfinden könnte, da er noch nicht fertig gestellt sei. So mussten wir noch 2 km weiter zum alten Weingut in Wiltingen laufen. Kurz vor Probenbeginn kam die Wandergruppe dort an, aber dann hieß es, dass die Gruppe zu groß sei und deshalb müsse die Weinprobe doch im neuen Weingut stattfinden. Dank der Mobiltelefone konnte die restliche Gruppe informiert werden, zum Neubau zu fahren und dann eines der Taxis weiterfahren zu lassen, um uns abzuholen.
So kamen wir doch noch halbwegs pünktlich zur Probe. Roman Niewodniczanski persönlich begrüßte uns draußen vor dem neunen Probenraum mit seinem neuen Sekt „1900“ und dann ging es in den noch nicht ganz fertig gestellten Fasskeller.
Hier konnten wir die restlichen Weine verkosten. Roman Niewodniczanski präsentierte dabei die Entwicklung des Weingutes und seine Philosophie des Saarweines. Sein Ziel ist es, dem Saarwein wieder die Reputation zu verschaffen, den er um 1900 hatte und der damals teurer als  Bordeaux-Weine war.
Das Weingut hat ca. 80 ha an verschiedenen Stellen der Saar. In Zukunft kommen noch einige ha dazu, da in Kooperation mit Markus Molitor 14 ha der alten, aus wirtschaftlichen Gründen aufgelassenen Lage Ockferner Geisberg wieder neu bestockt wurde.(Die Weine aus dieser Lage wurden um 1900 genauso hoch bewertet wie die aus dem Scharzhof.) Die bewirtschaften Lagen sind in Wawern Goldberg und Herrenberger, in Kanzem Altenberg und Rothenpfad und in Wiltigen  Kupp, Gottesfuß, Volz und Scharzhofberger Pergentsknoepp.
Zurzeit sind 96% mit Riesling, 4 % mit Weissburgunder bestockt.

Die folgenden Wein haben wir verkostet:

1          2011   Van Volxem, Saar-Riesling, „1900“,  SektbA,  brut
2          2015   Van Volxem, Saar-Riesling,  QW,  trocken
3          2018   Wiltinger Riesling,  QW,  trocken
4          2016   Van Volxem, Riesling, Alte Reben,  QW ,  trocken
5          2016   Wawerner Goldberg, Großes Gewächs,  QW,  trocken
6          2016   Van Volxem, Riesling, Rotschiefer,  QW, feinherb
7          2016   Ockfener Bockstein,  Spätlese,  fruchtsüß

Dazu gab es ein hochwertiges Fingerfood, das bestens zu den Weinen passte. Es war eine sehr interessante, von Roman Niewodniczanski professionell präsentierte Weinprobe. Gegen 17:30 fuhren wir wieder nach Saarburg zurück und ließen den Abend in unserem Hotel mit einem kleinen Essen ausklingen.

So ist auch die diesjährige Weinreise wieder ein voller Erfolg geworden. Hervorragende Weingüter und wieder eine perfekte Probenorganisation von Wilfried. Dafür möchten wir ihm herzlich danken.

Verfasser: Dieter

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Weinprobe mit dem Weingut Heribert Kerpen aus Wehlen am 16.05.2019

Erstellt von Dieter am 25. Juli 2019

Die Probe wurde vorbereitet und durchgeführt von Herrn Martin Kerpen vom Weingut Kerpen.
Das Weingut bewirtschaftet insgesamt 8,2 ha, von denen derzeit 7,5 ha ausschließlich mit Riesling angepflanzt sind. Zukünftig wird es, verantwortet durch den Sohn Matthias Kerpen, auch ca. 0,5 ha Spätburgunder geben, die sich derzeit in der Anpflanzung befinden. Das Weingut produziert 60.000-70.000 Flaschen pro Jahr, von denen ca. 30 % in den Export, 30 % in den Fachhandel, 30 % an Privatkunden und 10 % an die Gastronomie gehen. Die Weine werden ab Spätleseprädikat bzw. Großen Gewächsen ausschließlich spontan vergoren und im Fuderfass ausgebaut, bei den restsüßen Weinen wird keine Süßreserve verwendet. Im Herbst 2018 hat das Weingut bereits am 23.09. mit der Lese begonnen und musste nur bei den zuletzt gelesenen Weinen (höhere Prädikate) etwas nachsäuern (0,5-1g/l)

Zu den Weinen:

Wein 1:     2018 Blauschiefer Riesling trocken (Gutswein)
11,5 % Alk., 6,4 g/l RZ, 7,0 g/l S
Helles Grüngold, sehr grüne, primäre Nase, Holunderblüte. Limette, Schiefer, im Mund recht weich, milde Säure, gute Würze, etwas dienende Restsüße, wenig nachhaltig, wirkt ein wenig, als ob die Trauben etwas unreif gelesen wurden.

Wein 2:     2018 Graacher Domprobst Riesling Kabinett trocken
11,5 % Alk., 8,7 g/l RZ, 7,4 g/l S
Helles Grüngold, ausdrucksstärkere Nase, etwas Sponti, Minze, Schiefer, aprikosige Frucht, im Mund deutlich spannender als Wein 1, schöne Säure, sehr leicht und tänzerisch, trotzdem feine Würze und gute Länge.

Wein 3:     2017 Wehlener Sonnenuhr „Alte Reben“ Riesling Spätlese trocken
11,5 % Alk., 8,2 g/l RZ, 7,5 g/l S
Reifendes Grüngold, sehr reife, exotische Frucht, eindeutig Botrytis geprägt, etwas Schieferwürze, Kräuter, im Mund schöne Spannung zwischen Säure und der leichten Restsüße, leicht, spritzig.

Wein 4:     2016 Graacher Domprobst Riesling Großes Gewächs BKS Ring
12 % Alk., 8,7 g/l RZ, 6,4 g/l S
Reifendes Grüngold, schon deutlich gereifte Nase nach Kräutern, Melone, Pfirsich, im Mund viel Fülle aber niedere Säure, mittleres Gewicht und Länge, aber harmonisch und trinkig.

Wein 5:     2018 Graacher Himmelreich Riesling Kabinett feinherb
10,5 % Alk., 21 g/l RZ, 7,1 g/l S
Grüngold, reife Frucht, etwas Sponti, grüne, holundrige Noten, Schiefer, im Mund fast trocken wirkend, schöne Säure und Trinkfluss, noch etwas unruhig in seinen Komponenten, leicht, aber gut.

Wein 6:     2008 Graacher Himmelreich Riesling Kabinett feinherb
10 % Alk., ca. 20 g/l RZ, Säurewerte nicht zur Hand
Glänzendes, reifendes Grüngold, noch sehr jugendliche Farbe für sein Alter, deutlich Karamell, Nüsse, Honig, Minze, gelbe Frucht, im Mund deutlich süßer wirkend als Wein 5, hat Spätlese-Charakter, sehr viel Schmelz, ölige Textur, cremig, schöne Würze, feine Säure, gute Länge

Wein 7:     2017 Graacher Domprobst Riesling Spätlese feinherb
10,5 % Alk., 21 g/l RZ, 8,6 g/l S
Glänzendes, reifendes Grüngold, aprikosige Frucht, leichte Botrytis, leichter Sponti, Blüten, etwas puderzuckrig, im Mund zarte Süße, pikante Säure, im Moment sehr unruhig im Süße-/Säurespiel, braucht Zeit

Wein 8:     2018 Wehlener Sonnenuhr „Alte Reben“ Riesling Spätlese feinherb
12 % Alk., 26,4 g/l RZ, 6,4 g/l S
Jugendliches Grüngold, starke Sponti-Noten in der Nase, etwas feuchte Pappe, reife, üppige Frucht, Honignoten, Blüten, Mandeln, im Mund deutlich süßer und voller wirkend als Wein 7, opulent aber von der Säure her eher zurückhaltend, viel Schmelz

Wein 9:     2017 Wehlener Sonnenuhr Riesling Spätlese
7,5 % Alk., ca. 70 g/l RZ, ca. 9 g/l S
Reifendes Grüngold, gelbe, Botrytis geprägte Frucht, Honig, etwas Sponti, Minze, im Mund schöne Fruchtsüße, pikante Säure, besser integriert als bei Wein 7, sehr spannend, leicht, tänzerisch

Wein 10:   2011 Graacher Domprobst Riesling Auslese
7,5 % Alk., 80 g/l RZ, 8 g/l S
Kräftiges, gereiftes Grüngold, Mandeln Karamell, Honig, gelbe, zitrusartige Frucht, Schiefer, im Mund viel Fülle, wenig Säure, wenig Spiel und Komplexität, wirkt etwas plump gegen Wein 9

Wein 11:   2003 Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese
8,0 % Alk., 90 g/l RZ, 6,5 g/l S
Reifes Grüngold, Pfirsichfrucht, Minze, Mandeln, Honig, aber noch viel Frische in Nase und Mund, opulente Süße, schöne Säure für das heiße Jahr, durchaus harmonisch, rund, weinig, gute Länge

Wein 12:   1993 Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese
keine Alkoholangabe auf Etikett, keine Analysewerte zur Hand
Reifes, glänzendes Goldgelb, Nase nach Quitte, Weihrauch, Honig, Nüsse, Karamell, im Mund gute Balance zwischen Süße und Säure, ölig, sehr harmonisch, fein, lang, noch frisch für sein Alter, sehr gut.

Bruderschaftsmeister Dieter Ockelmann bedankte sich im Namen der Weinbruderschaft für die sehr gut zusammengestellte Probe bei Herrn Kerpen.

Verfasser: Bernd

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Fruchtsüße Riesling Kabinett-Weine von Mosel, Saar und Ruwer: „Die Leichtigkeit des Weins“ am 25.04.2019

Erstellt von Dieter am 25. Juli 2019

Unser Weinbruder Bernd Kögler hat uns Kabinett-Weine von der Mosel vorgestellt, um zu zeigen, warum der Mosel-Kabinett einen so großen Ruf hat:
Viel Frucht und Eleganz bei wenig Alkohol und einem feinen Süße-Säure-Spiel.
Das kann keine andere Weinregion auf dieser Welt so gut wie die Mosel.
Durch die Klimaänderung sind die Kabinett-Weine inzwischen kleine Spätlesen, aber die Kunst des Winzers besteht darin, den Kabinett-Charakter zu erhalten, was auch den meisten gelang.

Um nicht von den Namen der Weingüter beeinflusst zu werden, wurden die Weine in einer Blindprobe vorgestellt.

1. 2017 Maximin Grünhäuser Abtsberg, C. von Schubert’sche Gutverwaltung,
Mittleres Grüngold, kräutriger Zitrusfrucht, weiße Blüten, Honig, etwas Sponti im Mund, zarte Süße, cremig, schöne Schiefernote, viel Spiel, schöne Säure, pikant, spannend., leicht, phenolisch, sehr komplex.

2. 2017 Eitelsbacher Karthäuserhofberg, Weingut Karthäuserhof
Blasses Grüngold, etwas bonbonige Frucht, traubig, wenig Komplexität, sehr „“clean““, nicht die kräutrige Charakteristik der Ruwer, im Mund ebenso, schöne Säure, aber zu eindimensional.

3. 2017 Piesporter Goldtröpfchen, „Große Lage“, Weingut St.Urbanshof
Etwas kräftigeres Grüngold, reife Pfirsichfrucht, Schiefer, Honig, leichte Botrytis, im Mund etwas Überreife, rosinig, aber schöne Säure.

4. 2017 Piesporter Goldtröpfchen, Weingut Reinhold Haart
Blasses Grüngold, viel erdiger als Nr. 3, leicht verschlossen in der Nase, kräutrig, Holunderblüte, etwas Phenolik, im Mund spürbare Kohlensäure aber pikant und spannend.

5. 2017 Graacher Himmelreich, Weingut Schloß Lieser
Blasses Grüngold, schöne Pfirsichfrucht, zarter Sponti, kräutrig, sehr saftig im Mund, schöne Säure, pikant, die Einzelkomponenten nicht so integriert wie Nr. 6 aber sehr spannend, fein, elegant.

6. 2017, Graacher Himmelreich, Weingut Joh.Jos. Prüm
Blasses Grüngold, reifere Frucht als Nr.5, sehr cremig, nussig, traubig, fast kein Sponti merkbar, im Mund super-weinig, sehr nachhaltig, später auch leichte Note nach feuchter Pappe.
Obwohl der Wein im Vergleich zu früheren Weinen nur noch leichte Sponti-Noten zeigte, hatte ein Teil der Anwesenden Problem mit diesem Wein.

7. 2017 Wehlener Sonnenuhr, Weingut Markus Molitor
Blasses Grüngold, sehr traubige Nase, etwas nasse Pappe oder Pilze, Zitrus, im Mund zarte Süße, knackige Säure, kräutrig, leicht phenolisch. Der Wein wurde nur in Edelstahl ausgebaut.

8. 2017 Wehlener Sonnenuhr, Weingut Schloß Lieser
Blasses Grüngold, deutlicher Sponti, üppigere Frucht als Nr. 5 und Nr. 6, tolle Süße-/Säurespannung, sehr pikant, viel Geschmack und Länge, recht straffer Riesling, hat mehr Biss. Ausgebaut im Fuderfass.

9. 2016 Ockferner Bockstein, Weingut Dr. Heinz Wagner
Sehr blasses Grüngold, etwas Melone, rauchiger Schiefer, im Mund schöne Süße, knackige Säure alles schon etwas integrierter als bei den 2017ern, filigraner und nicht so komplex wie manche Vorgänger, aber rund und gut.
Der Wein wurde von den meisten der Anwesenden zum besten Wein des Abends gewählt.

10. 2017 Ockferner Bockstein, Weingut Maximilian von Othegraven
Blasses Grüngold, etwas Sponti-Noten, rauchiger Schiefer, kräutrig, im Mund schöne Süße-/Säurespannung, phenolisch, pikant, etwas pflanzenbitter im Abgang, positiv anstrengend, nicht so brillant.
Für viele Verkoster fiel dieser Wein im Vergleich zu den anderen deutlich ab.

11. 2017 Ockferner Bockstein, Weingut St.Urbanshof
Etwas reiferes Goldgelb, überreife Botrytis-Noten, Quitte, Südfrucht, im Mund deutliche Überreife, Orangenzeste, Süße wirkt schwer, sehr füllig, kein Kabinett-Charakter.

12. 2017 Ayler Kupp, Riesling, „Fass No. 8“, Weingut Peter Lauer
Blasses Grüngold, pflanzliche, schiefrige Noten, etwas Sponti, wenig Frucht, im Mund zurückhaltende Süße, knackige Säure, sehr pikant, spannend.

13. 2017 Saarburger Rausch, „Erste Lage“, Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken
Blasses Grüngold, üppige Südfrucht aber keine offensichtliche Botrytis, Puderzucker, Honig, etwas Karamell, gekochte Milch, deutlich süßer wirkend als Nr.12, Säure etwas moderater aber sehr trinkig und rund, später auch leichte Note von feuchter Pappe.
Für viele Verkoster fiel dieser Wein im Vergleich zu den beiden Vorgängern ab.
Für die gekonnte Zusammenstellung und Präsentation der Weine möchten wir unserem Weinbruder Bernd Kögler herzlich danken.

Verfasser Dieter und Bernd

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Weinprobe mit gereiften Riesling-Wein vom Weingut Clemens Busch am 24.02.2019

Erstellt von Dieter am 25. Juli 2019

Auf Weinmessen und Wein-Präsentationen werden üblicherweise nur die neueren Jahrgänge vorgestellt. Daher haben wir uns sehr gefreut, dass das Weingut Clemens Busch eine Probe für drei verschiedenen Flights mit Riesling-Weine von jung bis gereift zusammengestellt hat. So hatten wir die seltene Gelegenheit, zu erfahren, wie diese Weine reifen können. Dafür möchten wir uns beim Weingut herzlich bedanken.

Das Weingut von Clemens Busch in Pünderich wurde bereits 1802 erstmals urkundlich erwähnt. Der Weinort Pünderich befindet sich am Eingang des Moselbogens Zeller Hamm, den man entweder noch der Mittelmosel oder schon dem Beginn der Terrassenmosel zuordnen kann.

Im Jahr 1986 haben Clemens und Rita Busch das Weingut mit 11 ha Rebfläche übernommen und arbeiten seitdem nach ökologischen Kriterien. Inzwischen ist die Rebfläche auf 16 ha angewachsen. Ihr Sohn Johannes hat nach einem Weinbaustudium und Praktika bei verschiedenen Betrieben im Weingut angefangen und kümmert sich vor allem um den Außenbetrieb. Der größte Teil der Weinberge liegt in der Lage Pündericher Marienburg. Dort wird fast ausschließlich Riesling neben einer kleinen Menge Spätburgunder und Müller-Thurgau angebaut. Da die offizielle Lage Marienburg nicht zwischen den drei Schieferarten, die hier vorkommen, unterschieden wird, nutzt Clemens Busch die alten Parzellenbezeichnungen wie „Fahrlay“, „Falkenlay“ und „Rothenpfad“ zur Unterscheidung. Die Parzelle „Fahrlay“ bei der Fähre ist vom blauen Schiefer, die Parzelle „Falkenlay“ vom grauen Schiefer geprägt, während der „Rothenpfad“ den Namen vom roten Schiefer hat, der Ähnlichkeit mit dem Gestein vom Roten Hang bei Nierstein hat. Eine weitere Parzelle auf grauem Schiefer ist die „Felsenterrasse“ die mit über 50-jährigen Reben bestockt ist. Von hier kommen oft die besten Weine.

Im Allgemeinen sind die Weine vom grauen Schiefer eher zart und feingliedriger und die vom blauen Schiefer sehr kühl und elegant, wobei hier die Mineralik am stärksten zu erkennen ist. Die Weine vom roten Schiefer sind die rundesten, fruchtigsten und haben am meisten Fülle.

Nach einer mehr oder weniger langen Maischstandzeit (je nachdem, was der Jahrgang fordert) wird schonend abgepresst, spontan vergoren und in großen 1000 l Holzfässern (Moselfudern) gereift.

Die Klärung der Weine erfolgt nur durch Sedimentation und ohne Schönungshilfsmittel. Die Weine werden erst nach längerer Hefelagerung abgefüllt.

Anfangs wurden beide als „Ökos“ belächelt, doch die Qualität ihrer Weine hat die Kritiker inzwischen zum Verstummen gebracht. 2007 wurde ihre Arbeit dann auch vom VDP anerkannt, der das Weingut in den seine Reihen aufgenommen hat.

Nun zu den verkosteten Weinen:

Als erstes kam ein Riesling-Sekt:

1.         2013  Clemens Busch, Riesling Sekt;  brut                    

Goldgelb mit grünen Reflexen, feinperliges Mousseux. In der Nase Aromen von Pfirsich, grünem Apfel, Zitrus und frischen Kräutern. Am Gaumen erfrischend und saftig mit einer feinen mineralischen Struktur.

Im ersten Flight konnten wir dann die Weine vom Rotschiefer verkosten:

2.         2016  Clemens Busch, Riesling, „Vom Roten Schiefer“        

Blasses Gelb mit grünen Reflexen, Zitrus-Steinobstduft,im Bukett, saftige Frucht mit kräutrigen Noten, erdige Mineralik, guter Abgang mit floralen Nuancen.

3.         2013  Clemens Busch, Riesling, „Vom Roten Schiefer“        

Blasses Gelb mit grünen Reflexen, straffer, frischer Wein wieder mit etwas Zitrus-Steinobstduft. Straffe, saftige Frucht im Mund, kräutrige Aromen, zarte Süße und präsente, feine Säure, schon etwas entwickelt, Abgang mit kräutrigen und zitronigen Aromen.

4.         2012  Clemens Busch, Riesling, „Vom Roten Schiefer“        

Helles Gelb mit grünen Reflexen, ein wenig kräutriger Zitrus-Steinobstduft. Klare, feinsaftige Frucht im Mund,  leicht pflanzlich und auch erdig-mineralisch, sehr feine Säure, harmonisch, guter Abgang.

5.         2009  Clemens Busch, Riesling, „Vom Roten Schiefer“        

Helles Gelb, ein pflanzlicher, zart erdiger Duft nach eingemachten gelben Früchten. Weich und leicht süß im Mund, zart erdig, feine Säure, zart würziger Abgang.

Im zweiten Flight kamen die Weine vom Grauschiefer:

6.         2016  Clemens Busch, Riesling, „Vom Grauen Schiefer“     

Sehr blasses Gelb mit grünen Reflexen, eine zurückhaltende, etwas kräutrige Nase mit verhaltenen gelbfruchtigen Aromen. Klare, saftige Frucht, lebendige Säure, pflanzliche Noten und wieder herbe Mineralik am Gaumen, zartfruchtiger Abgang mit kräutrigen Nuancen.

7.         2014  Clemens Busch, Riesling, „Vom Grauen Schiefer“     

Blasses Gelb mit grünen Reflexen,  auberer, geradliniger, schlanker und etwas verhaltener Riesling, zart pflanzliche und nussige Aromen, recht eleganter Stil, nicht völlig trocken, für das Jahr 2014 sehr gut gelungen.

8.         2013  Clemens Busch, Riesling, „Vom Grauen Schiefer“     

Blasses Gelb mit grünen Reflexen, leichter Steinobst-Zitrusduft mit einem Hauch kräutriger Noten, und deutlicher Mineralik. Klar, noch etwas kantig im Mund, mehr Fülle, straffe, feine, leider Spur buttrige Säure, gute Nachhaltigkeit am Gaumen, guter Abgang.

9.         2008  Clemens Busch, Riesling, „Vom Grauen Schiefer“     

Helles Gelb mit grünen Reflexen, leichter Steinobst-Zitrusduft, etwas kräutrige Nuancen, schlanke Frucht und straffe, feine Säure, recht klarer, eleganter Riesling, hat aber schon mehr  Reife und wirkt etwas gezehrt.

Im dritten Flight folgten dann die Großen Gewächse vom Rothenpfad, die ebenfalls vom Rotscheifer stammen:

10.      2016  Pündericher Marienburg, „Rothenpfad, Großes Gewächs“   

Sehr blasses Gelb mit grünen Reflexen, wie bei den Ortsweinen zarter Zitrus-Steinobstduft mit kräutrig-pflanzlichen Noten, erdige Mineralik, aber für ein Großes Gewächs recht zarter, filigraner Riesling, aber fast etwas zu leicht.

11.      2014  Pündericher Marienburg, „Rothenpfad, Großes Gewächs“   

Helles Gelb mit grünen Reflexen,dichter, etwa herberer, aber gut strukturierter Riesling, floralen Aromen und deutliche Mineralik, kühle kräuterige Nuancen. Wirkt weicher als die Ortweine und hat mehr Fülle als der 2016’er Rothenpfad. Für den Jahrgang 2014 sehr gut gelungen.

12.      2012  Pündericher Marienburg, „Rothenpfad, Großes Gewächs“   

Helles Goldgelb, kräftiger, dichter, in der Frucht  recht verhaltener Riesling, deutliche, leicht salzige Mineralik, herbe pflanzliche Noten, etwas getrockneten Suppenkräuter, mit sehr feiner, lebendiger Säure, zeigt schon mehr Reife und stärkere Sekundär-Aromen.

13.      2011  Pündericher Marienburg, „Rothenpfad, Großes Gewächs“   

Helles Goldgelb, dichter, fülliger Riesling, sehr vollreife, gelbe Früchte, dem Erntejahr entsprechend weiche, reife Säure und mehr Süße. Die Mineralik wird durch Reife und Fülle überdeckt.

Bei unserem Weinbruder Uwe Lommertin möchten wir uns noch für die Präsentation der Wein bedanken und dafür dass er den Kontakt zu Clemens Busch hergestellt hat.

Verfasser:  Dieter

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