• Veranstaltungen

    < 2020 >
    November
    • 19

      Spanien, Rotweine aus Toro

      19:00 -22:00
      19.11.2020

      Lange stand dieses Gebiet im Schatten der Nachbarregion Ribera del Duoro, da die Wein recht rustikal, sehr breit und auch alkoholisch waren. Unser Weinbruder Uwe Lommertin will vor Ort Weine für uns aussuchen, die zeigen, dass sich das inzwischen positiv verändert hat.

    • 28

      Weihnachtsessen

      18:30 -23:00
      28.11.2020

      Termin und Ort wird noch von einem Orga-Team festgelegt.

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Archiv für die 'Probenberichte 2020' Kategorie

Weinprobe mit dem Weingut Wagner Stempel, Siefersheim am 25.06.2020

Erstellt von Dieter am 5. August 2020

Die Probe wurde vorbereitet und durchgeführt von Herrn Oliver Müller vom Weingut Wagner Stempel.

Das Weingut wurde gegründet im Jahr 1845, ist ein reiner Familienbetrieb und bewirtschaftet insgesamt 20 ha von denen derzeit ca., 55 % mit Riesling, 25 % mit weißen Burgundersorten, 10 % mit Silvaner, 5 % mit Sauvignon Blanc, und Scheurebe und 5 % mit Spätburgunder angepflanzt sind, Die Böden um Siefersheim (quasi die Brücke zwischen Rheinhessen und Nahe) sind vulkanischen Ursprungs und deshalb vorwiegend Porphyr (im Unterschied zum sonst in Rheinhessen eher dominierenden Kalkstein). Das Weingut baut praktisch ausschließlich trockene Weine aus.

Zu den Weinen:

Wein 1: 2015 TIRIUS (Sekt) Blanc de Blanc Brut nature

12 % Alk., 0,8 g/l RZ, 10,0 g/l S

Helles, leicht roséfarbenes Blassgold, zunächst etwa hefig in der Nase, rauchige, kräutrige, zitrusfruchtige Noten, cremig, relativ schnell abklingende Perlage, etwas phenolische Struktur (lag im 500 l Holzfass), versektet durch Raumland, schöne Säure, cremig auch im Mund, geradlinig, aber nicht viel Länge.

Wein 2:   2019 Silvaner Gutswein,

12 % Alk., 5,5 g/l RZ, 7,5 g/l S

Helles Grüngold, erdige Noten, Zitrusfrucht, Johannisbeer- und Holunderblüten, ungewöhnlich fruchtig für Silvaner, im Mund weinig, moderate Säure, schlank, salzig, angenehm, aber etwas Silvaner-untypisch und mit wenig Länge am Gaumen.

Wein 3:   2019 Silvaner Reserve
12,5 % Alk., 3,2 g/l RZ, 6,7 g/l S

Kräftiges Grüngold, Nase von frischem Eichenholz geprägt, etwas pflanzliche, gemüsige Noten, im Mund mehr Körper als der Gutswein, auch hier deutliche Eichenaromen, eher noch säuremilder, aber mehr Gewicht und Länge, leicht pflanzenbitter im Abgang.

Wein 4:   2019 Weissburgunder Gutswein

12 % Alk., 4,8 g/l RZ, 6,4 g/l S

Helles Grüngold, birnige Nase, weiße Blüten, etwas rauchige Noten, im Mund sehr säuremild, geradlinig, etwas dienende Restsüße spürbar, einfacher, korrekter Wein.

Wein 5:   2019 Weißburgunder Reserve

13 % Alk., 2,9 g/l RZ, 6,4 g/l S

Etwas kräftigeres Grüngold, wieder deutliche Holznoten, Zitrusfrucht, etwas Muskatnuss, im Mund deutlich würziger als der Gutswein, das Holz besser eingebunden als beim Silvaner Reserve, hat Körper und Frische.

Wein 6:   2019 Sauvignon Blanc Gutswein

12 % Alk., 3,7g/l RZ, 6,9 g/l S

Helles Blassgold, starke, fast extreme Johannisbeer- und Holunderblütennoten in der Nase, im Mund seifige Textur, cremig, frische Säure, gute Länge.

Wein 7:   2019 Sauvignon Blanc Reserve

12,5 % Alk., 2,4g/l RZ, 6,9 g/l S

Etwas kräftigeres Grüngold, leichte Holzwürze (Ausbau in Akazienholzbarriques) Johannisbeerblüte, deutlich komplexer in Nase und Mund als der Gutswein, mundwässernde Säure, gute Fülle, etwas phenolische Struktur, gelbfruchtig auch im Mund, gute Länge.

Wein 8:   2019 Riesling Gutswein

12 % Alk., 5,1 g/l RZ, 8,2 g/l S

Jugendliches Grüngold, fast exotische Frucht, noch leicht hefig, rauchig, kräuterwürzig, schlank im Mund, schöne Säure, etwas dienende Restsüße spürbar, gute Würze.

Wein 9:   2019 Siefersheimer Riesling Porphyr

12,5 % Alk., ca 4,7 g/l RZ, 8,2 g/l S

Glänzendes Grüngold, gelbe, rauchig – kräutrige Nase, etwas Pfirsich, im Mund viel Schmelz, knackige Säure, schöne Cremigkeit, noch etwas verschlossen, purer, trockener als der Gutsriesling.

Wein 10:   2019 Siefersheimer Riesling Rotliegend

13 % Alk., 4,8 g/l RZ, 7 g/l S

Glänzendes Grüngold, gelbfruchtige Nase, sehr duftig, Blüten, im Mund fülliger, nicht so säurebetont wie der Riesling vom Porphyr, etwas mehr Restsüße merkbar, mildere Säure, rund, weinig, gute Länge, aber etwas gefällig.

Wein 11:    2019 Siefersheimer Riesling Melaphyr

12 % Alk., 3,4 g/l RZ, 8,4 g/l S

Glänzendes Grüngold, rauchige, fast verbrannte Noten in der Nase, viel Kräuterwürze, eher zurückhaltende Frucht, viel Würze, sehr pur, säurebetont durchaus fordernd, fast karg, schöne Würze, gute Länge.

Wein 12:   2018 Riesling GG Höllberg

13 % Alk., 2,5 g /l RZ, 6,5 g/l S

Reifendes Grüngold, rauchige, gelbfruchtige Nase, Kräuterwürze, im Mund viel Fülle, eher milde Säure, nicht so puristisch wie der Riesling vom Melaphyr, aber sehr cremig, mit guter Harmonie und Länge

Wein 13:   2018 Riesling GG Heerkretz

13 % Alk., 1,3 g /l RZ, 7,5 g/l S

Helles Grüngold, sehr kräuterwürzige, erdige Nase, kühler, mehr Phenolik, Säure und Frucht im Mund, sehr würzig-salzig, mehr Ecken und Kanten als das GG vom Höllberg

Wein 14:   2017 Riesling GG Scharlachberg (komplett im Edelstahl ausgebaut)

Reifes Grüngold, schon etwas gereifte Nase, minzig, schiefrig, viel Würze, schlank, knackige Säure, fordernd und kraftvoll zugleich, kernig, markant anders als die Siefernheimer Weine, sehr pur.

Wein 15:   2015 Riesling A.D.M.

Kräftiges Goldgelb, Nase nach Honig und Quitte, nussig, im Mund enorme Fülle, etwas Eichenholz merkbar, schöne Säure, viel Schmelz, Würze und Cremigkeit, nicht gerade tänzerisch, sondern viel von allem, eher als Essensbegleiter geeignet, speziell, aber mit individueller Persönlichkeit.

Bruderschaftsmeister Dieter Ockelmann bedankte sich im Namen der Weinbruderschaft für die sehr gut zusammengestellte Probe und seinen engagierten Vortrag bei Herrn Müller.

Verfasser:  Bernd Kögler

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Weinprobe mit Weinen aus Westhofen am 28.05.2020

Erstellt von Dieter am 5. August 2020

Nach über 2 Monaten Corona-Lockdown konnte wir endlich wieder eine Weinprobe durchführen. Allerdings mit entsprechenden Hygiene- und Abstandsregeln. Dadurch ist leider auch die Anzahl der Teilnehmer begrenzt. Aber glücklicherweise wurde die Höchstzahl an möglichen Teilnehmern bei dieser Probe noch nicht erreicht.

Nach unserem vorher geplanten Probenprogramm hätten wir eine Probe mit dem Weingut Manz duchgeführt, aber wegen der Corona-Pandemie wurde diese Probe vom Weingut abgesagt. Deshalb haben wir unsere im April ausgefallene Probe „Westhofen“ nachgeholt, da die Weine schon vorhanden waren.

Westhofen  gehört zum Bereicht Wonnegau und liegt im Rheinhessischen Hinterland, etwas  10 km vom Rhein entfernt. Vor 40 Jahren galt es noch als unbekanntes Weingebiet. In einem Weinführer von damals stand  über das inzwischen hochrenommierte Weingut Keller: Das Weingut macht sehr gute Weine, aber es fehlen ihm die großen Lagen. Die damaligen „unbedeutenden“ Lagen wie Westhofener Aulerde oder Morstein zählen heute zu den deutschen Spitzenlagen, beim VDP als Große Lage anerkannt. Und das Weingut Keller verkauft heute mit dem „G-Max“ den teuersten und gefragtesten trockenen Wein. Daran sieht man, dass es Rheinhessen inzwischen geschafft hat, der Weinwelt zu beweisen, dass heute von engagierten Winzern aus diesen Lagen Spitzenweine produziert werden.

Westhofen ist ein Ort im Wonnegau mit ca 3.200 Einwohnern und etwa  15 bis 20  Winzerbetrieben. Mit 787 ha bestockter Rebfläche, davon 75 Prozent Weißwein- und 25 Prozent Rotweinsorten ist es die zweitgrößte Weinbaugemeinde Rheinhessens.

Die Weinlagen des Ortes sind:

Morstein, 151 Hektar, Meereshöhe: 150-240 m, Löß, Kalkstein, Mergel, sandiger bis steiniger, toniger Lehm, 80% hängig, 20% flach, Exposition: Süd

Brunnenhäuschen, 31 Hektar, Meereshöhe: 185-240 m, Gehängelehm, steiniger, sandiger bis toniger Lehm, 100% hängig, Exposition: Süd

Steingrube, 145 Hektar, Meereshöhe: 140-180 m, Löß, Kalkstein, sandiger bis steiniger Lehm, 80% hängig, 20% flach, Exposition: Süd

Kirchspiel, 43 Hektar, Meereshöhe: 140-200 m, Löß, Gehängelehm, sandiger bis toniger Lehm, 5% steil, 90% hängig, 5% flach, Exposition: Süd

Aulerde, 102 Hektar, Meereshöhe: 130-200 m, Löß, Gehängelehm, sandiger bis toniger Lehm, 60% hängig, 40% flach, Exposition: Südsüdost

Benn, 7 Hektar, Meereshöhe: 140-180 m, Löß, sandiger Lehm, 80% hängig, 20% flach, Exposition: Süd

Rotenstein, 304 Hektar, Meereshöhe: 140-170 m, Löß, Lehm, sandiger bis steiniger Lehm, 70% hängig, 30% flach, Exposition: Nordost bis Ost

(Die Lagen, von denen wir Weine verkostet haben, sind fett gedruckt.)

Unser Weinbruder Oliver hat es noch kurz vor dem Corona-Lockdown geschafft  für uns bei den fünf Westhofener Weingütern  Katharina Wechsler, K.F. Groebe, Wittmann, Seehof und Hirschhof  eine repäsentative Probe der Weine aus dem Ort zusammenzustellen.

Obwohl eigentlich unser Focus auf  Riesling-Weinen  lag, musste auch ein Silvaner in die Probe. Vor 100 Jahren war in Rheinhessen 2/3 der Fläche mit Silvaner bepflanzt und auch heute noch ist es das weltgrößte Anbaugebiet für diese Rebsorte (noch vor Franken). Aber nicht diese statistischen Werte waren der Grund dafür, einen Silvaner in unsere Probe aufzunehmen sondern seine besondere Qualität.

Deshalb war unser erster Wein der

1.    2017  Westhofener Silvaner, Alte Reben vom Weingut Katharina Wechsler.

In der Nase Stein- und Kernobst, nussige, pflanzliche, und Kräuter-würzige Noten. Reife Frucht mit hoher Mineralität, sehr salzig, aber auch leicht cremig, deutliche, aber sehr gut eingebundene Säure, durch die Maischestandzeit eine zarte Herbe. Ein langer Nachhall.

Die Reben, die über 40 Jahre alt sind, stehen auf einem 1 ha großen Weinberg, der durch eine Sandsteinmauer umsäumt ist und deshalb auch den Zusatznamen „Clos Kathrin“ trägt. Aufgrund des Alters der Reben wird nur ein niedriger Ertrag erreicht. 12 h Stunden Maischestandzeit  als Ganztraube und ein langes Hefelager erzeugen eine vielschichtige Cremigkeit und Eleganz.

Der zweite Wein war dann aber ein Riesling.

2.       2018  Riesling “1763” vom Weingut K.F.Groebe

Würzige, etwas exotische Nase, gelbe Pfirsiche, Aprikose, Citrus, etwas florale Noten. Im Mund dann weicher, vollmundiger und saftig durch eine zarte Süße, dazu eine frische, harmonische Säure.

Dieser Wein ist der Lieblingswein des Winzers, der durch die leichte Restsüße recht charmant daher kommt (ohne süß zu schmecken).

Weiter ging die Probe mit dem

3.   2018  Riesling trocken vom Weingut Katharina Wechsler

In der Nase Steinobst, Grapefruit, Pfirsich und Citrus, am Gaumen dann klar und schlank, feine Mineralik, delikate Frucht nach Pfirsich und Apfel und eine gut eingebundene Säure.

Die Trauben stammen aus den Westhofener Lagen Benn, Kirchspiel sowie Aulerde und dem Osthofener Goldberg von Löss- und Lehm-Böden. Ausgebaut wurde der Wein in Edelstahl

Nun folgten zwei Rieslinge vom gleichen Winzer:

4.   2018  Riesling trocken vom Weingut Wittmann

In der Nase gelbe und weiße Früchte, Pfirsich, sehr reife Zitrusfrucht, im Mund dann klare Frucht Stachelbeere Pfirsich, Mirabelle, Birne, Citrus, Grapefruit mit zarter salziger Kalksteinmineralik, dabei eine  elegante Säurstruktur. Ein rheinhessen-typischer Gutswein.

Die Trauben stammen von den Westhofener kalkhaltigen Böden, Ausgebaut wurde der Wein im großen Holzfass.

5.    2018  Wittmann, Riesling “vom Kalkstein” vom Weingut Wittmann:

In der Nase wieder gelbe Früchte, Zitrus, am Gaumen dann aber deutlich reifer und fülliger, dabei aber auch eine elegante Struktur, feine Kräuter-Noten, eine leicht salzige Kalksteinminmeralik und eine langer Nachhall.

Eine Steigerung des Gutweines, da auch Trauben aus den großen Lagen verwendet wurden.

Eine Qualitätsstufe höher folgten dann drei weitere Rieslinge als Ortsweine:

6.    2018  Westhofener Riesling “vom Kalkstein” vom Weingut Seehof

In der Nase reifes Steinobst, Apfel, Birne und Pfirsich, im Mund dann gelbe Früchte, Pfirsich, Ananas und leicht kräutrige Noten mit einem gut eingebundenem Säuregerüst. Im Vergleich zum Wein Nr. 5, dem Riesling Kalkstein vom Weingut Wittmann, recht weich mit einer leichteren Struktur.

7.    2018  Westhofener Riesling vom Weingut K.F.Groebe

Im Bukett etwas pflanzliche und florale Noten, exotische Früchte, Steinobst und Zitrus, am Gaumen mineralische Anklänge, reife, weiche Frucht, gelbe Früchte, etwas Pfirsich, Mirabelle, Zitrus, zarte Süße und eine saftige Säure.

Die Reben stammen aus den Lagen Aulerde und Kirchspiel und wurden nach ca. 6 Std Maischstandzeit abgepreßt, durch Sedimantation geklärt und im Holzfass spontan vergoren und ausgebaut. Nach lager Lagerung auf der Feinhefe wurde abgefüllt.

8.    2018  Westhofener Riesling trocken vom Weingut Wittmann

In der Nase Sommerapfel, Zitronengras, reife Zitrusfrucht, Quitte, Grapefruit, im Mund dann viel Druck aber auch Eleganz, salzige Mineralik, gelbes Steinobst, Pfirsich, Grapefruit, Orangenschale, reife Quitte, dazu kommt eine delikate Säure.

Die Reben stammen den Lagen für das Große Gewächs und sind im Edelstahl und im Stückfass (1.200 l) ausgebaut. Da die 0,75 l-Flaschen ausverkauft waren mussten wir die Magnum-Große verkosten, was aber sicher vorteilhaft war.

9.    2018  Westhofener Kirchspiel, Riesling vom Weingut Seehof

Der Wein hat ein Bukett nach gelben Früchten, deutlich Pfirsich, etwas Birne und Mirabelle, im Mund dann wieder die gelben Früchte, eine zarte Mineralität und eine lebendige Säure. Wie bei den anderen Weine dieses Weingutes ein recht ruchtiger Wein, aber eine leichtere Struktur.

10.    2018  Westhofener Aulerde, Riesling Großes Gewächs vom Weingut    K.F.Groebe           

Der Wein zeigt ein vielschichtiges Bukett von Pfirsich und reifen Aprikosen, Mirabelle und Birne, im Mund dann ein enormes Fruchtspiel mit feiner Mineralik und opulenter Länge im Abgang. Ein Wein zeigt sich noch etwas verhalten, wird aber zu Recht als Großes Gewächs geführt mit seiner Opulenz, weichen Säure und dem Stil des Weingutes entsprechend mit etwas mehr Süße.

Die Trauben stammen aus einem Weinberg mit über 50 Jahre alten Reben im Zentrum der Lage Aulerde. Nach schonender Kelterung erfolgte die Spontanvergärung und der weitere Ausbau im 1200 l Stückfass.

11.    2018  Westhofener Benn,  Riesling vom Weingut Katharina Wechsler

In der Nase reife gelbe Früchte mit kräutrig-pflanzliche Noten, am Gaumen dann saftige, recht mineralische Frucht, (Pfirsich, Mirabelle, Aprikose) und wieder leicht kräutrig-pflanzliche Noten. Dazu eine straffe, frische Säure, die den Wein sehr schlank wirken lässt. Der Wein hat weniger Alkohol und mehr Säure als die beiden anderen Lagenweine und wirkt dadurch recht straff und schlank, ohne dünn zu sein

Der Wein stammt aus der 7 ha großen Monopollage Westhofener Benn.

12.    2018  Westhofener Morstein, Riesling Auslese vom Weingut Hirschhof

Würziges Bukett von reifen Stachelbeere, Mirabelle, Pfirsich, exotischen Früchen, im Mund dann weiche, runde, würzigere Frucht mit reifer Stachelbeere, gelben Früchten, Pfirsich, Trockenobst, Orangenschale dazu dezente Süße und Honig. Der Wein hat einen recht dichten, harmonischen Körper aber wirkt etwas breit und füllig, zeigt weniger Frische.

Damit waren wir am Ende dieser sehr gut zusammengestellten Probe angekommen und wollen unserem Weinbruder Oliver dafür danken, dass er sich die Mühe gemacht hat uns diese Probe vor Ort zu besorgen.

Zu den Weingütern:

Weingut Katharina Wechsler

18 ha, ca. 120.000 Flaschen, 40% Riesling, 30% Burgundersorten. 10% Scheurebe, 6% Silvaner, 14% übrig Sorten

Mitglied  Maxime Herkunft

Weingut Wittmann

28 ha, ca. 180.000 Flaschen, 70% Riesling, 20% Burgundersorten, 5% Silvaner, 5% übrige Sorten

Mitglied: VDP, Naturland, Message in a bottle, Respekt Biodyn

Weingut K.F.Groebe

8,5 ha, ca, 50.000 Flaschen, 70% Riesling, 18% Burgundersorten, 12% Silvaner

Mitglied: VDP

Weingut Seehof, Familie Fauth

16,5 ha, ca. 80.000 Flaschen, 32% Riesling, 28% weiße Burgundersorten. 9% Müller Thurgau, 7% Scheurebe, 7% Silvaner, 7% Spätburgunder, 10% übrige Sorten

Mitglied  Maxime Herkunft, Message in a bottle

Weingut Hirschhof, Familie Zimmer

30 ha, 220.000 Flaschen, 35% Riesling, 30% Burgundersorten. 20% rote Sorten, 15% übrige Sorten

Mitglied  Ecovin

Verfasser: Dieter

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Weinprobe mit dem Weingut Dr.Loosen, Bernkastel am 27.02.2020

Erstellt von Dieter am 21. März 2020

Da normalerweise bei Verkostungen nur die neuesten Jahrgänge präsentiert werden, haben wir uns gefreut, dass es wieder gelungen ist, eine Horizontal-Verkostung über mehrere Jahrgänge vorgestellt zu bekommen. Dieses Mal hatte sich das Weingut Ernst Loosen aus Bernkastel bereit erklärt, uns verschiedene Weine aus mehreren Jahrgängen zu präsentieren. Als Vertreter des Weinguts war Desiree Schröder gekommen – die sich allerdings zu uns durchkämpfen musste, da die Autobahn durch die Eifel, plötzlich durch massiven Schneefall blockiert wurde. Sie hatte aber den Mut behalten und kam – wenn auch mit deutlicher Verspätung – bei uns unversehrt an, bevor die Autobahn ganz gesperrt wurde.

So konnten wir doch vier unterschiedliche Jahrgänge der folgenden Lagen verkosten:

Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Erdener Treppchen Kabinett

Die Weinprobe startete mit der Lage Graacher Domprobst:

Direkt über dem Ort Graach gelegen befindet sich in sehr steiler Südsüdwest-Ausrichtung der Graacher Dompropst. Er wird vom Graacher Himmelreich umgeben und stellt so das Herzstück der Graacher Lagen dar. Seinen Namen Domprobst erhielt er, da dem Trierer Dompropst früher ein Drittel des Weinzehnten von Graach zustand.
Durch seine Topografie ist der Dompropst gut gegen Wind und Frost geschützt. Die Erwärmung des sehr steinigen Devonschiefer-Verwitterungsbodens bewirkt eine gleichmäßige Reife der Trauben. Viele Wasseradern im Weinberg können die Rebstöcke gut mit Wasser versorgen. Die Steillage Dompropst ist aufgrund der sehr guten Weinqualitäten als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert.

1          2018   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit grünen Reflexen zeigt in der Nase würzige, etwas exotische Frucht, am Gaumen gelbe Früchte, Pfirsich, Mirabelle, sehr dicht, weichere Säure, mehr Süße, im Abgang dann zarte Adstringenz. Jahrgangsbedingt ein Wein mit mehr Fülle und Restsüße

2          2017   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, in der Nase reifer Pfirsich, Golden Delicius, Birne, Mirabellen, dazu etwas Grapefruit, am Gaumen dann sehr extraktreich mit Kraft, animierender Säure und der moseltypischen Schiefernote. Hat noch mehr Fülle als der 2016’er Domprobst.

3          2016   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, feines Bukett von Früchten wie weißer Pfirsich, Apfel, Birne, Mirabellen, dazu etwas Limettenaroma, am Gaumen dann deutliche, salzige Mineralik, sehr pikante, mundfüllende Säure., Ein eleganter, mineralischer, vielschichtiger Riesling.

4          2015   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit zart grünen Reflexen, Florale Noten, Stein- und Steinobst, etwas Citrus im Bukett, im Mund auch noch feine Kräuter-Noten und dichte Frucht, feine, weichere Säure. Hat aber nicht die Eleganz und Mineralik wie der 2016’er Domprobst und zeigt schon leichte Reifenoten.

Der nächste Flight brachte uns die Lage Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Die Lage Himmelreich umschließt den Graacher Domprobst und ist nach Süd-Südwest bis Südwest ausgerichtet

Durch seine Topografie ist das Himmelreich ähnlich wie der Domprobst gut gegen Wind und Frost geschützt. Der Boden besteht aus leicht erwärmbarem Blau- und Grauschiefer und bewirkt auch hier eine gleichmäßige Reife der Trauben. Viele Wasseradern können die Rebstöcke gut mit Wasser versorgen. Die Weinberge liegen auf 110 bis 260 Metern über NN und sind mit 45 bis 65 Prozent moderat steil. Teilweise stehen die Reben aufgrund ihres Alters noch in traditioneller Einzelpfahlerziehung. Der Name Himmelreich kommt vermutlich aus dem keltischen und bedeutet „kleiner Hügel“. Die Lage ist aufgrund der sehr guten Eigenschaften ebenfalls als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert. Die verkosteten Weine stammen von drei Parzellen, die sich seit 1911 im Besitz der Familie Loosen befinden und die wahrscheinlich bis zu 130 Jahre alt sind.

5          2016   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, in der Nase sehr präzise Frucht, am Gaumen sehr konzentriert, Pfirsich, Apfel, Birne, Mirabellen, Limette, deutlich salzige Mineralik, feine, elegante Säure., Ein mineralischer, vielschichtiger Riesling mit großer Raffinesse und noch etwas konzentierter und feiner als der 2016’er Graacher Domprobst.

6          2015   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, in der Nase präzise und fruchtbetont, am Gaumen vollmundig und üppig, Pfirsich, gelbes Steinobst, Ananas, Zitrusaromen und zarte Schiefer-Note, recht straffe Säure und ein langer Nachhall. Dieser 2015’er Riesling ist dichter, harmonischer als der 2016’er und zeigt eine rundere und weichere, fülligere Frucht.

7          2014   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit einem Hauch grüner Reflexe, in der Nase präzise, recht klare, gradlinige Frucht, am Gaumen dann Apfel, Birne, Pfirsich, Mirabellen und etwas Limette, eine zarte salzige Mineralik, frische Säure. Der Wein hat nicht die Finessen des 2016’er oder die Fülle des 2015‘, ist aber für den 2014’er Jahrgang sehr gut

8          2013   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit einem Hauch grüner Reflexe, in der Nase fruchtbetont, am Gaumen recht vollmundig Pfirsich, gelbes Steinobst, Ananas, Zitrusaromen und zarte Schiefer-Note, recht feste Säure Dieser 2013’er Riesling ist dichter, und voller als der 2014’er und zeigt eine zarte Reife.

Der letzte Flight brachte uns dann restsüße Kabinettweine aus der Lage Erdener Treppchen

Die Lage Erdener Treppchen als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert, zieht sich gegenüber vom Ort Erden in 110 bis 260 Meter über NN entlang der Mosel. Sie ist nach Südwesten ausgerichtet und mit einer Hangneigung von 50 bis 80 Prozent recht steil. Die Rebhänge sind von wärmespeichernden Weinbergsmauern durchzogen, die Hauptrebsorte Riesling wächst in Einzelpfahlerziehung. Die Böden bestehen aus roter Tonschieferverwitterung mit hohem Gesteinsanteil. Die Lage ist nach einer vor Jahrhunderten gebauten Steintreppe benannt, die in die steilen Weinberge führt.

9          2018   Erdener Treppchen   Kabinett, Große Lage

Helles Grüngelb, Im Bukett reife, gelbe Früchte, im Mund dann weiter gelbe Früchte, Pfirsich, Aprikose, Maracuja, etwas Zitrusaromatik, feines Süße -Säure-Spiel im Abgang dann mehr adstringierende Herbe. Jahrgangsbedingt mehr Fülle und Dichte, aber weniger Säure und Finesse.

10       2017   Erdener Treppchen Kabinett, Große Lage

Helles Grüngelb, frisch fruchtig, leichte Zitrusnase, im Mund dann gelbe Früchte, Pfirsich, Aprikose, Maracuja, etwas Ananas, Zitrusaromatik, feine Mineralik, Eleganz, feines Süße -Säure-Spiel. Das war ein klassischer, eleganter und mineralischer Kabinett.  

11       2012   Erdener Treppchen Kabinett, Große Lage

Helles Gelb, leicht grünliche Reflexe, leichte Zitrusnase, etwas Minze im Mund dann gelbe Früchte, reife Äpfel, Pfirsich, Birnen, Zitrusaromatik, feines Süße -Säure-Spiel, im Abgang zarte Mandarinen-Noten. Der Wein hat eine straffe Frucht und zeigte noch keine Altersnoten.

12       2011   Erdener Treppchen Kabinett, Große Lage

Helles Gelb, leicht grünliche Reflexe, leichte Zitrusnase, etwas Orangenschale, im Mund dann reife Äpfel, Pfirsich, Birnen, Zitrusaromatik, ein Hauch Kräuter, feines Süße -Säure-Spiel, im Abgang zarte Mandarinen- und Orangen-Noten. Der Wein ist weicher, fülliger und immer noch sehr frisch.

Damit waren die drei Flights leider beendet. Es hätte noch so weitergehen können, denn die Weine wurden erstaunlich gut bewertet und selten hatten wir eine so hohe Punktung. Auch die Preisgestaltung war für diese Qualitäten sehr moderat.

Wir möchten uns deshalb beim Weingut und bei Frau Schröder herzlich bedanken, dass wir die seltene Gelegenheit bekommen haben, zu erfahren, wie gut diese Weine reifen können und bei Frau Schröder, dass sie trotz der widrigen Umstände doch zu uns gekommen ist.

Verfasser: Dieter

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Weinprobe Barrique-Ausbau am 16.01.2020

Erstellt von Dieter am 21. Februar 2020

Bei unserer Weinprobe um Thema Barrique-Ausbau konnte wir Herrn Florian Solymari vom Staatsweingut Weinsberg begrüßen.

Nach seiner Ausbildung zum Weinküfer (jetzt Weintechnologe) im Staatsweingut Weinsberg und dem Fachabitur studierte er dann von 2013 bis 2016 in Geisenheim und arbeitete danach in Kalifornien im Napa Valley. Als der alte Kellermeister vom Staatsweingut Weinsberg in Rente ging, bewarb er sich auf diese Stelle und wurde auch angestellt. Seit 2016 ist er dort als Kellermeister und zusätzlich auch an der Weinbauschule Weinsberg tätig.
Das Staatweingut Weinsberg ist eines von drei Staatsweingütern in Baden-Württemberg, (neben Meersburg und Freiburg – Blankenhornsberg). 40 ha werden an den Standorten Weinsberg, Gundelsheim und Burg Wildeck bewirtschaftet, die Kellerei ist in Weinsberg und hat eine Kellerkapazität von ca. 600.000 l.

Nun zum Thema Barrique-Ausbau:
Die Verwendung von Barriques (225 -228 l Volumen) zum Weinausbau war in Deutschland nicht üblich. Die Weine wurden zwar auch im Holz ausgebaut, aber in deutlich größeren Gebinden (Halbstück-Fässer, (500 – 600 l) Stück-Fässer (1000 -1200 l), Doppelstück-Fässer (2000 -2400 l) Zusätzlich wurden diese Fässer „weingrün“ gemacht, um Holztöne zu vermeiden. Ab der 70’er Jahre begannen dann einzelne Winzer mit dem Barrique-Ausbau zu experimentieren.  Die Ergebnisse wurden sehr kontrovers diskutiert und die Weine wurden bei der amtlichen Weinprüfung als untypisch abgelehnt. Sie wurden deshalb als Land- oder Tafelweine vermarktet, da bei ihnen keine amtliche Weinprüfung erforderlich ist. Im Oktober 1986 haben sich sechs Winzer aus Württemberg unter dem Namen Hades zusammengeschlossen, um gemeinsam Erfahrungen damit zu sammeln und den Ausbau im Barrique zu fördern.
Der Name Hades für die Gruppe hat nichts mit dem griechischen Gott der Unterwelt zu tun, sondern ist aus den Initialen der Mitglieder zusammengesetzt: H = Fürst zu Hohenlohe, A = Graf Adelmann, D = Drautz – Able, E = Ellwanger, S = Sonnenhof und Staatsweingut Weinsberg.
Der Einsatz von kleinen Holzfässern aus französischer oder schwäbischer Eiche war die Basis für die Gruppe, aber es wurden noch weitere Kriterien zur Steigerung der Weinqualität vereinbart, so z.B. reduzierter Ertrag für extraktreiche Weine, gesundes und reifes Lesegut. Bei Rotweinen wird darauf geachtet, dass auch eine ausreichende Menge von Tanninen und Farbstoffen für die anschließende Holzfasslagerung vorhanden ist. Die fertigen Weine werden innerhalb dieser Gruppe verkostet und dürfen nur nach Freigabe in der charakteristischen Schlegelflasche abgefüllt werden.

Um eine Holzaromatik zu erreichen, gibt es mehrere Verfahren;

Zugabe von Holzextrakt
Zugabe von Holzspänen (Chips)
das Ausrüsten der Tanks mit Holzlatten
und der Ausbau in Holzfässern besonders Barriques
Während bei den ersten drei Verfahren der Wein nur mit dem Holzgeschmack aromatisiert wird, erfolgt beim Barrique-Ausbau auch eine Microoxidation durch die Holzporen und ein teilweiser Austausch der Tannine des Weines gegen des Holzes.

Als Holz wird meistens feinporiges Eichenholz verwendet, aber teilweise auch Akazie und Esskastanie. Neben der europäischen Eiche wird – vor allem in Spanien amerikanische Eiche verwendet, die zu einer intensiveren Aromatik nach Vanille, Karamell und Gewürznoten führt.

Die Herkunft des Eichenholzes spielt eine wesentliche Rolle, da je nach den Wuchsbedingungen die Porengröße des Holzes unterschiedlich ist (bei den französischen Hölzern gilt folgende Reihenfolge: Troncais feinporig, Allier und Vogesen kleinporig, Bourgogne und Nevers mittelporig und Limousin grobporig)
Je größer die Poren sind, desto stärker die Oxidation und der Austausch von Tannine und Holzaromen.

Die für den Barrique-Ausbau verwendeten Fässer sind 225 l bzw. 228 l groß (ein wesentlicher Unterschied !, denn die 225 l-Fässer werden in Bordeaux und die etwas größeren im Burgund verwendet, die burgundischen Fässer sind etwas bauchiger als die aus dem Bordeaux)

Das Holz dafür stammt von 100 bis 180 Jahre alten, gleichmäßig gewachsenen  Eichen, die dann zu Brettern zersägt und im Freien mehrere Jahre gelagert werden  (Je 1 cm Daubenstärke 1 Jahr Lagerung) Die Bretter werden danach auf die passende Länge gebracht und an den Seiten schräg angeschnitten. Diese Bretter (Dauben) werden dann an der oberen Seite zusammengesetzt und über Feuer zum Fass gebogen. Danach werden die Fässer getoastet, (schwach getoastet 5 Min bei 120- 180°C , medium getoastet 10 Min bei 200°C und stark getoastet für 15 Min bei 230°C)
Abschließend  werden noch die Spundlöcher gebohrt, die Fassböden eingesetzt, die Fässer außen geschliffen und die Fassringe durch verzinkte Ringe ersetzt.
Ein interessantes Video zu den handwerklichen Arbeitsschritten der Fassherstellung ist unter https://pdodswr-a.akamaihd.net/swr/swr-fernsehen/im-suedwesten/899916.xl.mp4 zu finden.

Unsere Weinprobe begann mit drei Weißweinen aus der Hades-Serie:

1. 2015  Staatsweingut Weinsberg, Chardonnay, “Hades”      
Zartes Gelb, Bukett nach Apfel, Birne, Melone, im Mund dann kräftig und voluminös, leicht nussig mit rauchigen Holzaromen, aber auch etwas buttrig. Der Wein gewinnt an der Luft und verliert die Yoghurt- und Butter-Noten
Nach 36 stündiger Maische-Standzeit und Vergärung erfolgte der Ausbau für 6 Monaten in ungetoasteten, neuen  Barriques.

2. 2016  Staatsweingut Weinsberg, Fumé Blanc, “Hades”   Sauvignon blanc             
Helles Gelb, Bukett nach Birne, Quitte, etwas Cassis und Holznoten, am Gaumen dann nachhaltig mit kräftigem Körper aber etwas verhaltener, weicher, runder Frucht und leichten Holz-und Vanille-Noten.
Die Reben stehen  auf  Keupermergel mit verwittertem Kiesel-Sandstein. Nach 36 stündiger Maische-Standzeit und Vergärung erfolgte der Ausbau für 6 Monate in ungetoasteten, neuen Barriques.

3. 2018  Abstatter Burg Wildeck,  Grauburgunder, “Großes Gewächs”  Helles Gelb, Bukett nach gelber Birne, Quitte, im Mund dann vollreife Frucht, etwas Haselnuss, Honig,, Vaniile, Röstaromen. Langer Abgang. Wirkt insgsamt recht füllig und  süß im vergleich zu den beiden Weinen davor.
Die Reben stehen  in der Lage Abstatter Burg Wildeck auf  Keupermergel mit verwittertem Kiesel-Sandstein. Ausrichtung nach Süden, Steigung  14%- 40% in einer Höhe von 330 – 370 m über NN.  Nach 36 stündiger Maische-Standzeit und Spontanvergärung erfolgte der Ausbau für 6 Monate in ungetoasteten, neuen  Barriques.

Nach den Weissweinen ging es zu den Rotweine, zuerst folgten drei Spätburgunder :

4. 2015  Abstatter Burg Wildeck, “Erste Lage”, Spätburgunder  
Dunkles Rubinrot, würziges Bukett, rote Beeren, reife Kirsche, Johannisbeere, im  Mund kraftvolle, weiche Frucht, warmes Tannin, dezente Holznoten. Die Reben stehen  in der Lage Abstatter Burg Wildeck auf  Keupermergel mit verwittertem Kiesel-Sandstein. Der Ausbau erfolgte zu 30% – 40% in neuem Holz

5. 2015  Gundelsheimer Wolklenstein, “Erste Lage”, Spätburgunder Dunkles Rubinrot,  würzige, leicht rauchige Nase, im Mund dann vielschichtig, mehr Fülle, rote Beeren, Süßkirsche ,etwas reife Pflaume. Reifes Tannin, etwas mehr Holzaromatik.
Der Ausbau erfolgte zu 30% – 40% in neuem Holz

6. 2016  Gundelsheimer Himmelreich, “Großes Gewächs”, Spätburgunder
Dunkles Rubinrot, würzige, leicht rauchige Nase, im Mund dann vielschichtig, etwas üppigere aber elegante ,nicht fette Frucht, rote Beeren, Süßkirsche, Pflaume, rauchig würzige Note.

Nach den Spätburgunder-Weinen folgten zwei Lemberger- (Blaufränkisch-) Weine:

7. 2016  Weinsberger Wanne, “Erste Lage”, Lemberger
Dunkles, bläuliches Rot, im Bukett Waldbeeren, Kräuter, im Mund dann auch Süßkirsche und Pflaume mit festem Tannin und zarten Holznoten.
Der Barrique-Ausbau erfolgte zu 30% – 40% in neuem Holz

8. 2013  Weinsberger Schemelsberg, “Großes Gewächs“, Lemberger
Dunkles Rubinrot, im Bukett wieder Waldbeeren mit einem Hauch Schokolade, am Gaumen dichte, vielschichtige Frucht, Pflaume, Kirsche, ein  Hauch Pfeffer, festes, strafferes Tannin und dezente Holznoten.
Die Reben stehen  in der Lage Weinsberger Schemelsberg  auf  Lehm,  Ausrichtung nach Süd- Südwest, Steigung  35%- 40% in einer Höhe von 240 – 280 m über NN.  Auch hier erfolgte der Barrique-Ausbau zu 30% – 40% in neuem Holz.

Da Weinsberg auch ein Versuchsweingut ist, wird auch mit anderen, nicht heimischen Rebsorten gearbeitet.
Der erste Wein aus dieser Kategorie war ein typisches Bordeaux-Cuvee:

9. 2017  Staatsweingut Weinsberg, Grande Reserve,    
Cabernet Sauvignon 60%, Merlot 25%, Cabernet Franc 15%                  
Tiefdunkles, etwas blaustichiges Rot, im Bukett Pflaume, Kirsche, Brombeere und etwas Cassis, dazu etwas Vanille und Röstaromen. Im Munde dichte, vielschichtige Beerenfrucht mit kräftigem Tannin, dazu wieder Vanille und Röstaromen. Die Trauben für diesen Wein stammten vom Schemelsberg.

10. 2016  Staatsweingut Weinsberg, Syrah Reserve  
Dunkles Purpurrot, im Bukett dunkle Beerenfrüchte, etwas Kaffee, im Mund dann Brombeere, Pflaume, Kirsche. Wieder ein kräftiges Tannin, Kafffee und dezenten Holzaromen.

11. 2015  Staatsweingut Weinsberg, Nebbiolo 
Dunkles Kirschrot, im  Bukett rote Beeren, Brombeere,am Gaumen noch Kirsche, Pflaume, etwas Schokolade. Die Tanninstruktur ist deutlich härter, noch etwas adstringierend ruppig.Insgesamt leichtere Struktur, eher wie ein Nebbiolo aus dem nördlichen Piemont

12. 2012  Staatsweingut Weinsberg, Tempranillo 
Tiefdunkles Rot, im Bukett rote Beeren, Röstaromen, am Gaumen noch Pflaume, Kirsche, etwas Tabak, kräftiges Tannin mit Holz- und Röstaromen, langer Nachhall.
Zusätzlich hatten wir noch zweimal einen Sekt und einen Roséwein, die von Mitgliedern zu einem besonderen Anlass gespendet wurden und ohne Wertung liefen.

13. 2017  Dirk Kessler, Rotling Sekt, trocken, 
Müller Thurgau, Dornfelder            
Sektmanufaktur Dirk Kessler, Wintrich

14. Ralf Trautwein, Pinot – Chardonnay Sekt, brut,     
Spätburgunder, Chardonnay
Weingut Ralf Trautwein, Bötzingen               

15. 2017  Weinmanufaktur Hartmut Bick, Spätburgunder Rosé, Blanc de Noir, “440”
Spätburgunder          
Weinmanufaktur Hartmut Bick, ( Teilzeitkellermeister vom Weingut Ziereisen)

Damit endete unsere Probe. Wir hatten eine interessante Darstellung der Barrique-Herstellung und des Barrique-Ausbaus und konnten uns durch die präsentierten Weine selber ein gutes Bild machen. Die duchgängig gute Bewertung zeigt die hohe Qualität der vorgestellten Weine. Dafür möchten wir Herrn Florian Solymari herzlich danken.

Verfasser:  Dieter

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