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    August
    • 20

      19:00 -22:00
      20.08.2020

      Johannes Geil-Bierschenk führt heute das Weingut Ökonomierat Johann Geil I. Erben in Bechtheim, das 1871 gegründet wurde. Heute werden 32 ha bewirtschaftet mit Fokus auf die Rebsorten Riesling, Burgunder und Silvaner. Das Weingut ist Mitbegründer der rheinhessischen Winzervereinigung Message in a Bottle und erhielt 2014 die Auszeichnung ”Beste Kollektion Weißweine trocken“ bei der DLG Bundesweinprämierung.

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Weinprobe mit dem Weingut Dr.Loosen, Bernkastel am 27.02.2020

Erstellt von Dieter am Samstag 21. März 2020

Da normalerweise bei Verkostungen nur die neuesten Jahrgänge präsentiert werden, haben wir uns gefreut, dass es wieder gelungen ist, eine Horizontal-Verkostung über mehrere Jahrgänge vorgestellt zu bekommen. Dieses Mal hatte sich das Weingut Ernst Loosen aus Bernkastel bereit erklärt, uns verschiedene Weine aus mehreren Jahrgängen zu präsentieren. Als Vertreter des Weinguts war Desiree Schröder gekommen – die sich allerdings zu uns durchkämpfen musste, da die Autobahn durch die Eifel, plötzlich durch massiven Schneefall blockiert wurde. Sie hatte aber den Mut behalten und kam – wenn auch mit deutlicher Verspätung – bei uns unversehrt an, bevor die Autobahn ganz gesperrt wurde.

So konnten wir doch vier unterschiedliche Jahrgänge der folgenden Lagen verkosten:

Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Erdener Treppchen Kabinett

Die Weinprobe startete mit der Lage Graacher Domprobst:

Direkt über dem Ort Graach gelegen befindet sich in sehr steiler Südsüdwest-Ausrichtung der Graacher Dompropst. Er wird vom Graacher Himmelreich umgeben und stellt so das Herzstück der Graacher Lagen dar. Seinen Namen Domprobst erhielt er, da dem Trierer Dompropst früher ein Drittel des Weinzehnten von Graach zustand.
Durch seine Topografie ist der Dompropst gut gegen Wind und Frost geschützt. Die Erwärmung des sehr steinigen Devonschiefer-Verwitterungsbodens bewirkt eine gleichmäßige Reife der Trauben. Viele Wasseradern im Weinberg können die Rebstöcke gut mit Wasser versorgen. Die Steillage Dompropst ist aufgrund der sehr guten Weinqualitäten als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert.

1          2018   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit grünen Reflexen zeigt in der Nase würzige, etwas exotische Frucht, am Gaumen gelbe Früchte, Pfirsich, Mirabelle, sehr dicht, weichere Säure, mehr Süße, im Abgang dann zarte Adstringenz. Jahrgangsbedingt ein Wein mit mehr Fülle und Restsüße

2          2017   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, in der Nase reifer Pfirsich, Golden Delicius, Birne, Mirabellen, dazu etwas Grapefruit, am Gaumen dann sehr extraktreich mit Kraft, animierender Säure und der moseltypischen Schiefernote. Hat noch mehr Fülle als der 2016’er Domprobst.

3          2016   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, feines Bukett von Früchten wie weißer Pfirsich, Apfel, Birne, Mirabellen, dazu etwas Limettenaroma, am Gaumen dann deutliche, salzige Mineralik, sehr pikante, mundfüllende Säure., Ein eleganter, mineralischer, vielschichtiger Riesling.

4          2015   Graacher Domprobst, Großes Gewächs

Goldgelb mit zart grünen Reflexen, Florale Noten, Stein- und Steinobst, etwas Citrus im Bukett, im Mund auch noch feine Kräuter-Noten und dichte Frucht, feine, weichere Säure. Hat aber nicht die Eleganz und Mineralik wie der 2016’er Domprobst und zeigt schon leichte Reifenoten.

Der nächste Flight brachte uns die Lage Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Die Lage Himmelreich umschließt den Graacher Domprobst und ist nach Süd-Südwest bis Südwest ausgerichtet

Durch seine Topografie ist das Himmelreich ähnlich wie der Domprobst gut gegen Wind und Frost geschützt. Der Boden besteht aus leicht erwärmbarem Blau- und Grauschiefer und bewirkt auch hier eine gleichmäßige Reife der Trauben. Viele Wasseradern können die Rebstöcke gut mit Wasser versorgen. Die Weinberge liegen auf 110 bis 260 Metern über NN und sind mit 45 bis 65 Prozent moderat steil. Teilweise stehen die Reben aufgrund ihres Alters noch in traditioneller Einzelpfahlerziehung. Der Name Himmelreich kommt vermutlich aus dem keltischen und bedeutet „kleiner Hügel“. Die Lage ist aufgrund der sehr guten Eigenschaften ebenfalls als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert. Die verkosteten Weine stammen von drei Parzellen, die sich seit 1911 im Besitz der Familie Loosen befinden und die wahrscheinlich bis zu 130 Jahre alt sind.

5          2016   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, in der Nase sehr präzise Frucht, am Gaumen sehr konzentriert, Pfirsich, Apfel, Birne, Mirabellen, Limette, deutlich salzige Mineralik, feine, elegante Säure., Ein mineralischer, vielschichtiger Riesling mit großer Raffinesse und noch etwas konzentierter und feiner als der 2016’er Graacher Domprobst.

6          2015   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit leichten grünen Reflexen, in der Nase präzise und fruchtbetont, am Gaumen vollmundig und üppig, Pfirsich, gelbes Steinobst, Ananas, Zitrusaromen und zarte Schiefer-Note, recht straffe Säure und ein langer Nachhall. Dieser 2015’er Riesling ist dichter, harmonischer als der 2016’er und zeigt eine rundere und weichere, fülligere Frucht.

7          2014   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit einem Hauch grüner Reflexe, in der Nase präzise, recht klare, gradlinige Frucht, am Gaumen dann Apfel, Birne, Pfirsich, Mirabellen und etwas Limette, eine zarte salzige Mineralik, frische Säure. Der Wein hat nicht die Finessen des 2016’er oder die Fülle des 2015‘, ist aber für den 2014’er Jahrgang sehr gut

8          2013   Graacher Himmelreich, Alte Reben, Großes Gewächs

Goldgelb mit einem Hauch grüner Reflexe, in der Nase fruchtbetont, am Gaumen recht vollmundig Pfirsich, gelbes Steinobst, Ananas, Zitrusaromen und zarte Schiefer-Note, recht feste Säure Dieser 2013’er Riesling ist dichter, und voller als der 2014’er und zeigt eine zarte Reife.

Der letzte Flight brachte uns dann restsüße Kabinettweine aus der Lage Erdener Treppchen

Die Lage Erdener Treppchen als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert, zieht sich gegenüber vom Ort Erden in 110 bis 260 Meter über NN entlang der Mosel. Sie ist nach Südwesten ausgerichtet und mit einer Hangneigung von 50 bis 80 Prozent recht steil. Die Rebhänge sind von wärmespeichernden Weinbergsmauern durchzogen, die Hauptrebsorte Riesling wächst in Einzelpfahlerziehung. Die Böden bestehen aus roter Tonschieferverwitterung mit hohem Gesteinsanteil. Die Lage ist nach einer vor Jahrhunderten gebauten Steintreppe benannt, die in die steilen Weinberge führt.

9          2018   Erdener Treppchen   Kabinett, Große Lage

Helles Grüngelb, Im Bukett reife, gelbe Früchte, im Mund dann weiter gelbe Früchte, Pfirsich, Aprikose, Maracuja, etwas Zitrusaromatik, feines Süße -Säure-Spiel im Abgang dann mehr adstringierende Herbe. Jahrgangsbedingt mehr Fülle und Dichte, aber weniger Säure und Finesse.

10       2017   Erdener Treppchen Kabinett, Große Lage

Helles Grüngelb, frisch fruchtig, leichte Zitrusnase, im Mund dann gelbe Früchte, Pfirsich, Aprikose, Maracuja, etwas Ananas, Zitrusaromatik, feine Mineralik, Eleganz, feines Süße -Säure-Spiel. Das war ein klassischer, eleganter und mineralischer Kabinett.  

11       2012   Erdener Treppchen Kabinett, Große Lage

Helles Gelb, leicht grünliche Reflexe, leichte Zitrusnase, etwas Minze im Mund dann gelbe Früchte, reife Äpfel, Pfirsich, Birnen, Zitrusaromatik, feines Süße -Säure-Spiel, im Abgang zarte Mandarinen-Noten. Der Wein hat eine straffe Frucht und zeigte noch keine Altersnoten.

12       2011   Erdener Treppchen Kabinett, Große Lage

Helles Gelb, leicht grünliche Reflexe, leichte Zitrusnase, etwas Orangenschale, im Mund dann reife Äpfel, Pfirsich, Birnen, Zitrusaromatik, ein Hauch Kräuter, feines Süße -Säure-Spiel, im Abgang zarte Mandarinen- und Orangen-Noten. Der Wein ist weicher, fülliger und immer noch sehr frisch.

Damit waren die drei Flights leider beendet. Es hätte noch so weitergehen können, denn die Weine wurden erstaunlich gut bewertet und selten hatten wir eine so hohe Punktung. Auch die Preisgestaltung war für diese Qualitäten sehr moderat.

Wir möchten uns deshalb beim Weingut und bei Frau Schröder herzlich bedanken, dass wir die seltene Gelegenheit bekommen haben, zu erfahren, wie gut diese Weine reifen können und bei Frau Schröder, dass sie trotz der widrigen Umstände doch zu uns gekommen ist.

Verfasser: Dieter

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