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Weinprobe Rotweine aus dem Markgräflerland am 22.02.2018

Erstellt von Dieter am Mittwoch 18. Juli 2018

Eine kurze Einleitung zum Markgräflerland. Auf die Geschichte der Region wird nicht weiter eingegangen.
Das Markgräflerland liegt im äußersten Südwesten Badens und Deutschlands. Im Westen (Elsass) und Süden wird es vom Rhein begrenzt, im Osten vom Hochschwarzwald und im Norden vom Breisgau (Freiburg).
Die Gesamtrebfläche beträgt 3.167 ha, wovon 2.118 ha auf Weisswein und 1049 ha auf Rotwein entfällt. Die Hauptweissweinsorte ist mit 1071 ha der Gutedel (ca. 40 % der Fläche), den wir in unserer Probe im April vorstellen, gefolgt von den weissen Burgundersorten (Grau- und Weissburgunder, Chardonnay sowie Auxerrois) die wir im Mai verkosten.
Der Spätburgunder umfasst ca. 30 %    der Rebfläche. In unserer Probe legen wir daher auch den Schwerpunkt auf diese Rebsorte, zeigen aber auch für das Gebiet neuere Rebsorten, die sich durch den Klimawandel mehr und mehr ausbreiten.
Die Reben gedeihen in einem nur wenige Kilometer schmalen Vorbergsbereich zwischen der Ebene des Oberrheingrabens und dem Schwarzwald auf einer Höhe zwischen 230 bis 480 m ü.d.M.
Mehrheitlich wachsen die Reben auf Löss- und schweren Mergelböden sowie auf tonigen Lehmen.

Informationen zu den verschiedenen Winzern stellen wir unten nach den Probenbeschreibungen dar.

Zu den Weinen:

Wein No.1    2013 Mauchener Sonnenstück, Spätburgunder Rotwein, Kabinett
                    Friedrich Sommerhalter, Mauchen

Dieser Einstiegswein von einem Winzer, der in keinem Weinführer erwähnt ist, traditionell auf der Maische vergoren war, von kräftiger Statur mit einem an Brombeeren erinnernden Duft und fruchtiger Aromatik, erzielte Punkte zwischen 12,5 und 15,0 mit einem Mittelwert von 14,0 Punkten.

Wein No.2    2014 Heitersheimer Sonnhohle, Spätburgunder, QW, Bio
                    Weingut Zähringer, Heitersheim

Auch hier fanden wir Brombeernoten, verbunden mit schwarzen Kirschen und einer kräftigen Struktur. Im Weingut wurde uns geraten, diesen Ortswein und nicht einen hochwertigeren „Vierling“- oder Selektionswein in die Probe zu nehmen, da der einfachere Wein die Charakteristik besser darstelle.
Unsere Punktwertung lag zwischen 13,0 und 15,5 Punkten bei einem Durchschnitt von 14,8 Punkten.

Wein No. 3   2016 Spätburgunder, QW
                    Weingut Hermann Dörflinger, Müllheim

Sämtliche trockenen Weine von Hermann Dörflinger sind durchgegoren, wie er auch auf seiner Preisliste ausdrücklich vermerkt, und liegen in der Regel unter 2,0 gr. Restzucker. Dieser noch sehr junge Spätburgunder ist traditionell ohne Barrique ausgebaut und einfach ein schnörkelloser Spätburgunder wie man ihn sich vorstellt.
Bei den Punkten lagen wir zwischen 13,5 und 15,50 Punkten bei einem Mittelwert von 14,32 Punkten.
Dieses Weingut werden wir auf unserer Weinreise im Juni besuchen.

Wein No. 4   2013 Spätburgunder „S”, QW
                    Privatweingut H. Schlumberger, Laufen

Mit diesem Wein verließen wir die einfachen Weine, wie der Zusatz -S- aussagt.
Schlumberger ist das einzige VDP-Weingut in der Probe.
Dieser konzentrierte Wein, kein Wunder bei einem Ertrag von unter 60 hl/ha, spaltete die Verkostungsrunde. Die niedrigste Wertung lag bei 12,0 (= gerade noch trinkbar) und die höchste bei 16,0 Punkten, was einen Durchschnitt von (nur) 14,65 Punkten ergab.
Auch dieses Weingut werden wir auf unserer Weinreise besuchen.

Wein No. 5   2011 Weiler Schlipf, Spätburgunder „CS“, QW
                    Weingut C. Schneider, Weil am Rhein.

Bei der Beschaffung holte der Juniorchef extra den schon mehr gereiften 2011er heraus, der eigentlich nicht mehr im Verkauf war. Generell seien die Weine des Weingutes Spätentwickler und nach angemessner Lagerzeit einfach besser.
Wir werteten mit 15,21 Punkten im Schnitt endlich über 15 Punkte, bei einer Spanne von 14,0 bis 16,5 Punkten.

Wein No.6    2014 Tschuppen, Pinot Noir, Badischer Landwein, unfiltriert
                    Weingut Ziereisen, Efringen-Kirchen

Hans-Peter Ziereisen nimmt mit seinen Weinen nicht an der Qualitätsweinprüfung teil, da er seine Weine durch ihre andere Machart bei dieser Prüfung für nicht richtig bewertet sieht. 17 badische Landweinwinzer denken genauso und stellen ihre Wein auf dem badischen Landweinmarkt aus. Diese Idee wird von Vincenz Kling unter­stützt.
Seine Weine sind einfach anders und schmecken auch anders: sie sind alle spontan­vergoren und die Rotweine werden nach einer 22-monatigen Fassreife auf der Hefe unfiltriert abgefüllt. Er ist der Überzeugung, dass durch die Filtration Geschmacks­nuancen verloren gehen. Die eventuell leichte Trübung und das Depot nimmt er in Kauf.
Dieser Stil gefiel nicht allen, sodass der Wein „nur“ 14,82 Punkte im Schnitt bekam, bei einer Schwankung zwischen 13 und 16 Punkten, also zwischen fast Ablehnung und nahezu Begeisterung.

Wein No.7    2014 Pinot noir, QW, Barrique
                    Weingut Markus Büchin, Schliengen

Markus Büchin wird sich mit seinen Weinen noch bei uns in Köln vorstellen. Er ist aus seiner Zeit in Südafrika ein großer Fan des Syrahs, die wir in dieser Probe nur von Fritz Wassmer vorstellen (s.u.).
Dieser Wein hatte eine moderne Stilistik mit Saft und Fülle, wobei das Barrique nicht durchschmeckte.
Der eine oder andere hielt diesen Wein für den besten der Probe, was sich in der zweitbesten Bewertung des Abends mit 15,82 Punkten niederschlug, auch hier wieder eine Differenz von 14,50 bis 16,50 Punkten. Bei den notorisch niedrig Bewertenden war er der am besten bewertete Wein.

Wein No. 8   2015 Müllheimer Sonnhalde, Spätburgunder Spätlese, „Aus alten Reben“
                    Weingut Hermann Dörflinger, Müllheim.

Mit diesem und dem folgenden Wein gleicher Qualitätsstufe vom gleichen Wein­gut aber verschiedener Machart (Nr. 9, Barrique) und Lage wollten einige Unterschiede schmeckbar machen.
Dieser Wein aus dem großen Holzfass schnitt mit durchschnittlich 15,71 Punkten, Varianz 13,5 bis 16,5 Punkte leicht besser als No. 9 ab. Ausschlaggebend war wohl, dass er nicht im Barrique war.

Wein No.9    2015 Müllheimer Reggenhag, Spätburgunder Spätlese, „Im Barrique gereift“
                    Weingut Hermann Dörflinger, Müllheim.

Wie der Vorgänger, war dieser Wein durchgegoren, sogar mit etwas weniger Restzucker. Den Lagenunterschied konnten wir nicht so wahrnehmen, vielleicht auch weil er im Barrique war. Dadurch gab es auch die etwas geringere Wertung von 15,56 Punkten im Schnitt bei Wertungen zwischen 13,0 und 16,5 Punkten.

Wein No.10  2012 Spätburgunder „M “, QW, Barrique
                    Weingut Fritz Waßmer, Bad Krotzingen-Schlatt.

Dieses Weingut hat seinem 2015 Kenzinger Roter Berg Merlot im letzten Jahr den Deutschen Rotweinpreis in seiner Kategorie gewonnen. Unser Versuch, eine Flasche davon zu ergattern, schlug fehl. Im Vinum Weinführer ist der Siegerwein genau wie der „M“ mit 89 Punkten bewertet, und das bei einem Bruchteil des Preises de „M“. Vielleicht hatten die bei der Rotweinpreisjury eine andere Flasche?
Der gereifte Spätburgunder „M“ war für einige der beste Spätburgunder des Abends bei einer Höchstwertung von 17 Punkten. Da andere auch hier nicht über 13,5 Punkte herauskamen, gab es einen Durchschnitt von 16,0 Punkten, die beste Wertung der Probe.

Wein No 11  2014 Syrah, QW, Barrique
                  Weingut Fritz Waßmer, Bad Krotzingen-Schlatt.

Syrah ist mittlerweile im Markgräflerland häufiger anzutreffen, der Klimaerwärmung sei Dank.
Er fand jedoch nicht so den Anklang bei der Probenrunde und erzielt nur 15,29 Punkte im Schnitt, bei einer Varianz zwischen 13,5 und 16,5 Punkten.

Wein No.12  2015 Cuvee Felix, Cabernet Franc & Merlot“, QW, Barrique
                    Weingut Fritz Waßmer, Bad Krotzingen-Schlatt.

Dieser Wein gewann beim Deutschen Rotweinpreis 2017 den 2.Preis bei den Cuvées. Im Gegensatz zu dem Gewinnerwein (s.o.) war zu den normalen Konditionen zu haben.
Er weckte bei uns nicht so die ganz große Begeisterung und bekam 15,38 Punkte im Schnitt, bei Wertungen zwischen 13,5 und immerhin 17,0 Punkten.
Zur Wertung allgemein: Der Mittelwert aller probierten Weine lag bei 15,08 Punkten bei einem Minimum von 13,29 und einem Maximum von 16,21 Punkten, also fast 3 Punkte Unterschied.
Es gab sogar eine Wertung mit nur 12 Punkten.
Man muss sich fragen, ob einige Teilnehmer einfach keine (deutschen) Rotweine mögen, denn die Durchschnitts-Minimumpunktung von 13,29 steht für technisch einwandfreie Weine, trinkbar, aber nicht gut, und das bei Weinen von guten (* +**) bis sehr guten (***) Winzern.

Informationen zu den Winzern:
Bewertungen:   * bis  *** Sterne Vinum Weinguide 2018, in Klammern Gault-Millau 2017

1.      Weingut:             Friedrich Sommerhalter

Ort:                                Schliengen-Mauchen
Rebfläche:                    8 ha
Jahresproduktion :    20.000 Fl.
Beste Lagen:               Mauchener Sonnenstück
Böden:                          Lehm, Löss
Rebsorten:                   45% Spätburgunder, 30% Gutedel, Rest Chardonnay,  Grauburgunder, Weißburgunder
Durchschnittsertrag:  k.A. (Grosse Schwankungen Gutedel bis Spätburgunder)

2.      Weingut:             Zähringer** (*)

Ort:                       Heitersheim
Verbände:                   Ecovin, Demeter, Slow Food
Rebfläche:                  20 ha
Jahresproduktion :     300.000 Fl.
Beste Lagen:               Heitersheimer Sonnhohle und Maltesergarten, Dottinger  Castellberg
Böden:                         Mittelschwerer toniger Lehm, Löss
Rebsorten:                  30% Spätburgunder, 20%   Grauburgunder, 15% Gutedel,
je 10% Chardonnay u.Weißburgunder, 15% übrige Sorten
Durchschnittsertrag:  k.A.

3.      Weingut:            Hermann Dörflinger *+ (**)

Ort :                        Müllheim
Rebfläche:                  21 ha
Jahresproduktion :     140.000 Fl.
Beste Lagen        :     Müllheimer Reggenhag, Pfaffenstück u.Sonnhalde;
Badenweiler Römerberg
Böden:                         kalkhaltiger Löss, Braunjura, sandiger Lehm
Rebsorten:                  37% Gutedel, 23 %Spätburgunder, 12% Weißburgunder,
10% Grauburgunder, 18% übrige Sorten
Durchschnittsertrag:  65 hl/ha

4.      Privatweingut:     H.Schlumberger *** (***+)

Verbände:                   VDP
Ort:                        Sulzburg-Laufen
Rebfläche:                  8,5 ha
Jahresproduktion :     60.000 Fl.
Beste Lagen        :     Laufener Altenberg Laufen und Weingarten, Muggarter Berg
Böden:                         Kalksteinverwitterung mit Löss- und Lehmauflage,  Kalkmergel
Rebsorten:                  25% Spätburgunder, je 20% Gutedel und Weißburgunder,
15% Grauburgunder, je 4% Chardonnay+Sauvignon Blanc, 7% übrige So.
Durchschnittsertrag:  55 hl/ha

5.      Weingut:             Claus Schneider *** (***+)

Ort :                       Weil am Rhein
Rebfläche:                  12 ha
Jahresproduktion :     80.000 Fl.
Beste Lagen        :     Weiler Schlipf
Böden:                         tiefgründiger Lehm mit hohem Kalkanteil
Rebsorten:                  40% Spätburgunder, 25% Gutedel, 15% Weißburgunder,
13% Grauburgunder, 7% Chardonnay,
Durchschnittsertrag:  52 hl/ha

6.      Weingut:             Ziereisen **** (***+)

Ort :                      Efringen-Kirchen
Rebfläche:                  16 ha
Jahresproduktion :     110.000 Fl.  Weine z.T. ungefiltert
Beste Lagen:               auf Lagenbezeichnung wird verzichtet. Hat auch Weinberge in der Schweiz
Böden:                         Jurakalk
Rebsorten:                  45% Spätburgunder, 25% Gutedel, 11% Weißburgunder,
8 % Grauburgunder, je 5% Chardonnay u. Syrah, 1%
Gewürztraminer
Durchschnittsertrag:  50 hl/ha

7.      Weingut:             Büchin          – (*)

Ort :                      Schliengen
Rebfläche:                  27 ha
Jahresproduktion :
Beste Lagen:                 Sonnenstück
Böden:                         Lehm, Löss
Rebsorten:                  Gutedel, Weißburgunder, Grauburgunder, Spätburgunder, Syrah
Durchschnittsertrag:

8.      Weingut:             Fritz Waßmer          ***+  (***+)

Ort :                       Bad Krozingen-Schlatt
Rebfläche:                  38 ha
Jahresproduktion :     192.000 Fl.
Beste Lagen:               Malterdinger + Kenzinger Bienenberg (Breisgau)
Böden:                         Löss mit Kalkverwitterungsgestein, roter Ton, Muschel­ kalk, Mergel
Rebsorten:                  61% Spätburgunder, 13% Grauburgunder, 12% Weißburgunder, je 3 % Chardonnay uns Syrah, 8% übrige
Sorten (Merlot, Frühburgunder, Cabernet Franc,
Auxerrois, Viognier, Sauvignon blanc)
Durchschnittsertrag:  38 hl/ha

 

Verfasser: Wilfried

2018_02_Rotweine aus dem Markgräflerland Probenergebnis

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Weinprobe Britzingen im Markgräfler Land am am 11.01.2018

Erstellt von Dieter am Mittwoch 4. April 2018

Das neue Jahr begann mit einer Probe zum Thema Markgräfler Land. Dazu konnten wir Herrn Florian Meier von der Winzergenossenschaft Britzingen begrüßen. Er war dienstlich für drei Tage in Köln und so konnten wir ihn überreden, anschließend an seine Präsentation der Winzergenossenschaft bei uns eine Probe abzuhalten.

Im Markgräfler Land wird schon seit der Römerzeit Wein angebaut. Ab 773 nach Christi ist der Weinbau auch urkundlich nachgewiesen.

Die Weinbereitung war sehr lange recht einfach: die geernteten Trauben abpressen, gären lassen und dann in Gefäße geben die mit etwas Schwefel ausgeräuchert wurden.  Entsprechend war die Qualität auch Verkauf erzeugt. Viel Geld war damit allerdings nicht zu verdienen. Die Arbeit wurde in den evangelischen, markgräflichen Gebieten zusätzlich noch durch die Realteilung erschwert, wodurch die Bauern teilweise nur 100 Stöcke pro Parzelle besaßen. Durch den Bau der Eisenbahn im Rheintal konnte auswärtige, billiger Ware verkauft werden. 1875 war ein sehr kalter, nasse Sommer mit entsprechend katastrophaler Ernte, und die Weinpreise wurden von den Weinkommissionären stark gedrückt, so dass viele Bauern den Weinbau aufgaben.

Als Gegenreaktion ermutigten die örtlichen Pfarrer die Bauern sich zu Genossen­schaften zusammen zu schließen umso Qualität und Preise zu erhöhen. Die heutige Britzinger Winzergenossenschaft wurde 1950 gegründet. Heute hat sie ca. 200 Mitglieder, 190 ha Rebfläche und zählt damit in Baden zu den (zu) kleinen Genossenschaften. Da man sich aber rechtzeitig auf Qualität besonnen hat, kann man auch als kleine Genossenschaft rentabel arbeiten.

Unsere Probe begann mit einem Crémant. Die Winzergenossenschaft hat sich auf Sektherstellung spezialisiert. Während man 2000 vier verschiedene Sekte mit ca. 10.000 Flaschen produzierte, sind es heute 12 Sorten mit einer Menge von 90.000 Flaschen. Für die Sekterzeugung nach Champagner-Vorbild wurden 3,5 ha Schwarzriesling (Pinot Meunier) angepflanzt, von denen 2 ha nur für die Sekterzeugung gebraucht werden.

  1. 2013 Britzinger Crémant, „Rosé“, brut der Winzergenossenschaft Britzingen ist eine Cuvée aus Spätburgunder, Chardonnay und Schwarzriesling. Nach einer Ganztraubenpressung stand der Most 5 Tage auf der Maische. Die zweite Gärung erfolgte dann klassisch als Flaschengärung.

Ein gut gemachter, sauberer, recht fruchtiger, runder, sehr weicher Sekt, eine Spur buttrig und im Abgang etwas herberer.

Es folgte ein Pärchen aus den alten Rebsorten Gutedel bzw. Elbling. Gutedel hat sich seit 5000 Jahren genetisch praktisch nicht verändert, was durch Funde von Traubenkernen in den Grabstätten der Pharaonen in Luxor belegt ist. Im Markgräfler Land war der Gutedel früher stark vertreten, in einer sehr kühlen Wetterphase um 1700 zog sich der Anbau dieser Rebe aber in die südliche Alpenregion zurück, da in Baden die Trauben nicht mehr ausreifen konnten. Erst der Markgraf von Baden förderte um 1800 wieder den erneuten Anbau.

International ist die Rebsorte als Chasselas vom Genfer See bekannt und erzielt dort auch stolze Preise. Im Veneto ist diese Rebe als Marzemino Bianco bekannt, dient aber nur zur Erzeugung einfacher Weine. Eine Weiterzüchtung als Tafeltraube wird unter dem Namen Madeleine Royal vermarktet.

  1. 2016 Britzinger Rosenberg, Gutedel der Winzergenossenschaft Britzingen

Ein sauberer, fruchtiger, etwas verhaltener, weicherer Gutedel mit leichterer Struktur, aber angenehm zu trinken.

Der Gegenpart dazu war ein Roter Elbling, die seltene Mutation des Weißen Elblings

  1. 2015 Hellershof Zilliken, Roter Elbling vom Weingut Hellershof Zilliken aus Nittel an der Obermosel. In Nittel steht der Elbling auf Muschelkalk in einer Lage mit sehr warmem Mikro-Klima.

Ein, etwas herb fruchtiger, leicht adstringierender Elbling, sehr klar mit guter Säure

Als nächstes Pärchen konnten wir zwei Chardonnay-Weine aus Britzingen verkosten. Da der Chardonnay im Markgräfler Land dem Weissburgunder sehr ähnlich werden kann, wird in Britzingen darauf geachtet, dass etwa ein Drittel der wird Fläche mit einem Duftklon bepflanzt wird, um dem Chardonnay eine eigene Würze zu geben.

  1. 2016 Britzinger Chardonnay, Kabinett der Winzergenossenschaft Britzingen wurde mit einem Ertrag von ca. 65 hl/ha geerntet und im Edelstahl ausgebaut.

Ein klarer, fruchtiger, zart blumiger, duftiger Chardonnay mit leichterer Struktur, der aber trotzdem nicht dünn wirkte.

  1. 2015 Badenweiler Römerberg, Chardonnay „Premium“ Spätlese der Winzergenossenschaft Britzingen

Der Wein wurde mit niedrigerem Ertrag von 50 hl/ha geerntet und im Holz ausgebaut (Halbstückfässer und 4- und mehrjährige Barriques).

Ein dichter, etwas fülligerer Chardonnay, mehr Struktur, Extrakt und Länge, aber auch etwas Rauchnoten und Räucherspeck vom Holzfass-Ausbau.

Unser drittes Pärchen waren zwei Grauburgunder, die zeigten wie unterschiedlich die Weine der gleichen Rebsorte durch unterschiedliche Herkunft und Ausbauart sein können.  Beide waren mit einem Ertrag von 40 – 50 hl/ha geerntet worden. der

  1. 2016  Grauburgunder Qualitätswein vom Weingut Hellershof Zilliken aus Nittel an der Obermosel steht wie der Rote Elbling wieder auf Muschelkalk

Ein klarer, zarterer, fruchtbetonter, recht eleganter, leicht mineralischer Grauburgunder mit feiner Säure und mehr Kohlensäure abgefüllt. Im Abgang ist er dann leichter.

  1. Der 2015 Britzinger Sonnhole, „Exclusiv“ Grauburgunder der Winzergenossenschaft Britzingen steht dagegen auf Lößlehm und gehört zur „Exklusiv-Serie“, die 1992 eingeführt wurde, um einen deutlichen Unterschied zum damals breiten, Honig-süßen Ruländer zu zeigen. Es dürfen hier nur Trauben aus alten Anlagen (älter als 25 Jahre) verwendet werden und die Ernte muss manuell erfolgen.

Ein dichter, weicher, runder, weicher Grauburgunder, anfangs etwas zurückhaltende Frucht, dann aber kommt schnell eine würzige Note, die bis zum Abgang bleibt. Insgesamt ein weicher, runder, etwas barocker Wein, der aber trotzdem noch eine frische Säure besitzt.

Als viertes Pärchen verkosteten wir zwei Spätburgunder, wieder mit etwas gleichem Ertrag von 45 -50 hl/ha, aber unterschiedlicher Herkunft und Ausbauart.

  1. Der 2014 Britzinger Rosenberg, Spätburgunder „St.Jacobus“ der Winzergenossenschaft Britzingen                 

wurde zu je einem Drittel in neuem und 1- bzw. 2-jährigen Barriques ausgebaut.

Durch das wärmere Klima hat er mehr Tannine und wurde deshalb mehr in gebrauchtem Holz ausgebaut. Sauberer, recht klarer, kräutrig-fruchtiger Spätburgunder mit feiner Säure, kaum Barrique-Tönen aber auch einem Hauch stumpferer Tannine

  1. Der 2016 Spätburgunder, „Edition Ponsart Nr.27“ der Winzergenossenschaft Mayschoss-Altenahr wurde nur in neuem Holz ausgebaut. Durch die Verwendung von lockerbeerigen Klonen, die dadurch auch viele kleinbeerigen Trauben haben, zeigt der Wein eine dunklere Farbe. Ein dichter und eleganter, gradliniger sehr kirsch-fruchtiger Spätburgunder mit weicherem Tannin und sehr dezentem Holzton.

Beide Weine gewinnen an der Luft. Beim Vergleich muss man aber auch berücksichtigen, dass der Britzinger Spätburgunder schon mehr Reife zeigt und aus dem schwierigen Jahr 2014 stammt, während der Ahr-Spätburgunder durch seine Jugend noch deutlich mehr Frucht besitzt und aus dem an der Ahr sehr guten Jahr 2016 stammt.

Beim letzten Pärchen konnten wir dann einen Merlot aus Britzingen mit einem Merlot-Cabernet Sauvignon-Cuvee aus Rheinhessen vergleichen.

  1. Der 2015 Hirschhof, „Platzhirsch“, Cuvée aus Merlot und Cabernet Sauvignon vom Weingut Hirschhof aus Westhofen                

Eine deutliche Beerenfrucht mit weichem, leichterem Tannin, und mehr Holz-Tönen. Der Cabernet Sauvignon-Einfluss ist deutlich erkennbar.

  1. Der 2013 Badenweiler Römerberg, Merlot „St.Paulus“ der Winzergenossenschaft Britzingen              

Dieser Merlot stammt aus einer reinen Kalk-Lage, die zu den wenigen Steillagen im Markgräfler Land gehört. Ein niedriger Ertrag von etwa 50 hl/ha und Handarbeit bei der Ernte haben zu diesem eigenständigen Merlot geführt.

Ein klarer, recht dichter, fruchtiger, leicht pfeffriger Wein, durch den Barrique-Ausbau zeigt er eine recht weiche Frucht, mit festem, noch etwas kantiges Tannin

Zum Abschluss gab es dann noch ein süßes Bonbon.  2015 war ein sehr gutes Jahr in Britzingen, denn von Ende August bis Mitte November herrschte warmes, trockenes Wetter und so konnten die Trauben zum optimalen Zeitpunkt geerntet werden. Diese Gelegenheit hat die Winzergenossenschaft genutzt, eine große Palette an edelsüßen Weinen zu erzeugen. Aufgrund der kleinen Mengen wurde diese Beerenauslese in 90-l Glasballons ausgebaut und bei 13-14°C bis Ende April vergören.

  1. Die 2015 Britzinger Sonnhole, Gewürztraminer Beerenauslese der Winzergenossenschaft Britzingen                 

Ein dichter, nicht fetter Gewürztraminer, mit dezenter, erkennbarer aber nicht überparfümierter Gewürztraminer-Frucht, Die Süße ist trotz des hohen Restzuckers durch die weiche, kräftige Säure gut eingebunden und wirkt nicht pappig

Damit waren wir am Ende unserer Probe angekommen. Herrn Florian Meier müssen wir dafür danken, dass er sich nach seiner Arbeit noch die Zeit genommen hat, uns diese Weine zu präsentieren. Es war eine Probe der „anderen Art“, da er nicht nur Weine aus dem eigenen Hauses vorgestellt hat, sondern geschickt einige Weine aus anderen Anbaugebieten, Rebsorten und mit verschiedenen Herstellarten als Kontrast dagegen gestellt hat. Und es ist ihm gelungen, zu zeigen wie unterschiedlich gute Weine sein können.

Verfasser: Dieter

2018_01_Weinprobe Britzingen Probenergebnis

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Weinprobe neue Appelationen im Roussillon am 14.12.2017

Erstellt von Dieter am Mittwoch 4. April 2018

Zum Abschluss des Probenjahres 2017 wurde es noch mal richtig warm, süß und Alkohol-lastig. Für die Leber also kein ausgesprochenes Vergnügen.
Die Assoziation vom südlichsten Frankreich und Wärme liegt mehr als nahe.

Eigentlich wundert man sich immer wieder, dass da Wein gedeihen kann. Wenig Regen, immer pralle Sonne, da können doch nur Rosinen wachsen . Weinanbau bei diesen Erträgen kann doch keinen Lebensunterhalt finanzieren.
Die bewirtschaften Anbauflächen zeigen dies auch. Waren es 1882 noch 76.000 ha Anbaufläche, sinkt diese Zahl seit 1935 kontinuierlich auf 22.151 ha. Die Kurve des Sinkflugs wird aber flacher.

Nach Languedoc also jetzt das Roussillon rund um die bekannte Stadt Perpignan. Einige Weinbrüder schnalzen schon im Vorfeld mit der Zunge. Schick, da ist ja Banjuls dabei. Diese Weine stehen für süß und Alkohol-lastig. Der Chronist muss hier direkt mitteilen, das ist nicht seine Welt. Voreingenommenheit nicht ausgeschlossen.
Und zu guter Letzt hat sich der Referent, unser Weinbruderschaftsmeister Dieter Ockelmann, auch noch die Freiheit herausgenommen, 15 statt der üblichen 12 Weine vorzustellen.
Vergnügen schmeckt aus Sicht des Chronisten anders. Und das vor Weihnachten.

Die Weinproduktion im Roussillon betrug 2015 auf einer Fläche von 22.151 ha etwa   850.000 hl und teilte sich in 4 Kategorien auf:
– Die trockenen AOP Weine, Durchschnittsertrag 2015: 36,4 hl/ha
– Die süßen AOP Weine (Doux Naturels), Durchschnittsertrag 2015: 21,1 hl/ha
– Die IGP Weine, Durchschnittsertrag 2015: 51,2 hl/ha
– Die Tafelweine (ohne indication géographique), Durchschnittsertrag 2015: 128 hl/ha
Auf die gesamte Fläche gesehen, liegt der Ertrag ja schon unter 40 hl / ha. Da kann man das Preisniveau der Weine schon ahnen.

Die AOC / AOP der trockenen Weine untergliedern sich in
–  Collioure (blanc, rosé, rouge) 410 ha à 18.040 hl, davon 53% Rot, 29% Rosé, 18% Weiß
–  Maury sec (rouge) 250 ha à  7.500 hl zu 100% Rotwein
–  Côtes du Roussillon (rouge) mit 5 Unterappellationen
–  Côtes du Roussillon Villages Caramany
–  Côtes du Roussillon Villages Latour de France
–  Côtes du Roussillon Villages Lesquerde
–  Côtes du Roussillon Villages Tautaval
–  Côtes du Roussillon Villages Les Apres

Seit 1977 gibt es die AOP Côtes du Roussillon mit 4.566 ha Fläche, die einen Ertrag von 147.135 hl liefert. (54% Rot-, 40% Rosé- und 6% Weißwein).
Die AOP Côtes du Roussillon Villages ist ebenfalls seit 1977 eigene Appellation und produziert auf einer Fläche von 1.751 ha gut 42.298 hl, ausschließlich Rotwein.

Die VDP / IGP der trockenen Weine untergliedert sich in
–  Côtes Catalanes (blanc, rosé, rouge)
–  Côte Vermeille (blanc, rosé, rouge) oder die allgemeine IGP d’Oc (blanc, rosé, rouge)
Die IGP Côtes Catalanes gibt es seit 2011. Auf einer Fläche von 3.756 ha werden 141.276 hl Wein (blanc, rosé, rouge) gekeltert.

Die AOC / AOP der süßen Weine untergliedern sich in
–  Riversaltes (Ambré, Grenat, Tuilé, Rosé, Hors d’Age, Rancio)
–  Maury (Blanc, Ambré, Grenat, Tuilé, Hors d’Age, Rancio)
–  Banyuls (Blanc, Rosé, Rimage, Ambré, Tuilé, Hors d’Age, Rancio)
–  Banyuls Grand Cru
–  Muscat de Rivesaltes

Damit genug des Vorgeplänkels der örtlichen Erkundung.
Nach den Ohren gab es jetzt was auf die Zunge bzw. den Gaumen.

  1. Der erste Wein des Abends, der „Fine Fleur“ aus dem Jahre 2014 von der Domaine La Toupie (14,5%), gehört zum AOP Côtes du Roussillon, war weiß. Das Weingut wurde 2012 in Pia gegründet und baut auf 10 ha Wein an. Der Wein besteht aus einem Cuvée der Sorten Grenache gris (49%), Grenache blanc (25%) sowie Macabeu (25%) und Carignan blanc (1%) . Leicht grünliche Reflexe schimmerten im Glas. Die Nase war zurückhaltend. Im Mund erzeugte er ein warmes Gefühl. Es bleib jedoch nichts Nachhaltiges bis auf leichte Bittertöne zurück.
  2. Der erste Rotwein (14,5%) des Abends, der „Bastide Miraflor“ aus dem Jahre 2013 (IGP Côtes Catalanes) wurde vom Weingut Domaine Lafage produziert.
    Das Weingut hat 1996 in Perpignan begonnen und baut auf 138 von 200 ha Fläche Wein an. Seit 2011 ist es ein IGP Weingut. Der Wein ist eine Cuvée aus den Sorten Syrah und Grenache. Er präsentiert sich mit einem tiefen Rot und einer klassischen Grenache Nase im Glas. Eingekochte Früchte sind auszumachen. Marmeladig im Mund mit einem feinen Früchtespiel. Leichte Bittertöne stören nicht.
  3. Dieser Wein stammt ebenfalls von dem in Pia ansässigen Domaine la Toupie. Er kommt diesmal aus der AOP Côtes du Roussillon Villages. Das 2014er Cuvee aus Grenache (50%), Syrah (20%), Carignan (15%) und Mourvedre (15%) bl eib bei 14,5% Alkohol stehen. Das tiefe Rot im Glas strömt mit Luft sehr würzig heraus und macht Lust auf den ersten Schluck. Im Mund ist eine feste Tanninstruktur zu erleben. Der Wein wirkt trotz des Alkoholgehalts filigran und hat Spiel. Der Abgang ist kurz. Das Preis- / Leistungs­­verhältnis überzeugt.
  4. Hechler & Bannier haben diesen Wein in der Umgebung von Perpignan im AOP Côtes du Roussillon Villages vergoren. Der Negociant von der Rhone gründet das Handelshaus 2002. Für das Cuvee aus 60% Grenache, 15% Mourvèdre und Syrah sowie 10 % Carignan kaufte der Händler die Trauben aus der AOP zusammen. Die B-Probe des Weins hatte Kork. Diese Meinung teilten nicht alle Anwesenden, aber die beiden Flaschen wiesen signifikante Unterschiede auf. Im Glas präsentierte sich der Wein sehr dunkel. Neben reifen Tönen war aber nicht viel da. Auch im Mund überzeugte er nicht.
  5. Der nächste Wein war ebenfalls sehr dunkel eingefärbt. In der Nase waren süßliche, marmeladige Noten mit Würze bemerkbar. Das 2015er Cuvee aus 34% Grenache, 33% Mourvèdre und 33% Syrah, AOP Côtes du Roussillon, wird vom Weingut Domaine Mas Cremat in Espira de l‘Agly produziert. 1990 gegründet, bewirtschaftet es gut 30 ha Fläche auf vorwiegend schwarzem Schiefer.  Im Mund überzeugt der Wein mit einer Schärfe aus Säure und Tannin. Trotz der eingekochten Früchte  und dem hohen Alkoholgehalt wirkt er elegant und hat Spiel.
  6. Ebenfalls aus 2015 stammt der „Occultum Lapidem“ des Weinguts Domaine Bila Haut aus Banyuls sur Mer, AOP Côtes du Roussillon Villages. Das Cuvee aus Grenache (40%), Syrah (50%), Carignan (10%) produzierte bei der Vergärung 15,5 % Alkohol. Angebaut wurden die Trauben auf 63 ha schwarzem und braunem Schiefer. Der tiefrote Wein wirkt im Glas kühl. Die Nase ist jedoch animierend durch eine intensive Würze. Im Mund ist die Kirsche schmeckbar, die Tannine deutlich spürbar. Er wirkt ein wenig  eindimensional, aber hat einen langen Abgang.
  7. Wieder dürfen wir einen 2010er probieren. Der „Saint Bart Vieilles Vignes“ wurde vom Weingut Clot de L’Oum vinifiziert. Das Cuvée aus Grenache, Syrah und Carignan erzeugt ein dichtes, dunkles Rot im Glas. Die klassische Cuvéenase wirkt ein wenig süßlich.  Reife Johannisbeere ist erkennbar. Im Mund wirkt er marmeladig und wirkt breit. Er zerfließt am Ende. Für ihn spricht jedoch die reife Note. Und dies alles bei 12.5% Alkohol, was sehr positiv bewertet wurde.
  8. Weiter geht es mit einem 2015er Rotwein aus dem nordwestlichen AOP Maury sec der Winzergenossenschaft  Les Vignerons de Maury.  Der „Tradition“  aus Grenache (80%) und Carignan (20%) wird auf  ca. 400 ha Fläche angebaut. Der Boden besteht überwiegend aus Schiefer. Die Nase ist zurückhaltend. Im Mund wirkt er kühl. Leichte beerige Frucht im Mund, aber sonst nichts. Fällt in die Klasse tut nicht weh.
  9. Der 2015er „Initial“, ebenfalls aus dem nordwestlichen AOP Maury sec , wird von der Domaine Mas Amiel erzeugt. 1999 wurde das Weingut gekauft.  Auf 170 ha Schieferboden angebaut, präsentiert sich die Mischung aus Grenache, Syrah und Carignan mit einer sehr würzigen, neugierig machenden Nase.  Im Mund sehr harmonisch und rund. Die feste Tanninstruktur und das schöne Frucht- / Säurespiel rufen nach dem zweiten Schluck. Die Süße aus 15% Alkohol schaden dem Gesamteindruck nicht.
  10. Immer noch im Jahr 2015. Der „Trigone rouge“ vom Weingut Domaine Le Soula wurde als Tafelwein im Gebiet der Côtes Fenouilledes erzeugt.  Er besteht aus 55% Syrah, 40% Carignan und 5% Grenache.  In der Probe mit dem Wein 7 das alkoholische Leichtgewicht mit 12% Alkohol. Der Wein wird auf 22 ha Granitboden, westlich von Maury, am Ende des Tals in 350 – 00 m Höhe von Gerard Gauby ausgebaut.  Das sehr dunkle Rot wirkt in Nase und Mund kühl. Der Syrah dominiert in der Nase.  Rauchige Note sind spürbar. Im Mund ist Pflaume schmeckbar. Der Wein ist adstringierend mit einer festen Tanninstruktur.  Wurde mit am höchsten bewertet.
  11. Der letzte trockene Wein stammt aus dem Jahr 2013. Der „Terre des Schistes“ wird im AOP Collioure vom Weingut Domaine de Mas Blanc produziert. Das Weingut ist seit 1639 im Familienbesitz. Die 25 ha Fläche liegen ganz tief südlich bei Banyuls. Das Cuvee mit 13% Alkohol aus 80% Grenache und je 10% Mourvédre und Syrah ist in der Nase zurück­haltend. Das sehr dunkle Rot wirkt im Mund weich und rund, harmonisch. Aber sonst leider wenig Spiel und Fülle.

Die letzten Weine hat der Chronist lediglich gerochen, nicht probiert. Der hohe Alkoholgehalt scheidet die Geister. Die Bepunktung spiegelt dann auch die subjektiven Geschmäcker wieder, er schmeckt oder eben nicht. Die Weine seien der Vollständigkeit halber aufgelistet.

  1. 2003 Banyuls Rimage von der Domaine Mas Blanc, 17% Alkohol, 95% Grenache, 5% Mourvédre. Wurde reduktiv ausgebaut.
  2. 1993 Rivesaltes „Ambre Vieux“ von der Genossenschaft Dom Brial aus Baixas, AOP Rivesaltes, 18% Alkohol. Grenache noir und Muscat. Rötliche, helle Farbe im Glas. Oxidativ, schöne Säurestruktur.
  3. Maury „Cuvee speciale, 10 Ans d’Age“ der Domaine Mas Amiel aus Maury, AOP Maury doux, 16% Alkohol, 90% Grenache noir, 5% Macabeu, 5% Carignan. Wurde oxidativ ausgebaut.
  4. 1996 AOP Banyuls Grand Cru „Mas de La Serra“ demi sec des Cellier des Templiers aus Banyuls, AOP Banyuls Grand Cru, 17% Alkohol. 75% Grenache noir, 25% Grenache gris.

Ein anstrengender Abend mit einer sehr weit gespreizten Vielfalt von Weinen. Wichtig, diese Wein mal im Glas zu haben und zu probieren. An den Referenten nochmals einen herzlichen für die Auswahl und Zusammenstellung der Wein.

Verfasser: Uwe

2017_12_Weinprobe neue Appellationen im Roussillon Probenergebnis

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Chronik 2017

Erstellt von Dieter am Mittwoch 17. Januar 2018

Schwerpunktthema: Franken und Südfrankreich
Es ist wieder Zeit für den jährlichen Blick zurück…….

19.01.2017   Das Neue Jahr begann mit alten Weinen – nein mit gereiften Weinen. Bei den meisten Weinproben kann man nur die jüngsten Jahrgänge verkosten und ein Großteil der Weine, vor allem im unteren Qualitätssegment, sind auch nur für den schnellen Konsum gemacht. So war es für uns ein großes Erlebnis, Weine vom Weingut F.J.Becker aus Eltville als Vertikale von 2001 bis 2012 von zwei seiner Rheingauer Lagen zu probieren. Es war erstaunlich, wie frisch und jugendlich diese Weine noch waren und wie gut sie die Jahrgangs­unter­schiede wiedergaben.

25.02.2017   Wie gewohnt, unsere Mitgliederversammlung ohne Wahlen. Daher hatten wir Zeit, über die Themen für zukünftige Weinproben im Jahr 2018 zu diskutieren. Damit alles nicht zu trocken war, gab es Weine aus Franken.

16.03.2017   Franken ist vor allem für seine Weißweine wie Silvaner, Müller-Thurgau und Riesling bekannt, aber der Rotweine-Anteil beträgt doch noch 18,8%. Die bekanntesten Rotweinlagen befinden sich am Untermain im Mainviereck (Bürgstadt und Klingenberg) sowie im badischen Taubertal (Badisches Frankenland, Tauberfranken). Wir beschränkten uns auf die Spätburgunder. Sie wichen für uns allerdings stark vom bekannten Bild der Spätburgunder vom Rhein (Ahr bis Baden) ab. Vielleicht war es aber auch eine Folge des 2014’er Jahrgangs.

04.05.2017   Unsere erste Probe mit einem Winzer aus Franken mussten wir vom April in den Mai verschieben, da Herr Reiss erst in der ersten Mai-Woche geschäftlich im Kölner Raum war. Dafür zeigte er uns aber ein Feuerwerk an Weinen und bewies uns, dass sein Weingut beim Gault Millau-Weinführer zu recht mit 3 Trauben ausgezeichnet ist.

18.05.2017   Das zweite fränkische Weingut Glaser-Himmelstoß aus Nordheim folgte. Durch Heirat war das Weingut 1977 aus einem Nordheimer Teil, der heute die gemein­same Betriebsstätte ist und einem Dettelbacher Teil, der jetzt für Vino­thek und das Restaurant genutzt wird, entstanden. So ist ein umfangreiches Portfolio an Weinbergslagen und Rebsorten entstanden, das vom Weingut geschickt genutzt wird, aufgrund von Lage und Ausbauart charaktervoller Weine zu produzieren.

22.05.2017   Unsere diesjährige Weinreise führte uns nach Sulzfeld in Mittelfranken. Wir besuchten die Weingüter Brennfleck und Zehnthof Luckert in Sulzfeld sowie Weltner in Rödelsee und Bickel-Stumpf in Frickenhausen. Alle Besuche zeigten uns, wie gut der Silvaner das Terroir wiedergeben kann. Auch die seltenen Silvaner-Varianten vom Grünen Silvaner wie Gelber, Roter und Blauer Silvaner gehörten zu unserem Programm. Und nach der Besichtigung der Feste Marienberg in Würzburg konnten die hartgesottenen Teilnehmer auch noch das Hoffest vom Weingut Reiss besuchen. Eine sehr interessante Tour, die uns die Augen für die hohe Qualität des Silvaners geöffnet hat.

29.06.2017   Unser drittes fränkisches Weingut war der Staatliche Hofkeller, eines der drei großen Weingüter in Würzburg. Der Weingutsleiter Herr Marcel von den Benken hatte uns aus der Vielfalt von etwa 100 Weinen eine interessante Probe zusammengestellt.
Durch die Beschränkung auf die zwei wichtigsten Sorten, Riesling und Silvaner in der Qualitätsstufe vom Gutswein bis zum Ersten Gewächs, konnten wir Weine von den verschiedenen Terroirs vergleichen. Vor allem die drei Weine aus den äußersten Ecken des Mains, aus Hörstein, Handthal und Hammelburg, zeigten untereinander besonders stark diese Terroir-Unterschiede.

20.07.2017   Sommerzeit bedeutet süffige Terrassenweine und daher sollten Rosé-Weine gut passen. (Obwohl der Sommer zu diesem Zeitpunkt schon in die Regenzeit übergegangen war.) Rosé-Weine sind seit einigen Jahren im Trend und so bot sich die Provence als typisches südfranzösisches Weinbau-Gebiet an. Unser Schatzmeister hatte mit viel Mühen die Weine besorgt, die von unbekannteren Erzeugern bis zu den bekannten Rosé-Wein Produzenten Chateau Miraval (ehemals von Pitt Brad und Angelina Jolie) und der Domaine Jas d’Esclans stammten.
Allerdings konnten viele der Weine uns nicht ganz überzeugen, da ihnen schon die Frische fehlte. Sicher auch die Folge davon, dass sehr viele mit einfachen Presskorken verschlossen waren und sie noch aus dem Jahrgang 2015 stammten.

17.08.2017   Für unsere Technikprobe zum Ausbau von Silvaner-Weinen konnten wir Herrn Menger und Herrn Steinmann vom Silvaner-Forum als Referenten gewinnen. Neben den Musterweinen zu Terroir, Ausbauarten und zu den Silvaner-Spielarten hatte sie auch noch einige Gewinner des Silvaner-Cups 2017 mitgebracht.
Eine tolle Verkostung, die uns endgültig vom Silvaner als „Königin der Weißweine“ überzeugt hat.

14.09.2017   Randersacker ist einer der bedeutenden fränkischen Weinbauorte und musste daher in unser Probenprogramm. Weinbruder Wilfried Schmitz hatte die Auswahl auf Silvaner, fast ausschließlich aus den Lagen Randersackerer Sonnenstuhl und Marsberg und auf 5 Weingüter aus diesem Ort begrenzt, So konnten wir den Einfluss von Terroir und Winzer auf die Weine gut erkennen

19.10.2017   Nach den Proben mit fränkischen Weinen standen nun noch drei Proben mit Weinen aus Südfrankreich an. Das erste Gebiet war die Rhone, das in Deutschland vielleicht bekannteste der Südfranzösischen Gebiete. Unsere Probe beschränkte sich die Südrhone, denn hier hat sich in den letzten Jahren viel an der Qualität verbessert. Viele unbekannte Gebiete wurden darauf in die Appellation Cotes du Rhone Villages aufgenommen und viele aus der Appellation Cotes du Rhone Villages wurden zu eigenen Appellationen aufgewertet. Da die Probenfolge nicht nach aufsteigender Weinqualität sondern nach den Regionen aufgebaut war, war das Verkosten schwieriger, aber zur Belohnung gab es zum Abschluss zwei Süßweine aus Beaume de Venise.

16.11.2017   Für unsere Südfrankreich-Proben zogen wir weiter nach Süden ins Languedoc.
Einst der französische Massenwein-Produzent, der nach dem Verlust der algerischen Kolonie auch die dicken, farbigen Rotweine ersetzen musste, hat sich hier viel getan. Viele engagierte Winzer haben die Hanglagen mit teilweise sehr altem Rebbestand genutzt und so einen gewaltigen Qualitätsschub erzeugt. Viele Regionen wurden nach der Qualitätssteigerung mit eigenen, neuen Appellationen belohnt.

02.12.2016   Für unser traditionelles Weihnachtsessen hatten wir dieses Jahr das Restaurant Wein am Rhein ausgesucht. Hier konnten wir zu sehr gutem Essen auch eine fantastische Weinbegleitung genießen. Und dass wir das richtige Restaurant ausgesucht hatten, zeigte sich auch daran, dass dem Restaurant im Herbst ein Michelin-Stern verliehen wurde. Es war für uns ein rundum gelungener Abend.

14.12.2017   Nochmals ab in den Süden ! Diesmal war das Roussillon als südlichstes Anbaugebiet vor der spanischen Grenze an der Reihe. Im Vergleich zur Rhone oder zum Languedoc ist dieses Gebiet bei uns weniger bekannt, aber es braucht seine Weinqualität vor den beiden anderen nicht zu verstecken. Auch hier sind aufgrund der Qualitätssteigerungen neue Appellationen eingerichtet worden. Sehr unter­schiedliche Böden von Kalkstein über Schotter bis zu Schiefer bringen Abwechslung in die Weine. Die höchste Sonnenscheindauer Frankreichs lässt dazu die Trauben gut ausreifen, was aber bei den guten Winzern nicht dazu führt, dass die Weine breit, überreif oder sogar marmeladig wirken, denn viele produzieren in höheren, kühleren Lagen und erzeugen so elegante, finessenreiche Weine mit gutem Säurerückgrat. Diese filigranen Weine konnten erstaunlicherweise gut gegen die vollreiferen, dickeren Weine bestehen.
Da das Roussillon etwa 80% der französischen Süßweine produziert (der größte Teil davon ist der Muscat de Rivesaltes), durften natürlich diese Weine nicht fehlen. Bei den beiden vorherigen Proben hatten wir schon Muscat-Weine probiert, sodass sich diese Probe auf die Grenache-betonten Weine aus dem Bereich Maury, Rivesaltes und Banyuls konzentierte.

Chronist: Dieter Ockelmann

 

Wie jedes Jahr danken wir an dieser Stelle allen hilfreichen Händen vor und hinter den Kulissen, die für einen reibungslosen Ablauf unserer Proben und sonstigen Veran­staltungen gesorgt haben. Auch gilt unser Dank unseren zahlreichen Referenten und und Probenausrichtern für ihre Mühe und Unterstützung: wir hoffen, weiterhin auf Sie / auf Euch zählen zu dürfen!

Allen Mitgliedern, Freundinnen und Freunden unserer Weinbruderschaft wünschen wir frohe Weihnachten sowie ein gesundes und erfolgreiches Jahr , verbunden mit den besten Wünschen für Ihre Familien.

Weinbruderschaft zu Köln e.V.

Der Vorstand

Im Dezember 2017

 

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Chronik 2016

Erstellt von Dieter am Mittwoch 17. Januar 2018

Schwerpunktthema: Ahr, Mittelrhein und Italien
Es ist wieder Zeit für den jährlichen Blick zurück…….

21.01.2016   Für das neue Jahr wollten wir nicht so weit von Köln weg und so starteten wir mit der Ahr. Für das „Newcomer“-Weingut Gebrüder Bertram war Markus Bertram angereist und präsentierte das Sortiment, von den Basis-Weinen bis zu den Dernauer Top-Lagen. Wirklich tolle Topweine! Wobei wir doch recht erstaunt waren, dass die Ahrwinzer ihre Weißweinproduktion inzwischen erweitern, da in den warmen Sommermonaten verstärkt Weiß- oder Roséweine verlangt werden.

25.02.2016   Wie gewohnt, unsere Mitgliederversammlung ohne Wahlen. Daher verlief alles ruhig und die Zeit konnte für allgemeine Diskussionen verwandt werden. Damit alles nicht zu trocken war, gab es Weine von der Ahr und vom Mittelrhein

17.03.2016   Mit der Ahr gingen unsere Proben weiter. Diesmal mit dem Weingut Peter Kriechel, dem größten Weingut an der Ahr. Peter Kriechel zeigte uns überzeugend, dass man aus eine großen Palette an Weinbergslagen sowohl gute Basisweine als auch Spitzenweine machen kann. Für Frühburgunder ist das Weingut inzwischen der größte Erzeuger an der Ahr.

07.04.2016   Nein, Bergsteigen wollten wir nicht und auch keinen Vortrag über Bergtouren hören, aber. 4 junge Winzer zwischen dem Mäuseturm bei Bingen und dem Siebengebirge haben sich als die „Gipfelstürmer“ vom Mittelrhein zusammen­gefunden, um die Vielfalt der malerischen Landschaft, des Bodens, der Weine und der Persönlichkeiten, die dahinter stehen, zu repräsentieren. Gemeinsam wollen sie etwas bewegen. Mit Thomas Phillips hatten wir einen der Beteiligten, der uns die Weine vorstellte
19.05.2016   Viel Rheinburgen-Romantik und dafür nur einfache Weine für die Touristen aus aller Welt ? Nein so sollte es für uns nicht sein, wir wollten Besseres trinken. Das Weingut Matthias Müller ist das einzige am Mittelrhein, dem der Gault Millau 4 Trauben zubilligt. Daher haben wir ganz besonders gefreut, dass sich Mathias Müller die Zeit genommen hat, uns seine Kollektion persönlich vorzustellen. Dass ein korrekter und aufrichtiger Winzer wie Matthias Müller mit dem Weinnamen „Steil vor Lage“ Probleme mit der Weinkontrolle bekommen hat, verwundert uns, aber nicht alle können Wortspiele verstehen und akzeptieren.

 02.06.2016   Und noch einmal zogen wir gegen die platte Rheinburgen-Romantik zu Felde: mit Hilfe der „Mittelrhein-Riesling-Charta“. In dieser Charta verpflichten sich die beteiligten Winzer zu einheitlichen und strengen Qualitäts­richtlinien. Mit drei Weintypen soll der Riesling vom Mittelrhein charakterisiert werden. „Handstreich“ als filigraner, feinfruchtiger Wein mit max. 11% Alkohol und leichter Restsüße, „Felsenspiel“ als harmonischer, feinherber Riesling mit max. 13% Alkohol und „Meisterstück“ als vollreifer, trockener Wein mit mindestens13% Alkohol (quasi der „Wachauer Smaragd“ vom Mittelrhein). Heinz Uwe Fetz und Toni Lorenz haben uns diese Prinzipien anhand ihrer Weine erfolgreich erläutert.

04.08.2016   Ja diesmal waren wir Fußball-geschädigt ! Durch die Fußball-Europa­meister­schaft mussten wir unseren vorgesehenen Termin zum Thema Aosta-Tal. verschieben, damit die Fußballbegeisterten nicht mit den Hufen scharrten und vorzeitig die Probe verließen. Das Aosta-Tal ist mit ca. 500 ha das kleinste italienische Weinbaugebiet, wo unter teilweise extremen Bedingungen Weinbau betrieben wird. Hier werden noch viele autochthone Rebsorten angepflanzt und der Weinbau geht bis auf etwa 1150 m Höhe hinauf.
Entsprechend vielfältig aber auch chaotisch war das Angebot. Da in Deutschland nur sehr wenige dieser Weine zu beziehen sind, mussten alle Wein vor Ort besorgt werden.

18.08.2016   Theorie und Praxis passen selten zusammen. Diesmal hatten wir Glück, denn Dr. Randolf Kauer ist Dozent für Biologischen Weinbau in Geisenheim und besitzt gleichzeitig ein biologisch arbeitendes Weingut am Mittelrhein. Ohne ideologische Verbrämung präsentierte er uns die Prinzipien der verschiedenen Arten des biologischen Weinbaus und demonstrierte mit seinen eigenen Weinen, dass man damit auch hervorragende Weine erzeugen kann. Wir haben selten eine so klare und brillante Kollektion vom Mittelrhein verkostet.

15.09.2016   David gegen Goliath: Unsere ersten beiden Weinregionen in Süditalien waren die Basilikata mit 10.000 ha und Apulien mit 100.000 ha. Die Probe wurde in mühevoller Kleinarbeit vom Weinbruder Ceca Madzarevic zusammengestellt. Da in Apulien aber inzwischen neben den Massenerzeugern einige Topweingüter arbeiten, endete der Vergleich mit einem Unentschieden, wogegen keiner der Anwesenden etwas einzuwenden hatte.

22.10.2016   Mit der Regionalbahn an die Ahr zur Weinkulturreise, wann haben wir das schon mal gemacht. Aber für unsere kleine Gruppe wäre der Bus zu teuer geworden und die beiden besuchten Weingüter lagen jeweils dicht am Bahnhof. Goldenes Oktoberwetter hatten wir allerdings nicht mehr. Es war eher grau und kalt, Gottseidank war der Verkostungsraum im Weingut H.J.Kreuzberg gut geheizt. Und die Palette der präsentierten Weine im Weingut, zeigte die Spitzenposition des Gutes
Nach der ersten Probe stand der Besuch der Dokumentationsstelle Regierungsbunker an. 2 Std. Besichtigung im kalten Bunker bei Kunstlicht und in der Stimmung des Kalten Krieges der 60er bis 70’er Jahre, da waren wir froh, zur zweiten Weinverkostung in den warmen Probierraum im Weingut Burggarten zu kommen. Auch hier konnten wir wieder eine sehr gute Kollektion probieren.

27.10.2016   Rot gegen Weiß, damit hätte niemand vorher gerechnet bei unserer Italienprobe Kampanien und Kalabrien, aber aus Kampanien waren nur Weißweine in hoher Qualität zu erhalten. So probierten wir Weiß aus Kampanien und Rot aus Kalabrien. Trotzdem hatte Wilfried Schmitz als Referent noch viel Mühe, ein qualitativ gutes Programm zusammenzustellen. Dass ein Teil der Verkoster mit den autochthonen Rebsorten, vor allem bei den Weißweinen größte Probleme hatten, verwunderte nicht, denn der Unterschied zu den bekannten, deutschen Rebsorten ist doch deutlich.

17.11.2016   Das Chaos hat ein Ende genommen, das sollte für das Weingut Maibachfarm gelten. Nachdem der erste Verwalter wegen Unterschlagung verurteilt und gekündigt wurde, ging es im Weingut ziemlich durcheinander. Mit Alexander Weber hat das Weingut inzwischen einen jungen Betriebsleiter und Kellermeister, der frischen Wind in das Weingut gebracht hat und auch den für ein Bio-Weingut besonders schweren Jahrgang 2014 erfolgreich gemeistert hat. Mit ihm konnten wir eine interessante Palette 2013’er und 2014’er Weine verkosten.

02.12.2016   Für unser traditionelles Weihnachtsessen hatten wir das Restaurant Christoph Paul im Hopper ausgesucht. Schon früher war Christoph Paul in Köln eine anerkannte Institution, um gut zu essen. Dann ging er nach Pulheim und ist erst letztes Jahr wieder nach Köln zurückgekehrt. Er hat uns gezeigt, dass er sein Handwerk noch immer perfekt beherrscht und so wurde es ein rundum gelungener Abend.

 15.12.2016   Ab in den Süden ! Auch wenn draußen Schmuddelwetter herrschte, fühlten wir uns in südliche Gefilde versetzt. Weinbruder Werner C.Barth und Weinschwester Ulrike Ottersbach hatten die Aufgabe übernommen, eine Sizilienprobe zu organisieren. Eine angedachte Reise, um vor Ort Weine zu besorgen, kam nicht zustande, aber die Auswahl an Weinen in Deutschland war groß genug, um auch von hier aus eine Probe zusammenzustellen. Dazu gab es noch Olivenöl mit frischem, selbstgebackenem Ciabatta zu verkosten und zum Abschluss einige Cantuccini mit Marsala.

Chronist: Dieter Ockelmann

 

Wie jedes Jahr danken wir an dieser Stelle allen hilfreichen Händen vor und hinter den Kulissen, die für einen reibungslosen Ablauf unserer Proben und sonstigen Veran­staltungen gesorgt haben. Auch gilt unser Dank unseren zahlreichen Gönnern und den Probenausrichtern für ihre Mühe und Unterstützung: wir hoffen, weiterhin auf Sie / auf Euch zählen zu dürfen!

Allen Mitgliedern, Freundinnen und Freunden unserer Weinbruderschaft wünschen wir frohe Weihnachten sowie ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2017, verbunden mit den besten Wünschen für Ihre Familien.

Weinbruderschaft zu Köln e.V.

Der Vorstand

Im Dezember 2016

 

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Jahresprogramm 2018

Erstellt von Dieter am Mittwoch 17. Januar 2018

Leitthemen: Markgräfler Land und Ungarn                                                                                                                  Stand: 16.01.2018

Achtung, es können sich neben den Terminen der Proben auch der Ort und die Anfangszeit ändern, da wir nicht mehr im Kolping Messehotel in Deutz unsere Proben abhalten !

N=Normalveranstaltung, S=Sonderveranstaltung (Kostenbeitrag)

  Datum   Thema
11.01.2018 N  Markgräfler Land mit Florian Mayer von der WG Britzingen.

Herr Mayer wird nicht nur Weine der Winzergenossenschaft Britzingen vorstellen, sondern uns auch einen allgemeinen Überblick über das Gebiet geben.
Da er vorher im Kölner Weindepot Weine der Winzergenossenschaft vorstellt, ist der Probenbeginn erst um 20:00 Uhr.

22.02.2018 N  Rotweine aus dem Markgräfler Land      Ort : Bürgerzentrum Deutz !

Außer Weißweinen wie den Gutedel hat das Gebiet auch gute Rotweine zu bieten. Wir werden von Spätburgunder bis Syrah interessante Rotweine verkosten.

22.03.2018 N  Mitgliederversammlung mit Wahlen   Ort : Bürgerzentrum Deutz !

Nur für Mitglieder
Damit es nicht zu trocken wird, mit Weinen aus dem Markgräfler Land.

26.04.2018 N Gutedel                         verschobener Termin !

Gutedel ist die Leitsorte des Markgräfler Lands. Un so gibt eine breite Auswahl von einfachen Zechweine bis zu gehobenen Qualitäten. Wir werden aus diesem Angebot verschiedene Weine probieren. So z.B. auch Gewinnerweine vom Gutedel-Cup und Chassela vom Genfer See als schweizer Gegenstück.

03.05.2018 N Schlossgut Ebringen mit Herrn Engelmann

Die Gründer von Schloss Ebringen haben sechs Hektar der Lage „Ebringer Sommerhalde“ aus der Genossenschaft heraus gepachtet, um sie unter der Führung von Verwalter Andreas Engelmann bewirtschaften zu lassen. Eine nachhaltige Pflege der Reben, konsequente Ertragsreduzierung auf 50hl/ha und eine selektive Lese haben zu deutlicher Qualitäts­steigerung geführt, sodass das Weingut inzwischen bei Eichelmann mit 3 Sternen bzw. 2 roten Trauben im Gault Millau Wein Guide belohnt worden ist. Herr Engelmann wird uns durch das Weinangebot führen.

07.06.2018 N  Weingut Büchin mit Herrn Marcus Büchin

Das junge Weingut, das 2007 mit ca. 2.5 ha gestartet ist, hat heute bereits 22 ha und produziert eine Vielzahl verschiedener Markgräfler Weine. Eine Spezialität ist ein Syrah-Sekt, da Herr Büchin für 1 Jahr in Südafrika gearbeitet hat.

Als Ausrichter des Gutedelcups wird er uns auch einige Preisträger-Weine
des Cups mitbringen.

 

 

15.-16.06.2018 S  

GDW-Treffen in Fulda Dieses Jahr ist Treffen der Gemeinschaft der Deutschsprachigen Weinbruderschaften in Fulda.

21.-24.06.2018 S  

Weinreise MarkgräflerlandPassend zu unserem deutschen Thema Markgräflerland werden wir uns auch vor Ort umsehen. Wilfried Schmitz wird mit der bekannten Präzision wieder die mehrtägige Reise organisieren. Von Donnerstag bis Sonntag ist der Besuch der Weingüter Dörflinger, Ziereisen, Lämmlin-Schindler, H. Schlum­berger und Heinemann vorgesehen.

19.07.2018 N   Weißweine aus dem Markgräfler Land  verschobener Termin !

Nicht nur die Leitsorte Gutedel, sondern auch weitere Rebsorten wie Weissburgunder, Chardonnay werden hier erzeugt, von denen wir eine interessante Auswahl verkosten wollen.

30.08.2018 N  Ungarn: Nord Balaton – Balatonfüred-Csopak

Wir widmen uns dem Weingebiet Balatonfüred-Csopak, das für die besten Olaszrizling-Weine (Welschriesling), der meistangebauten weißen Sorte in Ungarn steht. Überraschend lebendige und mineralische Weine, auch wenn mit dem Rheinriesling überhaupt nicht verwandt sind.

20.09.2018 N  Ungarn: Tokaj

Wir erleben die enorme Dynamik, die im traditionsreichen Weingebiet herrscht. Neben den weltweit bekannten süßen Ausbruch-Weinen (Aszu), verkosten wir die charakterstarken, trockenen Weine aus autochthonen Sorten wie Furmint und Harslevelü.

18.10.2018 N  

Chardonnay als Blindprobe.

Die Allerweltsrebe Chardonnay zeigt trotzdem je nach Herkunft sehr unterschiedliche Geschmacksausprägungen. Wir werden versuchen in einer Blindprobe die Herkunft der Weine zuzuordnen.

15.11.2018 N  Ungarn: Villany
Villany ist das Rotweingebiet Nr. 1 in Ungarn. Reinsortige Cabernet Franc Weine sind normalerweise eher eine Seltenheit in der Weinwelt. Wir werden davon einige im Vergleich zum bekannteren „Bruder“ Cabernet Sauvignon sowie die erstklassige Bordeaux-Blends verkosten.
30.11.2018 oder
01.12.2018
S  Weihnachtsessen

Termin und Ort wird noch von einem Orga-Team festgelegt.

06.12.2018 N Priorat, Teil 1

Die Weinregion Priorat in der Provinz Tarragona hat eine Fläche von 1’800 Hektar und ist die älteste Weinbauregion in Katalonien. Im Mittelalter zählte sie zu den bedeutendsten Weinbaugebieten Spaniens, verlor dann aber deutlich an Bedeutung. Erst ab 1989 ist wieder einen deutlichen Anstieg zu verzeichnen, dank Winzern wie Álvaro Palacios und René Barbier. Die Weinberge befinden sich meistens terrassenförmig auf  den Licorella-Schieferböden in einer Höhe von 150–1000 m  an den steilen Hängen der der Serra de Montsant. Wir werden eine hoffentlich interessante Auswahl an Weinen verkosten.

 

 

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Weinprobe Neue Appellationen im Languedoc am 16.11.2017

Erstellt von Dieter am Donnerstag 11. Januar 2018

Mit dem zweiten Teil unserer Südfrankreich-Proben sind wir im Languedoc angelangt. Die Region Languedoc-Roussillon ist mit  280.000 ha Frankreichs größte Weinbauregion ist. Hier wurden sehr lange einfache Massenweine hergestellt, vor allem aus der Sorte Aramon, die sehr ertragreich ist, aber nur einfache Weine liefert. Seit 1955 war diese Rebsorte nicht mehr als Qualitäts-Sorte anerkannt und durfte nicht mehr für AOC-Weine verwendet werden.  Durch die Ausrichtung auf Massenweine waren die Qualitätsanforderungen im Languedoc deutlich geringer als an der Rhone. Nachdem der Aramon  weitgehend gerodet wurde und auch der Anteil an Carignan zurückgefahren wurde, konnte 1960 die Coteaux du Languedoc als VDQS (Vin Délimité de Qualité Supérieure, deutsch: „Weine höherer Qualität aus begrenztem Anbaugebiet“) anerkannt werden. Fünfzehn Jahre später wurde das Gebiet eine eigene Regional-Appellation. Später wurden dann weitere Unterappellationen eingeführt, von denen wiederum einige in den letzten Jahren zu eigenen Appellationen aufgestiegen sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1945-1960:   Anerkennung zahlreicher VDQS im Languedoc (Faugères, Saint-Chinian, Pic Saint Loup usw.).

1960 :             Anerkennung der Coteaux du Languedoc als VDQS.

1985 :             Die Coteaux du Languedoc wird zu einer eigenen regionalen Appellation (AOC).

1988 :             Die Möglichkeit der Weißweinproduktion wird für die gesamte AOC anerkannt.

2003-2005 :  In der AOC Languedoc werden verschiedenen Unterappellationen eingeführt (AOC Languedoc-Grés de Montpellier, AOC Languedoc-Pézenas, AOC Languedoc St.Drezery…)

2007:              Die Coteaux du Languedoc wird erweitert und in AOC Languedoc umbenannt.

2011 :             Der AOC Languedoc Bereich wächst um 40 Gemeinden.

2011-2014:   Die Unterappellationen der AOC Languedoc Pic Saint Loup, La Clape und Terrasses du Larzac werden zu eigenen Appellationen.

Die Appellationen Im Languedoc:

Die Appellationen die fett gedruckt sind, sind mit Weinen in der Probe vertreten.

Languedoc-Cabrières Cabardès
Languedoc-Grés de Montpellier Clairette du Languedoc
Languedoc-La Méjanelle Corbières
Languedoc-Montpeyroux Corbières-Boutenac
Languedoc-Pézenas Faugères
Pic Saint Loup Fitou
Languedoc-Quatourze Limoux blanc
Languedoc-Saint Drézéry Limoux rouge
Languedoc-Saint-Christol Minervois
Languedoc-Saint-Georges-d’Orques Minervois-La Livinière
Languedoc-Saint-Saturnin Picpoul de Pinet
Languedoc-Sommières Saint-Chinian
La Clape Saint-Chinian Berlou
Terrasses du Larzac Saint-Chinian Roquebrun

Neben den trockenen Weine existieren noch 4 Appellationen für Süßweine:

Muscat de Lunel Muscat de Mireval
Muscat de Frontignan Muscat de Saint-Jean-de-Minervois

Die AOP (Appellation d’Origine Protégée) ist seit 1992 die Schutzbezeichnung, die die nationale Bezeichnung AOC (Appellation d’Origine Controlée) in Frankreich abgelöst hat. Vor 2002 als AOC klassifizierte Regionen dürfen aber ihre alte Bezeichnung weiter führen.

Nun zu den verkosteten Weinen:

1.        2013  Domaine Clavel, „Copa Santa“, AOP  Languedoc, (La Méjanelle)
Undurchdringliches Purpur, in der Nase knackige kühle schwarze Frucht, Pfeffer, etwas Ätherik, im Mund kernig, knackige Säure, Bestätigung der Nase, viel Struktur die den Alkohol gut puffert, im Moment noch etwas anstrengend und rustikal, braucht Zeit.

2.        2014  Chateau Puech-Haut, rouge, „Prestige“,  AOP Languedoc-St.Drezery
Dichtes, dunkles Purpur, sehr warme, etwas bananige und gekochte Frucht, Räucherspeck, Lakritze, Kaffee, im Mund süßliche, karamellige Frucht, weich, niedere Säure, viel Alkohol, etwas satt machend.

3.        2010  Mas du Soleilla, „Message personnel“,  AOP La Clape
Dichtes Rubin mit reifenden Rand, Nase nach Zedernholz, Feigen, Lakritze, Röstaromen, im Mund kraftvoll, rund schöne Säure, hat trotz des hohen Alkohols guten Trinkfluss.

4.        2015  Domaine La Grange, „Edition Castalides“, AOP Languedoc-Pezenas
Dichtes Purpur, schwarze Frucht, Teer etwas Pfeffer in der Nase, im Mund gute Straffheit, spürbares Tannin, geradlinig, noch etwas rau.

5.        2013  Mas Cal Demoura, „L’Infidele“,  AOP Terrasses de Larzac
Reifes, dichtes Rubin mit bräunlichem Rand, sämige, rauchige Frucht, etwas Garrigue, weißer Pfeffer, im Mund schöne Mineralität, spürbares Tannin, erstaunlich hohe Säure, wirkt leichter, straffer als die anderen Weine, viel Trinkigkeit trotz des hohen Alkohols.

6.        2010  Pas de L’Escalette, „Pas de D“,  AOP Terrasses de Larzac
Mittleres Rubin mit reifem Rand, etwas stechende, chemische Nase, Brettanomyces, wenig Frucht, Gewürze in der Nase, im Ansatz zunächst flach wirkend, dann kommt raues, eckiges Tannin, etwas widersprüchlicher Wein mit wenig Harmonie.

7.        2010  Mas Foulaquier,“Petit Duc“.  AOP Pic St.Loup
Helles, reifes Braunrot, etwas balsamische, pflaumige Nase, Zimt, Gewürze Räucherspeck, man denkt an Chateauneuf-du-Pape, im Mund rund, kraftvoll, hat Struktur und Fülle ohne mastig zu sein, gut gereift, harmonisch.

8.        2013  Domaine Les Grandes Costes, „Les Grandes Costes“,  AOP Pic St.Loup
Dunkles, reifendes Rubin mit bräunlichem Rand, schwarze Frucht, Teer, Lakritze, Kaffee, im Mund knackig, kernig, die Struktur lässt den hohen Alkohol unaufdringlich erscheinen, rund und ausgewogen.

9.        2014  Chateau Mansenoble, „Réserve du Chateau Mansenoble“, AOP Corbières
Reifendes, dichtes Rubin, pfeffrige, kirschige Nase, etwas mostige Frucht, Lorbeer, im Mund rund, weiches Tannin, gute Säure, durchaus harmonisch und trinkig, aber nicht viel Tiefgang.

10.      2013  Les Fusionels, „In Tempus“,  AOP Faugères
Reifendes, mittleres Rubin, Nase nach Räucherspeck, Pflaume, Teer, Pfeffer, Kräuter, schiefrig, verbrannt, im Mund viel Fülle, reichlich Alkohol, Bestätigung der Nase, rund, gut eingebundenes Tannin.

11.      2014  Domaine St.Antonin, „Magnoux“,  AOP Faugères
Jugendliches, dichtes Rubin, pfeffrige, rauchige Frucht, etwas Ätherik, im Mund, etwas raues Tannin, unruhig, leicht hohl trotz viel Kraft und Fülle, wenig Länge.

12.      2013  Domaine Bertrand Berge,  AOP Fitou
Undurchdringliches Schwarzrot, in die Nase kommt im ersten Moment ein mostiger Apfelton, später etwas Sauerkirsche, Röstaromen, Pfeffer, im Mund straffes Tannin, gute Säure, Alkohol gut gepuffert, anständig, aber die Aromatik in der Nase ist sehr ungewöhnlich.

13.      1998  Chateau Gres St.Paul,  AOP  Muscat de Lunel        
Reifes Goldgelb, in der Nase getrocknete Aprikosen, etwas Orangenblüten, Rosinen, Nüsse, Karamell, im Mund vor allen Süße und Schwere, niedere Säure, viel Alkohol, wenig Spiel und Finesse, schöne Nase, fällt im Mund aber ab.

Seitdem die Produktion  von billigen Massenweine in der Ebene weitgehend eingestellt worden ist und qualitätsorientiert Winzer das Potential alter Rebbestände in den Hanglagen nutzen, ist die Weinqualität deutlich gestiegen. Auch das Bestreben, mehr elegantere Weinen zu produzieren gehört dazu. Seit unserer letzten Verkostung vor 12 Jahren hat sich vieles positiv verändert.

Kurze Informationen zu den Winzern:

Domaine Pierre Clavel, AOP Languedoc( La Méjanelle )
Pierre Clavel, Assas   20 ha Rebfläche

Chateau Puech-Haut, AOP Languedoc-Saint Drézéry
Gérard Bru, St.Drezery,  ca. 100 ha Rebfläche

Mas du Soleilla, AOP La Clape
Peter Wildbolz, Narbonne, 22 ha Rebfläche

Domaine La Grange, AOP Languedoc-Pézenas
Rolf & Renate Freund, Gabian,  32 ha Rebfläche

Mas Cal Demoura, AOP Pic Saint Loup
Isabelle und Vincent Goumard, Jonquieres,  14 h Rebfläche

Domaine Pas de L’Escalette, AOP Pic Saint Loup
Julien Zernott und Delphine Rousseau, Poujols,  10 ha Rebfläche

Mas Foulaquier, AOP Terrasses du Larzac
Pierre Jequier, Claret,  15 ha Rebfläche

Domaine Les Grandes Costes, AOP Terrasses du Larzac
Jean-Christophe Granier, Vacquieres,  12 ha Rebfläche

Chateau Mansenoble, AOP Corbières
Guido & Marie-Annick Jansegers-De Witte, Moux,  36 ha Rebfläche

Domaine Les Fusionels,  AOP Faugères
Arielle und Jem Harris, Cabrerolles,  9 ha Rebfläche

Domaine St.Antonin,  AOP Faugères
Frédéric Albaret, Cabrerolles, La Liquiere, 26 ha Rebfläche

Domaine Bertrand Berge,  AOP Fitou
Jerome Bertand, Paziols, 33 ha Rebfläche

Chateau Gres St.Paul, AOP Muscat de Lunel
Jean-Philippe Servière, Lunel, 24 ha Rebfläche

Verfasser Allgemeiner Text: Dieter, Weinbeschreibungen: Bernd

2017_11_Neue Appellationen im Languedoc Probenergebnis

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Weinprobe neue Appellationen an der Rhone am 19.10.2017

Erstellt von Dieter am Donnerstag 11. Januar 2018

Nach den fränkischen Weinen standen für den Rest des Jahres die Proben mit südfranzösischen Weinen an. Unsere Probenserie begann mit der Süd-Rhône, der in Deutschland vielleicht bekanntesten Weinbauzone Südfrankreichs. Hier hat sich in den letzten Jahren sehr viel an der Qualität verbessert. Viele unbekannte Gebiete wurden in die Appellation Côtes du Rhône Villages aufgenommen und viele aus der Appellation Côtes du Rhône Villages wurden zu eigenen Appellationen (Crus) aufgewertet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Daneben stehen die Regional-Appellationen in den Randgebieten um
die Côtes du Rhône wie z.B. Côtes du Ventoux, Côtes de Luberon

Seit 1936 gibt es eine regionale Appellation, die Côtes du Rhône, für das Gebiet im Tal, das inzwischen 171 Gemeinden umfasst. Im Osten schließen sich die Côtes du Ventoux an den Hängen um den Mt. Ventoux und südlich davon die Côtes de Luberon an den Hängen des Luberon-Massivs an. Im Kernbereich der Côtes du Rhône sind aufgrund höherer Qualitätsanforderungen 95 Orte in den Bereich der Côtes du Rhône Villages aufgenommen worden und von ihnen dürfen 17 zusätzlich noch ihren Ortsnamen anhängen. Neu aufgenommen in diese Gruppe wurde 2004 Plan de Dieu, (Wein Nr. 4), 2005 Sinargues (Wein Nr. 5). Seguret (Wein Nr. 6) ist seit 1967 unter den Villages-Weinen und steht vor dem Aufstieg der Weine mit eigener Appellation.

Die älteste Appellation („Cru“) seit 1935 ist Chateauneuf du Pape, dann folgten 1971 Gigondas (Wein Nr. 12) und 1990 Vacqueras (Wein Nr. 11). Nach 2000 wurde weiteren Côtes du Rhône Village Weinen der Status eines eigenen Crus für trockene Weine zuerkannt: 2005 Beaume de Venise, 2006 Vinsobres (Wein Nr. 7) und 2010 Rasteau (Wein Nr. 9, 10) und 2016 Cairanne (Wein Nr. 8).

Neben den Appellationen für trockene Weine gibt es noch je eine Appellation für Süßweine: seit 1944 Rasteau für süße Grenache-Wein und seit 1945 Beaume de Venise (Wein Nr. 13,14) für süße Muskat-Weine.

Eine sehr gute interaktive Übersicht der Rhône Weine gibt es unter http://www.Rhône-weine.com/de/appellation .

Unsere Probe startete mit je einem Wein der beiden östlichen Randbereichen und führte dann über Côtes du Rhône- und Côtes du Rhône Village-Weine zu den Orts-Appellationen:

1.        2015  Chateau La Canorgue,   AOP Côtes de Luberon
Jugendliches Purpur, in der Nase satte Frucht, Pfeffer, Gewürze, im Mund ganz trocken, pfeffrig, nicht zu fett, gute Struktur, Harmonie und Länge

2.        2015  Domaine de Fondrèche, „Cuvé e Persia“,  AOP Côtes du Ventoux,
Dunkles Purpur, saftige Frucht, viel süßliche Eichenholzwürze in Nase und Mund, straffes Tannin, viel Alkohol, etwas satt machend.

3.        2014  Domaine de Réméjeanne, „Les Chèvrefeuilles”,  AOP Côtes du Rhône
Jugendliches Rubin, sehr pfeffrig in Nase und Mund, leicht grün und unreif, wenig Kraft, wirkt etwas verwässert, eckig und rau, nicht viel Länge

4.        2014  Domaine Rose Dieu,   AOP Côtes du Rhône Villages Plan de Dieu
Mittleres Purpur etwas bananig in der Nase, auch Vanille, im Mund mehr Fülle als Wein Nr. 3, spürbar Tannin, etwas unruhig und rau.

5.        2014  Chapoutier, „Les Pentues“,  AOP Côtes du Rhône Villages  Sinargues
Reifes Rubin, kühle Frucht, Gewürze und Herbstlaub in der Nase, im Mund samtig, schöne Balance, burgundische Art, harmonisch, guter Trinkfluss.

6.        2015  Domaine de Creve Coeur,  AOP Côtes du Rhône Villages Séguret
Dunkles Purpur, in der Nase satte Feigenfrucht, blumig, etwas Pfeffer, im Mund noch super-raues Tannin, wuchtig, viel Alkohol, derzeit wenig Charme, muss reifen.

7.        2015  Domaine Stephane Usseglio, Vinsobres, „Vieilles Vignes“, AOP Vinsobres
Mittleres Purpur, gekochte Frucht in Nase und Mund, rund, weich, mollig, viel Alkohol, wenig Struktur und Spiel.

8.        2010  Domaine des Escaravailles, „Le Ventabren“,  AOP Côtes du Rhône Villages  Cairanne
Reifendes, dichtes Rubin, leicht balsamische Nase, pfeffrige Frucht, im Mund war die A-Flasche leicht prickelnd, als hätte der Wein nachgegoren (B-Flasche einwandfrei), gute Struktur, rund aber kernig, viel Alkohol.

9.        2012  Domaine Bressy Masson, „Paul Emile“,   AOP Rasteau
Reifendes, dichtes Purpur, komplexe Nase nach Feigen, Gewürzen, Gestein, weißer Pfeffer, im Mund schöne Frucht, etwa Pfeffer, viel Alkohol aber gut ausbalanciert.

10.      2011  Domaine les Aphillanthes, „1921“,  AOP Rasteau  
Reifendes, dichtes Rubin, Nase nach gekochten Früchten, Rumtopf, Herbstwald, im Mund sehr schwer, alkoholisch, mastig.

11.      2014  Domaine La Bouissière,  AOP Vacqueras
Reifendes, dichtes Rubin, pfeffrige Frucht in Nase und Mund, würzig, kernig auf der Zunge, gute Struktur, später auch Lavendelnoten.

12.      2013  Domaine Santa Duc, „Aux Lieux Dits“,  AOP Gigondas
Reifendes, dichtes Rubin, Nase nach Räucherspeck, Röstaromen, grüner Pfeffer, durchaus komplex, im Mund straff, kernig, würzig, noch rau, braucht Zeit.

Zum Abschluss folgten dann noch zwei Süßweine:

13.      2003  Beaume de Venise, „Carte d’Or“,  AOP Beaume de Venise doux
Leicht roséfarbener Bernstein, Nase nach Orangenblüten, Karamell, Apfel, Nüsse, Rosenwasser, im Mund vor allen Süße und Alkohol, wenig Spiel und Finesse

14.      1998  Beaume de Venise, „Carte d’Or“,  AOP Beaume de Venise doux
Dunkles Bernstein, Nase schon etwas gezehrt nach Karamell und Röstnoten, im Mund sehr süß, alkoholisch, satt machend.

Auch in Zukunft werden weitere Gebiete ihre Qualitätsanforderung zu erhöhen, um in der Qualitätspyramide weiter nach oben zu steigen. Vielleicht können wir in 5 Jahren diese Erfolge erneut in einer Probe feststellen.

Angaben zu den Winzern der verkosteten Weine

 Chateau La Canorgue,  „Côtes de Luberon“,
40 ha,  biologisch

Domaine de Fondreche,  „Côtes du Ventoux“,
40 ha, biologisch

Domaine de Réméjeanne, „Côtes du Rhône“,
38 ha,

Domaine Rose Dieu, „Côtes du Rhône Villages, Plan de Dieu“,
2,5 ha, Produktion seit 2002

Maison M.Chapoutier, „Côtes du Rhône Villages, Sinargues“,
350 ha über den ganzen Rhône Bereich und etwas im Roussillon, biodynamisch

Domaine de Crève Coeur, “Côtes Du Rhône Villages Seguret”,
6 ha, biodynamisch

Domaine Stephane Usseglio, (Raymond Usseglio), “Vinsobres”,
16 ha Chateauneuf du Pape, 5 ha Côtes du Rhône, 3 ha IGP,  biodynamisch

Domaine des Escaravailles, “Cairanne”,
65 ha, 7 ha Cairanne

Domaine Bressy Masson, “Rasteau”,
30 ha

Domaine les Aphillanthes, “Rasteau”,
37 ha, biodynamisch

Domaine La Bouissiere, „Vacqueras“,
16,6 ha, 9 ha Gigondas, 5 ha Beaumes de Venise, 2.6 ha Vacqueyras

Domaine Santa Duc, „Gigondas“,
26 ha, 12 ha Gigondas,

Cave de Beaume de Venise,
Die Cave de Beaume de Venise fusionierte 2014 mit der Cave de Vacqueras unter dem neuen Namen „Balma Vinitia“, 156 Mitglieder, 2/3 der Süßweinproduktion von Beaume de Venise

Weiterführende Informationen:

Zum Weinbaugebiet Rhône:                     http://www.Rhône-weine.com/de/
Informationen zu Rhône Winzern:            http://www.chateauneuf.dk/

Verfasser Allgemeiner Text: Dieter, Weinbeschreibungen: Bernd

2017_10_Rhone Probenergebnis

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Weinprobe Silvaner aus Randersacker am 14.09.2017

Erstellt von Dieter am Mittwoch 10. Januar 2018

Der Silvaner ist vom Typ her eine Rebsorte, die zwar weniger Fruchtigkeit zeigt, aber hervorragend das Terroir widerspiegeln kann (Terroir als Zusammenspiel von Boden, Microklima, Rebsorte und Winzer).
Daher hat unser Weinbruder Wilfried Schmitz eine Probe mit Silvaner-Weinen aus Randersacker von 5 verschiedenen Winzern und aus zwei sehr guten Lagen zusammengestellt, um zu zeigen, welchen Einfluss neben der Lage auch der Winzer hat.

Nach zwei Blauen Silvanern, als „exotischem“ Auftakt haben wir dann Weine der folgenden Lagen verkostet:

Randersackerer Sonnenstuhl

Die Lage wurde bereits im Jahre 1240 urkundlich erwähnt. Sie schließt die früheren Lagen „Hohes Roth“, „Rückersell“ und „Paradies“ mit ein.
Die nach Westsüdwesten bis Südwesten ausgerichteten Weinberge in Form eines Kegels in einer Höhe von 190 bis 280 Meter über NN haben 10 bis 60% Hangneigung. Die Lage umfasst 59 Hektar Rebfläche. Im steilsten Teil bestehen die oberen Bodenschichten aus tonigem Lehm, im Hangbereich ist dieser Lehm auch mit humosem Sand vermischt.

Randersackerer Marsberg

Der Name leitet sich nicht vom Planeten, sondern vom Wort „morsch“ auf Grund des dominierenden Gesteinsschutts ab.
Die nach Südwesten, Süden und Südsüdosten ausgerichteten Weinberge in 180 bis 290 Meter Höhe über NN haben 20 bis 65% Hangneigung. Die Lage umfasst 37 Hektar Rebfläche und zieht sich relativ weit in das Quertal des Jakobbachs. Die Böden bestehen aus extrem steinigem Muschelkalk.

Randersackerer Pfülben

Die Lage wurde bereits im Jahre 1329 unter dem Namen „Pfulwen“ (althochdeutsche „Kissen“) erwähnt, weil die Lage wie ein breites, dickes Kissen aussieht.
Die nach Südsüdwesten bis Süden ausgerichteten Weinberge in 185 bis 270 Meter Höhe über NN fallen steil zum hin Main ab und haben 30 bis 70% Hangneigung. Die Lage umfasst 19 Hektar Rebfläche. Durch die direkte Nähe zu Flussufer profitiert die Lage von der Licht- und Wärmereflexion des Mains.
Die Böden bestehen aus tiefgründigem skelettreichem, verwittertem Muschelkalkmergel mit tonigem Feinboden.

Randersackerer Ewig Leben

Der Weinberg gegenüber des Randersackerer Lämmerbergs wird aus der Historie heraus als Einzellage Ewig Leben bezeichnet und liegt somit im Kernbereich der Großlage. Sie beginnt östlich vom Ort Randersacker und zieht sich in nordöstliche Richtung entlang des Gerbrunner Grundes.
Die Bodenverhältnisse sind sehr unterschiedlich, es gibt Abschnitte mit hohem Lehmgehalt und dann wieder Bereiche mit Muschelkalk.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun zu unseren verkosteten Weinen:

2015  Blauer Silvaner, Weingut Wilhelm Arnold, Randersacker
E
in würziger, etwas runder, aber fülliger und etwas Spur breiterer Blauer Silvaner

2015  Blauer Silvaner, „Vom Alten Berg, Klassiker“, Weingut Trockene Schmitts, Randersacker
Ein klarer, fruchtiger, etwas herber Blauer Silvaner, etwas kantig und sehr trocken. Der Wein hat eine dichte Struktur, aber dadurch, dass er „knochentrocken“ ausgebaut ist, war er vielen zu kantig.

Danach konnten wir sechs Silvaner aus der Lage Randersackerer Sonnenstuhl verkosten:

2015  Randersackerer Sonnenstuhl, „Consequent“, Weingut Trockene Schmitts, Randersacker
Ein fruchtiger Silvaner mit weicherer, etwas überreifer Frucht und leichter Adstringenz im Abgang

2015  Randersackerer Sonnenstuhl, Weingut Stefan Bardorf, Randersacker
Ebenfalls ein sauberer, recht dichter, aber etwas breiterer Silvaner

2015  Randersackerer Sonnenstuhl, „Erste Lage“, Weingut Wilhelm Arnold, Randersacker
Durch etwas mehr Restsüße wirkte dieser Silvaner fruchtiger, ja recht saftig.

2015  Randersackerer Sonnenstuhl, „Erste Lage“, Weingut Störrlein & Krenig, Randersacker
Ein klarer, dichter, gradliniger Silvaner, gut strukturiert und mit sehr präziser Frucht, im Abgang zarte Herbe.

2015  Randersackerer Sonnenstuhl, „Erste Lage“, Weingut Schmitt’s Kinder, Randersacker
Wieder ein recht dichter, reifer Silvaner mit einem zarten Honigton und mehr adstringierender Herbe.

2015 Randersackerer Sonnenstuhl, „Consequent, Alte Reben“, Weingut Trockene Schmitts, Randersacker
Der zweite Wein dieses Weingutes aus dieser Lage zeigte mehr Charakter und gefiel deshalb deutlich besser: klar, fruchtig und mit mehr Dichte und zarter Herbe.

2012 Silvaner, „Ewig Leben“, Weingut Stefan Bardorf, Randersacker
Hier ist nicht ganz klar, ob der Wein aus der Großlage «Ewig Leben» stammt oder aus der Einzellage „Ewig Leben“ die gegenüber des Randersackerer Lämmerbergs liegt.
Ein fruchtiger Silvaner, der altersbedingt weicher, runder, ja fast etwas glatt wirkt und schon leichte Reife zeigt.

Mit vier Weinen aus der Lage Randersackerer Marsberg wurde die Probe fortgesetzt:

2014  Randersackerer Marsberg, „Alte Reben“, Weingut Stefan Bardorf, Randersacker
Für einen 2014’er Silvaner war er sehr sauber und fruchtig und jahrgangsbedingt mit etwas zarterer Struktur. Trotz des Jahrgangs wirkte recht glatt und rund.

2015  Randersackerer Marsberg, „Alte Reben“, Weingut Stefan Bardorf, Randersacker
Ein Jahr jünger zeigte sich dieser Silvaner klar und fruchtig, aber er wirkte noch etwas kantig und verschlossen, sodass er niedriger bewertet wurde als der 2014’er.

2015  Randersackerer Marsberg, „Sylvaner“, Weingut Störrlein & Krenig, Randersacker
Dieser Silvaner wusste mit zarter, etwas neutralerer aber dichter Frucht und leichter Mineralik zu gefallen.

2015  Randersackerer Marsberg, „Erste Lage“, Weingut Schmitt’s Kinder, Randersacker
Eine weitere Steigerung war dieser Silvaner: klar, fruchtig und recht elegant und gekonnt spielte er die Vorteile eines guten Silvaners aus.

2009  Randersackerer Pfülben, „Großes Gewächs“, Weingut Schmitt’s Kinder, Randersacker
Dieses „Große Gewächs“ war eine Spende unseres Referenten und stellte den krönenden Abschluss unserer Probe dar.
Ein dichter, vielschichtiger Silvaner mit zart vollreifen Noten, der immer noch Frische hatte und keine Altersnoten zeigte.

Mit dieser Probe haben wir unser diesjähriges deutsches Thema «Franken» abgeschlossen.

Unserem Weinbruder Wilfried Schmitz bleibt nur noch zu danken für die verschiedenen Proben, die er dafür zusammengestellt hat. Wir hatten dadurch die Gelegenheit neben anderen fränkischen Rebsorten vor Allem die Silvaner Rebe als «Königin de Weißweine» kennen und schätzen zu lernen.

Einige Daten zu den Weingütern:

Weingut Wilhelm Arnold
Bruno & Diana Arnold, Randersacker

11 ha Rebfläche, 80.000 Flaschen/Jahr
40% Silvaner, 15% Müller Thurgau, 10% Riesling
2 Sterne im Vinum Weinführer 2018

Weingut Stefan Badorf
Stefan Badorf, Randersacker

3 ha Rebfläche, 21.000 Flaschen/Jahr
25% Silvaner 35% Riesling
2 Sterne im Vinum Weinführer 2018

Weingut Schmitts Kinder
Karl, Martin & Renate Schmitt, Randersacker

14 ha Rebfläche, 100.00 Flaschen/Jahr
34% Silvaner, 14% Riesling, 12% Müller Thurgau, 8 % Spätburgunder
3,5 Sterne im Vinum Weinführer 2018

Weingut Trockene Schmitts
Paul und Bruno Schmitt, Randersacker

16 ha Rebfläche, 115.000 Flaschen/Jahr
40% Silvaner, 20% Müller Thurgau, 10% Riesling
3 Sterne im Vinum Weinführer 2018

Weingut Störrlein & Krenig
Armin Störrlein, Martin Krenig, Randersacker

12,5 ha Rebfläche, 90.000 Flaschen/Jahr
40% Silvaner, 10% Riesling, 10% Weissburgunder, 20% rote Sorten
3 Sterne im Vinum Weinführer 2018

Verfasser: Dieter

2017_09 Silvaner Randersacker Probenergebnis

 

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Weinprobe Ausbauarten von Silvaner-Weinen mit dem Silvaner Forums am 10.08.2017

Erstellt von Dieter am Mittwoch 10. Januar 2018

Für diese Probe konnten wir zwei Vertreter des Silvaner-Forums begrüßen: Herrn Steinmann als Vorsitzenden und Herrn Menger als Leiter des Silvaner Wettbewerbs, beide hervorragende Kenner des Silvaners. Herr Menger ist hauptberuflich Berater für den Weinbau in Mittelfranken und kennt dadurch auch alle Winzer.

Nun zum Silvaner: Die Rebe stammt aus dem Donauraum und ist eine natürliche Kreuzung aus Traminer x Weißer Österreicher. Im 17. Jahrhundert scheint er durch Zisterzienser­mönchen nach Franken gelangt zu sein. Im Casteller Archiv ist urkundlich nachgewiesen, dass erste Silvaner Reben von Obereisenheim nach Castell gebracht und dort am 10. April 1659 gepflanzt wurden.
Von dort aus ist er unter dem Namen „Franke“ weiter nach Westen an der Rhein vorge­drungen.

Bis in die 1960er Jahre war der Silvaner in Deutschland mit mehr als 30 % Flächenanteil die meistangebaute Rebsorte. Dann wurde er von Neuzüchtungen, vor allem vom Müller-Thurgau vom ersten Platz verdrängt. Als Verschnittpartner, um sauren Riesling trinkbar zu machen, war er durch Ertragsbegrenzungen beim Riesling und durch den Klimawandel auch nicht mehr erforderlich. So ging sein Bestand kontinuierlich zurück. Eine Ausnahme machten Franken und Rheinhessen, denn hier bemühte man sich durch gezielte Quali­tätsverbesserung den Silvaner wieder zu fördern.

1998 wurde deshalb das Silvaner Forum als eine überregionale Initiative für den Silvaner gegründet. Unter anderem wird alle 2 Jahre ein Wettbewerb um den Internationalen Preis des Silvaner Forums ausgeschrieben. Dieser Wettbewerb wird in 5 Kategorien ausgeschrieben, um die verschiedenen Silvaner Typen besser darstellen zu können.

Kategorie Basic:                       leichte, frische Silvaner mit max. 12,5% vol. Gesamtalkohol

Kategorie Premium:                 hochwertige, kraftvolle Silvaner mit ausgeprägter Sortenstruktur, z.B. reduktiver Ausbau im Edelstahl
oder im großen  Holzfass

Kategorie Solitär:                     individuelle, herausfordernde Silvaner mit Reifepotenzial; solitär durch Ausbau im Barrique, durch
Maischegärung usw.

Kategorie Nobel:                      Edelsüße Silvaner-Dessertweine.

Kategorie Gereifte Silvaner: Weine, die 10 Jahre und älter sind.

Der Erfolg hat sich vor allem in Franken schon gezeigt, denn die bestockte Fläche ist wieder gestiegen und der Silvaner wird inzwischen als „autochthone Rebsorte“ Frankens angesehen. Viele Flächen wurden in letzter Zeit wieder mit Silvaner Reben neu bestockt. Die Klimaerwärmung hat auch ihren Teil dazu beigetragen, da der Silvaner  inzwischen auch an den kühleren Standorten reift wird, die früher nur mit Müller-Thurgau bestockt werden konnten.

Für Herrn Menger ist die Silvaner Rebe die „Königin der Weißweine“. Sie hat eine elastische Beerenhaut und ist dadurch gut an die Klimaveränderung angepasst. So kommt sie einerseits mit großer Hitze und andererseits auch mit deutlichen Niederschlägen gut zureht. Durch die feste, elastische Schale ist  allerdingsdie Saftausbeute schlechter als z.B. beim Riesling. Durch eine leichte Maischegärung kann die Saftausbeute wieder etwas verbessert werden, Gelichzeitig führt diese Maßnahmen dazu, das der Weine zarte, seidige Tannine bekommt, die die etwas verhaltenere Frucht und die weichere Säure beim Silvaner kompensieren.
Auch die Langlebigkeit wird dadurch erhöht, auch wenn immer noch einige Leute behauptet wird, dass der Silvaner jung getrunken werden muss.

Nun zu unserer Probe:

Da unsere beiden Referenten noch im Stau auf der Autobahn steckten haben wir zur Überbrückung einen fränkischen Sekt, den 2012  „Pinot Cuvee“, brut vom Weingut Glaser-Himmelstoß aus Nordheim verkostet.
Ein sauberer, zart herber Sekt aus Weissburgunder und Schwarzriesling mit einer  etwas breiteren, vollreifen Frucht und zarte Hefenoten.

Dann waren auch unsere Referenten eingetroffen. Als besondere Überraschung hatten sie vier Siegerweine des gerade beendeten Silvaner Cups 2017 mitgebracht.

Aus der Kategorie Basis-Weine war  das das 2016  Sommerhäuser Ölspiel vom Weingut Christoph Steinmann aus Sommerhausen.
Ein fruchtiger, gradliniger, zart herber Silvaner, harmonisch. sehr elegant und trotzdem dichte Struktur. Ein toller „Basiswein“, da macht das Trinken Spaß !

Aus der  Kategorie Premium-Weine der 2012  Eppelsheimer Felsen vom Weingut H.& B. Russbach aus Eppelsheim.
Ein dichter, voller, recht würziger, etwas fülliger und vollreifer Silvaner, der seine rheinhessische Heimat nicht verleugnen kann.

Aus der Kategorie Solitär-Weine der 2009  Frickenheimer Kapellenberg vom  Weingut Meintzinger aus Frickenhausen.
Ein dichter, voller Silvaner mit zarter Herbe und einer Spur Medizinton, aber gut gealtert.

Aus der zusätzlichen Kategorie International konnten wir den 2016  Eisacktaler Sylvaner, „Aristos“ von der  Eisacktaler Kellerei aus  Klausen (Südtirol) verkosten.
Ein dichter, Spur üppiger, voller Silvaner, der auch eine Spur alkoholischer wirkte. Sicher ein Ausdruck der Herkunft, denn das Eisacktal ist für Südtirol eines der kühlsten Anbaugebiete, aber doch wärmer als Franken oder Rheinhessen in Deutschland.

Dann folgten in zweiten Flight zwei Weine aus dem gleichen Most mit 99° Oechsle, aber mit unterschiedlichem Ausbau:

Der 2016  Thüngersheimer Scharlachberg, „Explore ! 1“  der Bayrischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim. Bei diesem Wein war der Most klar filtriert und dann im Edelstahl mit  einer frankentypischen Reinzuchthefe vergoren worden. Anschließend erfolgte die Lagerung auf der Feinhefe bis März.
Hier hatten wir einen spritzigen, fruchtigen und harmonischen Silvaner vor uns.

Bei seinem Gegenstück, dem 2016  Thüngersheimer Scharlachberg, „Explore ! 2“ der Bayrischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim war dagegen der Most nur grob filtriert worden und dann bei 18°C mit einer weniger fruchtbetonenden Hefe im Edelstahl vergoren worden. Danach erfolgte Battonage (Aufrühren der Hefe)  und ebenfalls Lagerung auf der Feinhefe bis Ende März.
Dieser Wein war dementsprechend etwas weniger fruchtig, aber dafür würziger, leicht cremig und zeigte mehr Fülle.

Im dritten Flight wurden dann zwei Silvaner von unterschiedliche Böden aber gleicher Ausbauart gegeneinander gestellt:

Der 2016  Iphöfer Kronsberg, 1.Lage  vom Juliusspital in Würzburg stammt vom Gipskeuper.
Ein klarer, zarter, eleganter, mineralischer Silvaner, der vom Gipskeuper etwas mehr Bitterton hatte.

Die Reben für den 2016  Würzburger Stein, 1.Lage, ebenfalls vom  Juliusspital in Würzburg, stehen dagegen auf Muschelkalk.
Auch dieser Wein ein klarer, dichter, voller Silvaner, der vielleicht von der wärmeren Muschelkalkböden etwas mehr Reife und Fülle zeigte.

Beide Weine waren eindeutige Vertreter für die Quaälität der 1.Lage.

Der Silvaner ist relativ mutationsanfällig, so dass ähnlich zu den Burgundern farblich unterschiedliche Varianten enstanden sind. Im Unterschied zum Grünen Silvaner, der „offiziellen“ Rebsorte, bringen sie stärker gelb gefärbte Trauben (Gelber Silvaner), rötliche Trauben (Roter Silvaner) oder  rötlich-blaue Trauben (Blauer Silvaner)  hervor.

Im vierten Flight folgten daher zwei dieser Spielarten:

2016  Sulzfelder Blauer Silvaner vom  Zehnthof Luckert in Sulzfeld

Ein fruchtiger, weicher und recht würziger straffer Silvaner mit etwas kräftigerer Säure als beim Grünen Silvaner. Die kräftigere Säure kann aber auch dadurch bedingt sein kann, dass der Wein von jüngeren Rebstöcken stammt. Der Blaue Silvaner hat auch eine offizielle Sorten-Zulassung.

2016  Sulzfelder Roter Silvaner ebenfalls vom  Zehnthof Luckert in Sulzfeld

Ein klarer, fruchtiger Silvaner mit zart herbem Tannin und präsenter Frucht, der aber nicht so würzig wie der Blaue Silvaner war.

Im letzen Flight konnten wir dann zwei Weine mit besonderem Ausbau verkosten: In diesem Fall durch Maischegärung und beim ersten Wein noch zusätzlich durch Ausbau in der Amphore.

Der 2015  „Challlenge ! Amphora K“ der Bayrischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim, wurde in der Amphore maischevergoren und danach unfiltriert abgefüllt. Deshalb war er leicht trüb und hatte durch die Maischegärung eine deutlich dunklere, gelbe Farbe sowie eine kräftige Apfel- und Kräuterwürze mit leicht medizinischen Anklängen. Die bekannten Fruchtnoten des Silvaners waren hier sehr zurückhaltend und durch oxidativen Apfel-Noten überdeckt. Ein typischer Orange-Wein. Dadurch fand er nicht bei allen Verkosten Anklang.

Der zweite Wein, der 2012  Silvaner „Concord“ vom Weingut Artur Steinmann aus Sommerhausen war ebenfalls maischevergoren. Hier war aber das vollreife, sehr gesunde Lesegut sehr schonend, ohne stärker oxidative Belastung auf der Maische vergoren und dann im großen Holzfass ausgebaut worden.

Durch die schonende Maischegärung hatten wir hier einen dichten, immer noch recht fruchtigen Silvaner mit zarter, seidiger Herbe und breitem Rückgrat. Dieser Wein zeigte immer noch große Frische.

Damit endete unsere Exkursion ins Reich der „Königin der Weine“. Dank unserer Referenten konnten wir einen sehr gut ausgewählten Querschnitt an Silvanerweinen verkosten, uns einen Einblick in das gaben, was ein guter Silvaner sein kann. Er wer nicht schon durch die vorherigen Proben und unsere Weinreise nach Franken zum Liebhaber des Silvaner geworden war, der mußte es nach dieser Verkostung sein.

Wir möchten unseren Referenten ganz herzlich danken, dass sie sich der Mühe unterzogen haben, trotz Verkehrsstau auf der Autobahn zu uns zu kommen und uns diese Silvanerweine zu präsentieren.

Verfasser: Dieter

2017_08_Weinprobe Silvanerweine und Ausbauarten mit dem Silvaner Forum Probenergebnis

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