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Weinprobe mit gereiften Riesling-Wein vom Weingut Clemens Busch am 24.02.2019

Erstellt von Dieter am Donnerstag 25. Juli 2019

Auf Weinmessen und Wein-Präsentationen werden üblicherweise nur die neueren Jahrgänge vorgestellt. Daher haben wir uns sehr gefreut, dass das Weingut Clemens Busch eine Probe für drei verschiedenen Flights mit Riesling-Weine von jung bis gereift zusammengestellt hat. So hatten wir die seltene Gelegenheit, zu erfahren, wie diese Weine reifen können. Dafür möchten wir uns beim Weingut herzlich bedanken.

Das Weingut von Clemens Busch in Pünderich wurde bereits 1802 erstmals urkundlich erwähnt. Der Weinort Pünderich befindet sich am Eingang des Moselbogens Zeller Hamm, den man entweder noch der Mittelmosel oder schon dem Beginn der Terrassenmosel zuordnen kann.

Im Jahr 1986 haben Clemens und Rita Busch das Weingut mit 11 ha Rebfläche übernommen und arbeiten seitdem nach ökologischen Kriterien. Inzwischen ist die Rebfläche auf 16 ha angewachsen. Ihr Sohn Johannes hat nach einem Weinbaustudium und Praktika bei verschiedenen Betrieben im Weingut angefangen und kümmert sich vor allem um den Außenbetrieb. Der größte Teil der Weinberge liegt in der Lage Pündericher Marienburg. Dort wird fast ausschließlich Riesling neben einer kleinen Menge Spätburgunder und Müller-Thurgau angebaut. Da die offizielle Lage Marienburg nicht zwischen den drei Schieferarten, die hier vorkommen, unterschieden wird, nutzt Clemens Busch die alten Parzellenbezeichnungen wie „Fahrlay“, „Falkenlay“ und „Rothenpfad“ zur Unterscheidung. Die Parzelle „Fahrlay“ bei der Fähre ist vom blauen Schiefer, die Parzelle „Falkenlay“ vom grauen Schiefer geprägt, während der „Rothenpfad“ den Namen vom roten Schiefer hat, der Ähnlichkeit mit dem Gestein vom Roten Hang bei Nierstein hat. Eine weitere Parzelle auf grauem Schiefer ist die „Felsenterrasse“ die mit über 50-jährigen Reben bestockt ist. Von hier kommen oft die besten Weine.

Im Allgemeinen sind die Weine vom grauen Schiefer eher zart und feingliedriger und die vom blauen Schiefer sehr kühl und elegant, wobei hier die Mineralik am stärksten zu erkennen ist. Die Weine vom roten Schiefer sind die rundesten, fruchtigsten und haben am meisten Fülle.

Nach einer mehr oder weniger langen Maischstandzeit (je nachdem, was der Jahrgang fordert) wird schonend abgepresst, spontan vergoren und in großen 1000 l Holzfässern (Moselfudern) gereift.

Die Klärung der Weine erfolgt nur durch Sedimentation und ohne Schönungshilfsmittel. Die Weine werden erst nach längerer Hefelagerung abgefüllt.

Anfangs wurden beide als „Ökos“ belächelt, doch die Qualität ihrer Weine hat die Kritiker inzwischen zum Verstummen gebracht. 2007 wurde ihre Arbeit dann auch vom VDP anerkannt, der das Weingut in den seine Reihen aufgenommen hat.

Nun zu den verkosteten Weinen:

Als erstes kam ein Riesling-Sekt:

1.         2013  Clemens Busch, Riesling Sekt;  brut                    

Goldgelb mit grünen Reflexen, feinperliges Mousseux. In der Nase Aromen von Pfirsich, grünem Apfel, Zitrus und frischen Kräutern. Am Gaumen erfrischend und saftig mit einer feinen mineralischen Struktur.

Im ersten Flight konnten wir dann die Weine vom Rotschiefer verkosten:

2.         2016  Clemens Busch, Riesling, „Vom Roten Schiefer“        

Blasses Gelb mit grünen Reflexen, Zitrus-Steinobstduft,im Bukett, saftige Frucht mit kräutrigen Noten, erdige Mineralik, guter Abgang mit floralen Nuancen.

3.         2013  Clemens Busch, Riesling, „Vom Roten Schiefer“        

Blasses Gelb mit grünen Reflexen, straffer, frischer Wein wieder mit etwas Zitrus-Steinobstduft. Straffe, saftige Frucht im Mund, kräutrige Aromen, zarte Süße und präsente, feine Säure, schon etwas entwickelt, Abgang mit kräutrigen und zitronigen Aromen.

4.         2012  Clemens Busch, Riesling, „Vom Roten Schiefer“        

Helles Gelb mit grünen Reflexen, ein wenig kräutriger Zitrus-Steinobstduft. Klare, feinsaftige Frucht im Mund,  leicht pflanzlich und auch erdig-mineralisch, sehr feine Säure, harmonisch, guter Abgang.

5.         2009  Clemens Busch, Riesling, „Vom Roten Schiefer“        

Helles Gelb, ein pflanzlicher, zart erdiger Duft nach eingemachten gelben Früchten. Weich und leicht süß im Mund, zart erdig, feine Säure, zart würziger Abgang.

Im zweiten Flight kamen die Weine vom Grauschiefer:

6.         2016  Clemens Busch, Riesling, „Vom Grauen Schiefer“     

Sehr blasses Gelb mit grünen Reflexen, eine zurückhaltende, etwas kräutrige Nase mit verhaltenen gelbfruchtigen Aromen. Klare, saftige Frucht, lebendige Säure, pflanzliche Noten und wieder herbe Mineralik am Gaumen, zartfruchtiger Abgang mit kräutrigen Nuancen.

7.         2014  Clemens Busch, Riesling, „Vom Grauen Schiefer“     

Blasses Gelb mit grünen Reflexen,  auberer, geradliniger, schlanker und etwas verhaltener Riesling, zart pflanzliche und nussige Aromen, recht eleganter Stil, nicht völlig trocken, für das Jahr 2014 sehr gut gelungen.

8.         2013  Clemens Busch, Riesling, „Vom Grauen Schiefer“     

Blasses Gelb mit grünen Reflexen, leichter Steinobst-Zitrusduft mit einem Hauch kräutriger Noten, und deutlicher Mineralik. Klar, noch etwas kantig im Mund, mehr Fülle, straffe, feine, leider Spur buttrige Säure, gute Nachhaltigkeit am Gaumen, guter Abgang.

9.         2008  Clemens Busch, Riesling, „Vom Grauen Schiefer“     

Helles Gelb mit grünen Reflexen, leichter Steinobst-Zitrusduft, etwas kräutrige Nuancen, schlanke Frucht und straffe, feine Säure, recht klarer, eleganter Riesling, hat aber schon mehr  Reife und wirkt etwas gezehrt.

Im dritten Flight folgten dann die Großen Gewächse vom Rothenpfad, die ebenfalls vom Rotscheifer stammen:

10.      2016  Pündericher Marienburg, „Rothenpfad, Großes Gewächs“   

Sehr blasses Gelb mit grünen Reflexen, wie bei den Ortsweinen zarter Zitrus-Steinobstduft mit kräutrig-pflanzlichen Noten, erdige Mineralik, aber für ein Großes Gewächs recht zarter, filigraner Riesling, aber fast etwas zu leicht.

11.      2014  Pündericher Marienburg, „Rothenpfad, Großes Gewächs“   

Helles Gelb mit grünen Reflexen,dichter, etwa herberer, aber gut strukturierter Riesling, floralen Aromen und deutliche Mineralik, kühle kräuterige Nuancen. Wirkt weicher als die Ortweine und hat mehr Fülle als der 2016’er Rothenpfad. Für den Jahrgang 2014 sehr gut gelungen.

12.      2012  Pündericher Marienburg, „Rothenpfad, Großes Gewächs“   

Helles Goldgelb, kräftiger, dichter, in der Frucht  recht verhaltener Riesling, deutliche, leicht salzige Mineralik, herbe pflanzliche Noten, etwas getrockneten Suppenkräuter, mit sehr feiner, lebendiger Säure, zeigt schon mehr Reife und stärkere Sekundär-Aromen.

13.      2011  Pündericher Marienburg, „Rothenpfad, Großes Gewächs“   

Helles Goldgelb, dichter, fülliger Riesling, sehr vollreife, gelbe Früchte, dem Erntejahr entsprechend weiche, reife Säure und mehr Süße. Die Mineralik wird durch Reife und Fülle überdeckt.

Bei unserem Weinbruder Uwe Lommertin möchten wir uns noch für die Präsentation der Wein bedanken und dafür dass er den Kontakt zu Clemens Busch hergestellt hat.

Verfasser:  Dieter

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