• Veranstaltungen

    < 2021 >
    Juli
    • 22

      Technikprobe: Klimawandel und Rebzucht

      19:00 -22:00
      22.07.2021

      Herr Antes von der Rebveredelung Antes wird uns über die Auswirkung des Klimawandels berichten Was sind die Maßnahmen im Weinberg und wie kann die Rebzucht dabei mit angepassten Sorten helfen.

  • Neuigkeiten abonnieren!


     

Weinprobe Griechenland mit Herrn Haris Papapostolou von „The Winehouse“ aus Ulm am 24.09.2020

Erstellt von Dieter am Samstag 5. Dezember 2020

Für unser diesjähriges Probenprogramm hatten wir für ausländische Proben auch zwei mit griechischen Weinen vorgesehen. So konnten wir für unsere 2. Griechenlandprobe Herrn Haris Papapostolou aus Ulm begrüßen. Er hatte als Gastronom angefangen und sich aber seit 2 Jahren dann nur noch auf Wein fokussiert. In Ulm betreibt er mit einem Partner die Weinhandlung „The Winehouse“ und bietet ein interessantes Angebot an ungewöhnlichen griechischen Weinen an, die alle von kleinen, in Deutschland unbekannten Winzern stammen.

Aus diesem Sortiment hatte er für uns eine Probe zusammengestellt.

Unsere Probe startete mit 5 Weißweinen

1.       2018  Markogianni Winery, Retsina „Ritinitis“,     
          Peloponess, Olympia;  Rebsorte Roditis,        

In der Nase würzige Aromen von reifer Stachelbeere, Birne, Mango, Zitrone, etwas Kräuter, was sich im Mund fortsetzt. Eine frische Säure und ein leicht herber, kräutriger Abgang ohne die berüchtigten Eukalyptus- und Harztöne, die den normalen Retsina auszeichnen. Ein beachtenswerter Retsina!
Die Trauben werden von Hand gepflückt und in kleine Kisten gelegt. Nach der Lese werden sie sofort in den Weinkeller gebracht, auf 8°C gekühlt, entrappt und vor der Vorgärung mazeriert. Das Harz wird während der Gärung zugesetzt und der Wein nach der Gärung drei Monate lang unter häufigem Umrühren auf der Hefe belassen.

2.       2019  Aslanis Winery, „Malagiousia“          
          Makedonia; Rebsorte Malagiousia        
In der Nase exotische Frucht, Kiwi, Birne, Mirabelle, im Mund dann noch etwas Holunder, Walderdbeere, Melone. Dazu kommen eine frische, ausgewogene Säure und ein zart herber Abgang.
Mit geringen Erträgen und einer sorgfältigen Vinifikation erzeugt die Familie Aslanis ihre Weine mit Finesse und Typizität. Malagouzia ist eine alte griechische Rebsorte, die vor 40 Jahren fast ausgestorben wäre.

3.       2019  Argyros Estate, “Atlantis”        
          Santorin; Rebsorte Assyrtiko, Athiri, Aidani     

In der Nase ein etwas vollreifer, exotischer Duft, Birne, Mirabelle, Zitrus, im Mund dann kühlere Mineralität und eine frische Säure.
Atlantis ist eine weichere Version der eher mineralischen und Säure-betonten Assyrtiko Traube. Die Rebsorte wurde mit zwei weiteren autochthonen Trauben assembliert um einen weicheren, runderen Wein zu erzeugen. Die Trauben stammen von über 60 jährigen Reben, die im ursprünglichen alten Santorin Stil angebaut wurden (Die Reben werden zu einer niedrigen, kreisförmigen Korbformen erzogen, um so Schutz gegen den rauen Wind und die Sonne der heißen Insel zu bieten)..

4.       2018  Tsikrikonis Vineyards, „Assyrtiko“    
          Makedonia; Rebsorte Assyrtiko

Würziges Bukett nach Steinobst, Birne, Zitrus, etwas Kräutern und Blüten, am Gaumen reife mineralische Frucht, etwas Feuerstein. Der Wein ist durch 8 Monate Hefelager voll und harmonisch, besitzt aber auch eine frische Säure.
Dieser Assyrtikos stammt vom Weinberg “Asvestaria” der aus reinem Kalkstein besteht und schon 2006 mit Assyrtiko bepflanzt wurde.
Durch den kühlen Meereswind tagsüber und kalte Winde aus den Bergen in der Nacht entsteht ein spezielles Mikroklima wodurch dieser Assyrtikos seine Frische und Feuerstein-Mineralität erhält.

5.       2017  Moschopolis Winery, “6”
          Thessaloniki; Rebsorte Assyrtiko
Würziges Bukett nach Melone, Birne, Pfirsich und Zitrus dann auch noch florale Noten. Im Mund dann Struktur und Fülle, ohne fett zu sein, eine lebendige Säure und zarte Holznoten, etwas Vanille und Karamell, im Abgang kommen dann nussige Noten.
Für den Moschopolis „6“ wird Assyrtiko in einem steinigen sehr steilen Weinberg über dem Meer in einer besonderen Reberziehung angebaut. Die Trauben hängen in einer Höhe von ca. 1.80 m über dem Boden, um sie vor der Sonne und vor hohen Bodentemperaturen zu schützen.
Dadurch verändert sich der Charakter der Rebsorte und die Weine bleiben filigraner. Der Wein wird mit Spontan-Hefen vergoren und unfiltriert abgefüllt

Nach den Weißweinen wendeten wir uns drei Rosé-Weinen zu:

6.       2019  Argyros Estate, “Atlantis”, Rosé        
        Santorin; Rebsorte Assyrtiko, Mandilaria         

Ein kräftig farbiger Rosé mit einem Bukett von gelbfruchtigem Obst wie Apfel, Birne, Mirabelle und der Mandilaria geschuldet von rotfruchtigem Obst wie Kirsche und Walderdbeere.Im Mund fällt eine zarte Mineralik und eine frische Säure vom Assyrtiko auf. Die leichte Tannin-Herbe gibt etwas mehr Struktur.
Die Weinberge für Atlantis Rosé, die in Episkopi, Pyrgos und Megalochori liegen, weisen ein Durchschnittsalter zwischen 60-80 Jahren auf. Wie beim Weißwein dieses Weinguts werden auch beim Rosé die Reben im alten Santorinischen Korbschnitt erzogen.

7.       2019  Thymiopoulos Vineyards, „Rosé de Xinomavro“        
          Makedonia, Naoussa; Rebsorte Xinomavro    

Ein Rosé mit mittlerem Lachsrosa, in der Nase Birne, Mirabelle, Quitte, Johannisbeere, Erdbeere und Tomatenmark. Im Mund dann recht kräftig mit frischer Säure und leicht herben Tanninen. Ein kräftiger Rosé, der zum Essen einlädt. Der Ausbau erfolgte für 6 Monate im Holz und es wurden nur ca.- 2.000 Flaschen hergestellt

8.       2007  Thymiopoulos Vineyards, „Rosé de Xinomavro, Reserve“     
          Makedonia, Naoussa; Rebsorte Xinomavro    

Der große Bruder vom vorhergehenden Rosé, der 4 Jahre im gebrauchten großen Holz (500 l) gelegen hat und dann noch 8 Jahre auf der Flasche gereift ist. Und dieser Rose ist gerade erst auf den Markt gekommen! Kann der noch gut sein oder ist der schon im Weinhimmel gelandet?
Ein mittleres Orange mit gelbbraunen Reflexen, in der Nase Birne, Mirabelle, Quitte, Johannisbeere, Erdbeere, Rosmarin und Tomatenmark. Im Mund dann kräftig und nachhaltig mit frischer Säure und leicht herben, aber reifen Tanninen.
Ganz unerwartet begegnen wir hier einem erstaunlichen Rosé, der noch nicht müde, sondern immer noch frisch und fruchtig ist, ohne Altersnoten mit dichter Struktur und langem Nachhall. Kaum zu glauben, dass das ein Rosé ist!

Zum Abschluss der Probe folgten noch fünf Rotweine:

9.       2018  Aslanis Winery, „Limnio“         
          Makedonia; Rebsorte Limnio      

In der Nase würzige Frucht nach roten Beeren, Pflaume, Kirsche, Sauerkirsche und Erdbeeren und zarte Holznoten. Im Mund setzt sich das fort mit feiner Säure und geschliffenen Tanninen, dazu kommen leichte Gewürze-Noten.
Ein fruchtig eleganter Wein, der 8 Monate im Holz lag und Feinheit wie ein Pinot zeigt.

10.     2017  Markogianni Winery, „Mandilaria“  
         Mandilaria, Peloponess, Olympia 

Im Bukett rote Früchte, Pflaume, etwas Kirsche und Brombeere, kräftige, dichte, aber nicht fette Frucht mit frischer Säure, wirkt etwas wie ein Südfranzose vom Mittelmeer.
Der Wein stammt aus biologischem Anbau, ist aber nicht offiziell zertifiziert.

11.     2017  Thymiopoulos Vineyards, „Naoussa Alta“  
          Makedonia, Naoussa; Rebsorte Xinomavro    

Ein würziges Bukett mit roten Früchten, Pflaume, Brombeere, Kirsche, im Mund dann ein leichter Körper aber eine deutliche Fruchtkonzentration, auch noch etwas Erdbeere, Tomatenmark, Fenchel und eine Spur Zimt. Der Wein wirkt schon etwas reifer mit weicheren, seidigen Tanninen und einer kräftigen Säure.
Der Ausbau erfolgte für 12 Monate im 600 l großen, gebrauchten Holzfass

12.     2018  Muses Estate, „Mouchtaro“              
         Zentralgriechenland; Rebsorte Mouchtar

In der Nase feines Aroma von Pflaume, Brombeere, Kirsche, etwas Kräuter, Veilchen, im Mund dann recht vollmundig mit Blaubeere, Kräuter und etwas Sellerie, dazu frische Säure und abgerundete Tannine.
Die sehr seltene griechische Sorte Mouchtaro wurde durch Athanasios Zacharias vor dem Aussterben gerettet. Die Rebe wird ausschließlich im Tal der Musen, am Fuße des Berges Helicon, angebaut. Auf 550-650 m Höhe sorgen die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht für eine aromatische Reife und Erhalt der Säure. Das Weingut wird inzwischen von seinen Enkeln, Nikos, Stelios und Panagiotis Zacharias fortgeführt, die auch auf biologischen Anbau umgestellt haben.

13.     2017  Anatolikos Vineyards, „MV“                
        Trakien, Rebsorten Mavroudi 60%, Cabernet Sauvignon 20%, Merlot 20%.

Dieser Wein ist eine recht ungewöhnliche Cuvée aus Mavroudi 60%, Cabernet Sauvignon 20%, Merlot 20%. Er zeigt ein ausdruckstarkes Bukett von roten Früchten, Pflaume, Kirsche, Brombeere und Cassis. Im Mund dann deutliche Konzentration und etwas Blaubeere, eine gute Säure und intensive, reife Tannine, dazu etwas Leder und Schokolade. Vom Holzausbau wird etwas Zimt und Vanille beigesteuert.
Die Reben stehen im nördlichsten Küstenweinberg Griechenlands auf Sand mit felsigem Untergrund. Durch die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht und die ständige kühle Meeresbrise reifen aromatische Trauben mit guter Säure heran. Der biologische Anbau und die geringen Erträge, (40 – 500 kg / ha) sorgen für gute Konzentration.
Die Cuvée der drei Rebsorten reifte auf der Feinhefe für 12 Monate in französischen Eichenfässern und wurde dann ungefiltert abgefüllt.

Damit ging eine Weinprobe zu Ende, die für alle eine positive Überraschung war: Keine breiten, säurearmen Weißweine und keine füllig, fetten Rotweine sondern ausdrucksstarke, schlanke Wein mit einer frischen Säure. Sie kamen nicht von den bekannten, großen Produzenten, sondern von kleinen, hier noch unbekannten Produzenten.
Die Probe startete mit einem Retsina, normalerweise ein einfacher, belangloser Weißwein, den man am besten im Urlaubsland trinkt. Dieser Retsina dagegen hatte Charakter und Struktur und war als Wein ernst zu nehmen. Das galt auch für die nachfolgenden Weißweine.
Auch bei den Rosé-Weinen gab es eine positive Überraschung: Ein Wein, der 13 Jahre nach der Ernte in den Verkauf gekommen ist und trotz dieses hohen Alters für einen Rosé eine dichte Struktur und immer noch Frucht und Frische zeigte.
Und auch die Rotweine zeigten keine Schwächen. Keine breiten fetten und überreifen Wein, sondern ebenfalls feine Frucht, frische Säure und Finesse.
Es war eine Probe mit einem Querschnitt an Weinen aus autochthonen Rebsorten, die uns gezeigt hat, dass in Griechenland sehr interessante Weine produziert werden. Dafür möchten wir Herrn Papapostolou sehr herzlich danken.

Verfasser: Dieter

Abgelegt unter Allgemeines, Eigene Veranstaltungen, Probenberichte, Probenberichte 2020 | Keine Kommentare »

Mitgliederversammlung am 10.09.2020

Erstellt von Dieter am Samstag 5. Dezember 2020

Da wir durch den ersten Lockdown der Corona-Pandemie unsere Mitgliederversammlung am 19.03.2020 nicht durchführen konnten, haben wir die erste – und im Nachherein auch einzige Möglichkeit genutzt, sie nachzuholen.

Vorgesehen war, Weine aus Rheinhessen als erste Einstimmung in unsere deutsches Jahresthema „Rheinhessen“ zu verkosten. Durch die Verschiebung auf September war es jetzt aber der Abschluss unseres Jahresthemas.

Da wir die Weine in der Mitgliederversammlung nicht werten, folgt hier nur die Auflistung der verkosteten Weine.

2018 Niersteiner Riesling, QW
Weingut Seebrich, Nierstein
Alkohol 12 %, 7,00..€

2018 Riffel, Riesling, QW
Weingut Riffel, Bingen-Büdesheim
Alkohol 12 %, Restzucker 5,1 g/l, Säure 7,5 g/l, 7,90 €

2018 Gutzler, Riesling, QW
Weingut Gerhard Gutzler, Gundheim
Alkohol 12 %, 8,20.. €

2018 Gröhl, Riesling, “Roter Hang”, QW
Weingut Eckehart Gröhl, Weinolsheim
Alkohol 12,5 %, Restzucker 4,2 g/l, Säure 8,2 g/l, 8,90 €

2018 Eva Vollmer, Roter Riesling, QW
Weingut Eva Vollmer, Mainz Ebersheim
Alkohol 13,1 %, Restzucker 0,8 g/l, Säure 6,4 g/l, 12,50 €

2017 Domaine Oppenheim, Riesling “G zum 1275 Jubiläum 742-2017”, QW
Staatliche Weinbaudomäne Oppenheim, Oppenheim
Alkohol 12 %, Restzucker 2,0 g/l, Säure 8,5 g/l, 8,50.. €

2017 Bodenheimer Hoch, Riesling, “Rheinhessen Selection” , QW
Weingut der Stadt Mainz, Mainz
Alkohol 13 %, 10,00.. €

2016 Dalsheimer Riesling, QW
Weingut Scherner Kleinhanß, Flörsheim-Dalsheim
Alkohol 12,3 %, Restzucker 4,4 g/l, Säure 7,3 g/l, 8,00.. €

2016 Ockenheimer Hockemühle, Riesling, Rheinhessen Selection, QW
Weingut Jäger, Ockenheim
Alkohol 13 %, Restzucker 3,6 g/l, Säure 7,5 g/l, 9,50. €

2016 Essenheimer Teufelspfad, Riesling, QW
Weingut Brummund, Ober Hilbesheim
Alkohol 13 %, Restzucker 4,3 g/l, Säure 6,9 g/l, 13,90 €

2016 Oppenheimer Sackträger, Riesling, QW
Weingut Louis Guntrum, Nierstein
Alkohol 13 %, Restzucker 6,9 g/l, Säure 7, 8 g/l, 15,00.. €

2018 Landgraf, Riesling, Kabinett
Weingut Landgraf, Saulheim
Alkohol 10 %, 7,50.. €

Verfasser: Dieter

Abgelegt unter Allgemeines, Eigene Veranstaltungen, Probenberichte, Probenberichte 2020 | Keine Kommentare »

Weinprobe mit dem Weingut Ökonomierat Joh. Geil Erben am 20.08.2020

Erstellt von Dieter am Samstag 5. Dezember 2020

Wir konnten für unsere Probe Johannes Geil-Bierschenk begrüßen, der trotz der Corona-Pandemie sich zu uns gewagt hatte, um sein Weingut vorzustellen.
Das Weingut wurde 1871 gegründet und seitdem von Generation zu Generation weitergegeben.  Johannes absolvierte ein Studium in Geisenheim, erweiterte dann seine Kenntnisse in Australien und Südafrika und kam danach zum Weingut zurück und führt es seitdem zusammen mit seinem Vater Karl.
Das Weingut bewirtschaftet inzwischen 32 ha in Bechtheim auf Lösslehm- und Kalkmergel-Böden. Die besten Lagen sind der Bechtheimer Geyersberg, Rosengarten und Hasensprung. Außer Riesling (31 Prozent) werden verschiedene Burgundersorten, Dornfelder, Silvaner und weitere Rebsorten angebaut.Produziert werden etwa 280.000 Flaschen pro Jahr.
Das Weingut ist Mitglied bei „Maxime Herkunft Rheinhessen“ und eines der Gründungsmitglieder der Vereinigung „Massage in a Bottle“.

Unsere Probe startete mit einem Gelber Muskateller als Gutswein.

1.       2019  Oekonomierat Johann Geil, Muskateller              
Ein kräftiges, intensiv-aromatisches Bukett mit Orangenschale und würzigem Muskatton, am Gaumen dann gelber Pfirsich, Mirabelle, Birne, Zitrus, Orangenschale und Muskatnuss: Ein trockener, klarer, frischer, etwas lauterer aber nicht vorlauter Muskateller mit feinem Säurespiel.
Der Wein ist ein Cuvee aus Gelber Muskateller mit etwas rotem Muskateller, die Reben stehen auf schwerem Kalkmergel

Es folgten vier rebsortenreine Ortsweine, die beim Weingut mit „S“ gekennzeichnet sind.

2.       2019  Bechtheimer Riesling, “S”                        
In der Nase würzig, zart exotische Früchte, Apfel, Pfirsich, Mirabelle, Spur Birne, mehr Citrusnoten, im Mund dann würzig, opulent, mehr Zitrusnoten, dazu zarte Kräuter-Noten und ein feines Säurespiel.
Die Trauben stammten von etwas 15 Jahre alten Reben aus den Lagen Geiersberg, Rosengarten, Stein und Hasensprung. Sie wurden mit 90 – 92 ° Oechsle gelesen

3.       2019  Bechtheimer Grüner Silvaner “S”                    
Ein zartes Bukett nach Birne, Mirabelle, etwas Holzapfel und einem feinen Kräuterduft. Im Mund dann kräftige, volle Frucht. eine feine Säure und dichte Struktur. Ein rheinhessischer Silvaner, der mehr von der Fülle als von der Mineralik lebt. Der Ertrag der Reben wurde deutlich reduziert, die Trauben dann vollreif gelesen und zu einem Drittel im Holzfass ausgebaut, um ihm etwas Weichheit und Cremigkeit zu gebe

4.       2019  Bechtheimer Weißer Burgunder, “S”                 
Im Bukett reife Birnen, Mirabellen, etwas Aprikosen und weiße Blüten. Im Mund dann eine geschmeidige Fülle und Cremigkeit, zarte Mineralik und leicht nussige Noten.
Ein Weissburgunder mit Fülle, Dichte und Harmonie, aber auch mit Eleganz.
Die Trauben stammten von kalkhaltigen Böden und wurden zu 60% spontan vergoren. Ausbau im 2000-l Fass, und 10-15% je im Tonneau und in Edelstahl.

5.       2019  Bechtheimer Chardonnay, “S”           .
Ein würziges Bukett nach vollreifen, exotischen Früchten mit einem Hauch Vanille, am Gaumen dann feiner Schmelz und einem Hauch Orangen und Ananas.
Klarer, dichter, weicher, harmonischer Chardonnay mit feiner Säure, präziser Frucht, sehr schön eingebundenem, nicht zu dominantem Holz.

Ein Flight mit einer Vertikalen von drei Riesling-Lagenweinen aus dem Bechtheimer Hasensprung folgte:
Der Hasensprung gehört zu den kühleren Lagen und hat mehr Kalkstein im Boden.

6.       2012  Bechtheimer Hasensprung                         
Im Bukett Zitrus- und Steinobstaromatik mit leicht vegetabilen Noten, am Gaumen leicht mineralisch mit exotischen Früchten, Pfirsich, Mirabelle und einer feinen Säure. Eine kurze Maischestandzeit sorgt für leichte Herbe im Hintergrund. Dem Alter geschuldet, besitzt der Wein eine zarte Reife mit leichten Petrolnoten, aber immer noch frisch und saftig. Insgesamt ein klarer, dichter, harmonischer Riesling aus der Magnumflasche.

7.       2016  Bechtheimer Hasensprung         
In der Nase würzig mit exotischen Früchten, Apfel, Pfirsich, Mirabelle, Birne, und ein Hauch Hanf. Im Mund dann dicht und sehr elegant, mineralisch mit fast salziger Mineralik, dezente Zitrusnoten und eine kräftige, aber gut eingebundene Säure.Ein typischer Wein für den Jahrgang 2016.

8.       2019  Bechtheimer Hasensprung              
In der Nase exotische Früchte, Pfirsich, Mirabelle, Birne. Im Mund dann dicht aber auch elegant mit feiner Säure. Insgesamt wirkt der Wein noch sehr verschlossen. Er wurde Ende Juni gefüllt und braucht noch eine Zeit sich zu entwickeln. Trotzdem zeigt er schon ein großes Potential

Ein weiterer Flight mit einer Vertikalen von zwei Riesling-Lagenweinen, dieses mal  aus dem Bechtheimer Geyersberg folgte:

9.       2014  Bechtheimer Geyersberg        
Ein würziges, leicht nussiges Bukett, gelbe Früchte, reifes Kern- und Steinobst mit erdigen mineralischen Anklängen und leichtem Hanfton. Im Mund dann leicht erdig-mineralisch, wieder gelbe Früchte und etwas vegetabile Noten. Dazu eine saftige, weiche Säure. Jahrgangsbedingt zeigte der Wein schon einen leichten Hanf- und Petrolton, besaß aber eine dichte, volle Frucht und war kein bisschen müde.

10.     2019  Bechtheimer Geyersberg           
Ganz anders zeigte sich dieser Wein. In der Nase deutlich frischer mit exotischen Früchten, Pfirsich, Mirabelle, etwas Citrus, im Mund dann würzige Mineralik mit deutlicher Steinobstaromatik und frischer Säure.
Ein klarer, gradliniger, eleganter, mineralischer Riesling mit fester Struktur. Er war schon sehr prägnant, braucht aber noch Zeit, um sein Potential auszufüllen.

Nach den Riesling-Weinen folgen noch zwei Spezialitäten des Weinguts:

11.     2019  Oekonomierat Johann Geil, Weißer Burgunder, Reserve
In der Nase leicht rauchig mit dem Duft von gelben Früchten und etwas Vanille. Am Gaumen dann mineralische Noten, etwas Nüsse, gelbe Früchte wie Birne, Mirabelle.
Der Wein zeigt sich geschmeidig und voluminös aber nicht fett, leicht cremig und sehr harmonisch. Leichte Holznoten mit einem leichten Vanille-Touch folgen.
Ein Spitzen-Weißburgunder, der es mit den vorherigen Riesling-Weinen bequem aufnehmen kann.
Die Trauben stammen vom ältesten Weissburgunder-Weinberg aus der Lage Bechtheimer Stein. Dort finden die Reben auf den tiefgründigen Lössboden ideale Wachstumsbedingungen. Nach kurzer Maischestandzeit wurde der Wein für 10 Monate in Tonneau und in Barriques ausgebaut

12.     2015  Bechtheimer Geyersberg, Frühburgunder
Im Bukett roten und schwarze Beeren, Pflaume, Kirsche, zart Kräuter und rauchige Holznoten, im Mund wieder Beerenfrucht, Kirsch, Pflaume und leichte Kräuter-Noten. Eine frische Säure, ein feinkörniges Tannin eine leichte Alkoholwärme runden den Wein ab. Dazu kommen rauchige Holznoten mit leichtem Schokoladenanklang.
Dieser Wein wird nur in guten Jahren bei kleinen Erträgen produziert. Er zeigt sich jetzt gut abgerundet auf dem Höhepunkt.

Dieser Wein markierte das Ende einer hochwertigen Probe, in der uns Johannes Geil-Bierschenk uns einen Überblick über die Weine des Weingutes und die dahinterstehende Philosophie gegeben hat.
Dafür möchten wir uns herzlich bedanken.

Verfasser: Dieter

Abgelegt unter Allgemeines, Eigene Veranstaltungen, Probenberichte, Probenberichte 2020 | Keine Kommentare »

Weinprobe mit dem Weingut Lithos am 23.7.2020

Erstellt von Dieter am Samstag 5. Dezember 2020

Auf der Bacharacher Sommernacht 2019, ein Weinfest am Rheinufer mit abschließendem Feuerwerk, und was wichtiger ist, mit den Bacharacher Spitzenwinzern Toni Jost, Ratzenberger und Dr.Kauer sowie einer hervorragenden Gastronomie, fand der Chronist den Stand eines Weingutes, das er noch nicht kannte, Weingut Lithos und das auch noch aus dem Nachbarort Oberwesel. Beim Probieren stellte sich heraus, dass der Winzer Christos Theodoropoulos hervorragende Rieslinge erzeugt.  Dr.Kauer äußerte dazu, dass solche jungen Winzer genau das wären, was der Mittelrhein jetzt brauche.
Grund genug, ihn einzuladen und zu bitten, seine Weine durch griechische Weine aus der Heimat seiner Familie zu ergänzen.

Christos Theodoropoulos stammt aus dem weinfernen Krefeld. Bei Urlauben bei seinem Großvater in Griechenland fand er seine Liebe zum Weinbau. In Deutschland machte er daraufhin eine Ausbildung zum Winzer und anschließend zum Weinbautechniker in Bad Kreuznach.  Nach Tätigkeiten als Außenbetriebsleiter und Kellermeister machte er sich auf die Suche nach einem geeigneten Weingut. In Oberwesel wurde er fündig und übernahm 2015 den 350 Jahre alten Traditionsbetrieb Lahnert in einem abgelegenen Ortsteil von Oberwesel mit 2,5 ha, bestückt mit 25-60 Jahren alten Reben, hauptsächlich Riesling. Von Anfang an setzte er auf Qualität. Eine erste Erwähnung im Vinum Weinführer ist der Lohn für diese Anstrengungen.
Weingut Theodoropoulos wollte er als Namen nicht verwenden, zu kompliziert für deutsche Zungen. Daher wählte er den griechischen Ausdruck Lithos, was Stein bedeutet, auch um auf seine griechischen Wurzeln hinzuweisen.
Er stellte uns eine Probe mit 5 Weinen vom Mittelrhein, 1 Rotwein, den sein Großvater nach seinen Vorgaben erzeugt hat und 8 griechischen Weinen, die er direkt in Griechenland beschafft hat.
Als No.1 stellte er uns einen 2019er Wein vor, den er einfach „Der Weisse trocken“ nennt, einen Gemischten Satz aus Müller Thurgau, Faber und Kerner, ein leichter, eleganter, etwas blumiger und dezent fruchtiger  Wein mit wenig Säure. Unsere Wertung für diesen einfachen Wein lag bei 13,67 Punkten.

Die No. 2, der 2018er Gutswein Riesling trocken, war da schon ein anderes Kaliber, ein vollreifer Wein mit schöner, etwas exotischer Frucht, ein verhalten fruchtiger und typischer Riesling, der auch bei einem späteren privaten Nachprobieren gefiel. 14,5 Punkte war die Wertung dafür.

No. 3, der Lagenwein 2017 „Engehöller Bernstein“ Riesling, zeigte neben typischer Frucht, zarte Herbe und Saftigkeit eine kräftige, gut eingebundene Säure und mineralische Noten mit Feuerstein-Anklängen. Obwohl solche mineralischen Weine bei uns oft zu kontroversen Bewertungen führen, gaben wir ihm 15,13 Punkte.

No.4, der 2018er „Engehöller Bernstein“ Riesling zeigte etwas mehr Fülle und Würze, ein etwas weicherer Riesling mit weniger Säure als No.3. Er wurde etwas niedriger mit 14,92 Punkten bewertet.

No.5, der 2018er Riesling „Meisterstück“ trocken stammt vom rekultivierten Kapellenberg, ein robuster kräftiger und etwas kantiger sowie mineralischer und dennoch weicher Riesling.
Er wurde erst nach einer 24-stündigen Maischestandzeit abgepresst. Er spaltete die Wertungen unserer Teilnehmer und erhielt 15,5 Punkte im Schnitt, bei einer Varianz zwischen 13,5 und 17,0 Punkten.

Damit hatten wir die trockenen Mittelrhein-Weißweine des Gutes durchprobiert, und wir widmeten uns jetzt den für uns eher ungewohnten griechischen Weinen.

No.6, der 2018 Foloi Fumé ein Weißwein vom Weingut Mercouri Estate (Ilias) aus der Rebsorte Roditis zeigte Schmelz und wirkte etwas fett und breit., im Hintergrund schmeckte man etwas Holz.
Er erhielt 14,5 Punkte im Schnitt.

No.7, 2018er Eukereia von Olympic Estate aus der bekannten Sorte Assyrtiko sowie Malgousia, ebenfalls aus dem Ilias-Gebiet, zeigte verhaltene Frucht und war etwas kurz. Er war für uns schwierig zu bewerten und erhielt 14,41 Punkte.

No.8, 2018er Oreino Monopati ebenfalls von Olympic Estate, eine Cuvée der internationalen Sorte Chardonnay mit der einheimischen Assyrtiko, ein etwas breiter Wein mit wenig Säure. Er erhielt 14,32 Punkte bei einer Varianz von 4,5 Punkte (12,5 -17,0), was ein Zeichen ist, dass wir solche Weine nicht gewohnt sind.

No.9, 2018er Kallisto von Mercouri Estate, eine reiner Assyrtiko konnte da eher gefallen.
Der interessante, dichte Wein wies eine zarte Herbe auf.
Er erhielt 15,5 Punkte im Schnitt, bei einer Varianz von 14,0 bis immerhin 18,0 Punkten.

Das war der letzte Weißwein.

No.10, 2014 Pheidas von Olympic Estates, eine Cuvée aus Agiorgiko und dem internationalen Merlot, wies Kirsch-, Himbeer- und leicht grasige Töne auf. Wir werteten ihn mit 14 ,46 Punkten.

Mit No. 11 kamen wir mit dem ersten Rotwein zurück zum Mittelrhein: ein 2018er Engehöller Bernstein Spätburgunder vom Weingut Lithos. Dieser Wein wurde in gebrauchten Barriques ausgebaut und war noch etwas verschlossen, ein gradliniger Spätburgunder mit würzigen Tönen von roten Früchten. Mit einer geringen Varianz bekam der Wein 15,58 Punkten und zählte damit zu den höchstbewerteten des Abends.

No.12 der 2016er Anonimo aus der Rebsorte Agiorgitiko, der vom Großvater in Griechenland in der Region Nemea nach den Maßgaben von Christos Theodoropoulos ausgebaut wurde. Würzige Frucht, rote Beeren, etwas Kirsche zeichneten diesen sauberen und dichten Wein aus.
Er wurde mit 15,25 Punkten (13-16) recht hoch bewertet,

No.13, 2004er Nemaea, ein Argiorgitiko vom bekannten Weingut Boutari zeigte das Alterungspotential dieser griechischen Rebsorte auf. Ein sauberer, gut gemachter und gereifter Wein. Wenn er auch nicht mehr ganz auf dem Höhepunkt war, bekam er doch 15,0 Punkte.

 No.14, 2016 Antaris von Mercouri Estates (Ilias) aus der schon im August reifenden Avgoustiatis und der französischen Sorte Mourvedre  zeigte einen schönen, dichten Rotwein mit Schmelz, Kraft, einem festen Tannin, der aber nicht jedem gefiel. Bei Wertungen zwischen 13,0 und 16,5 Punkten ergab sich ein Mittelwert von guten 15,33 Punkten.

No.15, 2015 “Cava” von Mercouri Estates aus Refosco und Mavrodaphne war mit 17,5 Punkten der Favorit des Chronisten, ein dichter, fruchtiger und straffer Wein mit würziger Frucht und Beerenaromen. Im Schnitt ergab sich aber ein Wert von 15,5 Punkten.

Wir sind gespannt, wie sich die Weine einer weiteren Griechenlandprobe im Herbst präsentieren…

Verfasser Wilfried

Abgelegt unter Allgemeines, Eigene Veranstaltungen, Probenberichte 2020 | Keine Kommentare »

Weinprobe mit dem Weingut Wagner Stempel, Siefersheim am 25.06.2020

Erstellt von Dieter am Mittwoch 5. August 2020

Die Probe wurde vorbereitet und durchgeführt von Herrn Oliver Müller vom Weingut Wagner Stempel.

Das Weingut wurde gegründet im Jahr 1845, ist ein reiner Familienbetrieb und bewirtschaftet insgesamt 20 ha von denen derzeit ca., 55 % mit Riesling, 25 % mit weißen Burgundersorten, 10 % mit Silvaner, 5 % mit Sauvignon Blanc, und Scheurebe und 5 % mit Spätburgunder angepflanzt sind, Die Böden um Siefersheim (quasi die Brücke zwischen Rheinhessen und Nahe) sind vulkanischen Ursprungs und deshalb vorwiegend Porphyr (im Unterschied zum sonst in Rheinhessen eher dominierenden Kalkstein). Das Weingut baut praktisch ausschließlich trockene Weine aus.

Zu den Weinen:

Wein 1: 2015 TIRIUS (Sekt) Blanc de Blanc Brut nature

12 % Alk., 0,8 g/l RZ, 10,0 g/l S

Helles, leicht roséfarbenes Blassgold, zunächst etwa hefig in der Nase, rauchige, kräutrige, zitrusfruchtige Noten, cremig, relativ schnell abklingende Perlage, etwas phenolische Struktur (lag im 500 l Holzfass), versektet durch Raumland, schöne Säure, cremig auch im Mund, geradlinig, aber nicht viel Länge.

Wein 2:   2019 Silvaner Gutswein,

12 % Alk., 5,5 g/l RZ, 7,5 g/l S

Helles Grüngold, erdige Noten, Zitrusfrucht, Johannisbeer- und Holunderblüten, ungewöhnlich fruchtig für Silvaner, im Mund weinig, moderate Säure, schlank, salzig, angenehm, aber etwas Silvaner-untypisch und mit wenig Länge am Gaumen.

Wein 3:   2019 Silvaner Reserve
12,5 % Alk., 3,2 g/l RZ, 6,7 g/l S

Kräftiges Grüngold, Nase von frischem Eichenholz geprägt, etwas pflanzliche, gemüsige Noten, im Mund mehr Körper als der Gutswein, auch hier deutliche Eichenaromen, eher noch säuremilder, aber mehr Gewicht und Länge, leicht pflanzenbitter im Abgang.

Wein 4:   2019 Weissburgunder Gutswein

12 % Alk., 4,8 g/l RZ, 6,4 g/l S

Helles Grüngold, birnige Nase, weiße Blüten, etwas rauchige Noten, im Mund sehr säuremild, geradlinig, etwas dienende Restsüße spürbar, einfacher, korrekter Wein.

Wein 5:   2019 Weißburgunder Reserve

13 % Alk., 2,9 g/l RZ, 6,4 g/l S

Etwas kräftigeres Grüngold, wieder deutliche Holznoten, Zitrusfrucht, etwas Muskatnuss, im Mund deutlich würziger als der Gutswein, das Holz besser eingebunden als beim Silvaner Reserve, hat Körper und Frische.

Wein 6:   2019 Sauvignon Blanc Gutswein

12 % Alk., 3,7g/l RZ, 6,9 g/l S

Helles Blassgold, starke, fast extreme Johannisbeer- und Holunderblütennoten in der Nase, im Mund seifige Textur, cremig, frische Säure, gute Länge.

Wein 7:   2019 Sauvignon Blanc Reserve

12,5 % Alk., 2,4g/l RZ, 6,9 g/l S

Etwas kräftigeres Grüngold, leichte Holzwürze (Ausbau in Akazienholzbarriques) Johannisbeerblüte, deutlich komplexer in Nase und Mund als der Gutswein, mundwässernde Säure, gute Fülle, etwas phenolische Struktur, gelbfruchtig auch im Mund, gute Länge.

Wein 8:   2019 Riesling Gutswein

12 % Alk., 5,1 g/l RZ, 8,2 g/l S

Jugendliches Grüngold, fast exotische Frucht, noch leicht hefig, rauchig, kräuterwürzig, schlank im Mund, schöne Säure, etwas dienende Restsüße spürbar, gute Würze.

Wein 9:   2019 Siefersheimer Riesling Porphyr

12,5 % Alk., ca 4,7 g/l RZ, 8,2 g/l S

Glänzendes Grüngold, gelbe, rauchig – kräutrige Nase, etwas Pfirsich, im Mund viel Schmelz, knackige Säure, schöne Cremigkeit, noch etwas verschlossen, purer, trockener als der Gutsriesling.

Wein 10:   2019 Siefersheimer Riesling Rotliegend

13 % Alk., 4,8 g/l RZ, 7 g/l S

Glänzendes Grüngold, gelbfruchtige Nase, sehr duftig, Blüten, im Mund fülliger, nicht so säurebetont wie der Riesling vom Porphyr, etwas mehr Restsüße merkbar, mildere Säure, rund, weinig, gute Länge, aber etwas gefällig.

Wein 11:    2019 Siefersheimer Riesling Melaphyr

12 % Alk., 3,4 g/l RZ, 8,4 g/l S

Glänzendes Grüngold, rauchige, fast verbrannte Noten in der Nase, viel Kräuterwürze, eher zurückhaltende Frucht, viel Würze, sehr pur, säurebetont durchaus fordernd, fast karg, schöne Würze, gute Länge.

Wein 12:   2018 Riesling GG Höllberg

13 % Alk., 2,5 g /l RZ, 6,5 g/l S

Reifendes Grüngold, rauchige, gelbfruchtige Nase, Kräuterwürze, im Mund viel Fülle, eher milde Säure, nicht so puristisch wie der Riesling vom Melaphyr, aber sehr cremig, mit guter Harmonie und Länge

Wein 13:   2018 Riesling GG Heerkretz

13 % Alk., 1,3 g /l RZ, 7,5 g/l S

Helles Grüngold, sehr kräuterwürzige, erdige Nase, kühler, mehr Phenolik, Säure und Frucht im Mund, sehr würzig-salzig, mehr Ecken und Kanten als das GG vom Höllberg

Wein 14:   2017 Riesling GG Scharlachberg (komplett im Edelstahl ausgebaut)

Reifes Grüngold, schon etwas gereifte Nase, minzig, schiefrig, viel Würze, schlank, knackige Säure, fordernd und kraftvoll zugleich, kernig, markant anders als die Siefernheimer Weine, sehr pur.

Wein 15:   2015 Riesling A.D.M.

Kräftiges Goldgelb, Nase nach Honig und Quitte, nussig, im Mund enorme Fülle, etwas Eichenholz merkbar, schöne Säure, viel Schmelz, Würze und Cremigkeit, nicht gerade tänzerisch, sondern viel von allem, eher als Essensbegleiter geeignet, speziell, aber mit individueller Persönlichkeit.

Bruderschaftsmeister Dieter Ockelmann bedankte sich im Namen der Weinbruderschaft für die sehr gut zusammengestellte Probe und seinen engagierten Vortrag bei Herrn Müller.

Verfasser:  Bernd Kögler

Abgelegt unter Probenberichte, Probenberichte 2020 | Keine Kommentare »

Weinprobe mit Weinen aus Westhofen am 28.05.2020

Erstellt von Dieter am Mittwoch 5. August 2020

Nach über 2 Monaten Corona-Lockdown konnte wir endlich wieder eine Weinprobe durchführen. Allerdings mit entsprechenden Hygiene- und Abstandsregeln. Dadurch ist leider auch die Anzahl der Teilnehmer begrenzt. Aber glücklicherweise wurde die Höchstzahl an möglichen Teilnehmern bei dieser Probe noch nicht erreicht.

Nach unserem vorher geplanten Probenprogramm hätten wir eine Probe mit dem Weingut Manz duchgeführt, aber wegen der Corona-Pandemie wurde diese Probe vom Weingut abgesagt. Deshalb haben wir unsere im April ausgefallene Probe „Westhofen“ nachgeholt, da die Weine schon vorhanden waren.

Westhofen  gehört zum Bereicht Wonnegau und liegt im Rheinhessischen Hinterland, etwas  10 km vom Rhein entfernt. Vor 40 Jahren galt es noch als unbekanntes Weingebiet. In einem Weinführer von damals stand  über das inzwischen hochrenommierte Weingut Keller: Das Weingut macht sehr gute Weine, aber es fehlen ihm die großen Lagen. Die damaligen „unbedeutenden“ Lagen wie Westhofener Aulerde oder Morstein zählen heute zu den deutschen Spitzenlagen, beim VDP als Große Lage anerkannt. Und das Weingut Keller verkauft heute mit dem „G-Max“ den teuersten und gefragtesten trockenen Wein. Daran sieht man, dass es Rheinhessen inzwischen geschafft hat, der Weinwelt zu beweisen, dass heute von engagierten Winzern aus diesen Lagen Spitzenweine produziert werden.

Westhofen ist ein Ort im Wonnegau mit ca 3.200 Einwohnern und etwa  15 bis 20  Winzerbetrieben. Mit 787 ha bestockter Rebfläche, davon 75 Prozent Weißwein- und 25 Prozent Rotweinsorten ist es die zweitgrößte Weinbaugemeinde Rheinhessens.

Die Weinlagen des Ortes sind:

Morstein, 151 Hektar, Meereshöhe: 150-240 m, Löß, Kalkstein, Mergel, sandiger bis steiniger, toniger Lehm, 80% hängig, 20% flach, Exposition: Süd

Brunnenhäuschen, 31 Hektar, Meereshöhe: 185-240 m, Gehängelehm, steiniger, sandiger bis toniger Lehm, 100% hängig, Exposition: Süd

Steingrube, 145 Hektar, Meereshöhe: 140-180 m, Löß, Kalkstein, sandiger bis steiniger Lehm, 80% hängig, 20% flach, Exposition: Süd

Kirchspiel, 43 Hektar, Meereshöhe: 140-200 m, Löß, Gehängelehm, sandiger bis toniger Lehm, 5% steil, 90% hängig, 5% flach, Exposition: Süd

Aulerde, 102 Hektar, Meereshöhe: 130-200 m, Löß, Gehängelehm, sandiger bis toniger Lehm, 60% hängig, 40% flach, Exposition: Südsüdost

Benn, 7 Hektar, Meereshöhe: 140-180 m, Löß, sandiger Lehm, 80% hängig, 20% flach, Exposition: Süd

Rotenstein, 304 Hektar, Meereshöhe: 140-170 m, Löß, Lehm, sandiger bis steiniger Lehm, 70% hängig, 30% flach, Exposition: Nordost bis Ost

(Die Lagen, von denen wir Weine verkostet haben, sind fett gedruckt.)

Unser Weinbruder Oliver hat es noch kurz vor dem Corona-Lockdown geschafft  für uns bei den fünf Westhofener Weingütern  Katharina Wechsler, K.F. Groebe, Wittmann, Seehof und Hirschhof  eine repäsentative Probe der Weine aus dem Ort zusammenzustellen.

Obwohl eigentlich unser Focus auf  Riesling-Weinen  lag, musste auch ein Silvaner in die Probe. Vor 100 Jahren war in Rheinhessen 2/3 der Fläche mit Silvaner bepflanzt und auch heute noch ist es das weltgrößte Anbaugebiet für diese Rebsorte (noch vor Franken). Aber nicht diese statistischen Werte waren der Grund dafür, einen Silvaner in unsere Probe aufzunehmen sondern seine besondere Qualität.

Deshalb war unser erster Wein der

1.    2017  Westhofener Silvaner, Alte Reben vom Weingut Katharina Wechsler.

In der Nase Stein- und Kernobst, nussige, pflanzliche, und Kräuter-würzige Noten. Reife Frucht mit hoher Mineralität, sehr salzig, aber auch leicht cremig, deutliche, aber sehr gut eingebundene Säure, durch die Maischestandzeit eine zarte Herbe. Ein langer Nachhall.

Die Reben, die über 40 Jahre alt sind, stehen auf einem 1 ha großen Weinberg, der durch eine Sandsteinmauer umsäumt ist und deshalb auch den Zusatznamen „Clos Kathrin“ trägt. Aufgrund des Alters der Reben wird nur ein niedriger Ertrag erreicht. 12 h Stunden Maischestandzeit  als Ganztraube und ein langes Hefelager erzeugen eine vielschichtige Cremigkeit und Eleganz.

Der zweite Wein war dann aber ein Riesling.

2.       2018  Riesling “1763” vom Weingut K.F.Groebe

Würzige, etwas exotische Nase, gelbe Pfirsiche, Aprikose, Citrus, etwas florale Noten. Im Mund dann weicher, vollmundiger und saftig durch eine zarte Süße, dazu eine frische, harmonische Säure.

Dieser Wein ist der Lieblingswein des Winzers, der durch die leichte Restsüße recht charmant daher kommt (ohne süß zu schmecken).

Weiter ging die Probe mit dem

3.   2018  Riesling trocken vom Weingut Katharina Wechsler

In der Nase Steinobst, Grapefruit, Pfirsich und Citrus, am Gaumen dann klar und schlank, feine Mineralik, delikate Frucht nach Pfirsich und Apfel und eine gut eingebundene Säure.

Die Trauben stammen aus den Westhofener Lagen Benn, Kirchspiel sowie Aulerde und dem Osthofener Goldberg von Löss- und Lehm-Böden. Ausgebaut wurde der Wein in Edelstahl

Nun folgten zwei Rieslinge vom gleichen Winzer:

4.   2018  Riesling trocken vom Weingut Wittmann

In der Nase gelbe und weiße Früchte, Pfirsich, sehr reife Zitrusfrucht, im Mund dann klare Frucht Stachelbeere Pfirsich, Mirabelle, Birne, Citrus, Grapefruit mit zarter salziger Kalksteinmineralik, dabei eine  elegante Säurstruktur. Ein rheinhessen-typischer Gutswein.

Die Trauben stammen von den Westhofener kalkhaltigen Böden, Ausgebaut wurde der Wein im großen Holzfass.

5.    2018  Wittmann, Riesling “vom Kalkstein” vom Weingut Wittmann:

In der Nase wieder gelbe Früchte, Zitrus, am Gaumen dann aber deutlich reifer und fülliger, dabei aber auch eine elegante Struktur, feine Kräuter-Noten, eine leicht salzige Kalksteinminmeralik und eine langer Nachhall.

Eine Steigerung des Gutweines, da auch Trauben aus den großen Lagen verwendet wurden.

Eine Qualitätsstufe höher folgten dann drei weitere Rieslinge als Ortsweine:

6.    2018  Westhofener Riesling “vom Kalkstein” vom Weingut Seehof

In der Nase reifes Steinobst, Apfel, Birne und Pfirsich, im Mund dann gelbe Früchte, Pfirsich, Ananas und leicht kräutrige Noten mit einem gut eingebundenem Säuregerüst. Im Vergleich zum Wein Nr. 5, dem Riesling Kalkstein vom Weingut Wittmann, recht weich mit einer leichteren Struktur.

7.    2018  Westhofener Riesling vom Weingut K.F.Groebe

Im Bukett etwas pflanzliche und florale Noten, exotische Früchte, Steinobst und Zitrus, am Gaumen mineralische Anklänge, reife, weiche Frucht, gelbe Früchte, etwas Pfirsich, Mirabelle, Zitrus, zarte Süße und eine saftige Säure.

Die Reben stammen aus den Lagen Aulerde und Kirchspiel und wurden nach ca. 6 Std Maischstandzeit abgepreßt, durch Sedimantation geklärt und im Holzfass spontan vergoren und ausgebaut. Nach lager Lagerung auf der Feinhefe wurde abgefüllt.

8.    2018  Westhofener Riesling trocken vom Weingut Wittmann

In der Nase Sommerapfel, Zitronengras, reife Zitrusfrucht, Quitte, Grapefruit, im Mund dann viel Druck aber auch Eleganz, salzige Mineralik, gelbes Steinobst, Pfirsich, Grapefruit, Orangenschale, reife Quitte, dazu kommt eine delikate Säure.

Die Reben stammen den Lagen für das Große Gewächs und sind im Edelstahl und im Stückfass (1.200 l) ausgebaut. Da die 0,75 l-Flaschen ausverkauft waren mussten wir die Magnum-Große verkosten, was aber sicher vorteilhaft war.

9.    2018  Westhofener Kirchspiel, Riesling vom Weingut Seehof

Der Wein hat ein Bukett nach gelben Früchten, deutlich Pfirsich, etwas Birne und Mirabelle, im Mund dann wieder die gelben Früchte, eine zarte Mineralität und eine lebendige Säure. Wie bei den anderen Weine dieses Weingutes ein recht ruchtiger Wein, aber eine leichtere Struktur.

10.    2018  Westhofener Aulerde, Riesling Großes Gewächs vom Weingut    K.F.Groebe           

Der Wein zeigt ein vielschichtiges Bukett von Pfirsich und reifen Aprikosen, Mirabelle und Birne, im Mund dann ein enormes Fruchtspiel mit feiner Mineralik und opulenter Länge im Abgang. Ein Wein zeigt sich noch etwas verhalten, wird aber zu Recht als Großes Gewächs geführt mit seiner Opulenz, weichen Säure und dem Stil des Weingutes entsprechend mit etwas mehr Süße.

Die Trauben stammen aus einem Weinberg mit über 50 Jahre alten Reben im Zentrum der Lage Aulerde. Nach schonender Kelterung erfolgte die Spontanvergärung und der weitere Ausbau im 1200 l Stückfass.

11.    2018  Westhofener Benn,  Riesling vom Weingut Katharina Wechsler

In der Nase reife gelbe Früchte mit kräutrig-pflanzliche Noten, am Gaumen dann saftige, recht mineralische Frucht, (Pfirsich, Mirabelle, Aprikose) und wieder leicht kräutrig-pflanzliche Noten. Dazu eine straffe, frische Säure, die den Wein sehr schlank wirken lässt. Der Wein hat weniger Alkohol und mehr Säure als die beiden anderen Lagenweine und wirkt dadurch recht straff und schlank, ohne dünn zu sein

Der Wein stammt aus der 7 ha großen Monopollage Westhofener Benn.

12.    2018  Westhofener Morstein, Riesling Auslese vom Weingut Hirschhof

Würziges Bukett von reifen Stachelbeere, Mirabelle, Pfirsich, exotischen Früchen, im Mund dann weiche, runde, würzigere Frucht mit reifer Stachelbeere, gelben Früchten, Pfirsich, Trockenobst, Orangenschale dazu dezente Süße und Honig. Der Wein hat einen recht dichten, harmonischen Körper aber wirkt etwas breit und füllig, zeigt weniger Frische.

Damit waren wir am Ende dieser sehr gut zusammengestellten Probe angekommen und wollen unserem Weinbruder Oliver dafür danken, dass er sich die Mühe gemacht hat uns diese Probe vor Ort zu besorgen.

Zu den Weingütern:

Weingut Katharina Wechsler

18 ha, ca. 120.000 Flaschen, 40% Riesling, 30% Burgundersorten. 10% Scheurebe, 6% Silvaner, 14% übrig Sorten

Mitglied  Maxime Herkunft

Weingut Wittmann

28 ha, ca. 180.000 Flaschen, 70% Riesling, 20% Burgundersorten, 5% Silvaner, 5% übrige Sorten

Mitglied: VDP, Naturland, Message in a bottle, Respekt Biodyn

Weingut K.F.Groebe

8,5 ha, ca, 50.000 Flaschen, 70% Riesling, 18% Burgundersorten, 12% Silvaner

Mitglied: VDP

Weingut Seehof, Familie Fauth

16,5 ha, ca. 80.000 Flaschen, 32% Riesling, 28% weiße Burgundersorten. 9% Müller Thurgau, 7% Scheurebe, 7% Silvaner, 7% Spätburgunder, 10% übrige Sorten

Mitglied  Maxime Herkunft, Message in a bottle

Weingut Hirschhof, Familie Zimmer

30 ha, 220.000 Flaschen, 35% Riesling, 30% Burgundersorten. 20% rote Sorten, 15% übrige Sorten

Mitglied  Ecovin

Verfasser: Dieter

Abgelegt unter Probenberichte, Probenberichte 2020 | Keine Kommentare »

Weinprobe mit dem Weingut Dr.Loosen, Bernkastel am 27.02.2020

Erstellt von Dieter am Samstag 21. März 2020

Da normalerweise bei Verkostungen nur die neuesten Jahrgänge präsentiert werden, haben wir uns gefreut, dass es wieder gelungen ist, eine Horizontal-Verkostung über mehrere Jahrgänge vorgestellt zu bekommen. Dieses Mal hatte sich das Weingut Ernst Loosen aus Bernkastel bereit erklärt, uns verschiedene Weine aus mehreren Jahrgängen zu präsentieren. Als Vertreter des Weinguts war Desiree Schröder gekommen – die sich allerdings zu uns durchkämpfen musste, da die Autobahn durch die Eifel, plötzlich durch massiven Schneefall blockiert wurde. Sie hatte aber den Mut behalten und kam – wenn auch mit deutlicher Verspätung – bei uns unversehrt an, bevor die Autobahn ganz gesperrt wurde.

So konnten wir doch vier unterschiedliche Jahrgänge der folgenden Lagen verkosten:

Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Erdener Treppchen Kabinett

Die Weinprobe startete mit der Lage Graacher Domprobst:

Direkt über dem Ort Graach gelegen befindet sich in sehr steiler Südsüdwest-Ausrichtung der Graacher Dompropst. Er wird vom Graacher Himmelreich umgeben und stellt so das Herzstück der Graacher Lagen dar. Seinen Namen Domprobst erhielt er, da dem Trierer Dompropst früher ein Drittel des Weinzehnten von Graach zustand.
Durch seine Topografie ist der Dompropst gut gegen Wind und Frost geschützt. Die Erwärmung des sehr steinigen Devonschiefer-Verwitterungsbodens bewirkt eine gleichmäßige Reife der Trauben. Viele Wasseradern im Weinberg können die Rebstöcke gut mit Wasser versorgen. Die Steillage Dompropst ist aufgrund der sehr guten Weinqualitäten als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert.

1          2018   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit grünen Reflexen zeigt in der Nase würzige, etwas exotische Frucht, am Gaumen gelbe Früchte, Pfirsich, Mirabelle, sehr dicht, weichere Säure, mehr Süße, im Abgang dann zarte Adstringenz. Jahrgangsbedingt ein Wein mit mehr Fülle und Restsüße

2          2017   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, in der Nase reifer Pfirsich, Golden Delicius, Birne, Mirabellen, dazu etwas Grapefruit, am Gaumen dann sehr extraktreich mit Kraft, animierender Säure und der moseltypischen Schiefernote. Hat noch mehr Fülle als der 2016’er Domprobst.

3          2016   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, feines Bukett von Früchten wie weißer Pfirsich, Apfel, Birne, Mirabellen, dazu etwas Limettenaroma, am Gaumen dann deutliche, salzige Mineralik, sehr pikante, mundfüllende Säure., Ein eleganter, mineralischer, vielschichtiger Riesling.

4          2015   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit zart grünen Reflexen, Florale Noten, Stein- und Steinobst, etwas Citrus im Bukett, im Mund auch noch feine Kräuter-Noten und dichte Frucht, feine, weichere Säure. Hat aber nicht die Eleganz und Mineralik wie der 2016’er Domprobst und zeigt schon leichte Reifenoten.

Der nächste Flight brachte uns die Lage Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Die Lage Himmelreich umschließt den Graacher Domprobst und ist nach Süd-Südwest bis Südwest ausgerichtet

Durch seine Topografie ist das Himmelreich ähnlich wie der Domprobst gut gegen Wind und Frost geschützt. Der Boden besteht aus leicht erwärmbarem Blau- und Grauschiefer und bewirkt auch hier eine gleichmäßige Reife der Trauben. Viele Wasseradern können die Rebstöcke gut mit Wasser versorgen. Die Weinberge liegen auf 110 bis 260 Metern über NN und sind mit 45 bis 65 Prozent moderat steil. Teilweise stehen die Reben aufgrund ihres Alters noch in traditioneller Einzelpfahlerziehung. Der Name Himmelreich kommt vermutlich aus dem keltischen und bedeutet „kleiner Hügel“. Die Lage ist aufgrund der sehr guten Eigenschaften ebenfalls als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert. Die verkosteten Weine stammen von drei Parzellen, die sich seit 1911 im Besitz der Familie Loosen befinden und die wahrscheinlich bis zu 130 Jahre alt sind.

5          2016   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, in der Nase sehr präzise Frucht, am Gaumen sehr konzentriert, Pfirsich, Apfel, Birne, Mirabellen, Limette, deutlich salzige Mineralik, feine, elegante Säure., Ein mineralischer, vielschichtiger Riesling mit großer Raffinesse und noch etwas konzentierter und feiner als der 2016’er Graacher Domprobst.

6          2015   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, in der Nase präzise und fruchtbetont, am Gaumen vollmundig und üppig, Pfirsich, gelbes Steinobst, Ananas, Zitrusaromen und zarte Schiefer-Note, recht straffe Säure und ein langer Nachhall. Dieser 2015’er Riesling ist dichter, harmonischer als der 2016’er und zeigt eine rundere und weichere, fülligere Frucht.

7          2014   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit einem Hauch grüner Reflexe, in der Nase präzise, recht klare, gradlinige Frucht, am Gaumen dann Apfel, Birne, Pfirsich, Mirabellen und etwas Limette, eine zarte salzige Mineralik, frische Säure. Der Wein hat nicht die Finessen des 2016’er oder die Fülle des 2015‘, ist aber für den 2014’er Jahrgang sehr gut

8          2013   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit einem Hauch grüner Reflexe, in der Nase fruchtbetont, am Gaumen recht vollmundig Pfirsich, gelbes Steinobst, Ananas, Zitrusaromen und zarte Schiefer-Note, recht feste Säure Dieser 2013’er Riesling ist dichter, und voller als der 2014’er und zeigt eine zarte Reife.

Der letzte Flight brachte uns dann restsüße Kabinettweine aus der Lage Erdener Treppchen

Die Lage Erdener Treppchen als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert, zieht sich gegenüber vom Ort Erden in 110 bis 260 Meter über NN entlang der Mosel. Sie ist nach Südwesten ausgerichtet und mit einer Hangneigung von 50 bis 80 Prozent recht steil. Die Rebhänge sind von wärmespeichernden Weinbergsmauern durchzogen, die Hauptrebsorte Riesling wächst in Einzelpfahlerziehung. Die Böden bestehen aus roter Tonschieferverwitterung mit hohem Gesteinsanteil. Die Lage ist nach einer vor Jahrhunderten gebauten Steintreppe benannt, die in die steilen Weinberge führt.

9          2018   Erdener Treppchen   Kabinett, Große Lage

Helles Grüngelb, Im Bukett reife, gelbe Früchte, im Mund dann weiter gelbe Früchte, Pfirsich, Aprikose, Maracuja, etwas Zitrusaromatik, feines Süße -Säure-Spiel im Abgang dann mehr adstringierende Herbe. Jahrgangsbedingt mehr Fülle und Dichte, aber weniger Säure und Finesse.

10       2017   Erdener Treppchen Kabinett, Große Lage

Helles Grüngelb, frisch fruchtig, leichte Zitrusnase, im Mund dann gelbe Früchte, Pfirsich, Aprikose, Maracuja, etwas Ananas, Zitrusaromatik, feine Mineralik, Eleganz, feines Süße -Säure-Spiel. Das war ein klassischer, eleganter und mineralischer Kabinett.  

11       2012   Erdener Treppchen Kabinett, Große Lage

Helles Gelb, leicht grünliche Reflexe, leichte Zitrusnase, etwas Minze im Mund dann gelbe Früchte, reife Äpfel, Pfirsich, Birnen, Zitrusaromatik, feines Süße -Säure-Spiel, im Abgang zarte Mandarinen-Noten. Der Wein hat eine straffe Frucht und zeigte noch keine Altersnoten.

12       2011   Erdener Treppchen Kabinett, Große Lage

Helles Gelb, leicht grünliche Reflexe, leichte Zitrusnase, etwas Orangenschale, im Mund dann reife Äpfel, Pfirsich, Birnen, Zitrusaromatik, ein Hauch Kräuter, feines Süße -Säure-Spiel, im Abgang zarte Mandarinen- und Orangen-Noten. Der Wein ist weicher, fülliger und immer noch sehr frisch.

Damit waren die drei Flights leider beendet. Es hätte noch so weitergehen können, denn die Weine wurden erstaunlich gut bewertet und selten hatten wir eine so hohe Punktung. Auch die Preisgestaltung war für diese Qualitäten sehr moderat.

Wir möchten uns deshalb beim Weingut und bei Frau Schröder herzlich bedanken, dass wir die seltene Gelegenheit bekommen haben, zu erfahren, wie gut diese Weine reifen können und bei Frau Schröder, dass sie trotz der widrigen Umstände doch zu uns gekommen ist.

Verfasser: Dieter



Abgelegt unter Allgemeines, Probenberichte, Probenberichte 2020 | Keine Kommentare »

Weinprobe Barrique-Ausbau am 16.01.2020

Erstellt von Dieter am Freitag 21. Februar 2020

Bei unserer Weinprobe um Thema Barrique-Ausbau konnte wir Herrn Florian Solymari vom Staatsweingut Weinsberg begrüßen.

Nach seiner Ausbildung zum Weinküfer (jetzt Weintechnologe) im Staatsweingut Weinsberg und dem Fachabitur studierte er dann von 2013 bis 2016 in Geisenheim und arbeitete danach in Kalifornien im Napa Valley. Als der alte Kellermeister vom Staatsweingut Weinsberg in Rente ging, bewarb er sich auf diese Stelle und wurde auch angestellt. Seit 2016 ist er dort als Kellermeister und zusätzlich auch an der Weinbauschule Weinsberg tätig.
Das Staatweingut Weinsberg ist eines von drei Staatsweingütern in Baden-Württemberg, (neben Meersburg und Freiburg – Blankenhornsberg). 40 ha werden an den Standorten Weinsberg, Gundelsheim und Burg Wildeck bewirtschaftet, die Kellerei ist in Weinsberg und hat eine Kellerkapazität von ca. 600.000 l.

Nun zum Thema Barrique-Ausbau:
Die Verwendung von Barriques (225 -228 l Volumen) zum Weinausbau war in Deutschland nicht üblich. Die Weine wurden zwar auch im Holz ausgebaut, aber in deutlich größeren Gebinden (Halbstück-Fässer, (500 – 600 l) Stück-Fässer (1000 -1200 l), Doppelstück-Fässer (2000 -2400 l) Zusätzlich wurden diese Fässer „weingrün“ gemacht, um Holztöne zu vermeiden. Ab der 70’er Jahre begannen dann einzelne Winzer mit dem Barrique-Ausbau zu experimentieren.  Die Ergebnisse wurden sehr kontrovers diskutiert und die Weine wurden bei der amtlichen Weinprüfung als untypisch abgelehnt. Sie wurden deshalb als Land- oder Tafelweine vermarktet, da bei ihnen keine amtliche Weinprüfung erforderlich ist. Im Oktober 1986 haben sich sechs Winzer aus Württemberg unter dem Namen Hades zusammengeschlossen, um gemeinsam Erfahrungen damit zu sammeln und den Ausbau im Barrique zu fördern.
Der Name Hades für die Gruppe hat nichts mit dem griechischen Gott der Unterwelt zu tun, sondern ist aus den Initialen der Mitglieder zusammengesetzt: H = Fürst zu Hohenlohe, A = Graf Adelmann, D = Drautz – Able, E = Ellwanger, S = Sonnenhof und Staatsweingut Weinsberg.
Der Einsatz von kleinen Holzfässern aus französischer oder schwäbischer Eiche war die Basis für die Gruppe, aber es wurden noch weitere Kriterien zur Steigerung der Weinqualität vereinbart, so z.B. reduzierter Ertrag für extraktreiche Weine, gesundes und reifes Lesegut. Bei Rotweinen wird darauf geachtet, dass auch eine ausreichende Menge von Tanninen und Farbstoffen für die anschließende Holzfasslagerung vorhanden ist. Die fertigen Weine werden innerhalb dieser Gruppe verkostet und dürfen nur nach Freigabe in der charakteristischen Schlegelflasche abgefüllt werden.

Um eine Holzaromatik zu erreichen, gibt es mehrere Verfahren;

Zugabe von Holzextrakt
Zugabe von Holzspänen (Chips)
das Ausrüsten der Tanks mit Holzlatten
und der Ausbau in Holzfässern besonders Barriques
Während bei den ersten drei Verfahren der Wein nur mit dem Holzgeschmack aromatisiert wird, erfolgt beim Barrique-Ausbau auch eine Microoxidation durch die Holzporen und ein teilweiser Austausch der Tannine des Weines gegen des Holzes.

Als Holz wird meistens feinporiges Eichenholz verwendet, aber teilweise auch Akazie und Esskastanie. Neben der europäischen Eiche wird – vor allem in Spanien amerikanische Eiche verwendet, die zu einer intensiveren Aromatik nach Vanille, Karamell und Gewürznoten führt.

Die Herkunft des Eichenholzes spielt eine wesentliche Rolle, da je nach den Wuchsbedingungen die Porengröße des Holzes unterschiedlich ist (bei den französischen Hölzern gilt folgende Reihenfolge: Troncais feinporig, Allier und Vogesen kleinporig, Bourgogne und Nevers mittelporig und Limousin grobporig)
Je größer die Poren sind, desto stärker die Oxidation und der Austausch von Tannine und Holzaromen.

Die für den Barrique-Ausbau verwendeten Fässer sind 225 l bzw. 228 l groß (ein wesentlicher Unterschied !, denn die 225 l-Fässer werden in Bordeaux und die etwas größeren im Burgund verwendet, die burgundischen Fässer sind etwas bauchiger als die aus dem Bordeaux)

Das Holz dafür stammt von 100 bis 180 Jahre alten, gleichmäßig gewachsenen  Eichen, die dann zu Brettern zersägt und im Freien mehrere Jahre gelagert werden  (Je 1 cm Daubenstärke 1 Jahr Lagerung) Die Bretter werden danach auf die passende Länge gebracht und an den Seiten schräg angeschnitten. Diese Bretter (Dauben) werden dann an der oberen Seite zusammengesetzt und über Feuer zum Fass gebogen. Danach werden die Fässer getoastet, (schwach getoastet 5 Min bei 120- 180°C , medium getoastet 10 Min bei 200°C und stark getoastet für 15 Min bei 230°C)
Abschließend  werden noch die Spundlöcher gebohrt, die Fassböden eingesetzt, die Fässer außen geschliffen und die Fassringe durch verzinkte Ringe ersetzt.
Ein interessantes Video zu den handwerklichen Arbeitsschritten der Fassherstellung ist unter https://pdodswr-a.akamaihd.net/swr/swr-fernsehen/im-suedwesten/899916.xl.mp4 zu finden.

Unsere Weinprobe begann mit drei Weißweinen aus der Hades-Serie:

1. 2015  Staatsweingut Weinsberg, Chardonnay, “Hades”      
Zartes Gelb, Bukett nach Apfel, Birne, Melone, im Mund dann kräftig und voluminös, leicht nussig mit rauchigen Holzaromen, aber auch etwas buttrig. Der Wein gewinnt an der Luft und verliert die Yoghurt- und Butter-Noten
Nach 36 stündiger Maische-Standzeit und Vergärung erfolgte der Ausbau für 6 Monaten in ungetoasteten, neuen  Barriques.

2. 2016  Staatsweingut Weinsberg, Fumé Blanc, “Hades”   Sauvignon blanc             
Helles Gelb, Bukett nach Birne, Quitte, etwas Cassis und Holznoten, am Gaumen dann nachhaltig mit kräftigem Körper aber etwas verhaltener, weicher, runder Frucht und leichten Holz-und Vanille-Noten.
Die Reben stehen  auf  Keupermergel mit verwittertem Kiesel-Sandstein. Nach 36 stündiger Maische-Standzeit und Vergärung erfolgte der Ausbau für 6 Monate in ungetoasteten, neuen Barriques.

3. 2018  Abstatter Burg Wildeck,  Grauburgunder, “Großes Gewächs”  Helles Gelb, Bukett nach gelber Birne, Quitte, im Mund dann vollreife Frucht, etwas Haselnuss, Honig,, Vaniile, Röstaromen. Langer Abgang. Wirkt insgsamt recht füllig und  süß im vergleich zu den beiden Weinen davor.
Die Reben stehen  in der Lage Abstatter Burg Wildeck auf  Keupermergel mit verwittertem Kiesel-Sandstein. Ausrichtung nach Süden, Steigung  14%- 40% in einer Höhe von 330 – 370 m über NN.  Nach 36 stündiger Maische-Standzeit und Spontanvergärung erfolgte der Ausbau für 6 Monate in ungetoasteten, neuen  Barriques.

Nach den Weissweinen ging es zu den Rotweine, zuerst folgten drei Spätburgunder :

4. 2015  Abstatter Burg Wildeck, “Erste Lage”, Spätburgunder  
Dunkles Rubinrot, würziges Bukett, rote Beeren, reife Kirsche, Johannisbeere, im  Mund kraftvolle, weiche Frucht, warmes Tannin, dezente Holznoten. Die Reben stehen  in der Lage Abstatter Burg Wildeck auf  Keupermergel mit verwittertem Kiesel-Sandstein. Der Ausbau erfolgte zu 30% – 40% in neuem Holz

5. 2015  Gundelsheimer Wolklenstein, “Erste Lage”, Spätburgunder Dunkles Rubinrot,  würzige, leicht rauchige Nase, im Mund dann vielschichtig, mehr Fülle, rote Beeren, Süßkirsche ,etwas reife Pflaume. Reifes Tannin, etwas mehr Holzaromatik.
Der Ausbau erfolgte zu 30% – 40% in neuem Holz

6. 2016  Gundelsheimer Himmelreich, “Großes Gewächs”, Spätburgunder
Dunkles Rubinrot, würzige, leicht rauchige Nase, im Mund dann vielschichtig, etwas üppigere aber elegante ,nicht fette Frucht, rote Beeren, Süßkirsche, Pflaume, rauchig würzige Note.

Nach den Spätburgunder-Weinen folgten zwei Lemberger- (Blaufränkisch-) Weine:

7. 2016  Weinsberger Wanne, “Erste Lage”, Lemberger
Dunkles, bläuliches Rot, im Bukett Waldbeeren, Kräuter, im Mund dann auch Süßkirsche und Pflaume mit festem Tannin und zarten Holznoten.
Der Barrique-Ausbau erfolgte zu 30% – 40% in neuem Holz

8. 2013  Weinsberger Schemelsberg, “Großes Gewächs“, Lemberger
Dunkles Rubinrot, im Bukett wieder Waldbeeren mit einem Hauch Schokolade, am Gaumen dichte, vielschichtige Frucht, Pflaume, Kirsche, ein  Hauch Pfeffer, festes, strafferes Tannin und dezente Holznoten.
Die Reben stehen  in der Lage Weinsberger Schemelsberg  auf  Lehm,  Ausrichtung nach Süd- Südwest, Steigung  35%- 40% in einer Höhe von 240 – 280 m über NN.  Auch hier erfolgte der Barrique-Ausbau zu 30% – 40% in neuem Holz.

Da Weinsberg auch ein Versuchsweingut ist, wird auch mit anderen, nicht heimischen Rebsorten gearbeitet.
Der erste Wein aus dieser Kategorie war ein typisches Bordeaux-Cuvee:

9. 2017  Staatsweingut Weinsberg, Grande Reserve,    
Cabernet Sauvignon 60%, Merlot 25%, Cabernet Franc 15%                  
Tiefdunkles, etwas blaustichiges Rot, im Bukett Pflaume, Kirsche, Brombeere und etwas Cassis, dazu etwas Vanille und Röstaromen. Im Munde dichte, vielschichtige Beerenfrucht mit kräftigem Tannin, dazu wieder Vanille und Röstaromen. Die Trauben für diesen Wein stammten vom Schemelsberg.

10. 2016  Staatsweingut Weinsberg, Syrah Reserve  
Dunkles Purpurrot, im Bukett dunkle Beerenfrüchte, etwas Kaffee, im Mund dann Brombeere, Pflaume, Kirsche. Wieder ein kräftiges Tannin, Kafffee und dezenten Holzaromen.

11. 2015  Staatsweingut Weinsberg, Nebbiolo 
Dunkles Kirschrot, im  Bukett rote Beeren, Brombeere,am Gaumen noch Kirsche, Pflaume, etwas Schokolade. Die Tanninstruktur ist deutlich härter, noch etwas adstringierend ruppig.Insgesamt leichtere Struktur, eher wie ein Nebbiolo aus dem nördlichen Piemont

12. 2012  Staatsweingut Weinsberg, Tempranillo 
Tiefdunkles Rot, im Bukett rote Beeren, Röstaromen, am Gaumen noch Pflaume, Kirsche, etwas Tabak, kräftiges Tannin mit Holz- und Röstaromen, langer Nachhall.
Zusätzlich hatten wir noch zweimal einen Sekt und einen Roséwein, die von Mitgliedern zu einem besonderen Anlass gespendet wurden und ohne Wertung liefen.

13. 2017  Dirk Kessler, Rotling Sekt, trocken, 
Müller Thurgau, Dornfelder            
Sektmanufaktur Dirk Kessler, Wintrich

14. Ralf Trautwein, Pinot – Chardonnay Sekt, brut,     
Spätburgunder, Chardonnay
Weingut Ralf Trautwein, Bötzingen               

15. 2017  Weinmanufaktur Hartmut Bick, Spätburgunder Rosé, Blanc de Noir, “440”
Spätburgunder          
Weinmanufaktur Hartmut Bick, ( Teilzeitkellermeister vom Weingut Ziereisen)

Damit endete unsere Probe. Wir hatten eine interessante Darstellung der Barrique-Herstellung und des Barrique-Ausbaus und konnten uns durch die präsentierten Weine selber ein gutes Bild machen. Die duchgängig gute Bewertung zeigt die hohe Qualität der vorgestellten Weine. Dafür möchten wir Herrn Florian Solymari herzlich danken.

Verfasser:  Dieter

Abgelegt unter Allgemeines, Probenberichte, Probenberichte 2020 | Keine Kommentare »

Weinprobe Rioja am 12.12.2019

Erstellt von Dieter am Freitag 21. Februar 2020

Die Anfänge des Weinbaus gehen in Spanien bis auf die Phönizier zurück. Heute besitzt Spanien mit 0,97 Millionen Hektar noch immer die größte Rebfläche weltweit.
Die DOCa Rioja (Denominación de Origen Calificada) liegt im Norden Spaniens, zu beiden Seiten des Flusses Ebro. Sie ist in drei große Gebiete unterteilt: Rioja Alta, Rioja Alavesa und Rioja Oriental (früher Rioja Baja) und umfasst mehr als 65.000 Hektar Weinberge.
Die Rioja wird im Norden durch das kantabrische Gebirge und im Süden durch die Sierra de la Demanda begrenzt.
Die Region verdankt ihren Namen dem “Río Oja”, einem der sieben Nebenflüsse des Ebros in diesem Gebiet, der von Süden kommend nahe der Stadt Haro in den Ebro mündet. Hier liegt auch der Mittelpunkt des Weinbaus in der Rioja. Das Hauptwirt­schafts­zentrum der Region ist Logroño.
Die Region gliedert sich in drei Teilgebiete:

Rioja Alavesa, Rioja Alta und Rioja Oriental (Baja)

1. Die Rioja Alavesa(13.229 ha) ist nördlich des Ebros zwischen Haro und Logroño gelegen; sie ist das kleinste der drei Teilgebiete. Die Weinberge befinden sich hier vor-wiegend an Südhängen.
Die Weine haben einen höheren Säuregehalt und ein ausgeprägtes Bukett. Die Niederschlagsmengen liegen bei fast 500 mm/Jahr. Die Böden sind leicht und kalkreich, locker und porös. Zu den wichtigsten der insgesamt 18 Weinbaugemeinden der Alavesa, die ca.20% der Gesamtrebfläche der Ursprungsbezeichnung “Rioja” bewirtschaften, gehören Laguardia, Elciego und Oyón.
2. Die Rioja Alta (27.637 ha) ist das eigentliche Zentrum des Weinbaus, das sich südlich des Ebros zu den Bergen der Sierra de la Demanda hin erstreckt. Hier liegen nicht nur 42% der Anbaufläche der gesamten Rioja, hier findet man auch die meisten und größten Bodegas der Region. Das Gebiet umfaßt 75 Gemeinden sowie einen kleineren Bezirk, El Ternero, der über den Ebro nach Norden in das Gebiet der Alavesa hineinreicht. Auffallend sind die hellbraunen, kalk-haltigen Lehmböden. Angebaut wird hier vorwiegend die Tempranillo-Traube. Auf Grund der höheren Lage herrscht ein kühleres Klima, das noch vom Einfluss des Atlantik bestimmt wird.
3. Die Rioja Oriental (früher Baja, 24.974 ha) schließt sich in südöstlicher Richtung an die Rioja Alta an und folgt dem Flusslauf des Ebro in Richtung Mittelmeer. Auf die 37 Gemeinden der Rioja Baja entfallen ca. 38% der Anbaufläche. Das Klima ist hier bereits merklich wärmer und trockener. 3.000 Sonnenstunden werden jährlich gezählt, es fällt nur noch ca. 370 mm Niederschlag pro Jahr. Die Erträge in diesem Gebiet sind höher als in den anderen Gebieten der Rioja. Die Weine weisen einen höheren Alkoholgrad und einen niedrigeren Säuregehalt auf. Die Durchschnitts-Temperatur ist fast 1,2°C höher als in Rioja Alta.

Die Rioja gehörte in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zu den Vorreitern in der Entwicklung einer modernen Weingesetzgebung. Im Jahre 1926 wurde der erste “Consejo Regulador” (Kontrollausschuss) gegründet und 1945 erhielt Rioja als eines der ersten Anbaugebiete Spaniens die offizielle Anerkennung als Denominación de Origen (DO, geschütztes Anbaugebiet), das im Jahr 1991 mit der Auszeichnung “calificada” aufgewertet wurde. Seither ist die Rioja Denominación de Origen Calificada (D.O.Ca.).
In der Rioja gibt es ca. 14.800 Winzer, davon 8.500 selbstständig, 6.300 in Genossenschaften o.ä. Zahlreiche kleinere Weinbaubetriebe arbeiten als Vertragswinzer für größere Kellereien.
So beziehen viele ältere Weinkellereien nur ca. 40% ihres Bedarfs aus eigenen Weinbergen. Der Rest wird von kleineren Betrieben zugekauft, die meist auch ihre festen Zulieferer sind.
Die Großkellereien kaufen entweder die komplette Ernte ganzer Weinberge oder verfügen über eigene Weingüter.
Durch die vielen Zulieferer bestehen die meisten Weine aus Cuvees verschiedener Lagen, reine Lagenweine sind noch sehr selten.
Reifezeiten:
Crianza: mindestens 12 Monate Fassreife und 6 Monate Flaschenlagerzeit
Reserva: mindestens 12Monate Fassreife und 24 Monate Flaschenlagerzeit.
Gran Reserva: mindestens 24 Monate Fassreife 36 Monate Flaschenlagerzeit.

Nun zu unseren verkosteten Weinen: Für unsere Weinprobe haben wir uns auf Die Rioja Alavesaunddie Rioja Alta beschränkt und konnten selbst für dieses Gebiet nur einen sehr kleinen Teil der Bodegas präsentieren.

1       2015  Bodegas Izadi, Crianza
Seit dem Jahrgang 2001 wird diese Crianza nur noch aus Tempranillo erzeugt. Der Ausbau erfolgt in gebrauchten Barriques. Seit dem 2005er Jahrgang wird neben amerikanischer Eiche auch französische Eiche für die Crianza verwendet, Die Fass­reife beträgt 14 Monate, danach 10 Monate Flaschenreife.
Dichter Rioja, etwas fülligere, breitere  aber saftige Frucht, festes, Spur stumpfes Tannin, Vanille und Röstaromen, etwas Kräuter-Aromen. Kein klassischer, aber moderner, weicher Crianza mit einem guten Preisleistungsverhältnis.
Bodegas Izadi,  Villabuena de Alava
Gründung 1987 in Villabuena de Alava, wo die Familie Anton schon vorher Trauben produziert hat.
Rebfläche: 178 Hektar, davon 70 Hektar im eigenen Besitz, Durchschnittsalter der Reben ca. 45 Jahren. Alle Weinberge befinden sich innerhalb des Dreiecks: Villabuena, Sama­niego und Abalos auf kalkhaltige Lehmböden.

2       2015  Bodegas Sierra Cantabria, “Eguren”, Crianza
Reiner Tempranillo, die Fassreife beträgt 14 Monate in neuen und gebrauchten Barriques aus amerikanischem und französischem Holz, danach 10 Monate Flaschenreife.
Ein dichter, fruchtiger Rioja, intensive Berenfrucht, etwas Schwarzkirsche, angenehme Würze und rauchige Noten. Etwas zarter, schlanker, mittlerer Körper. Die Frucht über­spielt die Röstnoten vom Barrique-Ausbau.
Bodegas Sierra Cantabria,  San Vicente
Gründung 1870 in San Vicente de La Sonsierra durch die Familie Eguren.
Rebfläche: ca.70 Hektar im eigenen Besitz, Durchschnittsalter der Reben bis zu 70 Jahren. Alle Weinberge befinden sich auf kalkhaltige Lehmböden.

3       2016  Bodegas Ramon Bilbao, Crianza, “Edicion Limitada”
Reiner Tempranillo, die Fassreife beträgt 14 Monate in französischen Barriques, danach 6 Monate Flaschenreife.
Dichter, sehr fruchtiger Rioja, dunkle Pflaume, Brombeere, Kirsche, fleischig und saftig, mehr Fülle, noch deutlich Holz, Vanille, Tabak, Zedernholz, noch recht junge, kantiges Tannin. Ein Rioja der modernen Stilistik.
Bodegas Ramon Bilbao, Haro
Gründung 1924 in Haro durch die Familie Bilbao Murga. 1999 wurde die Bodega durch die Familie Zamora übernommen.
Rebfläche: ca. 400 Hektar, davon 75 Hektar im eigenen Besitz. Alle Weinberge befinden sich auf kalkhaltige Lehmböden.

4       2012  Bodegas Altanza, “Lealtanza”, Reserva
Reiner Tempranillo, 18 Monate in französischen Barriques und anschließend für weitere 3 Monate im großen 22.000 l Holzfass gereift.
Dunkles Kirschrot mit etwas rubinrotem Saum, fruchtiger, eleganter Rioja, saftig reife Nase, etwas Kirsche, Brombeere, am Gaumen dunkle Frucht, Gewürze, feine, gereifte Tannine, dezentes Holz mit etwas Vanille und Mocca
Bodegas Altanza, Fuenmayor
Gründung 1998 in Haro durch Investoren gegründet.
Rebfläche: ca. 220 Hektar im eigenen Besitz.

5       2012  CVNE, Vina Real, Crianza
Eine Crianza vom traditionsreichen spanischen Weingut Compania Vinicola del Norte de Espana, auch CVNE abgekürzt. Reiner Tempranillo, stammt von hellbraunen, kalkhaltigen Lehmböden mit Kies-Schichten in einer Höhenlage von etwa 200 m angebaut. Ausbau: 14 Monate in französischen und amerikanischen Barriques, 6 Monate großes Holz.
Leuchtendes Granatrot, in der Nase Fruchtaromen von Plfaumen, Schwarzkirschen, dann zarte Röstaromen. Am Gaumen reife Früchte, Pflaume, Brombeere, Schwarzkirsche, straffere Struktur, noch etwas kantiges, festes Tannin, zarte Holz- und Röstnoten.
Bodegas CVNE ( Compania Vinícola del Norte de España)
Gründung 1879 in Haro
Rebfläche: 1000 Hektar, davon 545 Hektar im eigenen Besitz, Die Weinberge befinden am Cerro de la Mesa in der Rioja Alavesa auf kalkhaltige Lehmböden.

6       2011  Marques de Caceres, Gran Reserva
Die Gran Reserva besteht aus Tempranillo 85%, Grenache 8%, Graciano 7% und wurde 26 Monate in neuen und gebrauchten Barriques aus französischer Eiche ausgebaut, anschließend erfolgte noch 48 Monate Flaschenreife.
Granatrote Farbe, in der Nase Kirsche, Plaume, Gewürzenelke, etwas Zedernholz. Am Gaumen dann Pflaume, Kirsche, Waldbeeren und balsamische Noten, mehr Fülle festes, härteres Tannin, feines Holz mit zarten Röstnoten, Ein dichter aber auch schlankerer, straffer, maskuliner Rioja, von der Stilistik mehr die traditionelle Art
Marques de Caceres, Cenicero
Gründung 1970 durch Enrique Forner (Château Camensac).
Rebfläche: kein eigener Besitz, nur Vertragswinzer. Weinberge in der Rioja Alta (Cenicero, Elciego) und Rioja Alavesa (Lanciego); Rebalter 35-85 Jahre

7       2011  Bodegas Luis Canas, Reserva, “Seleccion de la Familia”
Das Cuvee besteht aus Tempranillo 85%, Graciano 10%, Grenache 5% .Die Trauben stammen von rund 45 Jahre alten Rebstöcken aus den besten Lagen der Rioja Alavesa. Ausgebaut wurde der Wein für rund 20 Monate in Barriques aus franzö­sischer (50 %) und amerikanischer (50 %) Eiche. Dunkles Kirschrot, im Bukett würzig fruchtig, Pflaume, Kirsche, Brombeere, Zeder, Vanille. Im Mund dann weiche, würzige Frucht, recht fleischig, saftig mit viel Harmonie. Reifes, festes Tannin, dezentes Holz, Kakao und ein sehr langer Nachhall
Bodegas Luis Canas,  Vallbuena de Alava
Gründung 1928 durch die Familie Canas
Rebfläche: 200 Hektar Vertragswinzer und 90 Hektar im eigenen Besitz. Weinberge in Rioja Alavesa; Rebalter 45 Jahre

8       2011 Granja Nuestra Senori de Remelluri, Remelluri, Reserva
Das Cuvee besteht aus Tempranillo 60%, Graciano, Grenache und etwas Viura und Malvasia. Die Trauben für den Reserva kommen aus den wichtigsten Weinbergen von Remelluri: aus drei Tälern, die nahe am Weingut liegen: Valderremelluri und Villaes­cusa, die beide zur Gemeinde Labastida im Rioja Alavesa gehören und Rivas de Tereso, das zur Gemeinde San Vicente de La Sonsierra im Rioja Alta gehört. 17 Monate im Barrique ausgebaut. (90% französische, 10% amerikanische Eiche)
Tiefes Rubinrot.
Klarer, dichter, fruchtiger aber auch eleganter Rioja, roten Beeren, Kirsche, Pflaume, etwas Gewürznoten, Zeder, festes, feinkörnigesTannin, sehr zartes Holz. Der Wein zeigt Fülle, Dichte und Struktur, vom Stil ist er ein moderner Wein, der aber trotzdem finessenreiche Noten hat und nicht aufdringlich oder marmeladig wirkt.
Bodegas Remelluri,  Bastida
Gründung 1968 durch Jaime Rodriguez, seit 2010 führt sein Sohn Telmo mit seiner Schwester das Gut.
Rebfläche: 100 Hektar im eigenen Besitz. Weinberge in ca700 m Höhe in Rioja Alavesa; bei Labastida und in Rioja Alte bei San Vicente; Rebalter 40 Jahre. Seit 2012 Bio-zertifiziert

9       2010  Bodegas Classica, Hazienda Lopez de Haro, Gran Reserva  
Die Gran Reserva besthet aus Tempranillo und Graciano, 30 Monate in französischen und amerikanischen Eichenfässern gereift, dann 36 Monate Flaschenreife.
Helles Kirschrote mit ziegelrotem Rand.Dichter, fruchtiger Gran Reserva, reife Früchte, Gewürzpflaumen, Kirschen, Mokka und Vanille, leicht balsamisch, deutliche, Spur oxidative Reifenoten, etwas Bretanomyces, feine Säure und ein reifes Tannin mit Kaffee, Vanille- und Rösttöne. Das war der traditionelle, klassische alte Rioja.
Bodegas Classica, Hacienda Lopez de Haro, San Vincente
Das Weingut gehört seit 1999 zur Vintae-Gruppe
Rebfläche: ? Die Weinberge für den Gran Reserva befinden bei San Vincente.

10     2010  Bodegas Lan, Gran Reserva
Kirschrot mit leicht violetten Reflexen.
Klarer, dichter, gradliniger, sehr fruchtiger Rioja, deutliche Prmäraromen, rote Beeren, Pflaume, etwas Kompott, festes, reifes, süßes Tannin, mehr Holz, Vanille, aber recht harmonisch eingebunden. Der Wein gewinnt an der Luft. Dieser Wein ist ein Beispiel die den modernen, internationalen Stil.
Bodegas Lan, Fuenmayo
Gründung 1973, nach mehreren Besitzerwechseln jetzt im Besitz von Sogrape
Rebfläche: 72 Hektar im eigenen Besitz, zusätzlich Vertragswinzer.

11     2009  Bodegas La Rioja Alta, Vina Ardanza, Reserva
Die Reserva stammt aus dem 30 Jahre alten Anwesen Vina Ardanza. Der Tempranillo (80%) reifte über 36 Monate in 4 Jahre alten Barriques und der Grenache (20%) eben­falls in gebrauchten Barriques über 30 Monate. Anschließend noch 36 Monate Flaschenlagerung.
Mittleres Rubinrot mit leichten Orangetönen am Rand
Klarer, dichter und eleganter, filigraner Roja mit zarter Reife. Ein intensives Bouquet nach Aromen von Kirsche, Pflaume, schwarzem Pfeffer, Zimt, Tabak-Blättern und Hauch Vanille-Noten, dann am Gaumen wieder Kirsche, Pflaume, Trockenpflaume, dunkle Beeren, etwas Leder. Dazu eine fein integrierte Säure, ein festes, seidiges, reifes Tannin und zarte Holznoten mit etwas Vanille, Kokos, Zimt. Das ist noch der klassische, recht traditionelle, elegante Rioja, der nicht satt macht und zum Weitertrinken verleitet.
Bodegas La Rioja Alta, Haro
Gründung 1890 von 5 baskischen Winzern, inzwischen der bekannteste traditionelle Produzent.
Rebfläche: 450 Hektar im eigenen Besitz

12     2005  Bodegas Faustino Martinez, Faustino I, Gran Reserva
Die Gran Reserva ist ein Cuvee aus Tempranillo, Graciano und Mazuelo (Carignan)
Die Weinberge für den Gran Reserva befinden in Rioja Alavesa bei Oyón und Laguardia.
Ausgebaut wurde der Wein für rund 28 Monate in Barriques. Davon waren rund 80 Prozent amerikanische Eiche, der Rest französische Eiche.
Dichtes Rubinrot und karminroten Reflexen.
Weicherer, reifer und harmonischer Gran Reserva in der Nase mit Aromen von Brombeeren, Kirschen, Trockenpflaume, Feige, Vanille. Am Gaumen mittlere Länge, wieder Kirschen, Trockenpflaume, Vanille, Zimt, Spur Bitterschokolade, noch recht festes Tannin, wird an der Luft aber schon etwas müde.
Bodegas Faustino, Oyon
Gründung 1861 in Oyon von der Familie Martinez.
Rebfläche: 500 Hektar im eigenen Besitz. Die Bodega ist bekannt für ihre große Produktion an Gran Reserva-Weinen.

In der Probe konnte nur ein kleiner Querschnitt über die Qualitäten von Crianza über Reserve bis zu Gran Reserva und über einen Teil der Weingüter gegeben werden. Mit den bekannten Gütern hätten noch drei bis vier weitere Proben bestückt werden können. So beschränkt die Auswahl darauf, das Gebiet der Rioja Alta und Rioja Alavesa einigermaßen abzudecken.
Bei den Verkostern gab es intensivere Diskussionen, ob die neuere, internationalere Ausbauart noch den Rioja-Wein so repräsentieren kann wie die traditionelle Ausbauart. Sicher sind die traditionellen Weine wesentlich typischer für Rioja. Der internationalere Typ ist deutlich leichter austauschbar mit anderen Weinen.

Verfasser: Dieter

Abgelegt unter Allgemeines | Keine Kommentare »

Weinprobe “Was ist Terroir” am 21.11.2019

Erstellt von Dieter am Freitag 21. Februar 2020

Wenn bei Wein von Terroir die Rede ist, dann hat jeder seine eigene Vorstellung davon, aber keiner weiss genau, was Terroir eigentlich ist.
Deshalb hatten wir Herrn Ing, C.Presser vom Hessischen Dezernat Weinbauamt in Eltville als Fachmann zu uns eingeladen.
Sein Aufgabenbereicht umfasst den Weinbau im Rheingau und an der  Hessischen Bergstraße, sodass er sich mit dem Thema Terroir bestens auskennt.
Zum Terroir gehören nicht nur Lage, Klima und Boden, wie oft vereinfacht behauptet wird, sondern auch der Winzer und die Anbau- und Ausbauart.
Fixe bzw. langfristige Parameter des Terroirs sind Lage, Klima, Boden und Anbau, die variablen sind der Winzer und der Ausbau der Weine.

Bei den Böden sind drei wesentliche Typen im Rheingau vorhanden: Sand- und Schiefer-artige Böden. Hier gehört auch der Taunusquarzit dazu, ein Sandstein, der durch Druck und Kieselsäure verfestigt wurde, Diese Böden sind neutral bis sauer. Als zweite Bodenart kommt dann Kalkstein. Hier sind die Böden alkalisch und als dritter Typ die Löss- und Tonböden, die durch den Kalkanteil auch leicht alkalisch sind.

Diese drei Bodentypen stehen in einem Dreiecksverhältnis: Sand steht für hohe Säure im Wein, Kalk für Weichheit und Ton für Fülle und Körper. Zwischen diesen drei Extremwerten bewegen sich die entsprechenden Weine.
1A     Der Sandstein ist recht neutral im pH und verwittert zu grobkörnigem, sehr nährstoffarmen Substrat. Die Säure wird nicht gepuffert und ist dadurch stärker, die Mineralik aber schwächer ausgeprägt. Im Aroma überwiegen blumige Noten, Apfel, Zitrus und Grapefruit, aber weniger gelbfruchtige Noten von Pfirsich, Maracuja, Honigmelone usw. Auch die Bitternoten sind nicht ausgeprägt
1B    Bei Schiefer führt der kalkfreie, leicht saure Boden zu einem Geschmacksprofil mit spritziger Säure, mehr Mineralik und blumigen, gelbfruchtigen Aromen (Pfirsich, Aprikose, Mango, Maracuja, Honigmelone und Honig sowie Karamel, auch etwas Zitrone, Grapefruit, Apfel.
1C    Bei  Taunus-Quarzit ist der Boden neutral bis leicht sauer und verleiht dem Wein spritzige Säure und Mineralität. Von den Fruchtaromen überwiegen Zitrus, Grapefruit, Apfel und grüne Noten. Pfirsich, Aprikose, Mango, Maracuja, Honigmelone und Bitternoten sind dagegen schwächer ausgeprägt.
2       Kalkstein-Boden, der alkalisch ist führt dazu, dass die Säure gepuffert und dadurch weicher wird. die Mineralik dagegen ist weniger ausgeprägt. Das Aroma ist nicht so blumig und gelbfruchtig, dafür kommen mehr Apfel, Citrus und Grapefruit und  auch die Bittertöne stärker durch.
3A     Auf den kalkhaltigen und sehr nährstoffreichen Lössböden hat die Rebe alles, um üppige Weine zu produzieren. Säure und Mineralik sind ebenso wie grüne Aromen nicht ausgeprägt, dafür aber ist fast das gesamte Aromaspiel von blumig über Honigmelone, Mango, Maracuja, Pfirsich, Aprikose, Apfel bis zu Zitrus und Grapefruit vorhanden.
3B    Auf  Tonmergel zeigen die Weine ebenfalls weiche Säure, aber viel Mineralik und eine Aromatik ähnlich wie auf den Lössböden.Um unseren Gaumen und die Nase „weingrün“ zu machen, starteten wir noch ohne direkten Bezug zu unserer Terroir-Verkostung mit einem

2019  Spätburgunder Weissherbst               
Weingut Alois Dahn, Oestrich Winkel                                                      
Blasses Gelb, leichter Rosastich. Der gerade gefüllte Weißherbst vom neuen Jahrgang zeigte sich noch etwas wild und parfümiert, aber recht frisch mit würziger, leicht exotischer Frucht,  Apfel, Stachelbeere, etwas Johannisbeere, leichte Süße. Im Abgang noch etwas mehr Herbe

Nachdem wir uns „eingetrunken“ hatten, folgten die „Terroir-Weine:“

2018  Johannishof, Riesling, “Terra Nostra”
Weingut Johannishof, Johannisberg                                                      
Die Trauben für diesen Wein kommen von Rebanlagen um das Weingut in Johannisberg, Die Böden sind Taunus-Quarzit mit einer Lössauflage.  
Blasses Grüngold, würzige  etwas breitere Frucht, Apfel, Birne, Grapefruit, Citrus, Pfirsich, frische, spritzige Säure.

2018  Laquai, Lorcher Schlossberg, Riesling, “vom Schiefer”
Weingut Gilbert & Gundolf Laquai, Lorch                                            

Die Reben  stehen auf dem typischen Mittelrhein-Schiefer.
Blasses Grüngold, frische, mineralische, dem Jahr 2018 geschuldet etwas vollreife Frucht, Pfirsich, Steinobst, Birne, frische Säure, zartere und filigrane Struktur.

2018  Hochheimer Hofmeister, “Riesling vom Kalkstein”
Weingut Rebenhof, Hochheim
                                                                   
Diese Reben stehen auf Kalkstein.
Ein würziges Bukett, exotische, weichere, vollere Frucht, mehr Citrus-Noten und Grapefruit mit einer weichen, gut gepufferten Säure.

2018  Vinum Autmundis, Riesling, “terre rouge”
Winzergenossenschaft Vinum Autmundis, Groß Umstadt, Hessische Bergstraße
Die Reben stehen auf rotem Sandstein an der Hessischen Bergstraße. Blasses Gelb, würziges Bukett mit etwas blumigen Noten, im Mund dichte, weiche Frucht, Apfel, Birne, weniger Pfirsich, kaum Bitternoten

2016  Oestricher Doosberg, Großes Gewächs,
Weingut Karl, Hallgarten     
Die Reben stehen auf fruchtigbaren, kalkhaltigen und sehr nährstoffreichen Lössböden. Der Ausbau erfolgte im großen Holz.
Helles Grüngold, blumig würziges Bukett, dichte, fülligere Frucht, Pfirsich, Aprikose, Mirabelle, Birne, zarte Süße, weiche, gut gepufferte Säure.
Die Fülle kann auch durch die starke Ertragsreduktion (1 Traube pro Stock) hervorgerufen sein, der Ausbau erfolgte im großen Holz.

2018  Laquai, Riesling, “vom Löss”
Weingut Gilbert & Gundolf Laquai, Lorch                                            
Die Reben stehen auf Schiefer mit einer Lössauflage, der Ausbau erfolgte nur in Edelstahl. Blasses Grüngold, würzige, exotische und sehr mineralische Frucht, Pfirsich, Mirabelle; Birne; Apfel, deutliche Säure, straffe Struktur. Die Ausprägung auf die Weinaromatik ist dadurch nicht so stark wie beim Riesling vom Schiefe

2018  Hochheimer Hölle, “Großes Gewächs”
Weingut Franz Künstler, Hochheim                                                       

Die 50 Jahre alten Reben stehen auf Tonmergel der sich durch hohen Kalkanteil auszeichnet.
Helles Strohgelb, gelbfruchtiges Bukett mit Kräuter-Noten, dichte, volle, aber zart mineralische Frucht, Pfirsich, Aprikosem Apfel, Quitte, florale Noten, Kräuter-Würze, feine, weiche, gut gepufferte  Säure

2018  Laquai, Riesling, “Vom Quarzit, Lorcher Steillage”, feinherb
Weingut Gilbert & Gundolf Laquai, Lorch                                            
Die Reben stehen auf Taunus-Quarzit mit einer Lössauflage im Lorcher Bodenthal-Steinberg. Helles grüngold, leicht blumiges Bukett, am Gaumen  zart mineralische, blumig und gelbfruchtig (Pfirsich, Aprikose, Steinobst, etwas Birne, Citrus), gute, spritzige Säure, die durch die zarte Süße abgemildert wird, kaum Bitternoten.

2018  Hochheimer Hölle, “Riesling vom Löss”, feinherb    
Weingut Rebenhof, Hochheim
Die Reben stehen Tonmergel mit Lössauflage. Dadurch haben wir wieder Säure, Mineralik und Aromatik ähnlich wie bei Wein 9.
Helles Grüngold,  Klarer, fruchtiger, dichter, recht eleganter Riesling mit feiner Süße / Säure.

Nach den Riesling-Weinen, die einen direkten Vergleich des Terroirs erlauben, konnten wir noch einige weitere Weine verkosten.

Es folgte ein Roter Riesling, eine farbliche Mutation des weißen Rieslings, die sich durch rötliche Beeren auszeichnet. Durch Genanalyse wurde nachgewiesen, dass es nicht die Urform des weißen Rieslings ist, sondern nur eine Mutation. davon

2018  Vinum Autmundis, Roter Riesling „vom Herrenberg“ Winzergenossenschaft Vinum Autmundis, Groß Umstadt Hessische Bergstraße
Die Reben stehen auf rotem Sandstein an der Hessischen Bergstraße.
Helles, grünstichiges Gelb, würziges Bukett nach grünem Apfel, Grapefruit, im Mund dann vollmundig, Apfel, Grapefruit, etwas Birne, Pfirsich und Eisbonbon, frische, etwas breitere Säure und mehr Herbe, Grapefruit.

Als Übergang zu den beiden Rotweinen folgte ein Rosé:

2019  Alois Dahn, St.Laurent Rosé, feinherb    
Weingut Alois Dahn, Oestrich Winkel                                                     Helles, klares, zartes lachsrosa, würziges Bukett, klare recht saftige Frucht nach Stachelbeere, Birne, Johannisbeere , gute Säure.

2018  Eltviller Langenstück, Spätburgunder
Weingut H.J. Ernst, Eltville-Erbach                                                          
Der Boden besteht neben tiefgründigen Lößen und Lößlehmen auch aus tertiären Ton- und Mergelböden mit Kiesanteilen.
Helles Rubinrot, dichte, weiche, etwas füllige und kräftige, stoffige Frucht. Kirsche, Pflaume, rote Beeren, gute Säure, weiches Tannin. Der Wein ist noch sehr jung und unruhig, er muss sich noch finden

2016  Hochheimer Stein, Erste Lage, Spätburgunder
Weingut Franz Künstler, Hochheim                                                       
Der Boden ist sandig bis kiesig mit Beimengungen von Löss mit tertiärem Mergel im Untergrund. Der Ausbau erfolgte im Barrique.
Helles Rubinrot mit Spur gelben Rand, am Gaumen dichte, aber auch elegante Frucht, Kirsche, dunkle Waldbeeren, ein Hauch schwarze Johannisbeere, frische, animierende Säure, feine Tannine, Spur Tabak, zartes Holz.

Damit waren wir am Ende der Probe angekommen. Es war ein komplexes, aber sehr interessantes Thema, das Herr Presser hervorragend dargestellt hat. Nicht nur von der theoretischen sondern auch von der sensorischen Seite, da er die entsprechenden Weine ausgesucht hatte. Dabei zeigte sich, dass nicht nur die bekannten Winzer, sondern auch kleinere, unbekannte Winzer das Terroir in ihren Weinen sehr gut herausgearbeitet hatten.

Für diese Probe möchten wir uns ganz herzlich bei Herrn Presser bedanken

Verfasser: Dieter

Abgelegt unter Allgemeines, Probenberichte, Probenberichte 2019 | Keine Kommentare »