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      Pfarrzentrum St.Marien, 3.Stock Kapellenstr.7, 51103 Köln-Kalk

      Rueda ist inzwischen die Spanische Region für Weißweine. Jahrelang
      wurden nur unbedeutende Weißweine produziert. Erst als in den 1970er
      Jahren der Weinerzeuger Marqués de Riscal aus der Rioja mit Unterstützung
      vom französischen Önologen Emile Peyaud die Rebsorte Verdejo pflanzte
      und nach modernen Verfahren Weißwein produzierte, begann der große
      Aufstieg. Unser Weinbruder Uwe Lommertin hat vor Ort für uns eine Auswahl
      getroffen.

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Weinprobe mit dem Weingut Schloss Johannisberg am 20.08.2015

Erstellt von Dieter am Sonntag 8. November 2015

Schloss Johannisberg gehört zu den ältesten Weingütern Deutschlands und ist zugleich auch die älteste Riesling-Domäne. So war es für uns eine besondere Freude, Herrn Doktor als Repräsentanten der Weingüter Schloss Johannisberg und G.H. von Mumm begrüßen zu dürfen.
Das traditionsreiche Weingut wurde unter Napoleon enteignet und nach der Niederlage Napoleons an Österreich und die Habsburger vergeben. Diese übertrugen es dann auf den Fürsten Metternich, dessen Familie das Weingut bis 1980 besaß.
Seit 1865 gab es eine Verbindung zur Sektkellerei Söhnlein in Wiesbaden, die später zur Oetker-Gruppe kam. Um die Versorgung mit Sekt-Grundweinen zu sichern, wurde 1974 ein Anteil am Weingut von der Oetker-Gruppe erworben und 1980 schließlich das gesamte Weingut übernommen. Die Verwaltung und der Ausbau der Weine des Weinguts vom G.H. von Mumm, das sich bereits im Besitz der Oetker-Gruppe befand, wird seitdem auch auf Schloss Johannisberg durchgeführt. Die Sektkellerei „von Mumm“ wurde 1958 vom Weingut abgetrennt und gehört heute nicht mehr zur Oetker- sondern zur Rotkäppchen-Gruppe.
Schloss Johannisberg hat 35 ha Rebfläche als Monopol-Lage, das Weingut G.H. von Mumm 65 ha mit 24 Einzellagen von Assmannshausen bis Kiedrich.
Schloss Johannisberg verkauft zu je einem Drittel an Direktabnehmer, an andere Inlandskunden wie Fachhandel und Gastronomie und zu einem Drittel an ausländische Kunden.
Der Absatz von G.H. von Mumm geht je zu einem Drittel an den LEH, an den Fachhandel und an Direktabnehmer.
Seit Fürst von Metternich hat Schloss Johannisberg sein eigenes System, die Qualitätsstufen durch die Farbe der Kapseln zu kennzeichnen.
Nun zur Probe, die uns einen Querschnitt über die beiden Weingüter brachte.
Unser erster Wein, der 2014’er Gutswein „Berglagen“ kam vom Weingut G.H. von Mumm. Die Trauben stammen von weniger bekannten Lagen um das Schloss Johannisberg herum, der Ausbau erfolgte nur im Edelstahl. Es war ein sauberer, klarer, leichter Riesling.
Das Gegenstück war der 2014’er Schloss Johannisberg Riesling „Gelblack“, der mehr Dichte und Struktur als die Berglagen hatte. Der Ausbau erfolgte hier zu 85% im Stahl, zu 15% in großen Holzfässern.
Mit der Qualitätsstufe der Ortsweine ging es weiter (obwohl Schloss Johannisberg keiner Ortslage zugeordnet ist, da Schloss Johannisberg eine eigene, ortsfreie Lage ist.)
Der 2014’er Rüdesheimer Riesling vom Weingut G.H. von Mumm stammt aus verschiedenen Lagen um Rüdesheim. Daher zeigte er, diesen Rüdesheimer Lagen entsprechend, mehr Dichte, Fülle und Struktur, hatte gleichzeitig aber auch eine kräftige, gut integrierte Säure. Die Vergärung erfolgte nach 12-stündiger Maischstandzeit im Edelstahl.
Der 2014’er Schloss Johannisberg“ Rotlack kam weicher, harmonischer und eleganter als der Rüdesheimer aus dem Glas – er wird noch immer als Kabinett deklariert , um die filigranere Art herauszustellen. Der Alkohol liegt bei  geringen 11,5%, ohne dass der Wein dünn oder blass wirkt. Der Ausbau  erfolgte zu 40% im großen Holz.
Die nächste Qualitätsstufe stellten die Lagenweine dar.
Der 2014’er Johannisberger Schwarzenstein, „1.Lage nach VDP“  von G.H. von Mumm besaß deutlich mehr Finessen. Elegant und dichte Struktur, eine zarte Mineralik und eine gute Säurestruktur. Er war für einen Weine  der Qualitätsstufe „1.Lage“ würdiger Vertreter.  Ganz anderes als die Weine, als die wir davor probieren konnten.  Die Verkosten waren sich bei der Bewertung recht einig, denn sie wichen nur um maximal einen Punkt vom Mittelwert von 15.53 Punkten ab.
Die Lage Schwarzenstein schließt sich direkt an den Hang von Schloss Johannisberg an und besitzt eine vergleichbare Bodenformation aus Taunusquarzit, ist aber nicht mehr so steil. Versuchsweise werden die 3,5 ha im Minimalschnitt bewirtschaftet. Der Ausbau erfolgte nicht wie bei den anderen Weinen im Edelstahl, sondern im großen Holzfass.
Das Gegenstück war der 2013’er Schloss Johannisberg „Silberlack“, Großes Gewächs nach VDP. Das war ein dichter, komplexer Riesling mit einer sehr weichen Säure, der ein Jahr älter, aber immer noch recht verschlossen war. Trotzdem konnte man erahnen, welches Zukunftspotenzial in ihm steckt. Er erhielt mit 16,42 Punkten die beste Bewertung des Abends für einen trockenen Wein und auch hier waren sich die Teilnehmer wieder sehr einig. Die Trauben stammen von einer Parzelle mit reiner Südwest-Lage. Nach einer 24-stündigen Maischstandzeit ohne Kühlung wurde der Most abgepresst und ohne Klärung spontan vergoren. Anschließend erfolgte eine 4 monatige Reife im Holzfass. Diese Weine haben den Ruf der trockenen Rieslinge  von Schloss Johannisberger begründet.
Ein reiferes „Schmankerl“ folgte mit dem 2011’er Rüdesheimer Berg Rottland, „Erstes Gewächs“ vom Weingut G.H. von Mumm. Die Lage besteht je zur Hälfte aus Taunusquarzit und Schiefer mit einer dünnen Lehmauflage.
Wie es für die Rüdesheimer Lagen charakteristisch ist, war der Wein etwas fülliger, zeigte viel gelbe Früchte. Altersbedingt hatte er schon mehr Reife und einen Hauch Petrolton. Insgesamt war es ein sehr interessanter Wein, auch wenn er nicht ganz an das Große Gewächs herankam.
Mit zwei feinherben Weinen wurde die Probe fortgesetzt.
Zuerst der 2014’er Schloss Johannisberg  „Rotlack“ Kabinett. Die Trauben stammen aus dem oberen Drittel der Lage, wo die Reben auf Taunusquarzit mit einer dünnen Lehmauflage  stehen. Der Ausbau erfolgt zu 40% im Holz. Viel Frucht mit guter Säure und zarter Mineralik, die dafür sorgt, dass die Säure gut abgepuffert wird. Im Gegensatz zu vielen süßlastigen feinherben Rieslingen hatten wir hier einen sehr harmonischen Wein mit dezenter, kaum schmeckbarer Süße im Glas.
Der zweite feinherbe Riesling stammte wieder vom Weingut H.G. Von Mumm, der 2014’er Riesling „Eilfer“. Das Besondere an diesem Wein ist das erste Teil der Trauben normal abgepresst wird und der zweite Teil abgebeert und dem Most bei der Vergärung zugesetzt wird. Auch hier hatten wir einen klaren, fruchtigen und dichten Wein, der aber im Gegensatz zum Vorgänger mehr und gefälligere Süße hat. Dadurch wurde er etwas schwächer bewertet.
Zu einer Rheingauer Rieslingprobe gehören natürlich auch restsüße Weine. Der 2013’er Johannisberger Mittelhölle Kabinett vom Weingut G.H. vom Mumm, war ein klarer, gradliniger, typischer Rheingau-Kabinett mit feinem Süße-Säurespiel und zeigte im Hintergrund ein Hauch Walderdbeeren.
Mit der 2013’er Schloss Johannisberger Riesling  Spätlese „Grünlack“ bekamen wir das Gegenstück. Ein eleganter, filigraner Riesling mit feinem Süße-Säurespiel und einem Hauch Botrytis. Dieser elegante Weinstil hat den deutschen Riesling in aller Welt bekannt gemacht. In unserer Verkostung wurde er dann auch noch etwas höher bewertet als das Große Gewächs.
Zum krönenden Abschluss kam dann eine 2011’er Schloss Johannisberger Auslese „Rosalack“.
Trotz des sonst etwas fülligen, reifen Jahrgangs war diese Auslese erstaunlich elegant, filigran und vielschichtig. Im Hintergrund zeigte sich zarte Botrytis. Das war mit 17.08 Punkten der höchstbewertete Wein des Abends.
Insgesamt konnten wir eine hochwertige Probe genießen, die allen sehr gut gefallen hat. Das lag sicher nicht nur an den tollen Weinen sondern auch an der packenden Art, die Weine zu präsentieren. Dafür und für diese großartige Kollektion möchten wir Herrn Doktor recht herzlich danken.

Verfasser: Dieter

2015_08_Probenergebnis_Weingut Schloss Johannisberg

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