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      Johannes Geil-Bierschenk führt heute das Weingut Ökonomierat Johann Geil I. Erben in Bechtheim, das 1871 gegründet wurde. Heute werden 32 ha bewirtschaftet mit Fokus auf die Rebsorten Riesling, Burgunder und Silvaner. Das Weingut ist Mitbegründer der rheinhessischen Winzervereinigung Message in a Bottle und erhielt 2014 die Auszeichnung ”Beste Kollektion Weißweine trocken“ bei der DLG Bundesweinprämierung.

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Archiv für die 'Probenberichte 2020' Kategorie

Weinprobe mit dem Weingut Dr.Loosen, Bernkastel am 27.02.2020

Erstellt von Dieter am 21. März 2020

Da normalerweise bei Verkostungen nur die neuesten Jahrgänge präsentiert werden, haben wir uns gefreut, dass es wieder gelungen ist, eine Horizontal-Verkostung über mehrere Jahrgänge vorgestellt zu bekommen. Dieses Mal hatte sich das Weingut Ernst Loosen aus Bernkastel bereit erklärt, uns verschiedene Weine aus mehreren Jahrgängen zu präsentieren. Als Vertreter des Weinguts war Desiree Schröder gekommen – die sich allerdings zu uns durchkämpfen musste, da die Autobahn durch die Eifel, plötzlich durch massiven Schneefall blockiert wurde. Sie hatte aber den Mut behalten und kam – wenn auch mit deutlicher Verspätung – bei uns unversehrt an, bevor die Autobahn ganz gesperrt wurde.

So konnten wir doch vier unterschiedliche Jahrgänge der folgenden Lagen verkosten:

Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Erdener Treppchen Kabinett

Die Weinprobe startete mit der Lage Graacher Domprobst:

Direkt über dem Ort Graach gelegen befindet sich in sehr steiler Südsüdwest-Ausrichtung der Graacher Dompropst. Er wird vom Graacher Himmelreich umgeben und stellt so das Herzstück der Graacher Lagen dar. Seinen Namen Domprobst erhielt er, da dem Trierer Dompropst früher ein Drittel des Weinzehnten von Graach zustand.
Durch seine Topografie ist der Dompropst gut gegen Wind und Frost geschützt. Die Erwärmung des sehr steinigen Devonschiefer-Verwitterungsbodens bewirkt eine gleichmäßige Reife der Trauben. Viele Wasseradern im Weinberg können die Rebstöcke gut mit Wasser versorgen. Die Steillage Dompropst ist aufgrund der sehr guten Weinqualitäten als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert.

1          2018   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit grünen Reflexen zeigt in der Nase würzige, etwas exotische Frucht, am Gaumen gelbe Früchte, Pfirsich, Mirabelle, sehr dicht, weichere Säure, mehr Süße, im Abgang dann zarte Adstringenz. Jahrgangsbedingt ein Wein mit mehr Fülle und Restsüße

2          2017   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, in der Nase reifer Pfirsich, Golden Delicius, Birne, Mirabellen, dazu etwas Grapefruit, am Gaumen dann sehr extraktreich mit Kraft, animierender Säure und der moseltypischen Schiefernote. Hat noch mehr Fülle als der 2016’er Domprobst.

3          2016   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, feines Bukett von Früchten wie weißer Pfirsich, Apfel, Birne, Mirabellen, dazu etwas Limettenaroma, am Gaumen dann deutliche, salzige Mineralik, sehr pikante, mundfüllende Säure., Ein eleganter, mineralischer, vielschichtiger Riesling.

4          2015   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit zart grünen Reflexen, Florale Noten, Stein- und Steinobst, etwas Citrus im Bukett, im Mund auch noch feine Kräuter-Noten und dichte Frucht, feine, weichere Säure. Hat aber nicht die Eleganz und Mineralik wie der 2016’er Domprobst und zeigt schon leichte Reifenoten.

Der nächste Flight brachte uns die Lage Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Die Lage Himmelreich umschließt den Graacher Domprobst und ist nach Süd-Südwest bis Südwest ausgerichtet

Durch seine Topografie ist das Himmelreich ähnlich wie der Domprobst gut gegen Wind und Frost geschützt. Der Boden besteht aus leicht erwärmbarem Blau- und Grauschiefer und bewirkt auch hier eine gleichmäßige Reife der Trauben. Viele Wasseradern können die Rebstöcke gut mit Wasser versorgen. Die Weinberge liegen auf 110 bis 260 Metern über NN und sind mit 45 bis 65 Prozent moderat steil. Teilweise stehen die Reben aufgrund ihres Alters noch in traditioneller Einzelpfahlerziehung. Der Name Himmelreich kommt vermutlich aus dem keltischen und bedeutet „kleiner Hügel“. Die Lage ist aufgrund der sehr guten Eigenschaften ebenfalls als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert. Die verkosteten Weine stammen von drei Parzellen, die sich seit 1911 im Besitz der Familie Loosen befinden und die wahrscheinlich bis zu 130 Jahre alt sind.

5          2016   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, in der Nase sehr präzise Frucht, am Gaumen sehr konzentriert, Pfirsich, Apfel, Birne, Mirabellen, Limette, deutlich salzige Mineralik, feine, elegante Säure., Ein mineralischer, vielschichtiger Riesling mit großer Raffinesse und noch etwas konzentierter und feiner als der 2016’er Graacher Domprobst.

6          2015   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, in der Nase präzise und fruchtbetont, am Gaumen vollmundig und üppig, Pfirsich, gelbes Steinobst, Ananas, Zitrusaromen und zarte Schiefer-Note, recht straffe Säure und ein langer Nachhall. Dieser 2015’er Riesling ist dichter, harmonischer als der 2016’er und zeigt eine rundere und weichere, fülligere Frucht.

7          2014   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit einem Hauch grüner Reflexe, in der Nase präzise, recht klare, gradlinige Frucht, am Gaumen dann Apfel, Birne, Pfirsich, Mirabellen und etwas Limette, eine zarte salzige Mineralik, frische Säure. Der Wein hat nicht die Finessen des 2016’er oder die Fülle des 2015‘, ist aber für den 2014’er Jahrgang sehr gut

8          2013   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit einem Hauch grüner Reflexe, in der Nase fruchtbetont, am Gaumen recht vollmundig Pfirsich, gelbes Steinobst, Ananas, Zitrusaromen und zarte Schiefer-Note, recht feste Säure Dieser 2013’er Riesling ist dichter, und voller als der 2014’er und zeigt eine zarte Reife.

Der letzte Flight brachte uns dann restsüße Kabinettweine aus der Lage Erdener Treppchen

Die Lage Erdener Treppchen als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert, zieht sich gegenüber vom Ort Erden in 110 bis 260 Meter über NN entlang der Mosel. Sie ist nach Südwesten ausgerichtet und mit einer Hangneigung von 50 bis 80 Prozent recht steil. Die Rebhänge sind von wärmespeichernden Weinbergsmauern durchzogen, die Hauptrebsorte Riesling wächst in Einzelpfahlerziehung. Die Böden bestehen aus roter Tonschieferverwitterung mit hohem Gesteinsanteil. Die Lage ist nach einer vor Jahrhunderten gebauten Steintreppe benannt, die in die steilen Weinberge führt.

9          2018   Erdener Treppchen   Kabinett, Große Lage

Helles Grüngelb, Im Bukett reife, gelbe Früchte, im Mund dann weiter gelbe Früchte, Pfirsich, Aprikose, Maracuja, etwas Zitrusaromatik, feines Süße -Säure-Spiel im Abgang dann mehr adstringierende Herbe. Jahrgangsbedingt mehr Fülle und Dichte, aber weniger Säure und Finesse.

10       2017   Erdener Treppchen Kabinett, Große Lage

Helles Grüngelb, frisch fruchtig, leichte Zitrusnase, im Mund dann gelbe Früchte, Pfirsich, Aprikose, Maracuja, etwas Ananas, Zitrusaromatik, feine Mineralik, Eleganz, feines Süße -Säure-Spiel. Das war ein klassischer, eleganter und mineralischer Kabinett.  

11       2012   Erdener Treppchen Kabinett, Große Lage

Helles Gelb, leicht grünliche Reflexe, leichte Zitrusnase, etwas Minze im Mund dann gelbe Früchte, reife Äpfel, Pfirsich, Birnen, Zitrusaromatik, feines Süße -Säure-Spiel, im Abgang zarte Mandarinen-Noten. Der Wein hat eine straffe Frucht und zeigte noch keine Altersnoten.

12       2011   Erdener Treppchen Kabinett, Große Lage

Helles Gelb, leicht grünliche Reflexe, leichte Zitrusnase, etwas Orangenschale, im Mund dann reife Äpfel, Pfirsich, Birnen, Zitrusaromatik, ein Hauch Kräuter, feines Süße -Säure-Spiel, im Abgang zarte Mandarinen- und Orangen-Noten. Der Wein ist weicher, fülliger und immer noch sehr frisch.

Damit waren die drei Flights leider beendet. Es hätte noch so weitergehen können, denn die Weine wurden erstaunlich gut bewertet und selten hatten wir eine so hohe Punktung. Auch die Preisgestaltung war für diese Qualitäten sehr moderat.

Wir möchten uns deshalb beim Weingut und bei Frau Schröder herzlich bedanken, dass wir die seltene Gelegenheit bekommen haben, zu erfahren, wie gut diese Weine reifen können und bei Frau Schröder, dass sie trotz der widrigen Umstände doch zu uns gekommen ist.

Verfasser: Dieter

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Weinprobe Barrique-Ausbau am 16.01.2020

Erstellt von Dieter am 21. Februar 2020

Bei unserer Weinprobe um Thema Barrique-Ausbau konnte wir Herrn Florian Solymari vom Staatsweingut Weinsberg begrüßen.

Nach seiner Ausbildung zum Weinküfer (jetzt Weintechnologe) im Staatsweingut Weinsberg und dem Fachabitur studierte er dann von 2013 bis 2016 in Geisenheim und arbeitete danach in Kalifornien im Napa Valley. Als der alte Kellermeister vom Staatsweingut Weinsberg in Rente ging, bewarb er sich auf diese Stelle und wurde auch angestellt. Seit 2016 ist er dort als Kellermeister und zusätzlich auch an der Weinbauschule Weinsberg tätig.
Das Staatweingut Weinsberg ist eines von drei Staatsweingütern in Baden-Württemberg, (neben Meersburg und Freiburg – Blankenhornsberg). 40 ha werden an den Standorten Weinsberg, Gundelsheim und Burg Wildeck bewirtschaftet, die Kellerei ist in Weinsberg und hat eine Kellerkapazität von ca. 600.000 l.

Nun zum Thema Barrique-Ausbau:
Die Verwendung von Barriques (225 -228 l Volumen) zum Weinausbau war in Deutschland nicht üblich. Die Weine wurden zwar auch im Holz ausgebaut, aber in deutlich größeren Gebinden (Halbstück-Fässer, (500 – 600 l) Stück-Fässer (1000 -1200 l), Doppelstück-Fässer (2000 -2400 l) Zusätzlich wurden diese Fässer „weingrün“ gemacht, um Holztöne zu vermeiden. Ab der 70’er Jahre begannen dann einzelne Winzer mit dem Barrique-Ausbau zu experimentieren.  Die Ergebnisse wurden sehr kontrovers diskutiert und die Weine wurden bei der amtlichen Weinprüfung als untypisch abgelehnt. Sie wurden deshalb als Land- oder Tafelweine vermarktet, da bei ihnen keine amtliche Weinprüfung erforderlich ist. Im Oktober 1986 haben sich sechs Winzer aus Württemberg unter dem Namen Hades zusammengeschlossen, um gemeinsam Erfahrungen damit zu sammeln und den Ausbau im Barrique zu fördern.
Der Name Hades für die Gruppe hat nichts mit dem griechischen Gott der Unterwelt zu tun, sondern ist aus den Initialen der Mitglieder zusammengesetzt: H = Fürst zu Hohenlohe, A = Graf Adelmann, D = Drautz – Able, E = Ellwanger, S = Sonnenhof und Staatsweingut Weinsberg.
Der Einsatz von kleinen Holzfässern aus französischer oder schwäbischer Eiche war die Basis für die Gruppe, aber es wurden noch weitere Kriterien zur Steigerung der Weinqualität vereinbart, so z.B. reduzierter Ertrag für extraktreiche Weine, gesundes und reifes Lesegut. Bei Rotweinen wird darauf geachtet, dass auch eine ausreichende Menge von Tanninen und Farbstoffen für die anschließende Holzfasslagerung vorhanden ist. Die fertigen Weine werden innerhalb dieser Gruppe verkostet und dürfen nur nach Freigabe in der charakteristischen Schlegelflasche abgefüllt werden.

Um eine Holzaromatik zu erreichen, gibt es mehrere Verfahren;

Zugabe von Holzextrakt
Zugabe von Holzspänen (Chips)
das Ausrüsten der Tanks mit Holzlatten
und der Ausbau in Holzfässern besonders Barriques
Während bei den ersten drei Verfahren der Wein nur mit dem Holzgeschmack aromatisiert wird, erfolgt beim Barrique-Ausbau auch eine Microoxidation durch die Holzporen und ein teilweiser Austausch der Tannine des Weines gegen des Holzes.

Als Holz wird meistens feinporiges Eichenholz verwendet, aber teilweise auch Akazie und Esskastanie. Neben der europäischen Eiche wird – vor allem in Spanien amerikanische Eiche verwendet, die zu einer intensiveren Aromatik nach Vanille, Karamell und Gewürznoten führt.

Die Herkunft des Eichenholzes spielt eine wesentliche Rolle, da je nach den Wuchsbedingungen die Porengröße des Holzes unterschiedlich ist (bei den französischen Hölzern gilt folgende Reihenfolge: Troncais feinporig, Allier und Vogesen kleinporig, Bourgogne und Nevers mittelporig und Limousin grobporig)
Je größer die Poren sind, desto stärker die Oxidation und der Austausch von Tannine und Holzaromen.

Die für den Barrique-Ausbau verwendeten Fässer sind 225 l bzw. 228 l groß (ein wesentlicher Unterschied !, denn die 225 l-Fässer werden in Bordeaux und die etwas größeren im Burgund verwendet, die burgundischen Fässer sind etwas bauchiger als die aus dem Bordeaux)

Das Holz dafür stammt von 100 bis 180 Jahre alten, gleichmäßig gewachsenen  Eichen, die dann zu Brettern zersägt und im Freien mehrere Jahre gelagert werden  (Je 1 cm Daubenstärke 1 Jahr Lagerung) Die Bretter werden danach auf die passende Länge gebracht und an den Seiten schräg angeschnitten. Diese Bretter (Dauben) werden dann an der oberen Seite zusammengesetzt und über Feuer zum Fass gebogen. Danach werden die Fässer getoastet, (schwach getoastet 5 Min bei 120- 180°C , medium getoastet 10 Min bei 200°C und stark getoastet für 15 Min bei 230°C)
Abschließend  werden noch die Spundlöcher gebohrt, die Fassböden eingesetzt, die Fässer außen geschliffen und die Fassringe durch verzinkte Ringe ersetzt.
Ein interessantes Video zu den handwerklichen Arbeitsschritten der Fassherstellung ist unter https://pdodswr-a.akamaihd.net/swr/swr-fernsehen/im-suedwesten/899916.xl.mp4 zu finden.

Unsere Weinprobe begann mit drei Weißweinen aus der Hades-Serie:

1. 2015  Staatsweingut Weinsberg, Chardonnay, „Hades“      
Zartes Gelb, Bukett nach Apfel, Birne, Melone, im Mund dann kräftig und voluminös, leicht nussig mit rauchigen Holzaromen, aber auch etwas buttrig. Der Wein gewinnt an der Luft und verliert die Yoghurt- und Butter-Noten
Nach 36 stündiger Maische-Standzeit und Vergärung erfolgte der Ausbau für 6 Monaten in ungetoasteten, neuen  Barriques.

2. 2016  Staatsweingut Weinsberg, Fumé Blanc, „Hades“   Sauvignon blanc             
Helles Gelb, Bukett nach Birne, Quitte, etwas Cassis und Holznoten, am Gaumen dann nachhaltig mit kräftigem Körper aber etwas verhaltener, weicher, runder Frucht und leichten Holz-und Vanille-Noten.
Die Reben stehen  auf  Keupermergel mit verwittertem Kiesel-Sandstein. Nach 36 stündiger Maische-Standzeit und Vergärung erfolgte der Ausbau für 6 Monate in ungetoasteten, neuen Barriques.

3. 2018  Abstatter Burg Wildeck,  Grauburgunder, „Großes Gewächs“  Helles Gelb, Bukett nach gelber Birne, Quitte, im Mund dann vollreife Frucht, etwas Haselnuss, Honig,, Vaniile, Röstaromen. Langer Abgang. Wirkt insgsamt recht füllig und  süß im vergleich zu den beiden Weinen davor.
Die Reben stehen  in der Lage Abstatter Burg Wildeck auf  Keupermergel mit verwittertem Kiesel-Sandstein. Ausrichtung nach Süden, Steigung  14%- 40% in einer Höhe von 330 – 370 m über NN.  Nach 36 stündiger Maische-Standzeit und Spontanvergärung erfolgte der Ausbau für 6 Monate in ungetoasteten, neuen  Barriques.

Nach den Weissweinen ging es zu den Rotweine, zuerst folgten drei Spätburgunder :

4. 2015  Abstatter Burg Wildeck, „Erste Lage“, Spätburgunder  
Dunkles Rubinrot, würziges Bukett, rote Beeren, reife Kirsche, Johannisbeere, im  Mund kraftvolle, weiche Frucht, warmes Tannin, dezente Holznoten. Die Reben stehen  in der Lage Abstatter Burg Wildeck auf  Keupermergel mit verwittertem Kiesel-Sandstein. Der Ausbau erfolgte zu 30% – 40% in neuem Holz

5. 2015  Gundelsheimer Wolklenstein, „Erste Lage“, Spätburgunder Dunkles Rubinrot,  würzige, leicht rauchige Nase, im Mund dann vielschichtig, mehr Fülle, rote Beeren, Süßkirsche ,etwas reife Pflaume. Reifes Tannin, etwas mehr Holzaromatik.
Der Ausbau erfolgte zu 30% – 40% in neuem Holz

6. 2016  Gundelsheimer Himmelreich, „Großes Gewächs“, Spätburgunder
Dunkles Rubinrot, würzige, leicht rauchige Nase, im Mund dann vielschichtig, etwas üppigere aber elegante ,nicht fette Frucht, rote Beeren, Süßkirsche, Pflaume, rauchig würzige Note.

Nach den Spätburgunder-Weinen folgten zwei Lemberger- (Blaufränkisch-) Weine:

7. 2016  Weinsberger Wanne, „Erste Lage“, Lemberger
Dunkles, bläuliches Rot, im Bukett Waldbeeren, Kräuter, im Mund dann auch Süßkirsche und Pflaume mit festem Tannin und zarten Holznoten.
Der Barrique-Ausbau erfolgte zu 30% – 40% in neuem Holz

8. 2013  Weinsberger Schemelsberg, „Großes Gewächs„, Lemberger
Dunkles Rubinrot, im Bukett wieder Waldbeeren mit einem Hauch Schokolade, am Gaumen dichte, vielschichtige Frucht, Pflaume, Kirsche, ein  Hauch Pfeffer, festes, strafferes Tannin und dezente Holznoten.
Die Reben stehen  in der Lage Weinsberger Schemelsberg  auf  Lehm,  Ausrichtung nach Süd- Südwest, Steigung  35%- 40% in einer Höhe von 240 – 280 m über NN.  Auch hier erfolgte der Barrique-Ausbau zu 30% – 40% in neuem Holz.

Da Weinsberg auch ein Versuchsweingut ist, wird auch mit anderen, nicht heimischen Rebsorten gearbeitet.
Der erste Wein aus dieser Kategorie war ein typisches Bordeaux-Cuvee:

9. 2017  Staatsweingut Weinsberg, Grande Reserve,    
Cabernet Sauvignon 60%, Merlot 25%, Cabernet Franc 15%                  
Tiefdunkles, etwas blaustichiges Rot, im Bukett Pflaume, Kirsche, Brombeere und etwas Cassis, dazu etwas Vanille und Röstaromen. Im Munde dichte, vielschichtige Beerenfrucht mit kräftigem Tannin, dazu wieder Vanille und Röstaromen. Die Trauben für diesen Wein stammten vom Schemelsberg.

10. 2016  Staatsweingut Weinsberg, Syrah Reserve  
Dunkles Purpurrot, im Bukett dunkle Beerenfrüchte, etwas Kaffee, im Mund dann Brombeere, Pflaume, Kirsche. Wieder ein kräftiges Tannin, Kafffee und dezenten Holzaromen.

11. 2015  Staatsweingut Weinsberg, Nebbiolo 
Dunkles Kirschrot, im  Bukett rote Beeren, Brombeere,am Gaumen noch Kirsche, Pflaume, etwas Schokolade. Die Tanninstruktur ist deutlich härter, noch etwas adstringierend ruppig.Insgesamt leichtere Struktur, eher wie ein Nebbiolo aus dem nördlichen Piemont

12. 2012  Staatsweingut Weinsberg, Tempranillo 
Tiefdunkles Rot, im Bukett rote Beeren, Röstaromen, am Gaumen noch Pflaume, Kirsche, etwas Tabak, kräftiges Tannin mit Holz- und Röstaromen, langer Nachhall.
Zusätzlich hatten wir noch zweimal einen Sekt und einen Roséwein, die von Mitgliedern zu einem besonderen Anlass gespendet wurden und ohne Wertung liefen.

13. 2017  Dirk Kessler, Rotling Sekt, trocken, 
Müller Thurgau, Dornfelder            
Sektmanufaktur Dirk Kessler, Wintrich

14. Ralf Trautwein, Pinot – Chardonnay Sekt, brut,     
Spätburgunder, Chardonnay
Weingut Ralf Trautwein, Bötzingen               

15. 2017  Weinmanufaktur Hartmut Bick, Spätburgunder Rosé, Blanc de Noir, „440“
Spätburgunder          
Weinmanufaktur Hartmut Bick, ( Teilzeitkellermeister vom Weingut Ziereisen)

Damit endete unsere Probe. Wir hatten eine interessante Darstellung der Barrique-Herstellung und des Barrique-Ausbaus und konnten uns durch die präsentierten Weine selber ein gutes Bild machen. Die duchgängig gute Bewertung zeigt die hohe Qualität der vorgestellten Weine. Dafür möchten wir Herrn Florian Solymari herzlich danken.

Verfasser:  Dieter

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